Wem nützt die "GR-Krise"?

politicaleconomy @, Sonntag, 05.07.2015, 13:22 vor 3851 Tagen 3420 Views

Nominalökonom H.J. Stadermann zeigt sehr schön, wem:

"Erst, wenn die öffentlichen Haushalte der heutigen Gläubigerländer durch Beistandsleistungen ruiniert und zu Schuldnern des New Yorker Finanzzentrums geworden sind, wird hierzulande der Friede auf den Finanzmärkten zwangsweise wieder einkehren. Vorläufig aber wird es in den Gläubigerländern und damit vor allem in der Bundesrepublik Deutschland keine überraschenden Ereignisse geben. Frau Merkel wird sich vielleicht bis zum Ende ihrer Amtszeit rühmen dürfen, den EURO gerettet zu haben. Die Wirtschaftskraft der EURO-Gläubigerländer wird allerdings den Vereinigten Staaten von Amerika und aufstrebenden Ländern Asiens gegenüber weiter geschwächt. Es sind dann die nach dem Finanzzentrum in New York abfließenden Überschusseinkommen, die im öffentlichen Haushalt der Euroländer fehlen und die Unterfinanzierung öffentlicher Aufgaben verursachen."

Den USA nutzt sowohl ein Grexit als auch weitere GR-"Rettung" gleichermaßen. Der "Job", Europa zu schwächen, war mit dem Hineintricksen von GR in die Eurozone durch Goldman Sachs schon erledigt.

Wall Street hat die europäische Politik und Öffentlichkeit weiter fest im Griff.

"Das Ende der Geschichte ist damit abzusehen. Die Wiederholung eines so erfolgreichen Streichs kann nicht unterbleiben. Sie muss geradezu kommen, sobald die Anpassung an die neuen Umstände gelungen und die Beruhigung nach den noch anhal-tenden Rettungen eingetreten ist. So lange, wie die heutigen Gläubigernationen zu Beistandsleistungen fähig sind, werden Beistand erfordernde Anlässe auftreten." (Stadermann: "Grexit oder Greekzid?")

Die Lösung für die Selbstbehauptung Europas wäre offensichtlich:

1) Modest Proposal (Varoufakis) umsetzen
2) EZB in eine Clearing Union analog der europ. Zahlungsunion umfunktionieren
3) Eurozone zu einer Privatrechtsunion machen (hier könnte D eine Vorreiterrolle einnehmen)
4) Brüssel demokratisieren und Fiskalunion anstreben
5) Eurasische Union

Das wichtigste dafür besteht allerdings nicht nur in einer Besinnung Europas auf seine Geschichte und Grundwerte, sondern im Verständnis des Zusammenhangs von Recht, Kreditwirtschaft und saldenmechanischen Paradoxa.

Nur hier, in den Köpfen, die vom New Yorker Finanzzentrum und den von diesem beauftragten Ideologen (debitisten eingeschlossen) systematisch verdreht und verwirrt wurden, kann das Umsteuern beginnen.

Die Diktatur ist gescheitert - die Lösung ist: Noch mehr Diktatur?

Revoluzzer @, Sonntag, 05.07.2015, 15:13 vor 3851 Tagen @ politicaleconomy 2374 Views

Hi politicaleconomiy,

Die Lösung für die Selbstbehauptung Europas wäre offensichtlich:

1) Modest Proposal (Varoufakis) umsetzen
2) EZB in eine Clearing Union analog der
europ.
Zahlungsunion
umfunktionieren
3) Eurozone zu einer Privatrechtsunion machen (hier könnte D eine
Vorreiterrolle einnehmen)
4) Brüssel demokratisieren und Fiskalunion anstreben
5) Eurasische Union


Für 2, 3, 4 und 5 gäbe es m.E. in fast keinem Land eine Mehrheit in einem Volksentscheid.

Die Diktatur ist gescheitert - die Lösung ist: Noch mehr Diktatur?

Ohje.

Gerade andersherum wird ein Schuh daraus.

Revo.

Aufgewärmtes

KK, Sonntag, 05.07.2015, 18:42 vor 3851 Tagen @ politicaleconomy 1746 Views

Hallo politicaleconomy,

Debitisten können Ihnen die Antwort geben:

Alle für Alle, immer weiter bis zum Ende ohne Ende.

Der Herr Nominalökonom (wat denn dat?) ist ohne Durchblick unterwegs, hat die Tellermitte noch nicht einmal verlassen, geschweige denn einen Blick über den Rand desselben gewagt.

Den USA nutzt sowohl ein Grexit als auch weitere GR-"Rettung" gleichermaßen. Der "Job", Europa zu schwächen, war mit dem Hineintricksen von GR in die Eurozone durch Goldman Sachs schon erledigt.

Wall Street hat die europäische Politik und Öffentlichkeit weiter fest im Griff.

USA oder Wall Street oder beide?

"Das Ende der Geschichte ist damit abzusehen.

Er kennt die Zukunft? Seine, unsere oder eine der vielen möglichen?

Bei Ökonomen ist es meist letzteres.

Die Wiederholung eines so erfolgreichen Streichs kann nicht unterbleiben. >Die muss geradezu kommen, sobald die Anpassung an die neuen Umstände >gelungen und die Beruhigung nach den noch anhal-tenden Rettungen >eingetreten ist. So lange, wie die heutigen Gläubigernationen zu >Beistandsleistungen fähig sind, werden Beistand erfordernde Anlässe >auftreten." (Stadermann: "Grexit oder Greekzid?")

Anlässe auftreten – ja, ... fähig sind – ja – vielleicht fehlt noch ....willens sind?

Die Lösung für die Selbstbehauptung Europas wäre offensichtlich:

Offensichtlich warum und für wen?

1) Modest Proposal (Varoufakis) umsetzen
= Schuldenunion zulasten der schützenswerten Gläubigerländer

2) EZB in eine Clearing Union analog der europ. Zahlungsunion umfunktionieren
=Zwangssystem, das noch nie funktioniert hat

3) Eurozone zu einer Privatrechtsunion machen (hier könnte D eine Vorreiterrolle einnehmen)
= ???

4) Brüssel demokratisieren und Fiskalunion anstreben
= feuchte Träume eines Nicht-Debitisten

5) Eurasische Union
= politische Unmöglichkeit, u.a. weil Putin keine US-Vasallen akzeptiert und sich umorientiert hat.

Wo liege ich falsch?

Das wichtigste dafür besteht allerdings nicht nur in einer Besinnung Europas auf seine Geschichte und Grundwerte, sondern im Verständnis des Zusammenhangs von Recht, Kreditwirtschaft und saldenmechanischen Paradoxa.

Wir im Gelben sind sicher nicht die einzigen, die dies leisten könnten.
Aber selbst hier gibt es seltenst Konsens, seltenst einen gemeinsamen Nenner, selbst nur auf Teilaspekte bezogen (Debitisten ausgenommen).

Nur hier, in den Köpfen, die vom New Yorker Finanzzentrum und den von diesem beauftragten Ideologen (debitisten eingeschlossen) systematisch verdreht und verwirrt wurden, kann das Umsteuern beginnen.

Starker Tobak. Liefern Sie dafür noch Belege nach? (sorry @CM)

Würde mich sehr freuen, von Ihnen einen gangbaren Weg zur Realisierung Ihrer 5 Punkte aufgezeigt zu bekommen.
Vielleicht haben Sie ja Recht und mir fehlt nur der Durchblick?


Freundliche Grüße
KK

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