Bitte um eine Einschätzung zur "Lügenpresse": Marktchance für neue Zeitschrift...?

Udo @, Mittwoch, 17.06.2015, 17:52 vor 3866 Tagen 4965 Views

Fragt man da draußen die Bürger, dann haben mindestens 6 von 10 den Eindruck, dass viele Medienhäuser nicht korrekt berichten. Mit Ausnahme von Postillen wie "Landlust" etc sinken auch die Auflagen der gedruckten Medien. Spiegel und Focus versuchen ja schon mit einem auf Samstag vorgezogenen Erscheinungstag Kundschaft zu retten und die FAZ beklagt sich, dass sie benachteiligt wird bei der Versorgung mit brisanten Polizeigeschichten - auch solche Klagen lassen tief blicken. Das alles ist die eine Seite.

Nun die andere Seite: Wenn aber doch drei Viertel der Bürger über die "Lügenpresse" klagen und zugleich auch Bücher wie "Gekaufte Journalisten" ewig lang auf der Bestsellerliste stehen, warum ergreift dann eigentlich kein Medienunternehmen / Verleger die Chance und bringt ein neues Produkt als Antwort auf diese Lage auf den Markt???? Man stelle sich mal vor, drei Viertel der Bürger wollten keine süßen Getränke mehr, sondern bittere Säfte - da würden Unternehmen doch auch sofort reagieren und die Marktlücke füllen. Aber schaut euch mal um: Es kommt nichts als Antwort auf Focus, Spiegel etc neu auf den Markt... Es gibt trotz tausender Zeitschriften irgendwie doch nur Mainstream. Warum gehen große Verlage also nicht an die Käufergruppe heran und bieten denen ein Produkt, nach dem der Markt doch geradezu zu schreien scheint??? Ich habe gestern in München-Bogenhausen einen Veranstaltung zu Medien besucht und da kam genau die Frage. Ehrlich: Ich frag mich das jetzt auch... Denn im Kleinen läuft das ja auch, etwa bei Eigentümlich Frei, Junge Freiheit oder dem Info-Newsletter Kopp-Exklusiv. Aber das ist ja alles kein Mitbewerb für Spiegel und Focus, wenn aber doch MASSEN von Menschen die klassischen Massenhefte nicht mehr wollen, warum gibt es dann keine neuen...? Anders gesagt: Wenn man überall Parfüm A riecht und man es irgendwann nicht mehr riechen kann, dann greift
man doch auch zu Parfüm B oder C.

Hab gestern im Flieger gesessen und nicht einer der Passagiere hatte eine Zeitschrift wie Focus oder Spiegel - heute das gleiche Bild. Würden die ein neues Produkt kaufen / akzeptieren, welches dem Mainstream in den Hintern tritt und sich nicht um Politische Korrektheit schert??? Oder bringt das keiner auf den Markt, weil man Angst hat, sofort in die "rechte Ecke" gestellt zu werden???

Ich frage mich ernsthaft, warum die ganzen Medienhäuser mit ihren Entwicklungsredaktionen (ich hab das ja etwa bei Gruner & Jahr von innen erlebt) nicht ein neues Produkt auf den Markt bringen, welches sich seriös (!) an jene Massen von Kunden wendet, die von den traditionellen Produkten doch mehr und mehr angewidert sind. Muss ja nicht gleich "Pravda" (Wahrheit) heißen. Aber mal im ernst: Bin ich da zu naiv, kann es ein solches Produkt im deutschsprachigen Raum gar nicht geben? Gibt es für ehrlichen Journalismus da draußen in der Realität gar keine Marktlücke mehr? Würde ein Verleger Geld verbrennen, wenn er in Zeiten von massenweisen Abo-Kündigungen solch ein Produkt entwickeln würde? Oder haben Unternehmen wie Springer sowas vielleicht schon insgeheim getestet und in die Tonne getreten???

Was meint IHR??? Und wie müsste ein solches Produkt aussehen? Ich sah im Flieger nur Menschen, die auf ihren Tablets und Smartphones wischten, auch am Flughafen - nix mehr mit klassischen Lesern. Fehlt denen nur das "richtige Heft" als Antwort auf die "Lügenpresse" oder passt ein solches neues Produkt einfach nicht mehr in die heutige Zeit. Bin gespannt auf EURE Antworten, mich bewegt die Frage echt, seitdem ich in München war und auch durch die Reihen im Flieger schaute...

