Wer die Nazis mächtig machte

Falkenauge @, Freitag, 01.05.2015, 10:11 vor 3911 Tagen 7089 Views

Zum 8. Mai 2015, dem 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, wird uns wieder vielfach die politische Geschichtsversion von der Befreiung Deutschlands von der nationalsozialistischen Diktatur in den Ohren klingen. Als reiner Vorgang auf der äußeren Tatsachenebene ist sie eine Banalität; sie war die automatische Folge des Sieges der Alliierten. Als Motiv und Kriegsziel der Alliierten, das ja damit suggeriert wird, ist sie nicht wahr. Man will kein Volk befreien, wenn man es z. B. noch zum Schluss, wo der Krieg längst entschieden war, flächendeckend in Grund und Boden bombt und die Städte in Flammenhöllen verwandelt, in denen Hunderttausende von Frauen und Kindern verdampfen. Das Ziel der Alliierten war nicht die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus, sondern seine Zerstörung.

In der amerikanischen Regierungsanweisung ICG 1067 vom April 1945 heißt es: “Deutschland wird nicht mit dem Ziel der Befreiung besetzt, sondern als eine besiegte feindliche Nation zur Durchsetzung alliierter Interessen.”

Es ist eine ungeheure Täuschungskampagne, die Alliierten hätten uns von der nationalsozialistischen Diktatur befreit, wo diese mit Hilfe britisch-amerikanischer Finanzkreise überhaupt erst aufgebaut wurde.

Diesem von der herrschenden Geschichtsschreibung weitgehend ausgeblendeten Kapitel bin ich aus Anlass des 8. Mai in einem Artikel nachgegangen.
Siehe auf:
https://fassadenkratzer.wordpress.com/

Der wichtigste fehlt - Prescott Bush

XERXES @, Freitag, 01.05.2015, 10:36 vor 3911 Tagen @ Falkenauge 5769 Views

"Ein gern verschwiegener Teil der Bush-Geschichte ist die Tatsache, dass Prescott Bush, der Großvater des heutigen Präsidenten, die Familie durch Geschäfte mit den Nazis zu erheblichem Reichtum geführt hat."

http://www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/g-a/g-ss/AmericanEmpire/nazis.htm

Im Detail nachzulesen bei Wulf C. Schwarzwäller "Hitlers Geld"
ISBN-10: 3928127780

--
“And crawling on the planet's face,
some insects called the human race.
Lost in time, and lost in space.
And meaning.”

Stimmt

Falkenauge @, Freitag, 01.05.2015, 10:52 vor 3911 Tagen @ XERXES 5135 Views

"Ein gern verschwiegener Teil der Bush-Geschichte ist die Tatsache, dass
Prescott Bush, der Großvater des heutigen Präsidenten, die Familie durch
Geschäfte mit den Nazis zu erheblichem Reichtum geführt hat."

http://www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/g-a/g-ss/AmericanEmpire/nazis.htm

Im Detail nachzulesen bei Wulf C. Schwarzwäller "Hitlers Geld"
ISBN-10: 3928127780

Das ist zwar nicht das Wichtigste, aber nicht unwichtig. Es war mir bekannt, ist mir aber beim Schreiben gerade nicht gegenwärtig gewesen.

Danke für die Ergänzung
und Gruß

NSDAP-Wahlkampf 1932

XERXES @, Freitag, 01.05.2015, 12:32 vor 3911 Tagen @ Falkenauge 5335 Views

Ist schon eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe.

Wenn ich mich recht erinnere, war die NSDAP vor den Reichstagswahlen 1932 (ich weiss im Moment nicht, ob es die Wahlen im Juli oder November waren) de facto Pleite.
Jedoch konnte durch ein Finanzpaket von USD 20 Mio. der Union Banking Co. (Prescott Bush), vermittelt von Baron von Thyssen der bis dato aufwendigste Wahlkampf (sogar eigenes Flugzeug) organisiert werden.
Ohne diesen wäre die NSDAP und AH nie und nimmer in die Position gekommen, Hindenburg zu diktieren, AH zum Reichskanzler zu ernennen.

--
“And crawling on the planet's face,
some insects called the human race.
Lost in time, and lost in space.
And meaning.”

Hitlers Auslandsfinanzierung

Isländer @, Sonntag, 03.05.2015, 20:19 vor 3908 Tagen @ XERXES 3212 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 03.05.2015, 20:37

...Jedoch konnte durch ein Finanzpaket von USD 20 Mio. der Union Banking Co.
(Prescott Bush), vermittelt von Baron von Thyssen der bis dato aufwendigste
Wahlkampf (sogar eigenes Flugzeug) organisiert werden...


Hier eine Zusammenfassung, mit zahlreichen Quellenangaben.

http://www.luebeck-kunterbunt.de/TOP100/Hitlers_Auslandsfinanzierung.htm

Interessant ist, dass die gleichen Geldgeber auch die russische Revolution finanziert hatten.


LG
Spek

P.S. Kohl hat ja bis heute die Namen der Spender nicht rausgerückt, aber die werden sich wohl auch im obigen Link befinden...

Rockefeller und co legen dann auch noch fest, wer von welcher Partei für welches Amt kandidiert.

http://www.merkur-online.de/lokales/regionen/heimliches-maechtigentreffen-191284.html

--
Alle meine Beiträge stelle ich unter Vorbehalt zukünftiger Erkenntnisse.
Die Zeiten des direkten Beweises sind vorbei.
18tm4vxxbKH878xhLWGMhdhtx3rJ16Jc2P

von den Reparationen, Dawesplan, Youngplan zu Griechenland heute

politicaleconomy @, Freitag, 01.05.2015, 14:15 vor 3911 Tagen @ Falkenauge 5360 Views

Hallo Falkenauge,

danke für den Hinweis und den Artikel.

Du schreibst da über das von angloamerikanischen Bankern installierte System der Reparationskredite:

„Was an dem System nicht stimmte, war nur, a) dass es in sich zusammenfallen würde, wenn die Vereinigten Staaten aufhören würden zu leihen und b) dass in der Zwischenzeit die Schulden nur von einem Konto auf ein anderes verschoben wurden, aber niemand der Zahlungsfähigkeit wirklich näher kam. (…) Dadurch wurde nichts wirklich geregelt, aber die internationalen Banker saßen im Himmel unter einem Dauerregen von Gebühren und Provisionen.“

Exakt dieses Spiel wiederholen die Banken heute mit Griechenland (Varoufakis weist völlig zu Recht immer wieder darauf hin).

Stadermann entlarvt dieses Spiel systematisch in seinem Buch "Der stabile Euro und seine Feinde" (Link führt zum Verlag, Inhalt und Vorwort dort einsehbar).

Rezension hier.

Kurzeinblick in einen Teil der Argumentation: Untersicherte Kredite als Machtinstrument:

"Zins und Risiko steigen und fallen proportional. Das galt bis vor wenigen Jahren ganz allgemein. Inzwischen haben Großbanken sich Marktformen gestaltet, innerhalb derer es ihnen möglich ist, risikolos ihren Kredit in den hohen Zins bietenden Bereich untersicherter Forderungen dadurch zu expandieren, dass sie die damit unverändert verbundenen extremen Risiken auf die Allgemeinheit der Steuerzahler überwälzen. Die 2010 aus heiterem Himmel ausgebrochene Schuldenkrise Griechenlands ist der in der jüngeren Vergangenheit erste Fall, in dem eine Untersicherungsstrategie nach allen Regeln der Kunst der Ausplünderung öffentlicher Kassen auf eine ganze Volkswirtschaft angewendet wurde. Das war insofern ein Sonderfall, als er die Existenz einer Haftungsgemeinschaft der Eurozonenländer zur Voraussetzung hatte. Die 2007 ausgebrochene Untersicherungs-Krise im Immobilienmarkt der Vereinigten Staaten von Amerika war der Probelauf hierfür und zeigt das gewöhnliche, gegen Untergliederungen einer Volkswirtschaft gerichtete Vorgehen bei der Durchsetzung der Strategie im nationalen Rahmen.

Wenn die Nominalverbindlichkeiten, mit denen sich eine Regierung zum Marktzins verschulden will, von potentiellen Gläubigern als durch zeitgleich mit den Tilgungsfristen bestehenden Steuerforderungen gut gesichert angenommen werden, werden sie am Markt zu den dort üblichen Bedingungen und zum Parikurs absetzbar sein. Findet so ein Verschuldungsangebot keine ausreichende Nachfrage, wird diese Anforderung nach der Auffassung der Gläubiger nicht erfüllt. Je nach der Lage ist der Marktwert der Schuldtitel geringer als ihr Nennwert oder sie sind einfach im extremen Fall Papier und wegen der Unfähigkeit der Regierung, sich für den Kapitaldienst ausreichende Einnahmen zu verschaffen, mit Null zu bewerten. Zwingt die Regierung derartige Titel der Zentralbank als Ankäufe auf ihre eigene Rechnung offen, oder wie es meist geschieht, durch einen Umweg verschleiert in deren Portfolio, dann bleibt zwar nominal ihre Bilanz im Gleichgewicht, tatsächlich aber ist der Marktpreis ihrer Aktiva um das Volumen dieses Bestandes geringer als der Nominalwert ihrer durch Banknotenumlauf und Guthaben der Geschäftspartner aggregierten Passiva.

Die unmittelbare Folge davon wird an einem aufmerksamen Markt eine entsprechende Änderung des Wechselkurses und der Kurse der Realvermögenswerte im Aktienmarkt sein. Das bedeutet für die Inländer eine Realeinkommenssenkung, da sie mehr Güter exportieren müssen, um die gleiche Menge Importe zu erhalten. Es bedeutet aber auch einen Verlust an Arbeitsplätzen, weil eine Investition in Beschäftigung schaffende Produktionen im Verhältnis zu den sehr kurzfristigen, Einkommen nur umverteilenden reinen Finanzinvestitionen in den Sekundärmarkt an Attraktivität weiter verliert. Kapital wird aus der Produktion abgezogen, wobei sogenannte Finanzinvestoren den Eigenkapitalhaltern die Hilfe zum Ausschlachten der der bestehende Vermögenswerte von Beschäftigung und Einkommen sichernden Unternehmen leisten."

