RFID- Chip für Essensausgabe in der Schule

Leserzuschrift @, Mittwoch, 27.05.2015, 16:00 vor 3885 Tagen 5003 Views

Sehr geehrtes Forum,
ich schaue jeden Tag mal in euer Forum rein und bin erschrocken, was in unserer Welt so abgeht. Heute aber habe ich eine Frage. Meine Tochter kam am Wochenende mit einem Zettel aus der Schule nach Hause, aus dem hervorgeht, dass ein Identifikationsmedium für die Essensausgabe benötigt wird. Die Schule hat sich hier für den Einsatz eines RFID-Chips entschieden. Der Chip ist für die Essensaufgabe zwingend erforderlich.

Meine Fragen sind nun
1.) Ich bin gegen den Chip. Allerdings bekommt meine Tochter dann nichts mehr zu Essen.
2.) Ich kann mein Kind sowieso nicht davor schützen. Früher oder später wird das überall eingeführt.

P.S. In fünf Tagen haben die Eltern unserer Klasse ein Gespräch, wegen eines anderen Themas. Kann und sollte ich mein Problem dort ansprechen? Wenn ja, wie würdet Ihr argumentieren, denn ich möchte nicht als Spinnerin dastehen.

Mit freundlichen Grüßen !
Nadja

Was sind deine Bedenken?

Quantenfeldtheorie @, Mittwoch, 27.05.2015, 16:15 vor 3885 Tagen @ Leserzuschrift 4107 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 27.05.2015, 16:20

Hallo Nadja,

Ich habe mal ein wenig länger für ein Unternehmen gearbeitet, dass Im RFID Bereich zu Hause ist.
Was sind deine exakten Bedenken? Fragen hast du bis auf dein P.S. keine formuliert. Kannst du deine Bedenken konkretisieren?

Ist es ein Problem mit der Technik, oder vielmehr dem, was die Institutionen damit veranstalten?

LG,
QFT

--
XSS for the masses...

So funktionierts.

Rollo @, Bremen, Mittwoch, 27.05.2015, 16:44 vor 3885 Tagen @ Leserzuschrift 4352 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 27.05.2015, 17:01

Moin,
ich hatte mal die Ehre, die Einführung eines solchen Systems (Mensa-M--)an der Schule meiner Frau zu begleiten.
Das System ist sehr einfach:
Auf dem Verwaltungsrechner deiner Schule ist dein Kind sowieso erfasst (Adresse, Telefon und und).
Jetzt wird deinem Kind ein Chip mit der ID-Nr 1234AB gegeben und in den Stammdaten deines Kindes hinterlegt.

Kind will Essen buchen - Chip -ID wird gelesen, danach Prüfung ob noch genug Geld auf dem Essensgeld-Konto.
Fall ja: Buchung erfassen.
Kind meldet sich mit der CHIP-ID an der Essensausgabe an, es wird dem Personal angezeigt, welches Essen ausgegeben werden soll, Betrag wird vom Essensgeld-Konto abgebucht.

Das wars.

Wo sind deine Bedenken?

Gruß
Rollo

RFID-Chip

Leserzuschrift @, Mittwoch, 27.05.2015, 17:07 vor 3885 Tagen @ Quantenfeldtheorie 4199 Views

Hallo Quantenfeldtheorie,
der RFID- Chip soll als Schlüsselanhänger ständig mitgeführt werden. Natürlich mache ich mir Sorgen, was alles auf den Chip drauf kommt. Außerdem könnten später auch noch andere Sachen ausgelesen werden, so z. B. ob die Kinder immer zur Schule gehen. Ich vertraue meiner Tochter und will das nicht durch Kontrollwahn kaputt machen. Auch wenn das von der Schule ausgeht. (Ich habe auf YouTube ein Video gesehen, dass in Brasilien oder ich weiß nicht mehr wo, das so schon angewant wird.) Außerdem habe ich mir bisher immer Mühe gegeben, meine Tochter von diesen Dingen fernzuhalten. Also alles Fürsorge.

