OT: Der Islamische Staat - Wie das Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen den Koran missbraucht ...

CrisisMaven ⌂ @, Freitag, 03.07.2015, 11:38 vor 3852 Tagen 5263 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 03.07.2015, 12:24

[Neuer Teil der "Koranserie"]

"Mahmoud Abdallah vom Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen stellt jedoch klar: 'Der Schwertvers ist kein Aufruf zum Krieg, sondern zur Verteidigung. Er wird vom Islamischen Staat aus seinem Kontext gerissen und missbraucht ...'"

Wir wissen nun: das, was der Papst mit aller Unfehlbarkeitsdokring seit ca. 1870 (davor brauchte er das nicht!) nicht geschafft hat (vgl. "Wir sind Kirche"), in Tuebingen, wo sonst nur katholische Apostaten froehliche Urstaend' feiern, ist die neue Leuchte der koranischen Interpretation auferstanden:

(Web.de) "IS missbraucht Verse und reißt sie aus dem Kontext" (Igitt, Wiekammannur?)

Das ist wieder mal ein typischer Fall: der gute Mann ist entweder Apostat oder er betreibt auf Staatskosten Taqīya, d.h. er verleugnet, solange er noch in Feindeshand ist, die "wahre Religion". (Dozenten an deutschen Universitaeten werden vom deutschen Staat bezahlt, egal, was sie absondern.)

Was sagt uns nun der gute Mann?

Er sagt, dass alle IS-Anhaenger, die fuer den Kaliphatsstaat sind, den Koran nicht verstanden haben.

Wenn er aber islamischer Theologe ist, dann weiss er, dass man die Koran-Verse (nach ueberwiegender Ansicht aller moassgeblichen Koranschulen, schiitisch wie sunnitisch)

A) nicht in der Reihenfolge, in der sie im "Uthmanschen" Korantext aufgefuehrt sind, "lesen" darf (denn dort sind sie nach Laenge absteigend angeordnet - warum auch immer).

B) Sie auch nicht sonst "willkuerlich" gewichten darf, und den Koran auch meist nicht "aus sich heraus" interpretieren kann/darf, da er sonst fuer den normalen Menschen unverstaendlich bleibt. Sondern man muss dazu das in den erst viel spaeter aufgezeichneten Hadithen ueberlieferte Handeln und Reden Mohammeds mit hinzuziehen, denn dieser gilt als "exemplarischer" Lebensstil, d.h. alles, was nicht mit den durch isnad abgesicherten Hadithen in Einklang zu bringen ist, muss ja eine Fehlinterpretation sein - oder haette sich etwa der erste und moralisch unerreichte Moslem "unkoranisch" verhalten? Wuerde man sich als christlicher Theologe dazu versteigen, Jesus eine "unchristliche" Handlung vorzuwerfen, um an einer anderen Bibelstelle als "massgeblicher" festhalten zu wollen?

C) Und man kann nicht ignorieren, dass es -meiner Kenntnis nach- keine "Fatwa" eines massgeblichen koranischen Rechtsgelehrten gibt, die dem ISIS-Treiben Einhalt geboete. Das spricht nicht dafuer, dass alle Koran-Gelehrten die brutale Vorgehensweise billigen (so, wie eine den Rosenkranz betende Mutter nicht billigen mag, dass ihr Sohn sich in ein Heim des Opus Dei zurueckzieht und fortan einen Dornenkranz um die Huefte unter seiner Soutane traegt), aber sie verdammen es auch nicht.

Auch der Herr Abdallah aus Tuebingen haette das ganze Gesuelze ja in eine Fatwa kleiden koennen.

Waere er nun Apostat, dann stuende er vermutlich unter Polizeischutz (oder waere tot oder schweigsam). So aber wird der IS ihn eher fuer einen heimlichen Zuarbeiter im Lande der Unglaeubigen halten, der nicht offen sprechen kann. Ja, ich gehe noch weiter: wuerde er sich im ISIS-besetzten Gebiet aufhalten, wuerde er ganz anders reden, und sei es nur aus blosser Angst, sonst gekreuzigt zu werden.

So brutal ist im Uebrigen das Vorgehen von IS-Milizen auch nicht, wenn sie Hexen (bei lebendigem Leibe) verbrennen oder Maenner kreuzigen und in Schwimmbaedern ertraenken - sie greifen ja Gottes Ratschluss nur vor und diese Qualen sind endlich. Die Vertreter unserer "christlichen" Religionen dagegen halten, auch wenn sie es nur noch selten oeffentlich zugeben, derlei Hoellenqualen im Jenseits den Apostaten fuer ewig angemessen, ohne erneute Moeglichkeit der Rechtfertigung!