Stadermann entwirft dabei eine im Vegleich zu Sutton, Preparata etc. zwar in manchen Punkten ähnliche, aber eigenständige und darüber hinausgehende Perspektive, die sich daraus ergibt, daß er als "Eigentumsökonom" (er hat mit Steiger eng zusammengearbeitet) die Rolle der Sicherheiten sieht.

Er bietet neue, essentielle Einsichten, die man übersieht, wenn man die Eigentumsfundierung von Krediten nicht explizit versteht (wie z.B. die MMT, Flaßbeck, und viele andere Postkeynesianer).

Es zeigt sich dabei, daß die Banken mit dieser Strategie sogar die Zustimmung keynesianischer Ökonomen finden konnten, da diese - auf dem Auge der Eigentumsfundierung des privaten Kreditsystems blind - deren Wirkung nicht erkannten und bis heute nicht erkennen.

Sehr aufschlußreich ist auch, daß Stadermann sich von Heinsohn distanziert, dieser wird nicht einmal im Literaturverzeichnis erwähnt.

Dabei hat sein Buch leider auch große Schwächen. Er belegt seine Thesen nicht akribisch mit konkretem historischem Material.

Vielleicht für Dich interessant, da Du mit Deinen Erkenntnissen ja schon recht weit gekommen bist. Hier könnte ein ganz wesentlicher essentieller weiterer Baustein zum Verstehen des Geschehens hinzukommen.

Beste Grüße

Herzlichen Dank

Falkenauge @, Freitag, 01.05.2015, 15:28 vor 3911 Tagen @ politicaleconomy 4157 Views

für die sehr interessanten Hinweise.

Beste Grüße

Zusammenfassung von Stadermanns Thesen

politicaleconomy @, Freitag, 01.05.2015, 20:00 vor 3910 Tagen @ politicaleconomy 4363 Views

Dazu ein paar Zitate aus dem hier verlinkten Buch:

"Die Lage Griechenlands heute ähnelt der, die am Ende der Republik von weimar in Deutschland bestand, in zahlreichen Aspekten." (165)

"Schon in der Republik von Weimar hatten New Yorker Banken die Kreditwürdigkeit von nicht kreditwürdigen Unternehmen durch die Verstaatlichung der Unternehmensschulden herzustellen versucht. Dieses Konzept wird dann im großen Stil mit der Gründung des Internationalen Währungsfonds auf die ganze (nicht sozialistische) Welt erweitert. Der US-Dollar ist, auch dadurch gestützt, endgültig der Nachfolger des britischen Pfundes als Leitwährung geworden. Das bedeutet, alle mehr oder weniger geldwirtschaftliche organisierten Länder benutzen seitdem in den in die rund um den Planeten Erde ausgebreitete Geldwirtschaft integrierten Sektoren ihrer Wirtschaft den Dollar als Rechengeld und Reservewährung. Die Banken des Finanzzentrums New York erringen damit die dazugehörende Sicherheit, ihre fremden Schuldner ohne Ausnahme in ihrer eigenen Währung verschulden zu können. Alle ließen sich, um nicht den Kredit der einzigen Gläubigernation (USA nach 1945, PE), mit einem festen Wechselkurs an die amerikanische Währung ketten (System von Bretton Woods, PE). Als Mitglieder des Internationalen Währungsfonds verpflichtete sie der feste Wechselkurs nicht nur, dem Dollar keine Konkurrenz durch das Angebot einer nach solideren Grundsätzen emittierten währung zu machen, sie verpflichteten sich sogar, ihn durch unbeschfäntke Ankaufspflichten zum fixen Kurs zu stablilisieren.

Den Staat für private Schulden zum Bürgen zu machen, ist das in allen US-Hilfsprogrammen verschleierte Geheimins der Kreditexpansion der New Yorker Banken in die nicht kreditwürdige Wirtschaft erst der Staaten Westeuropas, Südeuropas und der Türke, dann nach Südamerika und Ostasien. Seit 2007 haben die Banken in New York dieses Instrument weiterentwickelt. Die öffentlichen Kassen werden seitdem auch nachträglich für private oder fremde staatliche Schulden in gesamtschuldnerische Haftung gezwungen. Es klingt allerdings freundlicher, wenn es Beistand genannt wird. Im Kern geht es darum, einen nicht kreditwürdigen Schuldner durch weitere Kreditgewährung bewußt an den Rand der Insolvenz zu bringen, wenn auf eine kreditwürdige Regierung absehbar so viel Druck ausgeübt werden kann, daß sie dem Schuldner durch Beistandsleistungen Kreditwürdigkeit wiederherstellt." (S. 8/9)

"Als Marktmacher von Staatsschuldtiteln auftretende Großbanken verfügen gegenwärtig über einen mit den Grundsätzen dieses Wirtschaftssystems nicht mehr vereinbaren, aber ohne Zweifel noch steigerbaren Einfluß auf öffentliche Stellen. Mit diesem können sie sich nicht nur aus den Haftungszusammenhängen befreien, sie haben selbst auf die Zentralbank so starken Einfluß erlangt, daß sie sich bis zu einem gewissen Grad, wie auf S. 160 gezeigt wird, selbst, zud zwar OHNE Sicherheitsleistung, mit Zentralbankgeld versorgen können. Derartige Korruptionen im Steuerungssystem führen ... früher oder später zum Scheitern der Geldwirtschaft." (S. 37)

"Wie sicher sich die Vorstände in den Bürotürmen der Großbanken waren, Einfluß auf die Gestaltung des Eurosystems zu haben, läßt sich aus unterlassener Vorsorge für andere Entwicklungen als die erwartete ahnen. Daß Italien von dei Masstricht-Kriterien erfüllenden Gründungsnationen zum Beispiel seiner u hohen Verschuldung wegen nicht als Mitglied erer sten Runde zugelassen werden könnte, wurde offensichtlich hier gar nicht für möglich gehalten. Es schien auch alles bestens vorbereitet: Italien wird durch seine neuen Verschuldungsmöglichkeiten an den Rand der Illiquidität geführt. Es sucht Beistand bei den Gläubigerländern der Währungsunion. Diese berufen sich auf den Vertrag von Maastricht und lehnen freundlich ab, als Gesamtschuldner zu haften. Damit muß das Land beim IWF um Unterstützung nachsuchen. Die alles initiierende Großbank wird dann den Statssektretär für Finanzen davon in Kenntnis setzen, daß seine Forderungen gegen Italien das Institut bedrohen und in den schwärzesten Farben ausmalen, welche Folgen ein Zusammenbruch des Hauses für die Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika und vor allem auch für den Finanzminister haben wird. Den "Zusammenbruch der Kreditpyramide" abzuwehren wird zur prioritären Aufgabe der Politik. Das Instrument, mit dem Druck auf die Gläubigerländer in der Europäischen Währungsunion aufgebaut werden kann, ist der IWF. Er wird auf Dränen des Federal Reserve Systems und des US-Finanzministeriums die Notwendigkeit einer Stützung Italiens zu Lasten der Gläubigerländer des IWF erkennen, aber diese Unterstützung davon abhängig machen, daß sie auch die "Europäer" beteiligen. Da dauert es dann nicht mehr lange, bis die gesamtschuldnerische Haftung erst ausnahmsweise und schließlich als Regelfall zugestanden wird. " (153)

"Ähnliche, gegen die Konsumgüter produzierende und Steuern zahlende Gesamtwirtschaft geführte Raubzüge verbergen sich immer wieder hinter den untersicherten Anleihen und Krediten. Von einer Steigerung des Sozialprodukts durch diese Gefechte umd das Geld öffentlicherh Haushalte oder gar von einer Optimierung der Ressourcenverwendung durch die Kräfte am Markt kann keine Rede sein. Diese Transaktionen sind reine Umverteilungen von bereits vorhandenen Werten. Ihre gesamtwirtscahftliche Wirkung gleicht der eines Raubüberfalls auf Geldtransporte der Zentralbanken. Der entscheidende Unterschied besteht allein darin, daß Raub und schwerer Raub als Straftatbestand "angesehen" und deswegen in den §§ 249 und 250 des deutschen Strafgesetzbuches reguliert werden, währ4endn die Drohung, einem hochversculdeten öffentlichen Kreditnehmer keinen Kredit mehr zu gewähren, wenn er nicht für die Verluste einer privaten untersicherten Forderung die Sicherheit schafft, als ein Akt der Verbesserung der Ressourcen allokation mißverstanden wird. Beispiele für den albernen Versuch, die Beute als Einkommen einer "Spekulation" und Ergebnis einer sozialproduktwirksamen Tätigkeit nachzuweisen, finden sich in der liberalen Theorie häufig. Die schönsten aber sind in den Werken von Ludwig Mises zu finden." (173)

In Richtung Heinsohn und Monetärkeynesianer schreibt Stadermann:

"Die Theorie der Geldwirtschaft hat diese Veränderung und ds Leerlaufen ihrer institutionellen Bedingungen noch zu wenig wahrgenommen. Mit ihr träumen die Ökonomen weiter von Verträgen auf der Grundlage von Eigentum und Haftung. Es genügt ihren Anhängern, daß sie so überzeugend die Neoklassik kritisieren können. Warum sollte sich Herr Mustermann mit einem Blick auf dem Fenster in die erlebbare Wirtschaftswirklichkeit Ungemach verschaffen?

