Hallo Nico,
wie alle Griechen.
Also so viel Dummheit in diesem Umfang erlebt man aus meiner Sicht nur
sehr selten. Aber Stolz gepaart mit Arroganz und Verblendung bringt so
etwas eben hervor. So etwas stimmt mit meiner bisherigen bescheidenen
Kenntnis zu den Griechen und Griechenland voll überein.
Und du findest dein Urteil über die Griechen nicht zufällig ein wenig
maßlos?
Das wird die Geschichte zeigen, kann ich ganz ruhig abwarten. Ich wundere mich halt nur und suche nach Erklärungen für so unsinniges Verhalten.
V hatte keinen Plan B, er hatte und hat überhaupt keinen Plan, der
darüber hinaus ging, die Gläubiger am Verhandlungstisch über selbigen
Tisch ziehen zu wollen.
Wahrlich eine Lehre von der „Totalität der Schuld“ (PCM). V. zieht
also die Gläubiger über den Tisch, wenn er die Interessen des Volkes
vertritt, von dem er gewählt wurde? Von der Souveränität der Völker
scheinst du nicht all zu viel zu halten, oder?!
Er versucht ihnen etwas abzuringen, was sie ihm nie geben können. Eine Sonderregelung für Griechenland. Wenn er die bekommen würde, wie wollte man es den Portugiesen, Iren, Italienern, Spaniern etc. später verweigern. Es wäre der Anfang vom Ende und da müssen die Gläubiger standhaft bleiben.
Wenn der Kettenbrief einmal gerissen ist, dann ist die Zivilisation wie du sie kennst am Ende.
Als dieser einzige Plan Ende vorletzter Woche gescheitert war, wurde die
völlige Konzeptlosigkeit der griechischen Regierung doch am
zurückliegenden Montag völlig offensichtlich, als die Banken geschlossen
werden mussten.
Wenn ein Volk um seine Selbstbestimmung zu ringen hat, dann sind ein paar
Bankfeiertage ein sicher noch zu vernachlässigender Preis, und der hier
erforderliche Mut wird sicher noch härtere Prüfungen zu bestehen haben.
Du hast keine Ahnung wie Unternehmen funktionieren. Ich weiß genau, was da jetzt los ist. Die können mit 60 Euro pro Tag nicht existieren. Sie müssen kontinuierlich Material einkaufen, sonst steht die Produktion schnell still. Und die Pleite ist dann auch ganz schnell da.
Deine Argumentation klingt für mich wie die der Politiker, welche mir den
Nutzen des Euros damit erklären wollen, dass wir nun im Ausland kein Geld
mehr zu wechseln brauchen.
Völlig falsch. Der Euro ist gerade das Konstrukt um ein weiteres Hochbuchen überhaupt möglich zu machen.
Am gestrigen Tage hatte V dann noch über die Einführung von IOUs (wie in
Kalifornien, wenn die mal wieder keinen Haushalt haben) phantasiert. Leider
kann ich den Artikel nicht mehr finden. Sehr witzig. Sollten angeblich ab
heute starten und er meinte dazu: das hätten sie eigentlich schon letzten
Montag starten sollen.
War und ist nur leider überhaupt nichts vorbereitet. Und gerade die
Griechen können so etwas natürlich nicht so schnell mal auf die Beine
stellen. Denn wenn das nicht fälschungssicher ist, wird's richtig schnell
lustig.
Na ja, dass Banknoten fälschungssicher sein sollten, ist eigentlich eine
Binse. Aber wer fälscht auch schon Banknoten, wenn deren Originale nichts
wert sind? Und genau das willst du uns doch erzählen, oder?
Nein, was ich sagen wollte, dass so eine IOU-Einführung eine Vorbereitung erfordert hätte. Die hätten sie (nur zur Sicherheit) in jedem Fall im Januar starten sollen. Nur um ggf. eine Alternative und einen Plan B zu haben. Jetzt darüber zu reden ist einfach zu spät und völlig sinnlos.
IOUs wären, wenn sie denn kommen würden, nichts anderes als eine neue
Drachme. Die aber, was ich für die Griechen hoffe, nicht als reiner
Staats-Schuldschein eingeführt wird, sondern als richtiges Schuldgeld nach
einer Pleite. Aber auch hier traue ich den Griechen jede Blödheit zu.
Jene Blödheit gar, wie die der Deutschen 1948? Damals gab es bekanntlich
pro Nase 40 DM aller feinstes Staatsgeld. Mehr hatte der Staat wohl gerade
nicht übrig?!
Brauchte er doch auch nicht. Hat doch ganz gut funktioniert.
