"Warum schweigen die Lämmer?" - Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements

Leserzuschrift @, Samstag, 11.07.2015, 13:08 vor 3844 Tagen 6103 Views

Hallo Forum,

ich möchte hier einen m.E. äußerst lohnenswerten Vortrag von Rainer Mausfeld sehr ans Herz legen. Mausfeld beschäftigt sich mit Techniken der Manipulation der Bevölkerung in unseren sogenannten "Demokratien" durch die herrschenden Eliten.

https://www.youtube.com/watch?v=Rx5SZrOsb6M

Anschließende Diskussion:

https://www.youtube.com/watch?v=KNt8HWY0Eto

Youtube-Text dazu:

Vortrag an der Christian Albrechts Universität Kiel, am 22.06.2015:

Warum schweigen die Lämmer? Demokratie, Psychologie und Empörungsmanagement.

Prof. Dr. Rainer Mausfeld

Der Vortrag beschäftigt sich mit einem oftmals als ‚Paradoxon der Demokratie‘ bezeichneten Spannungsverhältnis zwischen Volk und Eliten: Demnach könne es in einer Demokratie beispielsweise passieren, dass, wie Aristoteles bemerkte, „die Armen, weil sie die Mehrheit bilden, das Vermögen der Reichen unter sich teilen.“ Aus Sicht der jeweils herrschenden Eliten sind Demokratien daher mit einem besonderen ‚Stabilitätsproblem‘ behaftet....

Ich bitte um Verständnis, dass ich diesen doch recht dichten Vortrag hier nicht näher zusammenfassen kann. Nur ein besonderer Gruß an @Monterone, von dem ich annehme, dass ihm die durch Mausfeld vorgenommene Demokratie-Dekonstruktion gut gefallen dürfte. Bitte anschauen und an die schlafenden Lämmer weiterleiten. Denn, so Mausfeld wohl zutreffend:

"Nur wenn wir uns entschließen, uns unseres Verstandes zu bedienen, und unsere induzierte moralische Apathie überwinden, und nicht mehr bereit sind, die Illusion der Informiertheit, die Illusion der Demokratie, die Illusion der Freiheit, uns mit diesen Illusionen zufrieden zu geben, haben wir eine Chance, diesen Manipulationstechniken zu entgehen."

Mit besten Grüßen,
Marius

Zwischen Unterricht und Unterhaltung

Monterone @, Samstag, 11.07.2015, 14:16 vor 3844 Tagen @ Leserzuschrift 4303 Views

Warum schweigen die Lämmer? Demokratie, Psychologie und
Empörungsmanagement.

Prof. Dr. Rainer Mausfeld

Obwohl wir Prof. Mausfeld dankbar sein müssen, daß er als einer der wenigen sich endlich kritisch mit dem Thema Demokratie beschäftigt, darf ich anmerken, daß leider auch er mit Haut und Haaren an Angloamerika hängt, was dazu führt, daß sein Vortrag furchtbar zäh und umständlich Fakten ausbreitet, aber nie zum wirklichen Sprengsatz vordringt.

Den findet man nur, wenn man nicht in den USA herumstochert, bei Bernays, Lasswell und Lazarsfeld, sondern im Frankreich des 18. Jahrhunderts.

Bei allem Respekt für Prof. Mausfeld, Marion Sigaut, Louis-Ferdinand Céline, F. Asselineau, Lucien Rebatat, Maurice Bardèche, Vincent Reynouard, Pierre Hillard und Alain Soral sind von der explosiven Substanz her bei weitem schärfer und obendrein lange nicht so zähledern.

Diese Autoren zu lesen oder zu hören ist ein an Unterhaltung grenzendes Vergnügen, wo sich kaum einmal ein Verständnisproblem einstellt. Bei Mausfeld sitzt man in einer quälenden Unterrichtsstunde und wartet auf die Pausenklingel.

Vielleicht bin ich zu kritisch und möglicherweise auch verwöhnt, drum möchte ich ergänzen, daß es eine Wohltat ist, in Prof. Mausefeld einen der wenigen integren und um Wahrheit bemühten Deutschen vor sich zu haben.

Letztlich aber bestätigt das Video fast alles, was ich über die Notwendigkeit schreibe, sich von allem zu lösen, was aus Amerika kommt.

Mausfeld steht einzig und allein auf einem Fundament von US-Quellen. Trotz allen Bemühens um Wahrheit und Redlichkeit wird unter solchen Voraussetzungen nichts wirklich Brauchbares zustandekommen.