In der veröffentlichten Meinung wird erst recht der Anschein aufrechterhalten,: Alles sei bestens geordnet, liest und hört man. Manches sei anders als früher. Die Welt ändert sich, also muß sich die wirtschaft auch ändern. Auch die Soziale Marktwirtschaft kann nicht unverändert bleiben. Sie muß zur Neuen Sozialen Marktwirtschaft5 werden. Renditen der Hedgefonds und der sie finanzierenden Großbanken von mindestens 25% vor Steuern werden in den Medien wie Beiträge zur Erhöhung des Volkseinkommens abgehandelt. Dabei finde ganz deutlich genau das Entgegengesetzte statt: nicht die privat geschaffene Wohlfahrt wird der gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt hinzugefügt, sondern das, was als gesamtwirtschaftliches Vermögen vorhanden ist, wird liquidiert, in Umverteilungsakten privatisiert und im Fall des Scheiterns entstehende private Verluste werden auf die Gemeinschaft übertragen. Könnte es sein, daß die Köche des Deregulierungsmenüs das Kapital von Karl Marx als Kochbuch benutzt haben? (216f.)"

"Steigende Nominallöhne sind ... die Bedingung für die Durchsetzung des technischen Fortschritts. Es ist die Annahme, technischer Fortschritt mache irgendetwas billiger, ein weiterer neoklassischer Irrtum. Ganz das Gegenteil ist richtig. Wo er nicht durch die Möglichkeit zur Einsparung zur Einsparung von Einseätzen teurer werdender Arbeitsleistungen eingesetzt werden kann, wird die Implantierung von Ressourcennutzungen verbessernden Verfahren unterbleiben. Wirtschaftsräume, in denen Lohnsenkungen erzwungen werden, mindern so ihre Zukunftsfähigkeit." (126)

Anders: Wer um niedrigere Löhne konkurrieren kann, muß nicht mehr um arbeitssparende Technologie mitkonkurrieren, mit der der Arbeitsaufwand reduziert und so die zu verausgabende Lohnsumme über Innovation gesenkt wird. Ohne Flächentarifverträge konkurrieren Unternehmer nicht mehr darum, wer am innovativsten und arbeitssparenden produziert, sondern darum, wer am effektivsten ausbeutet.

Das ist das "Geheimnis" des "deutschen Erfolgs" der 2000er Jahre - in einer Währungsunion lassen sich so andere niederkonkurrieren, deren Defizitpositionen dann die eigenen Überschüsse gegenüberstehen. Klassisches Beggar thy Neighbor, legitimiert durch die Ideologie des "Standortwettbewerbs" - eine weitere Parallele zur Weimarer Zeit.

Neoliberal deregulierter Finanzkapitalismus heißt also: Banken und Politik kooperieren bei der Umverteilung von unten nach oben so, daß sie Sozialismus für Banken und Frühkapitalismus für Arbeiter herstellen.

Auch die heutige Legitimationsideologie ist wieder dieselbe wie schon zur Weimarer Zeit: die Neoklassik.

Schön, daß da mal ein "Eigentumsökonom" draufgekommen ist.

Den Sozialismus in seinem Lauf ....

Zarathustra, Freitag, 01.05.2015, 20:36 vor 3910 Tagen @ politicaleconomy 4039 Views


Anders: Wer um niedrigere Löhne konkurrieren kann, muß nicht mehr um
arbeitssparende Technologie mitkonkurrieren, mit der der Arbeitsaufwand
reduziert und so die zu verausgabende Lohnsumme über Innovation gesenkt
wird. Ohne Flächentarifverträge konkurrieren Unternehmer nicht mehr
darum, wer am innovativsten und arbeitssparenden produziert, sondern darum,
wer am effektivsten ausbeutet.

Sozionomie ist keine monokausale Veranstaltung. Je mehr derartige Schutzmassnahmen zu 'Gunsten' der Arbeitnehmer durchgesetzt werden (können), desto eher hat man italienische und griechische Verhältnisse und desto tiefer sinken die Löhne im Laufe der Zeit; je weniger von diesem Firlefanz, desto schweizerischer sind die Verhältnisse und desto höher die Löhne. In der Schweiz kann man keine Niedriglöhne durchsetzen, weil Vollbeschäftigung herrscht. Vollbeschäftigung wiederum herrscht, weil die Gewerkschaften niemals die Macht erlangten, die Arbeitsmärkte zu regulieren und zu strangulieren, wie dies in den meisten europäischen Ländern der Fall ist (war).

Das ist das "Geheimnis" des "deutschen Erfolgs" der 2000er Jahre - in
einer Währungsunion lassen sich so andere niederkonkurrieren, deren
Defizitpositionen dann die eigenen Überschüsse gegenüberstehen.

Die ewig gleiche Klassenkampf-Rhetorik. Könnte man gerade so gut umgekehrt formulieren: Im Kapitalismus konkurriert man sich nicht nieder, sondern hoch.

Beste Grüsse, Zara

Zarablabla ... Heil Friedman

politicaleconomy @, Freitag, 01.05.2015, 23:25 vor 3910 Tagen @ Zarathustra 3875 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 02.05.2015, 12:21

Gegen Bankensozialismus dagegen läßt Du keine Haßpredigten ab.

Deine Feindbilder und Deine Parteinahme sind klar.

Mit pathologischen Dogmatikern zu reden ist sinnlos.

Bankensozialismus

Rybezahl, Samstag, 02.05.2015, 00:32 vor 3910 Tagen @ politicaleconomy 3829 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 02.05.2015, 12:21

Gegen Bankensozialismus dagegen läßt Du keine Haßpredigten ab.

Aus debitistischer Sicht ist es doch klar, dass der Staat die Bank rettet. Und die Bank rettet den Staat. Es ist ein Machtbastard. Das ist heute so und anhand des Münzgesetzes lässt sich die vorhergehende Etappe ableiten, wo es auch so war.

Und wir alle finanzieren das fleißig mit. Wir finanzieren sogar unsere eigene Überwachung. Zum Schutze aller, natürlich. Ist nur gut gemeint! [[freude]]

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Bankenkomplizen

politicaleconomy @, Samstag, 02.05.2015, 08:21 vor 3910 Tagen @ Rybezahl 3669 Views

Gegen Bankensozialismus dagegen läßt Du keine Haßpredigten ab.


Aus debitistischer Sicht ist es doch klar, dass der Staat die Bank rettet.

Die können so gerettet werden, daß Banker profitieren (so wurde es gemacht, und Du behauptest TINA wie die herrschende Politik und Z.) - oder so, daß alle profitieren. Auf das WIE kommt es an.

Und die Bank rettet den Staat. Es ist ein Machtbastard. Das ist Heute so
und anhand des Münzgesetzes lässt sich die vorhergehende Etappe ableiten,
wo es auch so war.

Und wir alle finanzieren das fleißig mit. Wir finanzieren sogar unsere
eigene Überwachung. Zum Schutze aller, natürlich. Ist nur gut gemeint!
[[freude]]

Das übliche kranke TINA-Geschwätz (=Komplizenschaft mit den Herrschenden), bis Dir das Fell über die Ohren gezogen wird. Hoffentlich bald, von Deinen Kollegen.

Komplizenschaft: Fraglich!

Rybezahl, Samstag, 02.05.2015, 14:40 vor 3910 Tagen @ politicaleconomy 3520 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 02.05.2015, 14:44

Und die Bank rettet den Staat. Es ist ein Machtbastard. Das ist Heute

so

und anhand des Münzgesetzes lässt sich die vorhergehende Etappe

ableiten,

wo es auch so war.

Und wir alle finanzieren das fleißig mit. Wir finanzieren sogar unsere
eigene Überwachung. Zum Schutze aller, natürlich. Ist nur gut

gemeint!

[[freude]]


Das übliche kranke TINA-Geschwätz (=Komplizenschaft mit den
Herrschenden), bis Dir das Fell über die Ohren gezogen wird. Hoffentlich
bald, von Deinen Kollegen.

Danke.

Aber ich würde noch etwas differenzieren. Komplizenschaft ist möglich, aber nicht zwingend vorhanden.

Darum würde ich eher nicht von Komplizenschaft sprechen. Eher von Selbsterhaltungswünschen.

Alles Gute wünschend,
Rybezahl [[freude]]

Pathologische Dogmatiker

Zarathustra, Samstag, 02.05.2015, 09:01 vor 3910 Tagen @ politicaleconomy 3644 Views

Gegen Bankensozialismus dagegen läßt Du keine Haßpredigten ab.

Doch, seit eh und je. Wer liest, was ich schreibe, weiss ganz genau, dass ich die staatliche Retterei wiederholt als den grössten Frevel am Wirtschaftsliberalismus brandmarke.


Deine Feindbilder und Deine Parteinahme sind klar.

Genau. Dir sind meine Feindbilder aber nicht klar, weil Du nicht wirklich liest, was andere schreiben, sondern nur ständig vorgibst, es würde Dich interessieren.

Mit pathologischen Dogmatikern zu Reden, ist sinnlos.

In der Tat!

legal tender for all debts

Nico @, Samstag, 02.05.2015, 00:27 vor 3910 Tagen @ politicaleconomy 3999 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 02.05.2015, 00:51

Hallo Falkenauge,

danke für den Hinweis und den Artikel.

Deiner Danksagung schließe ich mich an, dieser Artikel bedeutet wichtige Aufklärung. Hitler war ein Agent der alliierten Mächte, und hat den Krieg für seine Partei gewonnen. Eines der wichtigsten Kriegsziele war Bretton Woods, auf dem die US-Hegemonie erst errichtet werden konnte. Die Weltkriege waren keine Kriege unter Nationen, sondern ein Krieg der … hmm … ich sag mal „Irrsinnigen Dominanten Minderheit“, um nicht den aufwertenden Begriff „Elite“ zu verwenden, gegen die Menschheit an sich.

