Die Anstalt
Ich gucke gerade die Anstalt zu den Geheimdiensten. Unglaublich, einfach gut. Es gibt noch Hoffnung.
Ich krieg aber gerade den Einlauf: "Ich guck die Anstalt, das reicht mir an kritischer Auseinandersetzung."
Grüße,
MI
Ich gucke gerade die Anstalt zu den Geheimdiensten. Unglaublich, einfach gut. Es gibt noch Hoffnung.
Ich krieg aber gerade den Einlauf: "Ich guck die Anstalt, das reicht mir an kritischer Auseinandersetzung."
Grüße,
MI
Weiner , Mittwoch, 27.05.2015, 01:09 vor 3886 Tagen @ MI 4181 Views
... man tut es!
Ich krieg aber gerade den Einlauf: "Ich guck die Anstalt, das reicht mir
an kritischer Auseinandersetzung."
Richtig erkannt, genau so ist es, MI !!
Der Hofnarr ist letztlich eine Stütze für den König und deswegen essentieller Teil eines perfekt organisierten Hofstaates. Er darf zwar kritisieren, und selbst der König lacht dann mal über sich selbst (was ihm durchaus gut tut - siehe die Mitschnitte von den Fastenpredigten beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg, und darin die entspannten Mienen der angegriffenen bayerischen Edlen, Markus Söder vielleicht ausgenommen). Denn gerade der Humor nimmt den als kritikwürdig erkannten Umständen und Handlungen letztlich doch ihre Schärfe - sie werden mitten im Lachen akzeptiert und können schnell wieder ad acta gelegt werden: so schlimm ist ja alles gar nicht, wenn man noch Witze darüber machen kann!! Ein gutes Beispiel in diese Richtung ist auch die Heute-Show, die nach meiner Einschätzung voll auf der Seite der Macht steht. Persönlich mag ich selbst sehr den Volker Pispers, denn er ist recht grob und sagt die Dinge klar und deutlich, aber ich beobachte bei mir, dass ihn mit Genugtuung anzuschauen nur eine Abreaktion von innerer Wut ist - die doch besser durch aktives Handeln ausgelebt werden sollte als durch Lachen.
Ich bekomme viele Emails täglich, die auf irgendwelche Mißstände hinweisen (oft kommt dieselbe Sache von drei Seiten gleichzeitig herein, weil jeder seinen Ärger mit mir teilen will). Letztlich sind das aber nur sinnlose Unmutsäußerungen, jedoch keine wirklichen Schritte, um die Verhältnisse zu ändern. Zwischenzeitlich ordne ist diese Emails ein in den Ordner "blökende Schafe". Denn wenn man Schafe hin und her schubst (und unsere Oberhirten und ihre Hunde tun das sehr gerne ...), dann geben die Schafe halt diese berühmten Laute von sich, trampeln aber trotzdem so blöde weiter wie zuvor.
Ich habe neulich hier auf dem Forum begonnen anzudeuten, was meinem Erachten nach getan werden sollte, darf die Gelegenheit zu einer Wiederholung deswegen heute erneut ergreifen (siehe unten) - und nun freundlich grüßen,
Weiner
1) 200 unterstützende Unterschriften für einen parteilosen Direktkandidaten pro Wahlkreis (=Erststimme).
2) Formulierung eines Wahlprogrammes, das von der Mehrheit der Wähler als vernünftig anerkannt werden kann und das in Form von konkreten Gesetzesentwürfen vorgelegt wird.
3) Wahlkampf per privatem MLM
4) Koordinierung der parteilosen Direktkandidaten auf Bundesebene durch 2000 unterstützende Unterschriften pro Bundesland (für eine entsprechende Organisation, die dann die Kandidaten für die Zweitstimme bestimmt).
Vatapitta , Mittwoch, 27.05.2015, 11:00 vor 3885 Tagen @ Weiner 2806 Views
Moin moin @ all,
so eine Vorlage von Weiner möchte ich mir nicht entgehen lassen:
Ich bekomme viele Emails täglich, die auf irgendwelche Mißstände
hinweisen (oft kommt dieselbe Sache von drei Seiten gleichzeitig herein,
weil jeder seinen Ärger mit mir teilen will). Letztlich sind das aber nur
sinnlose Unmutsäußerungen, jedoch keine wirklichen Schritte, um die
Verhältnisse zu ändern. Zwischenzeitlich ordne ist diese Emails ein in
den Ordner "blökende Schafe". Denn wenn man Schafe hin und her schubst
(und unsere Oberhirten und ihre Hunde tun das sehr gerne ...), dann geben
die Schafe halt diese berühmten Laute von sich, trampeln aber trotzdem so
blöde weiter wie zuvor.
Ich werde mich da vorsichtshalber nicht ausschließen, schließlich gilt oft:
Die größten Kritiker der Elche, waren früher selber welche.
Sollen wir diese Postings jetzt einfach mit "blökendes Schaf" kommentieren?
Vielleicht reduziert sich dann das Gruppenblöken.
VG Vatapitta
--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/
Weiner , Mittwoch, 27.05.2015, 13:45 vor 3885 Tagen @ Vatapitta 2277 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 27.05.2015, 13:54
Hallo @Vatapitta und @all,
Natürlich hört man auch hier auf dem Forum gelegentlich die angesprochenen Laute. Doch sind sie mir insofern dennoch lieb, weil sie meist aus echter Betroffenheit resultieren - ganz wie @Zooschauer das bei Schramm/Dombrowski gut gespürt und in seinem parallelen Beitrag treffend beschrieben hat.
