Prof.Sinn: Griechenland Kredite 1/3 Banken, 1/3 f. Fluchtgelder, 1/3 f.Lebensstandard d. Griechen

Olivia @, Freitag, 03.07.2015, 04:33 vor 3851 Tagen 4492 Views

Ich habe gestern nur sehr kurz in eine Diskussion bei den Öffentlichen hineingehört. Anwesend war u.a. Prof. Sinn. Er äußerte sich dazu, WOHIN die Griechenland-Kredite fließen und bezeichnete den gr. Finanzminister Vs. damit indirekt als Lügner. Die Zahlen, die er vorlegte könne man auf der HP des ifo-Instituts nachlesen, dort seien sie dokumentiert. Sie lauten:

1/3 der Mittel flossen an die Banken
1/3 der Mittel finanzierten die Fluchtgelder aus Griechenland
1/3 der Mittel dienten der Finanzierung des griechischen Lebensstandards

Ich habe den Artikel bisher nicht finden können und werde heute telefonisch bei dem Institut nachfragen. Falls jemand anders einen Link zu dem Artikel hat, bitte posten.

Gefunden habe ich jedoch einen Artikel zum Thema "Kapitalverkehrskontrollen JETZT", der zu Beginn dieses Jahres veröffentlicht wurde. Ich begreife seit langem nicht, wieso diese Verkehrskontrollen erst jetzt eingeführt wurden.

Im unteren Bereich der Seite gibt es einen PDF-Link, der kostenlos heruntergeladen werden kann.

http://www.cesifo-group.de/ifoHome/publications/docbase/details.html?docId=19157455

--
For entertainment purposes only.

Kapitalverkehrskontrollen

aliter @, Freitag, 03.07.2015, 07:05 vor 3851 Tagen @ Olivia 3498 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 03.07.2015, 07:20

Wären in der Tat schon lange höchst notwendig gewesen. Es wird irgendwo berichtet (leider kann ich keinen Link dazu angeben), dass die Troika das nicht wolle. Ich halte das für glaubwürdig, denn unter normalen Umständen hätten die Kapitalverkehrskontrollen schon seit langem im Vorderungskatalog der EU an vorderer Stelle stehen müssen, noch vor Rentenkürzungen, denn vermutlich sind die grossen Barvermögen schon vor längerer Zeit transferiert worden.

Das mit den Kapitalverkehrskontrollen ist sehr merkwürdig gelaufen ....

Gaby @, Freitag, 03.07.2015, 08:28 vor 3851 Tagen @ aliter 4001 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 03.07.2015, 14:07

Moin,

das mit den Kapitalverkehrskontrollen ist sehr merkwürdig gelaufen und ich frage mich, wie. Denn: Eigentlich kann eine solche Maßnahme nur geschehen, wenn der betroffene Staat drum "bittet." So stand es überall zu lesen.

Die EU-Institutionen wollten die Kontrollen schon lange, konnten sie aber nicht durchsetzen, weil Tsipras nicht wollte. Dann war es doch so weit. Die griechische Regierung betont aber immer noch: "Wir wollten die Kontrollen nicht, das waren die EU-Institutionen."

Heißt für mich: Da ist massiv Druck auf die griechische Regierung ausgeübt worden. Wahrscheinlich mit der Drohung, den ELA-Stecker komplett zu ziehen und mittels Erhöhung des Abschlags bei der Bewertung der hinterlegten "Sicherheiten" die griechischen Banken sofort und komplett über den Jordan zu schicken, inkl. der noch vorhandenen Sparguthaben.

Anders kann es eigentlich nicht gelaufen sein.

Viele Grüße

Gaby

--
"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

Vergleich zu Zypern

007 @, Zentral im Weltwohlfahrtsstaat, Freitag, 03.07.2015, 09:19 vor 3851 Tagen @ Gaby 3112 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 03.07.2015, 09:34

Denn: Eigentlich kann eine solche Maßnahme nur geschehen, wenn der betroffene Staat drum "bittet." So stand es überall zu lesen.

