Wurde Hitler von England und Polen zum Angriff gezwungen?

Falkenauge @, Montag, 01.06.2015, 10:48 vor 3881 Tagen 9229 Views

Den Angriff Hitlers auf Polen am 1. 9. 1939 als „Überfall“ zu bezeichnen, ist gängiges Vokabular der offiziellen Geschichtsschreibung. Es suggeriert ein böswilliges Vom-Zaun-Brechen des Krieges durch den deutschen Diktator und eine völlige Überraschung des ahnungslosen Polens. Diese Ansicht kann nur solange zweifelsfrei aufrechterhalten werden, solange wesentliche historische Fakten ausgeblendet bleiben.

Um einem vielleicht aufsteigenden Vorurteil gleich zu begegnen: Es geht nicht um eine Verharmlosung des verbrecherischen Nazi-Regimes und seiner Machtpolitik. Es kann aber auch nicht um deren Verfälschung und erst recht nicht um eine Verharmlosung der britischen Machtpolitik und der kaum thematisierten nationalistischen Politik Polens gehen, deren sich die Briten bedienten.

In Polen fanden Benachteiligungen und Verfolgungen der über 2 Millionen Deutschen statt, die durch das Versailler Diktat zu Polen gekommen waren, und es herrschte eine Kriegsstimmung gegen Deutschland. Die chauvinistische Regierung verweigerte sich jeder vernünftigen Regelung der schwierigen vom übrigen Deutschland abgetrennten Lage Ostpreußens und der Deutschen des zum Freistaat deklarierten Danzigs - und dies schon bevor Hitler an die Macht kam.
Dieser drängte auf eine Lösung und machte Polen Zugeständnisse, wie sie von allen Weimarer Regierungen abgelehnt worden waren. Doch Polen lehnte, unterstützt von England ab. Um es zum Konflikt kommen zu lassen?

Auf "Fassadenkratzer" finden Interessierte gleich oben eine genauere Untersuchung dieses Problems, die erheblich von der herrschenden Geschichtsschreibung abweicht.

Frei aus dem (üblicherweise recht guten) Gedächtnis zitiert

Kirov @, Montag, 01.06.2015, 13:16 vor 3880 Tagen @ Falkenauge 7886 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 01.06.2015, 13:21

"Wir werden Deutschland den Krieg aufzwingen. Ob es will oder nicht."

Zitat aus dem Munde des polnischen Regierungschefs, 193x A.D.

Gesehen in einem Russischen Schulbuch. Reisen bildet.

Entspannte Grüße
Kirov

Wir brauchen unbedingt russische Schulbücher hier. (oT)

Bernadette_Lauert, Montag, 01.06.2015, 13:33 vor 3880 Tagen @ Kirov 6564 Views

- kein Text -

In denen stehen aber wohl kaum Suvorov und Solschenizyn

Kurz_vor_Schluss @, Montag, 01.06.2015, 15:59 vor 3880 Tagen @ Bernadette_Lauert 6681 Views

http://www.mitteleuropa.de/stalin-barbar01.htm
Kirov: Wie verbreitet ist denn die These in Russland, dass Stalin den Erstschlag auf West-Europa geplant hätte und Hitler ihm nur zuvor kam?
Schönen Gruß
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Gibt es eigentlich Parallelweltenromane dazu?

Bernadette_Lauert, Montag, 01.06.2015, 16:17 vor 3880 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 6719 Views

http://www.mitteleuropa.de/stalin-barbar01.htm
Kirov: Wie verbreitet ist denn die These in Russland, dass Stalin den
Erstschlag auf West-Europa geplant hätte und Hitler ihm nur zuvor kam?
Schönen Gruß
K_v_S

Der Roman "Vaterland" dürfte ja einigermaßen bekannt sein. Hier der Film komplett: https://www.youtube.com/watch?v=yf04m7h9jcg

Keiner weiß, wie die Geschichte verlaufen wäre, hätte Stalin den fehlenden Passierschein A38 gehabt... Außer vielleicht ein Romanautor?

Frage: Gibt es auch Parallelweltenromane mit einer russischen Siegermacht? Weiß das jemand?

Gruß, Bernadette

Gute Frage

Kurz_vor_Schluss @, Montag, 01.06.2015, 17:12 vor 3880 Tagen @ Bernadette_Lauert 6437 Views


Frage: Gibt es auch Parallelweltenromane mit einer russischen Siegermacht?


Salut Bernadette,
bestimmt! Kenne allerdings persönlich keine, wobei - die Russen waren doch Siegermacht - oder? [[zwinker]]
Von Robert Harris, dem Autor von Fatherland gibt es noch einen unsäglich schlechten Roman über das Russland der Neunziger Jahre, in dem ein westlicher Journalist Stalins Sohn im hohen Norden Russlands aufspürt - und als der nach Moskau gebracht wird, jubeln ihm dort die Menschen als Retter des Landes zu....
http://de.wikipedia.org/wiki/Aurora_%28Roman%29
Und uns als kriegstreibende Partei hat ein Ami-Autor ja bereits 1940 prophetisch vorhergesehen - http://www.lovelybooks.de/autor/Fred-Allhoff/Blitzkrieg-Die-Nazi-Invasion-in-Amerika-48...
Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter....
Schönen Abend
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Parallelweltromane von Philip K. Dick, Peter Meyer

sigma @, Dienstag, 02.06.2015, 15:23 vor 3879 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 5403 Views

Hallo an alle,
ein spannender Parallelweltenroman, in dem Japan und Deutschland die USA besiegt haben, hat sogar 1963 den Hugo gewonnen: the Man in the Highcastle (Das Orakel vom Berge). Dick ist den meisten hier durch Filme wie: Bladerunner, Total Recall, Minority Report, Pay Check usw. bekannt. Die gesamte Kurzgeschichtensammlung ist für schlappe 50 Teuro bei 2001 Versand erwerbbar und wird von mir sehr empfohlen. Desweiteren gibts einen Roman von Peter Meyer: Unthinkable. Er spielt auf die Pläne von Winston Churchill (Operation Unthinkable) - sowie auch von Panzergeneral Patton - an, zusammen mit USA, Polen und der dt. Wehrmacht sofort gegen die Sowjetunion zu marschieren, also übergangslos vom 2. in den 3. Wk zu schlittern. Der Plan wurde letztlich von Truman abgelehnt, weil die USA glubten, mit dem damaligen Atomwaffenmonopol die Russen auch so kirre machen zu können. mfg sigma

http://www.phantastik-couch.de/philip-k-dick-das-orakel-vom-berge.html
http://www.zweitausendeins.de/philip-k-dick-saemtliche-118-sf-geschichten.html
http://www.amazon.de/Unthinkable-Roman-Peter-Meyer/dp/3844895396

Der Bildschrimschoner Electric Sheep und ein saftiges Kaufversprechen

Bernadette_Lauert, Dienstag, 02.06.2015, 15:37 vor 3879 Tagen @ sigma 5540 Views

Hallo an alle,
ein spannender Parallelweltenroman, in dem Japan und Deutschland die USA
besiegt haben, hat sogar 1963 den Hugo gewonnen:

Hugo ist auch als Prosecco mit Holunder-Sirup sehr zu empfehlen. Ich bin jetzt ganz Ohr...[[freude]]

the Man in the Highcastle
(Das Orakel vom Berge). Dick ist den meisten hier durch Filme wie:
Bladerunner, Total Recall, Minority Report, Pay Check usw. bekannt. Die
gesamte Kurzgeschichtensammlung ist für schlappe 50 Teuro bei 2001 Versand
erwerbbar und wird von mir sehr empfohlen.

Vom Dick hat ich mir mal - wegen dem darauf basierenden Bildschirmschoner "Electric Sheep" - die Geschichte "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?" als Hörbuch getonspurt: https://www.youtube.com/watch?v=jsILXXly4OQ
...und dann festgestellt, dass das die Bladerunner-Geschichte ist. Fand´s gut. Das Orakel vom Berge muss wohl auch noch her!

Desweiteren gibts einen Roman
von Peter Meyer: Unthinkable. Er spielt auf die Pläne von Winston
Churchill (Operation Unthinkable) - sowie auch von Panzergeneral Patton -
an, zusammen mit USA, Polen und der dt. Wehrmacht sofort gegen die
Sowjetunion zu marschieren, also übergangslos vom 2. in den 3. Wk zu
schlittern. Der Plan wurde letztlich von Truman abgelehnt, weil die USA
glubten, mit dem damaligen Atomwaffenmonopol die Russen auch so kirre
machen zu können. mfg sigma

Hört sich auch spannend an.
Will aber einen Parallelweltenroman lesen oder hören, wo der Russe gewonnen hat und ein Sowjetweltreich entsteht. So wie bei "Vaterland" mit kritischen Untertönen.

Wer schreibst das? Ich kauf´s dann, wenn die Paperback-Fassung für 12 Euro erhältlich ist. Über Ellis Affiliate-Link. Versprochen.

Gruß, Bernadette

Hugo Gernsback (oT)

sigma @, Dienstag, 02.06.2015, 17:40 vor 3879 Tagen @ Bernadette_Lauert 5230 Views

Hallo Bernadette

Hugo ist auch als Prosecco mit Holunder-Sirup sehr zu empfehlen. Ich bin
jetzt ganz Ohr...[[freude]]

Der Hugo Gernsback ist besser als der mit Holunder.

Will aber einen Parallelweltenroman lesen oder hören, wo der Russe
gewonnen hat und ein Sowjetweltreich entsteht. So wie bei "Vaterland" mit
kritischen Untertönen.

Die Sowjetunion hat ja real gewonnen. Da brauchts keinen Parallelweltenroman.
Und ich kenne keinen derartigen Roman. Allerdings beschreibt Dick (die Warnungen von Stephen Hawking vorwegnehmend) in einer seiner seinen düsteren Kurzgeschichten eine Warnung vor den Robotern (Androiden), die sich verselbständigen und gegen die ehemaligen Feinde USA und Sowjetblock kämpfen: Variante 2. Es sei noch kurz auf Dicks absolute Hammerstory: der Glaube unserer Väter hingewiesen, worin er beschreibt, was man unter dem jüdisch/christlichen Psalm 23 "der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln" schon vage erahnen kann. Die Menschheit ist eine Schafherde und erleidet das Schicksal von Schafherden. Hier haben im Anschluß an den Vietnamkrieg / 3. Weltkrieg die chinesischen Kommunisten gegen die USA gewonnen, diese zur Hälfte besetzt. Ist dann zwar nicht Rußland, aber immerhin die Richtung. Man mag Dick entweder voll - oder garnicht. Da gibts kein Zwischendrin. mfg sigma

http://gedankenecke.com/2010/04/variante-2-von-philip-k-dick/
http://genius.com/Philip-k-dick-faith-of-our-fathers-annotated
http://rezensionen.literaturwelt.de/content/buch/d/t_dick_philip_k_die_besten_stories_v...
http://www.t-online.de/nachrichten/wissen/id_74014122/der-britische-astrophysiker-steph...

Alles nicht so einfach...

