Warum Landwirte keinen Kunstdünger und keine Spritzmittel brauchen - Teil 1

Leser68 @, Freitag, 26.06.2015, 15:25 vor 3860 Tagen 6458 Views

Das Wissen, das ich hier wiedergeben werde, habe ich mir nicht selber erarbeitet. Ich habe es nur Dank des Internets gesammelt. Es liegt für jedermann, seit mindestens 11 Jahren offen. Wenn man es genau bedenkt sind es sogar schon mindestens 100 Jahre Dank der Arbeit des genialen Forschers Raoul Francé ( http://de.wikipedia.org/wiki/Raoul_Heinrich_Franc%C3%A9 ), der das Edaphon, das Bodenleben, entdeckt hat, Artikel in Fachzeitschriften dazu verfasst hat und wesentlich zur Gründung von Mikroskopvereinen, nach englischem Vorbild, in Deutschland beigetragen hat. Leider wurde ein großer Teil seiner Arbeit zweimal in den Jahren 1919 und 1943 aufgrund des ersten und zweiten Weltkriegs zerstört. Kein Wunder dass er dann 1943 an Leukämie starb.

Im Gymnasium in der 11. Klasse habe ich Biologie abgewählt, weil es mir zu chemisch wurde. Die Sache mit dem Energiekreislauf (ADP und ATP) hat mir da schon gereicht, obwohl ich sehr gerne an einem Chemieleistungskurs teilgenommen hätte, aber es wurde dann doch "nur" Mathematik und Physik.

In den letzten 10 Jahren war ich einige Zeit arbeitslos und habe die Zeit genutzt, um mich selber weiterzubilden, quasi auf Staatskosten - ich betrachtete mich als eine Art sehr schlecht bezahlter Staatsdiener (BGE lässt grüßen). Die Informationen und das Wissen, das ich mir aneignete (in den Bereichen Landwirtschaft, Energie und Medizin) versuchte ich an andere weiterzugeben, aber ob das wirklich gelang, weiß ich nicht.

Es ist wirlich reiner Zufall, dass ich diesen Beitrag jetzt veröffentliche da eine mögliche Übernahme von K+S durch den kanadischen Düngemittelhersteller Potash verkündet wurde.


Fangen wir mal einfach an (ich werde den Beitrag doch in mehrere Teile aufspalten, weil es sonst zu viel Text am Stück gibt) - das was ich hier an Infos und Wissen präsentiere, findet man so zusammengefasst in keinem chemischen, biologischen oder landwirtschaftlichen Handbuch:

Was ist eine Bodenprobe?
Eine Bodenprobe entnehmen Landwirte ihrem Boden, um mit ihrer Analyse dann wissen zu können, was sie an Dünger zu streuen haben.

Die Bodenprobe wird im Rahmen einer Probenahme für eine Bodenuntersuchung einer einheitlichen Fläche entnommen. Üblich ist die Bildung einer Mischprobe von etwa 0,2 kg bis 0,5 kg Boden, die aus etwa 20 Einzelproben gewonnen wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bodenuntersuchung

Diese Bodenprobe wird dann an entsprechende Labors für die genaue Analyse geschickt.

Was wird in den Labors mit den Bodenproben gemacht?

Der Wikipediaartikel schweigt sich dazu aus. In einer alten Wikipedia DVD von 2006 gab es im gleichnamigen Artikel noch wesentlich mehr Infos (wer will kann hier in der Versionsgeschichte des Artikels selber nachschauen):

Bodenuntersuchung
...
Zur Bestimmung des Nährstoffgehaltes gibt es verschiedene Verfahren, die je nach Methode, einen oder mehrere Nährstoffe analysieren können:
Nmin zur Bestimmung des mineralisierten Stickstoffes.
EUF (Elektro-Ultrafiltration) zur Bestimmung von Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalcium (Kalk), Magnesium, Bor, Schwefel und Natrium.
DL (Doppellactat-Auszug) zur Bestimmung von Phosphor und Kalium.
CAL (Calcium-Acetat-Lactat-Auszug) zur Bestimmung von Phosphor und Kalium.
CAT (Calciumchlorid/DPTA-Auszug) zur Bestimmung von Magnesium, Natrium, Kupfer, Mangan, Zink und Bor.
Heißwasserauszug zur Bestimmung von Bor und Molybdän.
pH-Wert (Boden-pH) als indirekte Methode zur Abschätzung des Kalkzustandes (pH-Wert).

Das entscheidende sind diese Auszüge. Es handelt sich jeweils um Behandlungen mit Säuren. Damit werden aber nur, jetzt kommt der entscheidende Begriff, die pflanzenverfügbaren bzw. gelösten Anteile an Mineralien bestimmt.
Mit einer Bodenprobe wird nicht bestimmt wieviel Elemente wie Phosphor,Stickstoff, Kalium etc. insgesamt im Boden enthalten ist (also mit einer Angabe von soundsoviel Milligramm Phosphor pro Kilogramm Erdboden). Die Menge an reinen Elementen insgesamt in einer Bodenprobe nennt man Totalgehalt bzw. Gesamtgehalt.

Der Wikipedia-Artikel zu Calcium-Acetat-Lactat-Auszug:

Der Calcium-Acetat-Lactat-Auszug (kurz CAL-Auszug) ist ein Verfahren zur Extraktion von pflanzenverfügbarem Phosphor und Kalium aus Bodenproben. Im Extrakt kann dann die Konzentration dieser Pflanzennährstoffe bestimmt werden. (...) Als Extraktionsmittel wird eine auf pH 3,7 bis 4,1 gepufferte Lösung aus Calciumlactat, Calciumacetat, Essigsäure und Wasser benutzt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Calcium-Acetat-Lactat-Auszug

Nur wenn man also diesen Begriff kennt, hat man bei Wikipedia die Verbindung zu Bodenproben.

Zu den Eigenschaften von Calciumlactat, Calciumacetat und Essigsäure:

Calciumlactat: Calciumlactat ist das Calcium-Salz der Milchsäure. Calciumlactat gilt allgemein als unbedenklich, lediglich für Allergiker wird eine Bedenklichkeit genannt.
Calciumacetat: Calciumacetat (E 263) ist eine chemische Verbindung mit der chemischen Formel Ca(H3CCOO)2. Es ist ein Calcium-Salz der Essigsäure. Es ist ein weißer Feststoff, mit leichtem Geruch nach Essigsäure und stark herbem Geschmack. Ist reizend.
Essigsäure: pKs-Wert 4,76, https://de.wikipedia.org/wiki/Essigs%C3%A4ure

Eigentlich wollte ich hier noch etwas zum Begriff Säurestärke schreiben, aber leider liegen meine Chemie-Kenntnisse ziemlich lange zurück so dass ich einiges an Zeit investieren müsste, um hier kurz, prägnant und vor allem richtig dazu etwas zu schreiben.
Auch Wikipedia ist da keine Hilfe, weil es dort zwar den Begriff Säurestärke bzw. Säurekonstante gibt, aber die dazugehörige Einheit pKs ist zum einen nur teilweise bei den Eigenschaftsangaben von Säuren in den jeweiligen Wikipedia-Artikeln dabei und zum anderen sagt dieser Wert letztlich auch nichts aus. Ameisensäure hat z.B. den gleichen pKs-Wert wie Flusssäure obwohl die letztere wohl die stärkste von allen ist (s. weiter unten).

