Hallo Silberengel!
Hallöle,
Nun muss ich etwas weiter ausholen. Die Geister, die ich rief.
Du schreibst zum künstlich erzeugten Bedarf: Das scheint nur so. ..
Das System der Wissenschaft begründet sich an der Wahrheit, jedoch das
System der sozialen Arbeit sowie der Profession orientieren sich an der
Wirksamkeit und Effizienz ihrer Arbeit.
Gegenstand sozialer Arbeit ist nach Staub-Bernasconi das „soziale
Problem“. Für sie ist „das Problem“ der Zustand, nach dem Menschen
suchen um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Damit ist der Zustand gemeint,
indem ein Mensch sich befindet, wenn er nicht weiß, wie er seine Begierden
befriedigen und seine Ressourcen richtig ausschöpfen soll.
Genau! Wir formulieren ein Problem und schlagen dann die Lösung dieses
Problems vor. Da wird überhaupt nicht hinterfragt, ob es dieses Problem tatsächlich
gibt oder, falls es existiert, vernachlässigbar wäre.
Auch hier behauptest Du etwas aus der Luft heraus, ohne Dich generell mit dem Thema Erziehungswissenschaften auseinandergesetzt zu haben, was Du ja auch eigentlich nicht vorhattest - wie Du selbst schon zugegeben hast, als ich Dich bat, die frühpädagogischen Bildungsprogramme zu lesen, um zu erkennen, dass das demokratische und KEINE autoritären oder ideologischen Prozesse sind, die dahinter stehen - sondern Du vertraust hier ganz allein auf Deinen eigenen Verstand[sic] und somit ergo auf Dein begrenztes Wissen und subjektiven Erfahrungen und Dogmen, Bewertungen und Vorurteile - na wenn Dir das reicht.
Zum Beispiel durch das Lesen des frühpädagogischen Bildungsprogramms, da müsstest Du Deine Vorurteile und Dein Bild der angeblichen generell undemokratischen „manipulativen Aufdrängung/Umerziehung von oben" aufgeben, was Du aber nicht vorhast, weil es Dein einfältiges Weltbild von einer angeblichen Subjekt-Objekt-Beziehung in der Pädagogik zerstört.
Dabei ist Pädagogik heute begleitend (Subjekt-Subjekt-Beziehung). Sie sagt also nicht autoritär, was falsch und richtig ist, sondern macht Vorschläge auf wissenschaftlicher Basis. (Dazu mehr weiter unten: neue Pädagogik, alte Pädagogik).
Wie die Methoden dann in der Praxis angewandt werden oder ob überhaupt, das entscheiden die Pädagogen vor Ort, je nach Situation. „Umerzogen" und zwar in die falsche Richtung wurden wir schon vor der neuen Pädagogik. Dass musst Du natürlich erst mal begreifen.
Nebenbei: Es sind überwiegend mal wieder überwiegend die Kirchen und Konservativen, die uns lange kontrolliert haben, die sich hier vehement gegen Aufklärung und Aufweichung der stereotypen Rollen wehren. Seit Jahrzehnten findet ja eine Gehirnwäsche und Indoktrination/Umerziehung in der Zivilisation statt, z. B. in den Kinder- und Lehrbüchern bzgl. dem stereotypen Rollenklischee von Mann und Frau. Und Minderheiten wurde lange Zeit generell ausgegrenzt. Dadurch werden wir schon von Kindheit an normativ geprägt, als ob die Kernfamilie das non plus ultra wäre bzgl. der Erziehung, und die Rollen von Mann und Frau schon von Natur aus immer bestimmt gewesen wären zum Überleben der menschlichen Rasse. Und alles andere existiert zwar auch irgendwie, sollte aber möglichst tabu sein und kein großes Aufsehen darum gemacht werden.
Es wird den Kinder von kleinauf das ideale Modell Vater, Mutter, Kind eingeprägt und alles andere ist anormal und darf keinesfalls in Kinder- und Lehrbüchern erscheinen. Diversität ist „pfui“ und bleibt eine Ausnahmeerscheinung. Und in den Bildungseinrichtungen möge man doch bitte die gesellschaftliche Norm einhalten.
Diese „Zwangsheteronormativität“ wird vor allem von Ideologen wie die Kirchen und Humanwissenschaften verteidigt, und heterosexuelle Paare (mit eigenen Kindern) gilt als einzige legitime Beziehungsform. Homosexuelle Paare in Bilder- und Lehrbüchern sind pfui.
Durch das symbolische System Heterosexualität mit all seinen kulturellen, rechtlichen, religiösen u.a. Vorgaben wird ihnen das dafür entsprechende Identifikationsmodelle bereitgestellt, denen sie sich kaum entziehen können/dürfen.
Aber diese Indoktrination, Manipulation und Kontrolle, die schon seit vielen Jahrzehnten ausgeübt wird, ist für Dich natürlich keine Kontrolle. Nur die bösen Sexualforscher- und pädagogen, die ein wenig mehr Freiheit fordern bei der Behandlung der Bildungsthemen, indem sie lediglich auf die Lebenswirklichkeit, die sich immer mehr Raum schafft, nur REagieren, dass sind für dich die bösen agierenden zwangssumerziehenden Kontrolleure.
Dabei wurden Gefühlsgrenzen und Schamempfindungen in einem Jahrhunderte dauernden Verbürgerlichungsprozess diskursiv produziert und eingekörpert. Sexualität war /ist mit gesellschaftlichen bürgerlichen Machtbeziehungen verknüpft. (Foucault,1977).
Oder willst DU das etwa bestreiten?
Und dabei hatte die Natur schon seit jeher vielfache sexuelle Erlebensformen hervorgebracht und Heterosexualität galt nur der Fortpflanzung. Es gab also seit Anbeginn der Menschheit immer wieder ein Teil, welche aus dieser ‚heterosexuellen Matrix' ausgebrochen sind. Mit anderen Worten, die gleich freie Verfügung über männliche und weibliche Objekte, wie sie im Kindesalter, in primitiven Zuständen und frühhistorischen Zeiten zu beobachten ist, ist eigentlich das Ursprüngliche.
Denn viele Menschen machen als Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene homoerotische bzw. homosexuelle Erfahrungen. Sie kennen entsprechende Phantasien, Gefühle und Träume. Homo- und Heterosexualität sind ergo keine einander ausschließende Alternativen.
Homosexualität ist - ebenso wie Heterosexualität - per se keine Kategorie zur Klassifizierung von Menschen. Empirische Studien weisen darauf hin, dass es DEN/DIE Homosexuelle(n) ebenso wie den/die' Heterosexuelle/n als besondere Persönlichkeit nicht gibt. Vielmehr gilt für heterosexuell wie homosexuell aktive Menschen eine große Diversität von Handlungsweisen, Lebensstilen, Mischformen homo- und heterosexueller Betätigung.
Alles orientiert sich aber nur am typischen Ideal des Zusammenfallens von „romantischer Liebe", Sexualität und Ehe.
Doch die klasssische Liebesbeziehung, wo Sexualität und Elternschaft zusammenfallen ist nicht das A und O, denn in manchen matriarchalen Gesellschaften z. B. ist die männliche Bezugsperson von Kindern der Bruder ihrer Mutter, während die Sexualpartner der Mütter wechseln und keine enge Beziehung zu ihren „leiblichen“ Kindern haben. Verlässliche Väter sind sie vielmehr für die Kinder ihrer Schwestern.
Für ein gesundes Aufwachsen des Kindes braucht es zwar auch verlässliche männliche Figuren, dass muss aber nicht der leibliche Vater sein. Dafür gibt es keine wissenschaftliche psychoanalytische Forschung, die das zu 100% bestätigt.
