.. besonders dann, wenn Rabulistik in der Diskussion unterlassen wird.
Wenn man das bestehende System vollstaendig korrumpierte, wuerden Ueberschuesse in Alternativen gespart. Negativzinsen auf Geldguthaben sollen ja gerade dazu motivieren, dass "in Alternativen" gespart wird, nämlich in Sachwerten und realen Investitionen, anstatt in Geldvermögen.
Und was bringt es fuer die Wirtschaft, wenn ich in Gold, Fremdwaehrungen, Haeuser, Aktien spare anstatt in gesetzl. Zahlungsmittel. Dadurch wird doch der Konsum nicht erhoeht. Ein sinnloses Unterfangen also.
Nein. Wenn der Konsum erhöht werden soll, muss logischerweise auch die Realgüterproduktion erhöht werden (= Wachstum). Dafür werden aber Investitionen z.B. in Aktien oder in andere Formen von Firmenbeteiligungen benötigt. Häuser müssen erst gebaut werden; Gold muss erst gewonnen und kann später nützlich verwendet werden.
Ich rede im Zusammenhang mit Konsum immer auch von (benötigten) REALinvestitionen. Das versteht sich von selbst.
Ich sehe schon: Du weigerst Dich konsequent mitzudenken und meine Argumente seriös zu behandeln. Ich muss Dir alles sahnig vorkauen, damit Du es nicht verdrehen kannst. Das ist Rabulistik. Eine solche Diskussion hat keinen Sinn. Das dürfte jetzt reichen!
Kannst Du lesen (?): Da oben steht "Konsum & Investition". Beides ist Geld-Ausgeben. Konsum zieht Investitionen nach sich.
Nein, Investieren ist es nicht Geldausgeben.
"Real investieren" bedeutet für mich "Geld ausgeben", z.B. für Sachwerte (auch Kunst etc.), Aktien, andere Firmenbeteiligungen, Rohstoffe, Grund & Boden, Häuser u.ä..
Investition ist nur eine andere Form von Sparen.
Richtig. Man nennt es "Sparen in Sachwerten" (vgl. auch @dottore's: "echte Ersparnis"!). Das ist sehr erwünscht!
Geldsparen und Investition besitzen nur unterschiedliche Risiken und Ertraege, aber im Prinzip ist es das gleiche.
Nein. "Sparen in Sachwerten" (Realinvestitionen) sorgt, volkswirtschaftlich gesehen, für Wachstum der Wirtschaftsleistung; Geldsparen bringt keines, sondern das Gegenteil. Mir geht es hier stets um die volkswirtschaftliche Sicht, nicht um die privat-egoistische.
2. Wird aus Ersparnissen erzwungenermassen konsumiert, muessen doch Konsumenten weniger Kredit aufnehmen, die Geldmenge sinkt also.
Nein, die sofort verfügbare Liquidität ändert sich dadurch nicht, da bei Negativzinsen Geldguthaben aus der Menge "M3 - M1" in die Menge M1 fließen..
Die Liquiditaet erhoeht sich, da M3-M1 weniger liquide ist als M1.
Genau darum geht es mir; nur diese Menge ist für realwirtschaftliche Ausgaben verfügbar. Nur die Menge M1 ist sofort verfügbare Kaufkraft. "M3 - M1" kann man nicht (sofort) ausgeben und ist volkswirtschaftlich nutzlos bzw. potentiell schädlich (ausgenommen Aktien u.ä. natürlich).
.. das kompensiert die eventuell niedrigere Kreditaufnahme.
M3 sinkt, wenn mehr Kredite getilgt werden, als aufgenommen werden. Die Verschiebungen in den Untermengen aendern nichts daran.
Ja, die Menge "M3 - M1" ist aber uninteressant. Die Untermenge M1 ist sofort verfügbare und benötigte Kaufkraft.
Es gibt aber keinen vernünftigen Grund, warum die Kreditaufnahme sinken sollte, wenn netto entspart wird. Bei vielen größeren Anschaffungen wird gerne mit Kredit teilfinanziert. Die aktiv nachfragende Geldmenge M1 würde bei negativen Guthabenzinsen eher wachsen.
