Der in Kürze kommende Faschismus

Phoenix5, Sonntag, 14.06.2015, 02:11 vor 3870 Tagen 8886 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 14.06.2015, 02:27

Vielen ist nicht bewusst, dass wir in Kürze den vollendeten Faschismus implementiert haben oder wie @Monterone gerne sagt: "die vollendete Demokratie". Musste man früher für globalisierungs- und regierungskritische Parteien/Personen stets die Nazi-Keule auspacken, psychiatrische Zwangseinweisungen veranlassen, Kinderpornos auf den PC des Kritikers laden oder Einzelpersonen im Notfall ermorden, so gehört das alles Dank Vorratsdatenspeicherung und völliger Kontodatentransparenz ohne richterlichen Beschluss bereits jetzt der Vergangenheit an. Mit dem kommenden Bargeldverbot gibt es dann zusammen mit einem völlig undurchsichtigen, immens komplexen Gesetzeswulst keine unschuldigen Bürger mehr. Man wird dann zwar als einfacher unkritischer Bürger nicht den geballten Zorn des Staates zu spüren bekommen - will man aber als engagierter Kritiker tatsächlich etwas verändern bzw. die elitäre Hierarchie besteigen, um sie von innen zu verändern, wird es künftig für den Staat unfassbar leicht sein, das Leben des Querulanten zu ruinieren. Die einzig denkbare Steigerung wäre wirklich nur mehr der (ev. implantierte) Chip, mit dem man von heute auf morgen plötzlich nicht mehr kaufen und verkaufen kann, wenn man regierungs- bzw. EU-kritische Positionen einnimmt...und ich mache mir auch keine Illusionen, dass auch das irgendwann kommen wird.

Matthias Strolz von der österreichischen Partei "Neos" gibt eine kleine Kostprobe für das Kommende und berichtet ab Minute 7 auch über persönliche Schikanen bei seiner Parteigründung und wir reden hier von einem eher unbedeutenden kleinen Land wie Österreich, dass traditionellerweise in allen Entwicklungen nachgiebiger und Nachzügler ist:

www.vienna.at/wutrede-von-strolz-den-bringen-wir-in-2-tagen-um-wenn-es-so-weit-ist/4357704

Man fragt sich wirklich ab wann der Bürger von seinem Widerstandsrecht Gebrauch machen darf/soll. Nachdem man uns jahrzehntelang eingebläut hat, uns gegen den Faschismus stark zu machen, wäre es eigentlich Bürgerpflicht.
Allerdings sollten wir zuerst den Kampf gegen rechts erfolgreich führen und die Rechte von Homosexuellen und Transgender-Personen weiter stärken. Prioritäten sollten schon richtig gesetzt sein. Möglicherweise liege ich aber auch völlig falsch mit meiner "Faschismus"-These und ich muss nur genügend Gedenkstätten und KZs besuchen (die übrigens nur Arier besuchen müssen weil die das Judenhass-Gen in sich tragen), damit mir endlich wieder bewusst wird, dass der westliche Faschismus notwendig ist, um die Freiheit und Menschenrechte garantieren zu können.

Beste Grüße
Phoenix5

Widerstandsrecht

Fairlane @, Sonntag, 14.06.2015, 18:22 vor 3869 Tagen @ Phoenix5 5444 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 14.06.2015, 18:36

Was ist schon das Widerstandsrecht - in meinen Betrachtungen nichts weiter als eine Salvatorische Klausel von welcher der gemeine Bürger nur Gebrauch machen wird, würde er sich hinreichend in eine definierte Richtung und mit einem definierten Ziel bewegen.

Wir haben in den letzten Jahren hinreichend Beispiele gesehen, die ein anschauliches Bild abgeben, wann sich in einem Staate etwas bewegt - und warum.

So lange kein essentieller Mangel im Leben eines Einzelnen auftritt, halten die Leute die Füße (bis auf einige "Querulanten") still und die Staatsmacht lässt sich die Zügel nicht so schnell aus den Händen reißen.

Nur wer bereit ist, die politischen und sozialen Gegebenheiten a̶u̶s̶s̶e̶r̶h̶a̶l̶b̶ außerhalb seines Konsum- und Selbstdarstellungshorizonts zu betrachten, schafft es, die Fehler in System und Gesellschaft zu begreifen, aber dann kommen auch sehr schnell die Ängste vor Ächtung der gewagten Meinung, vor Verlust des Jobs usw..

Ein "aufgewachter" Mensch findet durchaus Mitstreiter, welche eine ähnliche Sichtweise kultiviert haben, aber es mangelt an mächtigen Unterstützern und an Möglichkeiten, einen Wechsel zu bewerkstelligen.

Die kritische Masse zur Durchsetzung einer anderen Sichtweise m̶u̶ß̶ muss zu ihrem Gelingen so groß sein, dass die daraus resultierenden Repressalien des noch vorhandenen Systems kleiner sind als die aktuelle Lebenssituation.
Ist dies nicht gegeben - so meine Meinung - wird sich jede Protest- oder Umsturzbewegung jämmerlich im Sande verlaufen, nachdem sie von Politik und Presse in der Luft zerrissen worden ist.

Es macht wenig Sinn, glückliche Sklaven erleuchten zu wollen und ihnen zu zeigen, wie falsch und verderblich all das ist, was geschieht, solange "ihr Leben" offensichtlich funktioniert und sie ihre Ruhe haben.

Unterm Strich haben doch die meisten Revolutionen nach ihrer Vollendung erst einmal eine ganz andere Wendung genommen, als ursprünglich beabsichtigt und oft genug war dies verheerend.


G̶r̶u̶s̶s̶ Gruß, Fairlane

Ideologische Vordenker

nemo, Sonntag, 14.06.2015, 23:25 vor 3869 Tagen @ Phoenix5 4946 Views

bearbeitet von nemo, Montag, 15.06.2015, 13:20

Bevor wir aber unser ureigenstes, unverhandelbares Grundrecht auf Freiheit, Würde, Selbst-
bestimmung und Souveränität in Anspruch nehmen…

… sollten wir zuerst den Kampf gegen rechts erfolgreich führen und die Rechte von Homosexuellen
und Transgender-Personen weiter stärken. Prioritäten sollten schon richtig gesetzt sein.

Genau das ist der Hakenv mit dem man uns aufhängen wird. Weil eben viele so denken, dass das
Volk nicht in der Lage ist, seine eigenen Entscheidungen zu treffen und vernünftig mehrheitlich
abzustimmen, brauchen wir ideologische Vordenker, die das für uns übernehmen. [[zwinker]]

Gruß
nemo

Kein Grund zum Widerstand

Weiner @, Montag, 15.06.2015, 00:17 vor 3869 Tagen @ Phoenix5 5242 Views

Guten Abend Phoenix5,

der Staat bzw. ein Staatswesen ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von Menschen. In der BRD beispielsweise organisieren sich rund 80 Millionen Bürgerinnen und Bürger. Du bist offenbar mit der Art und Weise dieser Organisation nicht einverstanden - so interpretiere ich wenigstens Deinen Beitrag, der von einem ähnlichen bequemen Fatalismus durchzogen ist wie neulich der Beitrag von @Friedrich

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=357182

Ich verstehe eine derartige Haltung aber nicht. Bist Du müde und kraftlos? Oder weißt Du eben nicht, was Du tun könntest? Gestatte mir, darauf hinzuweisen: Du hast absolut die Freiheit, selbst etwas zu ändern. Natürlich kannst Du es nicht alleine tun, sondern - und das ist ja das Wesen des Staates - Du kannst es nur in Gemeinschaft mit anderen machen. Für mich ist der ideale Sinn des Staates und der Politik, gemeinsam zu agieren - etwa um jene Probleme zu lösen, bei denen eine kleine Gruppe oder gar ein Individuum alleine völlig überfordert wäre.

Wenn Du nun mit dem aktuellen Staat unzufrieden bist und Gleichgesinnte gefunden hast, die mit Dir einen neuen Staat aufbauen wollten, so macht Dir der alte bzw. aktuelle Staat dabei gar keine Schwierigkeiten. Ganz im Gegenteil, er begrüßt es sogar, wenn Du Dich politisch engagierst, und er unterstützt Dich dabei. Er verlangt lediglich, dass Du gewisse Regeln einhältst. Die sind (für den Gesamtstaat) beschrieben im Grundgesetz, im Bundestagswahlgesetz und im Parteiengesetz. Im Rahmen dieser Regeln hast Du - gemessen an vergangenen Epochen der deutschen Geschichte - eine riesen Freiheit. Du stehst allerdings im Wettbewerb gegen jene, die (nach Deiner Meinung) einen Faschismus wollen, sich aber nichtsdestoweniger auch an die eben beschriebenen Regeln halten - einigermaßen wenigstens. Und insofern ist der Wettbewerb fair - einigermaßen wenigstens.

Du solltest Dich also bitte nicht beklagen, zumindest nicht, bevor Du selbst versucht hast, einen Staat nach Deinem Gusto aufzubauen. Dazu sind einige Dinge erforderlich: etwa ein klares politisches Programm, das mehrheitsfähig ist und über das Du mit anderen kommunizieren können musst. Hast Du es? Es gehört eine Menge Sachverstand dazu. Dieser muss ebenso organisiert werden wie der zwischenmenschliche politische Kontakt. Und alles, wie gesagt, immer schön gemeinsam. Ein paar weitere Details habe ich in meinen voraufgehenden Beiträgen beschrieben.

Diejenigen, die Deiner Ansicht nach den Faschismus herbeiführen (wollen), können das nur aus einem einzigen Grund tun: weil die Mehrheit der Bürger inaktiv ist und diese in Deinen Augen faschistischen Handlungen zulässt. Und das, was Du schreibst, lässt sich so interpretieren, dass Du offensichtlich zu dieser Mehrheit gehörst. Deine Äußerung ist mithin, wie auch die von @Friedrich, nur ein Unmutsäußerung, eine leise Klage. Was sollte sie bezwecken? Mitleid erregen? Warnen?