Bernadette_Lauert, Dienstag, 02.06.2015, 22:27 vor 3879 Tagen @ sigma 5328 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Dienstag, 02.06.2015, 22:37

Hallo Bernadette

Hugo ist auch als Prosecco mit Holunder-Sirup sehr zu empfehlen. Ich

bin

jetzt ganz Ohr...[[freude]]


Der Hugo Gernsback ist besser als der mit Holunder.

Geschmacks- und Verwendungssache...

Will aber einen Parallelweltenroman lesen oder hören, wo der Russe
gewonnen hat und ein Sowjetweltreich entsteht. So wie bei "Vaterland"

mit

kritischen Untertönen.

Die Sowjetunion hat ja real gewonnen. Da brauchts keinen
Parallelweltenroman.

Ja, nee, ich will einen Roman mit realisiertem Sowjetkommunismus, der gegen die westliche Wertegemeinschaft gewonnen hat. Der Russe ist ja heutzutage grundsätzlich im selben Wertesystem wie der Westen.

Nur bleiben die Grundversorgungsinfrastruktur und die Firmen zur Ausbeutung von Russlands Kohlenwasserstoffen weitestgehend in Staatshand. Ansonsten ist der Russe im Grunde libertär mit seinen 13 Prozent Spitzensteuersatz bei einem Staat, der über Vertragstreue wacht und für Ordnung sorgt. Begreift bloß keiner, wegen Gehirnwäsche. Die EUDSSR mit Politbüro in Brüssel hat da ganz andere Spitzensteuersätze.

Ob die gerechtfertigt sind, steht wieder auf einem anderen Blatt. Dem hier:
http://www.vermoegensteuerjetzt.de/topic/21.vermoegensuhr.html

Ist alles nicht so einfach...

Und ich kenne keinen derartigen Roman. Allerdings beschreibt Dick (die
Warnungen von Stephen Hawking vorwegnehmend) in einer seiner seinen
düsteren Kurzgeschichten eine Warnung vor den Robotern (Androiden), die
sich verselbständigen und gegen die ehemaligen Feinde USA und Sowjetblock
kämpfen: Variante 2. Es sei noch kurz auf Dicks absolute Hammerstory: der
Glaube unserer Väter hingewiesen, worin er beschreibt, was man unter dem
jüdisch/christlichen Psalm 23 "der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts
mangeln" schon vage erahnen kann. Die Menschheit ist eine Schafherde und
erleidet das Schicksal von Schafherden. Hier haben im Anschluß an den
Vietnamkrieg / 3. Weltkrieg die chinesischen Kommunisten gegen die USA
gewonnen, diese zur Hälfte besetzt. Ist dann zwar nicht Rußland, aber
immerhin die Richtung. Man mag Dick entweder voll - oder garnicht. Da
gibts kein Zwischendrin. mfg sigma

Ja, der Dicks ist schon ein "etwas anderer Autor". Sein Alleinstellungsmerkmal: Das Spiel mit dem Begriff der Realität. Guter Typ.

Gruß, Bernadette

Vorsicht vor Suvorov

Kirov @, Montag, 01.06.2015, 19:08 vor 3880 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 6632 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 01.06.2015, 19:52

Der Mann hat sich im Laufe der Zeit vom authentischen Historiker zum geschäftstüchtigen Historiker entwickelt. Was ganz natürlich ist, da 90 Prozent seiner Leser im Westen sitzen. Dort müssen die Bedürfnisse befriedigt werden, nicht in Russland.

In seinen neueren Büchern kommen da und dort ein Russischer General oder ein Geheimvertrag zwischen Staatsmännern oder eine spezielle KGB-Abteilung vor, von denen man in Russland noch nie gehört hat. Ganz dezent eingestreut zwischen echten Staatsmännern und echten KGB-Abteilungen. Einfach notwendig damit die schockierenden Enthüllungen nicht aufhören und die Auflage nicht fällt.

Zu Stalin - natürlich wollte der das Gleiche machen wie die Wehrmacht, nur isse ihm peinlicherweise zuvorgekommen. Natürlich kann man das Russischen Schulkindern nicht beibringen. Noch nicht.

Was machbar wäre, aber da hapert es am Mut der Behörden, ist Russischen Schulkindern beizubringen, dass eine prominente Clique von Anglo-Bankern sowohl Hitlers als auch Stalins Expansion finanziert hat. Dass es ohne Wallstreet und City of London keine Wehrmacht in Moskau und auch keine Rote Armee in Berlin gegeben hätte. Das würde die große führende Rolle von Stalin in verträglicher Weise beschädigen. Das würde auch Leute wie Suvorov ziemlich beschädigen - falls seine West-Kundschaft es überhaupt mitkriegt.

Suvorov ist heute eine Art Tom Clancy für Anspruchsvolle. Die KGB-Verschwörung hat überlebt und lauert. Fortsetzung im nächsten Buch.

Entspannte Grüße
Kirov

Drei Fragen dazu

Kurz_vor_Schluss @, Dienstag, 02.06.2015, 12:33 vor 3879 Tagen @ Kirov 5622 Views

Tach Kirov,
danke für Antwort und Erläuterung - immer schön, Einblick von jemandem zu erhalten, der thematisch näher dran ist. Dass es noch eine Weile dauern wird, bis auch russische Schulkinder über diverse Vorkommnisse der jüngeren Geschichte aufgeklärt werden, glaub ich wohl - indes ist das ja bei uns, was uns betrifft, nicht anders.
Drei Fragen hierzu (sofern Du kurz Zeit hast).
a) Was ist mit Solschenizyn und seinen sehr kritischen Ansätzen zur SU (s. Archipel Gulag, das rote Rad etc.). Spielt er im öffentlichen Bewusstsein/in der Erziehung in Russland noch eine/keine Rolle mehr?
b) Wie würdest DU denn heute den FSB, also früheren KGB, einschätzen? Es erscheint mir naiv, zu glauben, die Sauereien würden allein im Westen begangen (s. die Bombenattentate, die zum zweiten Tschetschenienkrieg führten etc). Ich las mal diesen ziemlich reisserischen Text eines KGB Überläufers:
https://dolomitengeistblog.wordpress.com/2013/09/13/interview-kgb-ueberlaeufer-yuri-bez...
Wie mächtig ist der FSB Russland nach Deiner Meinung wirklich? Und ist er in Teilen der Welt aktiv - ähnlich der CIA?
c) Wen würdest DU heute empfehlen (zu lesen), um sich ein realistisches Bild von Russland, russischer Politik und Wirklichkeit, zu machen? Der Saker ist etwas idealistisch, die Westpresse tendenziell nur negativ - die Wahrheit dürfte also dazwischen liegen.
Schönen Gruß
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Antwort gerne ca. morgen Abend....

Kirov @, Dienstag, 02.06.2015, 22:07 vor 3879 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 5323 Views

....bin vorübergehend leider brutal eingespannt.

LieGrü
Kirov

Zeit ist relativ

Kurz_vor_Schluss @, Montag, 08.06.2015, 11:41 vor 3873 Tagen @ Kirov 4844 Views

und ein "Morgen" kann im universellen Rahmen 10.000 Jahre bedeuten.
Aber wenn's zeitllich mal passt, wäre es nett, wenn Du an die Antwort denken könntest.
Spasiba.
Schönen Gruß
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Bin beglückt und entzückt

Kirov @, Dienstag, 09.06.2015, 04:03 vor 3873 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 4981 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 09.06.2015, 04:49

Hallo K_v_S,

entschuldige bitte meine nachhaltige Verspätung. Ausgerechnet bei dir, der sich offenbar ernsthaft für Russland interessiert.

Die nicht-digitale Welt absorbiert mich derzeit leider rücksichtslos. Lösung des Problems: Meine Antwort erfolgt auf Raten, dafür aber ausführlich.


a) Was ist mit Solschenizyn

In diesem Punkt bin ich möglicherweise keine große Hilfe, denn ich bin letztlich nur ein Tourist.

Wie die Russen wirklich über Solshenitsyn denken. Mein privater Eindruck ist, dass er bei den Hochgebildeten immer noch eine Selbstverständlichkeit darstellt, ansonsten aber an Bedeutung verloren hat. Er hat verloren weil er wie alle anderen Intellektuellen während der 1990er Jahre als westliche Gallionsfigur auf der Yeltsin-Titanic montiert war, und gemeinsam mit dieser Titanic gesunken ist.

Von dem Yeltsin-Jahrzehnt hat sich das ganze Segment der Intellektuellen, ob historisch oder noch am Leben, nie mehr erholt. Nach fast 10 Jahren Hunger und Mangelwirtschaft hatte auch der letzte Russe begriffen, dass diese ganze Harvard-Scheisse nur dazu dient, Russland abzuservieren. Dann kam Putin und die Supermarkt-Regale begannen sich wieder zu füllen. Beweis erbracht.
Wer heute in Russland intellektuell sein will, der kombiniert das besser mit einer merkbaren Portion Patriotismus, denn alle anderen Sorten von schreibenden Schlauköpfen stehen im Sold von CIA oder von Figuren wie Soros und Chodorkowski. So sieht das der Durchschnitts-Russe in meinem begrenzten Bekanntenkreis. Und liegt damit m.M.n. gar nicht weit von der Wahrheit entfernt.

Falls es dir bei der Frage eher um den Sowjetismus im Allgemeinen geht - den halte ich für erledigt.
Die westlichen Grusel-Berichte und Grusel-Bücher seit der Jahrtausend-Wende sind frei erfunden. Das sage ich als Augenzeuge. Der typische Stalin-Verehrer kriegt heute in Russland vor allem mitleidig-verständnisvolles Lächeln. Ähnlich wie der typische McCain-Fan in Amerika. Man akzeptiert ihn, weil er ja ein Patriot ist, aber man stuft ihn als geistig unterbelichtet ein.

Stalin-Anhänger sind zu 80 Prozent Menschen über 50 Jahre, dh. Loser die einst mit dem Untergang der Sowjetunion ihren bequemen und arbeitsfreien staatlichen Arbeitsplatz verloren. Das haben sie der neuen Zeit nie verziehen. Zum Geburtstag von Stalin marschiert jedes Jahr eine Kolonne von 1000 Leuten über den Roten Platz, ca. 60 Prozent Greise. Finanziert wird denen das, inklusive Anreise und hübschen roten Fahnen, von der KP, die immer noch im Parlament sitzt und deren Kernwählerschaft im ganzen Land diese von der Welt enttäuschten alten Trottel sind.
Da marschiert die Karawane der alten Opis, beaufsichtigt von ein paar jungen Hostessen, brav zu Stalins Marmorbüste, mitten in Moskau, und ihr einziges Publikum sind Journalisten. Die Moskauer ringsum gehen einfach vorbei. Totales Desinteresse. Dies mitten in einer 12-Millionen-Stadt wo jeder Volkstanz-Wettbewerb leicht 5.000 Schaulustige auf die Beine bringt.

Szenenwechsel.
Thomas Anders nimmt irgendwo in der City ein Mikrofon zur Hand und beginnt ein (angeblich) improvisiertes Live-Konzert. Da strömen flott 50.000 Menschen herbei, und dann rückt die OMON an und riegelt die Straßen ab bevor es 100.000 werden und der öffentliche Verkehr vollkommen zusammenbricht. So sieht das aus wenn Etwas die Moskauer interessiert. Die Stalin-Fraktion hat ausgeschissen, das kann man ganz simpel und einfach mit den Augen sehen.

