*** ich hatte das so gemeint: Nur, weil der Ölpreis drastisch gefallen ist, sind die noch keine Betrüger.
Absolut d'accord. Das Ganze war, wie so oft, und gerade das reizvolle an Spekulationen, eine Spekulation auf mindestens stabilen Oelpreis und Hoeffigkeit der Lagerstaetten. Nun moegen die Lagerstaetten tatsaechlich oelhaltig genug sein und man es mit heutigen Techniken "locker" abbauen koennen, aber ob es noch zu den heutigen Preisen kostendeckend wird, bzw. selbst wenn, ob Banken hierzu derzeit weiteres Fremdkapital leihen, falls die nachrangigen bisherigen Darlehen nicht ausreichen, steht m.E. etwas in den Sternen.
Man kann sogar statt Betrueger sagen, es ist eher anstaendig, wenn die nun Aktien anbieten ("bail-in" sozusagen), statt letztlich den Nachrang gnadenlos auszunutzen ("haircut").
Von daher: formal ist das nicht nur nicht zu beanstanden, sondern vermutlich eine (leichte) Verbesserung der vorherigen Rechtsposition, bei sich aber verschlechterndem "Outlook" (sonst wuerden schon vorhandene Aktionaere das nicht so veranstalten, d.h. ihrer "dilution" nicht zustimmen wollen).
Mir ging es daher nur darum: wenn es mein Investment waere, wuerde ich trotz des zumindest nicht schlechterstellenden Angebotes versuchen, die Position glattzustellen, statt auf eine Erholung zu hoffen. Das hat allein damit zu tun (die Gesellschaft kenne ich ja nicht), dass ich annehme, in den naechsten Jahren werden noch viele sog. "marginal producers", also die, deren Grenzkosten deutlich hoeher als der Saudis sind, ueber die Klinge springen.
Um das genauer zu analysieren muesste man z.B. wissen, ob sie zusaetzlich zu den bisherigen Aktionaerseinlagen und den bisherigen nachrangigen Fonds-Beteiligungen nennenswert verzinstes Fremdkapital aufgenommen haben, dessen Zinsen weiterlaufen, ohne dass dem nennenswerter Cash Flow gegenuebersteht, solange die Prospektion, jedenfalls aber die Foerderung, nicht lohnt.
Dann waere -wie bei einer due diligence- zu erheben: gibt es dann, falls die dennoch foerdern koennten und wuerden, bereits die noetigen Umschlagplaetze und Pipelines, in wessen Hand sind sie, was kommen dadurch fuer weitere Kosten drauf, bevor man das dort gefoerderte Oel nach "Brent" oder "WTI" bepreisen koennte.
Und wenn ich dann als Laie all diese Informationen vor meinem geistigen Auge rekapituliere, stelle ich fuer mich persoenlich fest, dass ich nicht in der Lage waere, die noetige (neudeutsch) "Research" zu leisten, bzw. diese woanders sogar verguetet erhielte, ohne dabei ein Investment-Risiko zu tragen.
Das waeren meine Beweggruende, mich so schnell es geht von einer solchen Anlage zu trennen.
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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