Plusminus gestern zum Thema TTIP

Waldläufer @, Donnerstag, 21.05.2015, 10:21 vor 3891 Tagen 4851 Views

https://www.youtube.com/watch?v=7Tr9Erwjz0k

eigentlich eine gute Zusammenstellung, recht kritisch, vielleicht erreicht es eine größere Menschenmenge

--
Ich mag das Wort schützen nicht. Es erinnert mich so an Schützengraben und an Schutzgeld.
(sinngemäß, geklaut von M. Burchardt)

Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß.
-Werner Heisenberg

Umfragen zum Konzernförderungsabkommen, welches fälschlicherweise "Freihandelsabkommen" genannt wird.

Bernadette_Lauert, Donnerstag, 21.05.2015, 15:01 vor 3891 Tagen @ Waldläufer 3573 Views

https://www.youtube.com/watch?v=7Tr9Erwjz0k

eigentlich eine gute Zusammenstellung, recht kritisch, vielleicht erreicht
es eine größere Menschenmenge

...auch die Ärzte und Apotheker warnen davor:
http://www.euractiv.de/sections/gesundheit-und-verbraucherschutz/aerzte-und-apotheker-w...

"Mehrere Verbände von Ärzten und Apothekern blicken mit großer Sorge auf das geplante transatlantische Freihandelsabkommen TTIP. Unter anderem könnten Kapitalinteressen medizinische Entscheidungen beeinflussen. Die EU-Staaten müssten in der Gesundheitspolitik ihre Souveränität behalten."

Nach einer neuen Umfrage sehen nur 26 Prozent der Deutschen TTIP in positivem Licht.
http://www.sueddeutsche.de/politik/umfrage-skeptischer-blick-auf-ttip-1.2426564

Hoffnungsschimmer: Auch Manager verlieren das Interesse an TTIP
http://www.wiwo.de/politik/europa/umfrage-manager-verlieren-das-interesse-an-ttip/11751...

Das Problem
sind Entscheidungen zugunsten mächtiger Gruppen mit Partikularinteressen (aka: Konzerne, Banken, US-Anwaltskanzleien, der Verein "EU"), die am Volk vorbei agieren. Die fühlen sich wie die wahren Herrscher. Und das sind sie auch, aber nur wenn wir uns das alles gefallen lassen.

Gruß, Bernadette

Super Rede! Er lässt nichts aus und spricht mir aus der Seele! (oT)

Bernadette_Lauert, Donnerstag, 21.05.2015, 19:47 vor 3891 Tagen @ XERXES 2650 Views

- kein Text -

Linker Nationalist?...;-) (oT)

XERXES @, Donnerstag, 21.05.2015, 20:16 vor 3891 Tagen @ Bernadette_Lauert 2586 Views

- kein Text -

--
“And crawling on the planet's face,
some insects called the human race.
Lost in time, and lost in space.
And meaning.”

Ich fürchte, umgekehrt würde Merkel genau dieselbe Rede halten, wäre Gysi Kanzler und sie in der Opposition (oT)

Jermak @, Donnerstag, 21.05.2015, 22:22 vor 3891 Tagen @ Bernadette_Lauert 2413 Views

- kein Text -

Ganz genau!

Brauer @, Donnerstag, 21.05.2015, 22:53 vor 3891 Tagen @ Jermak 2815 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 22.05.2015, 16:30

Alle Parlamentarier, bis auf ein paar besonders naive, wissen Bescheid.
Das macht die Sache umso schlimmer.
Neu ist es aber nicht, Hitler war immerhin auch schon von diesem Zirkus abgestoßen. Mit den bekannten Folgen.
Theater, nichts anderes ist das.
Alles ist schon vorher entschieden, die Debatten sind nur die Aufführung.
Eine Aufführung, die Brechreiz verursacht.

Super Rede? Na ...

Friedrich @, Freitag, 22.05.2015, 07:52 vor 3890 Tagen @ Bernadette_Lauert 3095 Views

... er redet genau das Gegenteil von hier:
https://www.youtube.com/watch?v=06bitxbq0Q0

Was sind wir nun: seit 1990 ein souveräner Staat oder heute noch ein besetztes Land, welches das Ende des 2. Weltkriegs mal erbetteln müßte ... ?

