Islam, Sippenbindung und europäische Geistesentwicklung

Falkenauge @, Samstag, 13.06.2015, 10:25 vor 3871 Tagen 3863 Views

Vor ein paar Tagen fand auf dem Forum eine angeregte Debatte über den Islam und die Islamisierung statt, an der ich mich auch beteiligt hatte.
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=356821

Ich möchte noch einmal daran anknüpfen, denn dieses brennend wichtige Thema ist durchaus noch nicht erschöpfend behandelt.

Ein in der Islam-Debatte wenig beachteter Aspekt ist das Verhaftetsein der islamischen Völker in den Blutsgemeinschaften der Familie, Sippe und des Stammes. Der einzelne Mensch ist diesen Abstammungsgemeinschaften untergeordnet und hat sich ihren Gesetzen zu fügen.

In der europäischen Geistesentwicklung hat sich der Einzelne jedoch aus der Bindung an die Blutsverwandtschaft zur freien, sich selbst bestimmenden Individualität entwickelt. Darauf bauen die Bemühungen um demokratische Gesellschaftsformen ja auf.

Der Islam, der ebenfalls völlige Unterwerfung unter Allahs Wille und Gesetz verlangt, sowie die Bindung an die Blutsgemeinschaft stehen daher der europäischen Kultur völlig entgegengesetzt, um nicht zu sagen feindlich gegenüber. Muslime, die Ihre Kultur und Religion ernst nehmen, können sich hier nur von der in ihren Augen gottlosen individualistischen Demokratie fernhalten und sich in Parallelgesellschaften absondern.

Wo soll das bei der anschwellenden Zahl der Muslime hinführen?

Wer an weiteren Überlegungen dazu interessiert ist, findet sie auf "Fassadenkratzer".

Die Agenda steht schon lange fest!

mabraton @, Samstag, 13.06.2015, 10:43 vor 3871 Tagen @ Falkenauge 3457 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 13.06.2015, 14:57

Hallo Falkenauge!

Wo das hinführen soll, hat der, im Sinne seiner Ideologie, smarte Ibrahim El-Zayat bereits 1996 formuliert.

„Heute gibt es ca. 2,5 Millionen Muslime in Deutschland. Durch die Gnade Allahs leben wir in einem der reichsten Länder dieser Erde…Die Zukunft des Islam in diesem, unserem Land, in Deutschland, gestalten wir; wir, die hier geboren und aufgewachsen sind, wir, die wir die deutsche Sprache sprechen und die Mentalität dieses Volkes kennen. …

Ich glaube nicht, dass es unmöglich ist, dass der Bundeskanzler im Jahre 2020 ein in Deutschland geborener und aufgewachsener Muslim ist, dass wir im Bundesverfassungsgericht einen muslimischen Richter oder eine muslimische Richterin habe… Dieses Land ist unser Land und es ist unsere Pflicht, es positiv zu verändern. Mit der Hilfe Allahs werden wir es zu unserem Paradies auf der Erde machen, um es der islamischen Ummah und der Menschheit insgesamt zur Verfügung zu stellen.

Ibrahim El-Zayat im islamischen Jugend-Magazin “TNT”, 1/1996

http://michael-mannheimer.net/2011/07/01/bevolkerungsexplosion-der-muslime-in-westliche...

Beste Grüße
mabraton

Wichtiger Einwand

Julius Corrino @, Sur l'escalier des aveugles, Samstag, 13.06.2015, 16:19 vor 3870 Tagen @ Falkenauge 2684 Views

In der europäischen Geistesentwicklung hat sich der Einzelne jedoch aus
der Bindung an die Blutsverwandtschaft zur freien, sich selbst bestimmenden
Individualität entwickelt. Darauf bauen die Bemühungen um demokratische
Gesellschaftsformen ja auf.

Sagen wir treffender: Die christlich-abendländische Tradition enthält im Kern des Menschen die Person. Und die Person zählt wiederum etwas, weil sie Gottes ebenbildliches Geschöpf ist. Den Nächsten achten heißt also, den Herren zu achten.

