Buchtipp dazu!
Zum tieferen Einstieg in die Materie empfehle ich Gerd Schultze-Rhonhof: "1939 - Der Krieg, der viele Väter hatte. Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg" OLZOG Verlag GmbH, München, 650S.
http://www.amazon.de/dp/3957680883/?tag=dasgelbeforum-21
Das Buch ist erschöpfend, was WKII angeht, und herrlich zielführend, weil es von einem Generalmajor a.D. geschrieben wurde, der in der Logistik der Streitkräfte bewandert ist. Daher wählt er unter anderem auch eine militärische Perspektive, die ausgehend von "Hitlers Machtergreifung" den langen Prozess der Rüstung Deutschlands und seiner Nachbarn sichtet, beschreibt und analysiert. Dabei schildert er auch eindrucksvoll, dass Deutschland überhaupt keine Wahl zur Aufrüstung blieb, weil das Reich ständig Angriffen und Übergriffen seiner Nachbarn ausgesetzt war und sich nicht hinreichend verteidigen konnte. Darüber hinaus beschreibt er das bewusste Versäumnis der WKI-Siegermächte, selbst abzurüsten, wie das Versailles und St. Germain vorsahen.
Einziger Mangel des Buches sind meines Erachtens die nach heutigem Kenntnisstand nicht ausreichend beleuchteten Personen der ersten und zweiten Reihe im Empire, die schon maßgeblich am Kreieren des Ersten Weltkriegs beteiligt waren. Zum Beispiel bietet einer der unverzichtbaren, willfährigen Wegbereiter, nämlich Lloyd George, in der Analyse bei Docherty und Macgregor ein deutlich verkommeneres Bild als bei Schultze-Rhonhof. Zu WKI hätte es deutlich mehr zu sagen gegeben, aber das war schlussendlich ja auch nicht der Titel seines Buches.
Jedenfalls riskiert man bei der Lektüre, wenn man noch nicht tief in der Thematik steckt, dass einem der Hals anschwillt bis zu der Stärke eines Oberschenkels, wenn man vergleicht, was uns am Ende in den Schulen zu WKII erzählt wurde und leider immer noch wird. ;)
Gruß
stocksorcerer