Oder gar zum Widerstand aufrufen? Dem kann ich mich nicht anschließen. Widerstand gegen den Staat ist erst dann angebracht, wenn der Staat seinen Bürgern die ordentliche politische Betätigung verwehrt. Dies ist aber aktuell überhaupt nicht der Fall. Die Menschen sind lediglich zu bequem, sich politsch zu betätigen. Oder sie kennen die Regeln und Möglichkeiten dafür eben nicht. Oder stellen sich ungeschickt an, wie der von Dir zitierte Österreicher. Man muss keine Partei gründen, um den Staat zu ändern. Und erst recht nicht öffentlich ...

Mit freundlichen Grüßen,
Weiner

Und wenn er gar keinen neuen Staat will?

Prophet @, Montag, 15.06.2015, 07:33 vor 3869 Tagen @ Weiner 4695 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 15.06.2015, 16:25

Wenn Du nun mit dem aktuellen Staat unzufrieden bist und Gleichgesinnte
gefunden hast, die mit Dir einen neuen Staat aufbauen wollten, so macht Dir
der alte bzw. aktuelle Staat dabei gar keine Schwierigkeiten.


Genau,

nur, wenn du radikal bist und du es kategorisch ablehnst, dass Menschen über Menschen herrschen, dann macht er dir Probleme. Oder wenn du es ablehnst, Schutzgeldzahlungen für Kriege, Atomwaffen, Giftstoffe, bewaffnete Schlägertrupps, Politikerdiäten, Umweltzerstörung, Menschenzerstörung, Waffenbau usw. usf. zu leisten. Auch dann macht er dir Schwierigkeiten. Von Freiwilligkeit kann in diesem System nicht gesprochen werden. Das ist 100%iger Zwang durch Waffengewalt.

Schon mal darüber nachgedacht, dass es Menschen gibt, die weder den aktuellen Staat als Gewaltsystem wollen, noch einen neuen Staat, der wieder auf das Gleiche hinausläuft?

Warum sollte man Feuer mit Feuer bekämpfen? - Man muss schon das Grundübel beseitigen, um gesund zu werden. So einfach ist das.

Dass Widerstand weitestgehend zwecklos ist, wenn es eine Mehrzahl der Menschen gibt, die mit der eigenen Unterdrückung zufrieden und glücklich leben können, ist klar. Dann muss sich die Aufklärung in gewaltfreien Mitteln ergehen und auf diese Weise den Glauben an den Staat untergraben.

Grüße,
Prophet

Ich fasse das jetzt mal als Satire auf.

re-aktionaer @, Montag, 15.06.2015, 08:27 vor 3869 Tagen @ Weiner 4758 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 15.06.2015, 08:40

Oder ein feiner Zynismus?
Was mit konstruktiven Bewerbern am Politmarkt passiert sieht man doch bereits an der AFD. Da wird mit allen Mitteln gearbeitet. Diskreditiert, unterwandert. gespalten. Nützt dies nichts, wird gemordet.
In Wahrheit ist der politische Markt fix aufgeteilt und zwar seit 70 Jahren. Das hat nichts mit Faulheit und Bequemlichkeit zu tun, das ist gewollt und es wird mit allen Mitteln verteidigt.
Wollte man das Machtgefüge wirklich ändern, dann müsste das Staatsvolk sich aus sich selbst heraus wirtschaftlich und politisch neu organisieren (z.b.18./19Jhdt Aufstieg d. Bürgertums vs. Absolutismus). Da man aber gerade dabei ist sämtliche solidarische Bindungen des Staatsvolkes zu zerschlagen, wird auch dies immer schwieriger.
Der Versuch, die Machtstrukturen zu erhalten, indem man die Bindungen innerhalb des Volkes aufbricht könnte aber ein fatales Eigentor werden:
Was bleiben wird sind die importierten Stammesgesellschaften die den Staat, seine Strukturen und seine Bürger vernichten.
So lief es mit Rom. So wird es offensichtlich auch an uns exerziert.

Wenn Du morgens um Vier abgeholt wirst, ist es zu spaet! Herr @Weiner

CalBaer @, Montag, 15.06.2015, 09:37 vor 3869 Tagen @ Weiner 4784 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 15.06.2015, 09:58

Widerstand gegen den Staat ist erst dann angebracht, wenn der Staat
seinen Bürgern die ordentliche politische Betätigung verwehrt.

Wenn Du solange wartest, bist Du schon laengst im Knast, bevor Du ueberhaupt "Widerstand" sagen kannst.

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Satire? Vielleicht - vermutlich eher nicht

nereus @, Montag, 15.06.2015, 10:11 vor 3869 Tagen @ re-aktionaer 4741 Views

Hallo re-aktionär!

Die zwei Kerne von @Weiners Aussage stecken meiner Ansicht nach hier: Diejenigen, die Deiner Ansicht nach den Faschismus herbeiführen (wollen), können das nur aus einem einzigen Grund tun: weil die Mehrheit der Bürger inaktiv ist und diese in Deinen Augen faschistischen Handlungen zulässt. Und das, was Du schreibst, lässt sich so interpretieren, dass Du offensichtlich zu dieser Mehrheit gehörst. Deine Äußerung ist mithin, wie auch die von @Friedrich, nur ein Unmutsäußerung, eine leise Klage.

Diese Aussage ist natürlich ein wenig wohlfeil, weil sie die Kritik „unterspült“, nichtsdestoweniger ist sie aber richtig.
Im Prinzip hängen wir alle in diesem Dilemma.
Wir frusten uns hier seit Jahren ab, aber wir tun nicht wirklich etwas, um es zu ändern.
Und warum?
Weil wir meinen zu viel zu verlieren, wenn wir es „wagen“ würden.

Oder gar zum Widerstand aufrufen? Dem kann ich mich nicht anschließen. Widerstand gegen den Staat ist erst dann angebracht, wenn der Staat seinen Bürgern die ordentliche politische Betätigung verwehrt. Dies ist aber aktuell überhaupt nicht der Fall.

Das erscheint mir ein wenig naiv oder auch reichlich verschlagen.
Was heißt hier ordentlich?
Die staatliche politische Korrektheit läßt nur Entwicklungen zu, die dem allumfassend gültigen Besatzerstatus nicht entgegenstehen.
Sobald sich etwas bewegt – AfD/Pegida – wird die Bewegung „zersetzt“!
Ob dieses Problem schon gründungs-inhärent ist oder die Parasiten später dazu stoßen, läßt sich von außen nicht so einfach beurteilen. Ich meine Indizien für beides zu erkennen.

Der entscheidende Punkt ist, daß es sich unter diesem Status noch ziemlich gut leben läßt, auch wenn die fälligen Rechnungen uns allen irgendwann ins Haus flattern werden.
Wir wissen – oder besser – wir ahnen das und warten ab.
Weil wir tief in uns drin hoffen, daß der Kelch doch noch an uns vorüber zieht.
Der neue Faschismus weiß das, weil er von perfekten Menschenkennern erdacht wurde.

Die Menschen sind lediglich zu bequem, sich politisch zu betätigen. Oder sie kennen die Regeln und Möglichkeiten dafür eben nicht.

Ja und Nein.
Der Bequemlichkeit stimme ich zu aber sie unterschlägt auch die systematische Verabreichung der Tranquilizer durch die neuen Faschisten.
Der beste Beweis dafür ist die permanent wiederkehrende Staatskritik (nicht in diesem Posting) an sich.

Man echauffiert sich ausufernd über die Waffe, aber nicht über den, der sie benutzt.
Und wahrscheinlich dauert es jetzt keine 2 Minuten bis die üblichen Verdächtigen ausschwärmen und gleich wieder ihr Sauer-Bier des 20.000 Jahre alten Sippengemäldes an die Wand projezieren.
Der Hintergrund dieser „geistreichen“ Einwände bedeutet unterm Strich nur eines.
Zieh Dich in die Höhle zurück und lebe wie die Uralt-Vorderen oder akzeptiere, daß die Inanspruchnahme des Fortschritts nur unter Inkaufnahme der Herrschaft der „Weisen“ darstellbar ist.
Der wissenschaftliche Beweis der dahinter stehenden Ökonomie wird dann gleich nachgereicht und in endlosen Details so zerfasert, daß niemand mehr darüber nachdenken möchte.

Durch diese Perspektive, die gebetsmühlenartig serviert wird, betäubt man die Massen, die das "Problem" wenigstens noch als Problem erkennen.
Das ist aber unterm Strich dann die gleiche Alternativlosigkeit, die uns Mutti täglich präsentiert.
Will sagen, die angebliche Alternative ist gar keine, auch wenn sie das ständig von sich behauptet. [[zwinker]]

mfG
nereus

Du hast wohl den Schuss nicht gehört?

Sylvia @, Montag, 15.06.2015, 10:16 vor 3869 Tagen @ Weiner 4937 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 15.06.2015, 17:14

Oder gar zum Widerstand aufrufen? Dem kann ich mich nicht anschließen.
Widerstand gegen den Staat ist erst dann angebracht, wenn der Staat
seinen Bürgern die ordentliche politische Betätigung verwehrt. Dies
ist aber aktuell überhaupt nicht der Fall.

Doch, es ist der Fall. "Politische Betätigung" ist nur so lange erlaubt, so lange sie in die "richtige" Richtung geht. So lange sie der "guten" Sache dient.

Wenn nicht, dann wird versucht, mit allen möglichen Rechtstricks, Diffamierungen - oder Antfia-Schlägertrupps - besagte "politische Betätigung" zu verhindern.

Oder "... wenn es um die Demo der „besorgten Eltern” gegen Genderismus geht, bei der die Grünen aus dem Bundestag heraus die Blockade der Demo zu organisieren versuchten, unter anderem indem man schnell für das geplante Datum an allen geeigneten Plätzen Pseudo-Demos anmeldete, um sie zu blockieren ..." http://www.danisch.de/blog/2015/05/10/wer-will-die-uhr-zuruckdrehen/

Glückliche Systemlinge

Zarathustra, Montag, 15.06.2015, 10:36 vor 3869 Tagen @ nereus 4572 Views

Man echauffiert sich ausufernd über die Waffe, aber nicht über den, der
sie benutzt.

Doch, genau dies tut man seit der organisierten Bevormundung (Versklavung).
Versklavung an sich lehnen stets nur die allerwenigsten ab, und solange dies so bleibt, bleibt Ihr glücklichen Sklaven leider an der Macht.

Und wahrscheinlich dauert es jetzt keine 2 Minuten bis die üblichen
Verdächtigen ausschwärmen und gleich wieder ihr Sauer-Bier des 20.000
Jahre alten Sippengemäldes an die Wand projezieren.

