Der italienische Arbeitsmarkt und die EXPO
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 23.04.2015, 16:26
Hallo Gelbes,
die allgemeinen Arbeitsmarktdaten in Italien dürften ja bekannt sein. (Geschönte?) 45% Jugendarbeitslosigkeit und allgemeine Arbeitslosigkeit bei (geschönten?) 14%.
Große Hoffnung wird deshalb immer wieder auf politische Vorzeige-Projekte gelenkt, so wie jetzt die EXPO Milano. Schafft Arbeitsplätze (?!) und bringt Politiker mit schönen Handschüttel-Fotos auf die Titelseiten.
Während die jungen Italiener ja inzwischen gewöhnt sind von der eigenen Arbeits- und Sozialministerin als "zu faul und zu wählerisch" deklariert zu werden... (http://goo.gl/rKTtq), müssen sich nun auch die 180.000 Bewerber die sich für 1.800 Knochen-Jobs an der Expo bewerben mit Difamierungs-Kampagnen auseinandersetzen. (man bemerke die Bewerber/Job-Ratio von 1:100).
Der Corriere hetzt gegen die Arbeitssuchenden und meint 80% hätten die Job-Angebote "wegen unbequemen Schichten" nicht angenommen. Die Italiener hätten keinen Bock mehr auf einfache Arbeiten. (http://goo.gl/bJ6ayb). Die Eigentümer-Struktur des Corriere della Sera liest sich wie das who-is-who der Confidustria (Agnelli / FIAT, Mediobanca, Pirelli, Della Valle, Generali, Benetton etc..).
Und diese Leistungsträger verbreiten nun die Botschaft, der italienische Arbeitslose sei ein Leistungsverweigerer und man ruft nach (ausländischen!?) willigen Fachkräften.
Schade nur, dass die interviewten Bewerber von ganz anderen Job-Angeboten sprachen: 796 Euro BRUTTO, für einen Fulltime-Job (natürlich befristet auf 3-6 Monate) und das wo in Mailand die Lebenshaltungskosten ähnlich hoch wie am Starnberger See sind.
http://www.huffingtonpost.it/2015/04/22/expo-giovani-1300-euro_n_7117882.html?ncid=fcbk...
Aber das hat die Jugend halt davon, irgendwie selber Schuld, wenn man für Conchita Wurst auf die Straße geht statt für seine Zukunft.
Gruß
Martino