Gruß Nadja

Wenn es so einfach ist…

Leserzuschrift @, Mittwoch, 27.05.2015, 17:08 vor 3885 Tagen @ Rollo 3803 Views

Hallo,
o.K. wenn`s so einfach ist und keine Nachteile entstehen können, dann bin ich die Letzte, die sich dagegen sperrt.

Gruß Nadja

P.S. Aber vorsichtig bin ich trotzdem. Ich bedanke mich für eure Antworten.

Teufelszeug

Sylvia @, Mittwoch, 27.05.2015, 17:16 vor 3885 Tagen @ Leserzuschrift 3977 Views

Ich vertraue meiner Tochter und will das nicht durch
Kontrollwahn kaputt machen.

Beißt sich ein bisschen mit dem hier:

Außerdem habe ich mir bisher immer Mühe
gegeben, meine Tochter von diesen Dingen fernzuhalten. Also alles
Fürsorge.

[[zwinker]]

Finde den Fehler

Sylvia @, Mittwoch, 27.05.2015, 17:32 vor 3885 Tagen @ Todd 3509 Views

Ich weiß nicht, ob das hier von Interesse ist.

Nö.

http://www.heise.de/tp/artikel/26/26167/1.html

Überschrift: "Verursachen implantierte RFID-Chips Krebs?"

Finde den Fehler.

P.S.
Leute, ich glaube ihr lest zu viel MMnews. Davon bekommt man Gehirnverklumpung.

Schlüsselanhänger

Rollo @, Bremen, Mittwoch, 27.05.2015, 18:02 vor 3885 Tagen @ Todd 3314 Views

Es handelt sich um einen Schlüsselanhänger!
Keinem Kind wird für die Essensausgabe irgendetwas implantiert.....

Das könnte mensch doch rechtlich abklären ..

Beo2 @, NRW Witten, Mittwoch, 27.05.2015, 18:46 vor 3885 Tagen @ Leserzuschrift 3030 Views

und zwar zusammen mit anderen Eltern, ob es zulässig ist, dass deine Tochter kein Schulessen bekommen kann, wenn sie keinen verchipten Ausweis bei sich trägt oder überhaupt besitzt.
Konsequenterweise dürfte sie dann auch nicht in die Schule reingelassen werden.

Gruß, Beo2

Ein implantierter RFID Chip? oder eine Plastikkarte?

BerndBorchert @, Mittwoch, 27.05.2015, 19:02 vor 3885 Tagen @ Leserzuschrift 3103 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 27.05.2015, 19:11

Implantiert kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, auch wenn das schon seit Jahren technisch möglich ist, eine Diskothek in Rotterdam hatte das schon vor 5 Jahren. Bei Youtube googeln.

RFID Chips strahlen selber nicht. Insofern sollte eine Plastikarte gesundheitlich ungefährlich sein.
Bernd Borchert

Ist das Fernhalten vom Kontrollwahn schon Kontrollwahn?

CalBaer @, Mittwoch, 27.05.2015, 19:07 vor 3885 Tagen @ Sylvia 3127 Views

Es kommt drauf an, wie ersteres realisiert wird.

Ich sehe mit so einem System vor allem datenschutzrechtliche Bedenken. Wer garantiert, dass die Daten ueber die Essensvorlieben der Tochter nicht ausserhalb der Schule landen? Ich sehe da jede Menge Missbrauchspotential.

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Es gibt kein Recht auf Schulessen. Und auch keine Pflicht dazu.

Philip Marlowe @, Location: Europe's Paymaster, Mittwoch, 27.05.2015, 20:02 vor 3885 Tagen @ Beo2 3294 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 27.05.2015, 20:26

Schulessen ist auch keine "Sozialleistung". Es gibt auch keine staatlichen Zuschüsse zum Schulessen (im Gegensatz zum steuerlich subventionierten Kantinenessen, auf das der eine oder andere Arbeitnehmer Anspruch hat). Es ist sogar die volle Mehrwertsteuer auf das Schulessen fällig.

Schüler haben übrigens nicht einmal das Recht auf eine angemessen lange Mittagspause, da das Arbeitszeitgesetz für Schüler nicht gilt.