Ja, das wollen die 'glücklichen' Sklaven (Kollektivisten und Führerkultler) natürlich nicht hören. Stets nur Personen-Bashing ("die da, von der westjudäischen Volksfront!") und nichts darüber hinaus. Ohne Ende bis zum Ende diese ewig gleiche Leier.

Der Hintergrund dieser „geistreichen“ Einwände bedeutet unterm Strich
nur eines.
Zieh Dich in die Höhle zurück und lebe wie die Uralt-Vorderen oder
akzeptiere, daß die Inanspruchnahme des Fortschritts nur unter Inkaufnahme
der Herrschaft der „Weisen“ darstellbar ist.

Ja, das ist das ewige Argument der 'glücklichen' Sklaven (Systemlinge): "Wenn Ihr Euch befreit aus der Fremdbestimmung, dann droht euch die Hölle in der Höhle!" Mit dieser Drohung versuchen die Führer und Anhänger des 'Neuen Götzen', jeden Versuch der Befreiung im Keim zu ersticken.
»Auf der Erde ist nichts Grösseres als ich: der ordnende Finger bin ich Gottes« – also brüllt das Unthier. Und nicht nur Langgeohrte und Kurzgeäugte sinken auf die Kniee!

Das ist aber unterm Strich dann die gleiche Alternativlosigkeit, die uns
Mutti täglich präsentiert.

In der Tat!

mfG
nereus

Grüsse, Zara

Nochmals die Bienenstaaten (Gesamtantwort)

Weiner @, Montag, 15.06.2015, 12:34 vor 3869 Tagen @ Weiner 4497 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 15.06.2015, 18:08

Hallo,

ich danke den Antwortenden und Mitdiskutierenden und darf bitte in einem Einzelbeitrag zusammenfassen und mich nochmals ausdrücken.

Im Garten habe ich sechs Bienenvölker und studiere sie sehr gerne. Obwohl die Bienen einem anderen Tierreich angehören und ein Gehirn haben, das nur unter dem Mikroskop zu sehen ist, vollbringen sie erstaunliche Leistungen und haben hinsichtlich ihres Sozialverhaltens bemerkenswerte Konvergenzen zum menschlichen Staat entwickelt.

Es gibt zunächst völlig solitär lebende Bienen (beim Menschen halte ich das nicht für möglich, sondern vermute als Minimum 20-50 Großfamilien mit Zugang zu einem größeren Genpool), es gibt sodann verschiedene kleinere Gruppenbildungen und schließlich den klassischen Bienenstaat (besser Volk?). Die interessantesten Staatsbildungen sind allerdings die parasitären, und im Grunde genommen könnte man einen Imker ebenfalls als Parasit in einem Bienenvolk betrachten. Vergleiche zwischen den beiden letztgenannten Bienenstaatskonfigurationen und dem Spektrum menschlicher Staatsgebilde der letzten 5000 Jahre Weltgeschichte anzustellen, ist wirklich sehr anregend ...

http://www.wildbienen.de/wbi-sozi.htm (wie gesagt: die Parasiten beachten!)

Wenn jemand also keinen Staat mag, dem bleibt es ihm unbenommen, sich irgendwohin zurückzuziehen, wo er glaubt, das verwirklichen zu können. Selbst innerhalb eines Staates gibt es immer Freiräume genug, um "quasi staatenlos" zu leben. Da braucht man halt eine Portion mehr Energie für so ein (Doppel-?) Leben (man findet interessanterweise derartige Gestalten häufig an der Staatsspitze). Oder man ist halt passiver, grummelnder, im schlimmsten Fall gequälter Mitläufer in irgendeinem Staat, so wie das die Mehrheit der Menschen aktuell macht.

Aufgrund der Dichte der menschlichen Population halte ich ein staatenloses Zusammenleben heute nicht mehr für möglich, denn es wird immer genug starke und intelligente Menschen geben, die andere Menschen zu einem jener Monsterstaaten organisieren werden können, die wir im Augenblick rund um uns herum erleben. Und wer diesen Menschen und organisierten Gruppen als Freistaatler unter die Augen gerät (die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß) oder gar in die Quere tritt, muss sich schon ziemlich anstrengen, um unbeschadet wieder davonzukommen.

Deswegen gibt es für mich nur die eine Möglichkeit, nämlich die formal vorhandenen Regeln politischer Betätigung zu akzeptieren und auszuschöpfen. Und darauf, so stelle ich aktuell allgemein fest (auch hier auf dem Forum - den Antworten auf meine Beiträge entnehmend), hat niemand besondere Lust. Das ist ein höchst interessanter und sehr entscheidender Punkt. Es ist offenbar einfacher, sich mit Kollegen, Familienangehörigen, Vereinskameraden, Geschäftspartnern, Freunden usw. zu einem Essen oder zu einer kulturellen Veranstaltung oder zu sonst was zu vereinbaren als mit Ihnen über die beste Gestaltung sachbezogener direkter Demokratie zu sprechen und diesbezüglich etwa gemeinsame Entschlüsse zu fassen. Ich beobachte überall Desinteresse an den einfachsten politischen Fragestellungen - nur rumproleten wie in den Kommentaren zu MMNews, das macht dann wiederum Spaß.

Ich betrachte den Staat inzwischen als Spiegelbild (eigentlich Zerrbild) der gesammelten Unfähigkeiten auf individueller und personaler Ebene. Er kommt mir vor wie eine List der Natur (nach Hegel der Geschichte ...), den Fortbestand und die Vermehrung der menschlichen Spezies trotz der Unzulänglichkeit einzelner seiner Individuen zu sichern und sogar auszubauen. Dass manche dieser Unzulänglichkeiten und Defekte wiederum durch den Staat erst hervorgerufen werden (ähnlich ist es auch bei den Bienen) und dass der aktuelle Prozess auch gewaltige Risiken birgt, steht auf einem anderen Blatt.

Ich bleibe aber dabei, dass wir aktuell noch die Freiheit haben sowie - gemessen an anderen Epochen der Geschichte - unendlich mehr Möglichkeiten, den Staat zu reflektieren, zu ändern und (wenn es denn allgemein gewünscht wäre) auf ein Minimum zu reduzieren. Ich sehe die Hauptaufgabe der Gegenwart darin, dass Menschen Formen des Zusammenlebens finden, die ihrer eigenen Natur, der Natur des Planeten, dem Stand der technologischen Entwicklung und dem aktuellen Spektrum der Populationsgrößen bestmöglich entsprechen. In dieser Situation wie @Friedrich auf Wunder zu hoffen oder wie @Phoenix5 den Faschismus an die Wand zu malen (der schon längst auf dem Boden vor uns steht) oder wie viele andere auf ein Game Over zu warten, kann ich für mich nicht akzeptieren.

Grüße, Weiner

Wenn du meinst, deine Zeit in diesen Staat richtig zu investieren,

Morpheus ⌂ @, Montag, 15.06.2015, 13:30 vor 3868 Tagen @ Weiner 4433 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 15.06.2015, 18:17

Hallo Weiner,

Ich bleibe aber dabei, dass wir aktuell noch die Freiheit haben sowie -
gemessen an anderen Epochen der Geschichte - unendlich mehr Möglichkeiten,
den Staat zu reflektieren, zu ändern und (wenn es denn allgemein
gewünscht wäre) auf ein Minimum zu reduzieren. Ich sehe die Hauptaufgabe
der Gegenwart darin, dass Menschen Formen des Zusammenlebens finden, die
ihrer eigenen Natur, der Natur des Planeten, dem Stand der technologischen
Entwicklung und dem aktuellen Spektrum der Populationsgrößen bestmöglich
entsprechen. In dieser Situation wie @Friedrich auf Wunder zu hoffen oder
wie @Phoenix5 den Faschismus an die Wand zu malen (der schon längst auf
dem Boden vor uns steht) oder wie viele andere auf ein Game Over zu warten,
kann ich für mich nicht akzeptieren.

dann würde ich dich um eine Widerlegung meiner These zu den Hochkulturen bitten oder mir wenigstens zu erklären, wie wir aus diesem Dilemma jemals wieder heraus kommen.

Denn der Verfall der Infrastruktur ist doch wohl überall (in West-Deutschland) überdeutlich zu sehen. In Ost-Deutschland, aber auch in Griechenland oder Spanien, die im Zyklus später liegen, sieht die Situation natürlich anders aus. Aber gucke nach UK oder in die VSA, überall das gleiche Problem und keine Idee für eine Lösung.

Deine Bienenstaaten sterben auch an einem bestimmten Punkt. Und es könnte eben leider doch sein, dass wir kurz vor selbigem Punkt stehen. Wenn man genau hinguckt, kann man das meiner Meinung nach sehen.

Grüße
Morpheus

--
-------------------------------------------
Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.

Weltstaat und Individuum

Orlando ⌂ @, Montag, 15.06.2015, 14:10 vor 3868 Tagen @ Weiner 4309 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 15.06.2015, 14:16

Sehr interessant, Dein Verweis auf staatenbildende Insekten. Damit muss man sich erst mal befassen.

Was die Menschen angeht, so ist es ja mitnichten so, dass die Staaten/Großkollektive immer gescheitert wären. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall, der Staatenmensch hat sich, immer wieder gestärkt durch Krisen, mittlerweile mit einer gewaltigen Zahl Einzelindividuen des gesamten Planeten bemächtigt und ist kräftig dabei, die ganze Fauna entweder auszurotten oder auf kontrollierte Reservate zu beschränken, die Mikroorganismen vorerst ausgenommen. Unter den Pflanzen hat er sich eine Handvoll Lieblinge erkoren (Weizen, Reis, Mais, Hirse, Gerste, Kartoffeln, Soja), (oder haben sie ihn erkoren? ) die ein Großteil der Fläche einnehmen und von denen er sich hauptsächlich ernährt. Das alles, weil die wichtigste Welt ihm die INNERE ist! Hundert Milliarden Neuronen, die sein Gehirn bilden, stellen rein zahlenmäßig alle anderen Körperzellenarten in den Schatten, und was sich darin abspielt, bestimmt alleine seine Taten.

