U-Untersuchungen bei privatem Krankenversicherungstarif mit Selbstbehalt

Ötzi @, Dienstag, 09.06.2015, 00:31 vor 3873 Tagen 3873 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 09.06.2015, 01:00

Hallo,

sicherlich bin ich nicht der einzige hier im Forum, der für seine Kinder Krankenversicherungstarife mit Selbstbehalt hat und vor dem Problem steht, anstehende U-Untersuchungen im Endeffekt aus eigener Tasche bezahlen zu müssen, wenn für das Kind im gleichen Kalenderjahr zu wenig sonstige Krankheitskosten anfallen.

Die U-Untersuchungen sind zwar nach wie vor nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber in den meisten Bundesländern wird die Teilnahme zentral registriert. Bei Nicht-Teilnahme hat man dann das Gesundheitsamt und die Pädophilen vom Jugendamt an der Backe. Da reicht mir dann doch die GEZ.

Weiß hier im DGF irgendjemand, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, sich ohne Konsequenzen um die U-Untersuchungen zu drücken oder wenigstens die Kosten erstattet zu bekommen?

Mir geht es dabei nicht nur um das Geld (immerhin ca. €600 insgesamt), sondern auch um die verlorene Zeit. Wir haben vor gut einer Woche Nachwuchs bekommen, der nun lediglich aufgrund schlechter Blutwerte auf Intensivstation dauerüberwacht/-behandelt wird, obgleich die Kleine schon längst putzmunter ist. Seitdem steht bei uns der Alltag Kopf. Meine bessere Hälfte lies sich bisher nicht dazu überreden, die Kleine einfach auf eigene Verantwortung mit nach Hause zu nehmen, um die schöne Zeit in Ruhe zu genießen. Die Ärzte-Götter mit ihrer Respektsaura sitzen da momentan noch am längeren Hebel, auch wenn die Ausreden, warum das arme Kind noch nicht entlassen wird, jeden Tag dünner werden.

Da kam mir die Idee, dem System diesen Raub an den vielleicht schönsten Stunden im Leben über spätere Nichtteilnahme an sämtlichen U-Untersuchungen heimzuzahlen. Nach den Erfahrungen bei unserem ersten Kind sind diese Untersuchungen weitestgehend nutzlos und werden schlampig durchgeführt.

Herzlichen Glückwunsch und alles, alles Gute (ed)

azur @, Dienstag, 09.06.2015, 01:24 vor 3873 Tagen @ Ötzi 2804 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 09.06.2015, 01:35

Lieber Ötzi,

zunächst dem Kinde und Euch Glück und Segen. Alles, alles Gute.

Vergiss nicht, die U's sind eingeführt worden, für Leute die nicht fit genug sind, das selbst alles verstehen und im Augen haben zu können, was ein Kind braucht. Das hat nicht alles verhindernd können (hatte da gerade Eltern eine sehr gute Physio empfehlen müssen, weil ein Kind mit 3! nicht richtig laufen konnte, was Ärzte bisher - völlig falsch - für nicht änderbar hielten - man kann halt an die Falschen geraten, die Physio hat die Hüfte gerichtet: Das Kleine hat mir schon gezeigt, guck mal...), aber Etliches schon. Wir machen bei den U's sehr gern mit, denn es kann nicht schaden und wir sind so versichert, dass es uns nicht kratzt (das ist mir ganz recht so - und wir haben viele gute Erfahrungen mit Kinder- und anderen Fachärzten).

Und: Es gibt zwar Unfug mit Krankenhausaufenthalten und mehr. Aber: Vieleicht erst mal die berühmte Zweitmeinung? Schau mal, es sind ja doch auch Fachleute, und könntest Du es so leicht ab, wenn es zu Problemen kommt? Oder Deine Frau, und Eure Partnerschaft?

Bleib bitte gelassen. So wie Du es schilderst, bessert es sich ja und vielleicht kommt es zeitlich gar nicht sooo sehr darauf an.

Dem System so etwas zurückzahlen... Na, wenn das geht. Habe da meine Zweifel, dass das das System kratzt. Hauptsachen Du bezahlst nicht mit dem Flaschen. Wut kann ja auch manchmal ein schlechter Ratgeber sein.