Du schreibst da über das von angloamerikanischen Bankern installierte
System der Reparationskredite:

„Was an dem System nicht stimmte, war nur, a) dass es in sich
zusammenfallen würde, wenn die Vereinigten Staaten aufhören würden zu
leihen und b) dass in der Zwischenzeit die Schulden nur von einem Konto auf
ein anderes verschoben wurden, aber niemand der Zahlungsfähigkeit wirklich
näher kam. (…) Dadurch wurde nichts wirklich geregelt, aber die
internationalen Banker saßen im Himmel unter einem Dauerregen von
Gebühren und Provisionen
.“

Exakt dieses Spiel wiederholen die Banken heute mit Griechenland
(Varoufakis weist völlig zu Recht immer wieder darauf hin).

Stadermann entlarvt dieses Spiel systematisch in seinem Buch
"Der
stabile Euro und seine Feinde
" (Link führt zum Verlag, Inhalt und
Vorwort dort einsehbar).

Rezension
hier.


Kurzeinblick in einen Teil der Argumentation:
Untersicherte
Kredite als Machtinstrument
:

"Zins und Risiko steigen und fallen proportional.

Das ist nur bedingt richtig, und ich habe hier zweierlei anzumerken:

1)
Banken transformieren „Risiken“ einzelner Kredite in kalkulierbare Flussgrößen von Ausfällen als Kosten des entsprechenden gesamten Kreditsegmentes. Insgesamt decken Zinsen keine Risiken, sondern kalkulierte Kosten, welche sich insgesamt auch nicht von anderen Kosten wie z.B. Personalkosten wesentlich unterscheiden. Deshalb geht auch der Zins nicht auf Null, wenn das Risiko so einzuschätzen wäre (Zinsfuß).

2)
Somit bedeutet nicht der Risiko-belastete Kredit ein hohes Zinsniveau, sondern der Kosten-intensive. Das wirkliche Risiko (Wahrscheinlichkeit des Ausfalls) hingegen wird durch die im Folgendem aufgeführten „Sicherheiten“ nicht berührt, und auch nur einem Anderem überlassen.

Das galt bis vor
wenigen Jahren ganz allgemein. Inzwischen haben Großbanken sich
Marktformen gestaltet, innerhalb derer es ihnen möglich ist, risikolos
ihren Kredit in den hohen Zins bietenden Bereich untersicherter Forderungen
dadurch zu expandieren, dass sie die damit unverändert verbundenen
extremen Risiken auf die Allgemeinheit der Steuerzahler überwälzen.

Die angesprochenen „extremen Risiken“ liegen nicht in der „Untersicherung“ der Kredite, sondern in der Beurteilung der Marktlage. Die Besicherung eines Kredites sagt nichts über die daran geknüpfte Ausfallwahrscheinlichkeit aus.

Die
2010 aus heiterem Himmel ausgebrochene Schuldenkrise Griechenlands ist der
in der jüngeren Vergangenheit erste Fall, in dem eine
Untersicherungsstrategie nach allen Regeln der Kunst der Ausplünderung
öffentlicher Kassen auf eine ganze Volkswirtschaft angewendet wurde.

Diese Diagnose wage ich daher in dieser Form zu bezweifeln. Die Griechenland-Krise resultiert aus der Form der Staatsfinanzierung und der Geldpolitik, und nicht aus dem Status der Besicherung von Krediten. Dafür spricht ja bereits, dass im Falle einer deflationären Depression natürlich auch die Sicherheiten abwerten.

Das
war insofern ein Sonderfall, als er die Existenz einer Haftungsgemeinschaft
der Eurozonenländer zur Voraussetzung hatte. Die 2007 ausgebrochene
Untersicherungs-Krise im Immobilienmarkt der Vereinigten Staaten von
Amerika war der Probelauf hierfür und zeigt das gewöhnliche, gegen
Untergliederungen einer Volkswirtschaft gerichtete Vorgehen bei der
Durchsetzung der Strategie im nationalen Rahmen.

Die Diagnose „Untersicherungs-Krise“ ist grober Unfug, weil die Krise darin besteht, DASS Kredite platzen. Die hier angesprochenen Sicherheiten erhalten aber erst ihre Bedeutung, WENN Kredite platzen.

Die abendländische Doppelte Buchführung kennt keinerlei Ausdruck für eine Besicherung, geschweige gar einer „Untersicherung“. In der Doppelten Buchhaltung sind Aktiva und Passiva grundsätzlich gleich. Die etwaige Vorstellung, man würde scheitern weil man zu wenig Sicherheiten hat wäre ungefähr die gleiche wie die, dass man scheitern würde, weil man zu wenig Geld hat.

Wenn die Nominalverbindlichkeiten, mit denen sich eine Regierung zum
Marktzins verschulden will, von potentiellen Gläubigern als durch
zeitgleich mit den Tilgungsfristen bestehenden Steuerforderungen gut
gesichert angenommen werden, werden sie am Markt zu den dort üblichen
Bedingungen und zum Parikurs absetzbar sein.

War also klar, wohin das hier führen soll: Nur wenn der Staat nachweisen kann, dass er seine Schulden auch bezahlen können wird, bekommt er auch sein Geld. Das ist Marktfundamentalismus pur. Der Staat ist aber ganz sicher nicht darauf angewiesen, vom Markt Geld zu erhalten, damit er sich auch mal was kaufen kann. Hier befinden wir uns in der pastellfarbenen Welt von Mickey Mouse und Dagobert's Geldspeicher. Jeder erschafft Geld durch Verschuldung und Schulden entstehen durch Kauf. Die Schulden des Staates aber sind „legal tender for all debts“ (oder könnten es sein), und meine sind es (leider) nicht – genauso wenig wie die eines anderen Marktteilnehmers, oder etwa des Marktes an sich. Stadermann verdunkelt den Staatsstreich über die Notenbanken. Das Recht, gZM zu emittieren ist das Recht des Souveräns. Staadermann will den Raub an diesem Privileg verdunkeln, indem er die damit beschriebene Funktion dem Markt zuzuschreiben sucht.

Findet so ein
Verschuldungsangebot keine ausreichende Nachfrage, wird diese Anforderung
nach der Auffassung der Gläubiger nicht erfüllt.

Verschuldung entsteht durch Kauf, und bedeutet somit selbst die Nachfrage. Die Frage ist nur, ob eine Bank bereit ist, als Nachschuldner ein-zuspringen. Die Bank bräuchte nun aber Sicherheiten, wie wir hier von Stadermann erfahren. Ein wahrer Teufelskreis [[freude]] . Liegt wohl zum Glück aber nur an seinem unsinnigen Risikobegriff, welcher das Prinzip der gegenläufigen „Chance“ völlig unterschlägt. Erfolgreiches Wirtschaften läuft nicht darauf hinaus, KEINE Verluste zu machen, sondern nur WENIGER Verluste als Gewinne. Und das wird auch für alle Zeiten so bleiben. National oder auch global gefährlich wären auch nur entsprechende „Risiken“ im entsprechenden Maßstab (Sonnensturm, Sintflut, Meteoriten-Impakt oder dergleichen). Ansonsten trägt jeder sein eigenes Lebensrisiko.

Je nach der Lage ist der
Marktwert der Schuldtitel geringer als ihr Nennwert oder sie sind einfach
im extremen Fall Papier und wegen der Unfähigkeit der Regierung, sich für
den Kapitaldienst ausreichende Einnahmen zu verschaffen, mit Null zu
bewerten.

Ja, und die mit „Null bewerteten Schuldtitel“ sind eben auch jene mit astronomischer Rendite-Chance.

Zwingt die Regierung derartige Titel der Zentralbank als Ankäufe
auf ihre eigene Rechnung offen, oder wie es meist geschieht, durch einen
Umweg verschleiert in deren Portfolio, dann bleibt zwar nominal ihre Bilanz
im Gleichgewicht, tatsächlich aber ist der Marktpreis ihrer Aktiva um das
Volumen dieses Bestandes geringer als der Nominalwert ihrer durch
Banknotenumlauf und Guthaben der Geschäftspartner aggregierten Passiva.

Ja, Bilanzen bleiben übrigens immer im Gleichgewicht, und die Zentralbank braucht ihre nicht einmal einer (Geschäfts-) Bank vorlegen, um sich damit deren Beurteilung zu unterwerfen. Für Stadermann wohl aber keine der Erwähnung würdige Unterscheidung. Die Zentralbank bedeutet längst selbst die „Regierung“ und lässt sich kaum von einer solchen irgend etwas „auf-zwingen“. Es ist typisch, dass das, was noch am ehesten eine Volksvertretung genannt werden könnte, hier zum Willkür-herrschaftlichen Zwingherren gemacht wird. Zumindest könnte das, was hier Regierung genannt wird noch eher als vom Volk gewählt betrachtet werden, als ausgerechnet die ZB.

Stadermann wirft die üblichen Nebelkerzen, unter welchen individuelle und kollektive Prinzipien vertauscht werden sollen. Alleine das „auf eigene Rechnung …“, als ob die ZB-Banker jetzt vielleicht putzen gehen müssten, um ihre Rechnungen zu bezahlen. Die ZB basiert einzig auf dem staatlichen Privileg, Geld zu drucken.

Die unmittelbare Folge davon wird an einem aufmerksamen Markt eine
entsprechende Änderung des Wechselkurses und der Kurse der
Realvermögenswerte im Aktienmarkt sein. Das bedeutet für die Inländer
eine Realeinkommenssenkung, da sie mehr Güter exportieren müssen, um die
gleiche Menge Importe zu erhalten.

Reiner Unfug! Die Kurse der Währungen hängen am Austausch von in diesen fakturierten Leistungen. Nationale Notenbanken manipulieren diese natürlichen Wechselkurse damit, dass sie ausländische Werte kaufen. Bar jeder Manipulation würden die Wechselkurse einen beständigen Ausgleich in den nationalen Handelsbilanzen erzwingen.