Liebe Grüße

Udo

Beispiel Compact

Rybezahl, Mittwoch, 17.06.2015, 18:10 vor 3866 Tagen @ Udo 4249 Views

Hallo!

Ich nehme nur mal das Beispiel "Compact" von Jürgen Elsässer. Ich will den Inhalt nicht bewerten, nur die Aufmachung.

Dieses Rot auf Schwarz, die Schlagzeilen, dann noch ein Elsässer mit Scheitel in einer sehr emotionalen Rede auf Youtube. Ja, was will man denn da noch erwarten?

Allergische Reaktion vorprogrammiert. Adenauer mit Scheitel und Oberlippenbart wäre auch nicht angekommen.

Eine verfehlte Aufmachung kann jeden guten Inhalt zerstören, einfach, weil das die Menschen dann nicht wollen. Das ist vielleicht auch traurig, aber es ist so. Adenauer mit Oberlippenbart halt.

Seit ich mich ein bisschen mit den Presse-Grosso befasst habe verstehe ich nun aber auch endlich, warum in einer kleinen Klitschen-Tanke das Compact-Magazin mittig auslag.
Vorher habe ich mich nur gewundert, jetzt weiß ich, da steckt ein großer Haufen Geld dahinter. Hätt' ich mir vielleicht auch denken können, aber hinterher ist man ja immer...

Grüße vom
Rybezahl.

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Zeitschriften/Zeitungen sind genauso out wie "Telefone mit Tasten"

Hasso, Mittwoch, 17.06.2015, 18:17 vor 3866 Tagen @ Udo 4265 Views

bearbeitet von Hasso, Mittwoch, 17.06.2015, 18:56

Hallo Odo,
eine neue "Wahrheits-Zeitschrift/Zeitung" hätte mMn kaum eine Chance.
Die gute alte Druck-Lügenpresse ist doch auch schon quasi auf dem Friedhof.

Was soll ich mit neuer Druck-Wahrheit anfangen?
Ich kann mir "meine persönlichen Wahrheiten" ganz nach Belieben, täglich neu, abofrei und kostenlos im Internet zusammenstellen, wozu brauche ich da neue, kostenpflichtige "Schlaumeier-Zeitungen"?

Habe mir seit ca. 10 Jahren kein einziges Presseerzeugnis mehr gekauft, mit Ausnahme des Märklin-Magazins (alle zwei Monate), weil es so schön bunt und traumhaft ist. Das wird auch nicht weggeworfen, sondern an einem Ehrenplatz im Regal "gesammelt".

Dabei bleibt es für mich persönlich.
Unterwegs ersetzt mein schönes Tablet jedes Druckerzeugnis.

Ich bin überzeugt, dass kostenpflichtige Druckerzeugnisse den Weg der Tastentelefone gehen werden[[freude]]

Bücher sind was anderes, die werden gekauft, befühlt und ungelesen weggestellt.
Damit habe ich auch schon längst aufgehört.
Mein letztes Buch war 2010 "Life" von Keith Richards. Nehme ich immer mal wieder gerne in die Hand und träume von alten Zeiten.
Aber jetzt ist absolut kein Platz mehr im Schrank[[top]]

Ich vermute, dass ich nicht der Einzige bin, der so denkt.
Vielleicht kannst Du auf die jungen Leute hoffen, aber da sehe ich total schwarz[[sauer]]
Die können sich kaum noch drei Minuten auf ein Druckerzeugnis konzentrieren, weil schon wieder eine neue WA-Nachricht da ist[[freude]]
Beste Grüße
Hasso

Marktchance für neue Zeitschrift...?

Oberbayer @, Mittwoch, 17.06.2015, 18:29 vor 3866 Tagen @ Udo 3754 Views

Gibt z.B. seit Jahren die "Junge Welt". Ich habe da noch keine Lügen gelesen.
http://www.jungewelt.de/index.php

Der Zeitung geht es auch nicht besser, als den Unehrlichen.
Außerdem: Keine Chance für Breite, also auch keine Chance Geld zu verdienen.