Dies für heute vom Russland-Touristen.

Zu deinen anderen Fragen demnächst. Schau einfach im Lauf der Woche wieder rein. Und Danke für deine freundliche Geduld.

Entspannte Grüße
Kirov

Mach ich

Kurz_vor_Schluss @, Dienstag, 09.06.2015, 13:09 vor 3872 Tagen @ Kirov 4764 Views

Salut Kirov,
herzlichen Dank für diesen Augen- und Ohrenzeugen-Bericht. [[top]]
Sehr interessant - wusste nicht, dass auch Solschenizyn auf Jelzin gesetzt hatte - traurig, das hätte ich nicht gedacht (hatte nämlich aufgrund seiner Werke Achtung vor ihm und seiner Leistung).
Bin gespannt auf Deine weiteren Ausführungen - und hoffe und wünsche, das analoge Leben frisst Dich nicht gänzlich.
Schönen Gruß und gutes Vorankommen bei Deinen Dingen
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Und eine kleine Korrektur

Kirov @, Samstag, 13.06.2015, 14:51 vor 3868 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 4563 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 13.06.2015, 15:26


wusste nicht, dass auch Solschenizyn auf Jelzin gesetzt hatte - traurig, das hätte ich nicht gedacht

Hatte er nicht. Meine Schuld - ich habe zu allgemein formuliert. Solshenitsyn wurde gar nicht gefragt, der wurde einfach vereinnahmt. Mit seinem Gulag-Epos war er aus Sicht der Amerikaner ein Pflicht-Kandidat für die Superhelden-Liga.

Es gibt da einige wilde Geschichten, die real sind und für deren Recherche ich erst im Ruhestand Zeit finden werde. Die Amerikaner waren unter Yeltsin bereits knapp dran, die Produktion der Schulbücher Russlands unter ihre Kontrolle zu bringen. Da wäre dann mutmaßlich das Gleiche gelaufen wie in Deutschland. Gulag als Staatskult & als Staatsschuld, von welcher sich das einfache Volk durch Milliarden-Zahlungen an eine privilegierte Personengruppe freikaufen muss.

Die Befreier sind sehr langweilige Menschen, denn sie bringen nie was Neues. [[zwinker]]

Entspannte Grüße
Kirov

Da fehlt was

Kirov @, Dienstag, 09.06.2015, 09:26 vor 3873 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 4808 Views

Sieht aus als kam beim Herumkopieren was abhanden.

Also - der Satz über die westlichen Grusel-Berichte und Grusel-Bücher bezieht sich auf die Stalin-Verehrer. Die haben nicht die Macht welche ihnen vom Westen in endlosen Publikationen angedichtet wird, sondern sind im Gegenteil die Klasse der Einflusslosen.

Mittellose, Arbeitslose, Hirnlose, Mindestrentner, Mindest-IQ-ler - die Alle träumen sich einen Stalin als gütigen Babysitter herbei, der sie gut versorgen wird solange sie als Gegenleistung eine rote Fahne schwenken. Politik reimen sie sich genau wie die McCain-Fans zusammen: Es würde uns viel besser gehen wenn wir die Bösen einfach wegbomben.

Wer soll die ernstnehmen? Was sollen die bewirken? Wen sollen die bedrohen? Die sind die Dorftrottel unseres Zeitalters. Mehr nicht.

Entspannte Grüße
Kirov

Teil 2

Kirov @, Samstag, 13.06.2015, 01:17 vor 3869 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 4879 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 13.06.2015, 02:17


b) Wie würdest DU denn heute den FSB, also früheren KGB, einschätzen?

Ich würde meinen, wir können froh sein, dass es ihn gibt.
Andernfalls würde die Bundeswehr heute Deutschlands Freiheit am Yang-Tse verteidigen. Hätten die USA Russland in den 1990ern erfolgreich zerlegt, dann wäre heute längst China dran. Verhindert wurde die Zerlegung primär vom FSB.


Es erscheint mir naiv, zu glauben, die Sauereien würden allein im Westen begangen (s. die Bombenattentate, die zum zweiten Tschetschenienkrieg führten etc).

Der FSB befindet sich heute in einer diesbezüglich sehr komfortablen Situation. False Flags sind nicht mehr notwendig. Man macht heute in Daghestan, dem primitivsten und islamisiertesten Teil Russlands, ganz öffentlich das, was man in den 1990er Jahren in Tschetschenien noch unter allerlei verkrampften Vorwänden tat. Man killt regelmäßig die vom Westen und von den Saudis finanzierten Islamisten-Führer und deren Truppen. Und die Fernseh-Teams sind live dabei.

Hunderte Videos auf YouTube zeigen, wie unerschöpflich das Reservoir der religiösen Idioten ist. Es gelingt den Saudis immer wieder, in irgendeinem abgelegenen Tal die ganze (oder wenigstens die halbe) Dorf-Gemeinschaft für den großen Feldzug gegen die verfluchten Ungläubigen zu gewinnen. Die Waffen kommen über die georgische Grenze, nur ganz selten von anderen NATO Satelliten. Irgendwann rücken dann Russische Aufräum-Kommandos an und es gibt einen Tag Krieg, oder auch eine ganze Woche, bis man die schwerst bewaffneten Rechtgläubigen ausgeräuchert hat.

Die Informationen zum Aufspüren und Bekämpfen von Allahs irren Clowns besorgt der FSB. Und das Fernseh-Publikum bekommt die Feuergefechte mit den Verrückten nun schön ausgiebig in den Nachrichten serviert. Damit man direkt begreift, warum man einen FSB hat und warum man ihn braucht. Ein ganz anderes Marketing als früher. Eines das sehr erfolgreich ist.


Ich las mal diesen ziemlich reisserischen Text eines KGB Überläufers:

https://dolomitengeistblog.wordpress.com/2013/09/13/interview-kgb-ueberlaeufer-yuri-bez...

Finde ich gar nicht reisserisch. Gehirnwäsche wie sie von Bezmenov skizziert wird, läuft m.M.n. überall auf der Welt so. Auch im Westen. Die gehirngewaschenste Gesellschaft der Welt ist für mich die Deutsche. Die werden es schaffen, wenn sie sich jetzt noch ein bisschen beeilen, 3 mal in nur 100 Jahren Alles zu verlieren. Das hat kein anderes Volk in der Menschheits-Geschichte jemals hingekriegt. Die Deutschen können das schaffen. Und werden trotzdem nie erfahren oder glauben wollen, wer es ist der ihnen regelmäßig die Bruchlandung besorgt.


Wie mächtig ist der FSB Russland nach Deiner Meinung wirklich?

Selbstverständlich hat der FSB in Russland eine herausragende Machtposition. ABER - das ganze Land funktioniert nicht so wie es Hollywood (und auch viele Lehrbücher) darstellen. Dazu ist es nämlich viel zu groß. Russland besteht aus einer Ansammlung von Machtzentren, zwischen denen der Boss - Putin - permanent vermittelt. Wie das konkret aussieht, dafür bräuchte man einen ganzen Abend. Vielleicht treffen wir uns ja eines Tages auf ein Bier. ;)

Viel mehr vom gesamten westlichen Weltbild, als irgendwer im Westen wahrhaben möchte, kommt aus dem Kino. Aus einer Mischung von Fernseh-Reportagen und Spielfilmen, welche ich pauschal als Hollywood bezeichne. Hollywood ist viel mehr als Entertainment. Hollywood ist echtes KnowHow. Wie lasse ich das dumme Volk die Realität vergessen? Wie kriege ich sie dazu, Dinge die ihnen extrem schaden geil und angesagt zu finden? Und ganz wichtig: wie gebe ich ihnen einen allgegenwärtigen Feind den sie fürchten, damit sie mich als allgegenwärtigen - sprich: allmächtigen - Beschützer akzeptieren?

Der allgegenwärtige Feind ist Russland, und nach einem dreiviertel Jahrhundert Hollywood hat sich der KGB unauslöschlich als allgegenwärtig und allmächtig etabliert. Die ganze westliche Berichterstattung über Russland funktioniert heute noch wie in den 1980er Jahren. Der FSB ist der KGB. Und wird es bleiben. Wen kümmert's, dass das überhaupt nicht stimmt? Ein zeitloser Standard wurde etabliert. Niemand wird ihn jemals verändern. Wozu beschädigen was so perfekt läuft?

In der Russischen Zivilgesellschaft nimmt heute niemand den FSB als Bedrohung wahr. Ausser den erwähnten Islamisten-Clowns. Natürlich kann das keiner glauben der brav ARD und ZDF und Spiegel konsumiert. In Russland schleichen doch Alle mit gesenktem Kopf herum und müssen ständig fürchten, verhaftet zu werden. Das weiss man einfach, als gebildeter West-Bürger. Meine eigene Schwester glaubt das übrigens auch. Eine kompetente, gebildete West-Bürgerin.


Und ist er in Teilen der Welt aktiv - ähnlich der CIA?

Nein, im Ausland nicht. Weil das die Domäne des Auslands-Geheimdienstes ist, nicht des FSB.
Über den Auslands-Geheimdienst weiss ich nur wenig. Bekannt ist, dass auch dort mit Putin ein gesunder Pragmatismus Einzug gehalten hat. Alles in der Kategorie "weltweit" ist mittlerweile gestrichen. Man ist dort aktiv wo es unbedingt notwendig ist (angrenzendes Ausland, plus Schwerpunkt-Gebiete wie zB. Syrien).

Was im Ausland massenweise stationiert wird, das sind kostbare Söhne und Töchter von hohen Geheimdienst-Beamten. Kostbare Söhne und Töchter wollen versorgt werden. Hierzu verwendet man natürlich gerne Steuergeld. Personifiziert wird diese Art von "Agenten" durch Anna Chapman. Das Spionage-Bunny bekam von Papa einen Job besorgt, welcher darin bestand, in teuren Bars und auf Parties rumzuhängen und Investment-Banker "auszuhorchen".
Sehr zum Ärger von Papa wurde sie ausgewiesen bevor sie es schaffte, sich von einem reichen Börsenmakler heiraten zu lassen.

Zurück zum FSB.
Russland ist eine faktische Regionalmacht, aber eine Rohstoff-Supermacht. Russland ist das einzige Land der Welt, das vollkommen Rohstoff-autark ist. Daher wird jede Belagerung für den westlichen Angreifer früher oder später zu lang und damit unrentabel.

Hinzu kommt die legendäre Opferbereitschaft der Völker Russlands, an welcher noch jeder große Angreifer verreckt ist. Es bleibt den westlichen Plünderern also nur die Option, das Land von innen zu destabilisieren und per Marionetten-Regierung die Rohstoffe zu übernehmen. Daher ist die Rolle des FSB als Inlands-Wächter in allen Planspielen überproportional wichtig. Er ist die wichtigste Behörde, auch wenn Russlands Militärs dies natürlich anders sehen.