So ist es aber tatsächlich bei Zypern nicht gewesen.

Dort gab es die Drohung, den ELA-Stecker zu ziehen, wenn keine Kapitalverkehrskontrollen eingeführt würden. Die kamen dann auch sehr schnell.

Varoufakis hat dies selbst vor kurzem auch erwähnt, finde den Artikel aber gerade nicht.

Viele Grüße 007

Edit:

Folgender Artikel belegt dies:

"Zwischen Weigerung und Kapitulation der Zyprer stand nur eine dürre Mitteilung der damals schon von Mario Draghi geführten EZB. Die ELA-Hilfe werde noch für vier Tage genehmigt, könne dann aber nur noch erwogen werden, wenn es ein Abkommen Zyperns mit EU und Internationalem Währungsfonds gebe, das die Solvenz der betroffenen Banken sichere. Die Regierung willigte in die sofortige Schließung der Laiki-Bank ein (deren Reste heute Josef Ackermann verwaltet) und konnte im Gegenzug die Guthaben von Kleinsparern schützen."

und weiter:

"Von "Erpressung" sprach der frühere zyprische Zentralbankchef Athanasios Orphanides. Das damalige deutsche EZB-Ratsmitglied Jörg Asmussen hielt dagegen, "wir haben nicht gedroht, sondern nur auf die Tatsache verwiesen, dass wir Nothilfe nur für solvente Banken bereitstellen können"."

http://www.manager-magazin.de/politik/europa/wie-die-ezb-irland-und-zypern-mit-ela-droh...

Dies ganze Theater ist wahrlich eine griechische Tragödie.

Morpheus ⌂ @, Freitag, 03.07.2015, 12:55 vor 3851 Tagen @ 007 2381 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 03.07.2015, 13:19

Hallo 007,

aus meiner Sicht ist die Lage recht klar.

Anfang des Jahres hatte Griechenland noch recht viele Reserven und hätten sie damals den Schuldendienst sofort eingestellt, hätten sie genau das heutige Chaos vermeiden können. Die Überversorgung resultierte schlicht und einfach aus den vorherigen Rettungsgeldern.

Das Erpressungspotential der EU gegenüber GR war damals relativ gering. Nur haben die Idioten T und V das leider nicht kapiert. Die waren viel zu viel mit Interviews beschäftigt und mit Verhandlungstaktik als mit "Arbeit für die Situation Griechenlands".

Ich glaube ehrlich, die Angebote an die Griechen waren stets und ständig viel zu großzügig. Auch die Griechen müssen verstehen und einsehen, dass der Euro nicht nur positive Aspekte hat, sondern auch gewissen Nebenwirkungen, die zu beachten sind.

Die alten Lohn- und Rentensteigerungen, die man aus Zeiten der Drachme gewöhnt war, hätten mit dem Euro sofort und vollständig enden müssen. Da dies aber nicht passierte, stehen alle vor einem riesigen Scherbenhaufen. In erste Linie natürlich die Griechen selbst.

Es ist traurig, dass das alles so kommen musste. Aber es ist wie es ist und ich denke, das Votum am Sonntag ist vielleicht gar nicht so schlecht.

Es kann der Regierung ja auch helfen, die richtigen Entscheidungen unter Berücksichtigung der Demokratie zu finden.

Denn wer mit Nein stimmt, muss meiner Meinung nach völlig wahnsinnig sein. Denn er müsste annehmen, dass es am Montag irgendwie besser wird, weil es anfängt, Geld zu Regnen. Ich fürchte, T & V wären nicht einmal in der Lage, am Montag nach einem Nein eine Not-Drachme einzuführen, um die Wirtschaft vor den schlimmsten Schäden zu bewahren. Ohne diese Einführung würde es mMn den sofortigen Kollaps geben. Dies ganze Theater ist wahrlich eine griechische Tragödie.