LG

Zurück zum richtigen Leben

nemo, Mittwoch, 17.06.2015, 18:29 vor 3866 Tagen @ Udo 3698 Views

bearbeitet von nemo, Mittwoch, 17.06.2015, 18:41

Hallo Udo,

meine Meinung dazu:
Es interessiert keine Sau mehr, was irgendwer in überregionale Magazine schmiert.

Viel interessanter sind kleine regionale Magazine und Zeitungen, die im Selbstverlag
erscheinen und die nützliche und sinnvolle Informationen bieten. Z.B. über
Selbstversorgung, Gemeinschaftsprojekte, Ernährung, Veranstaltungen, Bürger-
initiativen usw. Die finde ich sogar so interessant, dass es mich reizen würde,
daran mitzuarbeiten oder selbst herauszugeben. Das ist für mich relevant,
da regional, direkt, verbindlich und informativ.

Magazine, die ihre Informationen über Nachrichtenagenturen beziehen und sich
mit dem kriminellen, ideologischen Sumpf des internationalen Polit-Terrors
beschäftigen, sind für mich der falsche Ansatz.

Ich denke zur Zeit sind andere Sachen angesagt wie: Kooperativen, solidarische
Gemeinschaften, Regionalgeld, Selbstorganisation, Wohnprojekte, Umwelt usw.
Eben zurück zum richtigen Leben.

Gruß
nemo

in Ergänzung zu @Hasso

Jermak @, Mittwoch, 17.06.2015, 18:50 vor 3866 Tagen @ Hasso 3806 Views

die "Aufmerksamkeitsökonomie" (häßliches Wort, ja) der jungen Generation ist diametral entgegengesetzt zum Geschäftsmodell der Printmedien. Auch das Buch wird m.E sterben(nach dem Buchhandel)

Youtube-Beiträge dürfen nicht länger als ein paar Minuten sein. Facebook-Beiträge richten sich nach der Länge von SMS oder Whatsapp-Nachrichten
Ich kommuniziere viel mit einem meiner Neffen(23 Jahre), dem ist ziemlich klar, was in der Welt vor sich geht(incl Lügenpresse), aber es ist unvorstellbar, daß er eine Zeitung oder ein Buch in die Hand nähme. Und ich habe längst aufgegeben, ihm Links mit einem längeren Text zu schicken; alles was mehr als ein paar Zeilen hat, nimmt er in der Regel nur widerwillig zur Kenntnis.
Eine Zeitung oder ein Magazin ist in diesem Kontext etwas sehr Statisches.

Aus meiner Sicht wächst da eine Wisch & Weg Generation nach, die zumindest auflagenstarke alternative Medien verunmöglicht.

grüße

jermak

Twitter-Denk hatte auch der Orwell noch nicht auf dem Schirm. (oT)

Rybezahl, Mittwoch, 17.06.2015, 18:53 vor 3866 Tagen @ Jermak 3018 Views

- kein Text -

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Zeitungen sind nicht mehr zeitgerecht

solarteur, Mittwoch, 17.06.2015, 19:32 vor 3866 Tagen @ Udo 3343 Views

bearbeitet von solarteur, Mittwoch, 17.06.2015, 19:41

Hallo Udo,

Nach meinen Erfahrungen sind Zeitungen nicht mehr zeitgerecht. Jede Info ist im Internet aktueller. Außerdem kann ich die Informationen lesen, die mich interessieren und nicht die, die ich angeboten bekomme.

Bei Zeitschriften bzw. Magazinen wird es ein wenig besser sein, da es hier nicht um Tagesthemen geht, sondern um spezifische Themen.

Man stelle sich mal vor, drei
Viertel der Bürger wollten keine süßen Getränke mehr, sondern bittere
Säfte - da würden Unternehmen doch auch sofort reagieren und die
Marktlücke füllen.

Genau, dass würden Sie. Jedoch nur, wenn es sich lohnt.

Aber schaut euch mal um: Es kommt nichts als Antwort
auf Focus, Spiegel etc neu auf den Markt... Es gibt trotz tausender
Zeitschriften irgendwie doch nur Mainstream. Warum gehen große Verlage
also nicht an die Käufergruppe heran und bieten denen ein Produkt, nach
dem der Markt doch geradezu zu schreien scheint???

