Geopolitik aus russischer Sicht.

Griba @, Dunkeldeutschland, Donnerstag, 23.04.2015, 16:56 vor 3919 Tagen 5069 Views

Wer es noch nicht gelesen hat, sollte es tun - meines Erachtens sehr erhellend und ergänzend zu Friedmann etc....

In der Tat kann Europa heute wählen, ob es ein Werkzeug der Vereinigten Staaten bleiben oder näher an Russland heranrücken will. Je nach dem, wie es sich entscheidet, kann Europa mit einigen Schrammen davonkommen, wie z.B. dem Verlust von einigen Ländern in den Randzonen und der möglichen Fragmentierung einiger Länder, oder aber es wird komplett zusammenbrechen. Ausgehend von der Zögerlichkeit der EU Eliten, offen mit den USA zu brechen, ist ein Zusammenbruch nahezu unvermeidlich.
...
Für die Vereinigten Staaten würde ein Kompromiss mit Russland einen freiwilligen Verzicht auf seine Herrschaft bedeuten und zu einer schnellen System-Katastrophe führen – nicht nur einer politischen oder wirtschaftlichen Krise, sondern auch einer Lähmung der staatlichen Institutionen und der Unfähigkeit der Regierung zu funktionieren. In anderen Worten, zu einer unvermeidlichen Selbstauflösung.

Wenn aber die Vereinigten Staaten gewinnen, dann ist es Russland, das eine System-Katastrophe erleben wird. Nach so einer “Rebellion” Russlands führender Klassen würden diese mit Enteignung und auch mit Gefängnis bestraft. Der Staat würde aufgespalten, erhebliche Teile des Staatsgebietes würden übernommen und die Militärmacht des Landes würde zerstört.

Weiter geht es beim Vineyardsaker
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Beste Grüße

GRIBA

naiver Gedanke

Aktienbaer @, Donnerstag, 23.04.2015, 17:55 vor 3919 Tagen @ Griba 4310 Views

In der Tat kann Europa heute wählen, ob es ein Werkzeug der
Vereinigten Staaten bleiben oder näher an Russland heranrücken will. Ausgehend von der Zögerlichkeit der EU Eliten, offen mit
den USA zu brechen, ist ein Zusammenbruch nahezu unvermeidlich.

Frage: wieso sollte Europe frei wählen können, dass wäre mir neu. Glaubt jemand ernsthaft, dass die Verarmten Staaten von Amerika kampflos jetzt und zukünftig alles aufgeben, wo sie sich solche Mühe gemacht haben und ihre Leute in die EU eingeschleust haben?
Gerade jetzt lese ich, dass der BND im Auftrag der NSE deutsche Firmen ausspioniert hat (Bild.de)

...
Für die Vereinigten Staaten würde ein Kompromiss mit Russland einen
freiwilligen Verzicht auf seine Herrschaft bedeuten und zu einer schnellen
System-Katastrophe führen – nicht nur einer politischen oder
wirtschaftlichen Krise, sondern auch einer Lähmung der staatlichen
Institutionen und der Unfähigkeit der Regierung zu funktionieren. In
anderen Worten, zu einer unvermeidlichen Selbstauflösung.

Wenn aber die Vereinigten Staaten gewinnen, dann ist es Russland, das eine
System-Katastrophe erleben wird. /i]

ich verlinke nochmal den neuesten Vortrag vom Hörstel, leider mit etwas Tonproblemen aber ein äußerst brisant Vortrag.

https://www.youtube.com/watch?v=KMR2aZuJAyk

PS: wünschenswert wäre natürlich ein "freies" Europe!