Insofern greifen Geschichtsbetrachtungen wie die Spenglersche zu kurz, das ganz große Bild betreffend - die Menschheit ist aus der Geschichte herausgetreten, der Weltstaat, der schon vor der Tür steht, ist bereits schichtenbildend, und zwar geologische Schichten, tätig. In der FAZ gerade ein Artikel dazu (leider nicht verlinkbar), dass die Zahl der Erdbeben in Oklahoma massiv ansteigt, offenbar durch Fracking verursacht.
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=355784

Interessantes Buch zur Menscheitsenwicklung: Yuval Noah Harari, Sapiens, A Brief History of Humankind. 2011 erschienen, gibts wahrscheinlich auch auf deutsch, der Autor ist ein Geschichtsprofessor aus Israel, aus seinem Abriss der Entwicklung kann man eine Menge Denkanstöße gewinnen. Er bringt einige interessante Belege, die den Mythos vom reinen, vorzivilisatorischen Solidargemeinschafter, der im paradiesischen Einklang mit der Natur lebte, ein wenig erschüttern. So hat der Jäger und Sammler, wo immer er hinkam, in wenigen Jahrtausenden die angetroffene Großfauna kurzerhand ausgerottet. Das ist für die Amerikas wie für Australien gut belegt. Bloß das kurze Kapitel über das Geld taugt nichts - das Wort Kredit kommt darin nicht vor - aber da steht er nicht alleine, das will ich ihm nachsehen.

Was bleibt dem Einzelnen, der sich nicht auf den bloßen Staatsbürger reduziert sehen will? Dazu empfehle ich Ernst Jüngers "Roman" Eumeswil von 1977 - eine stilistisch brilliante Geschichsphilosophie und ausführliche Erklärung, wie man als "Anarch" (nicht Anarchist, wichtiger Unterschied!) mit allen Zeitläuften zurechtkommt, ohne sich aufzugeben oder zu unterwerfen. Darin nimmt er übrigens das Internet wie die Mobilfunktechnik vorweg, was zeigt, mit wieviel "exakter Phantasie" (nach Goethe) er unterwegs ist.

Um den Bogen zu schließen: man muss den Staat nicht lieben, aber wegmeditieren geht auch nicht, eine wache Auseinandersetzung auf realistischer Basis ist gefragt.

was heißt denn 'politisch'?

Hinterbänkler @, Schweiz - tief im Emmental, Montag, 15.06.2015, 15:01 vor 3868 Tagen @ Sylvia 4437 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 15.06.2015, 15:37

"Politische Betätigung" ist nur so lange erlaubt, so lange sie
in die "richtige" Richtung geht. So lange sie der "guten" Sache dient.

Wenn nicht, dann wird versucht mit allen möglichen Rechtstricks,
Diffamierungen - oder Antfia-Schlägertrupps - besagte "politische
Betätigung" zu verhindern.

Hallo Sylvia,

ich möchte das noch etwas mit der Fragestellung verdeutlichen: Was heißt denn 'politisch'?

Man benutzt sehr schnell ein Wort, weil man es täglich hört, ohne sich bewusst zu machen, was es denn heißt.

Für mich heißt 'politisch': 'eine Gesellschaft bewusst organisieren und steuern'.

Es ist doch so klar wie nur sonstwas - und auch eine Grundthese des Debitismus! - dass die, die die Macht haben politisch tätig sind und es denen verwehren müssen, die die Macht nicht haben. Und wer keine Macht hat, kann auch nicht politisch tätig sein, weil er einfach keine Möglichkeiten hat, die Gesellschaft bewusst zu organisieren und zu steuern. Ihm bleibt maximal der Umsturz, um an die Hebel der Macht zu kommen.

Die sogenannte Demokratie kann 'die Macht' nur solange und insoweit gewähren lassen, solange diese selbst politisch kontrollierbar bleibt, solange sie sich also steuern lässt. Demokratie wird also immer und ausschließlich 'Gelenkte Demokratie' sein.

Also, was aufregen?

Wozu Energie in etwas stecken, was einfach aufgrund der vorherrschenden (beinhaltet: "herrschen") Tatsachen nichts bringen wird? Wer nach 'politischer Betätigung' strebt, strebt nach Fortsetzung und weiterer Festigung der Machtstrukturen. Man will ja mit'organisieren' und ebenfalls 'steuern'. Steuern lässt sich nur etwas das sich steuern lässt (hört, hört!), also das den 'Befehlen' der Mächtigen folgt (hört, hört!).

Setzen wir unsere Energie lieber sinnvoll ein. Optimieren wir lieber das, was wir für uns selbst optimieren können: Politik und Staat ignorieren.

In unserem Forum scheint mir Konstantin das am weitesten realisiert zu haben.

Danke und Gruß
Hinterbänkler

--
...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...

Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'

Problem nicht erkennen => Gefahr, sich zu verrennen

Uli Strauß, Montag, 15.06.2015, 15:14 vor 3868 Tagen @ Weiner 4235 Views

Ich bleibe aber dabei, dass wir aktuell noch die Freiheit haben sowie -
gemessen an anderen Epochen der Geschichte - unendlich mehr Möglichkeiten,
den Staat zu reflektieren, zu ändern und (wenn es denn allgemein
gewünscht wäre) auf ein Minimum zu reduzieren.

Ich wiederhole mich, aber zuerst muss man doch erkennen, dass wir in einer gelenkten Demokratie leben und mit welchen Mitteln hier Macht ausgeübt wird. Wer im Ernst glaubt, Bürgerinteressen könnten über Wahlen die Politik maßgeblich beeinflussen, sollte sich anschauen, was regelmäßig geschieht, wenn ein Bürgerinteresse gegen eine „alternativlose“ Politik steht. Beispiele: Euro-Einführung, Islamisierung, Überwachungsstaat, Souveränität... Dann denke man darüber nach, welche Parteien und Gruppierungen sich hier engagierten und was daraufhin geschah. Stichworte: AfD, Pegida, Möllemann, aber auch z.B. die Grünen, die anfangs hehre Ziele hatten und inzwischen völlig pervertiert sind.
Wenn man das begriffen hat, kann man sich erst überlegen, was für Möglichkeiten man überhaupt hat und wie man vorgehen will.

Der in Kürze beginnende F/X/Y/Z-mus ... ereichte uns bereits 1985.

Leserzuschrift @, Montag, 15.06.2015, 17:05 vor 3868 Tagen @ Phoenix5 4703 Views

Phoenix5 zum Gruße!

Es gibt ein kleines Buch namens "GOLD-NUGGETS" von OSHO aus dem Jahr 1986 (ISBN: 3-927289-00-0).

Man muß OSHO nicht mögen, geschweige denn Ihm folgen oder Ihn verehren, aber die Umstände unter denen og. Buch in die Existenz fand, sind es allemal wert aufmerksam erkannt & verstanden zu werden.

Die darin enthaltenen Texte & Auszüge aus spontanen Vorträgen, wurden während seiner WELT-REISE 1986 für die Nachwelt aufgezeichnet <img src=" />.


***** Aus dem VORWORT zitierend *****

Die Texte dieses Buches stehen für sich selbst - sie bedürfen keiner Einleitung. Sie sprechen zu jedem von uns: GOLD-NUGGETS - Goldstücke der WEISHEIT über die LIEBE, das LEBEN, über die WELT, in der wir leben, über DICH und MICH. Welche Stelle wir aufschlagen, wir werden in eine andere Welt versetzt, in die Welt des größten Mystikers des 20. Jahrhunderts - OSHO.

Was allerdings einer Einleitung bedarf, das sind die außergewöhnlichen Umstände, under denen dieses Buch entstand.

Im Oktober 1985 wurde OSHO in den USA von fünfzehn schwerbewaffneten Männern gefangengenommen, ohne jeden Haftbefehl. Zwölf Tage lang wurde er eingesperrt gehalten, ohne daß man ihm eine Freilassung gegen Kaution gewährte, wie es sonst üblich ist.

Der Anwalt, der die US-Regierung in diesem Fall vertrat, Charles Turner, ein christlicher Fundamentalist, beschrieb OSHO mit folgenden Worten. Er habe "diesen Mann ungern angeschaut. Er war klein und unauffällig, hatte aber eine gewisse Anziehungskraft. Seine Augen waren leuchtend, von einem nahezu satanischen Glanz. Diesen Mann umgab eine Aura des Bösen." Und er fügte hinzu: "Einige Untersuchungsbeamte sagten mir, sie hätten das gleiche Gefühl gehabt." Und schließlich sagte er: "Ich konnte an diesem Mann überhaupt nichts positives sehen. Dabei habe ich sogar bei einem Räuber oder Drogenhändler noch immer etwas positives finden können."

NICHT EINMAL "Pontius Pilatus" WAR SO BLIND!

OSHO wurde in Handschellen, mit Ketten an den Füßen und um die Hüfte, kreuz und quer durch Amerika verschleppt, bevor das US-Justizministerium sein Urteil verkündete. Unter der Anschuldigung OSHO habe GEGEN die AMERIKANISCHEN EIN-WANDERUNGS-GESETZE verstoßen, wurde er des Landes verwiesen und zu einer Geldstrafe von nahezu einer halben Million Dollar verurteilt.

Damit begann eine ABSURDE ODYSSE des 20. Jahrhunderts mit einer beispiellosen Kette von unglaublichen Ereignissen. Der lange Arm der amerikanischen Macht streckte sich über den ganzen Erdball. Kaum war OSHO`s Flugzeug in einem Staat gelandet, so meldete sich bei den örtlichen Behörden bereits eine amerikanische Stimme vom anderen Ende der Telefonleitung. EINUNDZWANZIG (21!) "DEMOKRATISCHE" Länder beugten sich dem Druck und verweigerten OSHO den Aufenthalt.

Kurzzeitig sah es fast so aus, als hätte GRIECHENLAND, die HEIMAT des SOKRATES, aus seinem vergangenem Irrtum gelernt. Wie man bei PLATO nachlesen kann, hatte den Griechen damals, als vor fündundzwanzig Jahrunderten das Athener Justizministerium SOKRATES vergiftete, die schreckliche Wahrheit gedämmert, was man diesem Manne antat.

Bei PLATO steht: "So kam der Diener der Elfmänner (Gefängnisbeamte), stellte sich zum ihm und sagte: "O SOKRATES, über dich werde ich mich nicht zu beklagen haben, wie über andere, daß sie mir böse werden und mir fluchen, wenn ich ihnen ansage, das Gift zu trinken auf BEFEHL der OBEREN.