Da schreit niemand. Diejenigen, die an objektiver Information Interesse haben, surfen im Internet. Und wenn doch ein Markt vorhanden wäre, würde es der Mainstream nicht zulassen.

Aber das ist ja alles kein Mitbewerb für Spiegel und Focus, wenn aber doch
MASSEN von Menschen die klassischen Massenhefte nicht mehr wollen, warum
gibt es dann keine neuen...? Anders gesagt: Wenn man überall Parfüm A
riecht und man es irgendwann nicht mehr riechen kann, dann greift
man doch auch zu Parfüm B oder C.


Außer man denkt, in B und C ist dasselbe drinnen wie in A.

Ich sah im
Flieger nur Menschen, die auf ihren Tablets und Smartphones wischten, auch
am Flughafen - nix mehr mit klassischen Lesern. Fehlt denen nur das
"richtige Heft" als Antwort auf die "Lügenpresse" oder passt ein solches
neues Produkt einfach nicht mehr in die heutige Zeit.

Zeitungen sind nicht mehr zeitgerecht.

Lg Solarteur

Interesse wäre mit Sicherheit vorhanden für ein aktuelles Nachrichtenblatt

Mephistopheles @, Datschiburg, Mittwoch, 17.06.2015, 19:41 vor 3866 Tagen @ Udo 3290 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 17.06.2015, 19:44

aber keiner möchte dafür bezahlen.
Lesen und wegwerfen.

Ich frage mich ernsthaft, warum die ganzen Medienhäuser mit ihren
Entwicklungsredaktionen (ich hab das ja etwa bei Gruner & Jahr von innen
erlebt) nicht ein neues Produkt auf den Markt bringen, welches sich seriös
(!) an jene Massen von Kunden wendet, die von den traditionellen Produkten
doch mehr und mehr angewidert sind. Muss ja nicht gleich "Pravda"
(Wahrheit) heißen. Aber mal im ernst: Bin ich da zu naiv, kann es ein
solches Produkt im deutschsprachigen Raum gar nicht geben? Gibt es für
ehrlichen Journalismus da draußen in der Realität gar keine Marktlücke
mehr? Würde ein Verleger Geld verbrennen, wenn er in Zeiten von
massenweisen Abo-Kündigungen solch ein Produkt entwickeln würde? Oder
haben Unternehmen wie Springer sowas vielleicht schon insgeheim getestet
und in die Tonne getreten???

Das Problem ist, ein Finanzierungskonzept zu finden.
Annoncen ist auch nicht mehr so dolle.
Evtl. Stiftungen?
Da sollte man ein echtes Brainstorming machen:

Ein Produkt, muss nicht teuer sein: Jeder möchte es haben, keiner will dafür bezahlen.

Erstellt im Web, und massenhaft als Druckausgabe verteilt.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Die "Junge Welt" ist gut... fast wie "RT-Deutsch" auf Papier geschrieben

Hasso, Mittwoch, 17.06.2015, 19:47 vor 3866 Tagen @ Oberbayer 3695 Views

bearbeitet von Hasso, Mittwoch, 17.06.2015, 19:59

Gibt z.B. seit Jahren die "Junge Welt". Ich habe da noch keine Lügen
gelesen.
http://www.jungewelt.de/index.php

Sehe ich auch so, Oberbayer!
Die "Junge Welt" könnte mir wirklich gefallen.
Aber trotzdem gibt es kein Geld von mir[[sauer]]

Das kann ich mir doch alles auch bei http://www.rtdeutsch.com abofrei anschauen und muss nicht zum Kiosk rennen.
Wobei ich finde, dass RT-Deutsch sich noch etwas schärfer positioniert und abgrenzt[[top]]
An dieser hohen Messlatte wird jedes neue Wahrheits-Angebot scheitern.

