Glenn Greenwald über den heutigen US-Journalismus

nereus @, Dienstag, 21.04.2015, 09:29 vor 3921 Tagen 3896 Views

Ich lese gerade das Buch „Die globale Überwachung“ von Glenn Greenwald.
Dieses Buch beschreibt die Affäre um Edward Snowden, dessen Enthüllungen einen weltweiten Skandal über die NSA-Überwachungsaktionen und ihre willfährigen Helfer auslösten.
Angesichts der auch hier oftmals kontroversen Diskussion zum Thema Journalismus möchte ich einige kleine Textpassagen aus dem Buch einstellen, welche die Veränderungen dieses "Gewerbes" der letzten Jahrzehnte beschreiben.

Seite 330:

Doch der entscheidende Grund für diesen Hass auf mich ..

gemeint ist die oftmals negative Berichterstattung bekannter Journalisten und Moderatoren großer Agenturen und Magazine über Greenwald

.. lag darin, daß sich die Hofberichterstatter pflichtschuldigst zu Sprachrohren der politischen Machtträger machen lassen.
Folglich blicken sie wie die Politiker voller Verachtung auf diejenigen, die die Machtzentren Washingtons kritisch beleuchten oder unterminieren.
Früher galten echte Journalisten als die Außenseiter schlechthin. Viele, die diesen Beruf ergriffen, wollten sich eher den Mächtigen widersetzen als ihnen dienen, und nicht nur auf theoretischer Ebene, sondern auch mit ihrer ganzen Person. Die Wahl des Journalistenberufs war praktisch eine Garantie dafür, das Dasein eines Außenseiters zu führen: Reporter verdienten wenig, hatten kein hohes gesellschaftliches Ansehen und galten meist als zwielichtig.
Das ist heute ganz anders. Mit dem Aufkauf von Medienunternehmen durch die größten Konzerne der Welt wurden die meisten Medienstars zu hochbezahlten Angestellten, die sich nicht von anderen Mitarbeitern gleichen Ranges unterscheiden. Sie offerieren der Öffentlichkeit Medienerzeugnisse im Namen ihres Unternehmens, als handelte es sich um Bankdienstleistungen oder Finanzprodukte.

Seite 331:

Wer innerhalb der Strukturen großer Unternehmen Karriere macht, hat sich meist daran gewöhnt, im Sinne der institutionellen Macht zu handeln, statt sie zu untergraben. Daher eignen sich die Erfolgreichen des Unternehmerjournalismus gut als Zuarbeiter der Macht. Sie identifizieren sich mit der institutionellen Autorität und sind darauf trainiert, ihr zu dienen.

Seite 333:

Viele einflußreiche Journalisten in den USA sind inzwischen Multimillionäre. Sie wohnen in den selben Vierteln wie die Politiker und die Finanzelite, denen sie angeblich so genau auf die Finger schauen. Sie treffen sich bei den selben Veranstaltungen, bewegen sich bei denselben Freundes- und Bekanntenkreisen, ihre Kinder besuchen dieselben privaten Eliteschulen.
Unter anderem aus diesem Grund können Journalisten und Regierungsbeamte so bruchlos ihre Stellen tauschen. Die Drehtür hievt die Medienleute auf hohe Posten in Washington, und umgekehrt geben Politiker ihre Poste oft für einen lukrativen Job bei den Medien auf.

Quelle: Glenn Greenwald, Die globale Überwachung, Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen
Droemer Verlag 2014, ISBN 978-3-426-27635-8

Es dürfte nicht sehr weit hergeholt sein zu postulieren, daß solche Verhältnisse auch anderswo herrschen, vor allem in den Ländern, dessen Regierungen sich nachdrücklich als die besten Freunde von Uncle Sam begreifen und artikulieren.

mfG
nereus

Claus Klebers Jahresgehalt (Oder: Wie machen wir den Lügner reich?)

