40 Jahre lang den S&P 500 geschlagen!

Rotstein, Freitag, 29.05.2015, 19:13 vor 3883 Tagen 3898 Views

Heute eine kurze Meldung in "Fonds professionell", Seite 310:

Albert Nicholas hat mit seinem Nicholas-Fonds, den er seit 1969 leitet, über 40 Jahre lang den S&P 500 "um durchschnittlich zwei Prozentpunkte im Jahr" geschlagen.

"Wenn jemand meint, das sei nicht so viel, sollte Folgendes bedenken:
Wer im September 1974 10.000 US-Dollar in den Fonds gesteckt hat, kann
sich nun über rund zwei Millionen Dollar freuen.
Das ist etwa das Doppelte dessen, was ein Investment in den Index
gebracht hätte.

'Wir verfolgen zwei Prinzipien:
Nummer eins ist: Verlier kein Geld!
Nummer zwei: Vergiß nicht Prinzip Nummer eins!', sagt Nicholas, der im
Januar 84 Jahre alt wurde."

Hier der Link:

http://www.bloomberg.com/news/articles/2015-03-18/fund-manager-ab-nicholas-has-been-bea...

Chapeau Herr Nicholas,

Broesler, Freitag, 29.05.2015, 23:53 vor 3883 Tagen @ Rotstein 2470 Views

von dem können Leute wie ich noch was lernen. [[top]]

Danke für den Link, der Herr war mir unbekannt.

Ahoi
Broesler

Gebühren

SMK ⌂ @, Samstag, 30.05.2015, 11:19 vor 3883 Tagen @ Rotstein 2297 Views

Es ist jetzt nur die Frage, wieviel der Herr für seine Dienste berechnet. 2% p.a. outperformance dürfte weniger sein, als die Mehrkosten gegenüber einem günstigen Indexfonds auf den S&P 500 ausmachen. Demzufolge stehen Anleger nach Kosten immernoch schlechter da, wenn diese ihr Geld in diesem Fonds angelegt haben, statt in einer passiven Variante.

@SMK, wegen Nicholas Fund (NICSX)

M. S. @, Schwabenland, Samstag, 30.05.2015, 21:49 vor 3882 Tagen @ SMK 2079 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 30.05.2015, 22:13

Es ist jetzt nur die Frage, wieviel der Herr für seine Dienste berechnet.

Das ist doch leicht zu ersehen; 0,73%

- Nicholas Fund Annual Report

Grüße
MS

… und wer wäre dabei geblieben?

Leserzuschrift @, Montag, 01.06.2015, 12:44 vor 3881 Tagen @ Rotstein 1769 Views

Die Krux bei solchen Vergleichen sind leider die Psychologie, Ängste und Gier, denen Anleger bei solchen Anlagen unterliegen. Aus jetziger Sicht sieht alles toll aus. Doch wer wäre dabei geblieben, als Nicholas im Jahre 1972 einen Wertverlust von 72% (S&P500 - 35%) fabriziert hat? Oder in 2000-2003 ein Minus von 37% (S&P500 - 38%) hingelegt hat. Genauso in 2008-2009 mit einem Minus von 49% (S&P500 - 44%). Im Schnitt brauchte er ca. 4-7 Jahre, um die Verluste wieder aufzuholen. Schon das hätten die meisten Privatinvestoren mental (und finanziell) nicht durchgehalten.

Stellt Euch vor, Ihr investiert heute und die Aktien gehen in eine starke Korrektur. Wie lange würdet Ihr an Nicholas Strategie glauben und festhalten? Ein Jahr, zwei oder drei? Im Schnitt halten Privatanleger 3 Jahre an einer Strategie fest und dann verkaufen sie ungeduldig. Aus diesem Grund verdienen die meisten Privatanleger auch mit ihren Kapitalanlagen kein Geld.
Aber Fonds Professionell kann einen Artikel verkaufen... Wie war das noch mal mit den Goldgräbern und denen, die ihnen die Schaufeln verkaufen....?

Beste Grüße,
HS

Vielen Dank...