Ich habe aber leider nicht mal die Zeit, das ganze Angebot von RT-Deutsch durchzuackern, obwohl die Texte und Videos kurz und "genau auf den Punkt" sind.
Da wird es für Udo wohl zur "Mission impossible", mir Geld aus der Tasche zu leiern...
Aber trotzdem finde ich diese Diskussion wichtig und zielführend.
Grüße aus der Ostkurve
Hasso

"Twitter-Denk". Gefällt mir! Habe ich in meinen Wortschatz assimiliert :-) (oT)

Philip Marlowe @, Location: Europe's Paymaster, Mittwoch, 17.06.2015, 20:30 vor 3866 Tagen @ Rybezahl 2751 Views

- kein Text -

DANKE! Die Antworten hier sind SEHR ernüchternd... (oT)

Udo @, Mittwoch, 17.06.2015, 21:45 vor 3866 Tagen @ Udo 2789 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 18.06.2015, 14:26

- kein Text -

0,6 von 1 Million statt 6 von 10 ...

Tobias @, Mittwoch, 17.06.2015, 22:43 vor 3866 Tagen @ Udo 3015 Views

Fragt man da draußen die Bürger, dann haben mindestens 6 von 10 den
Eindruck, dass viele Medienhäuser nicht korrekt berichten.

Nach meinem gefühlten Eindruck sind das eher 0,6 von 1 Million statt 6 von 10.

So leid es mir tut und so unverständlich es auch sein mag, aber die islamophil-pädophil-europhil-links-grün-rot-schwarzen-Schlafmichel-Merkel&Co.-Staazfreunde stellen nach wie vor zwischen 90 und 100% der Bevölkerung, je nach Betrachtung:

FG Wahlen Umfrage vom 12.06.15:

CDU/CSU 41 %
SPD 25 %
DIE LINKE 10 %
GRÜNE 11 %
FDP 4 %
AfD 4 %
Sonstige 5 %

Differenzen zum Wahlergebnis 2013: Im Nachkomma-Bereich.

Da gibt es für die Pegida, alternative Zeitschriften, freiheitliche Ansätze derzeit weder Gehör noch Engagement. Ein echtes "Aufbäumen" könnte weiter nicht entfernt sein.

Wie auch immer: Von Herzen DANK für Deinen Mut & Engagement!

Tobias

Digital vs. Papier

Lazer @, Donnerstag, 18.06.2015, 01:22 vor 3866 Tagen @ Udo 2778 Views

Antworten, mich bewegt die Frage echt, seitdem ich in München war und auch
durch die Reihen im Flieger schaute...

Liebe Grüße

Udo

Gerne:

Ich habe noch die brand eins im Abo. Geht sich genau aus auf einem Inlandsflug und zurück.

Ansonsten: Nur noch digital, Tab oder anderes mobile Device.

Wenn der Inhalt stimmt, bezahle ich auch gerne eine Spende, klicke die Werbung oder finde mich zumindest mit ihr ab.

Ansonsten ist das Papiermüll, wegen dem ich mich noch beim Hausmeister rechtfertigen muss.

Wenn jemand kostenlos die FAZ für sechs Monate haben möchte: PN an mich. Ernsthaft, 25k Meilen, gut für meinen Australien-Trip. ;)

News-Diät

Ikonoklast @, Donnerstag, 18.06.2015, 07:09 vor 3866 Tagen @ Udo 3080 Views

Servus Udo,

ich denke eine neue Zeitschrift, auch wenn sie kritisch daher kommt, wird sie es nicht leicht auf dem Markt haben. Viele aus meinem Bekanntenkreis sind auf einer News-Diät, sie haben höchstens eine Regionalzeitung abonniert. Ich selbst lese fast keine Nachrichten. Was mich betrifft, wird automatisch an mich herangetragen, sei es durch mein Umfeld oder staatlichen Stellen. Wenn sie etwas von mir wollen, kommen sie schon auf mich zu... <img src=" />

Und wenn das Ding vom Kopp-Verlag kommt, kommt es mit Geschmäckle... [[freude]]

--
Grüße

---

... and girls of course!

[image]

Die Mehrheit ist generell nicht interessiert

Otto Lidenbrock @, Nordseeküste, Donnerstag, 18.06.2015, 08:59 vor 3866 Tagen @ Udo 2713 Views

Ich denke, die Mehrheit der Bürger ist im Allgemeinen generell nicht an viel Information interessiert. Die meisten unserer Mitmenschen sind viel zu sehr damit beschäftigt, ihr selbstgebautes Hamsterrad am Laufen zu halten. Wenn Information, dann kompakt und schnell - kleine, bekömmliche, schnellverdauliche Häppchen für zwischendurch, die man am besten zwischen Tür und Angel oder wenn gerade mal ein bisschen Zeit ist, konsumieren kann. Nur die Titelzeile bleibt haften und wird abgespeichert. Zum Nachdenken bleibt keine Zeit und eigentlich hat man auch keine Lust dazu. Recherche wird erst Recht nicht betrieben, obwohl es heutzutage leichter als je zuvor ist, abweichende Meinungen oder Ansichten zu finden.