Die USA brauchen die Kontrolle über Russlands Rohstoffe, bevor sie den langen und mühsamen Vernichtungskrieg gegen China durchziehen können. Der Westen hat kein anderes Konzept ausser Plünderung der übrigen Welt, und China vor Russland kann nicht funktionieren, weil das Kriegsglück immer dort ist wo die Rohstoffe sind. Es ist also auf jeden Fall Russland der Nächste auf der Liste.

Was mir noch auffällt : Westliche Medien verbringen in ihren "Dokumentationen" über den FSB immer sehr viel Zeit mit dem KGB der 1930er Jahre. Mit einer primitiven Mörderbande, welche mit dem FSB von heute, knapp ein Jahrhundert später, nichts gemeinsam hat. Danach ein bisschen pöhser Putin und oooohh - der pöhse FSB schikaniert den Titten Riot und so. Und Ende des Reports. Warum berichten diese sogenannten Medien nie über den wirklichen FSB?

Bevor es hier allzu lang wird, vertage ich mich auf Teil 3.

Entspannte Grüße
Kirov

Spasiba bolschoje

Kurz_vor_Schluss @, Sonntag, 14.06.2015, 21:20 vor 3867 Tagen @ Kirov 4571 Views

Lieber Kirov,
vielen herzlichen Dank für Deine umfangreichen und interessanten Informationen! Bzgl. meiner Fragemotivation werde ich später etwas sagen, zu Deinen sehr erhellenden Berichten kamen mir allerdings gleich neue………. Fragen, meine ich. :-)

Ich bitte vorweg, die folgenden Fragen nicht als despektierlich oder provozierend aufzufassen – mir geht es schlicht um Wahrheit und es freut mich in diesem Zusammenhang sehr, Fragen an eine „kompetente Stelle“ richten zu können. Alors:

Dass die mediale Berichterstattung in Sachen Russland stark hinkt (also bei uns) – davon bin ich wie gesagt überzeugt, ebenso, dass dies Zerrbild auch den FSB betrifft. Dass indes dort einfach patriotische, russische Bürger mit moralischem Gewissen arbeiten, glaube ich auch nicht.

Ich denke vielmehr, die Geheimdienstarbeit zieht nicht nur einen ganz bestimmten Charakter oder Typus Mensch an, sie verdirbt auch die Menschen – oder sagen wir, die Gefahr ist groß, dass dies geschieht. Dies vorweg. Nun die Fragen:

Wie beurteilst Du die Anschläge von 1999, welche zum zweiten Tschetschenien-Krieg führten? Waren sie ein Werk des FSB (wie ich persönlich zu glauben geneigt bin)?

Du schreibst: Die Informationen zum Aufspüren und Bekämpfen von Allahs irren Clowns besorgt der FSB. Und das Fernseh-Publikum bekommt die Feuergefechte mit den Verrückten nun schön ausgiebig in den Nachrichten serviert. Damit man direkt begreift, warum man einen FSB hat und warum man ihn braucht. Ein ganz anderes Marketing als früher. Eines das sehr erfolgreich ist.

Da ja der FSB seine Popularität durch den Kampf gegen die Mad Mullahs steigern kann – kannst Du es ausschließen, dass der FSB nicht auch analog zu den Amis seine eigenen Feinde finanziert, um diese dann medial markant zu zerlegen (USA – ISIS) - oder zumindest so zu tun, als ob?

Leider wäre dies ja, wenn ich Dich richtig verstand, die Domäne des Auslands-Geheimdienstes, zu dem Du wenig sagen kannst – insofern ignoriere doch bitte diese und die nächste Frage, so sie schlicht nicht „mit Fleisch an den Knochen“ beantwortet werden können.

Die nächste Frage: Ist es auszuschließen, dass der Auslandsgeheimdienst Russlands analog zum CIA Umstürze vorbereitet/Inszeniert etc. oder mit Geldmitteln und anderweitig Regimegegner in solchen Ländern finanziert, die Russland feindlich gesinnt sind (naheliegendster Fall wäre ja wohl die Ukraine) oder wo Russland geostrategische Interessen verfolgt?

Anna Chapman ist natürlich ein „lustiger“ Fall – dass dort indes nur Annas und nicht auch russische John Perkins herumlaufen – das erscheint mir nicht ganz einsichtig.

Was hältst Du vom Fall Litvinenko?

Deine Einschätzungen der geopolitischen Rolle Russlands in den Augen der USA (und der daraus folgenden Politik seitens der USA) sowie der fast schon masochistisch anmutenden Tendenzen deutschen Verhaltens bzgl. Außenpolitik teile ich weitgehend. Und dass man alte Stories (zum KGB) aus den dreissiger Jahren gerne medial neu verpackt ist bei uns auch nicht viel anders, was bestimmte Geschichten hierzulande angeht. [[zwinker]]

Vielleicht hast Du noch Zeit und Lust diese Fragen zu beantworten. Falls es Deine knappe Zeit einfach nicht zulässt, habe ich dafür (nicht vollstes, aber) Verständnis. [[zwinker]]
Beste Grüße
K_v_S

P.S.: Um mich mal informativ zu bedanken: Ich arbeitete vier Jahre in einer Firma, die auch Kunden in Kasachstan und der Ukraine hatte, Dadurch lernte ich vor allem Russen kennen, die mir im Allgemeinen (mittleres Management) angenehme und gebildete Gesprächspartner waren. Ein Kollege von mir, selber aus der DDR stammend und lange in Rumänien vor Ort im Einsatz, sagte mal, der ganze Osten Europas habe noch alte Netzwerke aus der Zeit vor 89. (Dies angesichts dieses Falls in Estland, wo ein General, wenn ich mich recht erinnere, Geheimnisse an Russland verraten hatte). Jedenfalls war mein Kollege, den ich als klugen Menschen schätzte, davon überzeugt, dass im Hintergrund noch alte Kontakte existieren und genützt würden.

P.P.S.: Mein eigener Vater (und Großvater) hatten immer eine starke Affinität zu russischer Literatur. Ich bin insofern mit Dostojewski, Tolstoi, Bulgakow, Tschechow etc. aufgewachsen und war von russischer Literatur immer besonders fasziniert. Auch daher rührt also mein Interesse an russischer Gegenwart. Mir erschien immer ein potenziell starkes Band zw. Russen und Deutschen zu existieren. In alten Büchern von vergessenen Autoren wie Hermann Graf Keyserlingk oder Lou Salome oder auch bei Rosa Luxemburg oder bei Kriegsautoren findet man eine Ehrfurcht vor russischer Gefühlskraft und russischem Gemüt. Und den Wunsch, beide Völker mögen doch GEMEINSAM etwas schaffen anstatt gegeneinander. Vielleicht sehen wir dies eines Tages. Die Zukunft ist zumindest eines – offen.

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Teil 3

Kirov @, Mittwoch, 17.06.2015, 02:06 vor 3865 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 4563 Views

Eine Frage ist noch übrig aus dem ersten Fragen Posting.


c) Wen würdest DU heute empfehlen (zu lesen), um sich ein realistisches Bild von Russland, russischer Politik und Wirklichkeit, zu machen?

Was würde ich empfehlen. Mein Russisch ist zu schlecht um schnell zu lesen, daher bin ich allein schon aus Zeitgründen genau wie du auf das recht begrenzte englisch-sprachige Russische Internet festgelegt. Wo ich reinschaue, ausser RT, Sputnik und Saker... also zum Beispiel

Fort Russ - Privater Nachrichten Blog mit Ukraine-Schwerpunkt. Leisten viel Übersetzungs-Arbeit. Leider ist JHawk, einer der beiden fleissigen unermüdlichen Übersetzer, bekennender Stalin-Fan. Man liest besser nur seine gewissenhaften Übersetzungen - und erspart sich seine Essays.

Russia Insider ist eine große News Sammlung und halbwegs übersichtlich. Die filtern im Grunde nur nochmals über bereits übersetzte Russland-Quellen aller Art drüber. Aber das machen sie recht gut.

RBTH - Umfangreiches Informations-Angebot welches nicht auf die täglichen Schlagzeilen festgelegt ist. Hier kann man auch Land, Leute, Lebensart etwas näher kennen lernen. Wichtig : Sofort oben in der Menüleiste World-Business-Politics-Defense-Art-Travel-usw. eine Vor-Auswahl treffen, dann mutiert das wirre Allerlei zu Ordnung.

Oriental Review - Anspruchsvolle Analysen zu aktuellen und zu historischen Themen mit Russland-Bezug.

Das war's im Grunde schon. Und veranschaulicht mein Problem. Ich muss meine Russisch-Kenntnisse massiv verbessern, denn anders komm ich in meinem gewählten Interessengebiet nicht weiter. Das wird noch sehr schmerzhaft werden. ;)

Bücher?
Punkt 1 - Die können kaum noch was liefern das man sich als langjähriger Gelbling nicht ohnehin schon selber zusammengereimt hat.
Punkt 2 - Die neueren Bücher in deutscher Sprache sind fast Alle gleichgeschaltet. Um in Deutschland überhaupt noch veröffentlicht zu werden, muss ein Minimum an fundamentaler Putin-Ablehnung drin sein, oder wahlweise mindestens ein Kapitel Lobpreisung für westliche NGOs, oder ein Kapitel Anbetung für den göttlichen Chodorkowski.
Das ist kein Scherz. Sogar renommierte Russland-Autoren wie Alexander Rahr machen da mit, obwohl sie es definitiv besser wissen. Ohne Lobpreisung der Gottheit kriegt er keine Veröffentlichung mehr. Freie Presse oder so nennt man das.

Kleine unabhängige Verlage bringen noch ab & zu was ohne Lobhudeleien auf Chodo und die NGOs. Aber siehe oben - als langjähriger Gelbling kennt man das Meiste bereits.

Originell sind alte Bücher von Gabriele Krone-Schmalz, die es heute nur noch im Antiquariat gibt. G-K-S hat die letzten Jahre unter Gorbatschow und den Yeltsin-Sauhaufen noch live erlebt und beschrieben. Liest sich wie Gorky Park, nur ohne Leichen. Aber das sind reine Hobbies für Russophile.

Ein Posting voll mit neuen Fragen erwartet mich.

Entspannte Grüße
Kirov

Entwarnung

Kurz_vor_Schluss @, Mittwoch, 17.06.2015, 09:04 vor 3865 Tagen @ Kirov 4366 Views

Privjet Kirov,
vorab herzlichen Dank für Deine Mühe - und njet, diesmal folgen keine weiteren Fragen, stehen doch noch andere im Raum. [[zwinker]]
Was das Russische angeht, geht es Dir wie mir im Französischen - weswegen ich für Monterones Beiträge dankbar bin, denn ich möchte mich da stetig verbessern und wenn dann interessante Vorträge wie von Sigaut oder Asselineau kommen, hilft mir das.

