Hi troisinette, alias Schneider,
Ich hab mir da mal ein Pro-TTIP-Argument ausgedacht -
Wenn es den Konzernen gut geht, dann geht es auch seinen Bürgern gut.
Vielen Dank. Für Deinen Einwurf.
Ob Du Dir das ausgedacht hat, weiß ich nicht so recht, denn ich schrieb weiter oben ja bereits:
[B.La.:]
Ich nehme mal ein mögliches Pro-TTIP-Argument vorweg, um ggf. eine echte
Debatte anzutriggern: Nun könnte man sagen: Auch die deutschen Konzerne
profitieren davon, wenn ALLE Konzerne profitieren. Und die Zukunft wird nun
mal Konzernwirtschaft sein - entsprechend dem westlichen Werteparadigma
Das ist ja im Grunde "Dein" Argument.
Aber darum geht es nicht.
Du bist also der Überzeugung, dass, wenn es den Konzernen gut geht, auch den Bürgern gut geht. Halten wir das als These mal so fest.
Du untermauerst das Argument wiefolgt:
ca. 3,5 Mio. Bürger, die beispielsweise bei den 30 DAX-Konzernen
angestellt sind, plus familiären Anhang, freuen sich vermutlich, wenn
alles getan wird, damit sich die Konzerne richtig wohlfühlen. Dazu kommen
dann noch die ganzen Angestellten bei den mittelständischen Zulieferern -
nicht auszumalen.
Darüber hinaus kaufen X-Millionen Bürger ohne Not das Zeug der Konzerne.
Ich setze hier entgegen, dass 3,5 Mio. Bürger plus weitere in Zulieferbetrieben kein Maßstab sein können für eine ganze Gesellschaft.
Denn wenn die Konzerne immer mehr Macht gewinnen, treibt das einen Monopoli-Kreislauf an. Durch immer weitere Übernahme von Unternehmen konzentriert sich die Macht in immer weniger Händen.
Wir haben schon jetzt die äußerst bedenkliche Situation, dass 147 Konzerne - großteils in Banken- und Family-Office-Hand (kleine, elitäre Machtelite) bestimmen, was auf der Weltwirtschaft passiert. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich :
Mächtige Konzerne: 147 Unternehmen kontrollieren die Welt
http://www.fr-online.de/wirtschaft/maechtige-konzerne-147-unternehmen-kontrollieren-die...
Dieser Machtkonzentrationsprozess ist Gegenstand vieler Debatten. Ich will mal ganz plakativ den Dämon von Illumicorp an die Wand malen - der weltweiten Konzernherrschaft am Ende dieses Prozesses.
Zuende gedacht ist das der Weg zu genau jenen Entwicklungen, denen wir vieles von dem Leid auf dem Planeten zu verdanken haben. Partikularinteressen einer Pyramidenspitze sind eben in der Regel nicht gut für die ganze Gesellschaft.
Wenn das Großkapital und der IMK Hand in Hand Geopolitik machen, ist das
die absolute Herrschaft des einen Prozents. Schon heute gehören "dem einen reichsten Prozent" genausoviel wie den restlichen 99 Prozent. Der Weg hin zu Illumicorp ist also schon sehr weit beschritten.
Wo führt das ganze denn hin - zu welcher Herrschaftsphilosophie?
Welcher Geist wird die, von der Obrigkeit getroffenen Entscheidungen durchdringen?
Es sind die Entscheidungen einer von der Finanzwirtschaft bestimmten Elitenherrschaft, die nicht mal einen Staat zum okupieren braucht, da sie notfalls mit eigenen Söldnern ihre Interessen durchdrückt.
Dieser Punkt wird häufig nicht gesehen. Dass auch in failed und gerade "faillierenden" Staaten eine Privatarmee Machtinteressen durchdrücken kann (Das war ein kleiner Exkurs für die radikalen Staatsabschaffer, die an dieser Stelle einen blinden Fleck in der Wahrnehmung haben.) Die Welt ist leider komplizierter.
Ausgehend von den USA breitet sich dieser Krebs aus. In den USA ist die Entwicklung bereits weit Fortgeschritten: Eine Princeton-Studie ist vor kurzem zum Ergebnis gekommen, dass die USA gar keine Demokratie mehr sind. Vielmehr entscheide das Kapital -> genauer: die Oligarchen dahinter. (Quelle)
Konzernmacht hinterherzuklatschen heißt also folgerichtig zu bejaen, dass Gauner wie Soros, Kolomoisky oder Poroschenko über DEINE Lebenswirklichkeit entscheiden.