Bernadette_Lauert, Dienstag, 21.04.2015, 09:42 vor 3921 Tagen @ nereus 4579 Views

Viele einflußreiche Journalisten in den USA sind inzwischen
Multimillionäre. Sie wohnen in den selben Vierteln wie die Politiker und
die Finanzelite, denen sie angeblich so genau auf die Finger schauen. Sie
treffen sich bei den selben Veranstaltungen, bewegen sich bei denselben
Freundes- und Bekanntenkreisen, ihre Kinder besuchen dieselben privaten
Eliteschulen.
Unter anderem aus diesem Grund können Journalisten und Regierungsbeamte
so bruchlos ihre Stellen tauschen. Die Drehtür hievt die Medienleute auf
hohe Posten in Washington, und umgekehrt geben Politiker ihre Poste oft
für einen lukrativen Job bei den Medien auf.

Ganz so pervertiert wie in den USA ist er hierzulande glaube ich noch nicht.
Claus Klebers Jahresgehalt wird zwischen 400.000 und 600.000 Euro gehandelt.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/claus-kleber-und-das-zdf-mit-dem-zweiten-lacht-man-be...
Beim intransparenten öffentlich-rechtlichen Rundfunk kann man das nicht so genau wissen, wie viel der für´s Volk belügen bekommt:
ZDF Claus Kleber:"Es gibt gar keine Faschisten in der Ukraine!" - faustdicke Lüge ins Gesicht
https://www.youtube.com/watch?v=f5onmJOUo_g

Wo der seine Kohle herbekommt - aus unseren Taschen - rollt der Rubel:
Die Rundfunkanstalten planen für 2015 Gesamtausgaben in Höhe von 8,98 Milliarden Euro denen kalulierte Gesamteinnahmen von 8,83 Milliarden Euro gegenüberstehen.

Und das, obwohl die GEZ-Gebühr juristisch höchstwackelig dasteht.
Ein Gutachten wie ein Donnerhall: GEZ-Sender haben ausgedient

Gruß, Bernadette

Medien zur Verdummung des Volkes. Aufklärung war einmal.

stocksorcerer @, Dienstag, 21.04.2015, 13:34 vor 3920 Tagen @ nereus 2805 Views

Ist bei uns ja genauso, oder würde hier jemand Jauch noch guten Gewissens einen Journalisten nennen können? Der ist ein Gaukler, ein PR-Mann, ein Quoten-Hampelmann, ganz egal, was er macht! Falls er überhaupt mal ein ordentlicher Journalist war, ist das sehr lange her.

Die richtig guten (politischen) Journalisten findet man in Systemmedien kaum noch. Sie haben entweder ihr Renommee verspielt, indem sie sich auf massiven Druck hin verkauft haben, oder sie werden schlichtweg nicht mehr veröffentlicht.

Ich habe gestern Teil eins des Interviews mit Stephen Cohen eingestellt, das ich bei Salon.com gefunden habe. Der Mann ist DER amerikanische Historikter und Publizist für russische Belange mit einem Renommee wie es bei uns Peter-Scholl-Latour für Asien und den Mittleren Osten gewesen ist. Ein Mann, der über Russland mehr weiß, als das gesamte Pentagon zusammen. Und was geschieht? Einer seiner Berichte zur geopolitischen Lage wurde kürzlich von der New York Times abgewiesen, von reuters dann aber erstaunlicherweise gebracht.. Aber vermutlich wird das auch langsam ausklingen, dass gute Berichte sich hier und da noch durchsetzen. Kritik am Establishment ist mittlerweile nicht mehr erwünscht, sondern verboten!

Es gibt freie Presse nur noch, solange es das Internet gibt. Danach wird es ganz, ganz finster. Die herkömmlichen Medien in der Westlichen Welt sind alle für die Tonne.

Wir alle müssen hoffen, dass man uns nicht auch noch den Stecker zieht!

Gruß
stocksorcerer

Der Faden spinnt sich weiter

nereus @, Dienstag, 21.04.2015, 13:41 vor 3920 Tagen @ Falkenauge 3538 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 21.04.2015, 13:44

Hallo Falkenauge!

Das Journalisten-Problem läßt sich nahtlos fortschreiben, denn zur Zeit werden wir wieder mit echten Katastrophen vom Politik- und Medienbordell „bombardiert“, siehe die Tragödien im Mittelmeer.