Die verwendeten Säuren bei der normalen "Bodenuntersuchung" sind dennoch viel zu schwach, z.B. für die Auflösung von Triphosphat-Verbindungen, was eine sehr häufige Form und sehr stabile Form des Phosphats im Boden ist.
Ich werde in einem der nächsten Teile einen Vortrag verlinken, den ich hier im Gelben schon mindestens einmal verlinkt habe, in dem die bekannte Bodenforscherin Dr. Elaine Ingham u.a. auf diese zu schwachen Säuren hinweist. Oder es war in einer Google-Newsgroup wo sie das erwähnt hat.

Dazu ein Bericht des geologischen Dienstes des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2002:

Abschlussbericht
Vergleich von Methoden zur Bestimmung der Gesamtgehalte von Haupt- und Spurenelementen in Böden
Finanziell unterstützt durch das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) des Landes Nordrhein-Westfalen
Bericht abgegeben an das MUNLV am 31.08.2002; im Auftrag des Ministers für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen

Bearbeitung:
Dr. agr. Volker Hornburg
Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen - Landesbetrieb
...
In der bodenkundlichen Praxis stellt sich vermehrt die Frage nach der Vergleichbarkeit von Daten. Dies insbesondere dort, wo Daten aus verschiedenen Quellen gesam- melt und ausgewertet werden. Dabei könnte die Transformation unterschiedlicher Daten auf eine Bezugsebene helfen Informationen zu verdichten, statistische Sicherheiten zu verbessern und analytische Kosten durch Nutzung mehrerer Datenquellen zu senken. Bei der Untersuchung von Spuren- und Hauptelementen in Locker- und Festgesteinen werden je nach Untersuchungsziel verschiedene Total- und Teilaufschlussverfahren eingesetzt. Letztere erfassen, wie der Name schon sagt, lediglich Anteile der Totalkonzentration eines Elementes. Insgesamt werden diese Gehalte häufig als Gesamtgehalt, Gesamtkonzentration oder Gesamtfraktion bezeichnet, was insbesondere für den Bereich der Teilaufschlussverfahren gilt.
...
Im Bereich der Geowissenschaften ist die Ermittlung echter Totalgehalte das übliche Verfahren, da nur auf dieser Basis einwandfreie Bilanzierungen durchgeführt werden können. Dazu wird vor allem die Röntgenfluoreszenzspektroskopie mit Schmelzaufschluss oder Preßling oder nasschemische (Druck)-Aufschlussverfahren mit Flusssäure bzw. -gemischen und AAS- und ICP-Spektroskopie angewendet.
...
Im Bereich der Umwelt muss aufgrund vorhandener Regelwerke zur Bestimmung von Elementgesamtgehalten in Böden der Königswasser-(KW)extrakt (DIN 38414 Teil 7) verwendet werden; obwohl die Methode nur für wenige Elemente den Totalgehalt anzeigt und nicht direkt den pflanzenverfügbaren und verlagerbaren Elementgehalt wiedergibt.
...
Auch im Entwurf des untergesetzlichen Regelwerkes zum Bundes-Boden-Schutzge- setz (BBodSchG, 1998) basieren die dort angegebenen Vorsorgewerte auf Königswasser-extrahierbaren Elementgehalten. Darüber hinaus wird der Königswasserextrakt im Bereich der Waldbodenanalytik verwendet. Nach der Bundesarbeitsanleitung zur Bodenzustandserhebung im Wald (BZE, 1994) werden Humusproben vorzugsweise nach diesem Verfahren untersucht. Bei Dauerbeobachtungsflächen unter Forst hingegen, erfolgt die Bestimmung des Stoffbestandes in Mineralböden wieder auf Basis echter Totalaufschlussverfahren.

http://www.gd.nrw.de/zip/a_pjb02.pdf

Zusammenfassend kann man also sagen, dass nur echte Totalaufschlussverfahren, wie etwa mit Hilfe der Flusssäure (stärker als Königswasser = Aqua regia, das u.a. auch Gold auflöst!), wirklich Aufschluss geben über die gesamte Menge an reinen Elementen im Boden.

Was nützt die Kenntnis des Totalgehalts,…

Leserzuschrift @, Freitag, 26.06.2015, 15:48 vor 3860 Tagen @ Leser68 4487 Views

Was nützt die Kenntnis des Totalgehalts, wenn aufgrund der Zusammensetzung (zum Beispiel der Eisengehalt) und/oder des pH-Werts des Bodens (zum Beispiel Kalkstein) die Pflanze nicht in der Lage ist, zum Beispiel das Phosphat zu mobilisieren, also verfügbar zu machen?

Viele Grüße
Dirk

Die Lösung folgt in Kürze im nächsten oder übernächsten Beitrag

Leser68 @, Freitag, 26.06.2015, 16:33 vor 3860 Tagen @ Leserzuschrift 4226 Views

Kurzer Hinweis schon mal vorab zum Suchen: Lithobionten.

Dieser Begriff ist übrigens auch schon etwa 100 Jahre alt.

Lithobionten? Gab es schon im Forum... ;-)

Hochtaunus @, Samstag, 27.06.2015, 06:20 vor 3860 Tagen @ Leser68 3876 Views

CrisisMaven schrieb mal darüber in einem anderen Zusammenhang.

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=342066

Was Landwirtschaft angeht bin ich zwar kein Experte, aber ich glaube kaum, dass man z.B. den für die aktuell angestrebten Ernteerträge notwendigen Stickstoff den Pflanzen auf anderem Weg als durch Düngung bereitstellen kann. Bin also gespannt auf Deine Lösung.

Und veröffentliche die nicht hier - lass uns besser ein Unternehmen gründen. Und wir werden reich![zwinker]]

Nichts einfacher als das!