Es bedeutet aber auch einen Verlust an
Arbeitsplätzen, weil eine Investition in Beschäftigung schaffende
Produktionen im Verhältnis zu den sehr kurzfristigen, Einkommen nur
umverteilenden reinen Finanzinvestitionen in den Sekundärmarkt an
Attraktivität weiter verliert. Kapital wird aus der Produktion abgezogen,
wobei sogenannte Finanzinvestoren den Eigenkapitalhaltern die Hilfe zum
Ausschlachten der der bestehende Vermögenswerte von Beschäftigung und
Einkommen sichernden Unternehmen leisten."[/i]

Der Verlusst von Arbeitsplätzen wurde im übrigen von Paul C. Martin bereits hinreichend mit der „Verrentung“ erklärt, und ergibt sich aus der Staatsverschuldung an sich. Sofern hier überhaupt etwas verstanden werden kann, dann muss die behauptete „Änderung des Wechselkurses“ im gleichen Maße Gewinner und Verlierer hervorbringen, weshalb sich hieraus schon kaum ein allgemeiner Verlust an Arbeitsplätzen ableiten ließe.

Stadermann entwirft dabei eine im Vegleich zu Sutton, Preparata etc. zwar
in manchen Punkten ähnliche, aber eigenständige und darüber
hinausgehende Perspektive, die sich daraus ergibt, daß er als
"Eigentumsökonom" (er hat mit Steiger eng zusammengearbeitet) die Rolle
der Sicherheiten sieht.

Und mit dieser „Eigentumsökonomie“ befindet sich Staderman auch auf dem selben Holzweg wie Heinsohn. Mit Debitismus hat diese Eigentumsökonomie nichts zu tun. Am leichtesten lässt sich dieser Unterschied noch anhand der jeweils Verwendung findenden Grundbegriffe aufzeigen. Im Debitismus ist es die Schuld, welche stets als der Gegenpol zu einer Forderung aufgefasst wird. Das heißt, niemand kann zugleich Schuldner und Gläubiger im selben System sein. Die s.g. „Eigentumsökonomie“ setzt hingegen auf den Begriff des Eigentums. Ebenso wie nach der herrschenden, wie auch der hier Anwendung findenden Auslegung dieses Begriffes bedeutet dieser aber nicht den Gegenpol zum „Besitz“. Man könne also Besitzer und Eigentümer in einer Person sein, wie es angeblich z.B. im Falle einer „Eigentumswohnung“ gegeben wäre. Ich selbst würde übrigens sehr wohl behaupten, dass man nicht Besitzer und Eigentümer in einer Person sein kann, nur lege ich diese Begriffe auch grundlegend anders aus, als der Volksmund, der Jurist oder eben auch der Eigentumsökonom es praktizieren. Würden also die Eigentumsökonomen ihren primären Gegenstand vielleicht auf meine weise sehen, dann würden sie wohl auch zu vergleichbaren Resultaten gelangen. Die Begriffe Besitz und Eigentum bleiben sonst aber unscharf und gegeneinander austauschbar. Sie haben keine Substanz auf der ein ökonomisches Modell errichtet werden könnte. So meinen die Juristen auch, dass nur der Eigentümer etwas verkaufen könne. Wer aber vom Besitzer kaufe, der wäre halt gutgläubig. So bedeutet jeder Zielkauf (gewöhnlich unter Eigentumsvorbehalt)
wohl auch einen gewerblich betriebenen Betrug, welcher darauf zielt, die Gutgläubigkeit des Publikums auszunutzen. Natürlich könne auch nur der Eigentümer eine Wohnung verkaufen. Es gilt dabei nur zu beachten, dass „Kauf nicht Miete bricht“. Nanu? Der Eigentümer Verkauft, und der neue Eigentümer kommt in seine Bude nicht rein?!

Er bietet neue, essentielle Einsichten, die man übersieht, wenn man die
Eigentumsfundierung von Krediten nicht explizit versteht (wie z.B. die MMT,
Flaßbeck, und viele andere Postkeynesianer).

Da gibt es eben auch nichts zu verstehen. Schulden entstehen durch Kauf und NICHT durch Kredit.

Es zeigt sich dabei, daß die Banken mit dieser Strategie sogar die
Zustimmung keynesianischer Ökonomen finden konnten, da diese - auf dem
Auge der Eigentumsfundierung des privaten Kreditsystems blind - deren
Wirkung nicht erkannten und bis heute nicht erkennen.

Sehr aufschlußreich ist auch, daß Stadermann sich von Heinsohn
distanziert, dieser wird nicht einmal im Literaturverzeichnis erwähnt.

Dabei hat sein Buch leider auch große Schwächen. Er belegt seine Thesen
nicht akribisch mit konkretem historischem Material.

Vielleicht für Dich interessant, da Du mit Deinen Erkenntnissen ja schon
recht weit gekommen bist. Hier könnte ein ganz wesentlicher essentieller
weiterer Baustein zum Verstehen des Geschehens hinzukommen.


Stadermann erkennt genauso wie Heinsohn vor allem nicht den Status der ZB als Staatsorgan und dass sie als infallibler Schuldner ausschließlich Staatsgeld emittiert. Staatsgeld bildet eine Symbiose mit Kreditgeld und kann nicht isoliert betrachtet werden. Staatsgeld und Kreditgeld entsprechen der Symbiose der kollektiven und der individuellen Sphäre einer Gesellschaft. Eigentum und Sicherheiten sind der individuellen Sphäre und damit dem Kreditgeld zugeordnet. Letztlich befördert Stademann auch nur den von dir zu Recht kritisierten Marktfundamentalismus. Auch der Markt ist eine Domäne ausschließlich des Privatsektors. Auf dem Markt entscheiden die Marktkräfte, auf dem Staatssektor wird per Dekret entschieden. So kann der Staat auch per Dekret entscheiden, dass die von ihm ausgegebenen Papiere „legal tender for all debts“ bedeuten. Und wenn das allein nicht deren Wert begründen kann, dann weiß ich auch nicht …

Schöne Grüße

--
... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...

Hitler war ein Agent der alliierten Mächte?

BerndBorchert @, Samstag, 02.05.2015, 16:13 vor 3910 Tagen @ Nico 3818 Views

Deiner Danksagung schließe ich mich an, dieser Artikel bedeutet wichtige
Aufklärung. Hitler war ein Agent der alliierten Mächte, und hat den Krieg
für seine Partei gewonnen. Eines der wichtigsten Kriegsziele war Bretton
Woods, auf dem die US-Hegemonie erst errichtet werden konnte. Die
Weltkriege waren keine Kriege unter Nationen, sondern ein Krieg der … hmm
… ich sag mal „Irrsinnigen Dominanten Minderheit“, um nicht den
aufwertenden Begriff „Elite“ zu verwenden, gegen die Menschheit an
sich.

Das ist allerhand. War sich Hitler dessen denn bewusst, oder hat er ohne zu wissen das gemacht, was die Allierten (bzw. genauer die von Dir vermutete Verschwörer-Mafia, die England und USA beherrscht) wollten?

Wer war außer ihm noch ein Teil des Verräter-Teams? Himmler? Göbbels? Schacht?

Bernd Borchert

Das würde auch erklären, warum die Schlachten von Dünkirchen (1940, gegen die Engländer) und vor allem Moskau (1941, gegen die Russen), die beide praktisch schon gewonnen waren und beide jeweils den Krieg entschieden hätten, nicht konsequent bis zum Sieg weitergeführt wurden.

Oder ein Nützlicher Idiot

Nico @, Samstag, 02.05.2015, 17:45 vor 3910 Tagen @ BerndBorchert 3871 Views

Deiner Danksagung schließe ich mich an, dieser Artikel bedeutet

wichtige

Aufklärung. Hitler war ein Agent der alliierten Mächte, und hat den

Krieg

für seine Partei gewonnen. Eines der wichtigsten Kriegsziele war

Bretton

Woods, auf dem die US-Hegemonie erst errichtet werden konnte. Die
Weltkriege waren keine Kriege unter Nationen, sondern ein Krieg der …

hmm

… ich sag mal „Irrsinnigen Dominanten Minderheit“, um nicht den
aufwertenden Begriff „Elite“ zu verwenden, gegen die Menschheit an
sich.


Das ist allerhand. War sich Hitler dessen denn bewusst, oder hat er ohne
zu wissen das gemacht, was die Allierten (bzw. genauer die von Dir
vermutete Verschwörer-Mafia, die England und USA beherrscht) wollten?

Danke für die Anfrage! Vorweg mein Hinweis darauf, dass ich weit davon entfernt bin, mich redlich als einen Historiker zu bezeichnen. Nur gehe ich davon aus, dass auch niemand der diese Bezeichnung ansonsten verdient hätte, diese Frage mit Sicherheit beantworten könnte. Zum Glück ist diese Frage aber auch nicht wirklich wichtig, weil beide Varianten bzw. derer unterschiedlichsten denkbaren Mischformen keinen Widerspruch zu dem Wesentlichen und für das Verstehen höchst wichtigen Feststellung bedeuten würden – unter dem Vorbehalt freilich, dass das von mir unterstellte Wesentliche auch wirklich zutreffend ist. Hitler könnte den von mir als „Alliierte Mächte“ bezeichneten Kräften auch genauso gut als „nützlicher Idiot“ gedient haben, wie er aber auch planvoll das angestrebte Endziel erreicht haben könnte. Ein Indiz (aber auch nicht mehr) könnte dafür auch dessen Ableben bedeuten. Hat man wirklich Hitlers verbrannte Leiche gefunden?

Unberührt bleibt in jeden Fall die These, dass Hitler so oder so einer hier vermuteten „Irrsinnigen Dominanten Minderheit“ als „verlängerter Arm“ gedient hätte. Das Wesentliche dabei bliebe erhalten, und bestünde darin, dass die treibenden Kräfte des Hitler-Regimes den Krieg gewonnen hätten. Folglich würden wir bis heute von diesen Kräften regiert, weil kein weiterer Krieg (oder Revolution) zu benennen wäre, der dieses Ergebnis hätte korrigieren können. Diese Revolution wäre vielmehr weiterhin erst noch auszufechten.

Wer war außer ihm noch ein Teil des Verräter-Teams? Himmler? Göbbels?
Schacht?

