RI: Washingtons Freunde in Deutschland wollen Verbindungen zu Russland kappen

stocksorcerer @, Freitag, 17.04.2015, 16:01 vor 3925 Tagen 4891 Views

Schöner Beitrag, der zum Ende hin richtig gut wird.

Man ahnt ja, dass da hinter geschlossenen Türen in Berlin Grabenkämpfe ausgetragen werden von blindem Gehorsam angetriebenen, vorauseilenden Transatlantikern und anderen Menschen, die ahnen, in was für eine Bredouille Washington Europa bringt, indem Europas ureigenste Interessen völlig ausgeblendet werden.

http://russia-insider.com/en/washingtons-friends-germany-trying-cut-russia-ties/5772

Obwohl die drei Kanzler vor Merkel die amtierende Kanzlerin eindringlich gewarnt hätten, dass ihr Sanktionskurs für Deutschland katastrophale Folgen haben wird, macht Merkel völlig unbeirrt weiter, heißt es da.

Auch der BDI marschiert nach Willen des Vorsitzenden Ulrich Grillo in die falsche Richtung und schickt Rundbriefe an deutsche Firmen, in denen appelliert wird, man solle die Sanktionen mittragen, komme was da wolle.

Das wollen die deutsche Industrie (übrigens ebenfalls die deutschen Landwirte) aber offenbar nicht.

Zwar sagt auch der Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Eckard Cordes, man müsse der Politik das Primat überlassen zu entscheiden, was die Industrie darf und was nicht. (Witzig eigentlich, weil man gemeinhin annimmt, dass es unter vorgehaltener Hand genau umgekehrt funktioniert.) Gleichzeitig gibt er aber zu erkennen, dass die deutsche Industrie sich zu dem Russlandgeschäft bekennt und man sich quasi auf eine Art Winterschlaf eingestellt habe und die Sanktionen "aussitzen" will.
vgl.: http://www.ost-ausschuss.de/node/844

Mit Recht. Christoph Germann zitiert im Russian Insider den Vorsitzenden des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Eckard Cordes, dahingehend, dass nicht weniger als 300.000 Jobs in Deutschland unmittelbar mit dem Russlandgeschäft zusammen hingen. Im Handeslsblatt war übrigens in einem Beitrag in 2014 sogar von 350.000 Stellen die Rede. Denken wir an den Fliegendreck bei TTIP, dann fällt eine Entscheidung nicht schwer.

In 2014 ist das Russlandgeschäft um 20 Prozent eingebrochen. Da könnten für dieses Jahr weitere 60.000 Jobs wackeln. Das sind mal Zahlen, wo doch Arbeitsplätze ansonsten immer in der ersten Reihe bei Begründungen stehen, warum etwas "alternativlos" ist...

Jedenfalls scheint für den RI klar, dass die Zeichen nicht schlechter stünden dürften. Dass Matthias Platzeck wegen seiner Kritik zu den Folgen der Sanktionen heftig angegriffen wurde und jetzt keine Rolle mehr spielt und dass "Russlandversteher" Lothar de Maizière durch den proamerikanischen Ronald Pofalla ersetzt wurde, wertet man als klares transatlantisches Signal.

Am Ende könnte es ein verdammt langer Winterschlaf werden, wenn man die Merkel da weitermachen lässt. Ich denke, die SPD wäre gut beraten, wenn man in guter alter Tradition auf einen alten Ost-Kurs zurück schwenken würde angesichts der Wahlen im kommenden Jahr. Wenn ich nicht wüsste, dass die SPD von heute mit der von vor 30 Jahren gar nichts mehr gemein hat, hätte ich da meine Hoffnungen dran aufgehängt. So wie es ist, blicke ich recht ratlos in die graue, kalte, unheilvolle Zukunft.

Gruß stocksorcerer

Land mit begrenzter Meinungs- und Wahlfreiheit!

Olivia @, Freitag, 17.04.2015, 17:16 vor 3925 Tagen @ stocksorcerer 3352 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 17.04.2015, 18:10


http://russia-insider.com/en/washingtons-friends-germany-trying-cut-russia-ties/5772


Obwohl die drei Kanzler vor Merkel die amtierende Kanzlerin eindringlich
gewarnt hätten, dass ihr Sanktionskurs für Deutschland katastrophale
Folgen haben wird, macht Merkel völlig unbeirrt weiter, heißt es da.

.................

Ich vermute, dass sie unter massivstem Druck von Seiten der Amerikaner steht und dass der Handel so ist: Sanktionen oder Krieg!

Die Amis wollen Krieg! Wenn man sich einmal angeschaut hat, wie in den USA ansässige Ukrainer-Gruppierungen den Kongress "massieren", weil der "böse" Feind....., dann muss man sich nicht wundern. (TV-Bericht, nachts).

Die gesamte Industrie müsste die Sanktionen boykottieren, denn sie schaden Europa und das ist wohl auch noch so gewollt!
Leider weiß ich nicht, was den Firmen in Deutschland rein rechtlich passieren kann, wenn sie die Sanktionen nicht mittragen. Darf die Bundesregierung eigentlich Sanktionen verhängen? Immerhin schaden sie auch den Bürgern.

