Wie die westlichen Sanktionen Russland von innen heraus stärken - Beispiel: TOP100 & NSPK vs. Visa & Mastercard

Bernadette_Lauert, Donnerstag, 30.04.2015, 10:32 vor 3912 Tagen 4281 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Donnerstag, 30.04.2015, 10:50

Wie die westlichen Sanktionen Russland von innen heraus stärken - Beispiel: Kreditkartenanbieter

Die US-Kreditkartenunternehmen Visa & Mastercard halten sich seit kurzem (?gestern?) nicht mehr an die staatlich verhängten Sanktionen gegen Russland und bieten ihre Dienste auf der russischen Halbinsel Krim wieder an.

Die Vorgeschichte, wie Russland das "Sanktions-Drama" für sich nutzen konnte und was das nun aus wirtschaftlicher Sicht für die US-Anbieter bedeutet, finde ich sehr spannend und bezeichnend.

Am 19.12.2014 hat US-Präsident Obama zum Boykott der Halbinsel Krim öffentlich aufgerufen und Sanktionen gegen die Krim verhängt.

Seit diesem Zeitpunkt läuft die Kriegsrhetorik der NATO und der USA auf Hochtouren. Aber keiner will so richtig mitmachen.

Wie es der russischen Ethnie in einem von der CIA-initiierten Banderas-Fanclub-Staat ergeht, müssen die Krim-Leute nun zu ihrem Glück nicht erfahren.

Im Grunde kann man das nicht anders sehen, wenn keine transatlantisch indoktrinierte Verblödung vorliegt.
In einem Russlandfeldzug zu sterben, weil die Krim-Bewohner mit überragender Mehrheit selbst zu Russland wollten, erscheint allen mit Restverstand komplett albern.

Im Netz:
[image]

Und in der Jurisprudenz:
https://www.youtube.com/watch?v=Y8OJ07D7gPI&feature=youtu.be
Prof. Dr. iur. Karl Albrecht Schachtschneider: „Putin hat die Krim nicht annektiert. Er war völkerrechtlich dazu verplichtet, die Sezession zu unterstützen. Und das hat er gemacht.“ Mehr: http://www.wissensmanufaktur.net/krim-zeitfragen

Wie dem auch sei...

Die Sanktionen trafen vor allem "die europäischen Partner" (Orwell-Sprech-bereinigt: die US-Vasallenstaaten in Europa). Aber auch beispielsweise Visa und Mastercard:

Visa & Mastercard stellten im Zuge der Gechehnisse am 26.12.14 ihren Dienst auf der Krim ein.

Sie mussten allerdings schnell feststellen, dass sie damit nur sich selbst und nicht Russland einen wirtschaftlichen Schaden zufügten.

Denn folgendes geschah:

Und so begab es sich, dass Russland die Unabhängigkeit und Zuverlässigkeit der beiden großen US-Konzerne Visa & Mastercard verbal deutlich in Frage gestellt hat, sich aber gegen ein Verbot ihrer Tätigkeit in Russland entschied. Russland ist einen anderen Weg gegangen - und konnte die Dominanz der beiden Kreditkartenanbieter binnen weniger Monate mit einer Eigenentwicklung gegen Null fahren.

Die Russische Föderation, die russische Zentralbank und die größten Banken Russland haben zusammen zwei eigene parallel funktionierende Kartensysteme entwickelt und im März 2015 auf den Markt gebracht.

Mittlerweile sind praktisch alle Banken auf das eigenen heimische und von den USA unabhängige Karten- und Bezahlsystem TOP100 und NSPK umgestiegen.
Damit wurde die bisherige Dominanz der beiden US-Konzerne auf diesem Gebiet komplett gebrochen - die bisher bis zu 90% des russischen Marktes einnahmen.

Aufgrund dieser überraschenden Entwicklung haben sich die beiden US-Konzerne Visa und Mastercard entschieden, auf die von der US-Regierung verhängten sinnlosen Anti-Russland-Sanktionen zu pfeiffen!

Nichts desto trotz hatte Russland die Tätigkeit der beiden US-Konzerne nicht verboten - und bietet ihnen, trotz Russland-feindlicher Haltung, die Möglichkeit weiter um den russischen Markt zu buhlen - aber eben jetzt mit neuer starker Konkurenz, die vorher nicht da war. Selbst schuld, Ami!

Zur Quellenlage: Ich vertraue auf Übersetzungen/Zusammenfassungen von zwei russischsprachigen Artikeln:
Quelle 1: http://www.forbes.ru/news/287563-karty-visa-i-mastercard-rossiiskikh-bankov-zarabotali-...
Quelle 2: http://tass.ru/ekonomika/1941699

So ganz gesichert sind diese Angaben für mich noch nicht, da ich auf Fremdübersetzungen vertrauen muss.
Aber was bleibt anderes übrig, wenn die gewählte Maulhure des Jahres 2014, Claus Kleber, und die anderen Hauptstromberichterstatter nur transatlantisches Jubelframing bringen.
Falls jemand neue / andere Quellen oder Infos dazu hat - bittegernedanke.
Inzwischen muss man sich selbst um die Wahrheit kümmern.

