Es gab bereits schon länger Gerüchte, daß SAP mit der NSA zusammenarbeitet.
Also nicht technische Informationen, sondern Hintergrundinfo bzw. Insiderwissen.
Hierzu gibt es zwei Dinge zu sagen [auch wenn Sie das nach 20 Jahren SAP selbst wissen, aber eben andere Leser meist nicht]:
A) SAP ist zwar nicht "Open Source" sondern ein proprietaeres System, aber der Quellcode in der SAP-eigenen Programmiersprache ABAP liegt offen, insofern ihn jeder mit den entsprechenden Rechten in einem laufenden SAP-System einsehen kann.
B) SAP hat verschiedene Branchenloesungen (Industry Solutions). Darunter auch eine militaerische Auspraegung "SAP for Defense & Security":
"Whether you manage a military force, a national security agency, border protection, emergency management, or a law enforcement authority, the SAP for Defense & Security solution offers real-time resource information so command-and-control personnel can continuously determine the status of operational readiness."
("Ob sie nun Streitkraefte, Polizeikraefte, Grenzschutz, Katastrophenschutz oder Strafverfolgungsbehoerden betreiben, die Branchenloesung SAP Verteidigung und Sicherheit gibt Ihnen Echtzeitloesungen, damit das Personal in der Befehlsstruktur sich jederzeit ueber die Einsatzbereitschaft im Klaren ist.")
"Meet any threat with our defense & security software"
Mit ihrer Branchenloesung "aerospace & defense" fuer die Waffen- und Luftfahrtindustrien ist SAP weiterhin natuerlich direkt mit dem militaerisch-industriellen Komplex verflochten. Man kann ja nun schlecht fuer eine Branche Software entwickeln, ohne in deren intimsten Betriebsgeheimnisse eingeweiht zu sein.
Und logischwerweise muss ein SAP-Mitarbeiter oder einer aus einem Beratungshaus, der solche SAP-Loesungen implementiert, geheimdienstlich "freigegeben werden", wenn er/sie in sicherheitswichtigen Bereichen eingesetzt werden soll. Da werden dann die letzten zwanzig Jahre Urlaub analysiert, auch wenn man selber nicht mehr weiss, wo man da war ...
Vor Jahren schon hat der deutsche BND-Bundesnachrichtendienst u.a in seiner Materialverwaltung (MM) und Instandhaltung (PM) SAP eingesetzt - der Einfuehrungspartner war Siemens SBS (Siemens Business Systems, das Siemens-eigene Beratungshaus, seit 2010 an ATOS Origin verkauft).
Weiterhin hat die Bundeswehr eines der bisher groessten Projekte der SAP-Geschichte am Laufen (auch anfaenglich Materialwirtschaft; so kann man abgestuerzte Airbus besser ausbuchen).
Aus obigem Punkt A) folgt, dass NSA und andere Geheimdienste den Quellcode fuer SAP kennen und evtl. somit auch Schwachstellen, die man zur Spionage oder Sabotage nutzen koennte, wenn es welche gibt.
Aus B) folgt, dass SAP selbst in jedem Falle, im Guten wie im Schlechten, mit den Geheimdiensten "vertrauensvoll zusammenarbeiten" muss, wenn es ueberleben will. Denn saemtliche Fortune100-Unternehmen betreiben SAP-Systeme und dies ist auch ein wirtschaftlicher Risikofaktor.
Es gibt daher dort eben entsprechende Mitarbeiter(innen) mit entsprechendem "Clearing" und entsprechender Anbindung.
Den Rest darf jeder selbst weiterspekulieren.
Dasselbe gilt aber auch fuer Unternehmen wie Siemens, AEG, Bosch, schlicht jeden, der Hochtechnologie und/oder Software herstellt oder wartet (!), die in sicherheitskritischen Bereichen eingesetzt werden.
Konkreter wird keiner werden (koennen/wollen) und ... das, was man offiziell erfaehrt und was Journalisten "vertraulich" gesteckt wird, ist immer auch Teil einer absichtlichen Desinformationskampagne.
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P.S.: Alles geheuchelt und gelogen ...
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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