Wie ich PEGADA - Sprecher wurde - eine Groteske vom deutschen Hochleistungsjournalismus
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 19.04.2015, 22:28
Einen schönen guten Abend!
Wie ich mich mal eben so "googelte", entdeckte ich doch tatsächlich meinen Namen in einem mir bis dato unbekannten Zusammenhang.
Wie ihr euch evtl. erinnert, gab es hier vor einer Weile das Thema Pegada/ Endgame.
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=338954
Dabei tat sich die Thüringer Landespresse mit unterirdischem Niveau hervor.
"Amerika-Gegner und Demokraten trafen vor dem Bahnhof zunächst friedlich aufeinander."
Verlinkt war darin folgender Artikel der Thüringer Allgemeinen
Polizei verhinderte Massenschlägerei bei Pegada-Demonstration in Erfurt, der identisch auch bei der "Thüringischen Landeszeitung" erschien. Ist ja eh nur ein Duplikat.
Ich schrieb Herrn Wetzel folgende Mail:
"
Sehr geehrter Herr Wetzel,
Waterboarding-Befürworter, Imperialisten und Kapitalismusfans Seit' an Seit' mit vorgeblich linken Antifaschisten als "Demokraten" zu bezeichnen ist schon ein dickes Ding. Das ist von mir natürlich überspitzt dargestellt. Jedoch:
Der gesamte arabische Raum liegt in Schutt und Asche. Möglicherweise wird Saudi Arabien demnächst ebenfalls fallen gelassen und destabilisiert. Die Ukraine wird vom IWF gezwungen den Osten um jeden Preis zurückzuerobern, da sonst die Zahlungen eingestellt werden. Nazis gibt es ja dort auch üüüberhaupt nicht: http://www.politplatschquatsch.com/2014/12/neue-ppq-serie-keine-nazis-in-der.html
Es ist der amerikanische Versuch die einzige Weltmacht zu bleiben, der in den letzten Jahren die meisten Kriegsopfer hervorgerufen hat.
Wer sie auf diesem Weg zu einer monopolaren Welt unterstützt, wird seinen Kindern am Ende eine Welt übergeben, die Abweichungen vom neoliberalen Selbstzerstörungskurs mit Folter und Drohnengewalt belohnen wird. Dann wird es kein zurück mehr geben.
Momentan ist (das westliche) Europa als Sprungbrett nach Eurasien für sie noch zu loyal und wertvoll, als dass diese Methoden hier schon Einzug halten müssten. Die Zeitgeschichte zeigt aber, dass Moral gegebenenfalls kein Faktor amerikanischer Außenpolitik ist. Dazu genügt es, die Strategie der Spannung (http://de.wikipedia.org/wiki/Strategie_der_Spannung) verstanden zu haben. PEGIDA mit ihrem Axel-Springer-abhängigen Ex-Anführer war wohl von vornherein als Spaltpilz des sich erhebenden Volksszorns gedacht, um diesen von den eigentlichen Hintergründen abzulenken. PEGADA ist daher ein etwas unglücklich gewählter Name, suggeriert er doch eine Vernindung zu PEGIDA.
Die Ursache für ausufernde Flüchtlingsströme, nämlich die gezielte Destabilisierung ganzer Erdregionen, taucht in deren Programm nicht auf. Schauen Sie mal nach woher diese Menschen kommen, und überlegen Sie, wieviele derer ohne die NATO hätten fliehen müssen.
Wir in Deutschland haben sicherlich die Möglichkeit, diesen geflohenen Menschen ein neues, friedliches Leben zu ermöglichen. Eines aber können wir hier nie: Ihre Heimat ersetzen. Daher sollten wir alles daran setzen, um Europa herum Frieden zu schaffen. Die USA stehen dem im Wege!
Es liegt im Interesse aller Menschen eine solche Welt nicht entstehen zu lassen. Derartig einseitige Artikel helfen niemandem, nicht einmal der Auflage der Thüringer Allgemeinen. Im Gegenteil.
Eine friedliche und folterfreie Zukunft wünscht"
Nun gab es ja sogar eine Antwort, was meinerseits fast schon zu einer Wertschätzung der TA geführt hätte.
Ich werde sie hier nicht veröffentlichen.
Aber meine nächste Mail war wie folgt:
"Sehr geehrter Herr Wetzel,
ich danke Ihnen für ihre umfängliche Antwort.
Dass sie meine Wortwahl teilweise albern finden war durchaus beabsichtigt.
