Das schwarze Loch des Finanzsystems

Ankawor, Montag, 27.04.2015, 13:51 vor 3915 Tagen @ Peppercorn 4133 Views

Hier ein interessanter Artikel von ZeroHedge bezueglich der Abhebung von
Bargeld in der Schweiz:

Die möchten gern bar abheben, um negativen Zinsen zu entgehen.


"Das schwarze Loch des Finanzsystems" lautet die Überschrift eines anderen Artikels bei Zerohedge.

http://www.zerohedge.com/news/2015-04-26/negative-interest-rates-black-hole-financial-s...

Kurze Zusammenfassung: In Europa läuft inzwischen ein mit Japan vergleichbares Drama ab. Zuerst nur an wenigen Stellen tauchen negative Zinsen immer mehr auf. Aber das ist nicht auf Europa beschränkt, sondern letzte Woche gab es auch in Australien erstmals Government Bonds mit negativen Zinsen.

Dass dies kaum jemand kommen sah, unterstreicht den Ernst des Problems. Negative Zinsen ändern die Regeln des Finanzsystems. Wer spart, muss draufzahlen, wer sich verschuldet, wird belohnt. Die Welt wird auf den Kopf gestellt.

Wer wird dann noch sparen? Niemand natürlich. Die Leute werden Schulden in großem Umfang machen. Wer nach Profit sucht, wird Schulden machen. Viel verrückter kann es nicht werden.

Die Entwicklung ist wahrscheinlich unumkehrbar. Ein schwarzes Loch, das immer mehr Kapital aufsaugt und es nie wieder rauslässt. Auch dieses schwarze Loch wird mit einem Big Bang enden, und an diesem Zeitpunkt könnten Investoren mit einem Schlag alles verlieren.

Das große Problem ist, dass nichts in Sicht ist, was die Entwicklung umkehren könnte. Die Regierungen machen Schulden und haben kein Interesse an einer Umkehrung, und den Zentralbanken bleibt nichts übrig, als die Geldnachfrage zu flexibilisieren, was die Entwicklung hin zu negativen Zinsen noch beschleunigt.

All dies kann unserer Meinung nach nur in einem finanziellen Drama enden.

Offensichtlich gibt es überhaupt niemanden, der sich darüber Sorgen macht. Unwissen oder Gleichgültigkeit?

-----------------------

Meine Erfahrung: 98 % der Leute wissen nichts davon.
Die Privatiers, die ich kenne, für die ist es kein Thema, aber ich weiß natürlich nicht, woher sie ihre leistungslosen Einkommen beziehen. Wenn von Zinsen, dann rollen die noch jeden Monat rein.

Kurze Nachfrage bei Bank- und Steuerangestellten ergab jedoch, dass denen schwummrig im Kopf wird bei der Diskussion über die Folgen negativer Zinsen. Aber nur solange ich mich mit ihnen unterhalte und Fragen stelle. Anschließénd ist alles wieder gut bei ihnen im Kopf. Es scheint die Einstellung zu herrschen, dass "die" schon was tun werden.

Ett hätt noch immer juut jejange.

Deckt sich mit meiner Wahrnehmung (oT)

inno @, Montag, 27.04.2015, 17:04 vor 3915 Tagen @ Ankawor 2745 Views

- kein Text -

Negativzinsen auf private Guthaben sowie die Staatsbonds (edit.)

Beo2 @, NRW Witten, Montag, 27.04.2015, 17:35 vor 3915 Tagen @ Ankawor 3069 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 27.04.2015, 17:55

Das schwarze Loch des Finanzsystems" lautet die Überschrift eines anderen Artikels bei Zerohedge.
http://www.zerohedge.com/news/2015-04-26/negative-interest-rates-black-hole-financial-s...

Kurze Zusammenfassung: In Europa läuft inzwischen ein mit Japan vergleichbares Drama ab. Zuerst nur an wenigen Stellen tauchen negative Zinsen immer mehr auf. Aber das ist nicht auf Europa beschränkt, sondern letzte Woche gab es auch in Australien erstmals Government Bonds mit negativen Zinsen. Dass dies kaum jemand kommen sah, unterstreicht den Ernst des Problems.
Negative Zinsen ändern die Regeln des Finanzsystems. Wer spart, muss draufzahlen, wer sich verschuldet, wird belohnt. Die Welt wird auf den Kopf gestellt.

