Heilfasten - eine Reise ins Ich
Viel Erfahrung habe ich mit dem Heilfasten nicht. Eine spontane etwa 10-tägige Fastenkur habe ich vor vielen Jahren „wild“ im Urlaub gemacht und war erstaunt darüber, wie gut sich das anfühlte. Mein Mann wollte ursprünglich mitmachen, da es ihm aber nicht gut tat, brach er das Ganze schnell ab. Einige Jahre später buchte er eine Heilfastenkur in der Buchinger-Klinik und war sehr begeistert.
In den letzten Jahren erfuhr ich, dass es bereits Heilfastenkurse an verschiedenen Volkshochschulen gibt und etliche Menschen sich dieser Bewegung angeschlossen haben. Meine Schwester und eine Freundin fasten jährlich 14 Tage. Die eine macht das komplett in einem Kloster in Kroatien, die andere mit einer Gruppe, die die Abschlusstage in einem französischen Kloster verbringt.
Ich selbst habe mich noch nie einer Gruppe angeschlossen und war auch noch in keiner Fastenklinik. Vor zwei Jahren habe ich den ersten, privaten Fastenversuch ohne ärztliche Betreuung (als älterer Mensch) gestartet und war sehr gespannt, wie das ablaufen würde. Geplant waren 14 Tage – bei gutem Verlauf war eine Verlängerung auf 4 Wochen vorgesehen. Da das Fasten gut verlief, konnte ich es auf 4 Wochen verlängern.
WARUM FASTEN?
Die Gründe werden so vielfältig sein, wie die Menschen. Ich selbst habe den Eindruck, dass das Fasten mein Gehirn säubert und klärt, ich besser denken kann und mehr Energie habe. Es ist ein Reinigungsprozess. Er sollte von Ruhe und Stille begleitet werden. Bei mir ist aber der Schreibtisch voll und eine Reihe von unliebsamen Entscheidungen und Arbeiten, vor denen ich mich gerne drücken würde, warten. Ich hoffe, dass mir das Fasten hilft, diese Themen in Angriff zu nehmen, zu klären und abzuarbeiten.
BEGINN und ERSTER Tag
Gestern, am 8.5.2015 habe ich mit dem ersten Vorbereitungstag begonnen. Gekochter Reis und Obst. Kaffee natürlich auch. Den gönne ich mir die ersten beiden Tage weiterhin – allerdings reduziert. Der erste Tag verlief zufriedenstellend und ohne Probleme. Mein Kopf fühlt sich heute schon besser an.
ZWEITER TAG
Es regnet. Ich werde die Gummistiefel herausholen, den Hund nehmen und mit meiner Freundin zu einem Waldspaziergang starten. Danach wird Reis gekocht, ein paar Fastensäfte, etwas Gemüse und Bio-Bouillion-Würfel gekauft. Das dürfte für den Beginn reichen. Der Kaffee ist bereits getrunken. Bisher ist der Schreibtisch noch unberührt.
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). Vielleicht geht’s ja später nur mit Wasser, selbst gekochter Gemüsebrühe und 2 x Tee mit Honig. Zeit habe ich ja noch einige. Aber mit der derzeitigen Zusammenstellung geht es sehr gut. Ab und zu habe ich Appetit, aber keinen wirklichen Hunger. Falls ein Hungergefühl kommt, trinke ich einen Schluck Saft. Meinem Kopf und meinem Organismus tut es gut. Bisweilen fühle ich mich so wie „früher“. Abgesehen davon, dass eine solche Umstellung für den Organismus anstrengend ist und man das auch merkt, fühle ich mich besser, als wenn ich esse. Das erweckt inzwischen in mir den Verdacht, dass ich auf gewisse Nahrungsmittelzusammenstellungen (die ich zwar schon länger im Verdacht habe, aber sehr liebe) allergisch reagiere. Wenn diese – nennen wir sie einmal „Entschlackungskur“ vorbei ist, werde ich beginnen, die Lebensmittel, die ich esse, sehr genau zu testen.