Warum die Menschen flüchten, scheint wenig bis überhaupt nicht zu interessieren.
Ein paar Altgedienten – leider wenn sie nicht mehr in Amt und Würden sind – platzt aber dann doch die Hutschnur und sie reden Klartext

Mit unserer europäischen Unterstützung und dem Rohstoff-Abbauinteresse in Afrika haben wir zwischen Afghanistan über Irak, Syrien und Libyen bis hinein in den Maghreb einen Gürtel des Todes gelegt. Endlose Kriege, vom Westen angezettelt, durchgeführt und verschlimmert, haben dort, wo man in Wohlstand leben könnte, nichts als Mord und Totschlag angerichtet. Selbst in den tiefsten Zeiten des Kalten Krieges konnte Egon Bahr für Willy Brandt davon sprechen, den südlichen Sudan mit seinen überaus fruchtbaren Böden zur Kornkammer für ganz Afrika zu entwickeln. Und heute? Großkonzerne aus aller Herren Länder haben sich in ganz Afrika das fruchtbare Land unter den Nagel gerissen und selbst den afrikanischen Bauern fehlt jede Perspektive.
..
Es fällt dabei auf, dass unsere Regierungen plötzlich und bei aller Kontrollwut den eigenen Landsleuten gegenüber taub und blind geworden sind, was die Umstände dieser Massenmigration anbetrifft. Wundern kann man sich auch darüber, dass die USA nicht zum Ziel dieser Migration werden dürfen, obwohl und gerade weil die USA diesen Teil der Welt mit ihren zwangsgepressten oder freiwilligen Verbündeten nicht nur nachhaltig in Brand gesetzt haben, sondern von ihrem Tun auch nicht ablassen. Regierungen, die jeden Vorwand gesucht und genutzt haben, humanitäre Interventionen im Stil britischer Balkanpolitik vom Zaun zu brechen, um unliebsame Regierungen in die Knie zu zwingen, scheinen unfähig oder unwillig zu sein, Menschen zu helfen ..
..
Wenn schon Milliarden Euro für eine zutiefst humanitäre Aufgabe ausgegeben werden müssen, sollte man mit einer vervielfachten Wirkung das Geld, beginnend am nördlichen Rand Afrikas, in geeignete Projekte stecken und schleunigst zu einer europäischen Politik zurückkehren.
..
Die seit Jahrzehnten publizierten Landkarten über die Neuordnung von Nah- und Mittelost geben Aufschluss darüber, wie mit Brachialgewalt an Europa und seine wichtigen Nachbarregionen herangegangen wird. Ganze Landstriche in Syrien, um nur ein Beispiel zu nennen, sind entvölkert. Mal sehen, wer demnächst in diese Häuser einziehen muss?

Quelle: http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=3401

Alexandra Bader ergänzt diesen Beitrag:

IPPNW Deutschland hat einen "Body Count" für den US-Krieg gegen Afghanistan und den Irak veröffentlicht, weil die Anzahl der Todesopfer meist unterschätzt wird. Ihren Angaben zufolge sind 1,1 Millionen Menschen in Afghanistan, dem Irak und in Pakistan getötet worden.
..
Unter der Perspektive, dass wir Urheber kennen und es sich bei Flucht und Vertreibung nicht um schicksalhafte Ereignisse handelt, bei denen die einzig menschliche Reaktion darin besteht zu helfen, wirkt es heuchlerisch, sich nur darauf zu konzentrieren, sich um die zu kümmern, die es bis hierher schaffen. Auch verständliche Forderungen nach Aufnahmezentren jenseits des Mittelmeers und der Möglichkeit, Asylanträge außerhalb der EU zu stellen, ändert nichts daran, dass alle sich scheuen, die wahren Ursachen zu benennen.

Eigentlich sollte man angesichts dieser Umstände immer und immer wieder die Strategie des SYSTEMS von Stratfor-Chef Friedmann in seinem Denkapparat vorüber ziehen lassen.
Ich bin ihm sehr dankbar, daß er Klartext geredet hat und künftig kann man jedem „Agitator“ diese Gedanken und Sprüche auf dessen Labermaul kleben.