Rotstein, Montag, 01.06.2015, 13:16 vor 3881 Tagen @ Leserzuschrift 1610 Views

... für Eure Anmerkungen und weiterführenden Links!

Was können Nicholas oder Fondsprofessionell dafür?

Fabio ⌂ @, München, Montag, 01.06.2015, 18:54 vor 3880 Tagen @ Leserzuschrift 1622 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 01.06.2015, 19:09

Aber Fonds Professionell kann einen Artikel verkaufen... Wie war das noch
mal mit den Goldgräbern und denen, die ihnen die Schaufeln verkaufen....?

Du hast mit Deinen Beobachtungen ja grundsätzlich recht, aber das ist nicht die Schuld von Nicholas oder Fondsprofessionell. Das passiert den Anlegern auch mit "passiven" kostengünstigen ETFs (ach ja, wieviele Anleger rebalancen da diszipliniert?).
Insofern verstehe ich Deine Bemerkung nicht und FP "verkauft" auch keine Artikel, höchstens Werbeanzeigen oder die Printausgaben - an Leute, die freiwillig Geld dafür hinlegen.

Was schlägst Du denn stattdessen ganz kostenlos und uneigennützig und auch noch Narrensicheres vor?

--
“We are on strike against the dogma that the pursuit of one’s happiness is evil. We are on strike against the doctrine that life is guilt." John Galt

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DASH - Digital CASH

… keiner kann was dafür

Leserzuschrift @, Dienstag, 02.06.2015, 12:47 vor 3880 Tagen @ Fabio 1639 Views

Ich habe weder Nicholas noch Fonds Professionell diffamiert. Ich habe zunächst einmal nur festgestellt, dass die von Nicholas zitierten Prinzipien…
„Wir verfolgen zwei Prinzipien:
Nummer eins ist: Verlier kein Geld!
Nummer zwei: Vergiss nicht Prinzip Nummer eins!', sagt Nicholas, der im
Januar 84 Jahre alt wurde."

…nachweislich nicht eingehalten wurden. Er oder sie haben Geld verloren und das deutlich. In der Retrospektive wird diese Tatsache verharmlost, weil der Fonds glänzend da steht.
Aber wer wäre dabei geblieben, wenn sein Vermögen um 30 %,40 % oder mehr reduziert wäre? Niemand. Noch nicht einmal ein institutioneller Investor (sind auch nur Menschen).
Diese Verharmlosung von Tatsachen und die reine Augenblicksbetrachtung ist aber Methode. Sowohl bei der Presse, der Fachpresse, aber eben auch bei den Anbietern, sprich Banken, Vermögensverwaltern und Investmentgesellschaften. Natürlich wollen sie damit Geld verdienen. Doch das habe ich nicht angeprangert, sondern festgestellt.

Der normale Investor hat hier an zwei Fronten zu kämpfen:

1. Der Markt.
Es ist eh schon schwer genug, mit einer ordentlichen Ausbildung, Sachverstand und dem Quentchen Glück an den Börsen Geld zu verdienen. Aber es geht, wenn man neben dem Vorgenannten (bzw. auf Grundlagen dessen) sich selbst unter Kontrolle hat und systematisch vorgeht.

2. Die (Finanz-)Industrie.
Sie hat kein Interesse an ausgebildeten, erfahrenen Investoren. Produkte werden verkauft. Die „Margen“ betragen je nach Produkt zwischen 0,5 % und 5 %. Deswegen gibt es in dieser Industrie auch mehr Personal im „Verkaufsbereich“ als im „Ingenieursbereich“. Das Verhältnis ist sagenhafte 90 zu 10. Das Verfahren geht dann auch so: Der Verkäufer geht zum Ingenieur und lässt ihn ein Produkt bauen, das sich (in der jeweiligen Epoche) gut verkaufen lässt.