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Nur zwei Dinge auf Erden sind uns ganz sicher: der Tod und die Steuer.(Benjamin Franklin)
Alternativlos (Merkel)

Nochmal der Hörstel ohne Tonprobleme

Bernadette_Lauert, Samstag, 25.04.2015, 09:14 vor 3917 Tagen @ Aktienbaer 2735 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Samstag, 25.04.2015, 09:17

ich verlinke nochmal den neuesten Vortrag vom Hörstel, leider mit
etwas Tonproblemen aber ein äußerst brisant Vortrag.

https://www.youtube.com/watch?v=KMR2aZuJAyk

Herzlichen Dank für diesen wirklich sehr empfehlenswerten aktuellen Vortrag vom Hörstel Christoph.
Ich würde fast sagen: Den muss man gehört haben. Beim Welterklärbär Hörstel würde ich fast alles so unterscheiben, wie er es einschätzt und ausspricht.

Hier ist er nochmal von Tonstörungen weitestgehend bereinigt, der Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=YS9gDRivefY (1h04m02s)

Gruß, Bernadette

Aktuell: Murksel verteidigt TTIP, weil man mit Russland auch Freihandel von Wladiwostok bis Lissabon treiben will

Bernadette_Lauert, Donnerstag, 23.04.2015, 20:32 vor 3919 Tagen @ Griba 4131 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Donnerstag, 23.04.2015, 20:47

Auch das ist Geopolitik:
Mit dem Argument, dass man auf lange Sicht auch mit Russland eine Freihandelszone von Wladiwostok bis Lissabon schaffen möchte, verteidigte Merkel das Freihandelsabkommen TTIP mit den USA.

https://www.youtube.com/watch?v=OLtk8pE1TS8 (Merkel aktuell zu TTIP, 1m26s, wahrscheinlich vom Praktikanten bei RT Deutsch geschnitten)

"Wir haben dem russischen Präsidenten angeboten, dass wir auf längere Frist über Freihandel von Wladiwostok bis Lissabon sprechen können... und da wäre es doch irgendwo geradezu befremdlich, wenn wir mit den Vereinigten Staaten von Amerika nun ausgerechnet nicht über ein solches Freihandelsabkommen sprechen würden."

Hervorhebungen sind Merkels sonderbare Betonungen beim Sprechen. Ich glaube, ihr fällt das herumlügen immer schwerer.

Die Schiedsgerichte für Konzerne - das eigentliche Problem - klammert sie aus.
Mit Putin wird "gesprochen" (und nur vor den Kopf gestoßen, wie es der Ami will) und mit TTIP wird unsere Demokratie für Bürger (in der Theorie) vollens in den Gulli gespült.
Auch, dass Putin kein so mit Schlangenöl poliertes Konzernförderungsabkommen wie TTIP vorschwebt, sondern eher redlicher Handel, spricht sie nicht an.

Kann mir mal bitte jemand was erklären:
Wenn die Befürchtungen wahr werden, die die Wähler gegenüber TTIP haben, Murksel es aber trotzdem durchdrückt...

...dann wird die nächsten 1.000 Jahre keine Partei mehr gewählt, die ein C im Namen trägt.

Ich frage mich, was das ganze soll.
TTIP-Kritik geht von der breiten Bevölkerung aus (Stammtisch) und nicht nur von den Antiimeperialisten.
Murksel steht voll dahinter. Warum? Die will doch gewählt werden?

@Jurisprudenz: Besteht die Möglichkeit für D. irgendwie wieder aus TTIP herauszukommen, wenn die Bevölkerung sagt: Unschön, wenn im Endeffekt Konzerne unsere Gesetze machen und Politiker NUR noch Grüßauguste werden (noch mehr als jetzt schon).
Durch Austritt aus der EU vielleicht?
Im Ösiland wird das gerade vorangetrieben, bevor TTIP kommt:
[image]

Oder ist TTIP im Grunde doch eine tolle Sache und ich sollte mir keinen Kopf machen und mit Murksel im Takt gen Übersee klatschen? (Das ist jetzt sehr zynisch formuliert aber ernst gemeint: Beweise mich falsch! -> Ist TTIP vielleicht doch eine tolle Sache?

