Tauschangebot Beteiligung -> Aktien

ingobert @, Montag, 13.07.2015, 11:27 vor 3842 Tagen 3670 Views

Hallo, zusammen,

vor ein paar Jahren habe ich in diese Beteiligung hier investiert. Sie hätte vor ca. 1 Jahr aufgelöst werden sollen, aber wegen des gefallenen Ölpreises hätte das nur mit Verlusten stattfinden können. Die Beteiligungsgesellschaft hat deshalb gesagt: wir warten erst mal ab, was mit dem Ölpreis passiert. Und so wartet man nun seit einem Jahr.

Nun wurde angeboten, dass man die Beteiligung in eine Aktien-Neuemission der DOGAG tauschen kann. Sie schreiben: Als Anleger des ECI Fonds XI können Sie die Aktie vergünstigt zu 10 EUR pro Stück erwerben. Fonds XI wird als Zahlungsersatz akzeptiert. Nach Börsenlisting besteht dann die tägliche Verkaufsmöglichkeit. Zum Vergleich: In der aktuellen Emission kostet die Aktie 12,50 EUR.

Das Börsenlisting soll gegen Ende des Jahres sein. Da ich mit Aktien-Neuemissionen keinerlei Erfahrung habe:

- ist es sinnvoll, das zu machen?
- Wie riskant ist das?
- Wie kann man einschätzen, wie hoch die Aktie nach Börsenlisting gehandelt wird?
- Wie kommen die auf den normalen Emissionspreis von €12,50?

danke schon mal & Gruß!

--
die Grenze der Staatsverschuldung ist reine Massenpsychologie!

Hohes Risiko

nemo, Montag, 13.07.2015, 11:45 vor 3842 Tagen @ ingobert 3029 Views

Das Börsenlisting soll gegen Ende des Jahres sein. Da ich mit
Aktien-Neuemissionen keinerlei Erfahrung habe:

- ist es sinnvoll, das zu machen?
- Wie riskant ist das?
- Wie kann man einschätzen, wie hoch die Aktie nach Börsenlisting
gehandelt wird?
- Wie kommen die auf den normalen Emissionspreis von €12,50?


Wenn die, wie auf deren Webseite dokumentiert, nach Öl und Gas in Alaska bohren,
dann könnte das mit hohen Risiken verbunden sein. Erstens die Umweltverschmutzung
der arktischen Regionen. Greenpeace demonstriert gegen Ölfirmen in der Arktis.
Dann Stürme und Temperaturen bis - 50 Grad. Drittens die Eisdecke und die Eisberge.

Es gibt eine interessante Doku über die Ausbeutung der Ölfelder in
der Arktis. Das letzte Eldorado

Die Risiken sind einfach nicht abschätzbar. Vor allem, wenn ein Tanker einen Eisberg
rammen sollte, würde das eine ungeheure Umweltkatastrophe bedeuten, bei der sämtliche
Seevögel, Fischbestände und Robben draufgehen würden.

Gruß
nemo

@ nemo: das Risiko liegt evtl. viel näher, und zwar in Stuttgart

valuereiter @, Montag, 13.07.2015, 12:08 vor 3842 Tagen @ ingobert 3129 Views

Geht es um die "Energy Capital Invest", die es hier
http://www.boerse-online.de/nachrichten/konjunktur/Energy-Capital-Invest-Am-Subventions...
auf eine "Schwarze Liste" geschafft hat?

Und wo hier
http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=1341
festgestellt wird:
Finanziert werden die Wachstumsträume über Kommandit- und Genussrechtskapital, welches von Energy Capital Invest (ECI) akquiriert wird. Doch das Firmenkonstrukt steht auf wackligen Füßen.

ich würde die Aktie auch nicht behalten wollen

ingobert @, Montag, 13.07.2015, 12:34 vor 3842 Tagen @ nemo 2695 Views

...sondern nach Börsenlisting verkaufen.

es geht also konkret um die 2 Möglichkeiten:

a) Beteiligung behalten
b) Beteiligung in Aktien tauschen und nach Listing verkaufen.

Gruß!

--
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Was steht heutzutage eigentlich nicht auf wackligen Füßen?

ingobert @, Montag, 13.07.2015, 12:43 vor 3842 Tagen @ valuereiter 2777 Views

Geht es um die "Energy Capital Invest", die es hier
http://www.boerse-online.de/nachrichten/konjunktur/Energy-Capital-Invest-Am-Subventions...

auf eine "Schwarze Liste" geschafft hat?

Und wo hier
http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=1341
festgestellt wird:
Finanziert werden die Wachstumsträume über Kommandit- und
Genussrechtskapital, welches von Energy Capital Invest (ECI) akquiriert
wird. Doch das Firmenkonstrukt steht auf wackligen Füßen.