Der Gysi spielt nur seine Rolle und viele fallen voll drauf rein. Er darf das alles sagen. Er ist deswegen nicht besser als die Parteien in der Mitte.

Im Gegenteil: er saugt am politischen Rand die Wähler ab, die ansonsten gar nicht wählen gehen würden und damit dem "System" die Legitimation entziehen würden ... denn gibste Deine Stimme ab, haste keine mehr.

Gebt mal in Google 129 stgb ein und lest den Absatz 2 .... will man sowas wählen?

Grüße - Friedrich

Ganz einfach!

stocksorcerer @, Freitag, 22.05.2015, 15:54 vor 3890 Tagen @ Friedrich 2385 Views

Er wählt eine andere Perspektive und sagt, wie es sein müsste nach gesundem Menschenverstand. Die 4+2-Verträge sollten die Nachkriegsordnung korrigieren. Sie sollten etwas Neues schaffen. Aber was genau? Das, was Russland uns nahelegte? Oder das, was Amerika insgeheim wollte? Amerika, da brauchen wir nicht in eine Glaskugel zu schauen, wollte einen ganzen deutschen Staat als Vasall. Fertig! Aber das wurde den Menschen seinerzeit so nicht verkauft. Also muss man mal den Spieß umdrehen.

Und genau so, wie Gysi das macht, muss man das mal auf die Spitze treiben, um den Grad unseres Vasallentums für jedermann klar aufzudecken! Höchste Zeit. Wenn man dann das dicke Veto aus Washington spürt, dann weiß endlich jeder von uns verbrieft, wo wir eigentlich genau stehen.

Ich fand die Rede klasse.

Gruß
stocksorcerer

Maulkorb?

Nico @, Sonntag, 24.05.2015, 01:59 vor 3888 Tagen @ Friedrich 2210 Views

... er redet genau das Gegenteil von hier:
https://www.youtube.com/watch?v=06bitxbq0Q0

Ja hier heißt es:
„… die behandeln uns immer noch wie ein EHEMALIGES besetztes Feindesland“.

War das nur ein Versprecher? Danke für den Hinweis, habe soeben eine Anfrage an Herrn Gysi über Abgeordnetenwatch versendet. Mal schauen, was daraus wird.

Den Hinweis auf den 2+4-Vertrag halte ich nicht für sicher zu interpretieren, aber auch sehr fragwürdig und den Verdacht erhärtend.

Was sind wir nun: seit 1990 ein souveräner Staat oder heute noch ein
besetztes Land, welches das Ende des 2. Weltkriegs mal erbetteln müßte
... ?

Wenn du mich fragst, dann brauchen wir nichts zu erbetteln, außer Demokratie im eigenen Land. Wenn uns dann die Alliierten angreifen, dann müssten wir uns versuchen zu wehren.

Der Gysi spielt nur seine Rolle und viele fallen voll drauf rein. Er darf
das alles sagen. Er ist deswegen nicht besser als die Parteien in der
Mitte.

Ja, ob er das eigentlich IMMERNOCH sagen darf, habe ich Gysi auch gefragt.

Im Gegenteil: er saugt am politischen Rand die Wähler ab, die ansonsten
gar nicht wählen gehen würden und damit dem "System" die Legitimation
entziehen würden ... denn gibste Deine Stimme ab, haste keine mehr.

Von welcher Legitimation ist hier gerade die Rede, und wie würde es sich auswirken, wenn die Wähler der Linken zu Nichtwählern würden? Was für eine Stimme kann behalten werden, wenn man seine Stimme bei den Wahlen nicht abgibt?

Gebt mal in Google 129 stgb ein und lest den Absatz 2 .... will man sowas
wählen?

Auf diesen Sachverhalt kann man aber wirklich gar nicht oft genug hinweisen!

Grüße - Friedrich

Schöne Grüße

--
... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...

Viel Populismus und politische Parolen gegen TTIP

Silberengel @, Freitag, 22.05.2015, 13:12 vor 3890 Tagen @ Bernadette_Lauert 2523 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 22.05.2015, 18:17

Hallo Bernadette

Sorry, dass ich mich mal einmische :-)

Es geht bei TTIP um weitere Souveränitätsverluste für das deutsche Volk,
den Abbau bitter nötiger Verbraucherschutzrechte, den Abbau des
unternehmerischen Risikos für Konzerne und Selbstbereicherungsmechanismen
für die Juristenkaste, die Richter und Anwälte der Schiedsgerichte in
Washington stellen wird.