--
"Ich lege für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, dass ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören."

Arthur Schopenhauer

Deutsche Wirtschafts Nachrichten

mabraton @, Donnerstag, 18.06.2015, 09:27 vor 3866 Tagen @ Udo 3044 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 18.06.2015, 14:29

Hallo Udo!

Die DWN erscheinen monatlich im Druckformat, allerdings kann man sie "nur" per Abo beziehen.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/abo/

Ich hatte diesbzgl. bereits mehrfach an verschiedenen Kiosken nachgefragt. Die Antwort war, dass der Vertrieb das Magazin nicht im Angebot führt. Hier im Ländle ist das die Südwest-Medien Holding.

Deine These, dass Springer & Co. selbst Interesse an einem alternativen Angebot haben müssten, war sicherlich provokant gemeint, richtig?

Diesbzgl. eine Frage an Dich: Wäre es vorstellbar, dass bspw. der Knaur-Verlag interessiert ist, Dein Buch "Gekaufte Journalisten" rauszubringen?

Beste Grüße
mabraton

Digital und seriös

BennyF @, Donnerstag, 18.06.2015, 10:38 vor 3866 Tagen @ Udo 2716 Views

Was ich von einem Medium erwarte ist, dass es digital zur Verfügung steht. Ich befürchte fast, dass Papiermedien zum großen Teil von Leuten gelesen wird, die etwas älter und somit in ihrer Meinung und Politikhörigkeit schon zementiert sind (das soll kein Vorurteil sein, bezieht sich aber m.E. auf die Masse der Leser). Für Leute unter 40 haben Papiermedien größtenteils ausgedient.

Das andere ist, dass ein neues Medium natürlich kritisch und unzensiert sein soll, dabei aber seriös bleiben müsste. Alberne Verschwörungstheorien, wie man sie teilweise bei Kopp liest (von Hartgeld ganz zu schweigen), wirken auf halbwegs denkende Menschen abstoßend und unseriös.
Das gleiche gilt für Medien, die unsensibel mit Themen umgehen, die (leider) sehr schnell in die Nazi-Schublade gesteckt werden können. Das hat schon vielen das Genick gebrochen, auch wenn sie eigentlich keine rechtsextreme Gesinnung in sich tragen, sondern nur ungeschickt formulieren.

Wie ist das mit Knaur gemeint, verstehe die Frage nicht...?

Udo @, Donnerstag, 18.06.2015, 11:56 vor 3866 Tagen @ mabraton 2632 Views

Vielleicht sitze ich auf dem Schlauch, aber das Buch gibt es doch, wieso sollte Knaur es auch drucken??? Oder meinst Du als Taschenbuch oder wie???

Danke für kurze Denkhilfe...

Liebe Grüße

udo

Deine Einschätzung

mabraton @, Donnerstag, 18.06.2015, 12:14 vor 3866 Tagen @ Udo 2676 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 18.06.2015, 15:28

Hallo Udo!

Schon klar, und du hast Dich für den Kopp-Verlag(!) entschieden, weil Du mit dem schon lange zusammen arbeitest.

Ich frage Dich nur nach Deiner Einschätzung, hättest Du mit diesem Buch bei einem großen, etablierten Verlag landen können, bspw. bei Knaur?

Beste Grüße
mabraton

Knaur hätte das niemals gedruckt... (oT)

Udo @, Donnerstag, 18.06.2015, 14:55 vor 3865 Tagen @ mabraton 2292 Views

- kein Text -

Eben, daher wundert mich Deine Ausgangsfrage

mabraton @, Donnerstag, 18.06.2015, 15:41 vor 3865 Tagen @ Udo 2412 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 18.06.2015, 16:04

Hallo Udo!