Gut so. Es sind schließlich die Kreditnehmer (Schuldner), die die Wirtschaft am Laufen halten. Auf (nutzlos) geparkte Guthaben muss es eine "Parkgebühr" geben, sonst kackt die Wirtschaft ab. Das haben die Geldpolitiker endlich verstanden.

Wer wird dann noch sparen? Niemand natürlich. Die Leute werden Schulden in großem Umfang machen. Wer nach Profit sucht, wird Schulden machen. Viel verrückter kann es nicht werden.

Nein, das kann in einer normal funktionierenden Wirtschaft nicht passieren, denn Privatbanken benötigen Zinserträge, um ihre Kosten zu decken. Eine Ausnahme bilden da gewiss die Staatsbonds, denn auf die Staatsanleihen kann der Staat grundsätzlich verzichten. Er ist selbst ein Geldemittent und Bestimmer der Spielregeln.
Auch sollte die Staats(re)finanzierung grundsätzlich über Steuereinnahmen erfolgen. Zudem darf der Staat bei positiver privater Sparquote nicht netto tilgen, ohne die VoWi zum Absturz zu bringen.

Die Entwicklung ist wahrscheinlich unumkehrbar.

Richtig .. wenn sich sonst nichts ändert.

Ein schwarzes Loch, das immer mehr Kapital aufsaugt und es nie wieder rauslässt. Auch dieses schwarze Loch wird mit einem Big Bang enden, und an diesem Zeitpunkt könnten Investoren mit einem Schlag alles verlieren.

Einen Big Bang wird es geben, aber nicht wegen der negativen Zinsen auf private Geldguthaben oder auf die Staatsanleihen. Diese zögern den Big Bang nur hinaus.

Das große Problem ist, dass nichts in Sicht ist, was die Entwicklung umkehren könnte. Die Regierungen machen Schulden und haben kein Interesse an einer Umkehrung, und den Zentralbanken bleibt nichts übrig, als die Geldnachfrage zu flexibilisieren, was die Entwicklung hin zu negativen Zinsen noch beschleunigt.

Die Politiker bedienen hauptsächlich Interessen der Finanzwirtschaft und ihrer Sparerkunden. Wegen der unvermindert hohen privaten Sparquote muss aber Jemand ständig neue Liquidität sowie Güternachfrage nachschießen, sonst kackt die Realwirtschaft dabei ab.

Mit Gruß, Beo2

Den Pferden muss man nur groessere Troege hinstellen, damit sie anfangen zu saufen?

CalBaer @, Montag, 27.04.2015, 18:56 vor 3915 Tagen @ Beo2 2857 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 27.04.2015, 19:26

Gut so. Es sind schließlich die Kreditnehmer (Schuldner), die die
Wirtschaft am Laufen halten. Auf (nutzlos) geparkte Guthaben muss es eine
"Parkgebühr" geben
, sonst kackt die Wirtschaft ab. Das haben die
Geldpolitiker endlich verstanden.

Die Wirtschaft ist doch laengst "abgekackt", und zwar weil zu viele Kredite vergeben wurden. Die Kreditnachfrage haengt ganz ursaechlich von den Plaenen der Kreditnehmer ab, nicht von den Zinssaetzen. Nach Ueberinvestitionen auf Grund zu hoher Kreditvergabe ist der Investitionsbedarf spaeter gering bis Null. Wer wird denn Haeuser bauen, wenn es Millionen leerstehender Haeuser gibt? Oekonomisch gesehen ist das nur vernuenftig, allerdings auch schmerzhaft. Die Geldpolitiker verzoegern den deflationaeren Kollaps lediglich mit kuenstlicher Liqiditaet (extend and pretend). Die Ueberkapazitaeten muessen aber abgebaut werden, nicht neue geschaffen werden.

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Pferde muss man scheuchen, damit sie Durst bekommen.

Beo2 @, NRW Witten, Montag, 27.04.2015, 19:39 vor 3915 Tagen @ CalBaer 2806 Views

Gut so. Es sind schließlich die Kreditnehmer (Schuldner), die die Wirtschaft am Laufen halten. Auf (nutzlos) geparkte Guthaben muss es eine "Parkgebühr" geben, sonst kackt die Wirtschaft ab. Das haben die Geldpolitiker endlich verstanden.