Ich hoffe auf ein JA und eine Rettung, damit das Theater irgendwie weiter gehen kann. Das ist für Europa und die Griechen das Allerbeste. Dann können sich viele Ressourcen wieder auf andere Themen konzentrieren und der Blick wird freier auf die Schuldenkünstler jenseits des Atlantiks, die trotz ständiger staatlicher Aufschuldung nicht mehr aus dem Wirtschaftstief kommen. (Außer via geschönter/gefälschter Zahlen, die aber für die Menschen auf der Straße nichts bringen.)

Grüße
Morpheus

--
-------------------------------------------
Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.

Der griechische Philosoph Nikos Dimou sei hier zitiert.

Todd @, Freitag, 03.07.2015, 13:13 vor 3851 Tagen @ Morpheus 2363 Views

Der griechische Philosoph Nikos Dimou sei hier zitiert, der seine Landsleute bereits vor vier Jahrzehnten wie folgt charakterisierte:

"Der Grieche nimmt die Realität prinzipiell nicht zur Kenntnis.
Er lebt zweifach über seine Verhältnisse.
Er verspricht das Dreifache von dem, was er halten kann.
Er weiß viermal so viel wie das, was er tatsächlich gelernt hat.
Er zeigt seine Gefühle fünfmal stärker, als er sie wirklich empfindet.“

Über das Unglück ein Griesche zu sein.
https://www.youtube.com/watch?v=yFcmsckg9vo

Die Antwort auf deine Frage findest du bei der EU selbst

CalBaer @, Freitag, 03.07.2015, 08:06 vor 3851 Tagen @ Olivia 3509 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 03.07.2015, 08:13

Ich begreife seit langem nicht, wieso diese
Verkehrskontrollen erst jetzt eingeführt wurden.

Free movement of capital

Free movement of capital is at the heart of the Single Market and is one of its 'four freedoms'. It enables integrated, open, competitive and efficient European financial markets and services - which bring many advantages to us all.

For citizens it means the ability to do many operations abroad, such as opening bank accounts, buying shares in non-domestic companies, investing where the best return is, and purchasing real estate. For companies it principally means being able to invest in and own other European companies and take an active part in their management.

Read more:

What are capital movements?
When were capital movements liberalised?
Why were capital movements liberalised?

http://ec.europa.eu/finance/capital/index_en.htm

Wer wuerde dann noch investieren, wenn man sein Geld nur noch rein aber nicht mehr rausbekommt? Wenn die EU so leichtfertig diese Maxime mit den Fuessen traete, dann wuerde jeder Investor einen grossen Bogen um die EU machen - Kapital ist bekanntlich scheu wie ein Reh.

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Oops, sogar in Deutsch

CalBaer @, Freitag, 03.07.2015, 19:00 vor 3851 Tagen @ CalBaer 2087 Views

Der freie Kapitalverkehr

Der freie Kapitalverkehr ist ein Kernelement des Binnenmarkts und zählt zu dessen vier „Grundfreiheiten“. Er ermöglicht europaweit integrierte, offene, wettbewerbsfähige und effiziente Finanzmärkte und Finanzdienstleistungen — was für uns alle viele Vorteile mit sich bringt.

So können die Bürgerinnen und Bürger zahlreiche Geschäfte im Ausland tätigen, beispielsweise ein Bankkonto eröffnen, Aktien ausländischer Unternehmen kaufen, Geld am renditestärksten Markt anlegen oder Immobilien erwerben. Den Unternehmen eröffnet der freie Kapitalverkehr vor allem die Möglichkeit, in andere europäische Unternehmen zu investieren oder zu erwerben und aktiv an ihrem Management mitzuwirken.