Deinen Beitrag werde ich abspeichern und mal auf Fort Russ und die anderen draufschauen - Blogs erscheinen mir sowieso mehr und mehr als notwendige Quelle für den kritisch denkenden Geist - insofern freut es mich, dass eine weitere Lücke dank Dir geschlossen werden konnte. [[top]]

Einen Stalin-Fan (s. Fort Russ) habe ich auch mal getroffen - als wir diese ukrainischen Manager zu Gast in Deutschland hatten, gabs natürlich abends ein Essen, was ein bisschen länger dauerte - zu später Stunde und recht angeheitertem Gemüt nahm mich einer der Manager zur Seite und raunte mir ins Ohr: You know..... Stalin! He was a great man!
Mein etwas irritierter Einwurf: But.....äh..... all these deaths?
Wurde beantwortet mit: Oh that! He had great ideas! But he had bad people working for him!
[[freude]]

Tempus fugit. Oder wie meine Großmutter selig sagte: Das hätt's beim Addi nicht gegeben! Und sie war durchaus keine Nationalsozialistin.
Schönen Gruß und ich bin gespannt auf Deine Final-Ausführungen
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Boote kentern, Fragen warten....

Kurz_vor_Schluss @, Dienstag, 23.06.2015, 22:26 vor 3858 Tagen @ Kirov 4247 Views

Salut Kirov,
falls es Deine Zeit noch zulässt, sich den ausstehenden Fragen (im Beitrag vom 14.06.) zuzuwenden, so wäre ich Dir sehr verbunden.
Bunte Grüße und einen schönen Abend wünscht Dir
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Teil 4

Kirov @, Montag, 29.06.2015, 05:49 vor 3853 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 4496 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 29.06.2015, 13:38

Und Hallo mal wieder.

Ich habe viel Zeit verbraten, weil mich deine Fragen Jahrzehnte zurück in die Tiefen meiner Archive führten. Es war sogar für mich selbst überraschend, was man alles erfährt, wenn man damals ohne zu lesen einfach täglich per Copy/Paste mitprotokolliert hat. Wirklich unterhaltsame Geschichten tun sich auf.


freut mich in diesem Zusammenhang sehr, Fragen an eine „kompetente Stelle“ richten zu können.

Oweh. Ich kompetent? Ich bin sicher, ein Vollzeit-Russe wie Piter schüttelt über manche meiner Aussagen nur den Kopf.
Aber ich bewege mich mittlerweile recht entspannt als Dilettant im Minenfeld. Ich bin zu der Auffassung gelangt, dass wir Dilettanten trotz aller Mängel bessere Information liefern als die Nutten aus der angeblich freien Medien-Branche. Also munter ans Werk.


Wie beurteilst Du die Anschläge von 1999, welche zum zweiten Tschetschenien-Krieg führten? Waren sie ein Werk des FSB

Aber sicher waren sie das. Als Trigger diente die kurz zuvor offiziell verkündete Erkenntnis des Spanischen Höchstgerichts, dass Ex-Premierminister Felipe Gonzalez nicht dafür belangt werden kann, während seiner Amtszeit hin und wieder Bombenanschläge gegen die eigene Bevölkerung veranlasst zu haben, damit die Schafe sich nach seiner schützenden Hand sehnen. Ein bahnbrechendes Urteil, das aber in westlichen Medien sorgfältig weggeschwiegen wurde.

Offenbar wollte man nach dem Jean-Claude Juncker Prinzip vorgehen. Wir stellen etwas in den Raum und warten eine Weile. Wenn kein Geschrei kommt, weil die Meisten ohnehin nicht kapiert haben was da beschlossen wurde, gehen wir einen Schritt weiter. Eine demokratische Regierung darf also ihre eigenen Bürger unter falscher Flagge wegsprengen, wenn sie es für politisch erforderlich hält.

Mit diesem sensationellen Höchstinstanz-Urteil eines NATO Staates in der Tasche konnte man richtig loslegen ohne große Einmischung aus dem Westen befürchten zu müssen. Die blieb auch tatsächlich auffällig aus. Stell dir die gleichen Explosionen in Russland heute vor. Beim ZDF würde die Sendezeit nicht mehr ausreichen vor lauter Empörungen und Sondersendungen.

Ich selbst glaube, dass man mit den Apartment Bombings für einen Worst Case vorgesorgt hat, der aber am Ende nicht kam. Für einen richtig langen und verlustreichen Krieg. Die Bevölkerung musste von der absoluten Notwendigkeit dieses Feldzugs überzeugt werden. Die Notwendigkeit war real, denn die westlich finanzierten Mullahs hatten soeben den heiligen Krieg zur Errichtung des Kaukasus-Emirats ausgerufen. Ein ultra-islamistischer Staat der als einziges Gesetz den Koran und als einziges soziales Prinzip den Jihad kennt. Richtig, schon wieder die gleiche Scheisse wie davor Al-Qaida und danach ISIS/ISIL. Ein im Westen konzipiertes zeitloses Design.

Es hätte ein langer und verlustreicher Krieg werden können. Putin hatte den Laden gerade erst übernommen, und die Russischen Streitkräfte waren in einem vollkommen desolaten Zustand. Diese desolate Armee hätte hilfreiche West-Demokraten womöglich nicht daran hindern können, Tschetschenien und die angrenzenden islamischen Gebiete im großen Stil mit Waffen zu versorgen. Am Ende hat es die Demokratie aber doch nicht gewagt, dort Waffen massenweise nachts in Kisten mit Fallschirmen vom Himmel regnen zu lassen, so wie man das in Kroatien einige Jahre zuvor erfolgreich praktiziert hatte. Der Respekt vor der theoretischen Leistungsfähigkeit der Russischen Luftabwehr-Systeme war wohl zu groß.


Da ja der FSB seine Popularität durch den Kampf gegen die Mad Mullahs steigern kann – kannst Du es ausschließen, dass der FSB nicht auch analog zu den Amis seine eigenen Feinde finanziert, um diese dann medial markant zu zerlegen (USA – ISIS) - oder zumindest so zu tun, als ob?

In diesem Bereich bin ich recht sicher, dass die Feinde echt sind. Die Netzwerke der religiösen Verrückten existieren schon seit der Yeltsin Ära, und die Finanzierung der Verrückten durch den Westen lief zeitweise so unverschämt offiziell, dass die Russen offiziellen diplomatischen Protest einlegten.

Heute weiss niemand mehr, dass führende Mad Mullahs in Europa wie Staatsgäste empfangen wurden und von diversen Behörden liebevolle Betreuung und Unterstützung bei der Forderung nach dem eigenen (Gottes-)Staat zugesichert bekamen. Im Grunde eine absolute Frechheit, aber Russland war damals zu kaputt um angemessen zu reagieren.
Und wenn diese Mad Mullahs sich in Russland via Radio Free Europe und Radio Liberty zu Wort melden, dann ist die Inszenierung durch den FSB nicht sehr wahrscheinlich. ;)


Die nächste Frage: Ist es auszuschließen, dass der Auslandsgeheimdienst Russlands analog zum CIA Umstürze vorbereitet/Inszeniert etc. oder mit Geldmitteln und anderweitig Regimegegner in solchen Ländern finanziert, die Russland feindlich gesinnt sind (naheliegendster Fall wäre ja wohl die Ukraine) oder wo Russland geostrategische Interessen verfolgt?

Wie schon angedeutet, der Auslands-Geheimdienst ist nicht meine Domäne. Meine ganz private Einschätzung ist, dass die finanziellen Mittel niemals ausreichen können um ähnlich wie die CIA in aller Welt lustige NGOs, unauffällige Schläfer und ehrgeizige Möchtegern-Präsidenten zu finanzieren.

Hat Russland Interessen in weit entfernten Ländern? Laut Kinofilmen und laut West-Presse selbstverständlich, weil Russland ja die ganze Welt bedroht. Aber in der Realität geht es nun mal ums Geld. Vor 40 Jahren war Nicaragua ein Tummelplatz für sowjetische Agenten. Die verteilten zwar kein Geld, aber Waffen mit denen man Geld rauben konnte. Heute kommt China und pumpt 50 Milliarden Dollar in einen Mega-Kanal der Nicaragua zu einem Schlüsselland im internationalen Seegeschäft machen wird. Wo China nicht ist, dort kaufen die USA sich mit unbegrenzten Mengen selbstgedruckter Dollars ein. Da kann Russland nicht mithalten.

Die Ukraine ist ein Sonderfall, denn dort hatten die Russen bis zum Frühjahr 2014 halboffiziellen Zugang zu allen Geheimnissen. Der Grund heisst einerseits alte Seilschaften, andererseits Handel. Ob Raketen-Triebwerke, geheime Kommunikations-Technik oder Turbinen für Kriegschiffe. Alles wurde Hand in Hand mit dem Großkunden Russland entwickelt und für dessen Bedürfnisse maßgeschneidert, weil dieser Kunde 80 Prozent der Produktion aufkaufte. Systeme wurden von den Technikern beider Länder gemeinsam optimiert. Die Russen haben die gesamte angeblich geheime Uki-Technik im Schrank. Nur der Neubau der entsprechenden Produktionsstraßen in Russland wird leider einige Jahre dauern.

Die Auswertung menschlicher Quellen - verstehe ich offenbar nicht. Russland hat Zugang zu jeder ukrainischen Behörde, zu jeder Interessengruppe, zu jedem Hundezüchter-Verein. Und dennoch haben sie das Ausmaß des anti-Russischen Hasses völlig unterschätzt. Wie das sein kann - keine Ahnung.


Was hältst Du vom Fall Litvinenko?

Eine lustige Geschichte. Liebevoll inszeniert. Da war richtig Aufwand dahinter.

Was wissen wir? Ich meine wissen, nicht glauben. Wir wissen, da war ein Bursche namens Litvinenko, und der wurde offensichtlich mit einer kräftigen Dosis Radioaktivität um die Ecke gebracht. Soviel konnte man an den Bildern aus seinen letzten Tagen ablesen.

Alles Übrige liest man und glaubt man. Der finstere Putin hat wieder mal einen Kritiker mundtot gemacht, hat ihn von drei finsteren Ex-KGB-Agenten mit der radioaktiven Substanz Polonium vergiften lassen.

Polonium hat enorme Herstellungskosten. Polonium, auch die mikroskopisch kleine tödliche Menge, kostet ein Vermögen. Warum haben Putins böse Jungs nicht Tritium oder Radium genommen, die billig sind, überall zu haben sind, und ganz ähnliche Eigenschaften aufweisen?

Der Grund war m.M.n., dass nur Polonium das verschwörerische KGB-Flair hat. Man verwendet es als Initialzünder in Atomsprengköpfen. Es musste also Polonium her, denn nur Polonium ist wie eine Visitenkarte. Eine Visitenkarte die besagt: Ich bin so spektakulär und teuer, dass nur Putin dahinter stecken kann.

Wissen ist Macht. Der gebildete Westbürger eilt zu Wikipedia und macht sich über Polonium schlau. Wikipedia USA erzählt uns seit Herbst 2006, und bis heute, dass Polonium nur in Russland hergestellt wird. Was vollkommener Quatsch ist, eine glatte Lüge. Aber wer würde schon glauben, dass jemand Wikipedia so manipulieren kann?

Wir befinden uns im Jahr 2006. Herr Litvinenko ist tot umgefallen, und wir haben soeben Wikipedia konsultiert. Ein Material für Atomsprengköpfe. Und nur aus Russland. Putin hat sich wahrhaftig alle Mühe gegeben, seine Urheberschaft zu verraten. Die Tageszeitungen haben es ohnehin schon immer gewusst. Doch völlig unerwartet mischt sich ein Spielverderber ein. Litvinenkos Vater (ist der nicht gebrieft worden?) sagt während einer Pressekonferenz, dass sein Sohn sich mit ganz anderen Leuten angelegt hat, und dass die ihn abserviert haben, nicht Putin.