Wie kommst Du darauf? Da sind viel Populismus und Partei-Parolen unterwegs.
Als ob alle Minister und Parlamentarier vor hätten, dass die Schutzrechte abgebaut werden oder vor hätten, ihre Machtpositionen zu schmälern durch die internationalen Schiedsgerichte.

Noch haben wir Parlamente und wenn Intransparenz herrscht, wird letztlich auch nach Verhandlungen der Delegierten parlamentarisch keine Mehrheit zustande kommen.

Und wie kommst DU darauf, dass das unternehmerische Risiko abgebaut wird?
Wir haben mittlerweile 129 Investitionsschutzabkommen und Schiedsgerichte gibt es schon lange und ist jetzt nichts Neues. Von Risikoabbau der Konzerne keine Rede, denn die Mehrzahl der Verhandlungen haben Staaten gewonnen. (Dein Brückenbeispiel ist auch noch nicht geklärt und wird höchstwahrscheinlich pro Staat ausgehen).

Auch diese Schiedsgerichte haben unsere hohen europäischen Standards und notwendige politische Entscheidungen in ihrer Entwicklung nicht behindern können.

Unsere Konzerne müssen sowohl die Verbraucherschutz-Standards einhalten als auch die Schutzrechte der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer.

Aber auch wenn der Staat verliert, heißt das ja nicht, dass das nicht auch seine Berechtigung hätte. Investoren müssen auch vor Staaten und deren Willkür geschützt werden, wenn diese beliebig, je nachdem welche Partei an der Macht ist, ihre Regeln verändern, deshalb gibt es ja diese Schutzklauseln schon lange. Ich erinnere nur an das HIn- und Her der Kanzlerin beim Atomausstieg, als ob man erst nach Fukushima wusste, dass Atomkraftwerke auch ein Restrisiko haben. Nun habe ich ja nichts gegen Schließung, aber vom billigen Atomstrom haben wir doch alle über die Jahrzehnte profitiert. Und die staatlichen unsinnigen Subventionen in Verteuerbare Energie kennen wir ja.

Diese Einengung Konzern = Aktionäre halte ich zudem generell nicht für legitim, denn „Konzerne" sind nicht nur die Aktionäre sondern auch sämtliche Arbeitnehmer, die dort ihr Gehalt beziehen und auch sämtliche KMU (Zulieferer/Dienstleister), die dort als Rattenschwanz mit dran hängen.

Bei vielen klingt beim Wort Konzerne zudem immer eine negative Konnotation mit, als ob Konzerne und deren Gewinne generell böse seien. Dabei sind auch Konzerne mit KMU vernetzt in der Produktion bzw. ergänzen sich gegenseitig. Und das Risiko der Investition ist nicht automatisch vom Tisch, weil Konzerne klagen können. Also ein Konzern kann sich nicht generell darauf verlassen, dass er gewinnt.

Ungeachtet dessen profitieren nicht nur Konzerne sondern auch viele KMU von TTIP. Das sagt jedenfalls die Mehrheit der deutschen Unternehmer.

Verbraucherschutz:

Der Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt (CSU) zum Beispiel – der bestimmt seinem Wählerklientel nicht vor den Kopf stoßen wird – sieht die deutschen Lebensmittelstandards nicht gefährdet.
Es wird dann letztlich solange verhandelt, bis es eine Einigung gibt oder halt nicht.

Auch das große Tamtam mit der Regionalität ist doch auch nur eine Farce. Viele s.g. „regionale Spezialitäten werden zum Teil gar nicht mehr in der Region produziert oder die Zutaten kommen aus aller Welt. Zudem sind diese Produkte meist nur teurer, haben aber nicht unbedingt die bessere Qualität.
Und die wenigen geschützten deutschen Marken, die jetzt existieren, werden ja erhalten bleiben
(z. B. Dresdner Stollen, Frankfurter Würstchen, Münchner Weißwürste etc.). Es wird auch kein Gen- oder Hormonfleisch geben. Alles Propaganda der Nationalkonservativen, Antiglobalisierer u.ä.