Aber zurueck zu den Thesen unseres die Offenbarungsgeschichte ignorierenden koranischen Luther aus Tuebingen:

"Die Kämpfer des IS beanspruchen für sich, die reine Lehre des Islam zu verkörpern. Doch was sie vorbringen, ist häufig nicht mehr als eine verzerrte Interpretation des Korans."

Welche Interpretation, auch eines Agatha-Christie-Romans oder von James Joyce's Ulysses, verzerrt denn nicht? Stets wird eine Textstelle fuer wesentlicher gehalten, als eine andere. Was dabei herauskommt, wenn man es -mangels semantischem Verstaendnis- nicht tut, sieht man schoen an Google Translate oder dem Skype Dolmetscher ("Pas d'probleme = Black Blake").

"Der IS teilt die Welt in Gläubige und Ungläubige. Nur wer seine radikal-religiösen Ansichten übernimmt, bleibt verschont."

Ja, das ist im Kampf so. Spaeter, wenn der Sieg errungen ist, duerfen Unglaeubige, soweit sie "Religionen des Buches" sind, am Leben bleiben und dhimmi-Steuern zahlen. Im Kampf aber werden sie getoetet - oder sie konvertieren eben schnell noch.

Die von ISIS, ebenso wie von al-Quaida vorgelebte Koran-Interpretation kommt nicht von ungefaehr, sondern entstammt hochqualifizierten Koranstudien US-amerikanischwer Elite-Universitaeten.

Die Frage kann man dann noch darauf erstrecken, ob es den Koran oder Mohammed ueberhaupt gab. Das koennen wir dann auch mit dem historischen Jesus und Moses, Abraham und Buddha und noch ein paar anderen, die sich immer verdaechtig "schon mal frueher" in der Religionsgeschichte wiederfinden, machen. Tatsache ist: eine einmal geschaffene Religion, wie abstrus auch immer ihre Entstehungsgeschichte sein mag (vgl. Mormonen), hat eine Wirkmacht. Und diese stammt aus der Interpretation, die die meisten (oder jedenfalls: die aktivsten) Anhaenger um sich zu scharen vermag. Oder man sagt, die katholische Kirche existierte vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil nicht. "Wie es Euch gefaellt".

"Zur Zeit der Entstehung des Islams sei es Tradition gewesen, Sklaven zu haben, bestätigt Abdallah. Doch das habe die Religion versucht zu ändern: '"Der Islam hat immer gefordert, auf Sklaven zu verzichten. Sklaven sollte es unter den Menschen nicht geben, denn sie sind alle gleichwertig.'" Ja, aber ... er hat es nicht ausgeschlossen. Und wenn -aus Sicht des IS- die "Zeiten wieder so sind wie damals", und das sind sie, dann ... darf man das eben voeruebergehend wieder. Was soll dieses Relativieren???

"'Folter ist im Islam verboten – man darf Menschen und Tiere nicht foltern', erläutert Abdallah. Das ließe sich leicht an einer anderen Überlieferung des Propheten erkennen: 'Eine Frau ist in die Hölle gekommen, weil sie eine Katze nicht gefüttert und solange eingesperrt hat, bis diese verhungerte.' Für Abdallah ist offensichtlich: 'Das fällt eindeutig unter Folter.' Und was schon bei Tieren streng bestraft werde, gelte bei Menschen erst recht."

Dieses als "de maiore ad minus"-Argument daherkommende Argument ist leider noch faelscher als falsch. Das Tier hatte nichts verbrochen und die Frau haette es stattdessen freilassen koennen, Waere es dann dennoch verhungert, dann, und nur dann, waere es Gottes Ratschluss gewesen. Wer wollte den anzweifeln? Sie hat also, ohne Entschuldigungsgruende, in Gottes Werk eingegriffen, und dafuer wurde sie bestraft schon im Dieseits. Haette man die Strafe nicht Gott ganz ueberlassen koennen, so Hoelle und so? Wohl, wohl, aber dann waere die Abschreckungswirkung gegen noch lebende (unglaeubige, nicht hinreichen glaeubige) Katzenquaeler entfallen. Die Folter half also, gottgewollte Ordnung zu festigen. Was sollte daran falsch sein? Also: sich ein solches Religions-Verstaendnis zusammenbasteln kann jeder. Das ist eines Lehrauftrages an einer Deutschen Universitaet nicht wuerdig.