Mutiger Ötzi, sei sanft und geduldig. Wird Euch gefallen. Unsre Kleinen und wir lieben es:

Sei Willkommen - Gerhard Schöne

Viele freundliche Grüße

azur

Edit: Will Dir gewiss nicht reinreden. Man muss immer überall aufpassen und Du magst richtig liegen. Habe es nur gesehen: Wenn ich bei der Wartung meiner "Maschine" schlampe, dann ist es das eine, aber bei den Kindern, die nicht meine Möglichkeiten haben, da darf ich niemals irgend was anbrennen lassen. Sie sind mir anvertraut. Dafür trage ich mindestens doppelt Verantwortung. Und zwar gern. Du ja sicher auch, was nicht bezweifelt sein soll. Bitte nichts für ungut. Man sorgt sich nur mit Deiner sicher zauberhaften Kleinen.

--
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Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.

Lieber Azur

Ötzi @, Dienstag, 09.06.2015, 10:57 vor 3873 Tagen @ azur 2096 Views

Lieber Azur,

Mutiger Ötzi, sei sanft und geduldig. Wird Euch gefallen. Unsre Kleinen
und wir lieben es:

Sei Willkommen - Gerhard
Schöne

vielen Dank für deine Anteilnahme. Ja, ich sehe im Moment wohl alles überkritisch, und bin "auf 180" wie man so sagt, wobei die Informationspolitik der Ärzte eindeutig ihren Teil dazu beigetragen hat.

Nettes Liedchen, bringt es auf den Punkt.
Immerhin durften wir dieses Mal das Wunder der Geburt erleben, nachdem es beim ersten Kind ein Kaiserschnitt war.


Viele freundliche Grüße

azur

Dir und Deinen Anvertrauten ebenso alle guten Wünsche!

Ötzi

Sehr gern - und kann man ja auch gut verstehen

azur @, Dienstag, 09.06.2015, 11:21 vor 3873 Tagen @ Ötzi 1902 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 09.06.2015, 14:57

Lieber Ötzi,

herzlich gern. Kann man ja auch sehr gut nachvollziehen, denn das zerrt ja alles an den Nerven und Du machst Du ja nur Sorgen - und wir sollten ja auch immer mitdenken und es nicht anderen überlassen.

(Habe auch schon ein Kind nach einer OP, die heute ambulant Standard ist, einfach mit heim genommen. Ärztin damals: Wir dachten uns schon, dass sie so einer sind... Haha.
Und haben seit Jahren auch eine sehr gute Heilerin. Aber warum soll ich auf einer Schiene bestehen? Die Heilerin sendet wegen bestimmter Diagnostik usw. auch zu den Mediziner. Die ist halt klug, umsichtig und vor allem frei).

Das wird schon werden! Alles, alles Gute! [[herz]]

Sehr schön, was Du über die Geburt schreibst. Das ist ganz wunderbar, wie Du es wohl erlebt hast (habe es auch immer dankbar so erleben können - wir hatten noch dazu 2 Mal das Glück, dass der OP gegenüber war, danach. Früher und woanders hätte es die Mutter nicht schaffen können - das muss man sich mal vorstellen. Da waren wir aber allesamt heilfroh, dass wir dies hier hatten).

Bleib weiter tapfer und kommt gut durch diese Tag. Ein Freund von mir sagt immer trefflich: Das Chaos von heute, sind die Anekdoten von morgen.

2RAUMWOHNUNG - Bleib geschmeidig [[smile]] (hilft ja doch am Besten, wie man dann, auch später, meist merkt)

Viel, viel Freude Euch aneinander!!

Herzliche Grüße

azur


PS: Höre ansonsten dieses Genie: https://soundcloud.com/stamper-louis . Man, was für ein Talent! (nicht von den t. w. Märtchentiteln ablenken lassen - das sind alles klasse Tracks. Z. B. https://soundcloud.com/stamper-louis/nadelohr-apartment-13215 - unsere Großen finden das auch klasse)

Tanzbar vor allem auch der großartige Room 84er Track: https://soundcloud.com/room84ch/r84-podcast170-meister-nadel (wie Goldstaub! Hab den schon seit 2 Jahren auf dem Schirm - und er spricht sich jetzt rum. Völlig verständlich.)