Das alles liegt übrigens außerhalb des Einflussbereichs der Einzelschule. Wenn man das nicht gut findet, muss man politisch aktiv werden. Aber nicht in der Elternvertretung der Schule sondern auf allgemein-politischer Ebene. In Frankreich haben die Schüler m.W. nach sogar ein Recht auf ein kostenloses Mittagessen in der Schule. Deutschland verteilt dafür lieber eine "Herdprämie"...

Gruß,
Phil.M.

Die Frage ist aber .. (edit.)

Beo2 @, NRW Witten, Mittwoch, 27.05.2015, 20:36 vor 3885 Tagen @ Philip Marlowe 2772 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 27.05.2015, 21:07

ob einzelne! Schüler vom Essen ausgeschlossen werden dürfen, nur weil sie nicht die passende Frisur oder den passenden Löffel dabei haben .. oder mit einer anderen völlig willkürlichen Begründung. Gibt es dafür eine einwandfreie rechtliche Grundlage?
Die Schule ist immerhin eine öffentliche Einrichtung .. und es besteht sogar Anwesenheits- und Arbeitspflicht für die Kids. Sie haben im Schnitt immerhin eine 30-Stunden-Woche abzuleisten, egal ob sie es wollen oder nicht .. die zusätzlich geforderte "Heimarbeit" von 10 Stunden/Woche nicht eingerechnet.

Mir tun die Kinder echt leid, wie sie da morgens mit ihren viel zu schweren Taschen in Reih und Glied stehen und marschieren .. und oft bereits von der ersten Minute an von der Chefin angeschrieen werden. Ab in den Bau .. ein recht- und anspruchsloser Lohnsklave zu sein, will schließlich gelernt sein!

Gruß, Beo2

Es gibt kein Recht auf Schulessen. Und auch keine Pflicht dazu. Schulessen ist auch keine "Sozialleistung". Es gibt auch keine staatlichen Zuschüsse zum Schulessen (im Gegensatz zum steuerlich subventionierten Kantinenessen, auf das der eine oder andere Arbeitnehmer Anspruch hat). Es ist sogar die volle Mehrwertsteuer auf das Schulessen fällig.
Schüler (und Lehrer übrigens auch) haben übrigens nicht einmal das Recht auf eine angemessen lange Mittagspause, da die "normalen" Arbeitnehmerrechte (Arbeitszeitgesetz) im Schulbetrieb nicht gelten.

Nachmittagsunterricht vermeiden

Ötzi @, Mittwoch, 27.05.2015, 20:42 vor 3885 Tagen @ Leserzuschrift 2987 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 27.05.2015, 20:48

Hallo Nadja,

ohne Nachmittagsunterricht wäre die Nahrungsausgabe wohl ohnehin überflüssig. Essen wird dort ja wohl ohnehin nicht ausgegeben. Und für die Vormittagspause täte es ja auch ein gutes traditionelles Pausenbrot.

Ich würde je nach Lehrplan das Kind möglichst oft für die Nachmittagsstunden entschuldigen, z.B. indem man Arzttermine in diese Zeit legt oder das Kind einfach oft krank ist <img src=" />. Die wichtigeren Fächer werden ohnehin zumeist Vormittags unterrichtet.

Nachmittagsunterricht ist Freiheitsberaubung, nur ist das nicht einklagbar, weil unsere Justiz nicht unabhängig ist.

Und? Vormittagsunterricht ist Freiheitsliebe?

Hinterbänkler @, Schweiz - tief im Emmental, Mittwoch, 27.05.2015, 20:50 vor 3885 Tagen @ Ötzi 2797 Views

Nachmittagsunterricht ist ohnehin Freiheitsberaubung

Die Schule insgesamt ist Freiheitsberaubung, Nötigung, Folter usw. und zudem ziemlich sinnlos.

--
...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...

Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'

Würde ich auch ziemlich entspannt sehen...

