'Achtung, Sie verlassen hier die virtuelle Welt'
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 05.05.2015, 14:44
Ein Hallo in die gelbe Runde!
Sicher interessieren sich manche für einen Bericht vom Gelben Wochenende im Emmental. Hier ist er:
Fest der Herzen
Gleich am Eingang unseres Hauses stand ein imaginäres Schild: 'Achtung, Sie verlassen hier die virtuelle Welt'. Einige mutige Gelbe haben es gewagt über diese Schwelle zu treten. Es ist ja schon eigenartig, wenn man jahrelang mit Leuten diskutiert oder von ihnen liest, diese dann zu Gesicht zu bekommen. Und dann begrüßen wir die ersten Gestalten. Was für eine Mischung wird da aufbereitet? Nur gut, dass wir als Gastgeber diesbezüglich schon einige und erstaunlicherweise immer gute Erfahrung gesammelt haben. Auch diesmal geht die Rechnung auf. Schon bald stellen - und ich glaube sagen zu dürfen: - alle fest, dass man an einem Fest teilnimmt und nicht an einer schnöden Diskussionsrunde mit spröden Themen. Ich war immer wieder überwältigt, welche Herzlichkeit und Freundlichkeit auf Schritt und Tritt entgegenkam. Wenn zum Schluss der Teilnehmer mit dem längsten Anfahrtsweg aus Berlin (@nemo) sagt, dass er den Weg auch nächstes mal nicht scheuen wird, dann war alles bestens.
Der Rahmen
Nach Ankunft und Begrüßung ging es sofort über zum Kampf um die Schlafgelegenheiten - nein, das hat niemand interessiert. Das interessierte, wenn überhaupt, erst zum allerletzten Schluss, nachts um 1, 2 oder auch 4 Uhr. Aber zu dem Zeitpunkt war man bestimmt einfach nur froh eine Matratze vorzufinden, was jeder auch tatsächlich fand.
Meist wurden gleich die ersten Energiepakete in Form von üppigen Nahrungsmitteln irgendwo abgestellt. Es war alles im Überfluss vorhanden und von den Getränken können wir noch einige Zeit besoffen sein. Und tatsächlich hat jemand sogar Edelmetall in Form von je zwei fetten Silbermünzen als nachhaltiges Energiepaket für die beiden Gastgeberkinder mitgebracht.
Gekocht haben die Gäste selbst in unseren grossen Kochtöpfen. Es gab Chilli con Carne, Super-Brunch, Spaghetti Carbonara, Appenzeller Sauerteig-Suppe, Fleisch vom Grill und unzählige Beilagen. Von uns - besser von meiner Partnerin als Urenkelin des Schweizer Mythos Bircher-Benner - wurde nur ein echtes Birchermüsli beigesteuert.
Da die Gäste zu verschiedenen Zeitpunkten ankamen und das Bedürfnis sich kennenzulernen groß war, war sofort klar, dass der Freitag nur den informellen Gesprächen gehörte. Für Samstag und Sonntag haben wir uns dann - unterstützt durch das regnerische Wetter - auf ein Themenprogramm geeinigt.
Viele waren auch mit aus Neugierde auf unsere Lebensform gekommen. Das wurde unter anderem in einem Thema bearbeitet und mit einer Führung durch unser Gemeinschaftshaus untermalt.
Neben unseren Kindern (2,5 und 9 Jahre) haben uns noch 3 weitere Kinder besucht (9, 7 und 4 Jahre). Sie haben das ganze Haus als ihr Territorium betrachtet und sich dadurch auch manchmal auf ihre Art in die Diskussionsrunden eingebracht.
Am Samstag-Abend hatten wir noch einen Special Guest per Skype zugeschaltet: Elli, Gastgeber und Chef des Gelben Forums. Technisch hat das recht gut geklappt. Im Lauf des Wochenendes ist in der Vorstellungsrunde und bei vielen Gesprächen immer wieder deutlich geworden, welchen Stellenwert das Gelbe Forum in der persönlichen Entwicklung der einzelnen Gäste hatte und noch hat. Jetzt war Gelegenheit auch mal den Dank gegenüber Elli von Angesicht zu Ansichtsschirm auszudrücken. Wir bedauern, dass er nicht ganz die virtuelle Welt verlassen konnte aber hoffen, dass er trotzdem was von unserem Thema 'Gnosis und Postmoderne' mitnehmen konnte. Zum Schluss hat er uns eine schwierige mathematische Aufgabe gestellt, die 2002 fast das Forum gespalten hätte. Er wünschte sich eine Antwort nach dem Wochenende von uns. Das Programm war allerdings sehr intensiv und gedrängt, so dass diese Aufgabe auf die Nacht verlegt wurde, wo ganz Freche sich dann per Google die Antwort holten. Die Antwort war wohl 2002 so noch nicht im Internet hinterlegt. Vielleicht beschreibt einer der Gäste (gerne auch eine Gästin) Aufgabe und Antwort.