Mehr dazu:

Was ist unter Kapitalverkehr zu verstehen?
Wann wurde der Kapitalverkehr liberalisiert?
Warum wurde der Kapitalverkehr liberalisiert?

http://ec.europa.eu/finance/capital/index_de.htm

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Sinn erzählt Unsinn

nereus @, Freitag, 03.07.2015, 09:20 vor 3851 Tagen @ Olivia 3735 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 03.07.2015, 14:03

Hallo Olivia!

Wir lesen: 1/3 der Mittel flossen an die Banken - 1/3 der Mittel finanzierten die Fluchtgelder aus Griechenland - 1/3 der Mittel dienten der Finanzierung des griechischen Lebensstandards

Ah ja.
Die faulen Griechen verfrühstückten die EU-Kohle.
Das hört der deutsche Michel gern.
War das wirklich so?

Wann immer Griechenland neues Geld bekam, stand kurz danach die Rückzahlung einer alten Anleihe an. Einer alten Anleihe, die vor allem europäische Banken und Versicherungen gezeichnet hatten.
..
Es war erklärtes Ziel der Politik, kein Land in Europa Pleite gehen zu lassen. Und zwar nicht, um der Solvenz der Staaten willen, sondern um die Solvenz der Banken und Versicherungen zu erhalten. Früher war es üblich, dass ein Staat die Pleite verkündet, alle Schulden und Guthaben abwertet und mit einer neuen Währung von vorn beginnt. Seit der stark gestiegenen Vernetzung der Volkswirtschaften, vor allem aber der Finanzwelt, könnte ein solches Vorgehen eine Kettenreaktion internationaler Bankpleiten auslösen.
..
Im Falle Griechenlands wären deutsche und französische Banken die ersten gewesen, die Pleite gehen. Sie waren nach griechischen Banken die größten Gläubiger Griechenlands. Um eine Finanzkrise 2.0 zu verhindern, wurde daher der „Rettungsplan" für Griechenland ausgehandelt. Die EU-Länder nehmen Kredite bei Banken auf, Griechenland nimmt Kredite bei den EU-Ländern auf um alte Kredite bei Banken abzuzahlen. Es ist ein Tausch der Schuldner. Die Banken haben Forderungen künftig nicht gegen einen insolventen Staat, sondern gegen Staaten wie Deutschland.

Quelle: http://www.investor-verlag.de/finanzkrise-thema/griechenland-krise/wie-viel-hilfe-bekam...

Hier mal ein Überblick wofür das Geld der Hilfskredite tatsächlich verwendet wurde.

[image]

Quelle: http://udo-schiefner.de/2015/02/fragen-antworten-zu-den-hilfsprogrammen-fuer-griechenland/

Wo ist denn da der Lebensstandard, Herr (Un-)Sinn?
Steckt das in der relativ kleinen Position "Staatlicher Mittelbedarf"?
Oder meinten Sie den Lebensstandard einer betuchten Oberschicht, die kaum Steuern zahlte und zahlt und jetzt um ihre Aktiva fürchtet?

Dass die korrupten Vorgänger-Regierungen die Schuldenorgie zu verantworten haben, steht außer Zweifel, aber das Geschwätz über das Referendum und die angeblich „Nichterwachsenen“ kann ich nicht mehr hören.
Wenn irgendjemand nicht erwachsen ist, dann ist es das Bürokratenmonster in Brüssel, der IWF und die ganzen Lakaien der westlichen Finanzoligarchie.
Und wer hat den Griechen den Eintritt in den Euro ermöglicht und wer hat sich in Brüssel und Berlin damals die Augen zugehalten?

Diese Bankschulden – Spielschulden von Irren, die längst in eine Anstalt gesperrt werden müßten - sind nun weitestgehend auf den europäischen Steuerzahler umgelagert worden.
Das ist der wirkliche Skandal über den allerdings kaum jemand spricht.

mfG
nereus

Bei den deutsch-frz. Rüstungsexporten nach Griechenland

Centao @, Freitag, 03.07.2015, 09:51 vor 3851 Tagen @ nereus 2969 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 03.07.2015, 13:59

in den Boomerexportjahren bis Ende 2014, könnte es für die Bundesregierung und die auch die sicherlich involvierten Kreditversicherer richtig unangenehm werden.