Gruß, Bernadette

Merkels Vision?

politicaleconomy @, Donnerstag, 23.04.2015, 20:51 vor 3919 Tagen @ Bernadette_Lauert 4111 Views

Auch das ist Geopolitik:
Mit dem Argument, dass man auf lange Sicht auch mit Russland eine
Freihandelszone von Wladiwostok bis Lissabon schaffen möchte, verteidigte
Merkel das Freihandelsabkommen TTIP mit den USA.

Sie meint da wohl eher Brzezinskis "Freihandelszone":

In seinem neuesten Buch „Strategic Vision“ " ... entwickelt Brzezinski die Vorstellung, über eine „demokratisierte“ und „modernisierte“ Ukraine sogar Russland mit in das erweiterte westliche Bündnis einbinden zu können – allerdings ohne Putin, das heißt, nur mit einem Russland, dass sich als Regionalmacht der Dominanz der USA unterordnet." (Siehe u.a. hier und einschlägige Vorträge von Brzezinski zu seinem Buch auf youtube).

Eine eigenständige Politik der Vasallen ist bei Brzezinski nicht vorgesehen. „Bedient man sich einer Terminologie, die an das brutalere Zeitalter der alten Weltreiche gemahnt“ erklärt Brzezinski ohne falsche Scham, „so lauten die drei großen Imperative imperialer Geostrategie: Absprachen zwischen den Vasallen zu verhindern, und ihre Abhängigkeit in Fragen der Sicherheit zu bewahren, die tributpflichtigen Staaten fügsam zu halten und zu schützen und dafür zu sorgen, dass die ‚Barbaren’völker sich nicht zusammenschließen.“ (bigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht, Fischer tb 14385, 1999, S. 65/66)

Wenn Merkel so redet, aber Brzezinski unerwähnt läßt, meint sie wohl nirgendwo anecken zu können, klingt ja so offen für alle und alles. Tatsächlich bedeutet es, wie immer bei Merkel, Verzicht auf jede eigenständige Strategie, entscheidungsloses Herumgeeier, braves Unterordnen unter die alte und neue Hegemonialmacht (erst unter den Sowjets kuschen gelernt, dann die gemeisterten Fähigkeiten nach dem Überlaufen gleich brav auf die Gegenseite angewendet).

Was Preparata meint, meint sie jedenfalls wohl eher nicht ...

Bias durch zu viele Peers oder hat Sartre recht?

Bernadette_Lauert, Freitag, 24.04.2015, 09:41 vor 3918 Tagen @ politicaleconomy 3203 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Freitag, 24.04.2015, 09:50

Ich habe irgendwie den Eindruck, dass die alten Brzezinski-Pläne nicht aufgehen werden. Dass die USA vielmehr wie ein verletztes, blutendes Raubtier an der Wand stehen und daher besonders gefährlich sind. Dass wir auf einem Scheitelpunkt der Geschichte hinsteuern, der entscheidet, wie die Welt künftig gestrickt sein wird. Nach dem Gusto der Mächtigen hinter dem offiziellen Thron (Finanzmafia, 1 Prozent) oder nach den Vorstellungen eines Konsenses der Bürger (99 Prozent).

Was da aus den USA / Israel kommt, wird immer unglaubwürdiger und durchschaubarer. Vielleicht ist es so wie Sartre beschreibt:

"Ein politisches System, das dem Untergang geweiht ist, tut instinktiv vieles, was diesen Untergang beschleunigt." (Jean Paul Sartre)

Oder das Imperium geht den von Brzezinski vorgezeichneten Weg. Der amerikanische Traum auf Teufel komm raus. Und er wird dann rauskommen, keine Frage: Alle Produktivitätsgewinne der Wirtschaft und mehr auf Kosten des Gemeinwohls gehen an das eine Prozent. Das System fordert es so. Griechenland war nur der Anfang und auch bei uns wird es irgendwann keine medizinische Versorgung mehr geben und Milliarden-Assets gehen für Millionen an die Finanzhaie...