Dich habe ich auch sonst schon in dieser Zeit erkannt als den EDELSTEN, SANFTMÜTIGSTEN und TREFFLICHSTEN von ALLEN, die sich jemals hier befunden haben, und auch jetzt weiß ich sicher, daß du nicht mir böse sein wirst - denn du weißt wohl, wer schuld daran ist -, sondern jenen.

Nun also - denn du weißt wohl, was ich dir zu sagen gekommen bin -, lebe wohl und suche so leicht als möglich zu tragen, was nicht zu ändern ist!" Da weinte er, wendete sich um und ging."

NICHTS VON ALLEDEM!

Die Beamten des heutigen GRIECHENLAND, die wie ihre amerikanischen Kollegen auf "BEFEHL der OBEREN" handelten, hatten NICHTS DAZU-GELERNT.

Genau wie bei SOKRATES hatten sich die Priester und Politiker verschworen, OSHO anzuklagen, daß er die Jugend verderbe und eine Gefahr darstelle für die MORAL der GESELLSCHAFT. Umgeben von einer Phalanx bewaffneter Polizisten, die ihn zu seinem Flugzeug eskortierten, stellte OSHO vor einer versammelten Schar von PRESSE-Leuten die FRAGE:


:-) * >>> * <<< *

"Was ist das für eine Kultur, wenn eure zweitausendjährige Moral von einem einzigen Mann korrumpiert werden kann, der nur ein ZWEI-WÖCHIGES TOURISTEN-VISUM hat?"

* >>> * <<< * :-)


Von Land zu Land, von Flughafen zu Flughafen, von einem Trupp bewaffneter Regierungsbeamter zum nächsten, von Gefängnis zu Gefängnis, von einer Zurückweisung zur anderen nahm diese ungewöhnliche ODYSSEE ihren FORTGANG. Überall, wo OHSO hinkam, liebten ihn die Leute und sie strömten zu ihm, um ihn reden zu hören. Tatsächlich sorgten sich seine Schüler oft um ihren Meister, weil die Zahl der Menschen, die sich um ihn drängten, so groß war.

Die Behörden waren stets in größter Eile und unternahmen alles, um ihn zu isolieren. Er war der MANN, den ALLE LIEBTEN, den aber keiner haben wollte.

Während die Politiker und Revolverhelden selbst den letzten Rest ihrer geheiligten "MENSCHEN-RECHTE" mit Füßen traten, ängstlich darauf bedacht, OSHO von IHREM TERRITORIUM zu vertreiben - was tat OHSO währenddessen?

Er machte sich wie eh und jeh so verfügbar wie nur möglich für alle, die ihn liebten - für seine Schüler, die ihm zu Füßen saßen, wo immer sie konnten, in welchem Land aun wann immer es ihnen möglich war. Gleich INTERNATIONALEN FLÜCHTLINGEN schützten sie ihren Sokrates so gut sie es vermochten und - ZEICHNETEN seine WORTE auf.

Während die unter Druck gesetzten Beamten ihre häßlichen historischen Rollen spielten, hielt OSHO etwa zweihundert Vorträge - Reden von erlesener Schönheit und tiefem Frieden, die jetzt in einem halben Dutzend Bänden veröffentlicht werden sollen.

Das Buch gibt einen Geschmack von diesen Diskursen. Es schafft einen Eindruck von diesem Mann, den die PRIESTER und POLITIKER auf der GANZEN WELT zum STAATSFEIND NUNMER EINS erklärt haben - von dem Mann, den die OBRIGKEIT überall und um jeden Preis von euch fernzuhalten versucht, damit ihr ihn ja nicht für euch entdecken könnt. In diesem Buch werdet ihr finden, warum.

Während also die Repräsentanten der Menschheit und ihre Polit-Maschinerie ihre schmutzigen Machenschaften betrieben und OSHO mit ihrem schändlichen Verhalten attackierten, gab OSHO der Welt dafür die Blüten seiner Weisheit. Das Buch atmet den Duft dieser Blüten.

Dr. George Meredith
Köln, im Januar 1988


***** Vorwort Ende *****

F A Z I T

Shut Your Eyes *** Gabriel & Castellon ***

https://www.youtube.com/watch?v=Mp_hcN4Ul1I


"Nicht denken, sauber bleiben!"

(Hans A. Pestalozzi / 1929 -2004)


"Die Großen werden aufhören zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen."

(Friedrich von Schiller / 1759 - 1805)


"Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie die Welt im Innersten funktioniert."

(Ashitaka)

Herzlichst,
H;-pi

Ich habe bereits durch Unterlassen gehandelt!

Leserzuschrift @, Montag, 15.06.2015, 18:04 vor 3868 Tagen @ Zarathustra 4254 Views

Hallo Zarathustra,

aus meiner Sicht kann das mit wahnsinniger Geschwindigkeit fliegende, kernenergiebetriebene Menschenraumschiff nicht ohne dramatische Konsequenzen von jetzt auf gleich gestoppt werden. Den wissenschaftlichen Beleg für meine These entnehme ich diesem wissenschaftlichen Forschungsvideo, welches die Gefahren deutlich veranschaulicht.


Spaceballs - Wahnsinnige Geschwindigkeit

https://www.youtube.com/watch?v=1mgvE55HpcU


Nichtsdestotrotz habe ich bereits durch Unterlassen gehandelt, denn ich habe es unterlassen, mich zu vermehren. Und daran wird sich, trotz meiner zweifelsohne einsatzbereiten Massenvernichtungswaffe zwischen den Beinen, auch in Zukunft nichts ändern. Denn die Natur, die übrigens den Staat gebar (der Staat ist ein Naturprodukt), konnte mich bisher von ihren "Qualitäten" nicht so recht überzeugen. Mir wurden von der Natur bisher zu wenige Informationen gegeben, welche den leidvollen Erdenzoo irgendwie rechtfertigen könnten. Und solange ich nicht die Hintergründe und Ziele des kunterbunten Treibens verstehe, bin ich auch nicht bereit, in Vorleistung zu gehen.

Wenn nun mehr und mehr Menschen durch Unterlassen so handeln würden (man beachte den Konjunktiv, ihr Karnickel!), würde dem Staat, respektive der Natur, schön langsam das verheizbare Menschenmaterial entzogen. Könnten sie in Zukunft schauen, wo der Nachwuchs her kommt, für ihre komplett wahnsinnige Geschwindigkeit.

Gruß

so ist es

nereus @, Montag, 15.06.2015, 18:13 vor 3868 Tagen @ Uli Strauß 4143 Views

Hallo Uli!

Du schreibst: Ich wiederhole mich, aber zuerst muss man doch erkennen, dass wir in einer gelenkten Demokratie leben und mit welchen Mitteln hier Macht ausgeübt wird.
Wer im Ernst glaubt, Bürgerinteressen könnten über Wahlen die Politik maßgeblich beeinflussen, sollte sich anschauen, was regelmäßig geschieht, wenn ein Bürgerinteresse gegen eine „alternativlose“ Politik steht.
..
Wenn man das begriffen hat, kann man sich erst überlegen, was für Möglichkeiten man überhaupt hat und wie man vorgehen will.

Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.
Und genau das macht die Sache auch recht schwierig.

Der „volle Bauch“ bewegt niemanden und deshalb wird das „System“ auch so lange wie möglich dafür sorgen, daß es so bleibt.
Schließlich müssen alle anderen Maßnahmen unter Dach und Fach gebracht werden.

Mit der modernen Kommunikation gehen Dinge von denen Erich Mielke früher feuchte Träume bekam.
Schau Dir mal die Youtube-Videos von Ivonne Hofstetter [image] an oder lies ihr sehr interessantes Buch.

Big-Data ist das Monster, dessen Schatten kaum jemand sieht.
Aber dieses Tier wird eine gewaltige Macht entfalten, wenn es einmal ausgewachsen ist.
Und das Verrückte daran, die bald gefressen Werdenden werfen dem Monster zumeist ganz arglos ihre Fleischstückchen (Informationen) vor die Krallen.

mfG
nereus

Wir Feinde des allgemeinen Wahlrechts hören nicht auf, uns über den Enthusiasmus zu wundern....

Fidel @, Montag, 15.06.2015, 20:09 vor 3868 Tagen @ Weiner 4198 Views

Wir Feinde des allgemeinen Wahlrechts hören nicht auf, uns über den Enthusiasmus zu wundern,
den die Wahl einer Handvoll Unfähiger durch einen Haufen Inkompetenter weckt.

von Nicolas Gomez Davila

Staaten sind Eintagsfliegen

Weiner @, Montag, 15.06.2015, 21:37 vor 3868 Tagen @ Morpheus 4767 Views

Um Dein Modell, werter Morpheus, richtig diskutieren zu können, müssten wir uns zuerst auf klare Begriffe einigen (Staat, Machtzentrum, Kultur, Hochkultur, Zivilisation in Spenglerschem Sinne, städtische Zivilisation, Stadt). Was gegen Deine Idee spricht: es gibt Siedlungszentren und Städte, die bestehen seit Jahrtausenden und haben während dieser Zeit alle möglichen Staaten und Kulturen über sich hinweggehen sehen. Die Stadt ist ein häufiges und deutliches, aber kein essentielles Element eines Staates oder einer Kultur. Der Staat der Mongolen etwa (Dschingis Khan und Nachfahren) kannte bei seiner Gründung keine Stadt. Viele der von Dir angeführten Mechanismen sind aber ganz richtig erkannt. Auf die Gefahren, die hier drohen und auf die Du hingewiesen hast, sollte politisch reagiert werden.