Geld hat niemals einen 'inneren Wert'. Der Wert des Geldes ergibt sich aus
der Volkswirtschaft, in welcher dieses Geld erst entsteht, weil mit diesem
fakturiert wird. Wenn die VW prosperiert, dann kann das verwendete Geld
nicht wertlos sein. Umgekehrt nützt auch keine Golddeckung oder der
Gleichen etwas, wenn nur auf niedrigem Niveau gewirtschaftet wird. Das
Niveau einer VW gründet aber zunächst nur auf ganz anderen
Voraussetzungen wie Know How, Fleiß, den geltenden Gesetzen und vieles
vieles mehr. Das „Geld“ spiegelt das sich so ergebene Niveau nur
wieder, während du diesem aber eine inhärente Qualität andichtest.
Ja, Schuldgeld hat eine systemische Qualität. Du bist mit deiner inhaltlichen Widerlegung ja damals bereits grandios gescheitert.
Gäbe es in Griechenland nun tatsächlich nur Geld als
„Staats-Schuldschein“(wie von dir befürchtet), würde das halt
bedeuten, dass entweder nicht oder nur staatlich gewirtschaftet wird. Wäre
zwar möglich, bedeutet aber nicht, dass der Staat nur das 'falsche' Geld
herausgegeben hat, und irgendetwas anders wäre, wenn der Staat nur
'besseres' Geld emittieren würde.
Die Diskussion hier zu führen hat wenig Sinn.
Der Nutzen, welchen Griechenland zunächst durch den Euro erzielte bestand
darin, dass dieser ihm einen Netto-Zustrom an Erzeugnissen aus dem Ausland
ermöglichte. Diesen (selbstverständlich) zu Lasten entsprechender
exportierender Nationen, eben gerade deshalb „zulasten“ weil Geld, mit
welchem bezahlt wird (Bezahlen = Schuldnerwechsel), eben keinen inneren
Wert hat.
Diese Aussage ist so unverständlich und sinnfrei, dass ich sie nicht wirklich kommentieren kann. "Bezahlen = Schuldnerwechsel" wäre ein tolles Stichwort für azur.
Ja, auf eben solche entsprechenden spiegelbildlichen Netto-Importe muss
Griechenland verzichten, weil deren hier zugrunde liegende Misere genau auf
diesem Missverhältnis von Im- und Export erst gründet. Würde es
Griechenland also gelingen, Prosperität bei einer ausgeglichenen
Handelsbilanz zu erzielen, dann wäre der einzige Vorteil, welchen ihn der
Euro ermöglichen konnte damit auch egalisiert.
Nein, das griechische Problem waren die Lohn-/Gehalts- und Rentensteigerungen, die nach Einführung des Euros genauso fortgesetzt wurden, wie man das vorher unter der Drachme gewöhnt war. Die haben die Konkurrenzfähigkeit der privaten Wirtschaft, insbesondere im Bereich Tourismus zerstört und dann die Einnahmen der Staatsmafia ruiniert bei gleichzeitiger Zunahme der Ausgaben für staatliche Gehälter und Renten. Das ist das zentrale Problem was in GR noch gelöst werden muss. Natürlich wollen die Beschäftigten im Staatsapparat das nicht.
Dass also Griechenland strukturelle Probleme zu lösen hat, steht wohl
außer Frage.
Wir sind sogar mal einer Meinung.
Der Euro beinhaltet aber keine Lösung,
Nö, für Strukturreformen nun wirklich nicht.
und steht einer
solchen Entwicklung auch nur entgegen – schon weil dieser selbst ein rein
maffiöses (undemokratisches) Konstrukt bedeutet.
Ja, das ist mit allen staatlichen Sachen so. Da ist der Euro nur ein sehr spätes Glied in einer langen, langen Kette. Staatsmafia eben.
Deutschland hat dieser
einen Exportboom bei aber gleichzeitig fallenden Löhnen beschert. Der Euro
hat allen beteiligten Nationen unterm Strich Schaden zugefügt.
Ja, aber es gibt eben niemals ein zurück. Es geht immer nur weiter nach vorn und die Aufschuldung muss zunehmen. Die kann man aber glaubhaft nur noch in immer größeren Einheiten verstecken. Sonst merkt jeder, dass es nicht mehr funktionieren kann. Dafür ist der Euro gar nicht schlecht. Nur die Griechen müssen dafür weiter mitspielen.