P.S.: Eine etwas andere und differenziertere Lesart eines Studierten hatte @Doomsday hier verlinkt.

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Islam und Gewalt

Falkenauge @, Freitag, 03.07.2015, 12:18 vor 3852 Tagen @ CrisisMaven 3527 Views

O Tübingen, Universität Hegels, Schellings und Hölderlins, wo bist Du gelandet.

Ein Zusammenhang zwischen Gewalt, Terrorismus und Islam wird von vielen Muslimen nicht bestritten. „So merkt etwa die islamische Theologin Hamideh Mohagheghi an: ´Wiederholt zu sagen, dass dies alles nichts mit dem Islam‘ zu tun habe, führt nicht weit und verkommt zu einer unglaubwürdigen Parole`.“

Um die Widersprüche zwischen friedlichen und zur Gewalt aufrufenden Suren aufzulösen, mussten die islamischen Gelehrten entscheiden, welche Verse im Falle eines Widerspruches zu befolgen seien, und sie beschlossen, dass neuere Offenbarungen die älteren Offenbarungen aufheben. Die Suren stehen, zusätzlich verwirrend, im Koran in dert Tat leider nicht in der zeitlichen Reihenfolge ihrer Offenbarung. Entscheidend ist also nicht die Reihenfolge im Koran, sondern dass in einem konkreten Fall später entstandene die ihnen widersprechenden früheren aufheben, also an ihre Stelle treten.

Sechzig Prozent der Koranverse handeln vom Djihad. Der Djihad wurde zur grundlegenden Triebkraft des Islam. Der Djihad ist die Motivation hinter fast jedem terroristischen Akt, der im Namen des Islam verübt wird. Den Djihad finden wir im Koran als einen zwingenden Befehl an alle Muslime vor. Im Djihad geht es darum, Menschen, die den Islam nicht annehmen, zu unterwerfen oder zu töten. Gewalt ist essenzieller Bestandteil des Islam.

Bitte die Kirche im Dorf lassen

Monterone @, Freitag, 03.07.2015, 13:12 vor 3852 Tagen @ Falkenauge 3435 Views

Im Djihad geht es darum, Menschen, die den Islam nicht annehmen, zu
unterwerfen oder zu töten.

Hallo Falkenauge,

es müßte doch auffallen, daß der Islam erst durch die Globaldominanz USraels ein Problem geworden ist?

Seit den Türkenkriegen und der Belagerung Wiens gab es mit den Moslems keinen nennenswerten Ärger mehr.

Außerdem würde mir noch eine andere Religion einfallen, in der es darum geht, Menschen zu töten, sogar auszurotten, mögen sie sich unterworfen haben oder nicht.

Erst gestern habe ich in Célines *Bagatelles pour un massacre* wieder ein paar brutale Zitate gefunden, die man in der OMF-BRD gar nicht bringen darf, ohne entweder mit Forumsmoderation oder gar Staatsmacht Probleme zu bekommen.

Wer sich für dieses Thema interessiert, die Gewalt-, Massenmord- und Ausrottungsphantasien einer anderen nahöstlichen Religion, sei auf die Bücher Hervé Ryssens verwiesen, dem Demokraten und Hurenjustiz das Leben so weit wie möglich kaputt gemacht haben.

Sogar eingelocht wurde er schon, ich glaube 5-6 Monate, weil er an einer bestimmten Religion und Lobby allzu entschieden Kritik übte.

Monterone

Was in Paris die Spatzen von den Dächern pfeifen

Monterone @, Freitag, 03.07.2015, 13:36 vor 3852 Tagen @ Monterone 3728 Views

[image]

Ein Blick über die Grenzen von Michelland hinaus vertreibt die deutschen Nebelfelder und schafft Klarheit.

Jérôme Bourbon, Chefredakteur der Zeitschrift Rivarol:
*Vom Vatikan bis zur UNO, von Paris bis Berlin regiert der Zionismus mit seinem Tabu als unumschränkter Herrscher.*

Wer vom Zionismus und der Globaldominanz USraels nicht reden will, soll vom gewaltbereiten Islam schweigen.