Es gibt allerdings ein Spannungsverhältnis zwischen sexuellem Begehren, das oft spontan ist und wechselhaft, und der Notwendigkeit kontinuierlicher, verantwortungsvoller und verlässlicher Beziehungen zwischen den Generationen, also zwischen Erwachsenen und Kindern. In der westlichen Geschichte wurde das Problem aber durch die Einhegung und Reglementierung von beidem gelöst: Stigmatisierung von jeglichem „Lotterleben“, Beschränkung von Sexualität auf die Ehe (und Prostitution als deren Ventil), gesetzliche Formalisierung von Elternschaft, Ausschluss der Frauen aus den auf Gleichheit gegründeten Institutionen der Männer, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung mit der Folge von schädlich verkitschten Mutterbildern und so weiter.
Man könnte auch sagen: durch die offizielle Festschreibung der Vorstellung, dass Liebe und Freiheit unvereinbar sind.
Wenn wir dieses Kuddelmuddel heute in Richtung eines Zusammendenkens von Liebe und Freiheit auflösen wollen, dann könnten historische homosexuelle Alternativen zur heteronormativen Ehe Anregungen geben für andere, freie und liebevollere Lebensformen. Für Lebensformen, in denen Verantwortung und Spontaneität in der Liebe nicht festgezurrt werden auf Dualismen, also Ehe versus Spontanität, Frauenrollen versus Männerollen, Heterosexuell versus Homosexuell etc
Wir müssten uns nicht mehr für eines von beiden entscheiden, sondern könnten, je nach Fall und
konkreter Situation, die Regeln miteinander aushandeln und überlegen, was den Wünschen der jeweils Beteiligten und den Notwendigkeiten der Welt am besten entspricht.
Und warum sollte man den Kinder Diversität nicht auch durch Bilder- und Lehrbücher vermitteln dürfen? Dass hieraus eine Gefahr hervorgeht, dass nun alle „normalen“ Kinder homosexuell werden oder nicht mehr beziehungsfähig u.ä., konnte noch niemand wissenschaftlich oder empirisch begründen und ist ein Totschlagargument.
Sexualität ist eine natürliche Funktion, welche Ausdrucksfreiheit braucht, und es kommt zum energetischen Widerstand gegen Enthaltsamkeit, Hemmung, Unterdrückung.
Wobei mit mehr Freiheit nicht die Aufhebung der Grenzen zwischen der Sexualität der Kinder/Jugendlichen und Erwachsenen gemeint ist, um das gleich vorweg zu nehmen. (Deine Behauptung mit dem angeblichen Fickspielzeug u.ä. in Kitas, was Unsinn ist)
(Quellen: „Sexuelle Sozialisation und Geschlechterverhältnisse" von Marlene Stein-Hilbers, Opladen (2000),
https://buchliebe.wordpress.com/2011/06/06/homosexualitat-heterosexualitat-–-alles-da...
Christiane Schmerl,Stefanie Soine,Marlene Stein-Hilbers,Birgitta Wrede: „Sexuelle Szenen: Inszenierungen von Geschlecht und Sexualität in modernen Gesellschaften“ )
In diesem Zusammenhang bat ich zudem darum, Dich umfassender zu informieren über Sexualpädagogik in der Kita um auch dadurch von Deinem einfältigen Bild wegzukommen, es würde nur die Genitalien oder die Sexualität der Erwachsenen betreffen.
Dass es Bedarf gibt an Sexualpädagogik, ist nicht zu verleugnen, außer man hat Scheuklappen.
Hier einige Zahlen, die aufzeigen, dass die Akzeptanz überwiegend nicht da ist.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass schwule und bisexuelle Jugendliche und hier insbesondere Schüler allgemeinbildender Schulen in deutlich höherem Maße von Diskriminierung und Gewalt betroffen sind als der Durchschnitt der Befragten
http://www.vielfalt-statt-gewalt.de/Zahlen-Fakten.20.0.html
[...]Auch gibt es Anzeichen, dass die heile Homo-Welt der Städter womöglich eine trügerische ist. „Schwule Sau“ und „Schwuchtel“ sind auch auf Berliner Schulhöfen Schimpfwörter Nummer eins. Nicht zuletzt deswegen will der Senat das Thema Homosexualität in der Grundschule behandelt wissen. Selbst in Kreuzberg auf der Oranienstraße kann es passieren, dass ein Schwuler, der vor einer Szene-Bar sitzt, beschimpft wird. Das Gefühl, bei einem öffentlichen Kuss latent bedroht zu sein, schwingt bei einigen Homos immer mit – Heteros dürfte das fremd sein. Und schließlich gibt es zwischen Respekt und Selbstverständlichkeit Unterschiede. Dass mit dem Satz „Ich besuche meine Schwester und meine Schwägerin“ der Besuch bei einem Lesbenpaar gemeint sein könnte, muss doch meistens erklärt werden.[...]
http://www.tagesspiegel.de/politik/diskriminierung-wie-geht-es-homosexuellen-in-deutsch...
Bei der Pädagogik der sexuellen Vielfalt, auch schon in der Kita, geht es im Sinn der geschlechtsbewussten Pädagogik darum - ich wiederhole mich gerne - Kindern Freiräume zu verschaffen und ihre individuellen Interessen und Fähigkeiten jenseits von Geschlechterklischees zu fördern. Kinder haben mMn von Natur aus ein Recht auf Freiheit und eine freiheitliche Entwicklung abseits von der dogmatischen Erwachsenenwelt, welche Menschen in Rollenklischees einteilt und ideologische Tabus verhängt. Und sie haben ein Recht darauf, jenseits von Vorurteilen der Erwachsenen ggü. Randgruppen aufzuwachsen.
Kinder und Schüler müssen in diesem Sinne die Gelegenheit bekommen, Stereotype, Vorurteile und Ressentiments zu überdenken. Dies gerade in einer Lebensphase, in der sie Identitäten suchen und entdecken, Rollen erproben. Einer Phase, in der sie leider vielfachen Klischees, Erwartungen und Rollenzwängen ausgesetzt sind. Es ist ergo Aufgabe von Fürsorge- und Bildungseinrichtungen, Schülerinnen und Schülern Akzeptanz zu vermitteln.
Akzeptanz erreicht man am ehesten, wenn man schon im Kleinkindalter ansetzt, das ist ähnlich wie mit der Ausländerdiskriminierung. Kinder die mit Kindern anderer Hautfarben in der Kita selbstverständlich und natürlich nebeneinander aufwachsen, oder vermittelt bekommen, dass die Welt bunt ist und nicht aus Rollenklischees bestehen muss, haben später diese Klischees im Gehirn auch nicht „eingebrannt" und es fällt ihnen leichter, das Leben der Vielfalt ohne Identitätsängste zu leben und Frieden zu schaffen.
Schüler sollen die verschiedenen Formen des Zusammenlebens von und mit Homo-, Trans-, Inter- und Bisexuellen "kennen und reflektieren" lernen. Sie sollen verstehen, was es etwa für intersexuelle Menschen bedeutet, nicht in das bekannte Raster Frau/Mann zu passen. Sie sollen lernen, Toleranz gegenüber anderen als etwas ganz Selbstverständliches wahrzunehmen.
So lernen Kinder einen selbstverständlichen Umgang mit verschiedenen Lebensmodellen, verschiedenen sexuellen Orientierungen und geschlechtlicher Vielfalt, empfinden sie dies auch als „normal“ und haben damit auch keinen Grund diskriminierend auf Lesben, Schule oder trans* Menschen zu reagieren. Das sind oftmals alles Prägungen aus früher Kindheit, welche vom Verhalten der Eltern stammen.