Die Presse und Fachpresse sind nur Handlanger dieser mit reichlich Geld ausgestatteten Industrie. Die Presse braucht Content. Daher sucht sie die Industrie auf. Die Fachpresse braucht Umsatz, daher schreibt sie lancierte Artikel und kassiert Geld für Werbeanzeigen. Ein „Fachartikel“ kostet so um die € 2.500 - € 5.000. Ein Feature kann auch mal € 20.000 kosten. Ist aber alles „Peanuts“ im Vergleich zum Nutzen.
Wer bezahlt das? Der Investor. Natürlich freiwillig.

Fabio, bitte nicht falsch verstehen: Ich kritisiere diesen Vorgang nicht, bin aber der Meinung, dass der alte Spruch von den Goldgräbern und Schaufelverkäufern recht passend ist.
Schlimm wird es eben nur, wenn der Schaufelverkäufer einem „vorgaukelt“ das er dein Goldgräber ist.

Mein Beitrag bezog sich aber auf das Verhalten von Investoren. Hier kommt die menschliche Natur ins Spiel. Der Mensch ist mit seinen (Flucht-)Instinkten nicht gemacht für die Börse. Er macht eigentlich genau das Gegenteil von dem, was er machen müsste. Daher unterstelle ich, dass kaum ein Investor einen Verlust von 25 %,35 % oder mehr hinnimmt und damit Nicholas Trackrecord toll ist, aber eben im Nachhinein und jetzt. In 2008/2009 hätte es keinen Artikel hierzu gegeben. Der Mensch (Fondsmanager, Privatinvestor, etc.) kauft mit hoher Wahrscheinlichkeit genau dann, wenn er es nicht sollte und verkauft natürlich auch genau dann, wenn er es nicht sollte. Ist aber auch nicht verwunderlich, weil er ja nicht wissen kann, was in der Zukunft passiert.

Nun zur Beantwortung Deiner Frage:
„Was schlägst Du denn stattdessen ganz kostenlos und uneigennützig und auch noch Narrensicheres vor?“

Es gibt aus meiner Sicht nichts Kostenloses, Uneigennütziges oder gar Narrensicheres bei der Kapitalanlage. Aber das habe ich auch nicht behauptet. Es ist so wie das ganze Leben. Man muss investieren, Risiken eingehen und Geduld haben. Ich kann Dir also nur sagen, wie ich als Privatmensch vorgehe:
Ich verfolge zwei Strategien:

1. Adjustierte Risk-Parity Strategie
Hier verteile ich seit mittlerweile 20 Jahren mein Vermögen auf vier Risikosäulen: Aktien, Renten, Commodities und Cash.
Die Allokation wird nicht geviertelt (je 25 %), sondern nach Risikofaktoren (Volatiltät) verteilt. Somit erhalten naturgemäß Renten und Cash eine höhere Dotation und Aktien und Commodities eine niedrigere Dotation. Einmal im Jahr gibt es ein Rebalancing. Diese Strategie ist natürlich nicht risikofrei. Ich konnte aber mit den Drawdowns (-20 % max.) gut leben. Ich will das aber nicht ausschließlich meiner systematischen Leistung zuschreiben, sondern unbedingt auch dem Zeitpunkt, zu dem ich begonnen habe. Das Portfolio ist global. Wobei das am Anfang etwas schwer umzusetzen war und ich über Futures und US-Fonds arbeiten musste. Seit 7-10 Jahren ist es wesentlich leichter, weil sich der ETF-Markt immer besser etabliert. Meine Rendite ist plus 2,8% über dem Markt.