Und auf etwas weniger Metaphysik heruntergebrochen: Da es im Abendland häufiger als in anderen Teilen der Welt der Fall war, daß junge Leute schon früh fernab der eigenen Sippe in fremder Umgebung ein Auskommen finden mußten, konnte ein sinnvoller modus operandi eben nur sein, daß auch Fremde geachtet wurden (eben weil man vergleichsweise häufig mit solchen zusammentraf). Wäre man diesen Weg nicht gegangen, wäre ein friedliches Auskommen miteinander nicht möglich gewesen.

Die "sich selbst bestimmende Individualität" hat mit dem Genannten hingegen nichts zu tun. Das wörtlich "Unteilbare" ist eben keine Person mit komplexem, vielfältigen Innenleben, sondern lediglich eine amorphe Quantität: ein zu zählendes Ding (sei es als "Steuerzahler", "Wähler", "Konsument" oder sonst ein "Beitragszahler"), das in Massen auftritt und wie Sandkörner leicht mit der Schaufel des Gesellschaftsingenieurs bald hiernhin, bald dahin
geschafft werden kann. Insofern ist Deine Aussage (wenn auch eventuell unbeabsichtigt) wahr: Der Individualismus ist mit der totalitären Doktrin des Demokratismus geradezu siamesisch verwachsen.

Muslime, die Ihre Kultur und Religion ernst nehmen,
können sich hier nur von der in ihren Augen gottlosen individualistischen
Demokratie fernhalten und sich in Parallelgesellschaften absondern.

Absolut korrekt. Das wäre mittelfristig übrigens auch ein gangbarer Weg für die zeitgenössische Reaktion.

Gott zum Gruße,
Julius

--
Ainsi continue la nuit dans ma tête multiple... elle est complètement dechirée... ma tête.
- Luc Ferrari

Wechselwirkung zwischen Abendland und anderen Kulturkreisen

Taurec ⌂ @, München, Samstag, 13.06.2015, 16:41 vor 3870 Tagen @ Falkenauge 3191 Views

Hallo!

Ein paar Gedanken dazu.

In der europäischen Geistesentwicklung hat sich der Einzelne jedoch aus
der Bindung an die Blutsverwandtschaft zur freien, sich selbst bestimmenden
Individualität entwickelt. Darauf bauen die Bemühungen um demokratische
Gesellschaftsformen ja auf.

Das ist auch der Grund, warum wir den islamischen Einwanderern an genuiner Widerstandskraft absolut nichts entgegenzusetzen haben: Atomisierung der Gesellschaft, Vereinzelung, Entwurzelung, Verlust der Identität, was von den geblendeten Vertretern dieses Verfalls Individualisierung, Emanzipation, Freiheit usw. genannt wird. Dahinter verbirgt sich die Freiheit von überkommenen Bindungen. Es ist keine positive Freiheit für etwas, die als innerlich empfundene Pflicht erscheint und einen befähigt etwas mit jeder Faser seines Seins zu tun, sondern es ist die negative Freiheit von den Notwendigkeiten des Lebens, die jetzt als Last empfunden werden. Das führt zu sinnlosem Konsum, um die Leere zu füllen, sowie "Selbstverwirklichung", was im Grunde die Kultivierung der eigenen Macken und seelischen Krankheit ist.
Die Gemeinschaft, das Selbstbewußtsein und die Bereitschaft für die eigene Gemeinschaft und Lebensart einzutreten, ist uns abhanden gekommen.
Für die Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen, die noch mehr in sich selbst gegründet sind, kann dieses Modell des Fortschritts, das eigentlich ein Fortschreiten von sich selbst ist, keine Anziehungskraft entwickeln. Sie fühlen sich gewiß stärker, wittern unsere Schwäche und beginnen uns instinktiv zu verachten, sobald sie die Zustände hier erleben.

Der Islam, der ebenfalls völlige Unterwerfung unter Allahs Wille und
Gesetz verlangt, sowie die Bindung an die Blutsgemeinschaft stehen daher
der europäischen Kultur völlig entgegengesetzt, um nicht zu sagen
feindlich gegenüber. Muslime, die Ihre Kultur und Religion ernst nehmen,
können sich hier nur von der in ihren Augen gottlosen individualistischen
Demokratie fernhalten und sich in Parallelgesellschaften absondern.