Ist es im Zeitungsmarkt nicht genau so?
Welcher der großen Zeitungsverlage ist so liberal, dass er ein Magazin, das sich gegen den Mainstream positioniert, auf den Markt bringen würde?

Beste Grüße
mabraton

Dobelli-Diät

Ankawor, Donnerstag, 18.06.2015, 17:14 vor 3865 Tagen @ Ikonoklast 2546 Views

ist ja hier im Forum bekannt. Ich finde seine Begründungen sehr gut:

News sind für den Geist, was Zucker für den Körper ist.

Einige Tage habe ich die Diät schon mehrmals eingehalten.

Ich möchte allerdings weiterhin DGF und ZH lesen, und da werden manchmal Dinge berichtet, zu denen es mich interessiert, wie das in den Verdummungsmedien dargestellt wird, und schon ist die Diät gebrochen.

Servus Udo,

ich denke eine neue Zeitschrift, auch wenn sie kritisch daher kommt, wird
sie es nicht leicht auf dem Markt haben. Viele aus meinem Bekanntenkreis
sind auf einer News-Diät, sie haben höchstens eine Regionalzeitung
abonniert. Ich selbst lese fast keine Nachrichten. Was mich betrifft, wird
automatisch an mich herangetragen, sei es durch mein Umfeld oder
staatlichen Stellen. Wenn sie etwas von mir wollen, kommen sie schon auf
mich zu... <img src=" />

Und wenn das Ding vom
Kopp-Verlag
kommt, kommt es mit Geschmäckle
... [[freude]]

Technisch überholt? Sachlich wertlos?

b.o.bachter @, Donnerstag, 18.06.2015, 18:18 vor 3865 Tagen @ Udo 2349 Views

Guten Tag Udo!

Ich frage mich ernsthaft, warum die ganzen Medienhäuser mit ihren
Entwicklungsredaktionen (ich hab das ja etwa bei Gruner & Jahr von innen
erlebt) nicht ein neues Produkt auf den Markt bringen, welches sich seriös
(!) an jene Massen von Kunden wendet, die von den traditionellen Produkten
doch mehr und mehr angewidert sind.

Das frage ich mich schon lange und über die tatsächlichen Gründe kann, zumindest ich, nur spekulieren, was ich aber unterlasse.
Offensichtlich wäre ein Magazin in Deinem Sinne die logische Konsequenz aus eindeutigen Zahlen, hinter deren Trend bekanntermaßen im Wesentlichen zwei Gründe stehen: Veränderte Gewohnheiten in Folge der Digitalisierung einerseits und nahezu kompletter Vertrauensverlust andererseits. Kurz könnte man evtl. sagen:

(A) Technisch überholt
(B) Sachlich wertlos

Wenn (B) zutrifft, ist (A) ohne weitere Bedeutung.

Dabei wäre Abhilfe konzeptionell doch einfach möglich: Ein Internetangebot, daß AUCH als Heft erhältlich ist und - m.E. viel entscheidender - daß die längst nirgendwo zu findende Zitierfähigkeit mit jeder Ausgabe unter erneuten Beweis stellt. Um diesen Kern herum sollte sich doch ein wirtschaftliches Angebot stricken lassen.

Ich bin etwas erstaunt über den bisherigen Tenor der Antworten hier. Mir fehlt eine vertrauenswürdige Quelle mit breitem Themenspektrum und ich würde diese gerne, je nach Situation, AUCH in Heftform lesen und ich würde dafür bezahlen. Dabei bin ich weder ein Fossil noch irgendwie besonders und vermute daher, es gibt durchaus noch viele solcher Kunden.

Während etwa 30 Jahren war eine solche Quelle für mich der Spiegel, jede Woche. Er passte zu meinem allgemeinen Informationsbedürfnis und ich vertraute mit kritischer Grundhaltung auf dessen Verlässlichkeit. Nu´ ist letztere für mich längst futsch, ebenso wie meine Knete für den Spiegel.

