OT: Der Islamische Staat - Wie das Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen den Koran missbraucht ...
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 03.07.2015, 12:24
[Neuer Teil der "Koranserie"]
"Mahmoud Abdallah vom Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen stellt jedoch klar: 'Der Schwertvers ist kein Aufruf zum Krieg, sondern zur Verteidigung. Er wird vom Islamischen Staat aus seinem Kontext gerissen und missbraucht ...'"
Wir wissen nun: das, was der Papst mit aller Unfehlbarkeitsdokring seit ca. 1870 (davor brauchte er das nicht!) nicht geschafft hat (vgl. "Wir sind Kirche"), in Tuebingen, wo sonst nur katholische Apostaten froehliche Urstaend' feiern, ist die neue Leuchte der koranischen Interpretation auferstanden:
(Web.de) "IS missbraucht Verse und reißt sie aus dem Kontext" (Igitt, Wiekammannur?)
Das ist wieder mal ein typischer Fall: der gute Mann ist entweder Apostat oder er betreibt auf Staatskosten Taqīya, d.h. er verleugnet, solange er noch in Feindeshand ist, die "wahre Religion". (Dozenten an deutschen Universitaeten werden vom deutschen Staat bezahlt, egal, was sie absondern.)
Was sagt uns nun der gute Mann?
Er sagt, dass alle IS-Anhaenger, die fuer den Kaliphatsstaat sind, den Koran nicht verstanden haben.
Wenn er aber islamischer Theologe ist, dann weiss er, dass man die Koran-Verse (nach ueberwiegender Ansicht aller moassgeblichen Koranschulen, schiitisch wie sunnitisch)
A) nicht in der Reihenfolge, in der sie im "Uthmanschen" Korantext aufgefuehrt sind, "lesen" darf (denn dort sind sie nach Laenge absteigend angeordnet - warum auch immer).
B) Sie auch nicht sonst "willkuerlich" gewichten darf, und den Koran auch meist nicht "aus sich heraus" interpretieren kann/darf, da er sonst fuer den normalen Menschen unverstaendlich bleibt. Sondern man muss dazu das in den erst viel spaeter aufgezeichneten Hadithen ueberlieferte Handeln und Reden Mohammeds mit hinzuziehen, denn dieser gilt als "exemplarischer" Lebensstil, d.h. alles, was nicht mit den durch isnad abgesicherten Hadithen in Einklang zu bringen ist, muss ja eine Fehlinterpretation sein - oder haette sich etwa der erste und moralisch unerreichte Moslem "unkoranisch" verhalten? Wuerde man sich als christlicher Theologe dazu versteigen, Jesus eine "unchristliche" Handlung vorzuwerfen, um an einer anderen Bibelstelle als "massgeblicher" festhalten zu wollen?
C) Und man kann nicht ignorieren, dass es -meiner Kenntnis nach- keine "Fatwa" eines massgeblichen koranischen Rechtsgelehrten gibt, die dem ISIS-Treiben Einhalt geboete. Das spricht nicht dafuer, dass alle Koran-Gelehrten die brutale Vorgehensweise billigen (so, wie eine den Rosenkranz betende Mutter nicht billigen mag, dass ihr Sohn sich in ein Heim des Opus Dei zurueckzieht und fortan einen Dornenkranz um die Huefte unter seiner Soutane traegt), aber sie verdammen es auch nicht.
Auch der Herr Abdallah aus Tuebingen haette das ganze Gesuelze ja in eine Fatwa kleiden koennen.
Waere er nun Apostat, dann stuende er vermutlich unter Polizeischutz (oder waere tot oder schweigsam). So aber wird der IS ihn eher fuer einen heimlichen Zuarbeiter im Lande der Unglaeubigen halten, der nicht offen sprechen kann. Ja, ich gehe noch weiter: wuerde er sich im ISIS-besetzten Gebiet aufhalten, wuerde er ganz anders reden, und sei es nur aus blosser Angst, sonst gekreuzigt zu werden.
So brutal ist im Uebrigen das Vorgehen von IS-Milizen auch nicht, wenn sie Hexen (bei lebendigem Leibe) verbrennen oder Maenner kreuzigen und in Schwimmbaedern ertraenken - sie greifen ja Gottes Ratschluss nur vor und diese Qualen sind endlich. Die Vertreter unserer "christlichen" Religionen dagegen halten, auch wenn sie es nur noch selten oeffentlich zugeben, derlei Hoellenqualen im Jenseits den Apostaten fuer ewig angemessen, ohne erneute Moeglichkeit der Rechtfertigung!