Wenn es einfach keinen Bedarf gibt?
Du brauchst nicht zu konsumieren, wenn Du keinen Bedarf hast, trotz negativem Guthabenzins: Du zahlst einfach eine Parkgebühr (Negativzins) auf deine Guthaben und den Konsum übernehmen für dich Andere, die Bedarf haben. Das ist der zweite Sinn von Negativzins oder einer Geld(vermögen)steuer bzw. Geldhaltegebühr.
Gerade deswegen will man ja den entsparenden Konsumzwang einfuehren. Warum sollte ich mir dann was kaufen, was meine Ersparnisse uebersteigt?
Warum nicht? Ist das denn nicht Gang und Gäbe, zusätzlich mit Kredit zu finanzieren .. um sich etwas Größeres oder Schöneres zu leisten? Warum sollte sich daran etwas ändern, wenn mensch sicheres Einkommen hat?
Was soll das bringen? Es erhoeht nur M0/Reserven der Banken. Die Geldmenge erhoeht sich in der Realwirtschaft nur, wenn mehr Kredite aufgenommen werden als alte Kredite getilgt werden.
Nein. Auch GBanken können ohne Kreditnehmer neues Giralgeld schöpfen, indem sie einfach einkaufen gehen.
Warum sollten sie das tun, wenn sie damit kaum Rendite erwirtschaften koennen?
Ich habe nur deine sachlich falsche Aussage richtiggestellt. Es geht auch ohne Kredite. Bei verstärktem Konsum werden auch mehr Kredite benötigt, zumal für die Unternehmen.
Sie benötigt dafür nicht einmal willige Kreditnehmer, sondern kauft einfach irgendetwas (z.B. Finanzprodukte, Devisen, Aktien etc.)
Beim Kauf von Anleihen erhoeht das nur die Liquiditaet, schafft aber keinen Konsum. Warum sollte ich als Sparer ploetzlich konsumieren ..
Liquidität wird aber für Konsum & Realinvestitionen benötigt. Du brauchst nicht zu konsumieren .. genausowenig, wie Du ständig mit dem Auto herumkurven musst. Du zahlst einfach Parkgebühr und gehst Dich amüsieren. Das ist die andere Funktion von Negativzins. Das konsumieren (der Parkgebühr) übernehmen für Dich dann Andere.
Der Grund ist doch egal, nichts kann mich zum Konsumieren bringen.
Eben. Deshalb die Parkgebühr auf geparkte Guthaben.
Dann spare ich eben in Alternativen, solange ich nicht zum Konsumieren mit Gewalt gezwungen werde.
Sparen in Sachwerten, Rohstoffen (Gold u.ä.), Aktien, Genoss.anteilen u.ä. ist ausdrücklich erwünscht.
Aktienkauf würde ebenfalls mehr Geld in die Realwirtschaft spülen, insbesondere bei Neuemissionen und Kapitalaufstockungen natürlich. Das wäre sehr nützlich.
Das erhoeht aber nicht die Geldmenge, da die Kapitalaufstockung nur mit bereits bestehendem Geld realisiert wird.
Dies ist wieder plumpe Rabulistik!
Es spült Geld in die Unternehmen (Kapitalaufstockung) zwecks Erhöhung der realwirtschaftlichen Produktion, die benötigt wird, wenn mehr konsumiert wird.
Außerdem könnte Umsatzsteuer auf Finanzmarkttransaktionen erhoben werden, falls sinnvoll, um überschießende Spekulation einzudämmen.
Ja wenn's so einfach waere, haette man schon laengst alle Blasen verhindert.
Die Profiteure haben es verhindert.
Für jeden Topf gibt es einen passenden Deckel .. oder es kann ein solcher hergestellt werden.
Sicher, fuer jedes Problem gibt es eine passende Loesung. Die heisst aber eher Marktwirtschaft.
Ja, wenn sie gut reguliert ist. Nur dann kann sie sozial- und umwelt-verträglich sowie nachhaltig sein.
Mit Gruß, Beo2