Diese Neuigkeit gelangte sogar in einige Medien. Begann sich rumzusprechen. Daher musste sie entkräftet werden. Und so verlegte man die Handlung aus London weit weg in das Land der Klebers und Jauchs. Dort konnte niemand mehr unerwartet dazwischenfunken, weil dort niemand war der überhaupt mit der Sache zu tun hatte.

Zum Glück gibt es das Bundeskriminalamt, und dieses präsentierte prompt einen aufsehenerregenden Bericht.

Demnach erzählte Dimitri Kowtun, einer der drei bösen KGB Agenten welche sich in London mit Litvinenko trafen, einem Kellner in Hamburg 2 Tage(!!) vor der Tat, dass er einen Koch sucht, welcher einer unerwünschten Person ein Gift ins Essen mischen kann. So sind dumme KGB-Russen. Haben 48 Stunden bevor sie für ihren Präsidenten einen Anschlag durchführen noch keine Ahnung, ob und wie sie das überhaupt hinkriegen.

Trotz aller Dummheit dieses extradummen KGB-Russen würde das Kellner-Protokoll des BKA nicht für eine Verurteilung ausreichen. Der KGB-Russe hat ja bloß einen deutschen Kellner gefragt ob der zufällig einen Mörderkoch für ihn weiss. Dies beweist noch nicht, dass er 2 Tage später in England jemanden gekillt hat.
Aber zum Glück gibt es das Bundeskriminalamt. Die tapferen deutschen Beamten haben noch viel mehr entdeckt. Der Mann ohne passenden Koch hat eine wahre Polonium-Spur durch Hamburg gezogen. Er zog sie durch Verkehrsmittel und durch öffentliche Gebäude. Hat die Wohnung einer Ex-Freundin in Hamburg besucht. Dort war ganz besonders viel Polonium. Sogar auf den Teddybären der Kinder. Ja, das wurde extra erwähnt. Daher an dieser Stelle bitte dicke Tränen der Empörung einfügen. Die Beweiskette war somit geschlossen.

Geschichten fürs Herz. Miese KGB-Russen verseuchen die Teddybären unschuldiger deutscher Kinder. Geschichten für die Gattung der Tagesschau-und-Tatort Fans. Menschen mit Urteilsvermögen. Lauter respektable, gebildete West-Bürger. Wer will da zweifeln am offiziellen Hergang der Dinge?


Ich müsste zu meinem Text dutzende alte Quellen verlinken, von denen aber die Mehrzahl heute nicht mehr existiert oder in Bezahl-Archive verschoben wurde. Die Schwachstelle jeder historischen Daten-Sammlung. Daher lasse ich es einfach sein.

Entspannte Grüße
Kirov

Herzlichen Dank!

Kurz_vor_Schluss @, Montag, 29.06.2015, 16:45 vor 3852 Tagen @ Kirov 4012 Views

Hallo Kirov,
vielen lieben Dank für Deine Mühe! Den werde ich heute Abend in Ruhe durchlesen und mich danach nochmal dazu melden.
Einstweilen schönen Gruß
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Ich bin beeindruckt von Deiner Analyse/Kenntnis/neutralen(?) Einschätzung. Auf jeden Fall mein Dank für Deine Arbeit.

sprit @, Montag, 29.06.2015, 19:19 vor 3852 Tagen @ Kirov 4031 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 29.06.2015, 19:31

Hallo Kirov,

da habe ich doch die Frage, wieso bezeichnest Du Dich als "Russland-Touristen"?
Wie/wo kann ich das einordnen?

Gruß

--
Keine Abmahnung ohne vorherigen Kontakt!

Ich bin Tourist weil....

Kirov @, Sonntag, 05.07.2015, 15:19 vor 3846 Tagen @ sprit 3879 Views

++
weil ich nur gelegentlich dort bin.

++
weil ich noch nicht mal halbwegs brauchbares Russisch spreche. Selbst beim Lesen, was immer viel einfacher ist als reden, muss ich noch kräftig nachdenken und mir die Hälfte zusammenreimen.

++
Mein Problem ist daher unlösbar. Um den bereits erreichten Level an Wissen signifikant zu steigern, müsste ich anfangen, direkt mit Russischen Quellen zu arbeiten.

Ich hänge also derzeit hoffnungslos fest und werde noch viele Jahre Tourist bleiben.

Entspannte Grüße
Kirov

Stefan Scheil: Die Eskalation des Zweiten Weltkriegs

Kaltmeister ⌂ @, Mittwoch, 03.06.2015, 21:50 vor 3878 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 5557 Views

Statt Suworow sollte man lieber Stefan Scheil lesen:

Die Eskalation des Zweiten Weltkriegs

Man versteht dann erstens, dass die Sowjetunion viele Jahre lang auf diesen Krieg hingearbeitet hat und ihn unbedingt wollte; und zweitens, dass die deutsche Regierung von Anfang an, das heißt schon im Vorfeld des Polenfeldzuges, kaum in der Lage war, eine eigene Initiative zu entwickeln. Sie konnte lediglich Entscheidungen treffen, die jeweils angesichts der Lage unausweichlich waren. Hitler war ein "Getriebener", der auf die aggressiven Maßnahmen seiner Gegner nur noch reagieren konnte. Mit der von den Siegermächten erdachten, offiziellen Version der Geschichte des 2. Weltkriegs hat das wenig zu tun.

Meine Meinung

aprilzi @, tiefster Balkan, Sonntag, 05.07.2015, 20:13 vor 3846 Tagen @ Kaltmeister 3840 Views

Hi,

der Zweite Weltkrieg kann nur dann erklaert werden, wenn man erklaert, warum aus Verbuendeten bis zum 22 Juni 1941 Deutschland und die UdSSR auf einmal Feinde werden. Das ist die alles entscheidende Frage.

https://www.youtube.com/watch?v=44BcSEHPL0E

https://en.wikipedia.org/wiki/Anglo-Iraqi_War

Und das ist die Antwort. Mit der Einnahme Iraqs Ende Mai durch die Englaender kommen die englischen Bomber nahe an Baku. Damit ist die Lieferung von Oel durch die Sowjetunion an Hitler gefaehrdet. Denn ohne Oel ist ein Krieg gegen England nicht machbar. Damit konnte Hitler den Krieg gegen England nicht fortfuehren.
Er musste sich um die iraqischen Gebiete sorgen, denn Stalin konnte nicht einfach weiterliefern, denn er riskiert von den Briten bombardiert zu werden.

Und Hitler schloss daraus, dass er Stalin bekaempfen muss. Damit er weiter seine Armee aus dem Osten mit Guetern versorgen kann.

Daraus entwickelte er seinen Drang nach Osten und den Krieg mit der Sowjetunion. Er brauchte Oel.

Und die Sowjetunion wechselte darauf die Verbuendeten und mit Hilfe der Briten und Amerikaner schlugen sie Deutschland.

So einfach ist alles klar.

Gruss

Ich frage mich nur immer noch, warum mein Vater am WESTwall 1939 russische Eisenbahnschienen umaendern uebte ...

CrisisMaven ⌂ @, Sonntag, 05.07.2015, 20:39 vor 3846 Tagen @ aprilzi 4077 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 05.07.2015, 20:45

Zitat: "... warum hat mein Vater dann bereits 1939 zu Kriegsbeginn am Westwall als Pionier das Verbreitern/Verschmaelern der Spurweite von Eisenbahnschienen geuebt?"

Manches Detail passt mir nocht nicht so recht zur derzeitigen Geschichtschreibung ...

Und Hitler schloss daraus, dass er Stalin bekaempfen muss. Damit er weiter seine Armee aus dem Osten mit Guetern versorgen kann.

Siehe oben - Pionieruebungen 1939 - die koennen natuerlich auch rein vorsorglich erfolgt sein. Dass Hitler sich vor einem Mehrfrontenkrieg fuerchtete und womoeglich auch dessen Durchfuehrung daher planen liess, ist moeglich und wuerde den fruehen Zeitpunkt der Uebungen auch dann erklaeren koennen, wenn man Stalin und nicht Hitler als Erst-Aggressor vermutet.

Daraus entwickelte er seinen Drang nach Osten und den Krieg mit der Sowjetunion. Er brauchte Oel.

In jedem Fall liess Hitler dann ziemlich direkt auf Baku vorstossen, wie ich den Studien entnehme.

Und die Sowjetunion wechselte darauf die Verbuendeten und mit Hilfe der Briten und Amerikaner schlugen sie Deutschland.

Tjaaaa, das mit dem "Wechseln" ist noch mal so 'ne Sache. Roosevelt, der die Sowjetunion 1933 anerkannte, hatte extra die EXIM-Bank gruenden lassen (deren Statut gerade erst vor ein Paar Tagen auslief!), um in den Dreissigern Hilfen (wenn auch weniger offensichtlich) an die Sowjetunion zu finanzieren und damals arbeiteten (sonst ggf. in USA arbeitslose) KFZ-Ingenieure, Werkzeugmacher, Schlosser etc. aus USA (! - vgl. Robert Robinson) am Aufbau der sowjetischen Fahrzeug- und Traktorenindustrie! (Und damit implizit sogar an der Aufruestung motorisierter und Panzer-Verbaende. Vgl. auch Fords Engagement seit den 1920ern!)

Stalin trieb in jedem Fall ein Doppel-Spiel, um seinen Sozialismus in einem Land so reibungslos wie moeglich durchzusetzen.

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"As is known, the technical side of Industrialization could not be completed without Soviet state cooperation with Western manufacturing, engineering and machinebuilding companies ..." (Boris Shpotov: Stalin’s Industrialization, Great Depression, and Western business ..., p.6)

Vgl. auch "A Germany-Soviet Military-Economic Comparison", Arvo L. Vecamer

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Antwort

aprilzi @, tiefster Balkan, Sonntag, 05.07.2015, 21:04 vor 3846 Tagen @ CrisisMaven 3799 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 05.07.2015, 21:16

Hi,

also so genau weiss ja alles nicht aber soweit ich mich erinnere, soll Stalin ja den Englaender und Franzosen angeboten haben schon 1939 Deutschland praeventiv anzugreifen. Die Franzosen und Englaender sollen abgelehnt haben.

Deutschland und Russland waren nicht von Anfang an Verbuendete. Sie misstrauten sich.
Aber beide konnten die Englaender nicht leiden, daraus entwickelte sich das spaetere Buendnis.

Das koennte die Antwort sein.

Gruss

Hesse-Friedensmission!

stocksorcerer @, Montag, 01.06.2015, 16:54 vor 3880 Tagen @ Falkenauge 6914 Views

Am allerbesten kann man die Bereitschaft der Alliierten, den Krieg (natürlich) auszufechten, weil man Deutschland nun endlich wieder einmal da hatte, wo man es haben wollte, an dieser Mission festmachen. vgl.: Gerd Schultze-Rhonhof: "Der Krieg der viele Väter hatte", S. 569 ff.

