Das sehe ich ganz anders!
Das Schiff fuhr unter britischen Hoheitszeichen in einem Krieg, in dem England jedes deutsche Ruderboot eingeäschert hätte!
Es war bekannt, dass die Lusitania, wie ihre Schwesterschiffe, Kriegsmaterial transportierte. Der Kapitän, der so etwas auf seinem Schiff zulässt, der verstößt gegen jede Konvention und hat das Recht auf Schutz oder Gnade für Schiff inklusive Besatzung verspielt und trägt dafür die volle Verantwortung!
In 50 amerikanischen Zeitungen sollte im übrigen zeitnah jeder Mensch davor gewarnt werden, sich an Bord dieses Schiffes zu begeben. Die Anzeigen wurden vorab bezahlt für eine komplette Woche.
http://3.bp.blogspot.com/_MAIDScDNy6I/SVmLNzyQCrI/AAAAAAAADZg/LEsEu3G1Oc4/s400/lusitani...
Das Erscheinen der Warnung hat das amerikanische Außenministerium bewusst oder unbewusst in vielen Fällen vereitelt, so dass die Anzeige zum geplanten Zeitpunkt nur in einem einzigen Blatt erschien, dem "Des Moines Register". Offenbar gab es zeitnah von 50 nur einen einzigen Herausgeber, dem das Leben der Menschen wichtiger war als vom Außenministerium prophezeite mögliche Folgekosten durch Verleumdungsklagen. Die anderen wollten auf die Entscheidungen ihrer Anwälte warten. In der NYT erschien die Anzeige erst am Auslauftag.
So gesehen hat das Reich alles nötige unternommen, zumal der deutsche Botschafter beim amerikanischen Außenministerium darauf hingewiesen hat, dass das Schiff am Pier mit Kriegsmaterial beladen wurde und es somit zum legitimen Kriegsziel wurde. Ob der Präsident nun informiert wurde, wie es dem Botschafter versprochen wurde oder nicht, jedenfalls gab es von deutscher Seite kein Versäumnis.
Dass Churchill das Schiff ohne Begleitschutz fahren ließ, nachdem er davon Kenntnis haben musste, dass es ein Ziel für deutsche U-Boote sein würde, ist fahrlässig oder vorsätzlich. Ich glaube letzteres, um die Stimmung in Amerika gegen das Reich kippen zu lassen. Wenn es durchkommt, prima. Wenn es torpediert wird: auch! Es war eine Falle. Eine churchillsche Win-Win-Situation.
Ich gebe einem feindlichen Schiff mit massig Munition an Bord keine zweite Chance, das Zeug an die Front zu kriegen, mit dem mutmaßlich meine Landsleute erschossen werden.
Thema durch. Für mich jedenfalls.
Gruß
stocksorcerer