Dein Denkfehler ist, dass alles Staatliche immer schlecht und alles
Private immer gut ist. Die Empirie beweist aber das Gegenteil:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=353327

Nicht immer aber auch. Du schreibst: „[...]Die (KMU) haften mit ihrem Eigentum für ihre Unternehmerische Entscheidungen. Die Manager in den Konzernen nicht[...]"

Das ist auch nicht deren Aufgabe, da Manager Angestellte sind und keine „Unternehmer" im Sinne der Haftung mit Privateigentum. Genauso wenig haften auch sämtliche Angestellten eines Konzerns oder Politiker für ihre Fehlentscheidungen.

Kurz zusammengefasst: Es geht um garantierte Gewinne und damit die
Aushebelung des unternehmerischen Risikos für das Großkapital.
[...]ch kann nicht verstehen, > wie die Lehren Schumpeters hier völlig ignoriert werden können. Das alles richtet sich gegen

klassische Unternehmer und fördert die bankengesteuerte Konzerndiktatur.[...]"


Leider etwas zu verkürzte Kritik. Garantiert ist hier noch gar nichts.
Außerdem hängen wie gesagt, auch viele KMU an den Konzernen dran. Zudem, wenn DU schon mit Schumpeter argumentierst, dann sind nicht die Schiedsgerichte das Übel, sondern die staatlichen Subventionen und staatliche geschützten Protektionen, welche die Gewinne garantieren. :-)

Dabei war es doch die soziale Marktwirtschaft oder das hanseatische Kaufmannstum oder der

> > rheinländische Kapitalismus, die Deutschland gutgetan haben.

Wieso sollte das ausgerechnet durch TTIP nun ausgehebelt werden?

Das ist zu bipolar und verkennt die reale Konzernmacht, die nicht für
Gemeinnützigkeit eingesetzt wird.

Jein. Sicherlich setzen sich KMU oftmals mehr für die Allgemeinheit ein, auch regional betrachtet.
Doch profitieren wie gesagt nicht nur Konzerne von TTIP. Viele KMU sagen das Gegenteil.

Dirk Müller: TTIP - Ende der Demokratie & Beginn der Konzernherrschaft

Dirk Müller ist Börsenexperte und Buchautor. Wieso zählt seine Meinung besonders? Er ist ja auch dafür bekannt, dass er vorschnell zu Verschwörungstheorien neigt, um seine Bücher zu verkaufen. :-)

Dabei gibt es so viele Beispiele, so viele Expertenstimmen

Und auch viele Gegenbeispiele. :-) Und Expertenstimmen heißt nicht, dass diese nicht auch falsifizierbar wären.

und so viele empirische Beobachtungen, beispielsweise in Mexiko, wo ein Äquivalent dieses
Abkommens immens bereut wurde. Die Empirie musst Du doch wohl gelten lassen! Du kannst
doch nicht verlangen, dass sich Leute, die sich damit beschäftigen nur im Bereich ideologischer > heißer Luft bleiben dürfen, á la: "Begrenzung der Verluste durch staatliche Eingriffe."

Nach Meinung des PIIE ist Mexiko allerdings nicht wegen, sondern trotz NAFTA so langsam gewachsen. Dafür spricht die simple Tatsache, dass auch Chile ein Freihandelsabkommen mit den USA hat. Mehrere Faktoren können das schwache Wachstum Mexikos stattdessen erklären: z.B. schlechte Infrastruktur, hohe Korruption, Krieg der Drogenkartelle.

Und waren die Entwicklungsländer nicht schon immer die Verlierer, wobei wir unseren Wohlstand auch auf deren Rücken aufgebaut haben? Man hat immerhin hunderte von Millionen Niedrig(st)löhner in die Weltwirtschaft geholt.

Und nun wird gejammert weil z. B. die EU eventuell mehr Kleidung aus den USA anstatt aus Entwicklungsländern wie Kambodscha oder Bangladesch importieren würde.
Jahrzehntelang haben wir aber von den niedrigen Arbeitsschutzrechten dort profitiert.