Würde das heute auch nicht mehr machen.

Andererseits wäre - wenn der Ölpreis nicht so drastisch gefallen wäre - die Beteiligung letztes Jahr mit Sicherheit ganz normal aufgelöst worden.

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"Verbilligte" Aktienangebote ...

CrisisMaven ⌂ @, Montag, 13.07.2015, 12:47 vor 3842 Tagen @ ingobert 2950 Views

... sind der Trick, Investoren zu koedern.

Das zieht sich durch alle diese Machenschaften durch seit der South Sea Bubble, die selbst den ansonsten erfolgreichen Spekulanten Isaac Newton teuer zu stehen kam.

...sondern nach Börsenlisting verkaufen.

Ja, wenn es dann jemand zu einem hoeheren als dem Einstandspreis kaufen will.

Der Tausch ist: von einer nachrangig besicherten Anleihe (p. 76 des Prospektes) in eine ... nachrangig besicherte ... Aktie, beide mit dem gleichen Risiko des Totalverlustets, zu tauschen.

es geht also konkret um die 2 Möglichkeiten:
a) Beteiligung behalten
b) Beteiligung in Aktien tauschen und nach Listing verkaufen.

oder

c) ... jemanden diese Anleihe mit dem "guenstigen Wandlungsrecht" schnell noch anzudrehen.

Der "Rabatt" von 25% auf den Ausgabepreis ist ja etwa so:

Kommt Kohn zum Fischhaendler ... nur mit umgekehrten Vorzeichen. Ausgabepreise kann man vor Plazierung beliebige erfinden. Was, wenn der IPO dann zu 7,50 Euro ... oder "Null" auslaeuft?

Ich weiss es nicht. Ich gebe auch keine Anlage-Ratschlaege. Aber diese Masche habe ich, verwickelt in Betrugsbekaempfung am Grauen Kapitalmarkt, zu oft mit eigenen Augen gesehen, um darauf "abzufahren".

Nicht alles ist dabei von Anfang an Betrug (wie der "Diamanten"-Handel oder Schrott-Immobilien). Aber manches wird, wenn die Geschaefte schlechter laufen als angedacht (und wer, bis auf wenige, hatte mit einem einbrechenden statt steigenden Oelpreis gerechnet?), dann eben doch zum "grauen" Anlageprodukt, das man versucht, loszuwerden!

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Anleihe?

ingobert @, Montag, 13.07.2015, 13:57 vor 3842 Tagen @ CrisisMaven 2522 Views

Der Tausch ist: von einer nachrangig besicherten Anleihe(p. 76 des Prospektes)

*** Anleihe? Wieso Anleihe? Ich bin der Meinung, dass ich Miteigentum an den Förder-Rechten bzw Grund und Boden habe, also rein Eigenkapital-basiert.

c) ... jemanden diese Anleihe mit dem "guenstigen Wandlungsrecht" schnell
noch anzudrehen.

*** und wie ungefähr würde ich das machen?

Nicht alles ist dabei von Anfang an Betrug (wie der "Diamanten"-Handel
oder Schrott-Immobilien). Aber manches wird, wenn die Geschaefte schlechter
laufen als angedacht (und wer, bis auf wenige, hatte mit einem
einbrechenden statt steigenden Oelpreis gerechnet?), dann eben doch zum
"grauen" Anlageprodukt, das man versucht, loszuwerden!

*** Ja. Für den stark gefallenen Ölpreis kann ich nichts, die aber eben auch nicht!

--
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Anleihe ueber einen Fonds ...

CrisisMaven ⌂ @, Montag, 13.07.2015, 15:09 vor 3842 Tagen @ ingobert 2533 Views

*** Anleihe? Wieso Anleihe? Ich bin der Meinung, dass ich Miteigentum an den Förder-Rechten bzw Grund und Boden habe, also rein Eigenkapital-basiert.

Wie ich es aus dem verlinkten "Schwarze-Liste"-Bericht entnommen habe, ist es eine Darlehensvergabe an die Oelprospektions- und, so Gott will, -Foerdergesellschaft via einen Fonds, an dem Du beteiligt bist. In der jetzigen Ausgestaltung ("Umtauschrecht" zu 10 Euro/Aktie) ist das verdammt wenig von einer sog. Wandelanleihe zu unterscheiden, nach meiner Ansicht.

c) ... jemanden diese Anleihe mit dem "guenstigen Wandlungsrecht" schnell noch anzudrehen.

*** und wie ungefähr würde ich das machen?

Das weiss ich doch nicht. So, wie Gebrauchtwagen halt auch - umhoeren, annoncieren usw.

*** Ja. Für den stark gefallenen Ölpreis kann ich nichts, die aber eben auch nicht!

Keiner macht Dir einen Vorwurf. Du hattest um Rat gefragt. Der lautete (von meiner Seite) "c)", d.h. weder halten noch tauschen.