Was uns durch die Begriffswahl "Unterwerfung" wie Zwang und religiöse Versklavung erscheint, ist für diese Menschen die Verwirklichung ihres Lebenssinnes. Das Aufgehen im "Consensus" der Rechtgläubigen entspricht ihrer Wesensart. Mit Individualismus, der auch nur ein (wenn auch krankhafter) Auswuchs des faustischen Wesens ist, das sich als Ich mit eigenem Willen empfindet, können die gar nichts anfangen. Es steht ihnen tatsächlich diametral entgegen und würde von ihnen wohl erst Recht als Sturz in den Abgrund empfunden werden, so leben zu müssen.

(Demokratie ist übrigens nicht nur in ihren Augen, sondern generell gottlos.)

Auch wenn wir besagte verlorene Bindungen noch hätten, wenn wir einer traditionellen Gesellschaftsform näher wären, wären Menschen aus dem nahöstlichen Kulturkreis nicht integrierbar. Die Verschiedenheit liegt tiefer als auf der Ebene sozialer Organisation. Es liegen hier gänzlich verschiedene Seelenwelten vor, Arten die Schöpfung zu erleben und zu empfinden, so daß es unmöglich ist, einander wirklich zu verstehen. Jeder Kontakt zwischen Kulturen ist ein systematisches, gegenseitiges Mißverstehen, auch wenn man von den anderen "geprägte Form", z. B. religiöse, philosophische Schriften, architektonische Formen, wissenschaftliche Erkenntnisse übernimmt, um damit das Eigene auszudrücken.

Auf die Gefahr hin, daß ich mich ermüdend zu wiederholen beginne: Spengler lesen! All diese Fragen, die jetzt so drängend sind, wurden vor bald 100 Jahren erschöpfend geklärt. Allerdings wurde die Antwort als Folge der kulturellen Demenz vergessen oder wird nicht mehr begriffen und der heutige Europäer steht völlig fassungslos und ohne Verständnis den waltenden Prozessen gegenüber, wie er auch sich selbst und seine Geschichte nicht mehr versteht.

Wo soll das bei der anschwellenden Zahl der Muslime hinführen?

Mord und Totschlag, in Anlehnung an Helmut Schmidt.

Noch eine Idee:
Im Gegensatz zur Ideologie des Multikulturalismus dürfte der Kontakt und die durchgeführte Vermischung der Kulturen in einem Vielvölkerstaat nicht zu gegenseitiger Akzeptanz, Annäherung und letztlich Angleichung führen, sondern vielmehr zur Polarisation und Konfrontation, weil man sich selbst, die eigene Art und Kultur durch den erlebten Gegensatz zu den Anderen klarer empfindet. Darin könnte für uns, trotz aller Tragik, eine Art Heilmittel stecken. Die Massenzuwanderung wirkt vielleicht wie eine Impfung, bei der dem Organismus bekanntlich Fremdkörper zugeführt werden, auf daß er Antikörper entwickle und seine Abwehrkräfte stärke. Dies könnte durch den fortgesetzten ökonomischen Niedergang verschärft werden, wenn schließlich verschiedene Gruppen um die verbleibenden Ressourcen streiten.

Gruß
Taurec

--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


Weltenwende

Europa wurde von außen kaputt gemacht

Monterone @, Samstag, 13.06.2015, 16:54 vor 3870 Tagen @ Taurec 2950 Views

Hallo Taurec,

Das ist auch der Grund, warum wir den islamischen Einwanderern an genuiner
Widerstandskraft absolut nichts entgegenzusetzen haben:

(...)
Europas Widerstandskraft, nicht nur die Deutschlands, wurde von Angloamerika und der Hochfinanz in zwei Weltkriegen kaputt gemacht.

Vielleicht wäre es nicht verkehrt, dort anzusetzen, statt die Erklärung unserer Probleme primär innerhalb des Alten Kontinents zu suchen?

So sehr ich Deiner Beschreibung zustimme, meine ich dennoch, daß Deine Erklärung nicht wirklich am richtigen Punkt ansetzt.

Dieser wäre bei den Siegern und Besatzern zu suchen, oder anders ausgedrückt: so lange USrael steht, ist Europa verloren.

Denen haben wir die Migrantenschwemme zu verdanken, nicht dem Islam, mag er noch so unsympathisch und auf Weltherrschaft hin orientiert sein.