Bernadette_Lauert, Mittwoch, 27.05.2015, 20:52 vor 3885 Tagen @ Leserzuschrift 2972 Views

...solche Systeme (z.B. http://www.paycult.com/Ausweiskarten.html ) kommen immer häufiger in Fitnesscentern, Kantinen, Thermen etc. vor. Schon klar: Das ist kein Grund für eine "Erntwarnung".
Aber solange der RFID-Chip nicht in die Tochter implantiert wird, ist das aus meiner Sicht auch nicht schlimmer als ein Security-Token als Schlüsselersatz im Büro oder die RFID-Bezahllösung im Fitnesscenter.
Aber grundsätzlich ist Skepsis dieser Art nie Fehl am Platze. Wie hab ich heute so schön in einer Signatur gelesen: "Der Preis der Freiheit ist ewige Wachsamkeit" (Thomas Jefferson)

In diesem Sinne,
Bernadette

Was heißt hier "vom Essen ausgeschlossen"? Es werden ja auch die vom Essen ausgeschlossen,

Philip Marlowe @, Location: Europe's Paymaster, Mittwoch, 27.05.2015, 20:58 vor 3885 Tagen @ Beo2 2919 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 27.05.2015, 21:04

die das Essensgeld nicht zahlen können oder wollen.

Es ist doch ganz einfach: Gäbe es ein RECHT auf Schulessen, müsste der Staat als Schulträger

- das Essen für alle entweder umsonst anbieten oder so stark subventionieren, dass es sich jeder (auch der Hartz4-Bezieher) ohne Probleme täglich leisten könnte

- müsste er Personal einstellen, das für die Essensausgabe zuständig ist (momentan machen das in fast allen Schulen ehrenamtliche Schüler-Mütter und -Väter)

Beides wird nicht gemacht, weil es den Staat Geld kosten würde. Ganz einfach. Lieber wird in das "Betreuungsgeld" investiert. Daher -> kein Recht auf Schulessen.

Nebenbei: Würde man den Schüler die Zahlung mit Bargeld ermöglichen wollen, müsste man eine Person für die Kasse haben, dir NUR für den Zahlungsvorgang zuständig wäre und nicht bei der Essensausgabe mitwirken dürfte. Das sind hygienerechtliche Vorschriften, an denen auch die Schule nichts ändern kann. Und ich nehme an, das ist der Grund für die Einführung des RFID-Verfahrens: Personalmangel. Aber vielleicht meldest du dich ja ehrenamtlich als Kassierer in einer Schule in deiner Nähe? Ist ja nur einmal täglich und nur zur Mittagszeit. Also: Taten statt meckern.

Gruß,
Phil.M.

"Wearable RFIDs" gibts schon seit 25 Jahren

sensortimecom ⌂ @, Mittwoch, 27.05.2015, 22:41 vor 3885 Tagen @ Leserzuschrift 2707 Views

Einer der ersten wurde von Texas Instruments auf den Markt gebracht. Der wurde damals ausser zum Chippen von Hunden zb. für die Abwicklung von Marathonläufen mit Tausenden Teilnehmern verwendet. Bis heute. Wird am Schnürsenkel am Sportschuh befestigt.
Lies auch vielleicht "wie kam der chip auf den Sportschuh" auf meiner Homepage...<img src=" />

Natürlich gibts seither unzählige Features davon, zb. als Schlüsselanhänger oder für Zutrittskontrollen bei Skilifts, und dann natürlich in der erweiterten NFC- Version wo er jetzt überall eingesetzt wird.

Alu-Folie schirmt RFID ab. Wirkung am eigenen Autoschlüssel testen!

Kostan @, Donnerstag, 28.05.2015, 00:34 vor 3885 Tagen @ Leserzuschrift 3350 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 28.05.2015, 12:29

Hallo Nadja,

zu Studentenzeiten hatte ich auch eine Mensakarte mit RFID-Chip, um bargeldlos bezahlen zu können. Karte konnte am Automaten gegen EURO-Scheine aufgeladen werden.
Vorteil: Berührungslos (Keime etc.)
Übertragung jedoch nur bis zu 10 cm Reichweite.