Weiß ich nicht! In dem Buch „Politische Ponerologie“ von Andrzej Łobaczewski wird vor allem auf Martin Bormann aufmerksam gemacht:


„Eine Gruppe von Psychopathen, die sich im Hintergrund aufhält, lenkt gemeinsam mit einem Teil der eingeweihten Elite den Anführer, so wie Bormann und seine Leute Hitler lenkten. Wenn der Anführer nicht seine ihm zugedachte Rolle spielt, dann ist ihm üblicherweise klar, dass die Elite der Vereinigung in einer Position ist, ihn zu töten oder auszutauschen.“

Bernd Borchert

Das würde auch erklären, warum die Schlachten von Dünkirchen (1940,
gegen die Engländer) und vor allem Moskau (1941, gegen die Russen), die
beide praktisch schon gewonnen waren und beide jeweils den Krieg
entschieden hätten, nicht konsequent bis zum Sieg weitergeführt wurden.

Womit die wohl häufigsten unterstützenden Argumente bereits genannt sind. Das wohl zwischenzeitlich verbotene Buch mit dem Titel „Wal“ eines Norbert Marzahn, behandelt diese Auffassung sehr ausführlich. Marzahn behandelt auch esoterische Elemente, welche dabei aber keine Verwendung finden, die hier diskutierte Sichtweise zu untermauern. Nach Marzahns Ausführungen besteht die weiße Rasse übrigens komplett aus Juden.

Schöne Grüße

--
... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...

Andere Verschwörungstheorien wie zu 9/11 oder Kennedy verblassen im Vergleich zu "Hitler war ein Agent der Allierten"

BerndBorchert @, Samstag, 02.05.2015, 19:52 vor 3909 Tagen @ Nico 3677 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 02.05.2015, 20:15

Es gibt viele Hinweise darauf, dass es stimmen könnte. Warum gibt es keine Historiker, die die These mal ernsthaft untersuchen?

- Warum konnte Deutschland bis weit in den Krieg hinein 1942/1943 noch Rohstoffe am Weltmarkt bekommen, insbesondere Öl? Wo kam das Geld/Gold dafür her?
- Warum bauten US Firmen wie Opel und Ford bis weit in den Krieg hinein deutsche Armeefahrzeuge? Was ist mit IG Farben, die ja auch mit Auschwitz zu tun hatten: Wer waren die Eigentuemer? Lag nicht die Mehrheit der Aktien in England/USA?
- Wie sind die Nazis z.B. darauf gekommen, Propaganda einzuführen? Oder die Gestapo? Gab es Erfahrung mit sowas in Deutschland? Kommen diese "Sozio-Techniken" nicht aus England?

Bormann als Hitlers Verbindungs- oder Führungsoffizier? seine Wikipedia Biographie lässt auf keine Kontakte nach England/USA schließen. Dann schon eher H. Schacht. Es gibt Gerüchte, dass Hitler selber vor WK1 länger in England gewesen sein soll, weil er dort einen Bruder gehabt haben soll.

"Hitler war ein Agent der Allierten" - ein Riesenthema. Und so viele Hinweise, dass die These stimmen könnte.

Bernd Borchert

Das von Dir genannte Buch WAL ist eine Katastrophe: beleglose Fantastereien.

Agent Hitler

Rybezahl, Samstag, 02.05.2015, 21:35 vor 3909 Tagen @ BerndBorchert 3655 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 02.05.2015, 21:44

Es gibt viele Hinweise darauf, dass es stimmen könnte. Warum gibt es keine
Historiker, die die These mal ernsthaft untersuchen?

- Warum konnte Deutschland bis weit in den Krieg hinein 1942/1943 noch
Rohstoffe am Weltmarkt bekommen, insbesondere Öl? Wo kam das Geld/Gold
dafür her?

Weil es dem Geld egal ist, wer es bekommt und was daraus gemacht wird. Hauptsache, es wird mehr.

- Warum bauten US Firmen wie Opel und Ford bis weit in den Krieg hinein
deutsche Armeefahrzeuge? Was ist mit IG Farben, die ja auch mit Auschwitz
zu tun hatten: Wer waren die Eigentuemer? Lag nicht die Mehrheit der Aktien
in England/USA?

Siehe oben.

- Wie sind die Nazis z.B. darauf gekommen, Propaganda einzuführen? Oder
die Gestapo? Gab es Erfahrung mit sowas in Deutschland? Kommen diese
"Sozio-Techniken" nicht aus England?

Weil Göbbels halt ein gescheiter Mann war, der wusste, wie man das Volk lenkt. Er konnte halt lesen, verstehen und anwenden.

"Hitler war ein Agent der Allierten" - ein Riesenthema. Und so viele
Hinweise, dass die These stimmen könnte.

Genau. Und alle Deutschen haben ihn gehasst. Wie konnte der Hitler das nur machen - gegen den Widerstand des Volkes! [/ironie]

Ich fühle mich nicht schuldig, ich fühle mich nicht verantwortlich. Ich habe kein Trauma zu rechtfertigen oder zu begründen. Hitler war ein Arschloch und alle anderen Kriegstreiber sind es auch.

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Preparata

politicaleconomy @, Sonntag, 03.05.2015, 00:03 vor 3909 Tagen @ BerndBorchert 3563 Views

Es gibt viele Hinweise darauf, dass es stimmen könnte. Warum gibt es keine
Historiker, die die These mal ernsthaft untersuchen?

Ein Versuch stammt von Guido Preparata, der hier schon öfter erwähnt wurde. Hier ein Interview mit ihm, ursprünglich in der Asia Times erschienen, mit Hinweis (und Link) auf sein Buch "Conjuring Hitler" (dt. "Wer Hitler mächtig machte"):

http://www.larsschall.com/2012/08/05/die-ublichen-geschafte-hinter-dem-gemetzel/

Ich hab bisher - nach Hinweisen auf das Buch von verschiedenen Bekannten - nur das Interview gelesen, das Buch steht seit dem George Friedman-Vortrag ("Ziel der USA seit 100 Jahren: Allianz D-RU verhindern, indem man beide aufeinander hetzt und beide unterstützt) auf meiner Leseliste. Preparata baut auch auf auf Anthony Suttons Büchern, "Wall Street and the Rise of Hitler" und "Wall Street and the Bolshevik Revolution".

Ich kann noch keine persönliche Einschätzung dazu abgeben, zumal Geostrategie für mich bisher Neuland ist. Bis auf weiteres habe ich dazu - ähnlich wie Du - erstmal nur eine Latte neuer Fragen, die ich mir bisher so nicht gestellt habe.

Zum Thema "Wert" (anderer thread) später.

Oldy: Interview mit Preparata

el_mar @, Sonntag, 03.05.2015, 09:50 vor 3909 Tagen @ politicaleconomy 3388 Views

"Oldy", den hier sicher noch einige kennen, hat mal ein Interview mit Prof. Preparata gemacht.


"Die heutige Oligarchie des Geldkartells ist widerstandsfähig und wird die ganze Welt verpfänden bevor es kollapiert. Es wird auch den Sauerstoff verpfänden, wenn es sein muss. Solange es Platz hat Schulden auf irgend etwas aufzubauen, wird es das tun."

"Die Botschaft des Buches ist, dass das Anglo- Amerikanische Weltreich sich davor fürchtete und immer noch fürchtet vor dem Aufkommen einer grossen Macht auf der eurasischen Landmasse.. wenn eine mögliche Allianz zwischen Preussen und Russland so eine Gefahr für das britische Weltreich werden konnte handelten sie. Deshalb inszenierten sie WWI, um diese Gefahr einer Konsolitation im Herzen Europas zu bannen."


"F: Und was hat Hitler damit zu tun?
A: Wenn Deutschland im November 1918 kapitulierte und später im Juni 1919 den Versailler Vertrag unterzeichnete wurden Bedingungen geschaffen (von den britischen Intriganten) um eine reaktionäre Macht zu erzeugen, die aus finanziellem Chaos heraus dann manipuliert werden konnte, das bolschewistische Russland anzugreifen. Diese Hypothese wurde vom grössten sozialen Wissenschaftler des Westens, dem Norweger Thorstain Veblen in Amerika 1920 aufgestellt und der Ausgang vorausgesagt - niemand weiss es, aber es ist da; falls die "Wissenschaftler" sich nur die Zeit nehmen würden zu lesen."

Interview mit Preparata

Den Freigeldquatsch mal außen vor lassen!

Saludos

el mar

--
Ave Big Pharma, morituri te salutant

Preparata und Gesell (Schwundgeld); Keynes' ICU

politicaleconomy @, Sonntag, 03.05.2015, 13:00 vor 3909 Tagen @ el_mar 3595 Views

Hi el mar,

danke für den Link.

Interview
mit Preparata

Den Freigeldquatsch mal außen vor lassen!

Hm, gerade dazu fand ich einige Aussagen von Preparata sehr interessant. Danke übrigens für den Hinweis, daß er offensichtlich von Gesell und Steiner her denkt.

Er sagt dort:

"Keynes und Fisher manipulierten Gesell's Ideen für ihre eigenen Zwecke! Keynes benützte Gesell's Idee ( he actually plagiarized it) um die Krise 1930 zu erklären und um sie zu entschärfen. Diese Mittelchen waren aber diametral Gesell's entgegengesetzt. Kurz gesagt: Keynes war ein Mitglied der britischen Oligarchie und alles was er wollte, war, das System zu retten. Für das benützte er Gesell, blieb aber sehr ruhig wenn es dazu kam das System mit vergänglichem Geld zu ändern.

Keynes verstand die revolutionäre Macht von vergänglichen Geld und tat sein bestes sie zu verheimlichen, wenn nicht sogar den Blickpunkt Gesells zu verzerren. Das ist aber das sine qua non bei Gesell. Wie wir alle wissen, wurde Keynes Direktor der Bank of England 1941. In der Zeit als Direktor empfahl er die Errichtung eines internationalen Zahlungssystems auf der Basis von Gold.