Gruß, Bernadette

Neocon McCain bangt um Vasallentreue / Deutsche Wirtschaft gibt sich obrigkeitshörig / Der BND-NSA-Eiertanz wird Folgen haben

Bernadette_Lauert, Donnerstag, 30.04.2015, 12:32 vor 3911 Tagen @ Bernadette_Lauert 3632 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Donnerstag, 30.04.2015, 12:50

Wie hat es George Friedman, Chef des US-amerikanischen Think Tank STRATFOR (Abkürzung für Stategic Forecasting) so schön sinngemäß gesagt: Wieder mal hängt alles an Deutschland, bei der Frage wie sich die Geschichte entwickeln wird. Krieg und Frieden impliziert.

"Feindsender" RT Deutsch bringt diese Einschätzung gerade eben nochmal in einer Headline:
USA bangen um Sanktionen: Ohne Deutschland ist Konfrontationspolitik gegen Russland wirkungslos
(Quelle)

Zitiert wird darin Hardliner und Neocon McCain mit den Worten:

„Die EU hat nie am transatlantischen Sanktionsregime festgehalten und wird auch nie festhalten, solange Europa auf russische Energieressourcen angewiesen bleibt.“ (John McCain, US-amerikanischer Senator, Neocon und Kriegstreiber auf europäischem Boden)

Wie wird das alles ausgehen?

Ich berichtete im Initialposting davon, dass VISA und Mastercard sich nicht mehr an die Sanktionspolitik halten werden. Ob das mit oder ohne Billigung der US-Administration geschieht, entzieht sich meiner Kenntnis.

Ist von der Deutschen Wirtschaft ähnlicher Widerstand zu erwarten?

Der Eindruck ist: Eher nicht.
Wichtige Wirtschaftsvertreter gaben sich aktuell auf einer Tagung sehr obrigkeitstreu und politikhörig.
https://youtu.be/2yhwZtzVG60 (3m03s)

Grundtenor: Wir wollen schon wieder mit Russland, denn die Einbußen sind enorm. Aber wir müssen halt das machen, was die Politik vorgibt...

Was gibt die denn vor?

"Während einer Stellungnahme in Kopenhagen legte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel dar, dass sich Europa allerdings an das Sanktionsregime halte, um auf den Konflikt in der Ukraine reagieren zu können. Angesichts der wirtschaftlich schwierigen Umständen, hoffe sie allerdings auf die Wiederherstellung einer vernünftigen Kooperation mit Russland.", heißt es im RT-Deutsch-Artikel weiter.

Das hört sich ja ganz nett an. Aber ich glaub der Murksel nichts mehr.

Diese ganze Schundregierung könnte derweil an der BND-Affäre kippen, denn "unser" Geheimdienst hat für die Amis Wirtschaftsspionage in anderen europäischen Ländern betrieben. Einige wussten zu viel. Das Parlament wurde wohl belogen.
Der smarte Vollblutjournalist Tilo Jung dokumentiert seit Tagen den Eiertanz auf der Bundespressekonferenz. Hier Fan-Content dazu:

Der Eiertanz2015
(Soundcloud-Link)
Remix der legendären Pressekonferenz zum BND Skandal mit Regierungssprecher Steffen Seibert. Alle Aussagen stammen aus der BPK vom Freitag, 24. April 2015

Seit dem 24. ist bereits etwas Zeit vergangen. Aber das Thema bleibt präsent. Die Fragen der Journalisten hören sich teilweise gar nicht mehr nach eingenordeter Lügenpresse an, auf der BPK. Schau mer mal, was die in den nächsten Tagen so schreiben werden...

Tilo schreibt zur BPK gestern (29.4.):
"Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat gelogen!"
Bundesregierung: "Neeeee. Hat er gar nicht!"
Komisch. Wenn er also nicht gelogen hat, dann würde er auf die Parlamentsanfrage heute also genauso antworten - oder nicht?
Bezieht sich auf folgende BPK: https://www.youtube.com/watch?v=9uujeEBpCxc&feature=youtu.be

Ich wage eine Prognose: Das aktuelle BND-NSA-Ding kann kein Regierungsknallkopf wegpofallern "=für beendet erklären".

Die "transatlantische Freundschaft" ist eine Farce.

Je mehr das begreifen, desto schneller sind auch die Sanktionen weg.
Und - weitaus wichtiger - desto geringer ist die Chance auf eine Eskalation des Krieges auf europäischem Boden.

Gruß, Bernadette

Er bangt zu Recht, hoffe ich.