Nach meinem reinen Bauchgefuehl ist das ganze so lukrativ wie Prokon.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

ok

ingobert @, Montag, 13.07.2015, 17:14 vor 3842 Tagen @ CrisisMaven 2398 Views

*** Anleihe? Wieso Anleihe? Ich bin der Meinung, dass ich Miteigentum an

den Förder-Rechten bzw Grund und Boden habe, also rein
Eigenkapital-basiert.

Wie ich es aus dem verlinkten "Schwarze-Liste"-Bericht entnommen habe, ist
es eine Darlehensvergabe an die Oelprospektions- und, so Gott will,
-Foerdergesellschaft via einen Fonds, an dem Du beteiligt bist.

*** stimmt m.M.n. nicht, aber egal.

*** Ja. Für den stark gefallenen Ölpreis kann ich nichts, die aber

eben auch nicht!

Keiner macht Dir einen Vorwurf. Du hattest um Rat gefragt. Der lautete
(von meiner Seite) "c)", d.h. weder halten noch tauschen.
Nach meinem reinen Bauchgefuehl ist das ganze so lukrativ wie Prokon.

*** ich hatte das so gemeint: Nur, weil der Ölpreis drastisch gefallen ist, sind die noch keine Betrüger.

Aber ansonsten danke, habe verstanden.

--
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Nein, sie sind, bzw. waren zumindest, keine Betrueger ...

CrisisMaven ⌂ @, Montag, 13.07.2015, 18:13 vor 3842 Tagen @ ingobert 2491 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 13.07.2015, 18:46

*** ich hatte das so gemeint: Nur, weil der Ölpreis drastisch gefallen ist, sind die noch keine Betrüger.

Absolut d'accord. Das Ganze war, wie so oft, und gerade das reizvolle an Spekulationen, eine Spekulation auf mindestens stabilen Oelpreis und Hoeffigkeit der Lagerstaetten. Nun moegen die Lagerstaetten tatsaechlich oelhaltig genug sein und man es mit heutigen Techniken "locker" abbauen koennen, aber ob es noch zu den heutigen Preisen kostendeckend wird, bzw. selbst wenn, ob Banken hierzu derzeit weiteres Fremdkapital leihen, falls die nachrangigen bisherigen Darlehen nicht ausreichen, steht m.E. etwas in den Sternen.

Man kann sogar statt Betrueger sagen, es ist eher anstaendig, wenn die nun Aktien anbieten ("bail-in" sozusagen), statt letztlich den Nachrang gnadenlos auszunutzen ("haircut").

Von daher: formal ist das nicht nur nicht zu beanstanden, sondern vermutlich eine (leichte) Verbesserung der vorherigen Rechtsposition, bei sich aber verschlechterndem "Outlook" (sonst wuerden schon vorhandene Aktionaere das nicht so veranstalten, d.h. ihrer "dilution" nicht zustimmen wollen).

Mir ging es daher nur darum: wenn es mein Investment waere, wuerde ich trotz des zumindest nicht schlechterstellenden Angebotes versuchen, die Position glattzustellen, statt auf eine Erholung zu hoffen. Das hat allein damit zu tun (die Gesellschaft kenne ich ja nicht), dass ich annehme, in den naechsten Jahren werden noch viele sog. "marginal producers", also die, deren Grenzkosten deutlich hoeher als der Saudis sind, ueber die Klinge springen.

Um das genauer zu analysieren muesste man z.B. wissen, ob sie zusaetzlich zu den bisherigen Aktionaerseinlagen und den bisherigen nachrangigen Fonds-Beteiligungen nennenswert verzinstes Fremdkapital aufgenommen haben, dessen Zinsen weiterlaufen, ohne dass dem nennenswerter Cash Flow gegenuebersteht, solange die Prospektion, jedenfalls aber die Foerderung, nicht lohnt.

Dann waere -wie bei einer due diligence- zu erheben: gibt es dann, falls die dennoch foerdern koennten und wuerden, bereits die noetigen Umschlagplaetze und Pipelines, in wessen Hand sind sie, was kommen dadurch fuer weitere Kosten drauf, bevor man das dort gefoerderte Oel nach "Brent" oder "WTI" bepreisen koennte.

Und wenn ich dann als Laie all diese Informationen vor meinem geistigen Auge rekapituliere, stelle ich fuer mich persoenlich fest, dass ich nicht in der Lage waere, die noetige (neudeutsch) "Research" zu leisten, bzw. diese woanders sogar verguetet erhielte, ohne dabei ein Investment-Risiko zu tragen.

Das waeren meine Beweggruende, mich so schnell es geht von einer solchen Anlage zu trennen.

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