2. Basket von Alternativen Investments
Hier habe ich mir ein Portfolio von Vermögensverwaltern zusammengestellt, die ausschließlich nach folgenden Kriterien arbeiten:
Streng systematisch, Manager trifft keine eigenen Entscheidungen, sondern setzt Signale eines Systems, das er selbst entwickelt hat um, Manager ist mit seinem eigenen Vermögen investiert, im Unternehmen sind deutlich mehr Menschen mit dem Financial Engineering, Risk Management und Data Mining beschäftigt als Verkäufer (ideales Verhältnis 10:90). Derzeitiger Fokus: Long-Short-Equity, Managed Futures (Trendfolger), Global Macro und Volatility. Auch hier war der Anfang schwer, weil ich anfangs nicht über genügend Mittel verfügte. Die Anbieter sind schwer zu finden (machen ja keine Werbung) und haben hohe Auflagen, wenn man investieren will. Es war aber etwas einfacher für mich, weil ich damals in den USA lebte. Der max. Wertverlust dieses Portfolios beträgt weniger als 10 % (auch in 2008/2009 oder 2000/2003). Die Durchschnittsrendite seit Ende der 90er 7,32 %p.a. netto. Auch hier hatte ich wahrscheinlich Glück mit dem Startzeitpunkt, weil die Trendfolger super performnten. Hätte ich mit ihnen in 2008 gestartet, sähe es etwas anders aus. Doch auf lange Sicht bin ich sehr zuversichtlich. Da spielt der Startzeitpunkt nur noch eine untergeordnete Rolle (wie bei Nicholas).

Mein Aufwand hält sich mittlerweile in Grenzen, weil die Märkte (Produkte) liquider und kostengünstiger geworden sind. Ich fasse beide Portfolios meist nur einmal im Jahr an. In letzter Zeit bin ich dabei Strategie Nr.2 weiter auszubauen. Das geschieht aus zwei Gründen: Sie läuft ruhiger und ich muss kaum etwas machen. Hauptsächlich mache ich mir aber Sorgen um die erste Strategie. Sie hat natürlich hervorragend funktioniert, weil wir seit Jahrzehnten in einem Bond-Bull-Markt sind. Bei Nullrenditen werden die Gefahren für Rückschlage immer größer. Also muss ich umdenken, nachdenken und umstrukturieren……

Herzlichen Dank, sehr interessant!

Fabio ⌂ @, München, Dienstag, 02.06.2015, 13:08 vor 3880 Tagen @ Leserzuschrift 1544 Views

Deine grundsätzlichen Ausführungen teile ich uneingeschränkt! Bin ja selbst lange genug in der Branche, um da nichts entgegnen zu wollen. Ich hatte nur den Eindruck, dass die Kritik in eine Richtung geht, die ich in D leider auch oft sehe, bei aller Kritik an "der Finanzindustrie", nämlich dass die alle immer nur böse sind und der arme Anleger doch eine Art Grundrecht auf eine risikolose Superrendite, natürlich alles umsonst, hätte (gerne von mehr oder weniger steuerfinanzierten "Experten" kolportiert).

Ich verfolge zwei Strategien:

1. Adjustierte Risk-Parity Strategie
Hier verteile ich seit mittlerweile 20 Jahren mein Vermögen auf vier
Risikosäulen: Aktien, Renten, Commodities und Cash.
Die Allokation wird nicht geviertelt (je 25 %), sondern nach
Risikofaktoren (Volatiltät) verteilt. Somit erhalten naturgemäß Renten
und Cash eine höhere Dotation und Aktien und Commodities eine niedrigere
Dotation. Einmal im Jahr gibt es ein Rebalancing. Diese Strategie ist
natürlich nicht risikofrei. Ich konnte aber mit den Drawdowns (-20 % max.)
gut leben. Ich will das aber nicht ausschließlich meiner systematischen
Leistung zuschreiben, sondern unbedingt auch dem Zeitpunkt, zu dem ich
begonnen habe. Das Portfolio ist global. Wobei das am Anfang etwas schwer
umzusetzen war und ich über Futures und US-Fonds arbeiten musste. Seit
7-10 Jahren ist es wesentlich leichter, weil sich der ETF-Markt immer
besser etabliert. Meine Rendite ist plus 2,8% über dem Markt.

Hast Du diese Strategie echt schon vor 20 Jahren "Risk Parity" genannt? Dann warst Du ja echt ein Pionier.
Was ist denn in dem Fall "der Markt", über dem Du da liegst?