Monterone

Alles schön und gut.....

ottoasta @, Samstag, 11.07.2015, 15:09 vor 3844 Tagen @ Leserzuschrift 4074 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 11.07.2015, 16:17

.......nur wird sich durch professorales Geschwätz, von wem auch immer, nichts ändern!

Die Machteliten sitzen fest im Sattel, der satte Bürger denkt nicht daran, hier was zu ändern; solange es ihm gut geht!

Da können sich die Kritiker noch so bemühen! Erst wenn der Bürger (Wähler) merkt, dass er beschissen worden ist, kann eine Änderung eintreten.
Dann allerdings ist es möglich, dass da etliche einen 'Laternenorden' erhalten!

Nur was kommt danach? Da wird eine Lumperei durch die andere abgelöst!

Es sind immer welche da, die dann an die Futtertröge drängen.

Denn dass eine komplette Anarchie (a la Eichelburg) kommt, ist äußerst unwahrscheinlich. Auch seine Monarchie wird niemals mehr kommen!

Ich bin äußerst skeptisch!

Für mich wird das System von heute solange fortgeführt (über Jahrzehnte!), bis wieder einige Generationen vergehen.
Erst dann kann u. U. ein Staatsgebilde kommen, welches dem Menschen Glück bringt.
Kann aber auch in eine strenge Diktatur ausarten!
Da dann rauszukommen, dürfte bei den technischen, medizinischen Möglichkeiten, die der Staat dann hat, fast unmöglich sein.

Es kam selten was Besseres nach!

Otto

--
Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.
Tolstoi

Staatsgebilde, welches dem Menschen Glück bringt...

Brauer @, Samstag, 11.07.2015, 22:23 vor 3843 Tagen @ ottoasta 3360 Views

Hallo Otto,

Da dann rauszukommen, dürfte bei den technischen, medizinischen
Möglichkeiten, die der Staat dann hat, fast unmöglich sein.

Ja, nur wird genau dieser Staat immer mehr (nur) der Lederjacken-Atze sein, der einen im Auftrag anderer verprügelt.
Selbständige Lederjacken-Atzen (also die nur für sich und ihre Erpressten handeln) werden nach und nach von den teuersten Schlägerbanden angeworben, und werden so scheinselbstständig.
Der Staat als Manifestation des Volkswillens ist durch. Und genau betrachtet wird er zu dieser auch erst in der Nachschau, vor einem Horizont der noch größere Organisationsstrukturen erkennen lässt (Maximum: NWO).
Das Problem das ich sehe ist aber hauptsächlich:
Im Zeitalter des Nationalstaats konnte keine wie auch immer geartete Organisation partiell eine andere Organisationsstruktur durchsetzen.
Nichteinmal in der SU, weil da ein Teil Nationalstaatlich war, und der andere Teil schon, wie in der Zukunft, immerhin zur gleichen Schlägerbande gehörte.

Die Machteliten sitzen fest im Sattel, der satte Bürger denkt nicht
daran, hier was zu ändern; solange es ihm gut geht!

Der satte Bürger denkt daran! Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
Aber handeln wird er erst nach der Griechenlandisierung Deutschlands.
Also nachdem der ortsansässiger Oberschläger auch in Armut lebt.
Erst dann wird der Oberdrahtzieher auch verprügelt.

Es sind immer welche da, die dann an die Futtertröge drängen.

So wenig wie im langsam endenden Zeitalter des Nationalstaats Regionen ohne Nationalstaaten existiert haben, so wenig werden im Zeitalter des Globalstaates Regionen ohne Globalstaat existieren. Einsiedler werden evtl. geduldet.
Das klingt zwar bitter, aber man möge mich widerlegen.
Als Höhepunkt des Nationalstaates sehe ich die 50er-70er Jahre des 20. Jahrhunderts, gem. Martin v. Creveld.

Denn dass eine komplette Anarchie (a la Eichelburg) kommt, ist äußerst
unwahrscheinlich. Auch seine Monarchie wird niemals mehr kommen!

Die Anarchie gab es auch früher, bei weit weniger durchdringenden Mitteln der Machtausübung nur zeitweise in Kriegen o.ä.
Zur Monarchie sag ich nichts.

Erst dann kann u. U. ein Staatsgebilde kommen, welches dem Menschen Glück
bringt.

Darauf hofft man seit ebenso vielen vergangenen Generationen vergebens [[sauer]]
Ich muss hier @Zara und (z.B.)@Leisereiter recht geben: Die nötigen Organisationsstrukturen lägen weit unterhalb der Größe heutiger EU, USA usw.
Diese sind aber wirtschaftlichen Gründen weniger effizient und werden vergehen.
Das kann man vielleicht als Sozialdarwinismus sehen, aber Evolution ist Evolution ist...

