Griechenland - alles wird in den nächsten Monaten ganz normal weiterlaufen

eddie09 @, Mittwoch, 01.07.2015, 07:46 vor 3853 Tagen 3166 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 01.07.2015, 15:44

Hi,

das ist meine Sicht der Dinge. Das Referendum wird ein ja zu Europa werden, den Griechen geht die Klammer. Das bedeutet, Tsipras tritt zurück und es gibt Neuwahlen. Das Procedere des IWF dauert 3 Monate. Bis dahin laufen tausende von Gipfeln und die ELA steigt dann auf 130 Mrd. Neuwahlen brauchen Zeit.

Es wird nichts passieren,

Aber das GR-Geaschäftsmodell wird Schule machen und die anderen Länder werden sich daran orientieren. Die Erosion beginnt somit.

Es sei denn, Putins Flotte ankert im Hafen Piräus.

Gruß

--
Politik ist so beschaffen, dass faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn darunter ein Korb steht, der sie auffängt.

Tagesschau-Bericht über griechischen Oligarchen, der PV-Branche in GR hat platt machen lassen

Leser68 @, Mittwoch, 01.07.2015, 08:17 vor 3853 Tagen @ eddie09 2864 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 01.07.2015, 15:40

Tourismusbranche auf Kreta
Keine Angst vor der Krise
Stand: 01.07.2015 01:36 Uhr, 5min10s
Von Bernd Niebrügge, ARD Rom, zzT. in Griechenland

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/griechenland-tourismus-101.html

Ab Minute 03:00 wird die Firma Mechatron (aus Kreta, Nachführanlagen für PV-Module) vorgestellt, die pleite ging, weil die griechische Regierung im Jahr 2013, also die Vorgängerregierung vor Tsipras, die Bewilligungen für neue PV-Anlagen stoppte und die Vergütungen für eingespeisten PV-Strom halbierte, auch für bisherige Anlagen.

Ein griechischer Oligarch, der mächtigste auf Kreta, der eine Öltankerflotte besitzt, die die alten staatlichen Ölkraftwerke (nur in Kreta vermutlich) beliefert, war der Grund, weil diesem durch den PV-Boom der Gewinn geschmälert wurde. Allein auf Kreta reduzierte sich der Anteil des durch Öl erzeugten Stroms um ein Drittel.

Gott sei Dank gibt es bei uns in Deutschland keine Oligarchen, hätten die Berichtersteller der ARD noch hinzufügen müssen. Bei uns gibt es nur große EVUs, die alles aber auch wirklich alles in ihrer Macht Stehende tun, um das Gemeinwohl in Deutschland zu verbessern.

Es ist an diesem Beispiel und am deutschen Beispiel schön zu sehen, wie unglaublich wichtig für die EU(-Kommission) die Rettung des Klimas ist. Das geht praktisch bis zur Selbstaufopferung, d.h. bis zur Opferung des letzten Bleistifts, der irgendwo in einem Büro herumliegt.

Geschäftsmodell Griechenland-Rettung

Langmut @, Mittwoch, 01.07.2015, 08:47 vor 3853 Tagen @ eddie09 2338 Views

Hallo in die Runde,

gebe eddie09 insofern recht, dass die beteiligten Verhandlungsseiten länger nach einer "guten" Lösung suchen werden, damit das Geschäftsmodell Griechenlandrettung als win/win-Situation weiter laufen kann.

Ich befürchte nur, dass T. und V. nicht recht und schon gar nicht billig ins vorbereitete Rettungsboot geholt werden können, weil ihnen die Ausstattung noch nicht komfortabel genug ist.

Aber "normal" ist das alles wirklich längst nicht mehr.

"Business as usual" hat seit heute endgültig in der EU ausgedient, finaler Krisenmodus ist angesagt, wobei sich das noch leider ein paar Jährchen für uns alle hinziehen wird.

Bereite mich persönlich mit vorweggenommener Altersarmut gerade offiziell darauf vor.

Gruß
Langmut

nicht den Abend vor dem Tag loben

nereus @, Mittwoch, 01.07.2015, 09:37 vor 3853 Tagen @ eddie09 2285 Views

Hallo eddie09!

Du schreibst: Griechenland - alles wird in den nächsten Monaten ganz normal weiterlaufen

Könnte sein, muß es aber nicht.
Der geostrategische Hintergrund ist viel zu brisant, als das sich alle Beteiligten auf’s Ohr legen.

Das Referendum wird ein ja zu Europa werden, den Griechen geht die Klammer.

Das ist noch nicht so sicher.
Die Griechen haben sicher auch die Nase von der EU und ihrer Troika voll.
Und wer sagt uns nicht, daß sich kurz vor der Abstimmung noch sehr interessante Nachrichten ergeben?
Vielleicht winkt die BRICS-Bank mit einem Kredit ohne Auflagen a la Eiserner Besen.
Allerdings darf man auch die westliche Propaganda nicht unterschätzen.
Immerhin hat die es fertig gebracht einen völlig untergegangen Säufer (Jelzin) in Rußland wieder an die Macht zu bringen.
Möglicherweise werden ein paar schmutzige Jugendsünden des Charismatikers an Land gespült – egal ob wahr oder erfunden.

Das bedeutet Tsipras tritt zurück und es gibt Neuwahlen.

Wenn es pro EU ausgeht, fällt Tsipras bestimmt.
Wenn nicht, dann geht das geopolitische Theater erst richtig los.
Dann allerdings halte ich den Griechen-Premier für eine äußert gefährdete Person.
Sein Techtelmechtel mit Putin gefällt gewissen Kreisen ganz und gar nicht, denn schließlich geht es um South-Stream.
Irgendein „Nazi“ wird sich dann schon für seine Exekution finden lassen.
Möglicherweise putscht gar das Militär.

Das Procedere des iwf dauert 3 Monate. Bis dahin laufen tausende von Gipfeln und die ELA steigt dann auf 130 Mrd. Neuwahlen brauchen Zeit.

Nein, die Zeit läuft gegen das Imperium.
Schon das monatelange Taktieren bedeutet finanzielle Einbußen und Verluste an Ansehen bei der Bevölkerung gegenüber Brüssel.
Auch wenn die Masse die Hintergründe wahrscheinlich nicht durchschaut, glaubt sie finanziell bluten zu müssen und jedes weitere Zugeständnis/Taktieren kostet Zeit und Glaubwürdigkeit für „Mutti“.

Es wird nichts passieren

Wie gesagt, ich wäre da vorsichtig.

Aber das GR Geschäftsmodell wird Schule machen und die anderen Länder werden sich daran orientieren. Die Erosion beginnt somit.

So ist es.
Die Erosion läßt sich kaum noch vermeiden, egal wie das Spiel in Griechenland ausgeht.
Aber wer tritt schon gerne von der Bühne ab.
Solche Abgänge sind kreuzgefährlich.

Hier noch ein sehr interessanter Artikel zu den geopolitischen Hintergründen beim Kampf um Griechenland.

Ostring gegen Balkan Stream: die Schlacht um Griechenland
Quelle: http://vineyardsaker.de/analyse/ostring-gegen-balkan-stream-die-schlacht-um-griechenlan...

Dieser scheint auch die angebliche US-Trojaner Rolle von Alexis Tsipras zu widerlegen.
Ob’s stimmt? Wer weiß? [[zwinker]]

mfG
nereus

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