Aber zurueck zu den Thesen unseres die Offenbarungsgeschichte ignorierenden koranischen Luther aus Tuebingen:
"Die Kämpfer des IS beanspruchen für sich, die reine Lehre des Islam zu verkörpern. Doch was sie vorbringen, ist häufig nicht mehr als eine verzerrte Interpretation des Korans."
Welche Interpretation, auch eines Agatha-Christie-Romans oder von James Joyce's Ulysses, verzerrt denn nicht? Stets wird eine Textstelle fuer wesentlicher gehalten, als eine andere. Was dabei herauskommt, wenn man es -mangels semantischem Verstaendnis- nicht tut, sieht man schoen an Google Translate oder dem Skype Dolmetscher ("Pas d'probleme = Black Blake").
"Der IS teilt die Welt in Gläubige und Ungläubige. Nur wer seine radikal-religiösen Ansichten übernimmt, bleibt verschont."
Ja, das ist im Kampf so. Spaeter, wenn der Sieg errungen ist, duerfen Unglaeubige, soweit sie "Religionen des Buches" sind, am Leben bleiben und dhimmi-Steuern zahlen. Im Kampf aber werden sie getoetet - oder sie konvertieren eben schnell noch.
Die Frage kann man dann noch darauf erstrecken, ob es den Koran oder Mohammed ueberhaupt gab. Das koennen wir dann auch mit dem historischen Jesus und Moses, Abraham und Buddha und noch ein paar anderen, die sich immer verdaechtig "schon mal frueher" in der Religionsgeschichte wiederfinden, machen. Tatsache ist: eine einmal geschaffene Religion, wie abstrus auch immer ihre Entstehungsgeschichte sein mag (vgl. Mormonen), hat eine Wirkmacht. Und diese stammt aus der Interpretation, die die meisten (oder jedenfalls: die aktivsten) Anhaenger um sich zu scharen vermag. Oder man sagt, die katholische Kirche existierte vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil nicht. "Wie es Euch gefaellt".
"Zur Zeit der Entstehung des Islams sei es Tradition gewesen, Sklaven zu haben, bestätigt Abdallah. Doch das habe die Religion versucht zu ändern: '"Der Islam hat immer gefordert, auf Sklaven zu verzichten. Sklaven sollte es unter den Menschen nicht geben, denn sie sind alle gleichwertig.'" Ja, aber ... er hat es nicht ausgeschlossen. Und wenn -aus Sicht des IS- die "Zeiten wieder so sind wie damals", und das sind sie, dann ... darf man das eben voeruebergehend wieder. Was soll dieses Relativieren???
"'Folter ist im Islam verboten – man darf Menschen und Tiere nicht foltern', erläutert Abdallah. Das ließe sich leicht an einer anderen Überlieferung des Propheten erkennen: 'Eine Frau ist in die Hölle gekommen, weil sie eine Katze nicht gefüttert und solange eingesperrt hat, bis diese verhungerte.' Für Abdallah ist offensichtlich: 'Das fällt eindeutig unter Folter.' Und was schon bei Tieren streng bestraft werde, gelte bei Menschen erst recht."
Dieses als "de maiore ad minus"-Argument daherkommende Argument ist leider noch faelscher als falsch. Das Tier hatte nichts verbrochen und die Frau haette es stattdessen freilassen koennen, Waere es dann dennoch verhungert, dann, und nur dann, waere es Gottes Ratschluss gewesen. Wer wollte den anzweifeln? Sie hat also, ohne Entschuldigungsgruende, in Gottes Werk eingegriffen, und dafuer wurde sie bestraft schon im Dieseits. Haette man die Strafe nicht Gott ganz ueberlassen koennen, so Hoelle und so? Wohl, wohl, aber dann waere die Abschreckungswirkung gegen noch lebende (unglaeubige, nicht hinreichen glaeubige) Katzenquaeler entfallen. Die Folter half also, gottgewollte Ordnung zu festigen. Was sollte daran falsch sein? Also: sich ein solches Religions-Verstaendnis zusammenbasteln kann jeder. Das ist eines Lehrauftrages an einer Deutschen Universitaet nicht wuerdig.
P.S.: Eine etwas andere und differenziertere Lesart eines Studierten hatte @Doomsday hier verlinkt.
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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