Zum Gruße
Brauer

Otto

Messerscharf erkannt

politicaleconomy @, Samstag, 11.07.2015, 22:34 vor 3843 Tagen @ Brauer 3248 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 11.07.2015, 22:45

Hallo Brauer,

Ja, nur wird genau dieser Staat immer mehr (nur) der Lederjacken-Atze
sein, der einen im Auftrag anderer verprügelt.

Da wird es ja Zeit, daß der Staat endlich mal (wieder) die Richtigen verprügelt (sollte rein physisch nicht so schwer sein, so viele sind es ja gar nicht)!

Warum US-Quellen meist für den Papierkorb sind

Monterone @, Sonntag, 12.07.2015, 01:53 vor 3843 Tagen @ Monterone 3098 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 12.07.2015, 02:08

Wie einfach es ginge, dem Betrug auf die Schliche zu kommen, vorausgesetzt, man hat noch andere Quellen zur Hand als den üblichen Anglomist!

Marion Sigaut referiert über Voltaire, einen Säulenheiligen der Republik und bekennenden Lügner von geradezu Roosevelt'schen Dimensionen.

Aus dem Publikum wird die Frage gestellt, warum all diese Lügen aufgetischt würden?

M. Sigaut im Video ab 31:40: https://www.youtube.com/watch?t=1905&v=N9Cywk6LPXY

"Um Doxa und Republik durchzubringen. Die Republik der Cocarde, die 1789 an die Macht gekommen ist. Dieses Idol das man Republik nennt, an das ich geglaubt habe, als ich jung war, wurde auf Lügen, Lügen, nichts als Lügen gegründet. Das System hält, weil die Lügen noch geglaubt werden. Aber nach und nach werden die Lügen als Lügen erkannt, und das System wird zusammenbrechen. Den ersten Genozid unserer Geschichte hat die Republik begangen, die Massaker in der Vendé."

34 Sekunden hat das gedauert, zwei der wichtigsten Elemente des demokratischen Systems allgemeinverständlich herauszuarbeiten, Lüge und Völkermord!

Nichts gegen Herrn Professor Mausfeld, dessen Bemühen in jedem Fall Anerkennung, wenn nicht Dankbarkeit verdient, aber ich wollte mit diesem Beispiel mal darstellen, wie schnell, unkompliziert und allgemeinverständlich man zum Kern des Problems vordringen kann, wenn man am richtigen Punkt ansetzt und die passenden Quellen verwendet.

Monterone

Was man ebenfalls in keiner angloamerikanischen Quelle finden wird

Monterone @, Sonntag, 12.07.2015, 13:10 vor 3843 Tagen @ Monterone 2617 Views

Nachdem die Demokraten 1789 an die Macht gekommen waren, brach über Paris eine zuvor nie gesehene Welle der Hausdurchsuchungen herein, (Sigaut).

Das scheint sich bis in unsere Tage gehalten zu haben.

Wir haben es also wieder einmal mit einer Sache zu tun, die von der deutschen Allgemeinheit meist empört als undemokratisch bezeichnet wird, wo es sich in Wahrheit wieder einmal um etwas Volldemokratisches handelt.

Monterone

Der Nutzen von US-Quellen

Leserzuschrift @, Sonntag, 12.07.2015, 14:53 vor 3843 Tagen @ Monterone 2724 Views

Hallo Monterone!

Danke (auch an @ottoasta) für die Antworten. Bezüglich der ausbaufähigen Unterhaltsamkeit des Vortrags bin ich d'accord. Sicher, hier spricht kein spritziger, charismatischer Entertainer, sondern eben ein trockener Akademiker. Allerdings dürfte gerade darin der Vorteil liegen, was die Überzeugungskraft für ein Mainstream-Publikum angeht - der volle und am Ende applaudierende Hörsaal darf als Zeuge gelten. "Professorales Geschwätz" (@ottoasta) wirkt - ob berechtigt oder nicht - auf Akademiker wie Nichtakademiker gleichermaßen nach wie vor zumindest sehr glaubwürdig. Umständlich Fakten auszubreiten, ist dabei sicher kein Malus, solange es sich eben um nachprüfbare Fakten handelt.

Der wichtigere Punkt ist aber, dass angloamerikanische Quellen m.E. nicht für den Papierkorb, sondern im Gegenteil sogar besonders wertvoll sind. In einem heute ökonomisch, politisch, kulturell und intellektuell vollkommen angloamerikanisch ausgerichteten und geprägten Europa ist es neben den alten Griechen doch gerade der angloamerikanische Kronzeuge, der besonders effektiv das Glaubenssystem der westlichen Demokratie dekonstruieren und erschüttern kann. Nichts ist entlarvender, als die demokratischen Völkermörder selbst zu Wort kommen zu lassen.