Das ist ähnlich wie mit den Rollenklischees von Mädchen und Jungen, welche in Kitas oder von Eltern anerzogen werden, was eine Gleichberechtigung (nicht Gleichmachung) und Emanzipation lange verhindert hat. Was einmal durch die Kindheit eingeprägt wurde, ist schwer wieder zu „dekonstruieren". Das fängt wie bereits gesagt mit den Bilder- und Lehrbüchern an, wo ständig nur Rollenklischees abgebildet wurden. Mädchen müssen „mädchenhaft" sein und Jungen typisch „jungenhaft". Irgendjemand hier (warst DU es nicht?) sprach ja sogar vom „Weichspülen der Jungen", wohinter ja auch wieder die kranke pathologische und „verpanzerte" Einstellung steht, Jungen müssten hart sein und bloß nicht zu mädchenhaft.
Es geht also immer darum, diese Raster und Schubladen aufzubrechen, welche uns ein Leben lang „zu Schaffen machen" können.
Hinter Sexualpädagogik hingegen gar eine „pädagogische, moralische und ideologische Umerziehung" zu vermuten, ist nicht nur dumm sondern infam. Heterosexuell veranlagte Kinder werden doch nicht umerzogen. Homosexualität, Bisexualität und andere Arten gab es schon, solange es Menschen gibt. Es geht also darum, diese als „unnormale" Minderheit zu akzeptieren.
Ich hatte Dich jetzt auch schon mehrfach darauf hingewiesen, dass Erziehungswissenschaften generell nicht einfach ex nihilo ein Problem formulieren/konstruieren, sondern sie befragen zuerst die Umwelt. Auch dazu hatte ich Dir etwas verlinkt, was das deutlich macht.
Ausgangspunkt ist die Erziehungswirklichkeit, d.h., dass der pädagogischen Theorie konkrete pädagogische Situationen im Alltag/in der Praxis zu Grunde liegen. Ausgangspunkt sind also nicht theoretische Normen, die dem pädagogischen Handeln vorgegeben werden.(vgl. dazu Hermeneutik). In der Frühpädagogik ( Kita) schon mal gar nicht, aber auch Grundschullehrer werden nicht gezwungen, die vorgeschlagenen Methoden der Wissenschaftler aufzugreifen. Es werden Angebote gemacht.
http://www.profamilia.de/angebote-vor-ort/hessen/dietzenbach/paedagogik/sexualpaedagogi...
Es werden (interdisziplinär) praktische Probleme aufgegriffen, welche gesellschaftlich schon vorhanden sind, und Du vlt. in Deinem kleinen Umfeld nicht erkennst – das heißt aber nicht, dass diese nicht da wären.
Du versuchst ständig ein Bild zu vermitteln, die Welt wie sie heute ist sei doch in Ordnung (Es gibt nur Randprobleme) und bedarf somit keiner pädagogischen Einmischung. Wie Diskriminierung und Indoktrination stattfindet, hatte ich ja oben beschrieben.
Zum anderen vertrittst Du die Ideologie der Kernfamilie als non plus ultra, wo doch gerade dort der größte Missbrauch und Gewalt stattfindet (vgl. einschlägige Polizeistatistiken). Von der Sexualpädagogik geht keine Gefahr aus, auch wenn Du diese krampfhaft mit dem lächerlichen Argument der Odenwaldschule konstruieren wolltest.
Erziehung ist aber immer eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, wo Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene sich möglichst alle frei entfalten sollten, natürlich unter Aushandlung von Grenzen.
Also zum dritten Mal: sie ist eine Reflexionswissenschaft und Handlungswissenschaft. Dazu hatte ich Dir etwas verlinkt, was dazu anregen sollte, weiter zu recherchieren, um zu erkennen, dass Deine These nicht haltbar ist, dass angeblich beliebig Probleme konstruiert werden bzw. sie eine Ideologie ist. Dazu bist Du nicht bereit, weil Du dann Zugeständnisse machen und von Deiner These abrücken müsstest, die nicht mehr haltbar ist.
Erziehungswissenschaft macht Vorschläge, wie Bildungs- und Erziehungspraxis gestaltet und verbessert werden kann. Und das hat sich in den letzten Jahrzehnten nachweislich bewährt. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass wir eine bessere Gesellschaft sind, als noch vor 60 Jahren. Besonders die s.g. Reformpädagogik hat hier viel zur Bewusstseinsveränderung beigetragen und auch der Staat hat dadurch immer mehr Macht verloren, insbesondere im Bereich der frühkindlichen Pädagogik (vgl. Bildungsprogramme).
Ziel dabei ist Aufklärung und Mündigkeit. Pädagogisches Handeln ist ergo eine Dienstleistung dafür, damit die Menschen sich durch Lernen (weiter-)entwickeln können. Pädagogisches Handeln erschafft nicht die Menschen oder gibt ihnen ihre Persönlichkeit, sondern interveniert und begleitet die Menschen in ihrem Leben.
Und dann kommst Du plötzlich mit trivialen Argumenten wie:
Früher gab es einfache Regeln in der Erziehung, die man sich schnell
aneignen konnte und – wer hätte das gedacht – tatsächlich tolerant
waren.
Man sagte Bitte und Danke, wenn man es haben wollte.
Man grüßte die Nachbarn, auch wenn man ihnen besser aus dem Weg ging –
Stichwort: friedliche Koexistenz.
Man bot älteren Leuten seinen Platz in Bus oder Bahn an.
Man versuchte pünktlich zu sein und man hielt Klauen für eine schlimme
Sache.
Was heißt „früher"? Meinst Du die Nachkriegszeit?
Hierbei reduzierst Du Pädagogik auf einfache äußerliche Umgangsregeln, als ob das die gesamte Lebenswirklichkeit darstellen könnte. Und nein, es gab keine Toleranz in der Gesellschaft in der Nachkriegszeit. Auch das ist aus der Luft gegriffen.
Zudem unterschlägst Du, dass diese „einfachen Regeln" überwiegend mit Autorität und Strafe durchgesetzt wurden. Moral war also ein Dogma. und kindliche Bedürfnisse waren oftmals minderwertiger als die Bedürfnisse Erwachsener. Erst in den späten 90igern hatten Kinder z. B. das festgeschriebene Recht auf Gewaltfreiheit durch die Erzieher.
Doch durch Autorität, dogmatische Moral und Strafe entsteht keine Toleranz und Empathie. Zusätzlich negierst Du, dass die Lebenswelt damals viel weniger komplex ergo viel überschaubarer war als heute. (Oder sie war deshalb „überschaubarer", weil gerade viele Probleme schlicht nicht thematisiert und unterdrückt wurden).
Das Leben heute hingegen ist komplizierter, unüberschaubarer, offener und vielfältiger geworden. Es gibt zig verschiedene religiöse, politische oder ideologische Anschauungen bzw. Wertvorstellungen und immer mehr Menschen mit unterschiedlichen ethnischen/kulturellen oder sozioökonomischen Hintergrund, mit unterschiedlichen sexuellen Präferenzen und unterschiedlichen Familienkonstellationen etc. leben zusammen auf dichtem Raum. Die Lebenswirklichkeit verändert sich und verlässt ihre Grenzen.
Daraus ergeben sich Konflikte im Zusammenleben. Und ungelöste Konflikte führen zu Auseinanderstreben, Abspaltung, Gegensatz oder Isolation, zu Gewalt oder Depressionen.
Es ist ergo Unsinn, von „künstlich erzeugtem Bedarf" zu reden und Erziehung auf einfache Umgangsregeln zu reduzieren, die „man sich früher leicht aneignen konnte" und alle gesellschaftlichen Probleme zu ignorieren.
Die Gesellschaft muss auch nicht zur MEHRHEIT aus Vergewaltigern oder Diskriminierern bestehen, bevor pädagogischer Bedarf entsteht, wie Du unterstellst. Dann könntest DU auch fragen, wozu Gewaltprävention in der Schule, da doch die Mehrheit der Jugendlichen in der Gesellschaft nicht gewalttätig ist.