Brauer @, Donnerstag, 30.04.2015, 12:55 vor 3911 Tagen @ Bernadette_Lauert 3041 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 30.04.2015, 13:10

Ist von der Deutschen Wirtschaft ähnlicher Widerstand zu erwarten?
Der Eindruck ist: Eher nicht.
Wichtige Wirtschaftsvertreter gaben sich aktuell auf einer Tagung sehr
obrigkeitstreu und politikhörig.

Fraglich ist aber, ob sich wegen der BND-NSA Affäre nicht doch größerer Widerstand in der Wirtschaft aufbaut.
Denn einerseits wird unter den Sanktionen gelitten und zusätzlich wird noch Schaden von der eigenen Regierung verursacht indem sie Wirtschaftsspionage für eine fremde Macht ausführen lässt. Und auch noch für die selbe, die die Sanktionen zu verantworten hat.
Das sind zwar keine Staatsgeheimnisse, aber der Begriff "Verrat" trifft es allemal.
Da sollte so manche Parteispende nochmal überdacht werden, finde ich.
Nicht dass diese Bande bei der nächsten Wahl schon wieder dran kommt.

Man gibt sich obrigkeitshörig

stocksorcerer @, Donnerstag, 30.04.2015, 14:12 vor 3911 Tagen @ Bernadette_Lauert 2874 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 30.04.2015, 14:48

...aber es brodelt ganz schön im Kessel. Umsatzeinbruch von 35% mit dem Russlandgeschäft, das ist schon eine Hausnummer. Ich bin überzeugt davon, dass die Firmen (und Landwirte) einen heftigen Druck auf die Politik ausüben. Die Mastercard- /Visa-Nummer wird das ihre tun, um den Druck weiter zu verstärken.

Es ist auch in keinster Weise einzusehen. Da gehen tatsächlich Umsätze und Arbeitsplätze verloren. Nachweisbar. Die sind dann tatsächliche Verluste, die man sich selbst beim schöngerechneten TTIP kaum wieder reinholen kann. In Wirklichkeit verspielt Deutschland aufgrund seiner US-Hörigkeit derzeit seine Wettbewerbsvorteile komplett und bei der verrottenden Infrastruktur im Lande wird davon bald auch nichts mehr übrig sein. Wenn des Kessel hält.

Ich glaube der Merkel auch nichts. Und Gabriel auch nicht. Die gehören in ihren Parteien beide geschasst.

Die Geschäfte werden möglicherweise über DRITTE abgewickelt.

Olivia @, Donnerstag, 30.04.2015, 14:20 vor 3911 Tagen @ stocksorcerer 2944 Views

...aber es brodelt ganz schön im Kessel. Umsatzeinbruch von 35% mit dem
Russlandgeschäft, das ist schon eine Hausnummer. Ich bin überzeugt davon,
dass die Firmen (und Landwirte) einen heftigen Druck auf die Politik
ausüben. Die Mastercard- /Visa-Nummer wird das ihre tun, um den Druck
weiter zu verstärken.

..................

China würde sich da anbieten. Es gibt aber wohl auch noch andere.
Das ist doch völlig absurd mit diesen Sanktionen.
Sie dienen dazu Europa zu schwächen. Hoffen wir, dass Europa stark und selbständiger daraus hervorgeht!

--
For entertainment purposes only.

...und es brodelt ganz schön im Kessel - auch eine Etage tiefer in der Politik...

Griba @, Dunkeldeutschland, Donnerstag, 30.04.2015, 16:40 vor 3911 Tagen @ stocksorcerer 3370 Views

versucht man zu retten, was noch geht: hier auf 22.04. runterscrollen

Die Werften im MV gehören inzwischen Russen, die Gasleitungen mehrheitlich auch...[[freude]]

--
Beste Grüße

GRIBA

Deutsche Wirtschaftsvertreter zahnlos?

aliter @, Freitag, 01.05.2015, 09:36 vor 3911 Tagen @ Bernadette_Lauert 2673 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 01.05.2015, 16:23

Wenngleich immer mal wieder kolportiert wurde, dass die Wirtschaft die Politik "übernehme", muss man in der Vergangenheit vermuten, dass die deutsche Wirtschaft den teilweise unausgegorenen Politikvorgaben willig folgt.
Schon beim Transrapid hat es mich gewundert, dass das Konsortium nicht bereit war, ohne Politikfinanzierung auf eigenes Risiko Trassen zu entwickeln.
Als Bachelor und Master eingeführt wurden, haben die Hochschulen und die Wirtschaft dies widerstandslos geschluckt, dabei hatte gerade der FHS-Ing. in der Wirtschaft einen ausserordentlich guten Ruf und ich habe selber beobachtet, dass diese in der Wirtschaftshierarchie an Uni-Absolventen locker vorbeigezogen sind.
Schliesslich als Krönung der voreilende Gehorsam bei dem Russland-Boykott, da kann man nur den Kopf schütteln.

mfg

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