Ich hatte hier vor einiger Zeit auch diesen mittlerweile recht bekannten Vortrag von Stratfor-Chef Friedman gepostet, in dem dieser freimütig aus dem imperialen Nähkästchen plaudert und u.a. die seit über 100 Jahren währende angelsächsische Strategie mit dem Hauptziel der Vermeidung eines deutsch-russischen Bündnisses klar bekennt. Nur wenige politische Vorträge erreichen eine derart aufklärerische Wirkung; das Video war in aller Munde, Wagenknecht bezog sich sogar im Bundestag auf Friedman.

Wenn ich Bekannte aus meinem Umfeld zum Nachdenken bringen will, nehme ich dazu ausschließlich Quellen, die ihr Glaubenssystem als bekannt und allgemein anerkannt bzw. glaubwürdig akzeptiert - sogar unabhängig davon, ob sie dieses Vertrauen nun im Einzelfall verdienen. Man muss sich innerhalb des bekannten und akzeptierten Kanons der Gläubigen bewegen. Zum Einstieg in das Thema 9/11 z.B. nehme ich für den Normalindoktrinierten meist keine aufwändig produzierten Dokumentationen, sondern einen recht simplen und keineswegs besonders tiefgründigen Vortrag von Daniele Ganser. Warum? Weil er in einem Hörsaal einer anerkannten deutschen Hochschule stattfand, und damit die Bedingungen des westlichen Referenzrahmens erfüllt:

https://www.youtube.com/watch?v=cgkQXJ3mugY

(Ganser ist übrigens ein bisschen unterhaltsamer als Mausfeld, aber das nur nebenbei)

Dir wird ja auch in diesem Forum immer mal wieder entgegengehalten, dass die von dir zitierten Quellen und Autoren kaum bekannt sind, du deren Inhalte aber als bekannt voraussetzt. Und auch das von Marion Sigaut herangezogene Massaker in der Vendée kennt hierzulande (leider) kaum jemand, den Irak-Krieg und seine Lügen kennt jeder. Und so arbeitet auch Mausfeld vermutlich ganz bewusst innerhalb der Grenzen des Bekannten und "kanonisch" Akzeptierten. Recht effektiv, wie ich an vielen anderen Reaktionen ablesen kann.

Aber nochmal vielen Dank für die ja insgesamt trotzdem positiven Reaktionen, auch an @ottoasta.

Mit besten Grüßen,
M

Wahrnehmungsradius erweitern, um den Anglodreck zu erkennen

Monterone @, Sonntag, 12.07.2015, 15:39 vor 3843 Tagen @ Leserzuschrift 2446 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 12.07.2015, 16:30

Lieber Leser,

danke für Deine Zuschrift.

Mit den von Dir vorgenommenen Einschränkungen bin ich selbstverständlich auch dafür, angloamerikanische Quellen heranzuziehen.

Ich erlaube mir halt, bei meinen Beiträgen polemisch zuzuspitzen.

Es ist doch klar, daß man US-Quellen jetzt nicht einfach völlig ignorieren kann.

Wenn Du es so richtig deutsch und staubtrocken haben möchtest, lieber Leser, ich plädiere dafür, angloamerikanische Quellen durch europäische, vor allem französische zu ergänzen, was auf nichts anderes hinausläuft als eine Erweiterung des Recherchenradius'.

Das ist alles!

Sobald das geschehen ist, wird sich die völlige Hohlheit und Verlogenheit der meisten US-Quellen ganz von selbst herausstellen, so daß sie nach und nach in den Papierkorb wandern, weil sie eben von besseren Sachen verdrängt werden.

Diesen evolutionären Prozeß habe ich mir erlaubt, in einer polemischen Verkürzung darzustellen.

Offizielle Verlautbarungen, sei es von Regierungsseite, NGOs oder George Friedman müssen aber immer mit größter Aufmerksamkeit gelesen werden, egal, aus welchem Land sie kommen.

Alles andere wäre Selbstmord.

Wofür ich mich mit allem Nachdruck einsetze, ist, sich endlich innerlich von allem Angloamerikanischen zu lösen, diesen Sch...dreck nicht mehr als Maßstab und Orientierung zu betrachten, und wenn, dann höchstens negativ; d.h. immer das Gegenteil für gut oder schlecht zu finden, was US- und BRD-Propaganda vorbeten.

Monterone

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Wandere aus, solange es noch geht.