Das war übrigens nur EIN Aspekt der Sexualpädagogik. Generell geht es um ein reflektiertes Umgehen mit Diversität, die schon immer da war und nur politisch und kirchlich lange Zeit unterdrückt wurde.
Du verlangst, dass ich den Bedarf der Sexualpädagogik beweisen müsste, selbst aber gestehst Du Dir das Recht zu, Deine Gegenthesen als richtig anzusehen, ohne dass Du selbst Beweise bringst sondern lediglich einfache polemische Denkmuster zum besten gibst.
Selbst Diskriminierung streitest Du ab, obwohl sie nachweislich existiert. Dazu hatte ich Dir auch etwas verlinkt. Alles was innerhalb Deines Tellerandes nicht sichtbar ist, existiert scheinbar bei Dir nicht oder ist unbedeutsam.
Dass die Gesellschaft Nachholbedarf hat in Sachen Vorurteile und Akzeptanz, ist offensichtlich und auch durch Statistiken bestätigt.
Dann unterstellst Du deinen Diskutanten Geschwafel, selbst aber schwafelst Du beliebig und polemisch etwas daher, dazu noch über eine Materie, mit denen Du Dich offensichtlich wenig und nur oberflächlich beschäftigt hast.
Und wenn DU keine Antwort weist, kommst du mit polemischen Sprüchen wie Demokratisch wurde auch Adolf Hitler gewählt [sic] , als ich sagte, dass pädagogische Wissenschaft Empfehlungen gibt, in der angewandten Methodik aber die KITA-Erzieher letztlich das Sagen haben in Abstimmung mit den Eltern. Besonders der frühpädagogischen Bereich ist nämlich sehr demokratisch ausgestaltet.
Wenn Du andere Meinung bist, müsstest Du das widerlegen, was Dir aber nur schwerlich gelingen wird. Ich hatte Dich ja gebeten, ins Berliner oder Bayerische Bildungsprogramm reinzuäugeln.
Dort ist der demokratische Auftrag ganz klar beschrieben. Es wird den Erzieherinnen also keine Methodik aufgedrängt, sondern es werden gemeinsame Bildungsziele formuliert. Nicht anders ist es mit der Sexualpädagogik in diesen Einrichtungen. Hier haben Erzieherinnen und Lehrerinnen nach freiem Ermessen einen großen methodischen Handlungsspielraum.
Um Bedürfnisse zu befriedigen, brauchen die Menschen einander. Die
persönlichen Wünsche kennen fast keine Grenzen.
Ja, ich würde gerne ohne Hilfsmittel fliegen können. Geht aber nicht und
ich muß mit diesem Problem bis heute leben.
Auch in meinen Augen eine polemische Antwort. Es ging darum, dass der Gegenstand sozialer Arbeit nach Staub-Bernasconi das „soziale Problem“ ist. Das heißt nun nicht, dass wir alle Probleme vollständig lösen können. Es geht aber darum, dass wir soziale Probleme aufgreifen und benennen und versuchen, Lösungsmöglichkeiten zu finden und anzubieten.
Hier macht die Erziehungswissenschaft didaktische und methodische Vorschläge.
Das soziale System jedoch besitzt nur eine begrenzte Fähigkeit die
Bedürfnisse des Einzelnen umzusetzen. Die Befriedigung aller Begierden ist
somit kaum realisierbar und von Machtstrukturen abhängig.
Es wird auch bei der Unrealisierbarkeit bleiben. So ist nun mal das
Leben!
Inhalt der Aussage verfehlt. Nach dem Motto, lassen wir alles so wie es ist und den vorherrschenden Machtstrukturen das Sagen, was Sexualität zu sein hat.
Diese Hindernisse stellen das soziale Problem als Gegenstand der
sozialen Arbeit dar.
Wie ich schon sagte. Wir formulieren oder schaffen ein Problem und
schlagen die Lösung dieses Problems vor.
Probleme werden nicht aus dem Nichts formuliert. Sie entstehen aus dem gesellschaftlichen Zusammenleben. Siehe oben.
So wie der internationale Terror ein künstliche geschaffenes Konstrukt
der Geheimdienste ist, um die Menschheit nach Bedarf zu lenken.
Moderne Erziehungswissenschaft lenkt nicht, sie greift vorhandene Themen auf und schlägt Methoden zur Lösung von Problemen vor. Das ist ihre legitimierte Aufgabe.
Sie versucht, vorhandene verkrustete Strukturen durch neues Bewusstsein aufzubrechen.
Sexualpädagogik bietet also Hilfen an, Menschen zu liebenden Menschen zu erziehen. Liebende und emphatische Menschen entstehen aber nicht, indem man Körperlichkeit aus den frühkindlichen Bildungsprozessen ausschließen will, wie du es formuliert hast. Es ist angeblich irgendwie sowieso schon da, und wir brauchen es nicht beachten und sollen es möglichst verdrängen und tabuisieren. Und Kinder sind angeblich asexuelle Wesen die sich mit anderen Dingen beschäftigen.
Und um Deine eingeengte Sichtweise zu verteidigen, reduziert Du dann bewusst Sexualität auf die Genitalien bzw. auf die Sexualität der Erwachsenen und hältst krampfhaft daran fest, obwohl ich zig mal etwas verlinkt habe, wo beschrieben steht, was mit Förderung von Sexualität im Kindesalter gemeint ist.
Du schaffst Dir also ganz gezielt ein Denkgefängnis, innerhalb dessen Du in reduzierter Weise argumentierst und polemisierst. Innerhalb dieses Gefängnisses ist somit Deine Argumentation ergo immer richtig und stimmig. 
Wenn Du dann wieder fragst, was das Eine mit dem Anderen zu tun haben
soll, kann ich die nur hoffnungslose Naivität attestieren.
Nochmal: Nicht alle Menschen, die Deine Verschwörungstheorie und Dein Denkgefängnis teilen und mulitperspektiv denken, sind naiv. Ich habe Dir anfangs beschrieben, dass Kontrolle und Indoktrination überwiegend von den Kirchen und bürgerlichen Konservativen ausging. Natürlich sind hier nun einige empört, wenn verkrustete Strukturen aufgeweicht werden sollen. Veränderungen zu mehr Freiheit bzw. Dekonstruktion waren immer schmerzlich und rütteln an der alten Identität.
Beschrieben am Beispiel Mensch sind wir Mitglieder einer sozialen
Gesellschaft mit Bedürfnissen, Trieben, Emotionen und Empfindungen, die
uns zu Verhalten motivieren, unsere Wünsche zu befriedigen. Um diesen
Bedürfnissen nachzugehen, müssen Menschen auf der Suche nach Lösungen im
sozialen System kooperieren oder Konflikte eingehen Das bedeutet, dass sich
der Mensch sich entweder am Ganzen anpassen muss oder gegen die
gesellschaftliche Normstruktur handelt.
Ja, Anpassung ist das Schlüsselwort zum Überleben.
Anpassungsprozesse und Kooperation sind aber in einer vielfältigen und komplexen Gesellschaft, wie ich oben sagte, sehr schwierig und führen zu Konflikten, mit denen die Gesellschaft oftmals überfordert ist. Es muss also immer wieder erneut gelernt werden.
Hier bedarf es der Reflexion und primär des Thematisierens von Problemen. Früher fand hingegen Verdrängung statt. (Deine einfältige heile Welt mit dem „einfachen Aneignen von Umgangsformen").
Welcher Bedarf wird hier nun künstlich erzeugt?
Siehe oben.
Du verbreitest zunächst Allgemeinplätze, um daraus ein neues Arbeitsfeld
zu generieren, dessen Bewältigung ZUM LEBEN gehört.
Nein, ich begründe meine Argumente konkret und sachlich. Es sind nicht nur Allgemeinplätze im Gegensatz zu Deinen oftmals einfach gestrickten, lapidaren und polemischen Aussagen.