Meine Zuversicht schöpfe ich aus den vielen Gleichgesinnten (online und offline), die mein Leben prägen.

Aber ist das nur ein Bias durch zu viele Peers? Oder ist mein Eindruck richtig und Sartre hatte recht?

Gruß, Bernadette

Alle steht und faellt mit TTIP / Sind alle Deutschen bekloppt?

Dragonfly @, Freitag, 24.04.2015, 10:47 vor 3918 Tagen @ Bernadette_Lauert 3131 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 24.04.2015, 12:53

"Ein politisches System, das dem Untergang geweiht ist, tut instinktiv
vieles, was diesen Untergang beschleunigt."
(Jean Paul Sartre)

Das hat Gruende, die man bei Paul Kennedy nachlesen kann. Fuer die USA waere es besser gewesen, Geld in Dinge wie R&D, Infrastruktur und ihre Buerger zu stecken, statt Milliarden im Irak, Afghanistan uns sonstwo zu versenken.

Oder das Imperium geht den von Brzezinski vorgezeichneten Weg.

Steht und faellt mit TTIP. Aber selbst dann wird Russland sich China zuwenden und einen Gegenpol bilden.


Wenn ich so was hier lese:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutsche-wollen-mehr-fluechtlinge-aufnehmen-a...

Frage ich mich, ob

1. Alle Deutschen bekloppt geworden sind oder
2. Der Speichel mich jetzt voellig verarschen will.

Nein, die Deutschen sind nicht bekloppt geworden. Und ja, der Speichel (bzw. die ARD) will dich völlig vera....

Tünnes @, Freitag, 24.04.2015, 11:30 vor 3918 Tagen @ Dragonfly 3254 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 24.04.2015, 13:29

Wenn ich so was hier lese:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutsche-wollen-mehr-fluechtlinge-aufnehmen-a...

Frage ich mich, ob

1. Alle deutschen bekloppt geworden sind oder
2. Der Speichel mich jetzt voellig verarschen will.

Info aus dem Speichel:
"Für den Deutschlandtrend befragte Infratest dimap zwischen dem 20. und 22. April insgesamt 1000 Bürger. Die Umfrage ist repräsentativ."

Merke: 1000 "ausgewählte" Umfrageteilnehmer sind repräsentativ.

Derzeitige Umfrage bei T-Online:
http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/umfragen/id_73764922/deutschlandtrend-je...

"UMFRAGE
50 Prozent der Deutschen sind dafür, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Gehören Sie dazu?
"

Es haben 14622 Besucher abgestimmt.

Ja. 5.1%
(742 Stimmen)

Nein. 94.2%
(13780 Stimmen)

Dazu habe ich keine Meinung. 0.7%
(100 Stimmen)

Info von T-Online:
"* Diese Nutzerumfrage ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Online-Umfragen sind einem hohen technischen Missbrauchsrisiko ausgesetzt, die Ergebnisse dieser Umfrage könnten eventuell von Dritten manipuliert worden sein. "

Merke: Knapp 15.000 Online-Umfrage Teilnehmer, die mit knapp 95% nicht mehr
Flüchtlinge wollen, somit nicht sooo ganz mit der Infratest- Umfrage korrelieren, sind natürlich n i c h t repräsentativ.[[freude]]


Gruß.

(Beitrag gelöscht wegen unzähliger Rechtschreibfehler) (oT)

Aktienbaer @, Freitag, 24.04.2015, 07:29 vor 3918 Tagen @ Bernadette_Lauert 3216 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 24.04.2015, 12:46

- kein Text -

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Nur zwei Dinge auf Erden sind uns ganz sicher: der Tod und die Steuer.(Benjamin Franklin)
Alternativlos (Merkel)

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