Quelle: "Du Vatican à l'ONU, de Paris à Berlin, le sionisme règne en maître avec son Tabou." https://twitter.com/herveryssen

Sie ist im Dorf

Falkenauge @, Freitag, 03.07.2015, 14:15 vor 3852 Tagen @ Monterone 3249 Views

es müßte doch auffallen, daß der Islam erst durch die Globaldominanz
USraels ein Problem geworden ist?

Seit den Türkenkriegen und der Belagerung Wiens gab es mit den Moslems
keinen nennenswerten Ärger mehr.


Das hat seinen Grund darin, dass die islamische Welt im Mittelalter stehengeblieben und erst durch den Ölreichtum politisch wieder wach geworden ist.

Außerdem würde mir noch eine andere Religion einfallen, in der es darum
geht, Menschen zu töten, sogar auszurotten, mögen sie sich unterworfen
haben oder nicht.

Du meinst das Christentum, genauer: die Christen. Das stimmt natürlich. Doch im Unterschied zum Islam ist im ursprünglichen Christentum die Gewalt nicht veranlagt, und ihre Anwendung bedeutet einen Abfall von der Lehre und dem Vorbild Christi. Im Islam bedeutet die Gewalt aber keinen Abfall von der reinen Lehre, im Gegenteil ihre volle Anwendung.
Der französische Philosoph Blaise Pascal (1623 - 1662) schrieb dazu: „Mohammed hat eine Herrschaft begründet, indem er mordete, Christus, indem er sich morden ließ. Mohammed hat Mittel und Wege gewählt, um nach menschlicher Auffassung zu siegen, Christus, um nach menschlicher Auffassung zu unterliegen." Zitatnachweis hier.

Die dritte im Bunde war gemeint

Monterone @, Freitag, 03.07.2015, 14:43 vor 3852 Tagen @ Falkenauge 3089 Views

Du meinst das Christentum, genauer: die Christen.

Wird man wie Hervé Ryssen eingesperrt, wenn man das Christentum kritisiert?

Von daher kann diese Religion nicht gemeint sein, sondern eine andere, die dritte aus dem nahöstlichen Bunde.

Was mir alleine durch Louis-Ferdinand Céline an Zitaten geistlicher Autoritäten vorliegt, würde normalerweise als Kriegshetze oder Aufruf zum Völkermord verstanden und entsprechend sanktioniert.

Monterone

danke schön

Kurz_vor_Schluss @, Freitag, 03.07.2015, 12:47 vor 3852 Tagen @ CrisisMaven 3383 Views

Servus CM,
danke für diesen guten Beitrag. [[top]]
Was mir nur noch dazu einfällt: Wir müssten darüber lachen können! Über diesen ganzen Irrsinn dieser kranken Anschauungen von ISIS und Co unseren Spott ausgießen und es einfach lächerlich finden dürfen - das würde vielleicht helfen.
Ansätze fanden sich immerhin bei Herrn Kuhn.
Kuhnen Gruß
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Hihihihi

SFA @, Freitag, 03.07.2015, 16:59 vor 3852 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 2843 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 03.07.2015, 17:27

[..]
Was mir nur noch dazu einfällt: Wir müssten darüber lachen können!
Über diesen ganzen Irrsinn dieser kranken Anschauungen von ISIS und Co
unseren Spott ausgießen und es einfach lächerlich finden dürfen - das
würde vielleicht helfen.

Jip - das hätten wir schon seit 2001 machen sollen - mit jedem Mal, wo wir versuchen, uns vor Auswüchsen zu schützen (gegen manches kann man sich nur mit exorbitant hohen Kosten schützen), und damit auf des anderen Ebene herabsteigen, wurden wir nur angreifbarer - und nach ihrer Interpretation schwächer.

Aber eigtl. wissen wir doch, dass es darum überhaupt nicht geht.

--
“If there is evil in the world, it lies within the heart of mankind”
Knowledge - Communication - Tolerance

Hamed Abdel Samad zum Thema

Reffke @, Freitag, 03.07.2015, 17:25 vor 3852 Tagen @ CrisisMaven 2956 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 03.07.2015, 17:35

Sehr gut, CM!
Zum IS/Islamismus hat Hamed Abdel Samad neulich eine Vorlesung der Giordano-Bruno-Stifung an der TU Hamburg samt Diskussion gehalten (sehr mutig!)
https://youtu.be/zkJGD4bMw8o
Startet mühsam, aber mit etwas Geduld im Verlauf sehr interessant! [[top]]
Sein Buch ist allemal empfehlenswert:

Der-islamische-Faschismus-Eine-Analyse

--
Die Lüge ist wahrer als die Wahrheit, weil die Wahrheit so verlogen ist. André Heller
------------------------------
==> Fundgrube zur Lage: www.paulcraigroberts.org

FAZ wirbt mit innovativer Idee fuer menschenleere Gotteshaeuser ...