Monterone

Der einzig gangbare Ansatz

Taurec ⌂ @, München, Samstag, 13.06.2015, 19:05 vor 3870 Tagen @ Monterone 3284 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 13.06.2015, 20:06

Hallo!

Ganz kurz:

Ich meine, hier greifen zwei Seiten ineinander und wir haben beide recht.

Europa wird systematisch zugrundegerichtet und ein Zentrum (wenn nicht gar das Zentrum) dieser Agenda liegt an der US-Ostküste.

Zugleich würden diese Kräfte gar nicht Fuß fassen können, wenn wir noch starke Lebenskräfte hätten. Die jetzige Situation ist ein Spiegelbild unserer Schwäche.

Vielleicht wäre es nicht verkehrt, dort anzusetzen, statt die Erklärung unserer Probleme primär innerhalb des Alten Kontinents zu suchen?

So sehr ich Deiner Beschreibung zustimme, meine ich dennoch, daß Deine Erklärung nicht wirklich am richtigen Punkt ansetzt.

Mit meinem Denkansatz meine ich, genau an der Stelle, der einzigen Stelle anzusetzen, an der wir selbst oder man selbst im Augenblick etwas ändern kann: nämlich bei einem selbst.
Wenn es uns gelänge, sich innerlich wieder auf ein Fundament zu stellen, die Kräfte der Auflösung zumindest aus sich selbst und der eigenen Umgebung zu verdrängen, bekäme auch die Gegenseite keinen Fuß in die Tür. Ihr wäre die Grundlage entzogen. Die eigene Stärke, das eigene Selbstbewußtsein entwickeln, die innere Glut anfeuern, ist Voraussetzung für äußere, politische Souveränität. Erst dann läßt sich auch der amerikanische Einfluß zurückdrängen - wobei ich vermute, daß beides, der Untergang des US-Imperiums und das Wiederentflammen europäischer, deutscher Restsubstanz Hand in Hand gehen.

Die Linken versuchen stets, die Welt zu ändern und richten sie damit zugrunde, während eigentlich sittliches Gebot ist, zunächst vor der eigenen Türe zu kehren und selbst so zu sein, wie man seine Umwelt haben will. Mehr sein als scheinen, mit gutem Beispiel voran gehen, von anderen nicht verlangen, was man nicht selbst zu leisten bereit ist.
Dein Ansatz ist schon richtig, aber aussichtslos, wenn man dafür nicht in Form ist. Wie wir es auch machen wollen, wir müssen bei uns selbst anfangen.

Gruß
Taurec

--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


Weltenwende

Von Anfang bis Ende einverstanden (oT)

Monterone @, Samstag, 13.06.2015, 19:08 vor 3870 Tagen @ Taurec 2249 Views

- kein Text -

Einen Extraapplaus für Taurec!

Monterone @, Samstag, 13.06.2015, 19:36 vor 3870 Tagen @ Taurec 2728 Views

Hallo Taurec,

ist das wirklich von Dir? Genausogut könnten es meine Sätze sein. Dafür plädiere ich mit Feuer und imaginärem Schwert seit nicht wenigen Jahren:

> Wenn es uns gelänge, sich innerlich wieder auf ein Fundament zu stellen,
[quote]die Kräfte der Auflösung zumindest aus sich selbst und der eigenen
Umgebung zu verdrängen, bekäme auch die Gegenseite keinen Fuß in die
Tür. Ihr wäre die Grundlage entzogen. Die eigene Stärke, das eigene
Selbstbewußtsein entwickeln, die innere Glut anfeuern, ist Voraussetzung
für äußere, politische Souveränität. Erst dann läßt sich auch der
amerikanische Einfluß zurückdrängen - wobei ich vermute, daß beides,
der Untergang des US-Imperiums und das Wiederentflammen europäischer,
deutscher Restsubstanz Hand in Hand gehen.
[/quote]

Mir hat das so gefallen und innerlich gut getan, daß ich eine zweite Antwort zusammenklopfe und mich nachdrücklich bedanke. Es ist so schön wie selten, von jemandem in den wesenlichsten Fragen verstanden zu werden, ohne daß man meterlange Erklärungen schreiben muß.

Monterone

Ich denke ebenfalls so...

re-aktionaer @, Sonntag, 14.06.2015, 00:19 vor 3870 Tagen @ Monterone 2299 Views

Und handle auch danach.

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