Doch Deine These konntest Du nicht überzeugend darstellen, dass die Erziehungswissenschaft generell und die Sexualpädagogik im speziellen irgendwelche Probleme konstruiert.
Wenn ich z. B. eine Stoffpuppe mit Genitalien in die Kita bringe, sehen Kinder das normalerweise als ganz natürlich an. Sie sind weder peinlich berührt noch fühlen sie sich unbehaglich, peinlich oder befangen. Ebenso wenig, wenn sie in Bilderbüchern auch lesbische Paare mit Kindern sehen.
(Da wird auch kein „Fickspielzeug" in die Kita getragen, wie Du behauptet hast).
Es wird sich auch nicht auf die „kindliche Sexualität gerichtet", sondern sie ist schon längst da und wird nur enttabuisiert und es wird den Kindern spielerisch vermittelt, dass Sexualität etwas natürliches ist. (Siehe oben).
Belastet bitte unsere Kinder nicht mit euren moralischen und ideologischen/moraltheologischen und körperfeindlichen Ansichten und Tabus, und lasst sie sich frei und unbefangen entwickeln.
Kinder entdecken ihre Sexualität auf eine spielerische Art und Weise, die sich durch Spontanität, Unbefangenheit und Entdeckungslust auszeichnet.
Zudem ist es falsch, ich wiederhole es nochmals zum Mitmeißeln, Sexualität auf Geschlechtsverkehr zu reduzieren, wie Du laufend krampfhaft versuchst. Das mag ja Deine persönliche Ansicht sein, doch diese ist uninteressant, da sie für die Wirklichkeit keine Rolle spielt. Denn die Wirklichkeit ist nachweislich anders. Dazu hatte ich Dir auch Quellen verlinkt, wo genau beschrieben wurde, um was es geht, wenn von Entwicklung kindlicher Sexualität gesprochen wird. Das ausgerechnet dieser kleine Geschlechtsteil (Pipimann und Muschi) nun völlig böse sind und tabuisiert werden müssen, (von daher alle Puppen geschlechtsneutral sein müssen) entstammt wie gesagt religiösen Ideologien, durch welche auch Du offensichtlich direkt oder indirekt geprägt bist.
Deshalb versuchst Du ja auch Kinder z. B. als asexuelle Wesen dazustellen, welche es angeblich als Bedrängung befinden, wenn man ihnen eine Stoffpuppe mit Geschlechtsteilen zeigt und unterstellst, dass Kinder sich gar nicht mit Sexualität beschäftigen sondern mit anderen Dingen. Ich nehme mal an, du hast weder Kinder gehabt noch warst du viel in Kontakt mit Kindern. Sonst wärst Du niemals zu solch einer absurden und wirklichkeitsfremden Ansicht gekommen. Genau das Gegenteil ist nämlich der Fall.
Und dass Du laufend Sexualität und Genitalien nicht auseinanderhalten kannst, zeugt doch von sehr schlichten Denkmustern, die Du hier laufend anlegst.
Du hast im Grunde genommen keine fundierte Meinung, sondern konstruierst Dir beliebig Deine Vorurteile,, welche aber ein Zerrbild wiedergeben, und zudem auch noch Verschwörungstheorien einstrickst.
Dass hier allerdings einige grenzüberschreitende Methoden vorgeschlagen wurden, hatte ich ja schon zugegeben. Methoden der Sexualpädagogik dürfen Jugendliche nicht verwirren oder verstören und müssen auf alle Rücksicht nehmen.
Schamgefühl und Intimität der Kinder und Jugendlichen müssen dabei jederzeit respektiert werden, keine Frage. Scham ist auch ein Selbstschutzmechanismus,
Deshalb ist es so wichtig, dass diese Grenze in der Sexualpädagogik nicht überschritten wird, sondern ganz im Gegenteil es muss die Bedeutung von Intimität sowie der achtsame Umgang mit den eigenen Grenzen und dem eigenen Körper („Mein Körper gehört mir“) vermittelt werden.
Und ich gehe auch konform, dass nicht über alle denkbaren Details und sexuellen Praktiken und Vorlieben der Erwachsenensexualität informiert werden muss, es sei denn die Jugendlichen tragen die Fragen freiwillig auf die Pädagogen zu. Oder dass Schüler etwa in der Klasse dazu aufgefordert werden, über ihre Sexualerfahrungen zu sprechen.
Es braucht ergo eine grenzwahrende moderne Sexualpädagogik, die unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Lebensformen benennt und akzeptiert. Mädchen und Jungen aus Regenbogenfamilien müssen ihre Realität auch in der Sexualpädagogik wiederfinden können. Außerdem dürfen Kinder und Jugendliche bei zunehmender Sexualisierung durch Werbung und digitale Medien mit ihren Verunsicherungen und Fragen nicht alleine gelassen werden.
Dein Argument mit den Schmuddelheftchen, die wir damals ja auch hatten, ist kein Vergleich, weil die weitaus harmloser waren und es auch keine Filme wie heute im Internet gab. Eine pädagogisches Begleitung ist also noch notwendiger als damals.
Experten aus der Beratungsszene z.B. berichten, dass sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen und Kindern immer wieder auch als Nachahmungshandlung stattfinden. Kinder übersetzen die Konfrontation mit pornografischen Inhalten zum Beispiel im Umkleideraum und spielen sie nach. Oder sie stellen Übergriffe via Smartphone in die sozialen Netzwerke ein - mit ebenfalls schweren Folgen für die Kinder, die Opfer werden
Ich bleibe dabei, Du willst ein Problem in die Welt setzen um es dann
bearbeiten zu können.
Es gibt Probleme (siehe oben).
Zudem verkennst Du unsere heutige teilweise emotional verkümmerte und
„charakterlich verpanzerte" Gesellschaft aus jener Generation stammend,
weil alles sexuelle pfui war oder irgendwie beschämend.
Tut mir leid.
Auch wenn Du alles wohlbekömmlich dosierst und die Mitleser zu
Respektsbekundungen nötigst, unterm Strich betreibst Du Propaganda und ich
fürchte inzwischen, Du merkst das noch nicht einmal.
Du unterstellst der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit ein Problem, das es
so nicht gibt.
Nein, ich sprach von TEILWEISE und nicht von der Gesamtheit der Gesellschaft. Wieso muss ein Problem erst in der Gesamtheit da sein, bevor man pädagogisch präventiv und reflektiert handelt.
Zudem sind viele Probleme wie alle Arten der Diskriminierung und Gewalt oft gar nicht immer ersichtlich sondern unterschwellig existent. Das brauche ich Dir ja wohl eigentlich nicht zu sagen.
Du schwafelst von charakterlicher Verpanzertheit, wenn Mama und Papa sich
weigern dem sechsjährigen Zwerg das „Fickspielzeug“ zu zumuten, weil
sie meinen das sei noch zu früh.
Infame Lüge, was Deine Argumente aber nicht intelligenter oder weniger einfältig macht.
Wie Sexualpädagogik in Kitas gehandhabt wird, dazu oben das verlinkte Material. Hat mit Fickspielzeug wenig zu tun.
Du weißt es aber besser.
Gegen diesen instinktiven Schutz der Eltern fährst Du Studien auf, die
fast nur Belangloses von sich geben.
Nicht alles, was Du nicht begreifst, ist belanglos. Du sprichst nur von Dir, was ja auch legitim ist.
Den Beweis, das dieses Problem tatsächlich existiert, kannst Du nicht
führen.
Doch. Dazu habe ich Dir ja die Statistiken oben verlinkt (hatte ich auch schon vorher, wurden nur ignoriert)
Aber ein Blick in die Erfahrungsberichte zahlreicher Psychologen und Psychotherapeuten zeigt klar auf, dass Menschen energetische Blockaden und psychosomatische Beschwerden haben.