Dann müsste man ergo die gesamte Welthandelsordnung („Doha-Runde") in Frage stellen und wieder den Protektionismus verstärken. Das finde ich insofern heuchlerisch, als dass die meisten Konsumenten, die contra TTIP sind, diese Ordnung nicht prinzipiell hinterfragen, sondern Angst um ihre Pfründe haben.(Der böse globale Wettbewerb).

Deshalb sind ja in der AfD, die nationalkonservativ ist, überwiegend Gutverdiener vertreten bzw. Leute, die Eigentum haben). Es müsste generell eine Debatte angestoßen werden, wie man faires Wirtschaften global gestalten kann. Was ist z. B. mit den staatlichen Subventionen im Agrarsektor der Industriestaaten oder den Patentschutz?

Zudem wären niedrigere Standards im Bereich Ursprungsregeln aus Sicht der Entwicklungsländer positiv, weil sie den Absatz erleichtern. Verbraucherschützer hierzulande laufen aber gegen die befürchtete Aufweichung von Standards Sturm. Also auch hier ein Widerspruch. Es geht denen gar nicht um die armen Entwicklungsländer.

In der globalisierten Welt ist außerdem schwer festzustellen, welchen Ursprung ein Produkt hat, das in den USA entworfen, mit Rohstoffen aus Afrika in China gefertigt und schließlich in Europa verkauft wird.

Hier liegt z. B. eine Chance, TTIP fairer auch für Entwicklungsländer zu gestalten, indem man die Ursprungsregeln möglichst großzügig auslegt. Dann könnten auch Rohmaterialien und Zwischenprodukte aus Entwicklungsländern von der Liberalisierung durch TTIP profitieren ?

TTIP könnte auch der ins Stocken geratenen Doha-Runde wieder Anschub verleihen falls sich zeigt, dass TTIP auch Wohlstandsgewinne erzeugt.

Sachen wie Verbraucherschutzbestimmungen lassen sich aus Ideologie heraus
schnell abtun. Aber wir haben hier etwas zu verlieren im Vergleich zum
"Land of the Free".

So „free" sind die USA gar nicht. Die haben ebenfalls hohe Verbraucherschutzbestimmungen

Hier muss schlicht weg differenzierter und weniger ideologisch gedacht
werden:
Wenn beispielsweise die Wasserversorgung weg vom Staat in private Hand
wandert, sollte man nicht klatschen, sondern vorsichtig sein. Wegen der
empirischen Erfahrungen.

D'accord. Inwiefern wird das aber durch TTIP eingeschränkt?

By the way: Australien, Kanada... Alle Länder, die ähnliche Abkommen
geschlossen, haben dies bitter bereut.

Wieso haben z. B. China und Australien letztes Jahr dann ein Freihandelsabkommen beschlossen?

...auch die Ärzte und Apotheker warnen davor:
http://www.euractiv.de/sections/gesundheit-und-verbraucherschutz/aerzte-und-apotheker-w...


Ein Zitat daraus: „[...]In Deutschland existiere ein weitgehend selbstverwaltetes, am Gemeinwohl orientiertes Gesundheitswesen[...]"

Wer es glauben mag, :-)

Beide Gruppen profitieren auch durch die Pharmalobby und den Patentschutz. Das wird allerdings wohlweislich verschwiegen.

Nach einer neuen Umfrage sehen nur 26 Prozent der Deutschen TTIP in
positivem Licht.

http://www.sueddeutsche.de/politik/umfrage-skeptischer-blick-auf-ttip-1.2426564

Umfragen sind immer so eine Sache, wie wir aus Wahlumfragen ja wissen. Zudem wissen wir, dass Meinungen auch gemacht werden.

Hoffnungsschimmer: Auch Manager verlieren das Interesse an TTIP
http://www.wiwo.de/politik/europa/umfrage-manager-verlieren-das-interesse-an-ttip/11751...

Da steht, sie verlören das Interesse an den Verhandlungen – die sich nun schon jahrelang hinausziehen – und nicht an TTIP generell.

Zitat: „ [...]Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen haben demnach andere Dinge im Kopf, als sich über den aktuellen Stand von TTIP zu informieren[...]"