Die Wirtschaft ist doch laengst "abgekackt",

Ja, die Binnenmarktwirtschaft.

und zwar weil zuviel Kredite vergeben wurden.

Ja, an den Staat, weil zu viel gespart wird. Der Staat ist als Ersatzschuldner, Ersatzkonsument und Ersatzinvestor eingesprungen. Daraus ist ein Zuviel an monetären Guthaben-Schulden (= Kreditvolumen) entstanden:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=352552

Die Privaten haben nun die Guthaben, der Staat die Schulden. Beides wächst steil exponentiell.

Die Kreditnachfrage haengt ganz ursaechlich von den Plaenen der Kreditnehmer ab,

... und diese hängen von den Einkommen (Löhnen, Renten etc.) der Privaten sowie von dem Güterabsatz der Unternehmen ab. Und dies hängt wiederum durchaus von den Guthabenzinsen ab.

... nicht von den Zinssaetzen.

Wer braucht wozu Kredit, wenn Alle versessen darauf sind, in Geld zu sparen? Wer es nicht ist, der hat meistens nichts zum Sparen, sondern entspart eher.

Gruß, Beo2

Schuldner Nr. 1

Rybezahl, Montag, 27.04.2015, 20:27 vor 3915 Tagen @ Beo2 2683 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 27.04.2015, 20:56

Ja, an den Staat, weil zu viel gespart wird. Der Staat ist als
Ersatzschuldner, Ersatzkonsument und Ersatzinvestor eingesprungen. Daraus
ist ein Zuviel an monetären Guthaben-Schulden (= Kreditvolumen)
entstanden:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=352552

Die Privaten haben nun die Guthaben, der Staat die Schulden. Beides
wächst steil exponentiell.

Der Staat muss ja nicht nur sich selbst erhalten (Beamte ernähren), sondern auch noch etwas tun (Autobahnen bauen usw.), sonst bräuchte man ihn nicht. (Ob man ihn grundsätzlich braucht ist eine andere Frage.)

Wie soll der Staat das machen? Mit Steuern. Und woher kommt das Steuergeld? Wenn nicht durch eigene Verschuldung, dann durch Verschuldung des Volkes. Genau das ist der Fall, wenn gespart wird (Geld = Forderung/Schuld).

Die Guthaben des Volkes sind also nicht zwangsläufig die Schulden des Staates, es kann sich auch um Schulden des Volkes handeln. Es ist ein Fehlschluss* anzunehmen, der Staat habe Schulden, weil das Volk Guthaben hat. Der Staat macht die Schulden selbst und deshalb hat das Volk Guthaben (+ wegen Verschuldung innerhalb des Volkes).

* Ich will nicht sagen, dass du das annimmst.

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Schulden des Staates = Guthaben des Volkes

Beo2 @, NRW Witten, Montag, 27.04.2015, 21:18 vor 3915 Tagen @ Rybezahl 2580 Views

.. letztere allerdings sehr ungleich verteilt, im Gegensatz zu den ersteren.

Die Privaten haben nun die Guthaben, der Staat die Schulden. Beides wächst steil exponentiell.

Der Staat muss ja nicht nur sich selbst erhalten (Beamte ernähren), sondern auch noch etwas tun (Autobahnen bauen usw.), sonst bräuchte man ihn nicht. (Ob man ihn grundsätzlich braucht ist eine andere Frage.)

Richtig. Die Beamten erstellen staatliche Dienstleistungen für die Bürger und kaufen Leistungen privater Unternehmen zwecks Investitionen in gemeinnützige Infrastruktur ein. Das ist zumindest ihre Aufgabe, wofür sie bezahlt werden.

Wie soll der Staat das machen? Mit Steuern. Und woher kommt das Steuergeld? Wenn nicht durch eigene Verschuldung, dann durch Verschuldung des Volkes. Genau das ist der Fall, wenn gespart wird (Geld = Forderung/Schuld).