CrisisMaven ⌂ @, Donnerstag, 09.07.2015, 10:48 vor 3846 Tagen @ CrisisMaven 2423 Views

Anders kann ich diese Formulierung: "Problematisch ist nicht die Religion, sondern deren Interpretation" nicht interpretieren.

Weil es zum vorigen Thema passt, haenge ich es mal hier ein.

Der obige Satz ist in seiner intellektuellen Stringenz kaum noch von solchen Perlen wie "die Armut kommt von der Powerteh" oder "es geht den Menschen wie den Leuten" usw. zu uebertreffen.

Natuerlich ist es die Interpretation. Sie entscheidet, was aus einer "heiligen Schrift" herausgelesen oder in sie hineininterpretiert wird.

Waere es einfacher, waere Marcel Reich-Ranicki Hungers gestorben, weil keiner seine ... Interpretationen gebraucht haette.

Vordergruendig geht es ja in dem Artikel darum, ob in Indonesien eine "schleichende" Islamisierung eingesetzt habe (notabene: es waren vorher und sind nachher schon 90% mohammedanischen Glaubens dort). Aber man muss stets die Kurve zur gutmenschlichen Aussage, dass die Inquisition ja nichts mit der Bibel zu tun habe (und die Konzentrationslager nichts mit "Mein Kampf"?), kriegen.

Man liest da Bemerkenswertes, immerhin:

"Im Oktober ist der Inselstaat Gastland der Frankfurter Buchmesse. Die Gretchenfrage seit den Erfahrungen mit China lautet: Wie tolerant geht es dort zu?" Haeh? Die Islamisierung Chinas war mir noch gar nicht aufgefallen.

"... Halal-Gesetz, das Ende 2014 verabschiedet wurde und 2017 in Kraft treten soll. ... [dann] ird Indonesien ... schärfere Halal-Gesetze haben als viele arabische Länder. ... Unter anderem sollen Transportcontainer, in denen jemals in der Vergangenheit Fleisch oder Alkohol bewegt wurden, für immer als nicht mehr halal gelten."

Wie der Artikel ausfuehrt, wird dann kaum noch etwas importiert werden koennen, denn Container sind nunmal einestags fuer Porno-Filme, anderentags fuer getrockneten, verpackten Schweinespeck, dann fuer Schnaps, dann wieder fuer ... Bibeln unterwegs. Natuerlich sind Exporte in halal-erklaerten Containern weiterhin moeglich, mit dem Risiko, dass die Betreiber internationaler Logistik-Ketten dann enthauptet werden, wenn sie auf dem Umschlagplatz am Bestimmungsort nach Loeschen der Ladung dorthinein anschliessend Likoer verladen. Aber wer religioese Gefuehle so mit Fuessen tritt ...

"In Westjava wurden von der Provinzregierung Bücher für den schulischen Religionsunterricht verteilt, die den Gründer des Wahhabismus preisen, ... In den Lehrwerken war auch der Satz zu finden, Nichtmuslime seien Ungläubige, die getötet werden müssten."

"Die saudi-arabische Botschaft in Indonesien ist ... nicht davor zurückgescheut, in religionspolitischen Fragen direkt zu intervenieren. ... nachdrücklich darauf gedrängt ..., die zahlenmäßig unbedeutende Ahmadiyya-Sekte in Indonesien für unislamisch erklären zu lassen. ... gilt als Mitauslöser für eine zunehmende, auch gewalttätige, Feindschaft gegenüber Ahmadiyya-Gläubigen und anderen islamischen Abweichlern. Zuletzt wurden 2011 in der Provinz Banten mehrere Ahmadiyya von einem aufgehetzten Mob zu Tode geprügelt." (Hervorhebung CM)

"... das Beispiel Indonesien zeigt, dass das Problem, anders als viele westliche Islamgegner meinen, nicht 'der' Islam ist. ... Problematisch können allerdings sehr wohl bestimmte Interpretationen des Islams sein, und kein Staat verbreitet sein düsteres Verständnis dieser Religion mit größerem Enthusiasmus und größerer Finanzkraft als Saudi-Arabien. Kein Zufall, dass die Terrororganisation IS das saudische Schulcurriculum in den von ihr beherrschten Gebieten fast eins zu eins übernommen hat."