Dragonfly @, Samstag, 27.06.2015, 09:28 vor 3859 Tagen @ Hochtaunus 3676 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 27.06.2015, 13:17

Und veröffentliche die nicht hier - lass uns besser ein Unternehmen
gründen. Und wir werden reich![zwinker]]

Die Pflanzen bekommen den Stickstoff aus mit ihnen in Symbiose zusammenlebenden Mikroorganismen:

http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/06/06H025/t2.pdf
http://publications.rwth-aachen.de/record/50014/files/Saeglitz_Nico.pdf

Jetzt klonierst Du die Gene aus den Mikroorganismen (Pilze, Bakterien) einfach in die Pflanze...

http://www.google.com/patents/DE60130866T2?cl=de

Cool! :-)

Hochtaunus @, Samstag, 27.06.2015, 10:06 vor 3859 Tagen @ Dragonfly 3548 Views

Ich wußte gar nicht, dass das alles so einfach ist. Dann brechen ja schwere Zeiten für die Düngemittelhersteller an. Werde ich eben reich mit K+S short! [[freude]]

Das geht viel einfacher

Leser68 @, Samstag, 27.06.2015, 11:51 vor 3859 Tagen @ Dragonfly 3652 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 27.06.2015, 11:57


Die Pflanzen bekommen den Stickstoff aus mit Ihnen in Symbiose
zusammenlebenden Mikroorganismen:

Sehr richtig. Der wissenschaftliche Begriff dafür ist Stickstofffixierung, englisch Biological Nitrogen Fixation (=BNF). Dazu findet man tausende von Seiten an Studien und Dokumenten im Netz.


Jetzt klonierst Du die Gene aus den Mikroorganismen (Pilze, Bakterien)
einfach in die Pflanze...

Wieso glaubt der Mensch immer noch er wäre schlauer als die Natur? Die grüne Gentechnik ist ein absoluter Fehlschlag (s. Selbstmorde indischer Bauern, Super-Unkräuter => inzwischen Einsatz von Agent-Orange-Bestandteilen in Spritzmitteln, immer höher steigende Grenzwerte an Glyphosat in Soja und anderem Tierfutter etc.).

Hier ein paar Beispiele für Bakterien-Pflanzen-Symbiosen, die schon entdeckt wurden und die funktionieren:


Assoziationen stickstoffbindender Bakterien mit tropischen Gramineen
http://web.archive.org/web/20080505220316/http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d...

Aus dem Kopf weiß ich noch drei Bakterienarten, die zusammen mit anderen Nutzpflanzen eingesetzt werden können:

Bradyrhizobium japonicum (für Soja), Azorhizobium caulinodans (für Raps), Gluconobacter diazotrophicus (für Zuckerrohr).
Eine der Pionierinnen für diese Symbiosen war die Forscherin Johanna Döbereiner.

Brasilien: Der Ernährer der Welt
4. Mai 2006
Es begann auf dieser satten Wiese, die leuchtet wie ein blank polierter Granny Smith. Wenn die pralle Sonne die dicken Wolken durchbricht, schließt man schnell die Augen – der Grünstich blendet zu sehr.

Johanna Döbereiner hat der Grünstich die Augen geöffnet. Die deutsch-tschechische Agrarforscherin, damals Mitte 40, stand in den siebziger Jahren im wuchernden Gras vor den Toren Rio de Janeiros, als ihr ein »Wow!« entfuhr. Und eine Prophezeiung: »In diesem satten Grün liegt Brasiliens Zukunft.« Johanna Döbereiner sollte mit dieser Eingebung zur Prophetin eines beispiellosen Agrarbooms in Brasilien werden.
...
Tatsächlich wurde die Wissenschaftlerin bald fündig: Bradyrhizobium japonicum nennt sich ein Bakterium, das sie durch Hornbrille und Mikroskop hindurch in einem der leuchtend grünen Blätter entdeckte. Ein Bakterium, mit dem sich das Blattgrün gierig den Stickstoff aus der Luft holt. Und wächst und wächst und wächst.

Die Forscherin brachte die Bakterien mit Sojasamen zusammen und konnte so dieselben Erträge wie bisher erzielen – ohne ein Gramm Dünger zu benutzen. Ein phänomenaler Erfolg: Sie wurde für den Nobelpreis für Chemie nominiert. Bundespräsident von Weizsäcker verlieh ihr 1984 das Verdienstkreuz Ersten Ranges. Nur in Brasilien blieb ihr Werk lange unbeachtet.
http://www.zeit.de/2006/19/Brasilien-Ernhrer

In unseren heutigen Äckern in Mitteleuropa, die praktisch kaum noch Leben enthalten, müssen Leguminosen vor der Aussat mit einer entsprechenden Bakterienkultur geimpft werden, d.h. in eine solche Mischung getaucht werden, damit sich da überhaupt Knöllchen (mit Knöllchenbakterien) für die Stickstofferzeugung bilden.

Stickstoffeintrag

CalBaer @, Samstag, 27.06.2015, 22:07 vor 3859 Tagen @ Leser68 3370 Views

Ein Bakterium,
mit dem sich das Blattgrün gierig den Stickstoff aus der Luft holt.

Ich bin kein Landwirt oder Fachman, aber ich denke, dass sich das Thema ueberscheindet mit folgendem Problem: Wir entnehmen unseren Boeden permanent den Stickstoff (als auch andere Elemente) und fuehren ihn nicht zurueck.

Die Loesung waere, den Stickstoff einfach wieder zurueckzufuehren. In dieser Beziehung scheint die Wissenschaft noch im Mittelalter, weil man Duengen mit menschlichem Mist fuer Teufelszeug haelt. Das ist es aber nicht, zumindest wenn man es richtig macht. Der Schluessel liegt in thermophiler Kompostierung (das erledigt die Natur bei den richtigen Grundbedingungen von selbst). Ich hatte hier schon auf dieses Buch hingwiesen, zur Vollstaendigkeit hier nochmal der Link: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=357093

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

@Leser68

Dragonfly @, Samstag, 27.06.2015, 12:17 vor 3859 Tagen @ Leser68 3455 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 27.06.2015, 13:13

Das ist alles schon patentiert:

Ich will mich mit Dir nicht streiten, aber was Du immer mit Deinem wilden Halbwissen hier im Forum rumpostest, das geht auf keine Kuhhaut. Aber solange wir uns gesittet auseinandersetzen koennen, sei es drum.

Aktienanlagetipp für langfristige Anleger im Bereich
Landwirtschaft

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=224498
Und noch als Ergänzung: Patente kann man verlängern, wenn mich nicht
alles täuscht.

Ein Patent hatte ich selbst gepostet. Da man nichts davon hoert, scheint es keinen entscheidenden Durchbruch gegeben zu haben. Ja, Patente kann man verlaengern. Aber auch das nur begrenzt. Die beiden Patente, auf die in dem von die verlinkten Beitrag verwiesen wird, sind ausgelaufen oder duerften die Tage auslaufen.

Die Frage, die sich mir uebrigens stellt: Wenn das wirklich so eine geniale Idee ist, dann ist es statistisch unwahrscheinlich, dass ein solcher interspecies Gentransfer (Mikroorganismen -> Pflanzen) bisher noch nicht in der Natur stattgefunden hat. Ich wuerde die Erfolgsaussichten eher begrenzt sehen. Was immer der natuerwissenschaftliche Grund dafuer ist.