Nachdem 1871 das Frankreich Napoleons III. durch die deutschen Staaten besiegt und das Bismarcksche Deutsche Reich gegründet war, galt nicht mehr Frankreich, sondern Deutschland als Hauptgefahr für die Britische Vorherrschaft in der Welt.
..
Eine starke Europäische Union unter deutscher Führung, die eng mit der Russischen Föderation und der Eurasischen Union kooperiert, mag zwar für Deutschland von Vorteil sein. Doch für die USA stellt eine solche Entwicklung eine langfristige Bedrohung und Konkurrenz dar. Ein Zusammenwachsen Eurasiens – womöglich inklusive Chinas und der Ölgebiete im Nahen und Mittleren Osten – würde die USA in eine ökonomische und geostrategische Randposition drängen. Das ist in Washington nicht gewollt.

..
Eigentlich ist die US-Politik durchschaubar wie ein Glas Wasser. US-Politiker wie Hillary Clinton, Barack Obama, John Kerry, John McCain und viele andere machen keinen Hehl daraus und sprechen alle wichtigen Aspekte offen an. Noch direkter in ihrer Wortwahl sind die Geostrategen wie Henry Kissinger, Zbigniew Brzezinski oder George Friedman. Man muss ihnen nur zuhören.

Dennoch wird ein medialer Schleier darüber geworfen.
Die Menschen sollen glauben, es ginge um westliche Werte wie Freiheit und Demokratie.

Quelle: http://www.freiewelt.net/reportage/george-friedman-usa-gegen-deutsch-russische-kooperat...

mfG
nereus

Bravo nereus! (oT)

XERXES @, Dienstag, 21.04.2015, 14:31 vor 3920 Tagen @ nereus 2255 Views

- kein Text -

--
“And crawling on the planet's face,
some insects called the human race.
Lost in time, and lost in space.
And meaning.”

Applaus, in der Tat

stocksorcerer @, Dienstag, 21.04.2015, 15:21 vor 3920 Tagen @ nereus 2575 Views

Das hätte ich nicht besser darstellen können. Es entspricht genau dem, was ich denke.

Und für Europa selbst ist ja auch das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. TTIP wird aber dafür sorgen. TTIP wird Europa kulturell, wirtschaftlich, politisch und in Sachen Verbraucherschutz dann so in die US- Herrschaft eingebetten, wie Europa das dank der NATO heute militärisch schon ist. Als Vasall am Gängelband. Total entrechtet und fremdbestimmt, ohne Chance auf einen Ausweg.

Erst, wenn Europa zu einer kulturlosen Wüste verkommen ist, wenn die Landwirtschaft und Wasserindustrie monopolisiert und von US Konzernen gesteuert wird, wenn die herkömmliche Landwirtschaft völlig verdrängt, die europäischen mittelständischen Unternehmen verschwunden sind, die Amis sich die Patente und Lizenzen unter die Nägel gerissen haben, werden Menschen sich fragen, warum plötzlich in Europa genauso viele Menschen Krebs kriegen, wie in Amerika. Warum so viele Menschen krank werden und sich nicht wehren können. Weil die Beweislast umgekehrt wird und der Verbraucher nach amerikanisch-kapitalistischem Muster beweisen muss, dass ihn etwas ganz bestimmtes krank gemacht hat.

Man wird sich fragen, warum der Wohlstand auf der Strecke geblieben ist, obwohl die Lebensarbeitszeit sich ausgedehnt hat..., warum immer weniger Menschen immer mehr haben und die Armut sich überall ausdehnt.

Man wird nicht zurücksteuern können, denn die Schiedsgerichte in Washington warten nur darauf, mit amerikanischen Anwälten nach amerikanischem Recht vor amerikanischen Richtern alle Zermürbten dann noch ergebnisorientiert verklagen zu können. Vielen Dank Merkel und Gabriel. Möge Euch der Teufel holen!

Mir graut so dermaßen vor der Zukunft, dass ich es kaum in Worte fassen kann.