2. Basket von Alternativen Investments
Hier habe ich mir ein Portfolio von Vermögensverwaltern zusammengestellt,
die ausschließlich nach folgenden Kriterien arbeiten:
Streng systematisch, Manager trifft keine eigenen Entscheidungen, sondern
setzt Signale eines Systems, das er selbst entwickelt hat um, Manager ist
mit seinem eigenen Vermögen investiert, im Unternehmen sind deutlich mehr
Menschen mit dem Financial Engineering, Risk Management und Data Mining
beschäftigt als Verkäufer (ideales Verhältnis 10:90). Derzeitiger Fokus:
Long-Short-Equity, Managed Futures (Trendfolger), Global Macro und
Volatility. Auch hier war der Anfang schwer, weil ich anfangs nicht über
genügend Mittel verfügte. Die Anbieter sind schwer zu finden (machen ja
keine Werbung) und haben hohe Auflagen, wenn man investieren will. Es war
aber etwas einfacher für mich, weil ich damals in den USA lebte. Der max.
Wertverlust dieses Portfolios beträgt weniger als 10 % (auch in 2008/2009
oder 2000/2003). Die Durchschnittsrendite seit Ende der 90er 7,32 %p.a.
netto. Auch hier hatte ich wahrscheinlich Glück mit dem Startzeitpunkt,
weil die Trendfolger super performnten. Hätte ich mit ihnen in 2008
gestartet, sähe es etwas anders aus. Doch auf lange Sicht bin ich sehr
zuversichtlich. Da spielt der Startzeitpunkt nur noch eine untergeordnete
Rolle (wie bei Nicholas).

Auch hier: Hut ab. Darf ich fragen, wieviele Fonds Du da gefunden hast und ob es alles UCITS-Fonds sind? Speziell bei Managed Futures werden wir ja leider vom EU Recht vor reinrassigen Vehikeln "geschützt" und dürfen stattdessen in Zertifikate- und CFD-Replizierer investieren (offenbar, weil das Counterparty Risiko für geringer gehalten wird, als dass mal ein Warenterminkontrakt physisch erfüllt wird...).

Bis auf die Beimischung von fundamental entscheidenden Vermögensverwaltern habe ich da eine ähnliche Herangehensweise, nur eben auf UCITS beschränkt und das ist echt nicht einfach.


Mein Aufwand hält sich mittlerweile in Grenzen, weil die Märkte
(Produkte) liquider und kostengünstiger geworden sind. Ich fasse beide
Portfolios meist nur einmal im Jahr an. In letzter Zeit bin ich dabei
Strategie Nr.2 weiter auszubauen. Das geschieht aus zwei Gründen: Sie
läuft ruhiger und ich muss kaum etwas machen. Hauptsächlich mache ich mir
aber Sorgen um die erste Strategie. Sie hat natürlich hervorragend
funktioniert, weil wir seit Jahrzehnten in einem Bond-Bull-Markt sind. Bei
Nullrenditen werden die Gefahren für Rückschlage immer größer. Also
muss ich umdenken, nachdenken und umstrukturieren……

Ja, das beschäftigt gerade alle Risk Parity Manager. Der Commodity Bullenmarkt war retrospektiv ja auch recht hilfreich und der fällt jetzt auch weg.

--
“We are on strike against the dogma that the pursuit of one’s happiness is evil. We are on strike against the doctrine that life is guilt." John Galt

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Antwort

Leserzuschrift @, Dienstag, 02.06.2015, 17:03 vor 3879 Tagen @ Fabio 1585 Views

Hast Du diese Strategie echt schon vor 20 Jahren "Risk Parity" genannt? Dann warst Du ja echt ein Pionier.
Was ist denn in dem Fall "der Markt", über dem Du da liegst?

Nein, aber der Name ist wahrscheinlich doch schon älter. Sie basiert auf den Theorien von Markowitz und ist ja bekanntlich ur-alt. Ich habe diese an der Uni kennengelernt. Damit wurde das Vermögen des Endowments gesteuert.

Markt ist ein konstantes Portfolio (18% US-LargeCaps, 3% US-Small Caps, 6% Aktien Developed,3% Aktien EM, 35% TBonds,20% BUND,5% Commodities, 5%Gold, 5%Reits).
Viel wichtiger ist aber die Vola und der max. Wertverlust. Vola liegt bei 6,90% seit Bestehen. Max. Wertverlust bei -20,1% und war in 2008/2009. CAGR ist 7,12% nach Kosten.