Test:
In vielen Autoschlüsseln ist im "Handschmeichelteil" ein RFID eingebaut.
Man nehme etwas Alufolie und wickle diese um den ganzen Schlüssel bis auf den Bart.
Der Schlüssel wird in das Zündschloss geführt. Trotz drehen am Schlüssel springt der Motor nicht an!
Warum? Es gibt keine "Freigabe" durch den RFID-Chip, da dieser durch die Alufolie abgeschirmt wird.

Meine Erfahrung:
Funktioniert bei den meisten Neuwagen, die jünger als ca. 8 Jahre

Analoges kann man mit jedem RFID-Chip machen.


Gruß
Kostan

Ein paar Erklärungen

Quantenfeldtheorie @, Donnerstag, 28.05.2015, 07:31 vor 3885 Tagen @ Leserzuschrift 2669 Views

Einen wunderbaren Morgen!

Es gibt in diesem Bereich sehr viele Technologien, welche mitunter sehr unerschiedliche technische Möglichkeiten mit sich bringen.
RFID bedeutet letztendlich, dass der Träger des RFID fähigen Gegenstandes (Tag, Smartcard...) etwas bei sich hat, das unter Einspeisung von äußerer Strahlung etwas zurück sendet. Was das ist, hängt von den Innereien ab. Es gibt Tags, die senden lediglich einen eindeutigen Identifizierungscode zurück. Das würde im Falle deiner Tochter reichen um zu sehen, ob sie überhaupt zur Schule gehört. Mit ein wenig mehr Technik Habe ich die Möglichkeit, Daten darauf zu speichern, so wie Bernadette Lauert dies bereits erklärt hat. Mit noch mehr Technik fange ich an, Kryptographie damit zu machen und tatsächlich kleine Computerprogramme darauf laufen zu lassen.

Ich bin ehrlich: Ich halte das Missbrauchspotential von RFIDs für nicht höher als das von anderen Technologien, bei denen einem Gegenstand eindeutig eine Person zugeordnet werden kann. Deine Telefongesellschaft weiß z.B. Im Falle der Verwendung eines Mobiltelefons ziemlich exakt genau wo du bist, oder eben deine Tochter, sollte diese auch eines haben.
Traust du deiner Telefongesellschaft? Traust du dem Staat, der regelmäßig aus "Gründen" diese Daten anfordert? Wenn nicht, solltest du kein Mobiltelefon haben.
Traust du der Schule einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Daten zu? Wenn ja: Essen für deine Tochter. Wenn nicht: Schmier ihr ein paar Stullen, was ich machen würde. Aber nicht aus Gründen des RFIDs, sondern weil ich dann die Hand darauf habe, was die Kinder essen.

Es geht immer um einen mündigen Umgang mit Vertrauensverhältnissen. Frage dich einfach, wem du aus welchen Gründen vertraust und was die positiven Effekte des Vertrauens sind, welches de negativen Effekte im Falle eines Vertrauensbruches sind und wäge ab.

LG,
QFT

--
XSS for the masses...

Economies of scale

Ötzi @, Donnerstag, 28.05.2015, 09:55 vor 3885 Tagen @ Hinterbänkler 2245 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 28.05.2015, 10:12

Nachmittagsunterricht ist ohnehin Freiheitsberaubung


Die Schule insgesamt ist Freiheitsberaubung, Nötigung, Folter usw. und
zudem ziemlich sinnlos.

Hallo Hinterbänkler,

Ohne Staatsschule würden die meisten Leute ihre Kinder dann auf Privatschulen minderer Qualität schicken, die dann wie Pilze aus dem Boden schießen würden. Die eigenen Kinder selbst zu unterrichten ist nur auf den ersten Blick kostenlos.

Nicht alles ist Schwarz-Weiß. Ich bin froh, dass ich 13 Jahre an zwei guten staatlichen Schulen war, an denen es damals noch kaum Nachmittagsunterricht gab, und keine Nahrungsausgabe als Mittagessen. Lediglich ein paar Snacks, weil die CDU/CSU damals schon von den Spenden der Firma Ferrero abhängig war.