Gruß
stocksorcerer

Welthunger

Falkenauge @, Dienstag, 21.04.2015, 16:46 vor 3920 Tagen @ nereus 2535 Views

Hallo nereus,

auch ich kann Dir nur in allen Punkten voll zustimmen. Das sind die entscheidenden Dinge!

Mit unserer europäischen Unterstützung und dem
Rohstoff-Abbauinteresse in Afrika haben wir zwischen Afghanistan über
Irak, Syrien und Libyen bis hinein in den Maghreb einen Gürtel des Todes
gelegt. Endlose Kriege, vom Westen angezettelt, durchgeführt und
verschlimmert, haben dort, wo man in Wohlstand leben könnte, nichts als
Mord und Totschlag angerichtet. Selbst in den tiefsten Zeiten des Kalten
Krieges konnte Egon Bahr für Willy Brandt davon sprechen, den südlichen
Sudan mit seinen überaus fruchtbaren Böden zur Kornkammer für ganz
Afrika zu entwickeln. Und heute? Großkonzerne aus aller Herren Länder
haben sich in ganz Afrika das fruchtbare Land unter den Nagel gerissen und
selbst den afrikanischen Bauern fehlt jede Perspektive.

Hier wird ja von Dir indirekt das erschütternde Problem des Welthungers angesprochen, der vom westlichen Kapital unter Führung des IWF verursacht wird.
"Nach der aktuellen Schätzung der Vereinten Nationen vom Oktober 2014 leiden weltweit rund 805 Millionen von insgesamt 7,2 Milliarden Menschen unter Hunger. Das sind knapp 11,2 Prozent der Weltbevölkerung oder jeder neunte Mensch. Dem Index der Welthungerhilfe zufolge ist das Ausmaß des Hungers in 14 Ländern "sehr ernst", insbesondere in Afrika südlich der Sahara, sowie in Haiti, Laos, Timor-Leste und im Jemen. Eritrea und Burundi werden als „gravierend“ eingestuft; hier gelten mehr als 60 Prozent der Bevölkerung als unterernährt. In 39 Ländern gilt die Ernährungslage der Bevölkerung als "ernst“. Allerdings konnten auch nicht alle Entwicklungsländer erfasst werden; für Kongo, Afghanistan und Somalia beispielsweise fehlen verlässliche Daten.

Zum Hunger muss man den sogenannten „verborgenen Hunger“ hinzuzählen, den akuten Mangel an wichtigen Mikronährstoffen wie Vitamin A, B, D, Eisen und Jod. Ein Mensch, der chronisch fehlernährt wird, kann sich satt fühlen, aber trotzdem schwer erkranken und sterben. Am verborgenen Hunger leiden, unter Einbeziehung der Industriestaaten, weltweit 2 Milliarden Menschen, also fast jeder dritte Mensch.1 In den 122 Ländern der Dritten Welt, in denen nahezu 80 % der Weltbevölkerung leben, verursacht die Mangelernährung eine Fülle von Krankheiten, Behinderungen und den Tod vieler Menschen. Viele leben von den großen städtischen Müllhalden."

Quelle:
https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/03/03/der-welthunger-produkt-kapitalistische...

Man bekommt einen ohnmächtigen Zorn auf diese Verbrecher und ihre Helfershelfer.

Gruß
Falkenauge

Nein. Die Gleichschaltung gibt es auch nur dank Internet.

Ankawor, Dienstag, 21.04.2015, 21:36 vor 3920 Tagen @ stocksorcerer 2473 Views

Es gibt freie Presse nur noch, solange es das Internet gibt. Danach wird
es ganz, ganz finster. Die herkömmlichen Medien in der Westlichen Welt
sind alle für die Tonne.

Wir alle müssen hoffen, dass man uns nicht auch noch den Stecker zieht!

Die Gleichschaltung und Manipulation im heutigen Ausmaß ist auch erst durch das Internet möglich geworden.

Ohne Internet ginge das nicht. Ich habe im Medienbereich gearbeitet, als wir Berichte aus Deutschland per Fax nach Australien geschickt bekamen und kaum jemand wusste, was Compuserve war. Eine Manipulation wie heute war damals undenkbar.

