Deutschland aus der NATO rausklagen, aber wie?

Nachdenkender @, Freitag, 29.05.2015, 00:23 vor 3884 Tagen 2390 Views

Angesichts der Fragen über die Abschaffung des Bargeldes, das Männchenmachen unserer Regierung vor der USA, der Verhaftungen der FIFA-Funktionäre und der Ukrainekrise und die damit verbundenen Panikmache und teilweisen Kriegstreiberei der Politiker und MSM, stellt sich mir die Frage, ob angesichts des Handeln/Agieren der USA (z.B. Irakkrieg) weltweit in den letzten Jahrzehnten, die USA als so genannter Terrorstaat angesehen werden könnte?
Die Konsequenz für mich daraus würde bedeuten, dass Deutschland aus dem Verteidigungsbündnis NATO austreten müsste, da die USA ein Terrorstaat sind.
Wie seht ihr die Möglichkeit, Deutschland aus der NATO zu klagen?
Sei es über deutsches, europäisches, oder internationales Recht.

Ich gehe davon aus, dass die NATO die Grundlage der USA sind europaweit ihre Interessen durchzusetzen.

euer Nachdenkender

Es gab ja Länder, die in die NATO raus und rein sind

azur @, Freitag, 29.05.2015, 00:44 vor 3884 Tagen @ Nachdenkender 2319 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 29.05.2015, 00:49

Hallo Nachdenkender,

siehe die Franzosen, rin und raus (die berühmten 2 Wege in der Landwirtschaft: Rin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln): http://de.wikipedia.org/wiki/NATO#Mitgliedschaft - siehe also auch die genannten Ländereien (und die Schweden und die Ostflanke, gingen da auch eigene Wege: http://www.deutschlandfunk.de/schweden-finnland-und-die-nato-zoegernde-annaeherung.795.... ).

Siehe: http://www.neinzurnato.de/

Aber: Um klagen zu können, muss man das Recht dazu haben: Siehe bitte Aktiv- und/oder Passivlegitimation oder http://de.wikipedia.org/wiki/Klagebefugnis

Man muss also sehen, wer das machen kann und den dazu bewegen, wenn man das will.

War übrigens dabei, wie der angebliche Pazifist, Pfaffe und letzte DDR-Verteidigungsminister seinen ehenmaligen Kumpels aus DDR-Kampftagen erklärte, warum man mit einem Male nicht gegen ein Militärbündnis wäre (war in einer zentralen Kirche in Pankow, im Sommer 90). Gruselig. Und nicht ganz ohne Blues, also bei seinen Kumpels, im übertragenen Sinne (der war für die Bluesmessen berühmt).

Alter Spontispruch: To be oder NATO be.

Viele freundliche Grüße

azur

--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.

Geht nicht!

Weiner @, Freitag, 29.05.2015, 10:35 vor 3884 Tagen @ Nachdenkender 1939 Views

Werter Nachdenkender,

warum willst Du Dich in spitzfindige juristische und völkerrechtliche Fragen verstricken sowie Geld für Gerichtskosten ausgeben, wenn es einen viel einfacheren Weg gibt, der Dir sogar bezahlt wird? Andere wollen eine Petition machen, aber das ist genauso aussichtslos und unangemessen:

http://www.neinzurnato.de/?page_id=6

Mit 200 Unterstützern pro Wahlkreis kannst Du einen parteilosen Direktkandidaten für die Erststimme aufstellen, mit 2000 Unterstützern pro Bundesland eine Vereinigung bilden, die für jeden Wahlkreis einen Kandidaten für die Zweitstimme aufstellt. Und nach der Wahl bekommst Du sogar 2,80 Euro für jede Stimme pro Kandidat (ab einer bestimmten Prozentschranke). Haben wir nicht ein gutes politisches System, das es dem Bürger wirklich leicht macht, sich politisch zu organisieren? Ich finde: JA!!

Die Frage des Austrittes aus der NATO ist eine fundamental politische Frage, denn sie ist existentiell - eigentlich mit Leben und Tod verknüpft - für die in diesem Land lebenden Menschen. Blick mal bitte zurück in die Geschichte! Eine solche Frage kann nicht juristisch gelöst werden, sondern sie müsste von der Mehrheit der Bevölkerung gemeinschaftlich getragen werden. Denn mit dem Austritt würden kompensierende Massnahmen und weitreichende außen- und innenpolitische Änderungen verbunden werden müssen, die jeder hier sich denken kann und die ich deshalb nicht aufzuzählen brauche.