Ich bin auch dafuer, dass man die Quaeker staerken sollte, um gewisse konservative Tendenzen innerhalb der christlichen Religionen zurueckzudraengen. Liegt ja alles nur an der Interpretation. Meint auch das Spaghetti-Monster. Immerhin erweist sich der Spaghetti-Monster-Glaube als Schutzamulett. Oder hat schon jemand gehoert, dass der Islamische Staat einen Nudelfanatiker enthauptet haette? Na also. Der interreligioese Dialog kann fruchtbar sein.

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Handschrift-Fragment des Koran aus der Lebenszeit von Mohammed entdeckt?

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 22.07.2015, 20:52 vor 3833 Tagen @ CrisisMaven 2371 Views

Ohlig und andere vertreten (vgl. auch Noeldeke) ja die These, dass es keine Urfassung des Koran vor Uthman gegeben habe und die Historizitaet Mohammeds zudem fraglich sei (vgl. auch Muhammad Sven Kalisch).

Welt.de titelt nun heute: "Älteste Koranhandschrift der Welt aufgetaucht?"

Nun koennte man sich natuerlich wundern, dass das gerade dann auftaucht, wenn der Gegenwind staerker wird. Bei andern Religionen gab es auch ab und zu Berichte, die zu 'guenstigen Zeiten' auftauchten.

Wie auch immer, es sind auch "nur" ein paar Suren, aber wer weiss:

"... schlummerte das Manuskript lange in der Uni-Bibliothek, bis ein Doktorand darauf aufmerksam wurde ... Koranfragment, das aus nur zwei Seiten besteht. Sie überliefen die Suren 18 bis 20 und stammen aus der Handschriftensammlung des christlichen Orientalisten Alphonse Mingana (1878-1937). ... Die Radiokarbonmethode ist fehleranfällig; mit ihr lässt sich ein Dokument nur näherungsweise datieren. Sie ergab für die Birmingham-Handschrift eine mögliche Entstehungszeit zwischen 568 und 645. Mohammed starb 632. ... Zunächst blieb unklar, ob die Datierung sich nur auf das Pergament bezieht oder auch auf die Tinte. ... Möglicherweise fällt die Birmingham-Handschrift nun genau in [die] fragliche Zeit der Endredaktion."

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ggf. christl. Ursprung?

Dieter, Mittwoch, 22.07.2015, 21:48 vor 3833 Tagen @ CrisisMaven 2126 Views

Hallo CM,

Wenn deutsche Koranforscher z.T. von der These ausgehen, daß der Islam aus einer Richtung des arabischen Christentums entstanden ist (natürlich ohne Mohammed), und es zur Zeit der literarischen Figur Mohammed noch keinen Islam gab, ja sogar die ersten arab. Eroberer Spaniens christl. Araber waren (abgespaltene arab. Richtung) und erst später sich der Islam vor allem als Herrschaftsinstrument herausbildete, dann stellt sich im Zusammenhang mit dem Manuskript, falls es denn wirklich aus dieser Zeit stammt, die Frage nach dem Inhalt der "Suren" inwieweit der Text auch christl. Ursprungs sein kann (abgespalteten arab. Christen-Variante).

Gruß Dieter

Ich halte die Behauptung, es sei der partielle "Urkoran" auch fuer einen Schnellschuss ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 22.07.2015, 22:37 vor 3833 Tagen @ Dieter 2051 Views

erst später sich der Islam vor allem als Herrschaftsinstrument herausbildete, dann stellt sich im Zusammenhang mit dem Manuskript, falls es denn wirklich aus dieser Zeit stammt, die Frage nach dem Inhalt der "Suren" inwieweit der Text auch christl. Ursprungs sein kann (abgespalteten arab. Christen-Variante).

Genau. Ich hatte ja angedeutet, dass mich stutzig macht, dass es ausgerechnet jetzt gefunden wird. Als naechstes noch ein Reisepass, ist man versucht, schnippisch zu entgegnen.

Ich koennte mir gut vorstellen, dass es auch um die Frage geht, wer kriegt den groessten Batzen Forschungsgelder zur Islamforschung.

Forschungsgeld-Einwerbung geht immer haeufiger ueber "Bande", ueber medialen Klamauk, in allen Disziplinen.


Aehnliches hatten wir auch schon immer mal wieder in der Palaeontologie.

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