Etwas
anderes wäre auch nie zu erwarten gewesen, weil einer Währung keine
eigene Kraft innewohnt, welche Prosperität beflügeln könnte. Ein
Kleidungsstück kann meine Bewegungsfreiheit durchaus einengen, niemals
kann mir ein solches aber Bewegungsfreiheit erst verschaffen.
Jede Währung hat nur den Sinn die Staatsmafia am laufen zu halten. Aber diesen Sinn kann die eine Art von Währung besser und die andere Art schlechter erfüllen. Für mich sieht es so aus, als würdest du die Grundlagen nicht verstehen.
Hier bildet nur deine eigene infantile
„Geldtheorie“
deine Grundlage, anhand derer du den Leser nachhaltig irreführend
berätst. Die eigene Währung bedeutet das wohl wichtigste Attribut der
Souveränität einer Nation.
Ja, solange die Mafia mit dem glaubhaften Verstecken der ständig wachsenden Schulden auf der staatlichen Ebene klar kam, solange konnten die Nationen souverän bleiben. Denk einfach mal drüber nach, warum denn diese Nationen vorher mal entstanden waren. Gerade die Griechen müssen ihre Schulden mit den Deutschen teilen, damit es noch etwas weiter geht. Und die Deutschen sind dazu sogar bereit.
Griechenland scheint diesem Ziel nun ein
Stück näher gekommen zu sein, und ich halte den Griechen die Daumen.
Die sollten mal mehr machen als sich nur die Daumen halten, die sollten anfangen nach zu rechnen und Einnahmen und Ausgaben auf staatlicher Seite ins Lot bringen.
Vielleicht kommt damit Deutschland seiner eigenen Souveränität auch etwas
näher und erhält auch wieder seine eigene Währung. Deutschland könnte
dann eine ausgeglichene Handelsbilanz erzielen, ohne weiter Erzeugnisse
u.A. an Griechenland verschenken zu müssen.
Dauerhafte Exportüberschüsse können nur funktionieren, wenn sie durch "Urlaubsweltmeister" wieder ausgeglichen werden. Wenn GR dafür zu teuer ist, wird es nicht funktionieren.
Wie stehen denn V und T jetzt da.
In Berlin und Brüssel sagen sie zu Recht:
Athen muss Vorschläge machen, wie es weiter gehen soll. Die Griechen
müssen Angebote für Verhandlungen machen. In der EU können alle ganz
ruhig abwarten, die Griechen haben sich freiwillig auf die Schlachtbank
gelegt.
Dass du den von dir als (stets erfolgreiche) „Zeitgewinner“
diagnostizierten Globalisten recht gibst, bedarf eigentlich keines
weiteres Hinweises. Eher könntest du diese Zustimmung vielleicht noch in
deine Signatur einbauen.
Jetzt haben T und V aber noch weniger Möglichkeiten auf die Gläubiger zu
zu gehen. Diese Aussichtslosigkeit hat zu dem Rücktritt geführt. Er und T
stehen völlig nackt und ohne jeden Plan da. Ein Rücktritt mit einer
gesichtswahrenden Begründung ist da der beste Ausweg. Ich denke T wird
noch folgen.
Sollten T und V die Souveränität Griechenlands anstreben, dann bedeutet
dieses eben nichts anderes, als sich all solchen Ansprüchen zu
widersetzen.
Du verstehst nicht im geringsten worum es geht. Die Illusion der Summe aller Schulden und damit jeglicher Ersparnisse und Vermögen so lange aufrecht zu erhalten wir irgendwie möglich.
Wenn diese Illusion einmal geplatzt ist, dann ist die Zivilisation wie du sie kennst am Ende. Nenne mir eine Branche außerhalb von Lebensmitteln und Sicherheits-Dienstleistungen, die nach einem Platzen der Schuldenblase noch Geld verdienen kann. Unsere auf Konsum basierende Überfluss-Gesellschaft ist dann sofort am Ende und die Weltbevölkerung wird sich auf maximal ein paar hundert Millionen reduzieren.
Ich denke, dass ich einen !leider! sehr klaren Blick auf die Fakten habe. Und ehrlich lieber Nico, wenn du mir erklären würdest, wie unsere Zivilisation nach einem Schuldenschnitt weiter existieren kann, dann wäre ich dir sehr sehr dankbar. Bisher hat das im Forum trotz vielfachen Nachfragens noch keiner geschafft. Aber ich habe stets und ständig ein kleines Fünklein Hoffnung in mir, dass da doch noch ein Genie unter uns weilt, was der Menschheit die Rettung ermöglicht. Vielleicht gelingt ja ausgerechnet dir dieses Wunder. So, der Ball liegt in deiner Hälfte.
Grüße
Morpheus
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Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.