EDIT: Ich gebe dir insofern Recht, dass die SchulPFLICHT tatsächlich Freiheitsberaubung und eigentlich überflüssig ist. Nicht jedoch das steuerfinanzierte Schulangebot. In einer aufgeklärten, integrierten Gesellschaft sollten die Eltern ihre Kinder freiwillig in die staatlichen Schulen schicken, ohne dazu gezwungen zu sein.
Dann würde auch der bürokratische Aufwand mit den Krankmeldungen entfallen, oder wenn das Kind aus sonstigen wichtigen Gründen ausnahmsweise mal nicht in die Schule geht.

Ich bin anders als die meisten

stocksorcerer @, Donnerstag, 28.05.2015, 10:41 vor 3885 Tagen @ sensortimecom 2414 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 28.05.2015, 11:05

In Sachen Technologie bin ich schon ein Stück weit paranoid. Aber wer weiß, wofür das gut ist. Andere hätte ein gewisses Maß an Paranoia vielleicht auch vor Drohnen bewahrt.^^

Wer mit I-Phone und Navi unterwegs ist und bei Aldi, Lidl, im Buchhandel und an der Tankstelle mit Karte zahlt, dem kann es vermutlich völlig egal sein, dass da auf einer zusätzlichen Karte ein zusätzlicher Chip ist.

Wenn ich so etwas zwangsweise nutzen müsste, würde ich einen Abschirm-Behälter suchen, in dem ich die Karte versenke, solange ich sie nicht brauche, damit sie nicht andernorts ausgelesen werden kann. Welche Frequenz wird benutzt, bzw. was hat das normalerweise für eine Reichweite? Sind das bloß 30 Zentimeter oder mehrere Meter?

Ich jedenfalls würde es nicht lustig finden, wenn irgendwelche Leute oder Behörden mit einem Fingerschnippen jederzeit und allerorten meinen Namen und Standort ermitteln können. Wir hier im Gelben werden ja schätzungsweise ohnehin zu einem großen Teil als Staatsfeinde geführt bei BND und NSA.

Vermutlich wird eine Argumentation bei Otto-Normal aber wirklich schwierig sein. Die meisten verstehen ja schon nicht, dass sie mit ihrem permanenten Mit-Karte-zahlen dem Bargeldverbot Vorschub leisten. Aber auch das Bargeldverbot wird diese Leute zunächst mal nicht erschrecken. "Ist ja alles "praktischer" mit Abbuchungen."

Gruß
stocksorcerer

Das meinte ein Bekannter von mir dazu

lotte @, Donnerstag, 28.05.2015, 15:14 vor 3884 Tagen @ Leserzuschrift 2402 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 28.05.2015, 15:28

Auch als Schlüsselanhänger sind Verhaltensweisen erkennbar.
Ich empfinde es als nicht richtig.
Man sollte die Kinder anhalten, täglich die Chips untereinander zu tauschen.
Dann wird es schwerer, sinnvoll zusätzliche Daten auf den Chips zu speichern, die den Schüler persönlich betreffen.
Offiziell soll ja nur sichergestellt sein, dass der Schüler das Schulessen bezahlt hat und berechtigt ist, es zu empfangen. Also kein Grund, etwas gegen Tauschen zu haben.
Sollte jemand dagegen sein, weiß man, dass man mehr damit vorhat.

Das wäre gar nicht lustig!

Rollo @, Bremen, Donnerstag, 28.05.2015, 17:27 vor 3884 Tagen @ lotte 2375 Views

Nehmen wir mal an: Kevin und Lara tauschen die Chips.

Jetzt wird Kevin als "Lara" identifiziert und bezahlt von Laras Essensgeldkonto.
Lara dagegen wird als "Kevin" identifiziert und bezahlt von Kevins Konto.

Morgen kommt Tanja dazu: Jetzt wird Tanja zu Kevin, Kevin zu Lara und Lara zu Tanja.
Jeder benutzt das Geld des anderen.

Übermorgen kommt Mohammed dazu, dann Igor und und und.