"Ich will damit in keinerlei Weise sagen, dass die Pegada-Leute keine Demokraten oder gar Demokratie-Feinde sind."
Leider ist es so, dass auch ungewollt die Verwendung des Wortes "Demokraten" für eine Seite der Beteiligten impliziert, dass die andere undemokratisch ist.
So kommt das jedenfalls bei den meisten Leuten an und kann fast schon als Imperativ verstanden werden.
Tatsächlich, Sie haben das ja selbst erkannt, handelt es sich um Demonstationen zwischen hauptsächlich demokratischen Gruppen.
Ich stimme mit Ihnen überein, dass gewaltbereite Leute dabei ein Problem sind, erschwert es doch die inhaltliche Auseinandersetzung extrem.
Bedauerlich finde ich, dass sich die Linke in die Reihen der Kriegsbefürworter eingegliedert hat.
Sie überlässt damit die Friedensbewegung der Mitte und den Rechten ( sowie dem Verfassungsschutz?). Der Grund liegt wohl einerseits in interner Uneinigkeit, aber andererseits auch darin, dass sonst Regierungsparteien gegeneinander demonstrieren würden.
In diesem Fall würde die Koalition wohl zerbrechen, was es ihnen (zu Recht!) nicht wert ist. Auf Thüringer Ebene wird sowieso nicht der Weltfriede hergestellt
" />
Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass letztlich das gesamte politische Spektrum auch bei der PEGADA vorhanden ist.
Und nein, Amerika investiert sein Geld wohl kaum bei Regionalzeitungen. Ebenso kann ich ausschließen, dass meine Meinung finanziell von Russland o.ä. unterstützt ist.
Letztendlich kommen Sie aber auch als Lokaljournalist nicht aus einer gewissen weltpolitischen Bedeutung heraus. Die ausländische Presse greift ja in ihrer Lageeinschätzung auf deutsche Presseartikel zurück. Da sind mögliche Missverständnisse (wie oben erläutert) durchaus in der Lage, ein übertrieben negatives Bild Deutschlands (und Thüringens!) zu bewirken. Das wäre sehr schade.
Mit freundlichen Grüßen"
Jetzt entdeckte ich folgenden Artikel der Thüringer Allgemeinen:
Jagdszenen am Rande von Demonstrationen in Erfurt
Hierin:
"In einer E-Mail distanzierte sich ein "Pegada"-Sprecher namens Tom Schafferhans von der islamfeindlichen "Pegida". Die Abkürzung "Pegada" sei wegen der Lautnähe "etwas unglücklich gewählt", meinte er. Auf die radikalen Rechten im Demonstrationszug ging er in der Email nicht ein. "Das gesamte politische Spektrum" sei bei der "Pegada" vorhanden, schrieb er nur."
Herrlich!
So leicht wird man im Hochleistungsjournalismus zum Sprecher einer politischen Bewegung gemacht
Abgesehen davon, dass ich weder Sprecher noch irgendwas anderes von Pegada bin, hat wohl auch mein Leserbrief nicht dazu beitragen können, das Niveau etwas anzuheben.
So bleibt zu resümieren:
- Die TA hat wohl keinen Kontakt mit PEGADA aufgenommen. Sonst wäre ich nicht zum "Sprecher" geworden.
- Hier wurde nicht nur nicht recherchiert, sondern glatt gelogen. Ich habe an keiner Stelle einen Hinweis auf eine Sprecher- oder sonstige Funktion bei Pegada gegeben.
Ich war ja nichtmal dort!
Daher gibt das morgen noch einen Nachschlag von mir für die TA/TLZ ![[[freude]]](images/smilies/freude.gif)
- Udo Ulfkotte liegt mit seinem Buch "Gekaufte Journalisten" daneben
Alles ist noch viel schlimmer. Stellt euch vor, was für einen Müll "hauptberufliche Desinformanten" in die Presse einschleusen können. Geld und Druck braucht es dazu nichteinmal.
- Nächstes Mal gebe ich mich als jemand von der CDU aus. Oder so.
Das kann zu lustigen Verwicklungen führen.
- Ich sollte wohl in "Die Partei" eintreten, denn:
"Gegendemonstranten und Satiriker von "Die Partei" mischten sich mit ihren Plakaten unter die Amerika-Gegner."
Ich hoffe ihr hattet viel Spaß!
Gebt die Hoffnung nicht auf, die Presse bringt bestimmt auch euch in Amt und Würden.
PS:
![[[rofl]]](images/smilies/rofl.gif)