Abgesehen davon sind das hypothetische Überlegungen. Nach Ziehen des Internet-Steckers bist du genauso tot wie ich, ebenso wie der Steckerzieher.

Sehe ich auch so ähnlich

Rybezahl, Dienstag, 21.04.2015, 23:23 vor 3920 Tagen @ Ankawor 2170 Views

Der Zeitdruck, immer der schnellste Lieferant sein zu müssen, ist ein wesentlicher Grund für unsaubere Recherche. Und danach schreiben alle anderen von der ersten unsauberen Quelle ab.

Aber ich möchte mal vermuten, früher war das auch nicht viel anders, nur halt viel langsamer. Unsauber recherchieren konnte man ja vor dem Internet auch. Und abschreiben konnte man auch. Nur halt langsamer die nächste Zeitung drucken.

Was das Internet gebracht hat, ist die Möglichkeit, schneller zu prüfen, ob die dargebotenen Fakten stimmen. Das Internet ist in der Tat eine tolle Sache, wenn man es zu benutzen weiß.

Zeitung aufschlagen - Aha! - Fakten geschaffen. Die Zeiten sind vorbei für jeden, der sich die kleine Mühe macht, die Quellen via Internet selbst zu prüfen. Vor nicht allzu geringer Zeit hätte man noch alle Zeitungen kaufen, alle Quellen heimsuchen müssen, oder sich in die entsprechenden Bibliotheken begeben müssen zum Quellenstudium.
Fällt alles weg, weil man das jetzt auch am Heimcomputer machen kann.

Man hat aber für Hintergrund Zeit genug!

stocksorcerer @, Mittwoch, 22.04.2015, 06:41 vor 3920 Tagen @ Rybezahl 2128 Views

So viel Zeit braucht doch kein Mensch! Wo sind denn jetzt und heute die sauberen Berichte über die verhängnisvollen Folgen, wenn TTIP nicht verhindert wird? In denn MSM liest man trotzdem meist nur die Seite von irgendwelchen Lobbyisten, dass auch Europa profitiere.

Mich kotzt das mittlerweile so an, dass es kaum noch Journalisten gibt, die ihren Job ernst nehmen!

Keine Entschuldigung

Rybezahl, Mittwoch, 22.04.2015, 11:50 vor 3919 Tagen @ stocksorcerer 1873 Views

Ich wollte schlampige Arbeit nicht entschuldigen. Daneben mag es auch Manipulation und Desinformation geben. Mir "irgendwie" erklären, was vor sich geht, war meine Absicht.

Habe ich auch nicht so verstanden ;)

stocksorcerer @, Mittwoch, 22.04.2015, 14:08 vor 3919 Tagen @ Rybezahl 1856 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 22.04.2015, 14:15

Vielmehr glaube ich, dass man heute das richtige Recherchieren kaum noch lernt, nach dem Motto: wo steht was, wird doch von den faulen Lumpen wirklich bloß noch gegoogelt. Und in den Journalistenschulen lernt man vermutlich erst mal den goldenen Grundsatz: "Das Wort hat der Herausgeber." Auch das wissenschaftliche Arbeiten geht den meisten einfach ab und man vergleicht Äpfel mit Birnen, um die Rezipienten vorsätzlich oder nachlässigerweise für dumm zu verkaufen. Pressemitteilungen werden abgeschrieben. Vorproduzierte Beiträge werden ins Rundfunk-Programm eingespielt.

In der Prä-Internet-Ära war das noch anspruchsvoller. Aber ich glaube wirklich, dass die Journalisten nur noch Erfüllungsgehilfen sind und sich im Geheimen jeder für sich auch längst damit abgefunden haben, Systemhure zu sein und von Lobbys bezahlt zu werden.

Natürlich war das auch damals schon so. Große Konzerne haben sich Journalisten "erzogen", indem sie gezielt mit Mitarbeitern von Zeitungen und Rundfunk zusammengearbeitet haben. Die auserkorenen Leute wurden für das jeweilige Medium exklusiv und direkt bedient. Sogar Lokaljournalisten kennen die "Schnittchen-Termine" bei Stadtwerken und anderen lokalen Größen. Da wird man eingeladen, sitzt gemütlich beieinander, darf Fragen stellen, kriegt am Ende eine nette Presseerklärung in die Hand, die von einem ehemaligen Journalisten geschrieben wurde und quasi 1:1 übernommen werden kann.