Konzerne wollen kein Geld verdienen?

Leser68 @, Samstag, 27.06.2015, 14:54 vor 3859 Tagen @ Dragonfly 3416 Views

Ich will mich mit Dir nicht streiten, aber was Du immer mit Deinem wilden Halbwissen hier im Forum rumpostest, das geht auf keine Kuhhaut.

Das Problem ist, dass Du wie auch viele andere irgendwie nicht strategisch genug denken. Vielleicht sollte ich noch mehr Erklärungen oder Analysen in meine Postings reinschreiben? Vielleicht jeweils noch geostrategische? Ich habe ja sonst nichts zu tun, oder?
Ist dieses Problem typisch, weil man von Zeitungen den ganzen Meinungsbrei immer schön vorgekaut erhält?


Ein Patent hatte ich selbst gepostet. Da man nichts davon hoert, scheint
es keinen entscheidenden Durchbruch gegeben zu haben. Ja, Patente kann man
verlaengern. Aber auch das nur begrenzt. Die beiden Patente, auf die in dem
von die verlinkten Beitrag verwiesen wird, sind ausgelaufen oder duerften
die Tage auslaufen.

Was für einen Sinn hätte es zu dem Zeitpunkt, Ende der 80er Jahre, für die beiden Konzerne machen sollen, ein solches Patent zu beantragen, wenn doch damals schon die gesamte Landwirtschaft auf Kunstdünger gesetzt hat und sie tut es ja wie ich schon angemerkt habe (ca. 90-95% der Landwirte eines Landkreises arbeiten konventionell) immer noch, selbst in Russland?
Das mit dem Patent auf die Bakterien macht nur Sinn, wenn diese in großem Umfang eingesetzt werden. Und? Hast Du von einem solchen massenhaften Einsatz schon mal etwas gehört?
Der kommt erst dann, wenn der Kunstdünger nicht mehr bezahlbar ist, was nicht mehr allzu lange dauert, oder die Mehrheit endlich begriffen hat, dass die biologische Landwirtschaft der wesentlich bessere, weil u.a. kostengünstigere Weg ist.
Aber bis dahin wird vermutlich noch viel Wasser den Rhein hinunterfliessen.


Die Frage, die sich mir uebrigens stellt: Wenn das wirklich so eine
geniale Idee ist, dann ist es statistisch unwahrscheinlich, dass ein
solcher interspecies Gentransfer (Mikroorganismen -> Pflanzen) bisher noch
nicht in der Natur stattgefunden hat.

Die Evolution hat zwar u.a. den Menschen hervorgebracht, aber das hat länger als zehn Jahre gedauert. Der Mensch glaubt wirklich er ist die Krönung der Schöpfung. Hat inzwischen so ziemlich in großem Umfang das Gespür für die Natur verloren. Wirklich die Natur beobachten und verstehen tun nur noch wirklich wenige Menschen wie z.B. Sepp Holzer. Und der wird z.T. heute noch als Spinner angesehen.

Ich wuerde die Erfolgsaussichten eher
begrenzt sehen.

Welche Erfolgsaussichten meinst Du?

Konzerne

Dragonfly @, Samstag, 27.06.2015, 15:24 vor 3859 Tagen @ Leser68 3367 Views

Das Problem ist, dass Du wie auch viele andere irgendwie nicht strategisch
genug denken.

Ok.

Vielleicht sollte ich noch mehr Erklärungen oder
Analysen in meine Postings reinschreiben?

Gerne. Ich bitte darum.

Was für einen Sinn hätte es zu dem Zeitpunkt, Ende der 80er Jahre, für
die beiden Konzerne machen sollen, ein solches Patent zu beantragen, wenn
doch damals schon die gesamte Landwirtschaft auf Kunstdünger gesetzt hat
und sie tut es ja wie ich schon angemerkt habe (ca. 90-95% der Landwirte
eines Landkreises arbeiten konventionell) immer noch, selbst in Russland?

Weil Konzern A nicht Konzern B ist und Konzern A in einem voellig anderen Geschaeftsfeld?

Das mit dem Patent auf die Bakterien macht nur Sinn, wenn diese in großem
Umfang eingesetzt werden.

Natuerlich. Wobei 90% der Patente Verlustbringer sind.

Und? Hast Du von einem solchen massenhaften Einsatz schon mal etwas gehört?

Nein.

Der kommt erst dann, wenn der Kunstdünger nicht mehr bezahlbar ist,

Damit kenne ich mich zufaellig sehr sehr gut aus (weniger mit K+S, dafuer mit Nitraten). Kunstduenger wird erst problematisch, wenn das Oel ausgeht. Phosphate sind ein anderes Thema.

nicht mehr allzu lange dauert, oder die Mehrheit endlich begriffen hat,
dass die biologische Landwirtschaft der wesentlich bessere, weil u.a.
kostengünstigere Weg ist.

Der Satz macht keinen Sinn, ohne weitere Informationen (z.B. kein Oel mehr).

Gespür für die Natur verloren. Wirklich die Natur beobachten und
verstehen tun nur noch wirklich wenige Menschen wie z.B. Sepp Holzer. Und
der wird z.T. heute noch als Spinner angesehen.

Ich glaube weniger an "Gefuehl", als an harte Fakten (Naturwissenschaft)

Ich wuerde die Erfolgsaussichten eher
begrenzt sehen.

Welche Erfolgsaussichten meinst Du?

Die Erfolgreiche klonierung von Stickstoffixierenden Genen (nur 2 F, oder) in Pflanzen, die eine Nitratduenung nicht mehr notwendig machen.

Man braucht eben keine Gentechnik

Leser68 @, Montag, 29.06.2015, 16:02 vor 3857 Tagen @ Dragonfly 3191 Views


Weil Konzern A nicht Konzern B ist und Konzern A in einem voellig anderen
Geschaeftsfeld?

Noch einmal: Die Konzerne Esso (Erdölkonzern) und Agrium (einer der größten wenn nicht der größte Düngemittelhersteller/-verkäufer Nordamerikas) hatten einige Millionen Dollar in Patente zu Bakterien investiert. Warum? Aus lauter Jux? Beiden haben und hatten nichts mit Bakterien zu tun, außer vielleicht auf Umwegen (z.B. für die Reinigung von ölverseuchten Gewässern).

Das mit dem Patent auf die Bakterien macht nur Sinn, wenn diese in

großem

Umfang eingesetzt werden.

Natuerlich. Wobei 90% der Patente Verlustbringer sind.

Diese eigentlich auch, was aber schon vor Patentbeantragung absehbar war. Die Entdeckung von Frau Döbereiner war schon in den 60ern und die Patente wurden erst Ende der 80er beantragt.