Fallen leicht unterschiedlich aus, aber die Qualität ist immer extrem hoch.

--
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U-Untersuchungen sind Verträge der GKV

aliter @, Dienstag, 09.06.2015, 07:31 vor 3873 Tagen @ Ötzi 2665 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 09.06.2015, 14:47

Zunächst sind die Kinder-U-Untersuchungen wie alle Vorsorge-Untersuchungen Verträge zwischen der Ärzteschaft und den gesetzl. Krankenkassen.
Der Hintergrund ist, dass laut SGBV eigentlich nur Krankheiten zu Lasten der GKV behandelt bzw. abgerechnet werden dürfen. Für alles, was Vorsorge betrifft - im weitesten Sinne ja auch die Impfungen - wurden jeweils eigene Verträge bzw. Regeln aufgestellt.

Die Kinder-U-Untersuchungen U1 bis U11 sowie die Jugendgesundheitsberatungen, die ab 12 durchgeführt werden, sind ausserordentlich wichtig und sollten unbedingt durchgeführt werden, wenngleich man durchaus insbesondere bei der Jugendgesundheitsuntersuchung über den Inhalt sich streiten kann. Der liegt nämlich u.a. auf Sexualbefragung und spart sich z.B. den Seh- und Hörtest, die vernünftige Hausärzte, sofern sie entsprechend ausgestattet sind, doch mitmachen und so den einen oder anderen Fehlsichtigen herauspicken.

Die nächste allgemeine Vorsorge ist dann erst ab 35 Jahren, auch nur eine Miniuntersuchung (kostet sonst die Kassen zu viel!). Dazwischen ist die berühmte Lücke, die früher zumindestens bei den Männern durch die, in der Gründlichkeit gewaltig unterschätzte, Musterung gefüllt wurde. Von den Krebsvorsorgeuntersuchungen sie hier mal abgesehen.

Meines Wissens werden die U-Untersuchungen nicht namentlich zentral verfasst. Die sog. Gesundheitsuntersuchungen überhaupt nicht mehr.
Also formal sind die natürlich auch für Privis sehr zu empfehlenden Vorsorgeuntersuchungen jeglicher Art gar nicht gedacht.
Trotzdem sind diese natürlich höchst sinnvoll. Meines Wissens haben einige Privatkassen die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen aus dem Selbstbehalt herausgenommen.
Überdies dauern diese bei den Kindern wenig Zeit und als Privatpatient sollte man nicht stundenlang warten müssen. mfg

Zentrale Registrierung je nach Bundesland

Ötzi @, Dienstag, 09.06.2015, 10:30 vor 3873 Tagen @ aliter 2041 Views

Hallo Aliter

Meines Wissens werden die U-Untersuchungen nicht namentlich zentral
verfasst.

Soweit ich recherchiert habe, hängt das vom Bundesland ab. Wir haben in den letzten Jahren in Hessen und im Saarland gewohnt, und in beiden Ländern bekamen wir von einer zentralen Stelle die schriftliche Erinnerung, die nächste U-Untersuchung wahrzunehmen. Einige Male bekamen wir auch eine Art Mahnung/zweite Erinnerung. Wir sind absichtlich immer sehr spät zu den U-Untersuchungen gegangen, da unser Sohn 3 Monate zu früh geboren war, die Termine der U-Untersuchungen sich aber nach dem Alter seit Geburt richten, nicht nach dem Alter seit Zeugung (=Biologisches Alter). Auf diese Weise haben wir dann zumindest auf diesem Gebiet Chancengleichheit hergestellt.

Manchen Erwachsenen ist es schwer beizubringen, dass Lernen bei Kindern nicht nur etwas mit Begabung, Fleiß und Didaktik zu tun hat, sondern auch mit Zellteilung.

Meines Wissens haben einige Privatkassen die Teilnahme an den
Vorsorgeuntersuchungen aus dem Selbstbehalt herausgenommen.