Nein, wer spart, zahlt z.B. keine Umsatz- und Verbrauchssteuern etc. und verhindert durch Konsum- und Investitionsverzicht steuerpflichtige Einnahmen/Einkommen bei Anderen (z.B. bei den Schuldnern).

Die Guthaben des Volkes sind also nicht zwangsläufig die Schulden des Staates, es kann sich auch um Schulden des Volkes handeln. Es ist ein Fehlschluss anzunehmen, der Staat habe Schulden, weil das Volk Guthaben hat. Der Staat macht die Schulden selbst und deshalb hat das Volk Guthaben (+ wegen Verschuldung innerhalb des Volkes).

Wenn das Volk weniger sparen würde, bräuchte sich der Staat weniger zu verschulden. Es ist schließlich seine primäre Aufgabe, die Wirtschaft am Laufen zu halten. Also muss er ständig Liquidität (via die ZB) nachschießen und damit einkaufen gehen. Das erwartet von ihm das Volk, das zugleich widersinnig versessen aufs Geldsparen und aufs Verweigern von Steuerabgaben ist .. ersteres zumeist aus Angst vor Armut im Alter und im Krankheitsfall. Das haben ihm marktliberale Demagogen so eingetrichtert und eingerichtet. Andere sparen, weil sie nicht mehr wissen, wohin mit dem Geld. Dümmer geht's nimmer.

Mit Gruß, Beo2

Der Sozialismus - ein System, das funktioniert!

Zarathustra, Montag, 27.04.2015, 22:00 vor 3915 Tagen @ Beo2 2506 Views

bearbeitet von Zarathustra, Montag, 27.04.2015, 22:04

.. letztere allerdings sehr ungleich verteilt, im Gegensatz zu den
ersteren.

Die Privaten haben nun die Guthaben, der Staat die Schulden. Beides

wächst steil exponentiell.

Der Staat muss ja nicht nur sich selbst erhalten (Beamte ernähren),

sondern auch noch etwas tun (Autobahnen bauen usw.), sonst bräuchte man
ihn nicht. (Ob man ihn grundsätzlich braucht ist eine andere Frage.)

Richtig. Die Beamten erstellen staatliche Dienstleistungen für die
Bürger

Sie zwingt - feige wie die Mafia nunmal ist - dem schwächeren Teil der Bevölkerung 'Dienstleistungen' auf, für welche sie - bei Sanktion um Unterlassungsfall - Schutzgeldzahlungen zu leisten hat.

und kaufen Leistungen privater Unternehmen zwecks Investitionen in
gemeinnützige Infrastruktur ein. Das ist zumindest ihre Aufgabe, wofür
sie bezahlt werden.

Klar ...

Wie soll der Staat das machen? Mit Steuern.

Und woher kommt das
Steuergeld? Wenn nicht durch eigene Verschuldung, dann durch Verschuldung
des Volkes. Genau das ist der Fall, wenn gespart wird (Geld =
Forderung/Schuld).

Nein, wer spart, zahlt z.B. keine Umsatz- und Verbrauchssteuern etc. und
verhindert durch Konsum- und Investitionsverzicht steuerpflichtige
Einnahmen/Einkommen bei Anderen (z.B. bei den Schuldnern).

Kann jeder halten er will.

Die Guthaben des Volkes sind also nicht zwangsläufig die Schulden des

Staates, es kann sich auch um Schulden des Volkes handeln. Es ist ein
Fehlschluss anzunehmen, der Staat habe Schulden, weil das Volk Guthaben
hat. Der Staat macht die Schulden selbst und deshalb hat das Volk Guthaben
(+ wegen Verschuldung innerhalb des Volkes).

Wenn das Volk weniger sparen würde, bräuchte sich der Staat weniger
zu verschulden
.

Wenn das Volk nichts sparen würde, dann gäbe es überhaupt kein Geld und auch keinen Staat (Mafia).

Es ist schließlich seine primäre Aufgabe,

Eine mafiöse (gewalttätige) Organisation hat keine Aufgaben.

die
Wirtschaft am Laufen zu halten.

Genau genommen: Die alles zermalmende, exponentiell immer weiter expandieren müssende Ueberschusswirtschaft (=Tributwirtschaft/Schutzgeldwirtschaft) am Laufen zu halten.

Also muss er ständig Liquidität (via die
ZB) nachschießen und damit einkaufen gehen.