Damit kenne ich mich zufaellig sehr sehr gut aus (weniger mit K+S, dafuer
mit Nitraten). Kunstduenger wird erst problematisch, wenn das Oel ausgeht.

Weißt Du es nicht besser oder willst Du mich testen?

Phosphate sind ein anderes Thema.

Dass Phosphor eben kein Thema ist, versuche ich gerade zu erklären.

Gespür für die Natur verloren. Wirklich die Natur beobachten und
verstehen tun nur noch wirklich wenige Menschen wie z.B. Sepp Holzer.

Und

der wird z.T. heute noch als Spinner angesehen.

Ich glaube weniger an "Gefuehl", als an harte Fakten (Naturwissenschaft)

Ich werde noch zeigen wie wichtig Natur"beobachtung" für den Erfolg der chemiefreien Landwirtschaft ist.

Ich wuerde die Erfolgsaussichten eher
begrenzt sehen.

Welche Erfolgsaussichten meinst Du?


Die Erfolgreiche klonierung von Stickstoffixierenden Genen (nur 2 F, oder)
in Pflanzen, die eine Nitratduenung nicht mehr notwendig machen.

Es benötigt eben keine Gentechnik, um das Pflanzenwachstum zu fördern. Ich hatte doch auf eine Tabelle der biologischen Fakultät der Uni Hamburg verlinkt, in dem zahlreiche Bakterien (wissenschaftlicher Name: diazotrophe Bakterien) aufgelistet sind, die mit verschiedenen Pflanzen eine Symbiose eingehen.

Hm

Domac @, Samstag, 27.06.2015, 13:24 vor 3859 Tagen @ Leser68 3401 Views

Kurzer Hinweis schon mal vorab zum Suchen: Lithobionten.

Dieser Begriff ist übrigens auch schon etwa 100 Jahre alt.

Das mag sein. Ich bin gespannt :-)

GrüßeD

Hast du dein Wissen jemals praktisch umgesetzt?

Mephistopheles @, Datschiburg, Freitag, 26.06.2015, 16:06 vor 3860 Tagen @ Leser68 4327 Views

Das Wissen, das ich hier wiedergeben werde, habe ich mir nicht selber
erarbeitet. Ich habe es nur Dank des Internets gesammelt. Es liegt für
jedermann, seit mindestens 11 Jahren offen. Wenn man es genau bedenkt sind
es sogar schon mindestens 100 Jahre Dank der Arbeit des genialen Forschers
Raoul Francé ( http://de.wikipedia.org/wiki/Raoul_Heinrich_Franc%C3%A9 ),
der das Edaphon, das Bodenleben, entdeckt hat, Artikel in Fachzeitschriften
dazu verfasst hat und wesentlich zur Gründung von Mikroskopvereinen, nach
englischem Vorbild, in Deutschland beigetragen hat.

Oder kommen die Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung noch in späteren Artikeln?

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Ich nicht, aber entsprechende Fachleute wie z.B. Dr. Ingham, Friedrich Wenz, Josef Braun,

Leser68 @, Freitag, 26.06.2015, 16:38 vor 3860 Tagen @ Mephistopheles 4311 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 26.06.2015, 17:02

das Rodale-Institut in den USA, alle möglichen Biobauern mehr oder weniger unbewusst etc.

Hier ist noch mal das Video, das ich schon verlinkt habe, in dem alles erklärt wird, wo aber auch mindestens eins, ich glaube sogar zwei Beispiele für die sehr erfolgreiche praktische Umsetzung des Wissens über den Boden und das Bodenleben:

The Roots of Your Profits – Dr Elaine Ingham, Soil Microbiologist, Founder of Soil Foodweb Inc
https://www.youtube.com/watch?v=x2H60ritjag

Ich werde das in den nächsten Beiträgen ausführlich erklären.

Bin ich ein sehr dummer Bauer, weil ich immer die größten Kartoffeln habe?

Oberbayer @, Freitag, 26.06.2015, 17:07 vor 3860 Tagen @ Leser68 4591 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 26.06.2015, 17:14

Als aktiver, intensiv Gartenbau betreibender Landwirt, habe ich durchaus Verständnis für derlei Naivität. Die "Grünen" leben das ja tagtäglich vor.
Als 100%iger Gegner von Pestiziden und Insektiziden, gebe ich Dir in dieser Beziehung recht.

Der Raubbau der Menschen am Boden bedingt jedoch den Einsatz von Kunstdüngern, Kalk und Mikronährstoffen. Als ich das Licht der Welt erblickte, war Landwirtschaft Kreislaufwirtschaft. Der Misthaufen lag irgendwo auf dem Bauernhof, das Plumpsklo mit Herzchen wurde 2 mal im Jahr geleert und der Inhalt landete nicht in den Vorflutern, sondern auch auf dem Misthaufen. Im Frühjahr wurde das alles in anstrengender Handarbeit auf den Feldern ausgestreut. Und durch Einhaltung von Fruchtfolgen ergab sich eine stetige Verbesserung der Bodengare. Da waren Landwirte aber noch "Volllandwirte" mit Tier+Pflanze...

Die "modernen" Landwirte hingegen kann man mit unseren Politikern vergleichen. Null Ahnung. Riesengroße Klappe. Geldgeil und umweltfeindlich, weil monokulturell wirtschaftend. Riesentraktor mit noch größerer Toxe hintendran...

Nimm mal eine Biogasanlage. Das ist das Ende bäuerlichen Wirtschaftens und der Anfang des Endes der Menschheit. Purer "grüner" Idiotismus. Und nun lässt Du noch die Kunstdünger, Kalk und Mikronährstoffe weg. Beim ersten Sturm über trockenem Boden fliegt der letzte Humus davon. Zurück bleibt Wüste.
Das kannst du mit den Sanktionen der Politiker gegen Russland vergleichen. Diese Vollpfosten stecken ja auch hinter den Subventionen für Biogasstrom.

Beiträge, wie der Deine, machen mich traurig.
Ich werde das weiter verfolgen, vielleicht kriegst Du ja noch die Kurve.
Leser68, ich vermute, Du lebst in einer Stadt. Weit weg von der Realität auf dem Dorf.

Mir ist bewusst, dass man auf Anhieb + Edit

Leser68 @, Freitag, 26.06.2015, 17:58 vor 3860 Tagen @ Oberbayer 4404 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 26.06.2015, 18:06

nicht alle überzeugen kann - im letzten Landkreis, wo ich gewohnt habe, lag der Anteil der konventionell arbeitenden Bauern bei ca. 90-95 %.
Ich kann Dir nur empfehlen, das verlinkte Video des Vortrages von Dr. Elaine Ingham komplett und genau anzuschauen. Falls Du kein Englisch kannst, lass es Dir von jemandem erklären.
Wenn Du das gemacht hättest, hättest Du es nicht nötig, mir Beleidigungen an den Kopf zu werfen, sondern würdest ernsthaft diskutieren wollen. Schade.
Vielleicht wird's ja noch was.

