Deutschland als Russen-Gas -Transitland?

Leser23, Donnerstag, 21.05.2015, 12:41 (vor 3891 Tagen) @ politicaleconomy2154 Views

Wirklich ein herausragender Artikel! Danke dafür!

Zwei Fragen dabei.

1. Könnte die Diskussion über Mazedonien nebst Griechenland, nicht die Bulgaren
eines Besseren belehren, bevor sie als größter Verlierer (um nicht das Wort Deppen zu strapazieren) der Pipeline - Orgie dastehen, und den ursprünglichen South- Stream so wieder auf den Weg bringen?
(Ohne die Verhältnisse Bulgariens genau zu kennen, aber haben die keine Opposition?)
(Man rechne mal aus, wie viel Bulgarien dadurch verloren ginge und stelle mal eine entsprechende Ausgleichs- Rechnung an die verursachenden Amerikaner! Also aus existenziell nationalem Interesse Bulgariens ist die Anbiederung Bulgariens an Amerika ein sauberes Verlustgeschäft!)

2. Warum baut man keine zweite North - Stream?
Ist die Ostsee zu schmal?
Insbesonders aus deutscher Sicht muss man sich darüber im klaren sein, daß eine zweite North Stream (oder 5. bis X., der Elbtunnel besteht ja nun auch nicht nur aus einer Röhre) man letztlich, wenn man will, sogar Europa in Gänze, als Transitland versorgen könnte. (Wir könnten sogar England oder die Deppenbulgaren somit Retoure mit russischem Gas versorgen, das wird, wie wir gelernt haben, alles nur über den jeweiligen „Marktpreis“ reguliert! Bzgl. der Ressourcen würde ich es aus russischer Sicht konkret so machen. Das wäre ein Vorgehen, der die Konkurrenz mittelfristig schlicht abschaltet! Russland kann billiger und im Vergleich in schier endlosen Mengen! Mit diesem Potential sollte Russland den Markt aus kapitalistischer Sicht schlicht „bereinigen“. China machte es mit den „seltenen Erden“ ja vor!)

Freilich sind wir von Russland abhängig, aber umgekehrt ist Russland in % des BSP wesentlich abhängiger von uns! Das ergibt sich schlicht aus der Tatsache, daß das Handelsvolumen des Exportweltmeisters in % nun nicht so sehr ins Gewicht fällt, wie das identische Handelsvolumen ein uns des selben „Gutes“ des Nichtexportweltmeisters!

Unsere Verhandlungsposition gegenüber Russland ist also wesentlich komfortabler, egal, ob wir nun 100% oder 1% der Versorgung von dort bekommen!

Denn auch ohne einen cbm Gas, von wo auch immer, gehen bei uns die Lichter noch lange nicht aus!

Wir haben überall Kohle, (Saarland, NRW, Sachsen, usf.) die man vergasen kann, uns zwar so viel Kohle (insbesonders in Sachsen liegt viel mehr, als dort seit 200 Jahren gefördert wurde), daß wir dieses Kohlen-Gas wenn man sich preislich gegenseitig ruinieren will, sogar nach Russland oder Afrika oder USA zurückexportieren könnten!

Die Frage ist also nur, womit kann man mit dem geringsten Aufwand am effektivsten weiterverfahren.

Die Panikmache der angeblichen ganz schlimmen Abhängigkeit von bösen russischen Lieferungen, ist also ganz klar dummes Geschwätz der US Neocon Lobbyisten nebst derer gedankenloser Nachplapperer.


Meine wahrscheinlichste Prognose aus den Überlegungen:

Der totgeredete South- Stream kommt doch noch!

--
Mahatma Gandhi:
"Ziviler Ungehorsam wird zu einer heiligen Pflicht, wenn der Staat den Boden des Rechts verlassen hat."


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