Arme Mafia. Könnte einem fast leid tun, wenn man - als Debitist - nicht längst wüsste, mit wem man es zu tun hat.

Das erwartet von ihm das Volk,

Wer ist dieses Neutrum, das Volk? Bist Du Volker?

das zugleich widersinnig versessen aufs Geldsparen und aufs Verweigern von
Steuerabgaben ist .. ersteres zumeist aus Angst vor Armut im Alter und im
Krankheitsfall. Das haben ihm marktliberale Demagogen so eingetrichtert und
eingerichtet.

Genau, wer sonst! Der Sozialismus - ein System, das funktioniert!

Andere sparen, weil sie nicht mehr wissen, wohin mit dem
Geld. Dümmer geht's nimmer.

Mit Gruß, Beo2

Grüsse, Zara

Annäherung

Rybezahl, Dienstag, 28.04.2015, 00:01 vor 3914 Tagen @ Beo2 2439 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 28.04.2015, 00:31

Hallo Beo2!

Wenn das Volk weniger sparen würde, bräuchte sich der Staat weniger
zu verschulden
.

Aber warum denn?

Die Steuern, die er zum Selbsterhalt braucht, fordert er doch uneingeschränkt ein. Dass die Steuern nicht reichen, den Staatshaushalt zu finanzieren, ist eine andere Sache. Was hat das mit den "Sparern" zu tun? Jeder kauft doch das, was zum Leben nötig ist. Warum sollte jemand mehr kaufen, als zum Leben nötig ist?* Gespart - oder "Gesammelt" - wird das, was am Ende des Monats übrig bleibt.

Da könnte man ja auch sagen: Löhne runter - damit am Ende des Monats nichts übrig bleibt; Ergo: Nicht gespart werden kann.
Alternativ: Spenden!

Viele Grüße vom
Rybezahl.

* Was zum Leben nötig ist, ist natürlich eine rein subjektive Entscheidung (von Nahrung und Wasser abgesehen). Jedenfalls ist es krankhaft zu kaufen, um zu kaufen = Kaufsucht.

Ursachen und Folgen überhöhter Sparquote ..

Beo2 @, NRW Witten, Dienstag, 28.04.2015, 10:51 vor 3914 Tagen @ Rybezahl 2459 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 28.04.2015, 10:58

Hallöchen Rybezahl.

Wenn das Volk weniger sparen würde, bräuchte sich der Staat weniger zu verschulden.

Aber warum denn?

Weil:

__ 1) .. Jemand hat Kredit aufgenommen, um das von Dir gesparte Geld in Umlauf zu bringen .. und sorgte damit, dass die Wirtschaft überhaupt läuft. Nun aber wartet er, dass das Geld in Form von Einnahmen zu ihm zurückkommt, damit er tilgen kann.
__ 2) .. Jemand muss das von Dir gesparte Geld durch Kreditaufnahme ersetzen, damit die Wirtschaft weiterläuft. Er wird aber kaum tilgen können, solange "sein Geld" von einem Anderen gespart wird. Es gibt nur einen einzigen Akteur, der nicht (netto) tilgen muss: Es ist der Staat. Deshalb kann nur der Staat als Neuschuldner für die Sparer "einspringen".
__ 3) .. Geldvermögen ist gleichbedeutend mit politischer Macht. Wir haben eine (Geld)Scheindemokratie. Das wiederum bedeutet, dass 10% der Bevölkerung hierzulande die Gesellschaft beherrschen und gestalten .. zu eigenem Vorteil. Sie bedienen sich dabei der politischen Parteien (= kommt von "Partei nehmen").
__ 4) .. Die Auftürmung gigantischer Geldvermögen birgt ein gefährliches Potential für eine Hyperinflation in sich, insbesondere bei besonders wertvollen Gütern wie Grund & Boden, Rohstoffen, Flora und Fauna, Wasser etc.. Es ist mit einem Pulverfass vergleichbar.
__ 5) .. 25% der Bevölkerung leben hierzulande in Armut. 50% können nichts sparen.
__ 6) .. Wir haben eine chronische Rezession in der Binnenmarktwirtschaft.
__ 7) .. Sparen bedingt Ausfälle bei den Steuereinnahmen (z.B. bei Umsatz- und Verbrauchssteuern; mittelbar auch bei Einkommen-, Gewerbesteuer etc.).
__ 8) .. Übermäßiges Sparen ist ein Krankheitssymptom der Gesellschaft .. chronische AaaNGST! Andere wissen nicht mehr, wohin mit dem Geld.
__ 9) .. Überhöhte Sparquote (> BIP-Wachstumsrate) ist ein sicheres Zeichen für ungesund schiefe Einkommensverteilung. Als Maß für diese Schiefe gilt die Differenz aus "Mittelwert ≠ Median" (in % des Medians).