Das wäre erstmal nicht so schlimm, wenn ALLE Kinder TÄGLICH ein PREISGLEICHES Gericht essen.

Im Herbst muss Kevin aber eine Woche mit Grippe das Bett hüten.
Erstaunt stellen seine Eltern danach fest: sein Essensgeldkonto ist leergefuttert, obwohl er doch gar nicht in der Schule war!

Ich glaube nicht, das seine Eltern die Idee mit dem Chip-Tausch jetzt noch lustig fänden...

Rollo

Sehr wohl vergünstigtes Essen

Rollo @, Bremen, Donnerstag, 28.05.2015, 17:37 vor 3884 Tagen @ Philip Marlowe 2119 Views

Hier in Bremen ist das Schulessen sehr wohl staatlich begünstigt, wenn die Eltern die sog. "Blaue Karte" beantragt haben.

Damit können Kinder von H4-Familien ein vollwertiges Mittagessen für genau 1,00 € Zuzahlung kaufen.

Der reguläre Preis liegt je nach Schule und Küche so um die 3,00 €.

Das würde ich schon Subvention nennen.
Rollo

Worüber willst Du Dich aufregen?

Hinterbänkler @, Schweiz - tief im Emmental, Donnerstag, 28.05.2015, 18:28 vor 3884 Tagen @ Leserzuschrift 2213 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 28.05.2015, 18:32

Hallo Nadja,

Was ist schlimmer:

1. dass Kinder laufend aus dem Bett gerissen und von den Liebsten getrennt in die Schule gezwungen werden, wo sie im Dreiviertelstundentakt Dinge lernen müssen, die sie gerade überhaupt nicht interessieren (mit allen bekannten Folgen / siehe dazu die Threads von CrisisMaven zum Thema Schule)

2. dass mit dem Chip 'unerlaubte Dinge' gemacht werden wie Überwachung von Nahrungsvorlieben, Schulschwänzen usw.

Für das zweite regen wir uns auf und organisieren Elternabende Boykotte usw. und müssen dann auch noch feststellen, dass alle anderen Eltern genau diese Überwachung wollen. Sie wollen ja nicht, dass ihr Kind NICHT zur Schule geht und stattdessen schwänzt, kifft oder mit den Streetgangs rumzieht. Gut, dass es jetzt eine einfache und endlich funktionierende Überwachungsmethode gibt. Aber das erste wird überhaupt nicht in Frage gestellt - und ich behaupte mal - auch von Dir nicht am Elternabend diskutiert oder boykottiert.

Nicht das ich das erwarte! Ich erwarte es eben nicht und werde es selbst auch nicht machen. Aber wie Du schreibst kommt der Chip sowieso. Es ist im Debitismus eben absolut folgerichtig und - von allen!!! - gewünscht.

Was gibt es denn bei der laufenden Entfaltung der Folgerichtigkeit überhaupt zu tun
, worüber willst Du Dich aufregen?

Mein älterer Sohn ging in den späten 80ern zur Schule. Ein Mädchen aus der Klasse ist mit seiner Mutter jahrelang auf See (mit Greenpeace) gefahren, damit es dem staatlichen Arm entzogen war. Das wäre ein Beispiel, wie man mit der Sache umgehen kann. In der Schweiz kann man unter Umständen Kinder auch per Homeschooling unterrichten. Du könntest auswandern. Geht momentan sogar relativ leicht. Wir wohnen dort, machen aber auch das nicht, obwohl in unserer Gemeinschaft sogar zwei ausgebildete Pädagoginnen sind. Warum? Weil wir wollen, dass die Kinder Freunde im Dorf haben und nicht zu Aussätzigen werden. Worüber soll ich mich also aufregen?

Danke und Gruß
Hinterbänkler

--
...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...

Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'

Ist Landessache. Andere Bundesländer können / wollen sich das nicht leisten. (oT)

Philip Marlowe @, Location: Europe's Paymaster, Donnerstag, 28.05.2015, 21:34 vor 3884 Tagen @ Rollo 2032 Views

- kein Text -

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