Staaten sind ziemlich labile Gebilde. Wenn's hoch kommt erreichen sie 300 Jahre, vielen geht schon bei 250 Jahren die Luft aus. Manche sterben im Erwachsenenalter, viele schon im Kindbett. Ein Methusalem wurde Rom als Stadtstaat - oder auch das 911 gegründete Königtum der Deutschen (beide fast 1000 Jahre). Aber eigentlich sind Staaten ziemlich langweilig, weil sie, bislang wenigstens, immer auf den selben monotonen Bauprinzipien basieren. Viel interessanter sind die Hochkulturen, die sich ebenfalls dynamisch-zyklisch entfalten. Hier handelt es sich um den Staaten übergeordnete, aber dennoch gesetzmäßig ablaufende geschichtliche Prozesse, die (aktuell) Milliarden Menschen ergreifen, auf die aber die Individuen und selbst große Staaten letztlich keinen (bewußt-willentlichen) Einfluss haben. Im letzten großen abendländischen Hochkulturzyklus, der mittelmeerischen Antike (1500 vChr. bis 500 nChr.) waren fast tausend (überwiegend Stadt-) Staaten miteinander verflochten und integriert zu einem Gesamtsystem. Viele von ihnen, ich denke etwa an Athen, haben einzigartige kulturelle Leistungen vollbracht, für die sie nie einen Cent zurückbekamen, die aber heute Allgemeingut der Menschheit sind (oder sein könnten/sollten ...?). Einer der eher spätgeborenen dieser antiken Stadtstaaten, nämlich Rom, hat die Aufgabe übernommen, die letzten 500 Jahre dieses Kulturzyklus zu organisieren. Im Anschluß an einen solchen Hochkulturzyklus, der regelmäßig vier 500 Jahres-Epochen umfasst, folgt im Allgemeinen (und in der Terminologie von Spengler) eine Zivilisationsphase. Für die Antike war dies das byzantinische Reich. In der Zivilisationsphase werden keine wesentlichen kulturellen Errungenschaften mehr erarbeitet. Ich vergleiche diese Phase gerne mit einem Ozeantanker, dessen Motoren abgestellt sind, der aber wegen seiner Schwungmasse bzw. Trägheit noch viele Seemeilen weit fahren kann.

Für die Entstehung eines Kulturzyklus sind einige zwingende Voraussetzungen nötig, voran eine zahlenmäßig starke, genetisch und geistig dynamische Einwandererpopulation (dies hat erstmals Frobenius bei erobernden Nomaden in Afrika entdeckt) sowie ein kulturtragendes Substrat. Beim aktuell noch laufenden Kulturzyklus handelte es sich seinerzeit um die germanischen Wandervölker, die sich über die Reste der mittelmeerischen Kultur (bzw. Zivilisation) lagerten - und die auf diesem Humus einen neuen Hochkulturzyklus in Gang brachten. Es tut mir leid sagen zu müssen (für alle hier, die auf GO warten), dass dieser Hochkulturzyklus noch 500 Jahre andauern und sich während dieser Zeit sehr dynamisch und kreativ weiterentwickeln wird. Danach wird eine Zeit anbrechen, ab 2500 nChr., die dann die zweite abendländische Zivilisationphase darstellen wird (Byzanz 2.0). Die kulturellen Patterns, die in den letzten 1500 Jahren hier in Europa formuliert wurden (inklusive derjenigen, die in den nächsten 300 Jahren noch geschaffen werden), werden also mindestens bis 3500 nChr. die Weltgeschichte prägen. Dem aktuellen abendländischen Hochkulturzyklus ist es gelungen, die übrigen Kulturkerne auf diesem Planeten einzuschmelzen und sich zu amalgamieren. Ein etwas harter Brocken in dieser Hinsicht ist die islamisch-arabische Welt, die durchaus die Chance zu einem eigenen Hochkulturzyklus gehabt hätte, sich aber im Lauf noch dieses Jahrhunderts in das Gesamtsystem einfügen wird.

Ich kenne mich in der menschlichen Geschichte besser aus als manche Damen in ihrer Handtasche, habe über meine Forschungen aber noch nicht publiziert. Ursprünglich stieß ich auf dieses Forum, weil ich wissen wollte, welche Zyklen es im kurzfristigen Bereich gibt (Jahre, Monate, Tage - am besten zu studieren mit Börsendaten). Die wichtigsten langen Zyklen, von 12 Jahren bis in den Bereich der 2000 Jahre (wie oben dargestellt), habe ich vermutlich schon alle zusammengetragen können (das geschichtliche Material der letzten 7000 Jahre reicht dazu aus). Mag sein, dass irgendwann einmal ein Asteroid die Erde trifft - das lässt sich als externes Ereignis auf Basis dieser genuin menschengeschichtlichen Zyklen nicht voraussagen. Aber alle internen Strukturen des aktuellen Hochkulturzyklus (und dazu gehört etwa auch das Phänomen der Atomkraft) sind so gelagert, dass der Hochkulturzyklus sich nicht selbst komplett zerstören kann, auch nicht aus einem Unfall heraus. Die transzendenten Zeitstrukturen, die das steuern, sind stärker als unsere Sorgen und Wünsche - letztere sind nur ein Ausdruck dieser Transzendenzen. Auch Seuchen schaffen so ein Zerstörungswerk nicht. Gelegentlich kommt es allerdings vor, dass der eine Hochkulturzyklus einen anderen zerstört und ausbeutet. Das hat das Abendland mit den Inkas und den Azteken gemacht (die man am empfindlichen Wechsel ihrer Epoche III zu IV getroffen hat). Derzeit gibt es für das Abendland aber keinen entsprechenden Gegner. China ist inzwischen Teil des abendländischen Kulturkreises (wie auch Indien) und wird in wenigen Jahren - und zwar 100% im Sinne abendländischer Traditionen - entscheidend in das Geschehen eingreifen. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich dazu schon einen Beitrag hier verfasst.

Aus Respekt vor dem Forum und als Zeichen des Dankes für die vielen Informationen, die ich hier erhalte, stelle ich drei Abbildungen ein, die noch nicht publiziert wurden (was ein wenig gefährlich ist), die aber die obigen Ausführungen verdeutlichen mögen. Die erste Abbildung analogisiert die wichtigsten Kulturzyklen in ähnlicher Weise wie es Spengler getan hat (der auch richtig erkannte, dass es sich um einen gesetzmäßigen Ablauf handelte, mit inhaltlichen Korrespondenzen zwischen "parallelen" Epochen). Die zweite Abbildung gibt einen genetisch chronologischen Überblick über die Hochkulturen. Die dritte Abbildung bringt ein ausgewähltes Einzelbeispiel (Ägypten) in etwas größerer zeitlicher Auflösung.

Ich werde auf einige parallele Antwortbeiträge noch separat antworten (bin leider mit der Zeit etwas beschränkt und bitte um Geduld), wollte aber, wenn Morpheus hier die Weltgeschichte aufreisst, mit meinen eigenen Erkenntnissen nicht hinter dem Berg halten - und wollte bei der Gelegenheit einmal (der Konvention des Forums entsprechend) mich vorstellen.

Nochmal zurück zu @Morpheus: Du hast gebeten, Dir "wenigstens zu erklären, wie wir aus diesem Dilemma jemals wieder heraus kommen". Da gibt es nur eine einzige Lösung, nämlich diejenige, die ich in meinen Beiträgen zur politischen Selbstorganisation in den letzten Tagen/Wochen angesprochen habe. Wenn das nicht gemacht wird, werden die Anderen die Handlungshoheit behalten. Und wer die sind, das kannst Du Dir am letzten Hochkulturzyklus beispielhaft ansehen. Am besten Du beginnst aber nicht mit Augustus, sondern schon mit Sulla und Cäsar, und lass auf keinen Fall die Geisteskranken aus (etwa Nero und Caligula). Und übersieh nicht die Schweinebanden der damaligen Oligarchen und Militärkader, die die Imperatoren immer umgeben haben wie die Fliegen den Milcheimer (ein Bild aus der Ilias). Der Letzte dieser Imperatoren übrigens hieß, wie der erste, der mythische Gründer der Stadt, Romulus, nun mit Beinamen Augustulus, eine ziemliche Eintagsfliege ...


Beste Grüße, Weiner

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Zwei Dinge ...

CrisisMaven ⌂ @, Montag, 15.06.2015, 22:06 vor 3868 Tagen @ Weiner 4073 Views

Interessante Ansaetze.

Frage: Inwieweit geht das mit Toynbee ueberein bzw. hat der teilweise Pate gestanden? (Habe Toynbees Lektuere leider irgendwann mittendrin abgebrochen ...)

Hinweis: Neolithisch wuerde ich mit "h" schreiben.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Jawohl - Staaten sind Eintagsfliegen

Köpi @, Berlin, Dienstag, 16.06.2015, 02:15 vor 3868 Tagen @ Weiner 3982 Views

Hallo,

volle Zustimmung zu den staatlichen Eintagsfliegen, auch wenn sie letzendlich mehrere Menschenleben überdauern können...

Mein Beitrag bezieht sich auf die Zeit vor der Großepoche I

Wenn ich nicht irre, begannen die alten „Hochkulturen“ Ägyptens, Mesopotamiens, Indiens & China ungefähr ab 2500 v. Chr.

Selbst wenn sie 1000 oder sogar 2000 Jahre älter wären, sind bis zur Jetztzeit nur 5.500 - 6500 Jahre vergangen. Das ist ein wahnsinnig kurzer Zeitraum.

Dem Cro-Magnon-Mensch, der als Homo Sapiens unter uns jetzt Lebenden überhaupt nicht auffallen würde, weil er sich nicht von uns unterscheidet,
wird eine Epoche von 40.000 v. Chr. bis etwa 12.000 vor unserer Zeitrechnung zugeordnet.

Jeder aufmerksamer Leser könnte sich jetzt fragen, ob der Cro-Magnon-Mensch 28.000 Jahre lang stupide an den europäischen Flüssen geangelt hat, oder ob da vielleicht doch eine kulturelle Entwicklung stattfand.
Im Vergleich zur Entwicklungszeit unserer „Hochkultur“ hat Cro-Magnon reichlich Zeit für allerlei Entwicklungen und selbst auch Fehlschläge gehabt.....

Praktisch in sämtlichen Überlieferungen alter Völker wird von einer kataklystischen Sintflut bericht, die man mit heutigen Datierungsmethoden ungefähr zwischen 12.000 und 7.500 v. Chr. einordnen würde.

Dieser Kataklysmus wird weltweit berichtet.
Wenn also hier jemand einwendet, das Atlantis in Helgoland abgesoffen, das Schwarze Meer übergelaufen, oder der Damm bei Gibraltar gebrochen ist, jawohl, diese regionalen Überlieferungen sind bekannt und eingepreist<img src=" />

Ich stehe mit anderen Worten nicht allein, das es vor der Sintflut gewaltige und wie ich denke, weltumspannende Hochkulturen gab, die uns bis heute einige Rätsel hinterlassen haben.