EDIT:
Mit unbehandeltem Mist (zer)stört man das Bodenleben. Aber das wusstest Du sicher, oder?

Zahnbürste+Zahnpasta? Oder Seife? Oder Deo?

Oberbayer @, Freitag, 26.06.2015, 20:16 vor 3860 Tagen @ Leser68 4290 Views

EDIT:
Mit unbehandeltem Mist (zer)stört man das Bodenleben. Aber das wusstest
Du sicher, oder?

Womit würdest Du, wenn Du denn solchen hättest, Deinen Mist behandeln? Würde mich wirklich interessieren?
In meinem Leben habe ich ca. 350.000 Tonnen Schweinemist, 25.000 Tonnen Hühnergülle+Kiefernrinde u.a.m. kompostieren, und auf Feldern ausbringen lassen.

Beispiel:
Hoffentlich sind sich die afrikanischen Elefanten dessen bewusst, dass ihr Schiss das Bodenleben (zer)stört. Mann, ich kann vor Lachen nicht mehr.

Ansonsten gilt auch in der Landwirtschaft die alte Regel (Zitat):
„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“
https://de.wikiquote.org/wiki/Paracelsus

An welcher Stelle ich Dich beleidigt habe, erschließt sich mir nicht. Wenn Du das so fühlst--->war nicht meine Absicht.
Streit in der Sache--->aber ja. [[smile]] Da denke ich gleich an Sylvia.[[hüpf]]

Afrikanische Steppe ungleich konventionelle Agrarwüste

Leser68 @, Freitag, 26.06.2015, 21:13 vor 3860 Tagen @ Oberbayer 4173 Views


Beispiel:
Hoffentlich sind sich die afrikanischen Elefanten dessen bewusst, dass ihr
Schiss das Bodenleben (zer)stört. Mann, ich kann vor Lachen nicht mehr.

Der Vorteil der afrikanischen Steppe ist, dass da keine Hirnis meinen mit Kunstdünger und chemischen Mitteln sich schlauer als die Natur zu verhalten. Deswegen gibt es da jede Menge Bodenleben + Käfer, die diese Hinterlassenschaften schnell naturgerecht zerlegen und aufarbeiten.
In Mitteleuropa bzw. im Grunde ganz Europa sind normale Äcker weitgehend von Leben befreit. Das kann man immer wieder feststellen, wenn man sich mal einen "normalen" Acker aus der Nähe anschaut. Ich sage nur: Verschlämmung.
Regenwürmer sind was für's Museum, oder?

Mir ist bewusst, dass man Dank der vielen technischen Errungenschaften in der Landwirtschaft keine Zeit mehr hat, sich um die Grundlagen zu kümmern, obwohl selbst Agraringenieure viel Zeit mit dem Auswendiglernen von Bakterienarten verbringen und noch viel mehr Zeit mit der ganzen Chemiescheiße, die sie gerne jedes Jahr neu kaufen.

Das Dumme bei den großen Kartoffeln ist

Mephistopheles @, Datschiburg, Freitag, 26.06.2015, 18:04 vor 3860 Tagen @ Oberbayer 4677 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 26.06.2015, 18:27

sie haben keinen Geschmack.
Darum kaufe ich lieber eiergroße Kartoffeln, auch wenn ich da für 1,5 kg genau so viel bezahle wie für 5 kg von den großen.

Ich lebe auf dem Lande, in einer Siedlung, aber umgeben von Feldern.
Aber ich habe hier noch keine Kuh gesehen und auch kein Schwein, allenfalls mal ein paar Hühner.
Aber Hahn habe ich noch keinen krähen hören am Morgen.
Angebaut wird in Fruchtfolge Mais oder Raps. Was anderes habe ich noch nicht entdeckt.
Auch Bauern habe ich noch keinen gesehen, aber diese Trecker in Panzergröße düsen hier auch rum.

Ich frag mich nur, wo die Lebensmittel im örtlichen Supermarkt alle herkommen, weil angebaut wird hier nichts davon.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Biogasanlagen

Domac @, Samstag, 27.06.2015, 13:38 vor 3859 Tagen @ Oberbayer 3506 Views

Die Problematik in der Landwirtschaft in Westeuropa ist seit jeher, dass der Mittelstand das Sagen hat und dass dem Mittelstand das Land gehört.

Wie kann man das ändern?

Indem man den Mittelstand in Harakiri-Projekte lockt, die niemals Gewinne erwirtschaften (Übermechanisierung, Biogasanlagen,...).
Später kann das Land und der Betrieb günstig eingesammelt werden.
Und schon hat BigMoney den Fuß in der Tür und der Bauer ist Knecht auf seinem ehemaligen Hof.


GrüßeD

Das mit dem Mittelstand das war einmal

Leser68 @, Samstag, 27.06.2015, 14:38 vor 3859 Tagen @ Domac 3797 Views

31.12.2014
Die neue Lust auf Ackergold
Niedrige Zinsen, Eurokrise, Inflationsangst - immer mehr Reiche investieren in Äcker und Weideland. Sie befeuern so den Strukturwandel der Landwirtschaft.
von Elisabeth Schönert, €uro Magazin
"Seit der Finanzkrise ist das Interesse an Real Assets wie forst- und landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland bei hochvermögenden Unternehmerfamilien stark gestiegen", sagt Markus Küppers, Vorstand der Deutschen Oppenheim Family Office AG. "Unsere Mandanten trauen der angeb­lichen Ruhe der Finanzmärkte nicht vollständig, sie suchen nach Katastrophenschutz, falls die großen geldpolitischen Experimente unserer Zeit doch nicht zum Ziel führen, ebenso wie nach Alternativen zu den niedrigen Zinsen.

http://www.finanzen.net/nachricht/private-finanzen/Neue-Landlust-Die-neue-Lust-auf-Acke...

Kauf von Ackerland durch Investoren: Union und SPD wollen „land grabbing“ bremsen
Donnerstag, 14.11.2013
Branchenfremde Investoren kaufen immer mehr Land in Deutschland, um es an Bauern zu verpachten – für aberwitzige Summen. Besonders in Ostdeutschland klagen die Landwirte über immense Kosten.

http://www.focus.de/politik/deutschland/kauf-von-ackerland-durch-investoren-union-und-s...

Landgrabbing in Deutschland Kaufen Spekulanten den Osten auf?
12.08.2013, Von Harald Schumann
Konzerne, Kapitalanleger und der westdeutsche Geldadel kaufen sich im großen Stil in die ostdeutsche Landwirtschaft ein und verdrängen die eingesessenen Betriebe. Die Politik fördert das Geschäft mit Milliardensubventionen.

http://www.tagesspiegel.de/politik/landgrabbing-in-deutschland-kaufen-spekulanten-den-o...