Und humanistische Reformer in Europa bestehen darauf, dass wir einen Kompromiss eingehen mit den akademischen Keynesianern der Welt.
Die selbe Geschichte bei Fisher. Fisher wollte vergängliches Geld nur kurzfristig benützen um die Liquiditätskrise zu entschärfen, aber er lehnte Gesell's Theorie ab. Warum? Warum haben diese Fachgelehrten des liberalen Establischments Gesell so beraubt? Weil, wenn man Gesell all den Weg folgt man schnell in direkten Konflikt mit den Potentaten der Hochfinanz kommt und Leute haben Angst davor - was zu verstehen ist."

Ich glaube, da ist Preparata entweder nicht ausreichend informiert oder liegt einfach falsch.

Keynes hat nämlich nicht nur Gesell gewürdigt (siehe das berühmte Kapitel der "General Theory", das Gesellianer immer zitieren). Keynes schreibt da (1936):

"The idea behind stamped money is sound. It is, indeed, possible that means might be found to apply it in practice on a modest scale. But there are many difficulties which Gesell did not face. In particular, he was unaware that money was not unique in having a liquidity-premium attached to it, but differed only in degree from many other articles, deriving its importance from having a greater liquidity-premium than any other article. Thus if currency notes were to be deprived of their liquidity-premium by the stamping system, a long series of substitutes would step into their shoes — bank-money, debts at call, foreign money, jewellery and the precious metals generally, and so forth."

Tatsächlich hat Keynes ab 1943 - also 7 Jahre, nachdem er das obige geschrieben hatte - Gesells "Schwundgeld"-Idee ("stamped money") als Kerninspiration für seinen 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods vorgelegten Bancor Plan einer Internationalen Clearing Union verwendet.

Die revolutionäre Idee war, daß zwar Gläubigerländer der Clearing Union weiter Zinsen zahlen mußten, um einen Anreiz zu haben, ihre Schuldnerposition abzubauen und zu einer ausgeglichenen Handelsbilanz zu kommen (auch über die Abwertung der eigenen Währung innerhalb einer vorgegebenen Bandbreite). Da Keynes aber die Einsicht hatte, daß Schuldnerländern aus saldenmechanischer Notwendigkeit Gläubigerländer gegenüberstehen mußten, die - wenn sie nicht bereit waren, ihre Gläubigerposition abzubauen - es den Schuldnerländern verunmöglichen würden, ihre Schuldnerposition abzubauen, wurde auch Gläubigerländern eine Gebühr auf ihre (aus Netto-Handelsbilanzüberschüssen entstandenen) Guthaben bei der Clearing Union berechet.

Dieser "Zins", den Gläubiger zahlen müssen, entspricht der Gesell'schen Schwundgeldidee, wendet diese aber aufs real existierende Kreditgeldsystem an, in Kombination mit Zinsen für Schuldner!

Keynes beschrieb das so:

"Auf der anderen Seite muss die Clearing Union auch auf Gläubigerländer dahingehend einwirken können, dass sie ihre umfangreichen Liquiditätsreserven ungenutzt lassen, damit diese für einen positiven Zweck verwendet werden können. Denn übermäßige Guthaben erzeugen notwendigerweise übermäßige Schuldbilanzen für eine andere Partei. Mit der Anerkennung der Tatsache, dass der Kreditgeber ebenso wie der Schuldner verantwortlich sein kann für mangelndes Gleichgewicht, würde die vorgeschlagene Institution absolutes Neuland betreten." (John Maynard Keynes: Vorschläge für die Gründung einer internationalen Clearing Union (deutsche Übersetzung von Jan A. Kregel), in: Lettre International (deutsche Ausgabe) No. 2/1988, S. 39. Eine weitere deutsche Übersetzung von Werner Liedke erschien in Stefan Leber (Hrsg.), Wesen und Funktion des Geldes, Stuttgart 1989, S. 325-349; auf der Website http://postwachstumsoekonomie.org/Keynes-Bancor_Version2.pdf - Das englische Original findet sich in John Maynard Keynes, Collected
Writings Vol. 25, Cambridge 1980, S. 168-195 S. 39)

Sehr seltsam, daß Preparata das entgangen sein sollte. Er erwähnt diesen Plan nicht, vermutlich weil er ihn nicht kennt - und wahrscheinlich vor allem nicht die Geschichte kennt, wie dieser Plan seitens der Amerikaner in einer Nacht-und Nebel-Aktion abgeschmettert wurde. Denn, das sehe ich genauso wie Preparata, dieser Plan steht "in direktem Konflikt mit den Interessen der Potentaten der Hochfinanz".

Dieses Handeln der USA paßt aber wiederum ins Bild der Strategie der USA, das Preparata entwirft.

Hier im Forum war das schon mehrfach Thema:
http://www.dasgelbeforum.net/search.php?search=bancor&x=0&y=0

Gut berichtet wird darüber (kurz) von Massimo Amato und Luca Fantacci:

Back to which Bretton Woods? Liquidity and clearing as alternative principles for reforming international finance.
in: Maria Cristina Marcuzzo (Hrsg.): Speculation and Regulation in Commodity Markets: The Keynesian Approach in Theory and Practice. Rom 2010, S.225-242
http://mpra.ub.uni-muenchen.de/44131/1/MPRA_paper_44131.pdf

Vortrag dazu von Fantacci, auf der Jahreskonferenz des International Network for Economic Research 2014:
https://www.youtube.com/watch?v=FbJz6Rf5pGk

Ausführlicher von Georg Zoche.

George Friedman-Vortrag 2014: Ziel der USA seit 100 Jahren: Allianz D-RU verhindern, indem man beide aufeinander hetzt

BerndBorchert @, Sonntag, 03.05.2015, 11:12 vor 3909 Tagen @ politicaleconomy 3236 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 03.05.2015, 11:27

Wenn das das Ziel ist, dann hat WK2 ja *genau das* als Ergebnis gehabt (Deutschland 8 Mill. Tote, Russland 25 Mill.), hier der Vortrag

https://www.youtube.com/watch?v=oaL5wCY99l8

Mit diesem Hauptziel vor Augen wäre es logisch, dass GB/US nach WK1, der dieses Ziel schon zum Teil, aber noch nicht vollständig erreicht hatte, nochmal nachlegt und Deutschland dazu bringt, nochmal einen Krieg anzufangen, und zwar - nach ein bischen Vorgeplänkel im Westen - gegen Rusland.

Dass man sich Hitler ausgeguckt hat, war verständlich: Faschismus/rechts als Feind des Kommunismus/links, dazu noch das Thema vom Lebensraum im Osten: Alle Welt sieht es im Juni 1941 als natürliche Aktion an, wenn Deutschland Rusland angreift, wobei im Hintergrund der wirkliche Grund die oben genannte US/GB Strategie ist.

Die Frage, die wir hier diskutieren, ist, inwieweit Hitler sich bewusst war, dass er nur den US/GB Geostrategie-Interessen dient. Zum Angriff auf Rusland könnte man ihn noch von außen gedrängt/gelockt haben. Aber was ist mit der Entscheidung, Moskau nicht einzunehmen, sondern die Truppen nach Stalingrad zu schicken? extrem verdächtig. Wie erklären das eigentlich Mainstream Militärhistoriker? und wie haben sich das die Millionen deutscher Soldaten erklärt? also auch später nach dem Krieg? (ich meine die, die Stalingrad überlebt haben, die Toten haben keine Chance mehr gehabt)

http://www.larsschall.com/2012/08/05/die-ublichen-geschafte-hinter-dem-gemetzel/

Danke für den Hinweis, ich habs durchgelesen. Preparata diskutiert in diesem Interview nicht, ob Hitler ein bewusster Agent der Allierten war. Aber er zeigt deutlich, dass US/GB ihn unterstützt haben, mit Geld, Rohstoffen etc., bis weit in den Krieg hinein.

Ich werde mir dann mal das Buch von Sutton besorgen (auf das man stößt, wenn man nach "Hitler Agent Allierte" googelt) , und bin gespannt.

Bernd Borchert

Zentrale Frage

politicaleconomy @, Sonntag, 03.05.2015, 13:07 vor 3909 Tagen @ BerndBorchert 3246 Views

Hallo Bernd,

Die Frage, die wir hier diskutieren, ist, inwieweit Hitler sich bewusst
war, dass er nur den US/GB Geostrategie-Interessen dient.

Und inwieweit er - mit den Karten, die ihm gegeben waren - ein eigenständiges (wenn auch letztlich aussichtsloses) Spiel spielte. Das wäre doch zu erwarten - daß H. zwar genau merkte, daß er benutzt werden sollte, aber eine Chance sah, dieses Spiel der Anglos zu durchkreuzen.

Zum Angriff auf
Rusland könnte man ihn noch von außen gedrängt/gelockt haben. Aber was
ist mit der Entscheidung, Moskau nicht einzunehmen, sondern die Truppen
nach Stalingrad zu schicken? extrem verdächtig. Wie erklären das
eigentlich Mainstream Militärhistoriker? und wie haben sich das die
Millionen deutscher Soldaten erklärt? also auch später nach dem Krieg?
(ich meine die, die Stalingrad überlebt haben, die Toten haben keine
Chance mehr gehabt)

http://www.larsschall.com/2012/08/05/die-ublichen-geschafte-hinter-dem-gemetzel/

Danke für den Hinweis, ich habs durchgelesen. Preparata diskutiert in
diesem Interview nicht, ob Hitler ein bewusster Agent der Allierten war.
Aber er zeigt deutlich, dass US/GB ihn unterstützt haben, mit Geld,
Rohstoffen etc., bis weit in den Krieg hinein.

Ja, für die zentrale Frage, die Du aufwirfst: was wußte und was wollte Hitler? Müßte man sich unter diesen Gesichtspunkten neu durch alle verfügbaren biographischen Infos H's wühlen.

Wäre enorm wichtig.