Hallo nereus,

Summen im Milliardenbereich werden benannt.

Die sich aus den vielfältigen und umstrittenen Kreditgeschäften ergebenen Schädigungen des deutschen und französischen Steuerzahlers, bin gespannt, ob dies je geahndet wird.

Viele Grüße,
CenTao

Kein Unsinn - Lüge...?

kieselflink @, Freitag, 03.07.2015, 11:18 vor 3851 Tagen @ nereus 2713 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 03.07.2015, 11:36

Hallo nereus,
ich meine mich zu erinnern, dass Sinn letzten Sonntag bei Jauch zugegen war. Jedenfalls hatte ich ihn beim Zappen auf der Scheibe, als er genau dieses Thema ausweidete und im Nebensatz geradezu mantraartig hinzufügte, dass sein Institut ja zur Wahrheit verpflichtet sei und man diesen Zahlen also trauen könne.

Bin ich froh, dass Du nicht zur Wahrheit verpflichtet bist (unter Eid stehst) und die Griechen oder zumindest macropolis.org ja eh ein anderes Verständnis der Wahrheit pflegen - andernfalls hätte ich den Prof. (Un)Sinn doch glatt der Lüge, also der wissentlichen Falschaussage bezichtigen müssen...

Und wer hat den Griechen den Eintritt in den Euro ermöglicht und wer hat
sich in Brüssel und Berlin damals die Augen zugehalten?

Psssst! Das will niemand wissen. Wirklich!

Es gilt das Recht auf Vergessen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . [[kotz]]

Diese Bankschulden – Spielschulden von Irren, die längst in eine
Anstalt gesperrt werden müßten - sind nun weitestgehend auf den
europäischen Steuerzahler umgelagert worden.
Das ist der wirkliche Skandal über den allerdings kaum jemand spricht.

Wie auch. Man will doch auf dem Sender bleiben dürfen...

--
cheers - kieselflink

Schöner Film hierzu: DEBTOCRACY

FESTAN, Freitag, 03.07.2015, 13:25 vor 3851 Tagen @ nereus 2271 Views

Wurde hier glaube ich noch nicht gepostet:

https://www.youtube.com/watch?v=qKpxPo-lInk

75 Min., kann man auch auf Deutsch ansehen (Einstellungen).

FESTAN

--
„…Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Lebensgewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in demokratischen Gesellschaften. Diejenigen, die diesen unsichtbaren Mechanismus der Gesellschaft manipulieren, bilde

nix (Un-)Sinn!!!

Suchtberater @, Freitag, 03.07.2015, 13:28 vor 3851 Tagen @ nereus 2370 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 20.12.2015, 19:54

Prof. Sinn ist für mich einer der glaubwürdigsten und neutralsten Kommentatoren in der ganzen Sache. Schon vor Jahren sagte er, ähnlich wie auch Dirk Müller, dass wir die ganzen Schulden der Griechen abschreiben sollen....damals haben die Eurokraten alle noch geschrien: Quatsch, die zahlen es zurück!

Sinn ist für mich auch einer der Glaubwürdigsten überhaupt.

Olivia @, Sonntag, 05.07.2015, 19:23 vor 3849 Tagen @ Suchtberater 1663 Views

Prof. Sinn ist für mich einer der glaubwürdigsten und neutralsten
Kommentatoren in der ganzen Sache. Schon vor Jahren sagte er, ähnlich wie
auch Dirk Müller, daß wir die ganzen Schulden der Griechen abschreiben
sollen....damals haben die Eurokraten alle noch geschrieen: quatsch, die
zahlen es zurück!

...................

Ja, ich kam beim Zappen auch zufällig auf Sinn. Gerade als "alle" versuchten, ihn "mundtot" zu machen, indem sie durcheinanderschrien, sodass man seine Aussage kaum hören konnte.