Das kann sein, ich muss bei unserer Versicherung auch noch nachfragen, da wir erst seit kurzem die Tarife mit Selbstbehalt haben. Allerdings hatten wir davor Tarife mit 90%-iger Leistung, und haben damals bereits 10% der Kosten der U-Untersuchungskosten aus eigener Tasche bezahlt.

Geistige Auffrischung

helmut-1 @, Siebenbürgen, Dienstag, 09.06.2015, 22:26 vor 3872 Tagen @ Ötzi 1917 Views

Hab das mit Interesse gelesen. Muß aber zugeben, dass es schon zu lange her ist, dass ich mich da an Einzelheiten erinnere. Fest steht, ich habe dafür nichts bezahlt. Obwohl ich seit Menschengedenken selbständig bin.

Ich hab es (in den 80ern und Anfang der 90er ging das noch) auch geschafft, mich aus dem sozialen Getriebe auszuklinken. Bezahlte weder Rente, noch KV, noch sonst was. Aber die Vorsorgeuntersuchungen für das Kind wurden gemacht. Allerdings nicht von meinem Geldbeutel.

Dumme Frage, - stimmt das, was Du da geschrieben hast?
Die U-Untersuchungen sind zwar nach wie vor nicht gesetzlich vorgeschrieben..
Ich hab das so in Erinnerung, dass das gesetzlich vorgeschrieben war, (oder irre ich mich da?) dann aber stellt sich die Frage: bezahlt dann das nicht der Staat? Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht mehr, wie es damals bei mir war. Könnte auch sein, dass ich damals meine Frau als Arbeitnehmerin mit wenig Gehalt in einem meiner Betriebe angemeldet habe, und das dann durch die GKV bezahlt wurde. Ich weiß es einfach nicht mehr.

Das, was auch der Tenor von anderen Lesern war, teile ich auch. Ich würde auf jeden Fall diese Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Ob man dann das auch befolgt, was die Weißkitel empfehlen oder gar vorschreiben, das steht auf einem anderen Blatt. Dafür gibts heute mehr denn je Möglichkeiten, sich umfassend zu informieren.

Ich weiß noch, dass mein Junge damals keine massenhaften Schutzimpfungen bekommen hat, weil ich da was dagegen hatte. Bestimmte Impfungen ja, das waren aber zwei oder drei. Müßte im Heft nachsehen, glaube, das war die Kinderlähmung.

Bei meinem Großen hat die Vorsorgeuntersuchung gezeigt, dass er irgendwie die Spreizung im Beckenbereich nicht so gekonnt hat, wie es sein sollte. Der Wurm war damals ein halbes Jahr alt, - und er bekam ein Spreizhöschen. Sah furchtbar aus, - ich stand oft mit Magenkrämpfen vor dem Bettchen. Aus der Verwandtschaft hatte man mich immer beruhigt, - das gibt sich schon, das wird besser, als ich mir vorstellen könnte.

So war es auch. Ging wie sein Vater zu einer Spezialeinheit, machte alle Prüfungen und Spezialausbildungen mit Erfolg, Nahkampf, Kampftauchen, Fallschirmspringen usw. - die Verwandtschaft hatte recht gehabt. Im Rückblick bin ich aber doch froh, dass man das bei den Vorsorgeuntersuchungen festgestellt hat, dass da was nicht stimmt. Mir wäre das nicht aufgefallen.

Das wollte ich zu diesen U-Untersuchungen noch loswerden, - im Interesse des Kindes, - und natürlich der Eltern.
Im übrigen war es beim letzten Kind eine schwierige Geburt und der Krankenhausaufenthalt dauerte auch länger, so wie bei Dir auch. Aber ich war mehr im Krankenhaus als zuhause, - ich hatte ein derartiges "Zutrauen" zu den Weißkitteln, dass ich denen so gut wie nichts überlassen habe. Die waren dann froh, als wir draußen waren. Aber es ist alles gut gegangen, - grade beendet der "Delinquent" seinen Militärdienst in bester Gesundheit.

Jedenfalls auch von mir die besten Wünsche für Kind und Eltern!

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