Bei der Gelegenheit eine Frage dazu in die Runde: Mit meinem halbseidenen Hintergrund“wissen“ von heute denke ich, daß frühere Informationen weitestgehend zutreffend waren und einige „besondere“ Themen eben ausgespart blieben, oder bleiben mußten.
Ausgespart wird heute nach wie vor. Was jedoch berichtet wird, ist vielfach zwischen gefärbt, verfärbt und gelogen anzusiedeln – wider besseres Wissen.
Das manche Themen immerwährend „besonders“ sind und andere, je nach Spielplan auf der großen Bühne, kurzfristig zu solchen werden, ist dabei nur eine bedauerliche Randnotiz.
Wie beurteilt Ihr die Glaubwürdigkeit der Informationen? War diese nie gegeben oder ist sie abhanden gekommen?

Viele Grüße

Verschiebung der Machtverhältnisse

nemo, Donnerstag, 18.06.2015, 20:09 vor 3865 Tagen @ b.o.bachter 2368 Views

bearbeitet von nemo, Donnerstag, 18.06.2015, 20:24

Sinn und Zweck der Medien ist doch die Hofberichterstattung im Sinne
der Herrschaftssysteme, samt ihrer sozialen und wirtschaftlichen
Ideologie.

Warum dagegen ankämpfen? Haben wir nichts Besseres zu tun als
im Sumpf des neoliberalen und pseudodemokratischen Lügen-Theaters
herumzuwaten?

Es ist gut, wenn man es versteht, dass es so ist, dann kann man sich
in Ruhe mit nützlichen Dingen beschäftigen. Wozu brauche ich eine
Zeitung, die mir erklärt, dass das Lügen-Theater ein Lügen-Theater ist?
Warum diesen abgewirtschafteten Propaganda-Medien auch noch
Aufmerksamkeit schenken?

Wie man sieht, reicht eine Gesprächsrunde bei KenFM aus, damit
man versteht, was hier geschieht. Aber im Grunde haben das auch
so viele gewusst. Und es reicht auch aus, damit die MSM-Medien aus
allen Rohren feuern und sich betroffen die Wunden lecken. Keiner hat
sie mehr lieb und alle schreiben böse Kommentare. Oooch. [[trost]]

Lassen wir sie sich doch einfach selbst demontieren. Letztlich werden
sie von Verschwörungstheoretikern und Nazis umzingelt sein und
dann werden sie verstehen, dass Prof. Kruse recht hatte und sich die
Machtverhältnisse vom Anbieter zum Nachfrager verschoben haben.

Gruß
nemo

"Lügenpresse": Marktchance für neue Zeitschrift...?

Fokus @, Freitag, 19.06.2015, 18:36 vor 3864 Tagen @ Udo 2241 Views

Schön ist, wenn man hier einmal mitschreiben darf. Danke für die Registrierung! Mal sehen, wie lange man mich hier duldet. *grins* Übrigens finde ich es gut, daß man Wert auf eine richtige Deutsche Rechtschreibung achtet. Ich benutze abweichend von der aktuellen Sicht immer das Wort "daß" anstelle von "dass". Es hat nichts mit der "SS" zu tun, sondern ich finde, daß durch diese Schreibweise die Sätze irgendwie strukturierter wirken. So, jetzt möchte ich zu Udos Thema kommen: Danke Udo für den Start dieses Diskussionsfadens! Ich habe ausgehend von diesem Faden, dieses Thema im privaten Bereich diskutiert. Nicht nur jetzt, sondern auch schon früher. Gestern kam mir dann folgender Gedanke, den ich in meinen Privatmails verteilt habe: Hier ist ein interessanter Artikel: http://www.jungewelt.de/2015/06-18/062.php Dazu geht mir ein Gedanke durch den Kopf: Die offiziellen Funktionen im Staat, die früher einmal für das Funktionieren einer gesunden Bürgerschaft installiert wurden und auch durch Geldbeiträge finanziert wurden/werden, werden in Zukunft immer weniger vom Volk bezahlbar sein und dienen nur zum Durchfüttern von Funktionären. Die weniger erbrachten Leistungen dieser Institutionen werden peu à peu durch kostenlose ehrenamtliche Kräfte wahrgenommen. Das erinnert mich sehr stark an den Film "Animalfarm", wo sich die nichtnutzigen Typen an den Fleischtrögen der Gesellschaft breit machen. Daraufhin kam bei mir folgende Antwort rein: Ehrenarbeit überall in Deutschland. Schau dir das mal an. Tafeln sofort schließen, denn satt geht nicht auf die Straße Zahlen & Fakten

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.