Ich habe seine Informationen seit dem Jahre 2008 verfolgt. Sie waren immer "stimmig" für mich. Eine der wenigen Personen, die die Dinge beim Namen nannte.

--
For entertainment purposes only.

Sinn oder Unsinn

KK, Freitag, 03.07.2015, 14:32 vor 3851 Tagen @ nereus 2402 Views

Hallo nereus,

Wir lesen: 1/3 der Mittel flossen an die Banken - 1/3 der Mittel
finanzierten die Fluchtgelder aus Griechenland - 1/3 der Mittel dienten der
Finanzierung des griechischen Lebensstandards

Der Erbsenzähler Sinn hat schon recht genau gezählt.

Ah ja.
Die faulen Griechen verfrühstückten die EU-Kohle.
Das hört der deutsche Michel gern.
War das wirklich so?

s.o.

Wann immer Griechenland neues Geld bekam, stand kurz danach die
Rückzahlung einer alten Anleihe an. Einer alten Anleihe, die vor allem
europäische Banken und Versicherungen gezeichnet hatten.

Ja.

Es war erklärtes Ziel der Politik, kein Land in Europa Pleite gehen zu
lassen. Und zwar nicht, um der Solvenz der Staaten willen, sondern um die
Solvenz der Banken und Versicherungen zu erhalten. Früher war es üblich,
dass ein Staat die Pleite verkündet, alle Schulden und Guthaben abwertet
und mit einer neuen Währung von vorn beginnt. Seit der stark gestiegenen
Vernetzung der Volkswirtschaften, vor allem aber der Finanzwelt, könnte
ein solches Vorgehen eine Kettenreaktion internationaler Bankpleiten
auslösen.

Ja.

Im Falle Griechenlands wären deutsche und französische Banken die ersten
gewesen, die Pleite gehen. Sie waren nach griechischen Banken die größten
Gläubiger Griechenlands. Um eine Finanzkrise 2.0 zu verhindern, wurde
daher der „Rettungsplan" für Griechenland ausgehandelt. Die EU-Länder
nehmen Kredite bei Banken auf, Griechenland nimmt Kredite bei den
EU-Ländern auf um alte Kredite bei Banken abzuzahlen. Es ist ein Tausch
der Schuldner. Die Banken haben Forderungen künftig nicht gegen einen
insolventen Staat, sondern gegen Staaten wie Deutschland. [/i]

Ja.

Quelle:
http://www.investor-verlag.de/finanzkrise-thema/griechenland-krise/wie-viel-hilfe-bekam...

Hier mal ein Überblick wofür das Geld der Hilfskredite tatsächlich
verwendet wurde.

[image]

Quelle:
http://udo-schiefner.de/2015/02/fragen-antworten-zu-den-hilfsprogrammen-fuer-griechenland/

Wo ist denn da der Lebensstandard Herr (Un-)Sinn?

In dieser Aufstellung fehlen Target2 und ELA, beides Konsum-, bzw Cash-Kreditierung. Die Summen sind nicht unerheblich.

Steckt das in der relativ kleinen Position "Staatlicher Mittelbedarf"?
Oder meinten Sie den Lebensstandard einer betuchten Oberschicht, die kaum
Steuern zahlte und zahlt und jetzt um ihre Aktiva fürchtet.

Das die korrupten Vorgänger-Regierungen die Schuldenorgie zu verantworten
haben, steht außer Zweifel,

Schulden haben fast alle Länder gemacht; ist auch kein Problem, solange private Geldgeber das Hochbuchen akzeptieren und sich über verläßlich fließende Zinszahlungen freuen können.

Zu einer Schuldenorgie wird es erst, wenn dies vom Staat absehbar nicht mehr gewährleistet werden kann.
(In GR war dies absehbar wegen fehlender Machtstrukturen des Staates).
Daß dann die Gläubiger nicht mehr aufschulden wollen und es ggf. keine Nachgläubiger mehr gibt, ist nicht verwunderlich.