Von Ribbentrop schickte Dr. Fritz Hesse aus der deutschen Botschaft in London am 02. September 1939 (um 23:00 Uhr) zu Sir Horace Wilson, der einer der engsten Mitarbeiter des Premierministers war und zuvor schon im Auftrag Chamberlains Geheimgespräche über eine grundsätzliche deutsch-britische Verständigung geführt hatte. (wenngleich die von deutscher Seite wohl ernster gemeint waren als von der britischen)

Hesse hatte Polen folgendes Angebot zu unterbreiten, das von Großbritannien vermittelt werden sollte.

Deutschland verlangte Danzig und die ewig im Gespräch befindlichen exterritorialen Verkehrsverbindungen nach Ostpreußen. Dafür war man bereit, den Rückzug der deutschen Truppen zu befehlen und eine vollständige Entschädigung der entstandenen Kriegsschäden an Polen zu leisten.

Wilson lehnte eine Vermittlung strikt ab. Hitler habe den Krieg begonnen und die britische Regierung sie entschlossen, diesen Krieg auszufechten.

Nochmal zum Mitschreiben! Es ging lediglich um eine zweispurige Autobahn und eine Eisenbahntrasse zuzüglich dem vom Freistaat Danzig (nach dem Selbstbestimmungsrecht der Völker völlig legitim) selbst geforderten Anschluss an das Reich.

Die folgenden sechs Jahre Krieg mit siebzehn Millionen Toten - wegen dieser Minimalforderung - gehen also auf wessen Konto?

Gruß
stocksorcerer

Vielleicht war ja Hitler ein Agent der Engländer, vieles spricht dafür (oT)

BerndBorchert @, Montag, 01.06.2015, 17:33 vor 3880 Tagen @ Falkenauge 6205 Views

- kein Text -

Zitate: Was, folgende für ihre Länder bedeutende Menschen zumeist weit vor Kriegsbeginn gegen das deutsche Volk artikuliert

Albrecht @, Montag, 01.06.2015, 22:51 vor 3880 Tagen @ Falkenauge 7197 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 01.06.2015, 22:54

Zitate: Was, folgende für ihre Länder bedeutende Menschen
zumeist weit vor Kriegsbeginn gegen das deutsche Volk
artikulierten:

Quelle

Polen
"Das polnische Volk kann das Ergebnis der Volksabstimmung in Masuren nicht als letztes Urteil
der Geschichte anerkennen. Der Bestand der Republik wird erst dann dauerhaft gesichert sein,
wenn wir in einem unvermeidlichen Kampf mit Deutschland siegen."
Polnischer Staatspräsident Stanislaus Grabski, 1923

"Polen will den Krieg mit Deutschland
und Deutschland wird ihn nicht vermeiden können, selbst wenn es das wollte."
Polnischer Marschall Rydz-Smigly, 1939


"... wir beabsichtigen, einen Bewegungskrieg zu führen und von Beginn der Operation an in
Deutschland einzumarschieren."
Polnischer Kriegsminister Kasprzycki am 18. Mai 1939 in Paris

"Nach Angaben des Deutschen Bundesamtes für Statistik (...) von Mai 1945 bis 1950 beträgt
die Zahl der allein den Polen zum Opfer gefallenen deutschen Zivilisten 1.467.700 Menschen."
John Sack, US Journalist polnisch-jüdischer Herkunft, in "Auge um Auge", 1995
Polen verletzte nach der Mißhandlung seiner deutschen Minderheit, Morden und
Flüchtlingsströmen nach Westen und noch während mehrerer Einigungsangebote zur
Vermeidung von Krieg vor dem Einmarsch der Streitkräfte der UdSSR (dem weder Frankreich
noch Großbritannien ebenfalls den Krieg erklärten!) und Deutschlands die Grenzen des
Deutschen Reiches an mehreren Stellen. Durch den Beistand von Frankreich und
Großbritannien durch Geheimabkommen löste Polen den Weltenbrand 1939 aus.

Großbritannien
„England verfolgt seit Jahrhunderten den Plan, Herr der Welt zu werden, sich ein Weltmonopol
zu schaffen: es hat jeden Staat zerstört oder bis zur Gefügigkeit geschwächt, der diesen Plan
gefährdet; jetzt ist Deutschland an der Reihe."
Houston Steward Chamberlain im Ersten Weltkrieg

"Wir werden Hitler den Krieg aufzwingen, ob er will oder nicht."
Winston Churchill, 1936


"Deutschland wird zu stark, wir müssen es zerschlagen."
Winston Churchill zu General E. Wood im November 1936


"Jetzt haben wir Hitler zum Kriege gezwungen, so daß er nicht mehr auf friedlichem Wege ein
Stück des Versailler Vertrages nach dem anderen aufheben kann."
Aus der Rede des britischen Außenministers Lord Halifax am 3. September 1939

"...ich möchte Vorschläge haben, wie wir 600 000 Flüchtlinge in Dresden braten können!"
Winston Churchill, 1944


"Sie müssen sich darüber klar sein, daß dieser Krieg nicht gegen Hitler oder den
Nationalsozialismus geht, sondern gegen die Kraft des deutschen Volkes, die man für immer
zerschlagen will, gleichgültig, ob sie in den Händen Hitlers oder eines Jesuitenpaters liegt."
Mitteilung von Churchill an einen Beauftragten des deutschen Widerstandes während des Krieges.
Vgl. Kleist, Peter: Auch du warst dabei; Heidelberg 1952, S. 370
und Emrys Hughes: Winston Churchill - His Career in War and Peace, S. 14


"Wir haben 6 bis 7 Millionen Deutsche umgebracht.
Möglicherweise werden wir eine weitere Million oder so töten, bevor der Krieg zu Ende ist."
Sir Winston Churchill in Jalta am 7.2.1945,
Britischer Premierminister, Massenmörder und Träger des Aachener Karlspreises

„Vor dem Nürnberger Tribunal verurteilte ich - zusammen mit meinem russischen Kollegen -
Nazi-Aggression und Terror. Heute glaube ich, daß Hitler und das Deutsche Volk keinen Krieg
wollten, sondern daß wir - Großbritannien - Deutschland den Krieg erklärt haben in der Absicht,
es zu vernichten - in Übereinstimmung mit unserer Doktrin vom Gleichgewicht der Kräfte. Und
wir wurden ermutigt von jenen Amerikanern, die Roosevelt umgaben. Wir haben Hitlers
Appelle, keinen Krieg anzufangen, ignoriert. Heute müssen wir uns eingestehen, daß Hitler
Recht hatte. Er bot uns die Zusammenarbeit mit Deutschland an: Statt dessen stehen wir seit
1945 der gewaltigen Macht des Sowjetreiches gegenüber. Ich empfinde Scham und
Erniedrigung, wenn ich sehe, daß die Ziele, wegen der wir Hitler anklagten, heute unerbittlich
angestrebt werden - nur unter einem anderen Namen."
Der britische Chefankläger vor dem Nürnberger Siegertribunal,
Sir Hartle Shawcross, in einer Rede in Stourbridge am 16. März 1984


Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland erklärte dem Deutschen Reich
am 3.9.1939 den Krieg, landete Invasionstruppen am Festland der europäischen Kanalküste,
marschierte u.a. in Skandinavien, Griechenland ein.

Vereinigte Staaten von Amerika (U.S.A.)

weiter, siehe Link, Quelle


Gruß
Albrecht

--
SCHEITERT DER €URO, ENDET DIE KNECHTSCHAFT!

Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.
Friedrich von Schiller (1759 - 1805)

Danke für die Zitate - ich habe sie gestern erfolglos gesucht. (oT)

Griba @, Dunkeldeutschland, Dienstag, 02.06.2015, 08:40 vor 3880 Tagen @ Albrecht 5459 Views

- kein Text -

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Beste Grüße

GRIBA

Fundstellen zum Weiterforschen

cassi @, Mitten in der EUdSSR, Dienstag, 02.06.2015, 10:54 vor 3879 Tagen @ Albrecht 6204 Views

William R. Lyne, Ex-CIA-Agent und Autor des Buches "Space-Aliens from the Pentagon" schreibt auf Seite 41: "Bei den Versailler Verträgen wurde von der US-Regierung 1919 ein zusätzliches Dokument erstellt, das diesen Verträgen hinzugefügt worden ist. In diesem Dokument, bekannt als "Morgenthaus Pastoral Policy" (Morgenthaus Pastorale Politik), welches von US-Präsident Woodrow Wilson unterschrieben und bei den Versailler Verträgen präsentiert worden ist, heißt es, daß die USA beabsichtigt, als Maßnahme nach der deutschen Kapitulation, die Ausrottung aller Deutschen durchzuführen. Die deutsche Rasse stelle eine "von Geburt an kriegerische Rasse" dar und man beabsichtige die Verwandlung Deutschlands in "Weideland". Das Dokument, welches ich 1968 einsehen durfte, war unter den anderen Papieren des ehemaligen Präsidenten Lyndon Baines Johnson, die jetzt im "Sid W. Richardson Research Center, in U.T. Austin aufbewahrt werden." ("Space Aliens from the Pentagon", William R. Lyne, 1993, Creatopia Productions, Lamy, N.M. 87540 USA, S. 41).


Zu den Versailler Verträgen fand ich: "Der Vertrag dürfte Briganten, Imperialisten und Militaristen zufriedengestellen. Er ist ein Todesstoß für alle diejenigen, die gehofft hatten, das Ende des Krieges werde den Frieden bringen. Es ist kein Friedensvertrag, sondern eine Erklärung für einen weiteren Krieg." (Der britische Parlamentsabgeordnete Philip Snowden über den Versailler Vertrag von 1919, aus Des Griffin"Wer regiert die Welt", 1986, S. 131).


Am 6. Januar 1919 schrieb die Londoner Zeitschrift "The Jewish World": "Das internationale Judentum hat Europa gezwungen, sich in diesen Krieg zu stürzen, nicht nur, um sich in den Besitz eines Großteils des Goldes der Welt zu bringen, sondern auch, um mit Hilfe desselben Goldes einen neuen jüdischen Weltkrieg (den II. WK, Verf.) zu entfesseln." (zit.n. "Harold Cecil Robinson, "Verdammter Antisemitismus", März 1995, Verlag Neue Visionen, CH-8116 Würenlos, S. 119).


"Der deutsche Mensch wird es sein, auf dessen Vernichtung das Judentum es abgesehen hat und haben muß zur Errichtung seiner Weltherrschaft, und der deutsche Mensch wird es sein, der, sehend gemacht und den Feind nunmehr wahrhaft erkennend, dieser Weltherrschaft doch noch ein unerwartetes Ende bereiten wird." (Der jüdische Schriftsteller Arthur Trebitsch in "Deutscher Geist oder Judentum", Wien 1921, S. 45)


Schon am 11. Februar 1922 schrieb Isaak Sallbey in "Der Türmer": "Die deutsche Rasse muß vernichtet werden, darüber besteht gar kein Zweifel." (zit.n. "Harold Cecil Robinson, "Verdammter Antisemitismus", siehe oben, S. 119 und "Die Erbschaft Moses" von Joachim Kohln, S. 3)


Walter Rathenau forderte Frankreich 1922 dazu auf, "restlos alle Deutschen zu ermorden und Deutschland mit fremden Völkern besiedeln zu lassen" (Quelle: "Geburtswehen einer neuen Welt", von Carlos Baagoe, Samisdat-Verlag, Toronto, S. 143).


