Sinn erzählt Unsinn
Hallo Olivia!
Wir lesen: 1/3 der Mittel flossen an die Banken - 1/3 der Mittel finanzierten die Fluchtgelder aus Griechenland - 1/3 der Mittel dienten der Finanzierung des griechischen Lebensstandards
Ah ja.
Die faulen Griechen verfrühstückten die EU-Kohle.
Das hört der deutsche Michel gern.
War das wirklich so?
Wann immer Griechenland neues Geld bekam, stand kurz danach die Rückzahlung einer alten Anleihe an. Einer alten Anleihe, die vor allem europäische Banken und Versicherungen gezeichnet hatten.
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Es war erklärtes Ziel der Politik, kein Land in Europa Pleite gehen zu lassen. Und zwar nicht, um der Solvenz der Staaten willen, sondern um die Solvenz der Banken und Versicherungen zu erhalten. Früher war es üblich, dass ein Staat die Pleite verkündet, alle Schulden und Guthaben abwertet und mit einer neuen Währung von vorn beginnt. Seit der stark gestiegenen Vernetzung der Volkswirtschaften, vor allem aber der Finanzwelt, könnte ein solches Vorgehen eine Kettenreaktion internationaler Bankpleiten auslösen.
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Im Falle Griechenlands wären deutsche und französische Banken die ersten gewesen, die Pleite gehen. Sie waren nach griechischen Banken die größten Gläubiger Griechenlands. Um eine Finanzkrise 2.0 zu verhindern, wurde daher der „Rettungsplan" für Griechenland ausgehandelt. Die EU-Länder nehmen Kredite bei Banken auf, Griechenland nimmt Kredite bei den EU-Ländern auf um alte Kredite bei Banken abzuzahlen. Es ist ein Tausch der Schuldner. Die Banken haben Forderungen künftig nicht gegen einen insolventen Staat, sondern gegen Staaten wie Deutschland.
Quelle: http://www.investor-verlag.de/finanzkrise-thema/griechenland-krise/wie-viel-hilfe-bekam...
Hier mal ein Überblick wofür das Geld der Hilfskredite tatsächlich verwendet wurde.
![[image]](http://udo-schiefner.de/wp-content/uploads/2015/02/GRTab2.jpg)
Quelle: http://udo-schiefner.de/2015/02/fragen-antworten-zu-den-hilfsprogrammen-fuer-griechenland/
Wo ist denn da der Lebensstandard, Herr (Un-)Sinn?
Steckt das in der relativ kleinen Position "Staatlicher Mittelbedarf"?
Oder meinten Sie den Lebensstandard einer betuchten Oberschicht, die kaum Steuern zahlte und zahlt und jetzt um ihre Aktiva fürchtet?
Dass die korrupten Vorgänger-Regierungen die Schuldenorgie zu verantworten haben, steht außer Zweifel, aber das Geschwätz über das Referendum und die angeblich „Nichterwachsenen“ kann ich nicht mehr hören.
Wenn irgendjemand nicht erwachsen ist, dann ist es das Bürokratenmonster in Brüssel, der IWF und die ganzen Lakaien der westlichen Finanzoligarchie.
Und wer hat den Griechen den Eintritt in den Euro ermöglicht und wer hat sich in Brüssel und Berlin damals die Augen zugehalten?
Diese Bankschulden – Spielschulden von Irren, die längst in eine Anstalt gesperrt werden müßten - sind nun weitestgehend auf den europäischen Steuerzahler umgelagert worden.
Das ist der wirkliche Skandal über den allerdings kaum jemand spricht.
mfG
nereus