Die Steuern, die er zum Selbsterhalt braucht, fordert er doch uneingeschränkt ein.

Nein. Sparen bedingt direkte Ausfälle bei den Steuereinnahmen und fördert die Rezession (= rückläufige Wachstumsrate).

Dass die Steuern nicht reichen, den Staatshaushalt zu finanzieren, ist eine andere Sache.

Nein. Wenn nicht gespart würde, könnten die Steuereinnahmen reichen, um den Staat vollständig zu re'finanzieren.

Was hat das mit den "Sparern" zu tun? Jeder kauft doch das, was zum Leben nötig ist. Warum sollte jemand mehr kaufen, als zum Leben nötig ist?* Gespart - oder "Gesammelt" - wird das, was am Ende des Monats übrig bleibt.

Nein. 25% der Bevölkerung können ihren Grundbedarf nicht decken. 50% können nichts sparen. Die eigentlichen Sparer wissen nicht mehr, wohin mit dem Geld:
http://www.welt.de/wirtschaft/Wirtschaftslexikon/article6209348/Deutschland-hat-eine-ho...

"Die Sparquote ist nur ein Durchschnittswert, sie schwankt tatsächlich erheblich mit der Höhe des Haushaltseinkommens. Geringverdiener oder Hartz-IV-Haushalte sind gezwungen, ihre gesamten Einkünfte immer sofort auszugeben, ihre Sparquote ist zumeist sogar negativ. Haushalte mit einem Nettoeinkommen von 1500 bis 2000 Euro haben eine Sparquote von 2,4 Prozent, Haushalte mit über 5000 Euro netto im Monat sparen 21,8 Prozent und so weiter."

Da könnte man ja auch sagen: Löhne runter - damit am Ende des Monats nichts übrig bleibt; Ergo: Nicht gespart werden kann. Alternativ: Spenden!

Nein. Das (Real-) "Löhne senken", praktiziert in den letzten 20 Jahren, hat nicht zu sinkender Sparquote geführt:
http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-02/infografik-sparquote-deutschland

Mit Gruß, Beo2

Zinsersparnis 2014 i.d. Eidgenossenschaft CHF 15 Milliarden

Apostroph @, Down Town (Switzerland), Montag, 27.04.2015, 21:02 vor 3915 Tagen @ Peppercorn 2656 Views

eine Nummer welche nachdenklich machen muss. Die Schweiz hat als erstes Land vor wenigen Wochen eine Franken-Anleihe aufgelegt mit negativer Kapital-Rückzahlung. D.h. der Gläubiger bekommt am Ende der Laufzeit weniger zurück als er dafür am Liberierungs-Tag bezahlt hat. Dies bei Null-Zins auf 13 Jahre Laufzeit.


Nachdem jetzt die EU im Strom-Abkommen mit der Schweiz definitiv eine Absage erteilt hat, kann man das Geld aus Nullzins-Anleihen sehr bald dazu gebrauchen, die Wasserkraft und die Alternativ-Energie stärker zu subventionieren.

Falls die EU die Schweiz in den Schwitzkasten nimmt, könnte es beim Strom - Austausch/-Zulieferung zu seltenen Verkrampfungen führen.

Die wenigen Atomkraftwerke sind noch nicht abgeschaltet! Viele hoffen, dass hier ausgerechnet die EU den Atom-Gegnern das Bein stellen wird ....

Die Kraftwerk-Aktien sind sehr günstig (unter-) bewertet! :-)


Apo'

--
"Wir können nicht alle Helden sein, weil ja irgendeiner am Bordstein stehen und klatschen muss, wenn sie vorüber schreiten."

W. Adair

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