Über das, was heute z. B. als Grabmal des Cheops etc. bezeichnet wird, schrieben bereits arabische Chronisten, dass die Pyramiden des Gizeh-Plateaus aus der Zeit vor der Sintflut sind, weil die Menschheit über sie Bescheid wüsste, wenn sie danach gebaut worden wären.
Und wenn jetzt jemand kommt und von biblischen Sklavenheeren erzählt die fleissig mit ihren Kupferhämmerchen klopften, dann soll er bitte auch erklären, wie lange der riesige halbfertige Monolith in Baalbek beklopft wurde...

Diese Liste lässt sich auch um weitere Rätsel ergänzen, die heute unter dem Meeresspiegel verborgen, aber sich nicht tiefer als 100-120m unter dem Meeresspiegel befinden, welcher auch von konservativen Geologen als Vor Eiszeitlich angenommen wird.

Ich behaupte also, dass die „Menschheit“ weitaus älter ist, als von heutigen Historikern zugebilligt und vor allem, dass es zumindest in der Architektur und dem Bauwesen weit vor Christi Geburt überlegende Höchstkulturen gab.

Zu den zyklischen Erdzeitaltern (sofern sie überhaupt in diesem DiskussionsStrang von Bedeutung sind), möchte ich ergänzen, das man nicht die großen Erdzeitalter lt. indischer Veden, der Mayas oder auch der Hopis vergessen sollte.

Ich persönlich bezweifel nicht, das wir im Kali-Yuga leben, aber das soll hier nicht weiter thematisiert werden

freundliche Grüße

Das könnte ganz spannend werden

Morpheus ⌂ @, Dienstag, 16.06.2015, 10:15 vor 3868 Tagen @ Weiner 4343 Views

Hallo Weiner,

danke für die ausführliche Antwort.

Um Dein Modell, werter Morpheus, richtig diskutieren zu können, müssten
wir uns zuerst auf klare Begriffe einigen (Staat, Machtzentrum, Kultur,
Hochkultur, Zivilisation in Spenglerschem Sinne, städtische Zivilisation,
Stadt). Was gegen Deine Idee spricht: es gibt Siedlungszentren und Städte,
die bestehen seit Jahrtausenden und haben während dieser Zeit alle
möglichen Staaten und Kulturen über sich hinweggehen sehen.

Also hier hast du meine zu Anfang gemachte Definition sicher überlesen:

Der Aufbau von städtischer Infrastruktur, die normale Zentren zur Versorgung der umliegenden ländlichen Bevölkerung übersteigt, führt am Ende zu einem gesellschaftlichen Kollaps. Die Ursache für den Kollaps ist die Auflösung der zum Überleben stabilen aber inneffizienten ländlichen Infrastruktur zu Gunsten der effizienten aber zum Überleben instabilen städtischen Infrastruktur.

Der Beitrag ist ziemlich lang. Aber diese Voraussetzung ist natürlich ziemlich wichtig.

Die Stadt ist
ein häufiges und deutliches, aber kein essentielles Element eines Staates
oder einer Kultur.

Ja, ich habe versucht darzustellen, dass Städte sobald sie zu groß werden, die Ursache für den Kollaps sind.

Der Staat der Mongolen etwa (Dschingis Khan und
Nachfahren) kannte bei seiner Gründung keine Stadt.

Ob man die Mongolen als Teil einer Hochkultur bezeichnen kann, weiß ich nicht. Ihr Untergang hatte dann andere Ursachen.

Viele der von Dir
angeführten Mechanismen sind aber ganz richtig erkannt. Auf die Gefahren,
die hier drohen und auf die Du hingewiesen hast, sollte politisch reagiert
werden.

Ich denke, dass du den Kern meiner Aussage vielleicht noch nicht verstanden hast. Aber das liegt sicher an der Komplexität, die in der Kürze einfach schlecht zu transportieren ist. Ich will es gerne noch einmal ausführen:

Wenn sich im Rahmen einer Kulturphase Städte bilden, stellen sie die Endphase der Entwicklung und die Ursache für den Untergang dar. Solange die Städte noch überwiegend die Zentren zur Versorgung der umliegenden Landbevölkerung sind, geht von ihnen keine Gefahr aus. Die Gefahren beginnen mit einer eigenständigen, spezifischen städtischen Infrastruktur. Also das griechische Theater würde ich in eine solche Kategorie einordnen.

Meine Kernaussage ist: Man kann in dem Moment des Zerfalls der Infrastruktur, wenn also wesentliche Erneuerungen der einmal erstellten (aber inzwischen verschlissenen Infrastruktur) anstehen, diese Erneuerungen nicht mehr finanzieren, wenn man nicht von Beginn der Entwicklung an, Rücklagen für diese Phase gebildet hat.
Es ist eben genau UNMÖGLICH auf diese Situation politisch zu reagieren. Die Gesellschaft ist nicht mehr in der Lage, die notwendigen Ressourcen aufzubringen. Es sind deutlich mehr Ressourcen erforderlich, als aktuell vorhanden und auch mobilisierbar. Nur wenn man durch die Bildung von Rücklagen am Anfang des Zyklus weniger gebaut hätte, würden die Ressourcen jetzt !zusammen mit den Rücklagen! ausreichen, um eine Erneuerung vorzunehmen und so den Bestand zu sichern.
Da diese Rücklagenbildung aber in der Regel aus sehr rationalen, politischen Gründen nicht erfolgt, ist der Untergang unumgänglich.

Letztlich bestimmt sich die Dauer der Hochkultur mMn eben nicht über zeitlich definierbare Zyklen, sondern durch ihre innere Entwicklung. Es mag sein, dass die innere Entwicklung in der Vergangenheit diese zeitlichen Ausprägungen hatte.

Du musst aber zugeben, dass die römischen Bauwerke eine andere Einfachheit und Stabilität hatten, als unsere heutigen Bauwerke. Ich jedenfalls bilde mir nicht ein, dass unsere Städte in 2000 Jahren noch so gut wahrnehmbar sind wie das alte Rom heute. Selbst den besten und stabilsten heutigen Bauwerke fehlt schlicht und ergreifend die Materialstärke eine so lange Zeit der Natur zu trotzen. Auch deshalb hatten frühere Hochkulturen mehr Zeit, weil der Verfall der Infrastruktur viel langsamer ging. Weil sie eben weniger hoch entwickelt waren, weil weniger Ressourcen investiert werden konnten, weil sie weniger Ressourcen zur Verfügung hatten, kam der unvermeidliche Untergang erst später. Die Nutzung der in der Erde gespeicherten Energie und damit so vieler Ressourcen gleichzeitig beschleunigt unseren Untergang nur. Sie verzögert ihn nicht.


Staaten sind ziemlich labile Gebilde. Wenn's hoch kommt erreichen sie 300
Jahre, vielen geht schon bei 250 Jahren die Luft aus.

Ja, das sind 3-4 debitistische Zyklen von jeweils 70 bis 80 Jahren. Dann sind die finanziellen Ressourcen in der Regel am Ende und ein Kollaps ist unvermeidlich.

Manche sterben im
Erwachsenenalter, viele schon im Kindbett. Ein Methusalem wurde Rom als
Stadtstaat - oder auch das 911 gegründete Königtum der Deutschen (beide
fast 1000 Jahre). Aber eigentlich sind Staaten ziemlich langweilig, weil
sie, bislang wenigstens, immer auf den selben monotonen Bauprinzipien
basieren. Viel interessanter sind die Hochkulturen, die sich ebenfalls
dynamisch-zyklisch entfalten. Hier handelt es sich um den Staaten
übergeordnete, aber dennoch gesetzmäßig ablaufende geschichtliche
Prozesse, die (aktuell) Milliarden Menschen ergreifen, auf die aber die
Individuen und selbst große Staaten letztlich keinen
(bewußt-willentlichen) Einfluss haben. Im letzten großen abendländischen
Hochkulturzyklus, der mittelmeerischen Antike (1500 vChr. bis 500 nChr.)
waren fast tausend (überwiegend Stadt-) Staaten miteinander verflochten
und integriert zu einem Gesamtsystem. Viele von ihnen, ich denke etwa an
Athen, haben einzigartige kulturelle Leistungen vollbracht, für die sie
nie einen Cent zurückbekamen, die aber heute Allgemeingut der Menschheit
sind (oder sein könnten/sollten ...?). Einer der eher spätgeborenen
dieser antiken Stadtstaaten, nämlich Rom, hat die Aufgabe übernommen, die
letzten 500 Jahre dieses Kulturzyklus zu organisieren. Im Anschluß an
einen solchen Hochkulturzyklus, der regelmäßig vier 500 Jahres-Epochen
umfasst, folgt im Allgemeinen (und in der Terminologie von Spengler) eine
Zivilisationsphase. Für die Antike war dies das byzantinische Reich. In
der Zivilisationsphase werden keine wesentlichen kulturellen
Errungenschaften mehr erarbeitet. Ich vergleiche diese Phase gerne mit
einem Ozeantanker, dessen Motoren abgestellt sind, der aber wegen seiner
Schwungmasse bzw. Trägheit noch viele Seemeilen weit fahren kann.

Einige Menschen im Umland der Städte können die Ernährungskrise sicher überdauern. Sie können dann auch die Ressourcen, die in den Städten "gespeichert" sind eine länger Zeit "ausweiden". Und irgendwann beginnt der Zyklus dann wieder neu.