Wenn Menschen sich von Kindheit an nicht möglichst frei entfalten können, entstehen auch narzisstische Störungen, eine Störung des Selbstwertes und der Selbstgewissheit, die dadurch ausgelöst wird, dass ein Kind von seinen Eltern nicht ausreichend geliebt wird. Dass es nicht erfährt, du bist in Ordnung, wie du bist, und liebenswert. Stattdessen erzeugen Eltern dem Kind gegenüber einen Druck, wie sie sein sollen. Dadurch fehlt vielen Kindern eine primäre narzisstische Sättigung. (vgl. Hans-Joachim Maaz in seinem Buch „Die narzisstische Gesellschaft“).
Hier setzt zum Beispiel auch die Sexualpädagogik an, welche den Kindern von früh an ein positives Selbstwertgefühl zu ihrem Körper vermittelt und Diversität als Normalität begreift.
Sigmund Freuds verweist dabei auf die Bedeutung des Körpers für die Identitätsentwicklung. Kinder fühlen zunächst körperlich, ihre ersten Welterfahrungen beginnen mit dem Körper. Sie nehmen Gegenstände in den Mund zum Erforschen und zur Befriedigung von Lust. Voller Neugier und Tatendrang begreifen sie die Welt und sich selbst. Diesem ganzheitlichen Körpererleben von Kindern steht häufig eine ambivalente Haltung von Erwachsenen gegenüber, insbesondere wenn es um das lustvolle Entdecken des eigenen Körpers geht. Das Nachspüren von Körperberührungen und -erfahrungen wird dadurch möglicherweise unterbunden und ein positiver Bezug zum eigenen Körper verhindert.
Es wurde weder Offenheit, Akzeptanz und Toleranz unterschiedlicher
Werte und Normen wie Lebensstile vermittelt –weshalb wir heute in Teilen
immer noch eine feindliche und ausgrenzende Gesellschaft sind ..
Das stimmt einfach nicht!
Früher gab es einfache Regeln in der Erziehung, die man sich schnell
aneignen konnte und – wer hätte das gedacht – tatsächlich tolerant
waren.
Man sagte Bitte und Danke, wenn man es haben wollte.
Man grüßte die Nachbarn, auch wenn man ihnen besser aus dem Weg ging –
Stichwort: friedliche Koexistenz.
Man bot älteren Leuten seinen Platz in Bus oder Bahn an.
Man versuchte pünktlich zu sein und man hielt Klauen für eine schlimme
Sache.
Zu diesen schlichten Aussagen über Pädagogik hatte ich mich oben schon ausgelassen.
Höfliche Umgangsformen sind noch kein Zeichen für eine offene und tolerante Gesellschaft.
Auch im Dritten Reich waren die Menschen höflich und haben der Oma den Platz geräumt.
,.. aber durch die Pädagogik sich schon einiges zum Besseren
verändert hat – noch wurde Erlebensfähigkeit, Erfahrung von
Körpergefühl, Gestaltung von Nähe und Zärtlichkeit, Erkennen sexueller
Bedürfnisse und dessen Wertschätzung thematisiert.
Gefühle wurde sehr wohl thematisiert, aber es blieb in den häuslichen
Wänden und wurde nicht auf die öffentliche Agenda gesetzt, weil Intimes
intim bleiben sollte.
Soso, in den häuslichen Wänden. Deshalb passiert(e) ja auch soviel häusliche physische und psychische Gewalt und Missbrauch in den Familien, weil die Kinder den Familien hoffnungslos ausgesetzt waren/sind. Übrigens ist das auch heute überwiegend noch so: Der meiste Missbrauch findet wie gesagt in Familien statt.
In 70% der Fälle geschieht kinderpornografischer sexueller Missbrauch im nahen sozialen Umfeld und zwar überwiegend durch den Vater, Stiefvater oder den Lebensgefährten der Mutter - so die Erfahrungen der Polizei. Das heißt, dass die Täter in einer Position sind, die es ihnen erlaubt, langfristig und mit Autorität auf das Kind einzuwirken, die Missbrauchshandlungen zu erzwingen und das Schweigen für längere Zeit zu sichern - sie stehen in einer engen Beziehung zum Kind.
Nochmal: Die „Übersexualisierung", Diskriminierung von sexuellen
Randgruppen etc. entstand vor der modernen Sexualpädagogik und nicht DURCH
sie. Wir dürfen unsere Kinder nicht allein diesen Medien überlassen.
Die Übersexualisierung ist ein Produkt der Marktwirtschaft, die sich von
sozial (also, also der Ostblock noch existierte) in unsozial generierte
(als der Ostblock verschwand).
Es ist schlicht und ergreifend ein Geschäft, wie der Drogenhandel oder
der Waffenexport.
Unwichtig, wessen Produkt sie ist, sie ist aber da und muss mit Schülern reflektiert werden. Denn diese ist viel gefährlicher als die Sexualpädagogik, die hier diffamiert wird.
Wenn Rechte geschaffen wurden, um einst Benachteiligte (vergleichbar mit
Frauenrechten) gleichzustellen, dann geht das völlig in Ordnung.
Aber wenn nun gewisse Kreise meinen alles unter Kontrolle zu bringen
müssen, dann begibt man sich auf einen sehr gefährlichen Weg.
Da wird nichts unter Kontrolle gebracht, außer in Deiner Verschwörungsfantasie.
Erziehungswissenschaft übt keine Kontrolle aus. Kontrolle üben andere aus (siehe oben)
Aufgabe der Erziehungswissenschaft ist die wissenschaftliche Beobachtung und Analyse der pädagogischen Wirklichkeit. Siehe oben
Ich schrieb: Nur fiel damals noch keinem Weltverbesserer ein, die
Probleme der 13-jährigen auf die Sechsjährigen herunterzubrechen.
Du antwortest: Weil das auch Unsinn ist. Das hatte ich schon
begründet.
Richtig, es IST auch Unsinn, weil es keine Realität ist. Ein reines Hirngespinst, welches Du wahrscheinlich ungeprüft von den Propagandamedien übernommen hast.
Hier nochmal etwas Abitur für dich
http://www.kindergarten-heute.de/zeitschrift/hefte/inhalt_lesen.html?k_beitrag=2325871
Nein, Du begründest das eben nicht konkret. Du fabulierst nur allgemeines
Geschwätz.
Daher bitte ich doch nochmals klar und deutlich zu formulieren, warum
nicht pupertierende Sechsjährige sich mit den Problemen der
Dreizehnjährigen herum plagen sollen?
Das tun sie nicht. Ich bewundere mittlerweile meine Geduld, auf Deine Hirngespinste hier einzugehen. Aber das bin ich auch den andren Lesern schuldig, um denen einen Gegenentwurf zu Deinem Unsinn anzubieten.
Du bleibst auch sonst seltsam diffus.
Wenn ich frage: Wo platzt denn da die Leitung und wo fallen die Horden
von frustrierten Tabuisierten über das Land?
Dann antwortest Du: Augen auf.
Ja weil ich mich im allgemeinen weigere, auf solche rhetorischen Fragen einzugehen. Ich hoffe, ich konnte sie nun oben zu Deiner Zufriedenheit beantworten.
Deine Agenda schützt Dich noch nicht einmal vor Fehlschlägen wie diesem
hier:
Wenn überhaupt die Aggressivität in jeglicher Hinsicht zugenommen
hat, dann hat das viel mehr mit der antiautoritären Erziehung zu tun, die
meint, es gäbe keine Grenzen und der Pudels Kern läge in absoluter
Selbstverwirklichung.
Es existiert überhaupt keine Laissez-faire Erziehung. Das war mal in den 70igern als Gegenentwurf zur überautoritären Erziehung.
Es geht auch nicht um absolute Selbstverwirklichung. Da sind wir heute schon viel weiter.
(Stichwort „Ko-Konstruktion, Kooperation, „autoritative Erziehung" etc.).
