Geistig-moralische Kolonisierung

Revoluzzer, Sonntag, 10.05.2015, 16:46 (vor 3902 Tagen) @ allesnurspielgeld2228 Views

Hallo allesnurspielgeld,

ich denke, die Zahlen zeigen vor allem eines: Die medial-kulturell-politische Dominanz der USA in der Zeit seit 1945. "Wir" sind tagtäglich von US-Narrativen umgeben: Musik, Kultur, Filme, Serien, politisch... Deutschland ist nicht nur real eine Kolonie der USA, sondern vor allem geistig-kulturell-moralisch, also im Denken und Fühlen.

Oder anders gesagt; Jeder kennt Angelina Jolie aber nicht jeder kennt z.B. Jeanette Biedermann oder so jemanden. Dabei hat Jolie im Prinzip gar nichts mit uns zu tun.Trotzdem besetzt sie - und tausend andere US-Narrative - unser Bewusstsein (oder zumindest das Bewusstsein der weitaus meisten).

Folge davon ist, dass für viele, besser: die meisten Teile der "wirklichen" Geschichte gesellschaftlich kein Raum bleibt. Die "wirkliche Geschichte", zu der eben auch Dresden, Pforzheim, Hamburg, Vertreibung, Rheinwiesen usw. zählen (auch das unsägliche Leiden der russischen Soldaten und Zivilbevölkerung), gibt es nicht. Auch dieses schöne Beispiel aus dem Gelben bestätigt das (Link). Erinnern an "unser" Leid - ohne dadurch das Leid der anderen zu schmälern - geht nur auf individueller Ebene.

Warum? Weil die gesellschaftliche Ebene von Narrativen anderer Kulturen (jenen der USA) belegt ist.

Revo.


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