Zum Abschluss haben wir uns darauf geeinigt, dass wer was liegen lässt, das persönlich abholen muss: Gurban wird also seinen Schöpflöffel abholen müssen und wenn das vermisste Buch 'Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden' gefunden wird, muss auch wolfgang-live hier nochmals vorfahren. Falls das ein anderer Gast das Buch versehentlich mitgenommen haben sollte, kann er gerne hier aber sicher auch in Karlsruhe das Clearing vornehmen.
Die gelben Themen
Es war in der Einladung festgelegt, dass ausschließlich gelbe Themen vorgetragen und diskutiert werden. Dem haben wir uns untergeordnet und haben unsere Kurzvorträge und Gesprächsrunden auf folgende Themen stark eingegrenzt:
- Was ist Geld?
- Gemeinschaft - Die Erfahrungen der Gastgeber
- Gnosis und Postmoderne Philosophie als aktuelles Herrschaftsinstrument
- Tugend als Basisinstrument, als Nukleus
- Gott und die Welt - mit besonderer Würdigung des Demiurgen
- Umgang mit Ärger - Möglichkeiten bzw. Aspekte aus der gewaltfreien Kommunikation GFK
- Islam - Situation und Hintergründe
Von einigen Teilnehmern kam die Rückmeldung, dass die Diskussionsrunden trotz Abwesenheit eines Moderators oder Sprechstabs (heißt das Ding so?) ausnahmslos diszipliniert verlaufen. Ja, spannend.
'Kritik'
Die Jüngste [2,5 Jahre] meinte beim Schlafengehen: "Die Leute alle machen immer blablabla...". Tatsächlich war die Veranstaltung recht kopflastig. Nicht mal die Sauna wurde abends angeschaltet, sondern die Gespräche gingen 'ohne Ende bis zum Ende' (teilweise nachts um vier) weiter. Es war wohl Bedürfnis und da es eine Herzensveranstaltung war, ist es nicht zu kritisieren. Trotzdem ist für das nächste mal bereits das Energiepaket 'Schwitzhütte' angekündigt. Zudem gibt es die begründete Erwartung auf besseres Wetter und damit die Möglichkeit das Ganze zu Fuß ins weite Bergland zu bewegen.
Es ist meine - vielleicht sogar traumatische - Lebenserfahrung, die auch hier wieder sichtbar wurde: immer zu wenig Frauen. Ich habe mich besonders gerade auch über die Redebeiträge der Frauen gefreut. Auch die Gastgeberinnen sind keine Gelben Leserinnen. Und was ich gehört habe, haben sich auch diese extrem wohlgefühlt. Also liebe Männer, nächstes mal nicht ohne Begleitung!
Ein weiterer Punkt: Die fehlende Selbstdisziplin der Gäste was Sammlung und Termineinhaltung betrifft - ist für mich kein Problem. Nur bei einem Gast hätte ich mir trotz seiner ausgezeichneten Beiträge ab und zu gewünscht, dass er während seinem Redefluss noch Ursprungsmotivation und Ziel im Auge behält und auch ab und zu ein Komma, ein Punkt oder noch besser einen Absatz macht. Aber das Problem würde nächstes mal der Gelbe Narr auflösen.
Die Kinder sind bei einem solchen Fest ja teilweise Selbstläufer. Nur die Kleinen brauchen etwas mehr Betreuung. Hier wünschte ich mir mehr gemeinsame Aufmerksamkeit. Für uns Gastgeber ist diese Art der Festorganisation (Stichwort 'Energiepaket') eine perfekte Sache. Man hat es überall gespürt (Kochen, Abwasch, Räume vorbereiten...) dass unsere Gäste die Verantwortung übernahmen. Für uns blieb kaum was zu tun und wir konnten komplett an allem teilnehmen ohne von der Gastgeberrolle zu sehr behindert zu sein. Nur für die Mutter der Jüngsten war dies nicht so möglich. Da fehlte uns anderen teilweise die Aufmerksamkeit oder Bereitschaft uns zurückzunehmen.
Aussicht/en
Aufgrund der Herzensverbindung zu jedem einzelnen Gast konnten wir öffentlich zum Schluss alle Teilnehmer einladen, jederzeit ein paar Tage hier in unserem schönen Gästezimmer zu verbringen.
Ich stelle mir vor: Der Sommer kommt...
...und träume: Die Gelbe Sommerwoche und Sommernachtsträume
Darin die Hauptrollen: Der Gelbe Innovator / Der Gelb Narr / Der Gelbe Zeuge
Besten Dank...
...vornehmlich an Elli, alle unsere Gäste und meine Mitgastgeber
Elli
nemo
Romeo
wolfgang-live
K.
K.-O.
I., A. mit F.
Blum
Kostan
Wildheuer
Zarathustra
Meitlikh mit X.
gurban
Nonpopulo mit J.
G.
P.
K. mit Z.
Pjotre
B. mit M.
...und herzliche Grüße ins Gelbe Forum
Hinterbänkler
--
...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...
Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'

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