"Hitler ein Agent der Allierten" - das ist politisch absolut nicht gewollt, oder?

BerndBorchert @, Sonntag, 03.05.2015, 14:03 vor 3909 Tagen @ politicaleconomy 3253 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 03.05.2015, 15:29

Und inwieweit er - mit den Karten, die ihm gegeben waren - ein
eigenständiges (wenn auch letztlich aussichtsloses) Spiel spielte. Das
wäre doch zu erwarten - daß H. zwar genau merkte, daß er benutzt werden

Das würde noch den Angriff auf Russland erklären, aber nicht das Versäumnis, Moskau einzunehmen. Ein aktives Versäumnis - die Generäle hatten die Eroberung Moskaus natürlich auf dem Plan. Übrigens waren beide Einscheidungen (Angriff, Nicht-Einnahme-Versuch Moskau) Hitlers Allein-Entscheidungen, auch nach offizieller Geschichtsschreibung. Ein Gehirn entscheidet da was nach einer unklaren und vielleicht sogar doppelten Agenda, und 30 Millionen Menschen sterben daraufhin elendig und sinnlos.

Übrigens: man könnte auf Napoleon verweisen: der hat Moskau erobert, aber trotzdem nicht den Krieg gegen Russland gewonnen. Der Vergleich hat ein Problem: anders als 1941 war Moskau damals nicht die Hauptstadt des Reiches.

Ja, für die zentrale Frage, die Du aufwirfst: was wußte und was wollte
Hitler? Müßte man sich unter diesen Gesichtspunkten neu durch alle
verfügbaren biographischen Infos H's wühlen.

Der Spiegel lässt den Bruder von Adolf Hitler erst in den 20er Jahren nach England auswandern
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46251822.html
aber laut Wikipedia lebte der Bruder schon vor dem WK1 in England, und seine Schwägerin berichtet, dass Adolf Hitler 5 Monate lang dort in Liverpool zu Besuch war
http://de.wikipedia.org/wiki/Alois_Hitler_junior

Ich weiß nicht, ob die Biographie-Suche viel bringt. Wichtig ist, aufzuhören, alles 100 % zu glauben, was einem die Medien und auch die Geschichtsbücher erzählen, insbesondere über die Nazi-Zeit und WK2.

Aber die Leute sind gutgläubig wie Schafe, und Journalisten, Politiker und Wissenschaftler/Historiker sind nicht nur gutgläubig, sondern noch auch noch ängstlich dazu: ein politisch nicht gewollter Beitrag über die Nazi-Zeit und schon ist man weg vom Fenster - das weiß auch jeder von denen.

Bernd Borchert

Die Gutgläubigkeit der Leute hat pathologische Züge: Man zeigt ihnen ein Video, auf dem J.F.Kennedy zuerst von hinten in den Rücken geschossen wird und dann von vorne in den Kopf. Die Reaktion ist: "das muss eine optische Täuschung sein" oder "dann gibts eben 2 Einzeltäter", oder "könnte es nicht sein, dass ein Schuss von hinten den Kopf nach hinten schleudert?" etc... Gutgläubigkeit sollte in den Katalog der schweren psychischen Krankheiten aufgenommen werden.

Verrat um Hitler

Leserzuschrift @, Sonntag, 03.05.2015, 15:08 vor 3909 Tagen @ BerndBorchert 3248 Views

Wertes Forum

Wenn man sich die Frage stellt, ob Adolf Hitler ein Agent dubioser Hintermänner war und ob der Krieg absichtlich verloren werden sollte, dann kommt man nicht daran vorbei, sich mit dem Thema Verrat um Hitler zu befassen.
Eine sehr gute Zusammenfassung in Buchform liefert dazu der
Historiker Georg Friedrich.
Hier kostenlos online zu lesen,oder downloaden:

https://archive.org/search.php?query=Georg%20Friedrich
Es ist unglaublich, wie viele deutsche Soldaten verhungern und erfrieren mussten, weil Nachschub absichtlich fehlgeleitet wurde. Divisionen wurden fehlgeleitet, zurückgehalten oder zweckentfremdet eingesetzt.
Die Bücher dieses Historikers sind ein Muss.

Schönen Sonntag.

Thomas

"Hitler war ein Agent der Allierten" sollte auch den verbliebenen Nazis nicht passen

BerndBorchert @, Sonntag, 03.05.2015, 16:33 vor 3909 Tagen @ Leserzuschrift 3129 Views

Ich hab's mal kurz überflogen. Welche Motivation hatten denn die Offiziere und Beamten, die der Autor nennt, für die vermutete Sabotage? - ich konnte es auf die Schnelle nicht herausfinden.

Es ist aber ein großer Untersachied, ob wie hier in der Mitte der Hierarchie Verrat vermutet wird, oder an der Spitze, also bei Hitler/Göbbels/Himmler selber. Ich kann mir vorstellen, dass der Autor ein Altnazi ist, dessen unausgesprochene Hauptaussage ist: "Wenn es die Verräter nicht gegeben hätte, hätte Hitler den Krieg gewonnen".

"Hitler war ein Agent der Allierten" ist eine für die BRD Nachkriegs-Gesellschaft politisch ungewollte, wenn nicht sogar politisch inkorrekte These (könnte man da sogar einen Vorwurf der Volksverhetzung draus machen?). Aber auch für die verbliebenen Nazi-Verehrer inkl Alt- und Neonazis ist es natürlich eine ungewollte These: mit Hitler als Verräter würde jede Nazi-Verehrung zusammenbrechen.

Bernd Borchert

Altnazi?

Leserzuschrift @, Sonntag, 03.05.2015, 21:08 vor 3908 Tagen @ BerndBorchert 3008 Views

Hallo Bernd

Jemanden als Altnazi zu verdächtigen, weil er sich mit der Thematik Verrat um Hitler befasst, ist schon etwas grenzwertig. Aber egal, deine Ansicht!
Die "mittlere" Ebene des Verrats bestand aus Männern wie Großadmiral Canaris, immerhin Chef der Abwehr, oder der deutsche Botschafter in Moskau, Friedrich Graf von der Schulenburg, Generaloberst Franz Halder, Chef des Generalstabes des Heeres,oder Reinhard Gehlen, Generalmajor und Leiter Fremde Heere Ost.(später1 BND Präsident)

Berühmt berüchtigt auch der Moskauer Agent Richard Sorge in Tokio.
Oder General Hans Speidel, Chef des Generalstabes Heeresgruppe B und
späterer General der Bundeswehr und Oberbefehlshaber der Alliierten Landsteitkräfte in Europa.

In wieweit Hitler vom Verrat wusste, und vielleicht duldete, lässt sich heutzutage schwer nachvollziehen.
Wundern täte es mich nicht.

Ps. Was die Motive von Verrätern damals wie heute angeht, was soll man sagen?
Geld, gute Jobs im neuen System, zugesagte Straffreiheit bei Gerichtsprozessen, Abneigung gegen das NS System im Allgemeinen.

Gruß,Thomas

Verrat an Hitler = Widerstand gegen Hitler?

BerndBorchert @, Sonntag, 03.05.2015, 23:17 vor 3908 Tagen @ Leserzuschrift 2937 Views

Jemanden als Altnazi zu verdächtigen, weil er sich mit der Thematik
Verrat um Hitler befasst, ist schon etwas grenzwertig.

Ja stimmt, das war voreilig. sorry.

Was die Saboteure angeht, kann man deren Verhalten als Verrat bezeichnen, oder als Widerstand, je nach Sichtweise. Ob einer von den Saboteuren wohl auf den Verdacht gekommen ist, dass Hitler eine doppelte Agenda haben könnte?

Danke für die Infos und Namen.

Bernd Borchert

Am Ende wärs ganz egal gewesen

stocksorcerer @, Freitag, 01.05.2015, 18:21 vor 3911 Tagen @ Falkenauge 4428 Views

Alle politischen Parteien des gesamten Spektrums in Deutschland haben sich gegen Versailles und St. Germains aufgelehnt. Alle haben darauf bestanden, dass das Selbstbestimmungsrecht der Völker auch für die Geschlagenen des ersten Weltkriegs gelten sollte. Im Übrigen auch Österreich und die Sudetendeutschen und Danzig und das Saarland und...

Es gab reihenweise Versuche aller deutschen Regierungen vor Hitler, die Alliierten dazu zu bewegen, das massive Unrecht des erzwungenen Friedens nach dem ersten Weltkrieg selbst zu beseitigen und zu bereinigen und auch selbst abzurüsten, wie das beschlossen worden war. Regeln müssen für alle gelten!

Geltungssucht und Besitzstandswahrung und Neid und Angst standen den siegreichen Herren im Weg. Und was machen Feiglinge dann? Sie lassen alles so, wie es ist.

Meine Meinung: Sie haben den Weg geebnet und all das gesät, was danach kam. So einfach ist das.

Gruß
stocksorcerer

Geld der Nazen

Doomsday @, Sonntag, 03.05.2015, 12:48 vor 3909 Tagen @ Falkenauge 3346 Views

Für "Profis" natürlich nicht neu.

Aber vielleicht interessant für einige....................

http://www.geolitico.de/2015/05/01/das-geld-das-hitler-ermoeglichte/


„Während die Halbwahrheit, dass der Hitlerismus mit Hilfe der amerikanischen Streitkräfte 1945 besiegt wurde, in alle Köpfe gehämmert wurde, bleibt die andere Hälfte der Wahrheit, dass derselbe Hitlerismus nur mit Hilfe britisch-amerikanischer Kapitalhilfe überhaupt aufgebaut werden konnte, bis heute ein Tabu akademischer Geschichtsschreibung.“

„Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass dieser Krieg nicht gegen Hitler oder den Nationalsozialismus geht, sondern gegen die Kraft des Deutschen Volkes, die man für immer zerschlagen will, gleichgültig, ob sie in den Händen eines Adolf Hitlers oder eines Jesuitenpaters liegt.“ Winston Churchill


Grüße

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