Am 20.7.1932 schrieb die "Jüdische Weltliga" (Bernat Lecache):"Deutschland ist unser Staatsfeind Nr. 1. Es ist unsere Sache, ihm erbarmungslos den Krieg zu erklären." (zit.n. "Harold Cecil Robinson, "Verdammter Antisemitismus", siehe oben, S. 119).


Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg nach langem Zögern Adolf Hitler als den Vorsitzenden der damals stärksten deutschen Partei zum Reichskanzler. Wenige Wochen später, am 24.3.1933 erfolgte die Antwort:
Der Londoner "Daily Express", mit millionenfacher Auflage damals die größte Tageszeitung Großbritanniens, überschrieb seine Ausgabe vom 24.3.1933 siebenspaltig: "Das Judentum erklärt Deutschland den Krieg!" Darunter stand: "14 Millionen Juden ... erklären den Krieg".
Die nächste offizielle jüdische Kriegserklärung wurde im August 1933 von dem Präsidenten der "International Jewish Federation to combat Hitlerite Oppression of Jewish", Samuel Untermayer, ausgesprochen. Darin heißt es: "Dieser jetzt BESCHLOSSENE Krieg gegen Deutschland ist ein heiliger Krieg. Er muß gegen Deutschland bis zu seinem Ende, bis zu seiner Vernichtung, geführt werden." Durch die "New York Times" vom 7. August 1933 wurde diese Erklärung veröffentlicht. (zit.n. "Harold Cecil Robinson, "Verdammter Antisemitismus", siehe oben, S. 119).


Im Januar 1934 veröffentlichte der Rabbiner Wladimir Jabotinski, der Gründer der zionistischen Organisation "Mascha Rjetsch" folgende Erklärung: "Seit Monaten wird der Kampf gegen Deutschland von jeder jüdischen Gemeinde, auf jeder Konferenz, auf jedem Kongreß, in allen Gewerkschaften und von jedem einzelnen Juden auf der ganzen Welt geführt. Wir werden einen geistigen und einen materiellen Krieg der ganzen Welt entfachen... Unsere jüdischen Interessen verlangen die vollständige Vernichtung Deutschlands." (zit.n. "Geburtswehen einer neuen Welt", S. 140)


Am 27. Juli 1935 sagte Wladimir Jabotinski in "The Jewish Daily Bulletin": "Es gibt nur eine Macht, die wirklich zählt, das ist die Macht des politischen Druckes. Wir Juden sind die mächtigste Nation auf der Welt, weil wir die Macht besitzen und anzuwenden verstehen." (zit.n. "Harold Cecil Robinson, "Verdammter Antisemitismus", siehe oben, S. 119).


"Der Krieg ist eine beschlossene Sache", äußerte sich US-Botschafter Bullit am 24.4.1939 in Paris, als die Bürger in Deutschland, wie fast überall, fest an den Frieden glaubten. (zit.n. "Harold Cecil Robinson, "Verdammter Antisemitismus", siehe oben, S. 120).


Wenige Tage nach erfolgter britischer Kriegserklärung an Deutschland, am 5. 9. 1939, bot der damalige Zionistenführer Dr. Chaim Weizmann der britischen Regierung (Chamberlain) 20.000 Mann zur Verwendung im Nahen Osten und insgesamt eine Armee von 100.000 Juden an, als Kämpfer gegen Deutschland. "Ich wünsche nachdrücklich die Erklärung zu bestätigen, daß wir Juden an der Seite Großbritanniens und für die Demokratie kämpfen werden. ...Die jüdische Vertretung ist bereit, sofort ein Abkommen zu schließen, um alle menschliche jüdische Kraft, ihre Hilfsmittel und ihre Fähigkeiten nützlich gegen Deutschland einzusetzen." schrieb die "World Chronicle" und die "Jewish World Chronicle" am 5.9.1939, sowie auch die "Times". (Quelle: "Verdammter Antisemitismus", Harold Cecil Robinson, siehe oben, S. 118).


Eli Ravage: "Das deutsche Volk ist als erstes zum Tode verurteilt." (zit.n. "Geburtswehen einer neuen Welt", S. 141)


Nathan Kaufmann: "48 Millionen Deutsche sind zu sterilisieren, damit innerhalb von zwei Generationen dasjenige zur vollendeten Tatsache wird, was sonst Millionen Menschenleben und jahrhundertelange Anstrengungen kosten würde: nämlich die Auslöschung des Deutschtums und seiner Träger." (Quelle: "Geburtswehen einer neuen Welt" S. 142)


Das "Centralblad voor Israeliten in Nederland" schrieb am 13. 9. 1939: "Millionen von Juden in Amerika, England, Frankreich, Afrika und Palästina sind entschlossen, den Ausrottungskrieg gegen Deutschland zu tragen, bis zu dessen totaler Vernichtung". (zit.n. "Harold Cecil Robinson, "Verdammter Antisemitismus", siehe oben, S. 119).


Das offizielle Organ der zionistischen Vereinigung Belgiens, "L´ avenier Juif", Nr. 191, vom 16. Februar 1940 proklamierte das "jüdische Jahrhundert" und erhob folgenden Anspruch auf die Weltherrschaft: "Am Ende des gegenwärtigen Krieges wird man sagen können, daß alle Straßen nach Jerusalem führen. Es wird kein einziges Problem in Mittel- und Osteuropa geben, welches ohne Jerusalem gelöst werden kann und ohne daß Palästina es gebilligt hätte." (zit.n. "Eidgenoss", Verlag-Eidgenoss, CH-8401 Winterthur, S. 12)


Die kanadische Zeitung "Evening Telegram", Toronto schrieb am 26.2.1940: "Der jüdische Weltkongreß steht seit sieben Jahren mit Deutschland im Krieg." (zit.n. "Harold Cecil Robinson, "Verdammter Antisemitismus", siehe oben, S. 120).


26.2.1940. Der "Jüdische Weltkongress" (Maurice Perlzweig), British Section bestätigte: "Der jüdische Weltkongress befindet sich seit sieben Jahren ununterbrochen im Krieg mit Deutschland." (zit.n. "Harold Cecil Robinson, "Verdammter Antisemitismus", siehe oben, S. 120).


Der Rabbiner Stephan S. Wise meinte am 8. Mai 1940: "Dieser Krieg ist unser Geschäft" (Quelle: "Die Erbschaft Moses" von Joachim Kohln, S. 4 und "Harold Cecil Robinson, "Verdammter Antisemitismus", siehe oben, S. 119).


Am 8. Oktober 1942 schrieb die jüdische Zeitschrift "The Sentinel" in Chicago: "Der Zweite Weltkrieg wird geführt, um die wesentlichen Prinzipien des Judentums zu verteidigen." (zit.n. "Harold Cecil Robinson, "Verdammter Antisemitismus", siehe oben, S. 119).


"Die Jugend muß wissen, daß der Zweite Weltkrieg von Roosevelt und seinen Freunden, deren Namen man kennt, bereits im Januar 1933 beschlossen war. Der Krieg konnte von Deutschland nicht verhindert werden. Es sei denn, es hätte auf seine Freiheit verzichtet." (Carl Vincent Krogmann, Regierender Bürgermeister von Hamburg bis 8.5.1945 in "Es ging um Deutschlands Zukunft", S.364)


Szembek, der Staatssekretär im polnischen Amt sagte zu dem Beauftragten Roosevelts Bullit am 12.8.1935: "Wir sind Zeugen einer Angriffspolitik der Welt gegen Hitler, mehr noch als einer aggressiven Politik Hitlers gegen die Welt." (zit.n. "Eidgenoss", siehe oben)


Churchill zu Ex-Reichskanzler Brüning 1938: "Was wir wollen, ist die restlose Vernichtung der deutschen Wirtschaft." (zit.n. "Eidgenoss", siehe oben)


"Nicht Krieg behebt die Notlage, unter der alle Völker leiden, sondern die Einsicht, daß an der Stelle des Gegeneinander das Miteinander der Nationen treten muß." (Rudolf Hess am 14.5.1935 vor der königlichen Familie in Stockholm zit.n. "Eidgenoss", siehe oben)


"Ich will keinen Krieg! Wir brauchen jetzt 15-20 Jahre friedlicher Aufbauarbeit, um das zu sichern, was wir geschaffen haben...Ich werde daher jedem Kompromiss zustimmen, welcher mit der Ehre und dem Ansehen des deutschen Volkes vereinbar ist, um einen Krieg zu vermeiden." Adolf Hitler vor dem Reichstag am 27.August 1939 (zit.n. "Eidgenoss", siehe oben)

Der jüdische Schriftsteller Emil Ludwig Cohn formulierte es 1934 so: "Hitler will nicht den Krieg, aber er wird dazu gezwungen werden." (zit.n. "Eidgenoss"-Druck über die jüdische Kriegserklärung, Verlag Eidgenoss, CH-8401 Winterthur)


"Es wird nach dem nächsten Krieg kein Deutschland mehr geben." "Youngstown Jewish News", Ohio, USA, am 16.April 1936 (zit.n. "Eidgenoss", siehe oben)

"Hitler will nicht den Krieg, aber er wird dazu gezwungen werden, nicht in diesem Jahre, aber bald... Das letzte Wort hat, wie 1914, England zu sprechen." Emil Ludwig in "Les Annales", Juni 1934 (zit.n. Dr. H. Jonak von Freyenwald in "Jüdische Bekenntnisse", Faksimile Verlag, Bremen 1992).


Der US-Botschafter in Warschau, Biddle, versicherte dem polnischen Außenminister Beck am 19. März 1939: "er rechne mit der polnischen Bereitschaft, die Danzig-Frage zu einem Kriegsanlaß zu machen." ("Geburtswehen einer neuen Welt", siehe oben, S. 112)


Josef Stalin meinte zum Thema Deutsche Kriegsschuld am 29. November 1939 in der "Prawda" folgendes:

"1. Nicht Deutschland hat Frankreich und England angegriffen, sondern Frankreich und England haben Deutschland angegriffen und damit die Verantwortung für den gegenwärtigen Krieg auf sich genommen.
2. Nach dem Ausbruch der Feindseligkeiten hat Deutschland Frankreich und England Friedensvorschläge gemacht, und die Sowjetunion hat die Friedensvorschläge Deutschlands Öffentlich unterstützt, weil sie dachte und immer noch denkt, ein rasches Ende würde die Lage aller Länder und Völker radikal erleichtern.
3. Die herrschenden Kreise Frankreichs und Englands haben Deutschlands Friedensvorschläge und die Bemühungen der Sowjetunion nach rascher Beendigung des Krieges in verletzender Weise zurückgewiesen. Das sind die Tatsachen"


Dies und vieles mehr, was in zahlreichen Dokumenten zu finden ist, sollte geeignet sein, daß sich jeder Interessierte eine eigene Meinung bilden kann.

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Gruß ©
"Dummheit ist ein menschliches Privileg" (S. von Radecki)
"Versuche niemals in keinem System die herrschende Macht mit Vernunftgründen zu überzeugen." (@Meph)

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