Zurück zur politischen Organisation: warum gelingt es niemand, 300 wichtige derartige Änderungen (ich persönlich wäre durchaus auch für einen NATO-Austritt!) in einem Arbeitsprogramm zusammen zu packen und zur Grundlage eines entsprechenden Prozesses der politischen Willensbildung zu machen? Ich wäre beispielsweise auch für ein "Bundesgesetz zur sachbezogenen direkten Demokratie" (Gibt es auf Landesebene schon fast überall! Im Klartext: Volksabstimmungen wie in der Schweiz). Und ich wäre für eine unabhängige Justiz (andere Richterwahl, Ende der Weisungsbefugnis an Staatsanwälte, Richterklage). Und ich wäre für eine Reihe scharfer Regelungen gegen Lobbyismus und Korruption. Und für die Umwandlung von Eurobuchgeld in Vollgeld verbunden mit einem neuen EZB-Gesetz. Ich wäre, tut mir leid, für eine Änderung des Börsengesetzes, so dass der ausufernden Spekulation und Derivatenkonstruktion ein Riegel vorgeschoben wird. Ich wäre für ein Zahlungsverkehrssystem, das wie das Verkehrswegesystem vom Staat getragen wird (mit entsprechend anderer rechtlicher Stellung der Girokonten). Auch wäre ich für einen Austritt Deutschlands aus der gegenwärtigen EU bei gleichzeitiger Selbstverpflichtung, die bestehenden Verträge 3 Jahre zu wahren, und bei einem gleichzeitigen, von Deutschland in Gang gesetzten und finanziell getragenen politischen Prozess für die Gründung einer neuen Europäischen Union, wozu alle in Frage kommenden Staaten eingeladen werden müssten. Oder ich wäre, lange vor dem Austritt aus der NATO, für eine Kündigung des Truppenaufenthaltsvertrages für ausländische Streitkräfte auf deutschem Boden etc. etc. etc.

Da hab ich eine lange Liste, 300 Einträge reichen da gar nicht. Ich denke, es wären sehr schnell 1000 Programmpunkte, die möglicherweise von 60% der Bürgerinnen hier im Lande mitgetragen würden, weil sie eigentlich dem gesunden Menschenverstand entsprechen. Denk ich mir - aber vermutlich täusche ich mich genauso, wie Du, ebenfalls Nachdenkender, in Bezug auf Deine NATO-Raus-Klage ...

Warum gelingt es "uns Bürgerinnen" nicht, ein solches Projekt - die Formulierung eines schlüssigen und überzeugenden Wahlprogrammes verbunden mit dem Aufbau einer politischen Bewegung nach dem eingangs geschilderten Verfahren - in die Realität umzusetzen, wenn möglich auch auf elegante und kultivierte Art und Weise, so wie es sich für Menschen des 21. Jahrhunderts ziemte ...

Das ist die Frage, die mich aktuell beschäftigt.

Bekennt, mit freundlichen Grüßen, Weiner.

PS: Das Kuriose ist, dass es für viele Bereichen sogar schon fertig formulierte Gesetzentwürfe für die oben vorgeschlagenen Themen gibt, die man weitgehend übernehmen könnte - wenigstens um mal aus dem gegenwärtigen Sumpf herauszukommen und neue Fahrt aufnehmen zu können. Das STEUERGESETZBUCH von Paul Kirchhof ist bis aufs letzte Komma durchformuliert ...

Gründung einer Partei in Deutschland

Leser68 @, Freitag, 29.05.2015, 15:02 vor 3884 Tagen @ Weiner 1698 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 29.05.2015, 15:09

Hallo Wiener

Die Frage des Austrittes aus der NATO ist eine fundamental politische Frage, denn sie ist existentiell - eigentlich mit Leben und Tod verknüpft - für die in diesem Land lebenden Menschen. Blick mal bitte zurück in die Geschichte! Eine solche Frage kann nicht juristisch gelöst werden, sondern sie müsste von der Mehrheit der Bevölkerung gemeinschaftlich getragen werden.

Das wäre auch ganz einfach zu lösen: Den jungen Männern, vor allem im Osten der Republik, müsste ganz einfach eine gute berufliche Perspektive geboten werden, dann würden diese sicher nicht mehr in großer Zahl zur Bundeswehr gehen.
Es gibt doch diesen Spruch von Boris Pasternak: Glückliche Männer gehen nicht freiwillig zur Armee (Happy men don't enlisten).

Ich wäre beispielsweise auch für ein "Bundesgesetz zur sachbezogenen direkten Demokratie" (Gibt es auf Landesebene schon fast überall! Im Klartext: Volksabstimmungen wie in der Schweiz).