Vermutlich ist auch die Lufthansa immer noch der größte Bezieher von Agrarsubventionen in Deutschland, nicht wegen des Besitzes oder der Pacht von Agrarflächen, sondern weil das irgendwie mit dem Catering zusammenhängt, wenn ich mich richtig an Informationen aus einer Doku zu dem Thema erinnere.

Wie die Fugger

Mephistopheles @, Datschiburg, Samstag, 27.06.2015, 15:58 vor 3859 Tagen @ Leser68 3523 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 27.06.2015, 16:09

31.12.2014
Die neue Lust auf Ackergold
Niedrige Zinsen, Eurokrise, Inflationsangst - immer mehr Reiche
investieren in Äcker und Weideland. Sie befeuern so den Strukturwandel der
Landwirtschaft.
von Elisabeth Schönert, €uro Magazin
"Seit der Finanzkrise ist das Interesse an Real Assets wie forst- und
landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland bei hochvermögenden
Unternehmerfamilien stark gestiegen", sagt Markus Küppers, Vorstand der
Deutschen Oppenheim Family Office AG. "Unsere Mandanten trauen der
angeb­lichen Ruhe der Finanzmärkte nicht vollständig, sie suchen nach
Katastrophenschutz, falls die großen geldpolitischen Experimente unserer
Zeit doch nicht zum Ziel führen, ebenso wie nach Alternativen zu den
niedrigen Zinsen.

http://www.finanzen.net/nachricht/private-finanzen/Neue-Landlust-Die-neue-Lust-auf-Acke...

Die haben auch sukzessive ihre Geldmittel in Landbesitz umgewandelt, und da sitzen sie noch heute.
Seit dem spielen sie im Geschäftsleben keine Rolle mehr, aber der Landbesitz ist ihnen erhalten geblieben.
(Sie waren ja so weitschauend, ihre Ländereine im Westen zu erwerben und nicht im Osten. [[top]]
https://de.wikipedia.org/wiki/Fugger_von_der_Lilie

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Biogasanlagen sind eigentlich mein Fachgebiet.

Dragonfly @, Samstag, 27.06.2015, 14:51 vor 3859 Tagen @ Domac 3486 Views

Oder zumindest recht nahe dran. Leider habe ich davon ueberhaupt keine Ahnung, bzw. niemals was mit zu tun gehabt. Erzaehle doch mal mehr.

Indem man den Mittelstand in Harakiri-Projekte lockt, die niemals Gewinne
erwirtschaften (Übermechanisierung, Biogasanlagen,...).

Ist das so? Ich will mehr hoeren.

Mehr

Domac @, Sonntag, 28.06.2015, 07:21 vor 3858 Tagen @ Dragonfly 3354 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 28.06.2015, 12:13

Oder zumindest recht nahe dran. Leider habe ich davon ueberhaupt keine
Ahnung, bzw. niemals was mit zu tun gehabt. Erzaehle doch mal mehr.

Indem man den Mittelstand in Harakiri-Projekte lockt, die niemals

Gewinne

erwirtschaften (Übermechanisierung, Biogasanlagen,...).


Ist das so? Ich will mehr hoeren.

Servus,

zuerst einmal die Frage: Wie kommen Landwirte auf die Idee, sich eine Biogasanlage zuzulegen (man muss unterscheiden zwischen bäuerlichen Biogasanlagen und denen, die von einem Konsortium z.B. aus Energieversorgern finanziert wurde)?

Vielfach ist die Einschätzung so, dass tierische Produktion aufgrund der Marktsituation in D (geringes Preisniveau) aufgegeben werden soll und man sich ein neues Standbein zulegen möchte. Dazu hat man dann die Möglichkeit, eine nach dem EEG subventionierte Anlage mit Gülle/Mist und angebauten Pflanzen oder eine abfallvergärende Anlage zu betreiben. Inzwischen sind die Großen, wie Remondis, im Abfallmarkt angekommen und haben ihn unter sich aufgeteilt. Also nach EEG, subventierte Preise durch die Stromverbraucher.

Dann wendet man sich zur Beratung an Planungsbüros. Die wollen natürlich projektieren und dementsprechend sehen dann die Kalkulationen aus.
Geschätzt mindestens die Hälfte der BGAs in D hat niemals schwarze Zahlen geschrieben. In Dorsten gibt es mittlerweile 30 davon, das bedeutet, dass der Kampf um Ackerfläche geführt wird. Anders als vormals hat der Landwirt nun jede Monat ein paar tsd EUR Zahlungseingang auf dem Geschäftskonto und damit meint er, könnte er einkaufen gehen. Früher waren nur nach der Ernte die großen Summen da, wo man das ganze Jahr drauf hingearbeitet hat. Kalkulieren haben Landwirte nie gelernt, da es sehr schwierig ist (durch das Gemenge an Tätigkeiten) eine Vollkostenrechnung für den eigenen Betrieb für 1 to Weizenertrag aufzustellen. Man arbeitet einfach dem Gefühl nach möglichst günstig, was soll man sonst auch machen?

Diese Handlungsweise ist bei einer BGA natürlich fatal. Denn die Übermechanisierung rührt ja auch daher, dass Landwirte sich zu Maschinenkäufen leiten lassen, ohne zu prüfen, ob das Gerät die Kosten auch wieder einbringen kann.

Meines Erachtens sind viele Anlagenbetreiber mit Illusionen in eine Millioneninvestition gestartet, die dann durch den Markt geradegerückt wird.
Zum Beispiel ist aufgrund der regionalen Überschüsse an Gülle und Gärresten mittlerweile üblich einem Verbringer Geld zu zahlen, damit diese organischen Dünger weiter weg (sogar per Schiff) transportiert werden. Zum Beispiel dort, wo seit Jahrzehnten die tierische Produktion rückläufig ist und damit ein Netto-Nährstoffbedarf besteht.

Hoffe ich konnte damit die Frage soweit beantworten.

Grüße, D

Danke! Bin sehr gespannt auf die Fortsetzungen!

StillerLeser @, Samstag, 27.06.2015, 12:44 vor 3859 Tagen @ Leser68 3499 Views

Ich habe es nie so richtig glauben können (Bauchgefühl eines Laien), daß man Pflanzen mit Stickstoff düngen muß, da ja die Luft zu 78% aus diesem besteht.

@Oberbayer
Sei ehrlich, Leser68 hat nichts, aber auch garnichts gesagt, was Dich oder Deinen Beruf angegriffen hätte.
Du übst diesen nach bester Kenntnis gewissenhaft aus, besser geht´s nicht!

Wie oft ist Dir etwas eingefallen, wie Du etwas besser machen kannst, Du hast es eingeführt und warst zurecht stolz auf Dich.
Jetzt stellt Leser68 eine These vor, daß man vielleicht etwas besser machen kann.
Ich finde es gut, daß Du in dieser Diskussion dabei bist, klopfe die These ab, aber fühle Dich bitte nicht angegriffen!