Sonnige Grüße

Ein Beispiel für das geringere unternehmerische Risiko

stocksorcerer @, Freitag, 22.05.2015, 17:05 vor 3890 Tagen @ Silberengel 2334 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 22.05.2015, 17:09

"Und wie kommst DU darauf, dass das unternehmerische Risiko abgebaut wird?"

Ich bin - genau wie Bernadette - erklärter Gegner von TTIP. Und bei dem Abstimmungsverhalten von unseren Parlamentariern, die scheinbar nicht mehr nur ihrem Gewissen, sondern zuallererst der Parteiräson verpflichtet zu sein scheinen, weil sie ihren Platz auf den Listen behalten wollen, sehe ich schwarz bei der massiven Lobbyhörigkeit der Parteispitzen! Im Gegensatz zu Bernadette bin ich bloß nicht so fleißig, wie mir das Thema mittlerweile zum Hals raus hängt und sich immer noch zu wenig tut.

Jetzt aber zu der Frage:

Ein einfaches Beispiel in punkto Kennzeichnung Lebensmittel. Viele von uns kennen reichlich Beispiele, bei denen der laxe US-Umgang mit genehmigungspflichtigen Stoffen und unzureichender Kontrolle bei Haltbarmachung und Keimvermeidung bei Lebensmitteln für gesundheitliche Schäden gesorgt hat. Beispiele waren unter anderem auch in dem Jasinna-Video, das ich jedem noch mal ans Herz legen möchte.

https://www.youtube.com/watch?v=WYHiOfz3N8g

Der lupenreine Kapitalismus, der sich um Menschen gar nicht schert, ist das Grundgerüst des American Way. Da wird Produkt "xyz" zügig zugelassen und der Kranke muss nachweisen, dass seine Krankheit auf Stoff "xyz" zurückzuführen ist. Daher gibt es in Amerika so viel Juristerei. Da wird geklagt bis zum Abwinken. Hier nicht. Hier sind die Standards höher. Daher kommen hier bis dato nur Dinge auf den Markt, die relativ unbedenklich scheinen, weil sie nach ordentlichen Verfahren ordentlich getestet wurden. Geht hier was schief, fliegt das Mittel vom Markt. Stichwort Contagan.

Weil Amerika sich aber stückchenweise selbst zerlegt mit dieser Politik und die Märkte für die Kapitalisten schrumpfen, müssen die Märkte hier erobert werden, um Pleiten vorzubeugen und weiterhin schwarze Zahlen zu schreiben.

Der amerikanischen Firma "xyz" ist der höhere Standard in Europa schnurz. Sie wollen ihr Produkt, wie zu Hause nun auch überall sonst auf den Markt werfen. Zu ihren Bedingungen. Dabei spielt keine Rolle, dass die europäischen Produkte "cde" und "ghi" höherwertig sind.

Und jetzt - sagen wir mal - entscheidet eine Bundesregierung im Jahr 2017, dass es eine spezielle Kennzeichnungspflicht, ein neues Gütesiegel, einen Herkunftsvermerk oder ähnliches, geben soll, um seine Bürger vor Schund oder Gefahren zu schützen. Das geht nicht mehr! Dagegen wird Firma "xyz" in Washington vor einem Schiedsgericht nach amerikanischem Recht mit amerikanischen Anwälten aus amerikanischen Kanzleien klagen und gewinnen.

Die Kennzeichnungspflicht eines Produktes "xyz" wird den Absatz des Produktes und somit den Gewinn der Firma schmälern, weil nicht alle von uns amerikanischen Genscheiß fressen wollen. Das ist aber nach dem verabschiedeten TTIP-Katalog verboten. Ein plötzlich auftretender Nachteil für die Firma "xyz". Die Firma würde den Rest bei den Ländern einklagen, wenn diese das Gesetz verabschieden.

Somit schwindet das unternehmerische Risiko für minderwertige Produkte, weil die Firma nicht pleite gehen wird, sondern von Steuerzahlern gegen deren Willen subventioniert wird.

Gruß
stocksorcerer

Einmal mehr wurde danach gezeigt, warum Friedrich Merz strategisch von langer Hand geschasst wurde.. (oT)

Centao @, Freitag, 22.05.2015, 12:59 vor 3890 Tagen @ Waldläufer 2347 Views

- kein Text -

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Wandere aus, solange es noch geht.