In Baden-Württemberg gibt es auch die Möglichkeit, per Volksabstimmung in den politischen Entscheidungsprozess einzugreifen. Allerdings sind die dafür notwendigen Stimmenanteile sehr hoch angesetzt. Jüngstes Beispiel dafür war die Entscheidung über den Weiterbau des absurden Projektes Stuttgart 21. Die konkrete Frage in dieser Abstimmung vor ca. dreieinhalb Jahren war zum Einen irreführend:

Volksabstimmung zu Stuttgart 21 "Irreführende Formulierung"
Von StZ 01. Oktober 2011

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.volksabstimmung-zu-stuttgart-21-irrefuehrende-...

und zum Anderen ging es nur um die Zustimmung zu einem Gesetz, nicht um den Stopp von Stuttgart 21 überhaupt. Ein Bürgerentscheid über den Stopp von Stuttgart 21, der schon im Jahr 2004 vom damaligen OB Wolfgang Schuster, CDU, versprochen:


Im Wahlkampf 2004 hatte Schuster zugesagt, einen Bürgerentscheid über das Projekt dann zu unterstützen, wenn sich die Landeshauptstadt Stuttgart "in erheblichem Umfang" finanziell beteiligen müsste. Genau dies ist aber nach Ansicht Schusters bisher nie der Fall gewesen. Schuster rechtfertigte seine Entscheidung damit, dass die Mehrkosten für die Stadt Stuttgart voraussichtlich nur 84 Mio. Euro betragen und er sich mit Boris Palmer im damaligen OB-Wahlkampf einig gewesen sei, dass Mehrkosten „deutlich im dreistelligen Millionenbereich“ gemeint waren.[6]
http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Schuster

, wurde vor kurzem von der Stadt Stuttgart (OB Fritz Kuhn, Grüner) wieder abgelehnt.

Die Gründung der Freien Union durch Gabriele Pauli, die mutige CSU-Politikerin, die Herrn Stoiber vom Thron stürzte, war zunächst erfolgreich, aber als es darum ging, diese Partei auch in den Bundestag zu bringen, scheiterte dies nicht etwa an der fehlenden Unterstützung in ganz Deutschland oder an eigentlich privaten Fotos von Frau Pauli, die seltsamerweise an die Öffentlichkeit kamen, sondern an einer Unterschrift.


Der Düsseldorfer Parteienrechtsexperte Martin Morlok sagte, den Grauen und der Satire-Partei Die Partei habe der Bundeswahlausschuss die Parteieigenschaft „auf Grundlage falscher Annahmen“ aberkannt. Auch bei der Ablehnung der Freien Union, bei der es um einen Formfehler der Vorsitzenden Gabriele Pauli ging, habe der Ausschuss den „wesentlichen rechtlichen Aspekt überhaupt nicht diskutiert“: Paulis fehlende Unterschrift (wir berichteten) hätte nach Fristablauf nachgeholt werden können. Der bayerische Landeswahlleiter hatte die Freie Union abgewiesen, weil Pauli eine Unterschrift vergessen hatte.
https://www.mainpost.de/regional/franken/Pauli-prueft-Gang-nach-Karlsruhe;art1727,5244423


Es gibt Dank gewiefter Juristen eine Unmenge an Details, die man beachten muss, um eine noch unbekannte Partei in den Bundestag zu bringen. Dazu muss man parallel aber auch noch alle möglichen Personalprobleme berücksichtigen und managen.
Frau Pauli war wohl, obwohl sie einiges an politischer Erfahrung hatte und bekannt war, in manchen Dingen etwas zu naiv bzw. zu gutgläubig. So hatten diverse Maulwürfe viele Chancen diese Konkurrenz des "politischen Establishments" an die Wand zu fahren.
Wenn es aber jede Menge knallharter Typen gegeben hätte, die die "Freie Union" in den Bundestag gebracht hätten, dann wären nach kurzer Zeit diverse Skandale bezüglich Schmiergeldzahlungen in den Massenmedien aufgetaucht.
Die Bundestagsparteien, d.h. deren Vertreter im sogenannten Bundeswahlausschuss, entscheiden darüber ob eine neue Partei in den Bundestag kommt, nicht etwa der Wähler, d.h. der Souverän.

Kennt das Grundgesetz Baden-Württemberg?

Isländer @, Sonntag, 31.05.2015, 02:25 vor 3882 Tagen @ Leser68 1555 Views

Bei so feinfühligen Begriffen wie „Volksabstimmung“ wird man doch immer hellhörig.
Vorwiegend ist ja da das Grundgesetz ausschlaggebend.

Und wenn ich da so als Laie reingucke, sehe ich kein Baden-Württemberg.

Nur
Württemberg-Baden
Württemberg-Hohenzollern
Baden

http://dejure.org/gesetze/GG/138.html .

In politischen Fragen ist da Wiki wegen der Besitzverhältnisse bei Wiki nur als Begleitmärchen zu betrachten.
Aber wenn Wiki sagt, dass es Bielefeld wirklich gibt...


LG
Isländer

--
Alle meine Beiträge stelle ich unter Vorbehalt zukünftiger Erkenntnisse.
Die Zeiten des direkten Beweises sind vorbei.
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