Zudem paaren sich Unmutsäußerungen und Warnrufe (wohl der evolutionäre Ursprung des Blökens) hier auf dem Forum mit exzellenter Reflexion, mit stupendem Hintergrundwissen, mit bohrender Tiefenschärfe, mit panoptischen Blicken über den Tellerrand, mit charakterstarker Weltanschauung etc. etc. - nicht zuletzt ebenfalls mit Humor und Kultur.
Ich habe vor zwei Jahren aufgegeben, TV und Radio zu nutzen, und Mainstream-Medien kenne ich seit fünf Jahren nicht mehr. Es war ein großes Problem anfangs, ohne solche Quellen dennoch einigermaßen auf dem Laufenden zu bleiben - bis ich auf das GELBE gestoßen bin. Hier kann man sich, bei geeigneter Mitlesestechnik, in 10 Minuten mehr Einblick in das Tagesgeschehen und seine Hintergründe verschaffen, als durch stundenlanges Glotzen.
Deshalb an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön und ein großes Kompliment an alle, die hier mitschreiben sowie das Forum organisieren.
Es tut natürlich weh, dass aus dem hier gesammelten Wissen und der hier sichtbar werdenden politischen Energie scheinbar keine entsprechenden konstruktiven Änderungen entfaltet werden. Doch stimmt das wirklich? Ich gehe davon aus, das jeder hier in seinem eigenen Bereich das Nötige tut und dadurch bereits Änderung bewirkt.
Die ewige und grundsätzliche Frage, wie wir uns als Menschen politisch solidarisch organisieren und darauf aufbauend handeln könnten (etwa um die Mißstände da draußen gemeinschaftlich zu beheben), passt wahrscheinlich gar nicht zur pulsierenden und fluktuierenden, primär intellektuellen Lebendigkeit des Forums. Und insofern getraue ich mich nicht, sie allzu nachhaltig zu stellen oder meine bescheidenen Antworten vorzuschlagen.
Ich würde nur gerne festhalten, dass in diesem Lande die solidarische politische Selbstorganisation der Bürgerinnen nicht verboten, vielmehr sehr erleichtert, gefördert und gut geregelt ist (verglichen mit zurückliegenden Zeiten). Das ist zunächst einmal eine sehr gute Voraussetzung, um innerstaatlich und in der Außenpolitik Änderungen zu erreichen.
Mit nochmaligem Dank und freundlichen Grüßen,
Weiner
Fidel , Mittwoch, 27.05.2015, 11:06 vor 3885 Tagen @ Weiner 2812 Views
Hallo Weiner,
über Demokratismus, fabulöse Schwätzer und Verschleierung der Monstrosität - hier ein schönes Essay:
http://libertaere-rundschau.de/Demokratismus.html
Grüsse fidel
1) 200 unterstützende Unterschriften für einen parteilosen
Direktkandidaten pro Wahlkreis (=Erststimme).
2) Formulierung eines Wahlprogrammes, das von der Mehrheit der Wähler als
vernünftig anerkannt werden kann und das in Form von konkreten
Gesetzesentwürfen vorgelegt wird.
3) Wahlkampf per privatem MLM
4) Koordinierung der parteilosen Direktkandidaten auf Bundesebene durch
2000 unterstützende Unterschriften pro Bundesland (für eine entsprechende
Organisation, die dann die Kandidaten für die Zweitstimme bestimmt).
Zooschauer , Mittwoch, 27.05.2015, 11:26 vor 3885 Tagen @ Weiner 2747 Views
Ich bin da auch hin und her gerissen. Einerseits sehe ich die Anstalt gern und freue mich, dass sie dort Dinge äußern, die sonst in den Medien nicht mehr auftauchen.
Aber genau dieses "Endlich sagt's mal jemand" ist trügerisch und tückisch - weil es sonst nichts auslöst. Im Gegenteil: Die andern machen umso mehr weiter, eben weil es ja zur Entlastung der Masse solche Satire-Momente gibt. Und unsereins geht nach der Anstalt auch noch erleichtert schlafen - und alles bleibt wie es ist.
Satire ist deshalb tückisch, weil sie mit dem Moment der Erleichterung arbeitet. Humor ist zwar an sich gut, weil menschlich wichtig, denn immer nur wütend zu sein ist einfach ungesund. Aber in diesem Fall nimmt er jeder Kritik die Wucht. Kritik braucht aber eine gewisse Wucht.
Georg Schramm, bzw. seine Figur Lothar Dombrowski hatte noch so eine gewisse Wucht und die notwendige Verbissenheit, vor allem sein Zorn hatte es in sich. Aber auch er war immer noch ein Hofnarr.
Möge uns künftig der satirische Lacher im Halse stecken bleiben, auf dass wir ihn auskotzen wie einen Kloß des Ekels, der uns die Freiheit zum Atmen nehmen wollte!
Bernadette_Lauert, Donnerstag, 28.05.2015, 15:41 vor 3884 Tagen @ MI 1997 Views
Ja, es gibt noch Hoffnung.
Die Maulhuren Kleber, Kornelius etc. können irgendwann nicht weiterlügen, wenn das Volk durch solche Sendungen bestätigt bekommt, dass sie ja doch recht haben, mit ihrem Bauchgefühl.
Es geht darum, dass Wahrheit durch die Schwarzweiß-Kinderwelten der NATO-Postillen durchsickert, in die breite Bevölkerung.
Der hier - ein Ossi - ist auch super. War neulich in den Mitternachtsspitzen zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=H7LWwodDjmE (6m55s)
Mich regt es ja auch auf, dass die Wahrheit gegenwärtig hauptsächlich von jenen getroffen wird, die eine Narrenkappe aufhaben.
Aber sie sind auf jeden Fall hilfreich, der allgemeinen Massenverblödung (Wortschöpfung von Scholl-Latour) zu schaden.
Viel Spaß mit dem Vid, Bernadette