Wir hatten beide schon im Permakultur-Thread das Vergnügen :)

Oberbayer @, Samstag, 27.06.2015, 16:38 vor 3859 Tagen @ StillerLeser 3608 Views

Und ja, der Boden sollte ein intakter Lebensraum der Wechselwirkung zwischen Mikroorganismen, Pilzen, Pflanzen und auch Tieren sein.

Und nein, die Realität sieht oft anders aus. Deshalb bleibt eben nur der Zugriff auf Kunstdünger/Kalk/Spurenelementdünger...um die Ernährung der Menschen überhaupt sicher stellen zu können. Das ist die momentane Lage.

Konzerne wie BASF/Syngenta/Monsanto/Bayer tun alles, um den Boden, seine Mikroorganismen, seine Pilze zu zerstören. Ameisen, Bienen...alles ist bedroht.
Inzwischen haben wir in der Milch der Säuger Glyphosat in bedenklichen Konzentrationen.
http://www.oya-online.de/article/read/1292-chronisch_vergiftet.html
In der heutigen Welt stehen die Profite der Chemiekonzerne über dem Gedanken der Gesundheit und Prosperität von Fauna und Flora. Nur wenige interessiert das.
Und wenn Leser68 darauf aufmerksam macht, dann ist das gut so. Dass ich da eher Realist bin-weil kapitalistisches Wirtschaften sich eben nicht mit edlen Zielen abgibt-wollte ich mit meinem Posting zum Ausdruck bringen.


Danke für Deine netten Worte, die ich hiermit gerne erwidere.

Freundliche Grüße

Keine Bange wegen Glyphosat

Domac @, Sonntag, 28.06.2015, 07:28 vor 3858 Tagen @ Oberbayer 3451 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 28.06.2015, 12:14

Monsantos gesamte GVO Strategie fußt auf RoundUp-Ready Sorten. Somit wird Glyphosat auf keinen Fall verboten, höchstens mit larifari-Auflagen versehen.

Grüße, D

Wann dürfen wir denn den 2. Teil erwarten? (oT)

StillerLeser @, Donnerstag, 02.07.2015, 00:26 vor 3855 Tagen @ Leser68 3020 Views

- kein Text -

Kommt heute ;-) Zwei Drittel sind schon fertig. + Edit

Leser68 @, Donnerstag, 02.07.2015, 00:33 vor 3855 Tagen @ StillerLeser 3184 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 02.07.2015, 00:45

Hier schon mal ein Text über das ganze Geheimnis der Bodenbiologie, die nach wie vor ziemlich missachtet wird von Biologen, Mikrobiologen, Chemikern, Gentechnikern etc. (veröffentlicht im Jahr 2006):

Soil food web - opening the lid of the black box
by Bart Anderson, originally published by Energy Bulletin | Dec 7, 2006

http://www.resilience.org/stories/2006-12-07/soil-food-web-opening-lid-black-box


Es ist das was Dr. Ingham in ca. 35 Jahren Erforschung des Bodens an Wissen gesammelt hat.

Die heutige Landwirtschaft hat starke Ähnlichkeit mit der Medizin. Man glaubt, dass man nur irgendeine Chemikalie verabreichen muss und dann wird alles gut oder dass irgend ein Stoff fehlt und wenn man denn dann gibt, dann wachsen die Pflanzen super.
Das ist eine sehr beschränkte Sichtweise auf sehr komplexe Vorgänge unter und über der Erdoberfläche so wie es bei den Pharmaverantwortlichen eine sehr beschränkte Sichtweise auf den Menschen gibt (ohne Beachtung des ganzen Menschen, nur seiner Messwerte).
Die Landwirte wie die Patienten glauben an die Menschen in weißen Kitteln und schädigen durch das gehorsame Befolgen der Anweisungen ihren eigenen Boden, die Verbraucher und sich selber.
Man denke nur an die Dinge, die eine Wissenschaftlerin in Leipzig zum Thema Glyphosat herausgefunden hat.

Noch ein interessanter Artikel

Leser68 @, Donnerstag, 02.07.2015, 00:57 vor 3855 Tagen @ Leser68 3126 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 02.07.2015, 15:16

Es geht um die Bedrohung von Baumwollfeldern durch bestimmte Schädlinge und wie sich die Menge an darauf versprühten Chemikalien entwickelt hat. Wie man aufgrund anderer Katastrophengeschichten aus der Landwirtschaft richtigerweise annimmt, ist diese Menge ständig gestiegen, aber die Zahl der Schädlinge auch:


Which Came First – Pests, or Pesticides?
Insects, Soil Erosion & Contamination, Water Contaminaton & Loss — by Craig Mackintosh PRI Editor August 12, 2008

https://web.archive.org/web/20120929064054/http://permaculturenews.org/2008/08/12/which...

Mit der Natur zu arbeiten ist besser, einfacher, umweltfreundlicher und vor allem kostengünstiger als alles andere.

Raoul Heinrich Francé

Zaunreiter @, Freitag, 03.07.2015, 14:34 vor 3853 Tagen @ Leser68 2973 Views

Lieber gleich beim Original nachlesen. Raoul Heinrich Francé war ein außergewöhnlicher Naturforscher, der meine allergrößte Hochachtung besitzt. Seine Werke sind voller glasklarer Gedanken, was für mich immer ein Zeichen ist, daß der Autor seine Sache nicht nur in vollem Umfang versteht sondern auch lebt.

Die Stiftung Francé beschäftigt sich nur mit der Literatur von Herr und Frau Francé (auch sie war eine excellente Schriftstellerin) sondern auch mit der praktischen Umsetzung. Es kann also nicht schaden, sich dort umzuschauen und gegebenenfalls mitzuwirken.

Über die Stiftung: http://france-harrar.de/index.php/Stiftung.html
Praktische Arbeiten: http://www.stiftung-france.de/forum/

--
"Das Konstrukt Staatenlosigkeit wird immer scheitern, weil Freiwilligkeit immer scheitern muss. Im Prinzip scheitert alles irgendwann." :o) Eine Frage der zeitlichen Betrachtung.

Nachtrag

Zaunreiter @, Freitag, 03.07.2015, 14:40 vor 3853 Tagen @ Zaunreiter 2985 Views

Eine erste Zusammenfassung - sozusagen Teil 1 - habe ich hier in dieser PDF-Datei in Wort und Bild niedergelegt.

http://www.immenfreunde.de/humus/HumusLeben.pdf

Mittlerweile sind die Erkenntnisse weiter gewachsen, aber als soliden Einstieg in die Humus- und damit der Bodenbewirtschaftung mag die PDF noch dienen.

Freundliche Grüße

Bernhard

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