Auch hier: Hut ab. Darf ich fragen, wie viele Fonds Du da gefunden hast und ob es alles UCITS-Fonds sind?

Da liegt der Pferdefuß: Es gibt nach meinen Analyse nur etwa 90-100 Anbieter weltweit, die so arbeiten, wie ich es brauche. In unseren Mainstream-Medien werden diese entweder gar nicht erwähnt (gut) oder aber in Unkenntnis der Realität als Hedgefonds verrissen. Dabei sind diese Anbieter mit die fairsten Money Manager die es gibt und unterliegen einer strengen Aufsicht. Auf der anderen Seite sind die Strategien von Ingenieuren entwickelt und erklärungsbedürftig. Dazu haben die Manager keine Lust. Also gibt es einen Schutzwall. Entweder musst du institutioneller Kunde sein und/oder hohe Minimumbeträge anlegen. Mittlerweile gibt es aber auch viele, die in den UCITS-Mantel wandern, weil er aus vielerlei Gründen attraktiv ist. Wenn man sucht, wird man fündig……. Namen nenne ich jetzt nicht (aus Unwissenheit, ob ich das hier darf).

Gruß

Verluste beim Investieren in Wertpapiere

Orlando ⌂ @, Dienstag, 02.06.2015, 13:41 vor 3880 Tagen @ Leserzuschrift 1600 Views

Daher unterstelle ich,
dass kaum ein Investor einen Verlust von 25 %,35 % oder mehr hinnimmt und
damit Nicholas Trackrecord toll ist, aber eben im Nachhinein und jetzt.


Es ist ein Unterschied, wenn 30% verloren werden, ob der Gesamtmarkt die auch verloren hat, oder etwa plus gemacht hat. Nicholas wurde ja dafür gerühmt, dass er im Schnitt 2% besser war als der S&P500 - das gilt natürlich auch in allgemeinen Verlustjahren. Also, S&P verliert zB 20%, Fonds verliert nur 18% und ist dann immer noch "besser".

Kein vernünftiger Investor würde von einem Fonds, der breit investiert, verlangen, dass er in starken Verlustjahren positiv abschließt. Das ist einfach unrealistisch.

Übrigens ist das ein Hauptargument gegen Fonds, den Fondsmanagern ist durchaus zuzutrauen, dass sie Verlustjahre aussitzen, aber es sind die anderen Fondsbesitzer, mit denen man zusammengespannt ist, die die Nerven verlieren und in der Baisse ihr Geld zurückhaben wollen und damit den Fonds zu unzeitigen Verkäufen zwingen.

Ich möchte hiermit mein Interesse anmelden...

M. S. @, Schwabenland, Dienstag, 02.06.2015, 18:36 vor 3879 Tagen @ Leserzuschrift 1610 Views

und um mehr bitten!

Bei Nullrenditen werden die Gefahren für Rückschlage immer größer.
Also muss ich umdenken, nachdenken und umstrukturieren……

Mich würde es freuen, wenn Du dies öffentlich tun könntest.

Welche "Produkte" benutzt Du? Ich würde gern etwas mehr erfahren. Bin zwar nur mit kleinem Geld unterwegs, aber möchte gern zu einer klaren Strategie finden. Momentan geht bei mir alles noch zu unstrukturiert zu, auch eben mangels Masse. Ich bin in einigen CEFs, REITs, ETFs etc. investiert. Aber alles noch nicht so wirklich durchdacht.

Mittlerweile gibt es aber auch viele, die in den UCITS-Mantel wandern, weil er aus vielerlei Gründen attraktiv ist. Wenn man sucht, wird man fündig……. Namen nenne ich jetzt nicht (aus Unwissenheit, ob ich das hier darf).

Ich denke schon, dass Du mal paar Namen nennen kannst, damit man sich ein Bild machen kann. Mich würde es freuen. Ansonsten vielleicht ein paar Zeilen als Mail?

Beste Grüße
MS

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