Witzig, ich weiß nicht mehr sicher, bei welcher von beiden das war in den 90ern. Entweder beim Kölner Stadt-Anzeiger oder der Kölnischen Rundschau: Wenn über einem Beitrag das "Namenskürzel" (EB) stand, dann war das nicht die Abkürzung für den Journalisten, der das geschrieben hatte, sondern stand "intern" für EIGENER BERICHT. Eigener Bericht von wem, darf jetzt jeder mal gerne raten. ^^

Aber gerade heute, wo die Zeit schnellebiger ist und die Dinge komprimierter und mit deutlich mehr Gewicht behaftet sind, wo die Entscheidungen viel größere Wirkung auf unser Gemeinwesen entwickeln als jemals zuvor, da ist es doppelt wichtig, sauber zu berichten und auch die richtigen Themen zu bringen!

Beim Thema TTIP, bei der Flüchtlingsflut aus den zerbombten und destabilisierten Ländern und beim Thema Ukraine geht mir, wenn ich mir jeweils die Aufarbeitungen ansehe, fast immer automatisch der Hut hoch.

Ich hoffe, dass die sogenannten Journalisten irgendwann einmal böse dafür bezahlen müssen, dass sie ihren Beruf verraten und als Wächter der Demokratie so was von versagen, dass man neue Ethikbücher schreiben müsste. Von wegen vierte Säule der Gewalt. Mumpitz. Eher umgekehrt wird ein Schuh draus.

Es gab Zeiten, da wurden Journalisten entlassen oder anderweitig schwer bestraft, wenn sie statt sauber gelieferter Fakten in Nachrichten und Berichten mit "dichterischer Freiheit" kamen. Heute scheint das so weit weg. Es ist das alles so verlogen, dass ich laufend kotzen möchte.

Ich hoffe ehrlich - im Sinne von Carl Theodor Körner - dass all die Politiker und Journalisten, die TTIP-Befürworter, die Kriegstreiber, die kategorischen Bündnistreuen, die Lügner und Falschspieler, die sich "am Volk" schuldig machen oder bereits gemacht haben, dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Gruß
stocksorcerer

Danke für den Bericht!

Rybezahl, Mittwoch, 22.04.2015, 18:27 vor 3919 Tagen @ stocksorcerer 1782 Views

Ich hoffe, dass die sogenannten Journalisten irgendwann einmal böse
dafür bezahlen müssen, dass sie ihren Beruf verraten und als Wächter der
Demokratie so was von versagen, dass man neue Ethikbücher schreiben
müsste. Von wegen vierte Säule der Gewalt. Mumpitz. Eher umgekehrt wird ein
Schuh draus.

Mir fällt da nur das Gleichnis von den anvertrauten Talenten ein. Selig sind nur die geistlich Armen.

Jetzt schon - mein Beileid!

Also sprach
Rybezahl. [[freude]]

Was vor sich geht

Rybezahl, Donnerstag, 23.04.2015, 11:10 vor 3918 Tagen @ stocksorcerer 1699 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 23.04.2015, 13:02

Ich fasse mich kurz:

Die Schnelligkeit der Nachrichtenübermittlung hat ungeahnte Höhen erreicht. Schlagzeilen- oder Aufmacher-Journalismus sind an der Tagesordnung. Die Kommunikation erfolgt über Kurznachrichten. Längere Gedankengänge sind selten geworden. Die Menschen scheinen zu spüren, dass etwas vor sich geht, etwas sehr Ungutes, etwas, was man nicht sehen will, nicht sehen darf. Allerlei Kurzgedanken müssen etwas in den tiefen des Bewusstseins überdecken. Die innere Gewissheit darf nicht an das Licht kommen.
Raubbau am Bewusstsein. Ich muss den Ironie-Smilie benutzen.

Ich nehme mir ein Buch.

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Wandere aus, solange es noch geht.