Wäre übrigens in D genauso, wenn die jährlichen ca. 200Mrd. nicht mehr hochgebucht werden könnten.

aber das Geschwätz über das Referendum und
die angeblich „Nichterwachsenen“ kann ich nicht mehr hören.
Wenn irgendjemand nicht erwachsen ist, dann ist es das Bürokratenmonster
in Brüssel, der IWF und die ganzen Lakaien der westlichen
Finanzoligarchie.
Und wer hat den Griechen den Eintritt in den Euro ermöglicht und wer hat
sich in Brüssel und Berlin damals die Augen zugehalten?

Ist zu einseitig betrachtet. s.o.

Diese Bankschulden – Spielschulden von Irren, die längst in eine
Anstalt gesperrt werden müßten - sind nun weitestgehend auf den
europäischen Steuerzahler umgelagert worden.
Das ist der wirkliche Skandal über den allerdings kaum jemand spricht.

Den aber alle Euro-Länder mitgetragen haben - einstimmig!
Das Veto nur eines kleinen, sich ungerecht behandelt fühlendes Landes hätte genügt.

GR ist seit Ewigkeit ein Schuldenland ohne Staatsstruktur und hat damit bisher mehr gut als schlecht gelebt und überlebt.
Durch die neuen Gläubiger ist es erpreßbar geworden.
Das ist das Drama, welches mMn nur durch die Rückerlangung der Selbständigkeit aufgelöst werden kann.
Heißt Bankrotterklärung und eigene Währung.

Wenn es dann die Mentalität der Regierung zuläßt, aus begangenen Fehlern zu lernen und einen halbwegs funktionierenden Staat aufzubauen, kann das Ganze nach ein paar wenigen Jahren gut ausgehen.
(Vielleicht sogar für andere länder als Blaupause dienen).

Ich wünsche es nicht nur den Griechen!


Freundliche Grüße
KK

Quelle dazu bei IFO

Reffke @, Freitag, 03.07.2015, 11:55 vor 3851 Tagen @ Olivia 2705 Views

Home > Politikdebatte > Sinn's Corner:

Eurokrise

Sinn, Hans-Werner, "Die griechische Tragödie", ifo Schnelldienst, Sonderausgabe Mai 2015, S. 03-33 (Details | PDF Download)

Englische Version:
Sinn, Hans-Werner, "The Greek Tragedy", CESifo Forum 16 Special Issue 2015 (June), 2015, 5-35, (Details | PDF Download)

http://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/policy/Sinns-Corner.html

Im pdf oben heißt es auf Seite 16:
"So gesehen kann man grob gesprochen davon ausgehen,
dass von den öffentlichen Kreditmitteln, die Griechenland
während der Krise bekommen hat,
ein Drittel der Finanzierung der griechischen Leistungsbilanzdefizite,
ein Drittel der Tilgung von griechischen Auslandsschulden
und ein Drittel der Vermögensanlage von Griechen im Ausland diente."

--
Die Lüge ist wahrer als die Wahrheit, weil die Wahrheit so verlogen ist. André Heller
------------------------------
==> Fundgrube zur Lage: www.paulcraigroberts.org

Kein Wunder, dass die ihm in der Sendung das "Wort" abschneiden wollten.

Olivia @, Sonntag, 05.07.2015, 19:27 vor 3849 Tagen @ Reffke 1742 Views

Im pdf oben heißt es auf Seite 16:
"So gesehen kann man grob gesprochen davon ausgehen,
dass von den öffentlichen Kreditmitteln, die Griechenland
während der Krise bekommen hat,
ein Drittel der Finanzierung der griechischen Leistungsbilanzdefizite,
ein Drittel der Tilgung von griechischen Auslandsschulden
und ein Drittel der Vermögensanlage von Griechen im Ausland diente."

--
For entertainment purposes only.

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.