Ihnen wirst Du alles, was Du und Deine Kinder im Leben brauchen abkaufen müssen. Wasser, Infrastruktur, Bildung.
Ich könnte hier noch viiiiiel ergänzen, will es aber an dieser Stelle mal dabei belassen. Allein die beiden Studien sprechen Bände.
Zur Stärkung von
politicaleconomy’s
zukunftsweisender(?) Achse Paris-Berlin-Moskau-Peking könnte man ja
auch mal auf einen LADA umsteigen oder sich die Haare und die Klamotten mit
Sand waschen, wie es bis 18-hundert-irgendwas durchaus nicht unüblich war.
Netter Spruch.
Ganz basisdemokratisch ist dem Bürger dann aber Mehrheitlich die
Nivea-Pflegelinie der Beiersdorf AG und ein 3er aus dem Hause der
Quandt-Oligarchie doch irgendwie wesentlich angenehmer.
Menschen kaufen bei Konzernen ein. Dieser These stimme ich zu.
Der Wirtschaft ginge es besser, wenn die Unternehmen kleinteiliger strukturiert wären. Es ist der deutsche Mittelstand in Unternehmerbesitz, aufgrund dem es Deutschland gut geht.
Ach ja, dass wäre auch noch so ein Thema in Hinblick auf die Dichotomie Konzernwirtschaft vs soziale Marktwirtschaft.
Der Aspekt:
Unternehmer versus Manager. Unternehmer denken langfristig, Konzernmanager bis zu den Gewinnausschüttungen für die Aktionäre im kommenden Quartal und die eigenen Boni. usw.usw. Zur Untermauerung dieser These kann ich Dir einiges an Vorlesungen etc verlinken, falls Du mehr wissen möchtest.
Das jetzt mal fernab der Oligarchenherrschaftsgeschichte in der Langfristperspektive. Typen wie Soros und Kolomoyski werden über Krieg und Frieden entscheiden, wenn die Konzernoligarchie kommt.
Man könnte von unseren Oberen natürlich auch erwarten, dass sie uns
Bürger aus dem Ausbau des weltumspannenden Hyperkollektivs raushalten und
wir unser eigenes Ding drehen. Du müsstest dann aber mit deiner
aufklärerischen Debattenkultur beim Bürger möglicherweise gewisse
Ernüchterungseffekte abfedern,
wie wir sie
in ähnlicher Form bereits nach der Euphorie der Widervereinigung
kennengelernt haben.
Wie meinen?
Ich erlaube mir noch eine etwas abschweifende generelle Frage: Meinst du,
dass es für die im Gelben-Forum diskutieren politischen Widrigkeiten der
modernen Welt befriedigende politische Antworten gibt? Wenn ja, könntest
du ja mal einige politische Antworten formulieren, die über eine mystische
basisdemokratische Spontanheilung per Web 2.0 Informationskultur
hinausgehen.
Sehr gerne. Wenn Du so allgemein fragst, kann die Antwort allerdings nur "42" lauten. Viel habe ich hier bereits im Gelben angesprochen. Frag mich was bestimmtes, dann bekommst Du eine konkrete Antwort. Von einer mystischen basisdemokratischen Spontanheilung gehe ich übrigens nicht aus. Im Gegenteil. Ich hatte hier im Gelben bereits mehrere Male begründet, warum es nur der harte, steinige Weg sein kann, bei der der Mensch anders wird.
Es gibt operative, taktische und strategische Dinge zu tun zu klären und zu berücksichigen. Es gibt viele gute Antworten auf den verschiedenen Ebenen. Pauschalantworten gibt es nicht.
Das Dringlichste ist derzeit die Kriegsgefahr.
Es wäre vermessen, zu behauten, Dir hier die perfekte Utopie für eine optimal laufende Wirtschaft und Gesellschaft präsentieren, zu können. In einem Posting hier.
Aber ich bin guten Mutes, dass Antworten auf alles, was ansteht, gefunden werden können. Wenn man nur will. Und sich die Bürger, die einfach nur ein gutes Leben in friedlicher Gemeinschaft leben wollen, sich nicht mehr Divide-et-Impera-technisch teilen lassen. Das alles ist auch ein spirituelles Thema. so angreifbar dieses Adjektiv auch sein mag. Wenn Du es nicht magst, nimm nur die Fakten, die ich genannt habe - allein die beiden Studien sprechen Bände.
![[image]](http://www.truthermemes.com/files/2013/09/truther-memes-left-right-brain.jpg)
Mit freundlichen Grüßen
Schneider
Gruß, Bernadette