Deine Reaktion dazu: Na also. Und das Ziel von Sexualpädagogik ist
u.a. die Selbstverwirklichung.
Ja Selbstverwirklichung aber nicht auf Kosten anderer. Das hattest Du reininterpretiert, war aber im Kontext niemals meine Aussage.
Ich hatte Sexualpädagogik genau beschrieben, was damit ganzheitlich gemeint ist.
Du merkst noch nicht einmal auf welchem schmalen Seil Du Dich bewegst.
Wenn man Toleranz einfordert, bedeutet das automatisch Verzicht.
Toleranz und Selbstverwirklichung schließen sich aus!
Daher hatte ich weiter vorne einfache Beispiele aus der Kindheit zum
Besten geben.
Und ich konnte Dir nun hoffentlich klar machen, dass Toleranz und Selbstverwirklichung sich nicht umbedingt ausschließen müssen. Es geht immer um die Balance. Wo steht denn bei mir geschrieben, dass jeder machen kann, was er will? Ziel der Sexualpädagogik ist ja die gegenseitige Anpassung und nicht Laissez-faire.
Aufstehen im Bus für die Oma. Die Oma freute sich, aber ich mußte
stehen.
Die Indianer des Nachbarkindes hätte ich auch gern gehabt, aber da
stehlen nicht erlaubt war, mußte ich Verzicht üben.
Alles total banal – aber heute werde dafür Forschungsgruppen gebildet
und Steuergelder verschwendet.
Diese trivialen Beispiele habe ich Dir soeben schon relativiert. Sie sind so nicht richtig.
Eigentlich wäre damit alles gesagt, aber ich will den Rest auch noch
beantworten.
Damit ist nichts gesagt, nur für Dich selbst.
Da in anderen Kulturkreisen ein anderes Sexualbenehmen herrscht und z.T.
böse Folgen hat, übergehst Du mit: Nun streust Du hier wieder neue
Nebelkerzen rein.
Ja weil das Beispiel unpassend war
Zum Zitat von Kirsten Heisig fällt Dir ein.
Erkenne den Zusammenhang jetzt nicht. Du konstruierst wieder etwas,
was nichts mit Sexualpädagogik zu tun hat.
Unterm Strich raffst Du recht wenig.
Kann es eventuell an Dir liegen?
Das man sich nicht einfach so ein Mädchen so nehmen kann, hat etwas mit
Erziehung zu tun, die natürlich als verpanzert gegeißelt wird. Genau das
wollte Frau Heisig beenden und wieder Grenzen setzen, die es kaum noch gab
und einer Ideologie entgegentreten die eben genannten
Freifahrtscheine verteilte.
Das Aufbrechen von Schamgrenzen geschieht auch durch die Internetpornografie bzw. gewaltverherrlichende Medien, aber nicht durch die Sexualpädagogik, die lediglich reflektiert. Sie vermittelt keine „Freifahrtscheine“. Das sind alles herbeikonstruierte Argumente.
Die Vermittlung und Reflexion von Diversität in der Pädagogik, die ja da ist, schafft keine Gewalt.
Ganz im Gegenteil, sie zeigt Kindern /Schülern Wege, sich zu schützen und mit Diversität umzugehen
Deine Argumentation kreist sich um Deine Hirngespinste die Du dir über Sexualpädagogik gemacht hast, was aber mit der Realität wenig zu tun hat. Was soll man da raffen?
Außerdem reduzierst Du wahrscheinlich Sexualpädagogik offensichtlich nun einzig auf Uwe Sielert und dessen fragwürdigen sexuell grenzverletzenden Methoden.
Doch dazu hatte ich mich längst geäußert gehabt, also dass einige Sexualforscher hier methodische Grenzen überschritten haben, weshalb einige Eltern ja auch auf die Straße gehen, von daher reden wir hier teilweise auch aneinander vorbei.
Ich vertrete ganz und gar nicht die Ansicht, dass Lehrer hier ohne Mitspracherecht der Eltern machen dürfen, was sie wollen.
Es geht hier nicht darum, Schamgrenzen aufzuweichen - diese sind übrigens oftmals schon längst aufgeweicht durch die Umwelt (Pornoindustrie im Internet etc.) - sondern um eine ergänzende vernunft- und respektvolle Aufklärung und Begleitung der Jugendlichen.
Aber Du kannst natürlich keine Zusammenhänge erkennen.
Du willst die potentiellen Täter therapieren und hast keinerlei Ahnung,
wohin diese Therapie führen wird.
Weil das Unsinn ist. Einfach behauptet ohne wissenschaftliche und empirische Grundlage.
Die Sexualpädagogik versucht zu heilen was schon kaputt ist.
Zum Problem Kinder-Porno-Ring schreibst Du.
Warum entsteht den Kinderpornografie? Weil es Konsumenten dafür gibt.
Und warum gibt es die? Nun scharf nachdenken, was ich alles geschrieben
habe.
Aha, weil die Konsumenten pädagogisch nicht korrekt betreut wurden oder
wie?
Richtig. Aber betreut wurden ist der falsche polemische Ausdruck.
Nein, ich werde auch nicht scharf denken.
Das war mir schon von Anfang an klar. Dann macht es Aua im Kopf.
Du hast hier die Bringschuld (ggf. auch mit einem lesbaren Verweis –
also keine dicken Bücher bitte), denn Du willst die Welt von einer Geißel
befreien und zu neuem Glück führen.
Ich hatte schon reichliche Verweise gebracht, was nützen diese, wenn du erklärtermaßen nicht bereit bist, zu denken, geschweige dann zu lesen.
Doch das hier ist wirklich der Oberhammer!
Sexualpädagogik ist keine Herrschaftsveranstaltung sondern eine
Antwort auf das System.
Ich sage ja, es herrscht vollständige
Ahnungslosigkeit!
Ja deshalb versuche ich ja, Deine Ahnungslosigkeit zumindest ein Stück weit zu beseitigen
Beweise hast Du ja auch nicht gebracht für Deine These.
Stuss bezog sich auf deine Aussage, die ich so verstanden habe, dass
KInder sexuell manipuliert werden, was aber wie gesagt Stuss ist. Dann war
es ein Missverständnis.
Das war es nicht, weil ihr die Knirpse zu etwas nötigt, was sie ggf.
nicht möchten.
Nein. Wieder Unsinn. In Kitas und Grundschulen wird niemand genötigt. Da kommt also niemand in Not.
Die Kitaerzieherinnen und Grundschullehrerinnen sind hier sehr sensibel und wissen genau, was den Kindern zuzumuten ist, ohne sie in ihrer gesunden Entwicklung zu beeinträchtigen
Ich schrieb: Geht es nur um Deine Weltsicht, die überall vor
unterdrückter Lust geifernde Kerle sieht, die auf das nächste Opfer warten (weil sie zu
tabusiert erzogen wurden)
Du antwortest: Wo habe ich das behauptet?
Das hattest Du nicht, aber das ergibt sich aus dem Kontext.
Ergibt sich NICHT daraus. Nur für Dich, weil Du es nur selektiv mit Deiner Brille liest.
Von KONtext kann ergo keine Rede sein.
Die überall vor unterdrückter Lust geifernde Kerle sind auch nicht unbedingt sichtbar. Die toben sich zum Beispiel auch im Internet aus (Chatroulette, Pornoseiten etc.)
Zudem habe ich nie behauptet, dass nun sämtliche Tabus aufgebrochen werden müssten. Das will auch die Sexualpädagogik nicht.
Meine Weltsicht habe ich oben beschrieben.
Meine Argumentation war viel differenzierter und umfassender.
Nein, Du waberst im Nebel von Anfang an und behauptest Dinge, Die Du nicht
wirklich gut begründen kannst. Genau das ist das Problem, auf das ich
permanent verweise. Aber vielleicht wird es hier mal konkret.