Für die Entstehung eines Kulturzyklus sind einige zwingende
Voraussetzungen nötig, voran eine zahlenmäßig starke, genetisch und
geistig dynamische Einwandererpopulation (dies hat erstmals Frobenius bei
erobernden Nomaden in Afrika entdeckt) sowie ein kulturtragendes Substrat.
Beim aktuell noch laufenden Kulturzyklus handelte es sich seinerzeit um die
germanischen Wandervölker, die sich über die Reste der mittelmeerischen
Kultur (bzw. Zivilisation) lagerten - und die auf diesem Humus einen neuen
Hochkulturzyklus in Gang brachten. Es tut mir leid sagen zu müssen (für
alle hier, die auf GO warten), dass dieser Hochkulturzyklus noch 500 Jahre
andauern und sich während dieser Zeit sehr dynamisch und kreativ
weiterentwickeln wird. Danach wird eine Zeit anbrechen, ab 2500 nChr., die
dann die zweite abendländische Zivilisationphase darstellen wird (Byzanz
2.0). Die kulturellen Patterns, die in den letzten 1500 Jahren hier in
Europa formuliert wurden (inklusive derjenigen, die in den nächsten 300
Jahren noch geschaffen werden), werden also mindestens bis 3500 nChr. die
Weltgeschichte prägen. Dem aktuellen abendländischen Hochkulturzyklus ist
es gelungen, die übrigen Kulturkerne auf diesem Planeten einzuschmelzen
und sich zu amalgamieren. Ein etwas harter Brocken in dieser Hinsicht ist
die islamisch-arabische Welt, die durchaus die Chance zu einem eigenen
Hochkulturzyklus gehabt hätte, sich aber im Lauf noch dieses Jahrhunderts
in das Gesamtsystem einfügen wird.

Also diese zeitlichen Horizonte halte ich für völlig unmöglich. Wesentliche Ressourcen reichen nur noch für viel kürzere Zeiträume.
Beispiel: Silber für 10 bis 15 Jahre
Erdöl für 30 bis 50 Jahre
Phosphor für 60 bis 70 Jahre
Erdgas für 60 bis 100 Jahre

Selbst wenn die Zahlen umstritten sind und man sie von mir aus verdoppeln möge. Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass (unabhängig von meiner Kernthese) die 7 Milliarden ohne diese Ressourcen, insbesondere die Energie sowie den Phosphor weitere 1500 Jahre auskommen können.


Ich kenne mich in der menschlichen Geschichte besser aus als manche Damen
in ihrer Handtasche, habe über meine Forschungen aber noch nicht
publiziert. Ursprünglich stieß ich auf dieses Forum, weil ich wissen
wollte, welche Zyklen es im kurzfristigen Bereich gibt (Jahre, Monate, Tage
- am besten zu studieren mit Börsendaten). Die wichtigsten langen Zyklen,
von 12 Jahren bis in den Bereich der 2000 Jahre (wie oben dargestellt),
habe ich vermutlich schon alle zusammengetragen können (das geschichtliche
Material der letzten 7000 Jahre reicht dazu aus). Mag sein, dass irgendwann
einmal ein Asteroid die Erde trifft - das lässt sich als externes Ereignis
auf Basis dieser genuin menschengeschichtlichen Zyklen nicht voraussagen.
Aber alle internen Strukturen des aktuellen Hochkulturzyklus (und dazu
gehört etwa auch das Phänomen der Atomkraft) sind so gelagert, dass der
Hochkulturzyklus sich nicht selbst komplett zerstören kann, auch nicht aus
einem Unfall heraus. Die transzendenten Zeitstrukturen, die das steuern,
sind stärker als unsere Sorgen und Wünsche - letztere sind nur ein
Ausdruck dieser Transzendenzen. Auch Seuchen schaffen so ein
Zerstörungswerk nicht. Gelegentlich kommt es allerdings vor, dass der eine
Hochkulturzyklus einen anderen zerstört und ausbeutet. Das hat das
Abendland mit den Inkas und den Azteken gemacht (die man am empfindlichen
Wechsel ihrer Epoche III zu IV getroffen hat). Derzeit gibt es für das
Abendland aber keinen entsprechenden Gegner. China ist inzwischen Teil des
abendländischen Kulturkreises (wie auch Indien) und wird in wenigen Jahren
- und zwar 100% im Sinne abendländischer Traditionen - entscheidend in das
Geschehen eingreifen. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich dazu schon
einen Beitrag hier verfasst.

Geschichte ist nicht so sehr mein Ding. Das ist ein Blick von außen auf die jeweiligen Gesamtsysteme. Ich betrachte lieber den inneren Kern, den Motor, der das System von innen antreibt. Dieser innere Kern unterliegt meiner Meinung nach eigenen Gesetzmäßigkeiten. Diese Gesetzmäßigkeiten bestimmen dann den (später) von außen zu betrachtenden historischen Zeitraum.


Aus Respekt vor dem Forum und als Zeichen des Dankes für die vielen
Informationen, die ich hier erhalte, stelle ich drei Abbildungen ein, die
noch nicht publiziert wurden (was ein wenig gefährlich ist), die aber die
obigen Ausführungen verdeutlichen mögen. Die erste Abbildung analogisiert
die wichtigsten Kulturzyklen in ähnlicher Weise wie es Spengler getan hat
(der auch richtig erkannte, dass es sich um einen gesetzmäßigen Ablauf
handelte, mit inhaltlichen Korrespondenzen zwischen "parallelen" Epochen).
Die zweite Abbildung gibt einen genetisch chronologischen Überblick über
die Hochkulturen. Die dritte Abbildung bringt ein ausgewähltes
Einzelbeispiel (Ägypten) in etwas größerer zeitlicher Auflösung.

Ich werde auf einige parallele Antwortbeiträge noch separat antworten
(bin leider mit der Zeit etwas beschränkt und bitte um Geduld), wollte
aber, wenn Morpheus hier die Weltgeschichte aufreisst, mit meinen eigenen
Erkenntnissen nicht hinter dem Berg halten - und wollte bei der Gelegenheit
einmal (der Konvention des Forums entsprechend) mich vorstellen.

Nochmal zurück zu @Morpheus: Du hast gebeten, Dir "wenigstens zu
erklären, wie wir aus diesem Dilemma jemals wieder heraus kommen". Da gibt
es nur eine einzige Lösung, nämlich diejenige, die ich in meinen
Beiträgen zur politischen Selbstorganisation in den letzten Tagen/Wochen
angesprochen habe. Wenn das nicht gemacht wird, werden die Anderen die
Handlungshoheit behalten. Und wer die sind, das kannst Du Dir am
letzten Hochkulturzyklus beispielhaft ansehen. Am besten Du beginnst aber
nicht mit Augustus, sondern schon mit Sulla und Cäsar, und lass auf keinen
Fall die Geisteskranken aus (etwa Nero und Caligula). Und übersieh nicht
die Schweinebanden der damaligen Oligarchen und Militärkader, die die
Imperatoren immer umgeben haben wie die Fliegen den Milcheimer (ein Bild
aus der Ilias). Der Letzte dieser Imperatoren übrigens hieß, wie der
erste, der mythische Gründer der Stadt, Romulus, nun mit Beinamen
Augustulus, eine ziemliche Eintagsfliege ...

Lieber Weiner, ich habe wenig Zeit mich mit Geschichte zu befassen und sehe da auch keinen großen Sinn drin. Ich bin Informatiker und Systemanalytiker und Systemarchitekt. Das interessiert mich, das kann ich recht gut.

Ich kann dir sogar ein funktionierendes System beschreiben, dass alle debitistischen und sonstigen Erkenntnisse zu Machtsystem hier im Forum berücksichtigt. Dieses System würde dauerhaft und stabil funktionieren. Es gibt nur keine Möglichkeit für einen Übergang von unserem aktuellen, disfunktionalen System auf ein derartig funktionierendes.
Es gibt zu viele Menschen, verträglich wären vielleicht 500 Mio. Mehr Menschen hätte so ein funktionierendes System niemals hervorgebracht. Alle unsere Strukturen sind inzwischen auf viel zu viele Menschen ausgerichtet. Die lassen sich auch nicht mehr schrumpfen und sie lassen sich auch nicht mehr mit weniger Menschen sinnvoll betreiben. Das notwendige Wissen sowie die Fähigkeiten zum Betrieb und der Weiterentwicklung sind nicht "transportierbar" in eine kleine, funktionierende Gesellschaft.

Die Menschheit steckt in einer Sackgasse und man kann sich mMn nur so positionieren, dass man die Schwungphase deines oben angesprochen Öltankers zum Überleben für sich und seine Sippe nutzbar macht.

Ich danke dir aber trotzdem für deinen Beitrag und fände eine Diskussion an den Inhalten meiner These weiterhin spannend. Leider habe ich auch oft wenig Zeit für Beiträge. Könnte sein, dass es dann mit der Antwort mal etwas länger dauert als heute.

Sag mir bitte nur, wo die Ressourcen für die von dir angesprochene "politische Reaktion" herkommen sollen. Man kann sie an anderer Stelle abziehen. Nur fehlen sie dann eben dort.

Es gibt nichts, was mich mehr freuen würde, als wenn du mir heute und jetzt einen Ausweg aus der mMn ausweglosen Situation aufzeigen würdest.

Grüße
Morpheus

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Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.

Danke!

Phoenix5, Dienstag, 16.06.2015, 18:35 vor 3867 Tagen @ Leserzuschrift 3749 Views

Ja, Osho sollte ich mir nach all den Jahren wieder mal zu Gemüte führen. Fand ihn im Jugendalter inspirierend und bin gespannt was ein neuer reiferer Blick auf sein Werk hergibt.

Beste Grüße
Phoenix5

Genauso ist es so

Phoenix5, Mittwoch, 17.06.2015, 10:59 vor 3867 Tagen @ Sylvia 3647 Views

Die Afd hatte in ihrer Anfangszeit immer wieder mit Schlägertrupps der Antifa zu kämpfen. Berichtet wurde darüber in den Systemmedien selbstverständlich nicht.
Danke für den link zu den Grünen - ein herrlich pointiertes Sittenbild.

Beste Grüße
Phoenix5

Kurzfristiger vs. langfristiger Machterhalt

Phoenix5, Mittwoch, 17.06.2015, 11:03 vor 3867 Tagen @ re-aktionaer 3605 Views

Da man aber
gerade dabei ist sämtliche solidarische Bindungen des Staatsvolkes zu
zerschlagen, wird auch dies immer schwieriger.
Der Versuch, die Machtstrukturen zu erhalten, indem man die Bindungen
innerhalb des Volkes aufbricht könnte aber ein fatales Eigentor werden:
Was bleiben wird sind die importierten Stammesgesellschaften die den
Staat, seine Strukturen und seine Bürger vernichten.
So lief es mit Rom. So wird es offensichtlich auch an uns exerziert.

So ist es. Es ist in jedem Kulturzyklus das Gleiche. Das ansehen zu müssen, hat schon etwas Erbärmliches und erbärmlich Berechenbares.

Beste Grüße
Phoenix5

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