Es geht nicht NUR um Kriminalität (z. B. Konsum von
Kinderpornografie, wohinter auch sexuelle Entwicklungsstörungen liegen).
Und wenn die Störung genetisch codiert ist und nicht umerzogen werden
kann?
Sexualpädagogik wie generell die Pädagogik erhebt keine absoluten Wahrheits- und Heilansprüche.
Sie versucht wie gesagt Lösungsvorschläge für gesellschaftliche Probleme zu geben.
Sie ist auch keine autoritäre Wissenschaft.
Es geht wie gesagt auch um Diskriminierung, Mobbing und auch
psychischer Gewalt.
Die rechtliche Gleichstellung alternativer Lebensweisen, falls
erforderlich, hat zunächst nichts mit dem Eingriff in die frühkindliche
Psyche zu tun.
Doch, wie oben ausführlich beschrieben und begründet.
Hier werden Dinge unzulässig miteinander vermengt!
Nein. Du hast in diesem Gebiet wenig Ahnung und Erfahrung.
Findest Du es nicht erstaunlich das durch das Abbauen von Barrieren die
Gewalt eher zu- als abgenommen hat?
Welches Abbauen von Barrieren? Und wie hat die Gewalt zugenommen? Genau begründen möglichst mit Belegen
Ich würde her sagen, die Gewalt insbesondere ggü. Kindern, hat abgenommen, nur wurden damals keine Statistiken geführt. (Stichwort schwarze Pädagogik).
Wir wissen doch, dass durch Autorität und Tabus Gewalt nur verdrängt wird, aber nicht verarbeitet.
Weiter oben schrieb ich schon, daß
die antiautoritäre Erziehung ein kompletter Schlag ins Wasser war
und viel mehr Unzufriedene (die ihre Grenzen nicht kennen !!!!) generiert hat als
früher.
Antiautoritäre Erziehung war hier nicht das Thema (siehe oben). Du gleitest wieder ins falsche Fahrwasser ab und konstruierst einen Mythos.
Will sagen, die neue Pädagogik (nicht das Erziehungs- und Bildungswesen
an sich) verläuft sich im Wald,
Nein. Neue Pädagogik ist bestimmt durch Flexibilität und Orientierung am Leben von Kindern und Familien und steht vor immer wieder neuen Herausforderungen.
Was soll das ein, das „Das Erziehungs- und Bildungswesen an sich"? Hä? Qu'est ce que c'est??
Alte Pädagogik:
Setz dich an deinen zugewiesenen Platz!
Sei still und hör zu!
Führe Anweisungen aus!
Liefere Arbeiten ab!
Vermeide Fehler!
Übernimm fertige Informationen und Wissensinhalte!
Versuche so viele Punkte wie möglich zu erreichen!
Sei so, wie es von dir erwartet wird!
Weiche Strafen aus!
Bemühe dich um Belohnungen!
Für Pädagogen:
Gib Wissen und Verhaltensweisen weiter!
Erteile Anweisungen!
Kontrolliere!
Lass keine Umwege und Abweichungen zu!
Sorge für Ruhe!
Belohne und bestrafe!
Stelle Fragen!
Neue Pädagogik:
Such dir deinen Platz und deine Arbeitspartner aus.
Rede mit anderen.
Überlege dir Möglichkeiten.
Du sollst zufrieden sein mit deiner Arbeit.
Experimentiere.
Vergleiche Informationen anderer miteinander
und mit deinen Informationen.
Lerne so viel wie du kannst.
Sei wie du bist.
Hab Verständnisse für Missverständnisse.
Bemühe dich um gemeinsame Erfolge.
Für Pädagogen:
Lass Kinder und Jugendliche lernen,
so viel sie nur können.
Stelle Informationen und Lerngelegenheiten
zur Verfügung.
Du bist auch eine.
Erwarte Umwege, Abkürzungen und Experimente.
Lass Kinder und Jugendliche miteinander reden.
Belohne nicht und bestrafe nicht!
Lass dich fragen!
Die Hilflosen werden immer mehr und es wird nicht hinterfragt, warum das
so ist sondern es wird vermehrt therapiert.
Klingelt es jetzt vielleicht mal wenn man die Dinge in Zusammenhang
stellt?
Sorry. bei Deinen beliebigen Zusammenhängen, die Du hier verknüpfst, da klingelt nun mal nichts.
Sicherlich stehen Massengesellschaften laufend vor immer größeren Herausforderungen. Das hat auch mit dem System bzw. der Zivilisation an sich zu tun. Das heißt aber nicht, dass deshalb die Pädagogik obsolet wäre.
Es geht um Mangel, wie mangelndes Selbstbewusstsein/Selbstsicherheit
und mangelndes Körpergefühl/ positives Gefühl zum eigenen Körper
verbunden mit mangelnder Empathie, mangelnde Vorstellungen von gelebter
Lust und Sexualität, es geht um die Reflexion eigener Unzulänglichkeiten
usw. usf.
Der Problemkreis ist mir schon gegenwärtig, ich bezweifele nur, daß
dieses bewußte Eingreifen und Regulieren sinnvoll sein wird.
Da Du halt im Gegensatz zu mir noch nie praktisch tätig warst in diesem Gebiet und keine Biographien begleitet hast, um zu wissen, was neue Pädagogik bewirken kann.
Ich hatte oben erklärt, das Toleranz automatisch Verzicht bedeutet, was
wiederum der Selbstverwirklichung entgegensteht.
Doch dieser Widerspruch wird vom Tisch gefegt oder bleibt gegenstandslos,
weil gilt:
Du erklärst aber stets schon aus deinen Vorurteilen und falschen Unterstellungen also aus falschen Prämissen heraus.
Hier unterstellst Du, dass Sexualpädagogik grenzenlose und rücksichtslose Freiheit propagiert.
Das alles kann man verhindern mit der richtigen pädagogischen
Begleitung, wo unsere Gesellschaft und Familien mitunter auch versagen.
Lies Dir Deine Aussage bitte nochmals durch.
Man kann alles verhindern mit der richtigen pädagogischen Begleitung.
Du weißt gar nicht in welche Abgründe Du Dich da ganz arglos hinein
bewegst.
ich sprach von Mangel, wie mangelndes Selbstbewusstsein/Selbstsicherheit und mangelndes Körpergefühl/ positives Gefühl zum eigenen Körper
verbunden mit mangelnder Empathie, mangelnde Vorstellungen von gelebter Lust und Sexualität, es geht um die Reflexion eigener Unzulänglichkeiten
usw. us
Und das kann man sehr wohl verhindern bzw. fördern und auf diesem Gebiet hat die Psychoanalyse und Pädagogik auch schon viel geleistet.
Ich habe aber nie behauptet, dass Pädagogik nun allwissend ist und alles heilen und verhindern kann, zudem unsere Welt ständig im Wandel ist und immer wieder neue Herausforderungen und Probleme auftauchen. Das ist nun mal ein Nachteil von nichtautoritären demokratischen und freiheitlichen teilweise entwurzelten (umspirituellen) Gesellschaften/Zivilisationen im Vergleich zu
z. B. Diktaturen oder kleinen „akephalen Stämmen".
In kleinen Gemeinschaften bräuchte es in der Tat keine pädagogische Forschung.
Um es abschließend nochmals klar auszuformulieren.
Ich negiere keine Probleme oder möchte ärztliche Hilfe oder mögliche
Therapien in Frage stellen.
Doch wenn wieder die ganze Gesellschaft therapiert werden soll, um ein
Randproblem zu bewältigen, dann sollten bei jedem kritischen beobachter
alle Alarmsirenen angehen!
Dahinter steht eine ganz andere Agenda und die Helfershelfer merken noch
nicht einmal in welchem Zug sie da sitzen.
Es ist nicht so, wie DU es hier polemisch und verkürzt darstellst
mfG
nereus
Sonnige Grüße