Was die Amis betrifft, so gehe ich davon aus, dass diese mit allen Mitteln versuchen werden, Firmen, die auch nur in geringstem Umfange Sanktionen nicht einhalten, zu bedrohen und zu bestrafen. Siehe die irrsinnigen Strafzahlungen der französischen Banken (im Zusammenhang mit Iran-Sanktionen).

Eine monströse Angelegenheit, dieses Imperium, das überall die "Regeln" festlegt und diejenigen bestraft, die "aus der Reihe" tanzen. Ändern könnte nur die Bevölkerung etwas! Ein militärisch besetztes Land hat nicht viel Wahlfreiheit! Und Merkel hat offensichtlich höllische Angst. Vielleicht sind die weiblichen Hormone an dieser Stelle wirklich fehl am Platze.
Ein klares NEIN wäre dringend nötig!

Konsequenzen? Vielleicht wird "zufällig" die Energieversorgung von ganz Deutschland "in Mitleidenschaft" gezogen. Eine Riesenfreude für die gesamte produzierende Industrie. Oder die Sicherheit auf den Weltmeeren ist nicht mehr gegeben. Schön für eine Exportnation. Alleine die technischen Möglichkeiten, "unliebsame" Staaten wieder "in line" zu bringen, setzen der Phantasie keine Grenzen. Oder wir gehören plötzlich zu den "Schurkenstaaten", die ebenfalls mit Sanktionen belegt werden".

Unruhe in der Bevölkerung KÖNNTE eine Änderung bringen! Ich sage aber könnte, weil auch das nicht gewiss ist. Erst als das DDR-System so marode war, dass es nicht mehr überlebensfähig war, KONNTEN die Menschen in der Ex-DDR etwas bewegen. Und ohne eine Person wie Gorbatschow hätte es damals trotzdem Bürgerkrieg gegeben.

Ich fürchte, jetzt hat uns das gleiche Schicksal getroffen. Es dürfte jedem klar sein, dass Deutschland mit dem Schnipsen einer Hand von den Amerikanern militärisch "ausgelöscht" werden kann. Alle Mittel dazu sind hier! Schon ein Unfall würde genügen.
Und das wird man Merkel mit Sicherheit sehr deutlich gemacht haben.
Kampflos werden die "Investitionen" sicherlich nicht aufgegeben. Vorher wird man viel eher noch die "Schiffe" verbrennen. Wir sind in einer verdammt blöden Lage.

--
For entertainment purposes only.

Merkel taumelt wie üblich orientierungslos hin- und her

politicaleconomy @, Freitag, 17.04.2015, 22:34 vor 3924 Tagen @ stocksorcerer 3085 Views

So ließ sie heute z.B. verlauten:

"Die Perspektive heißt aber gerade für uns auch, eine große Freihandelszone auch mit Russland." Die ganzen Abkommen, die mit der Ukraine oder Moldawien geschlossen wurden, habe man nicht gegen Russland geschlossen, versicherte Merkel. "Sondern wir machen sie, um Schritt für Schritt zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum - wie Wladimir Putin einmal gesagt hat - von Wladiwostok bis Lissabon zu kommen." (Quelle)

Hört, hört - das nach "Minsk II". Gewisse Ahnungen scheinen vorhanden.

Dumm nur, daß man sich bei Merkel auf nix verlassen kann: heute so, morgen so.

Da darf man auf morgen gespannt sein.

Daß das so schnell geht

KK, Samstag, 18.04.2015, 00:03 vor 3924 Tagen @ politicaleconomy 2817 Views

mit Ihrem Aufklärungsversuch hätte ich nun wirklich nicht gedacht.

Herzlichen Glückwunsch und weiter so.

Oder ist die nur Physikerin vielleicht doch mit selbständigem Nachdenken auf die gewissen Ahnungen gekommen? Hat sie etwa den Juristen gefragt?

So ließ sie heute z.B. verlauten:

"Die Perspektive heißt aber gerade für uns auch, eine große
Freihandelszone auch mit Russland." Die ganzen Abkommen, die mit der
Ukraine oder Moldawien geschlossen wurden, habe man nicht gegen Russland
geschlossen, versicherte Merkel. "Sondern wir machen sie, um Schritt für
Schritt zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum - wie Wladimir Putin einmal
gesagt hat - von Wladiwostok bis Lissabon zu kommen."
(Quelle)

Hört, hört - das nach "Minsk II". Gewisse Ahnungen scheinen vorhanden.

Dumm nur, daß man sich bei Merkel auf nix verlassen kann: heute so,
morgen so.

Ja, auf nix und niemand ist mehr Verlaß; verflix.

Da darf man auf morgen gespannt sein.

Darf man bestimmt.

Gibt es irgentwas Sinnvolles zu den gewissen Ahnungen zu sagen?

Freundliche Grüße
KK

Ich fürchte, mit dem gemeinsamen Wirtschaftsraum meint sie was anderes als Putin

stocksorcerer @, Samstag, 18.04.2015, 09:18 vor 3924 Tagen @ politicaleconomy 2213 Views

So, wie sie gebürstet ist und sich verhält, eiert sie einen Kurs zwischen kategorischem US-Gehorsam und "wie-bringe-ich-die deutsche-Bevölkerung-am-wenigsten-gegen-mich-auf-Anschein-Programm".

Offiziell bemüht man sich um Frieden in Europa. Tatsächlich wird nichts unternommen, um Amerika Schranken aufzuzeigen.

Ich denke, dass sie mit dem gemeinsamen Wirtschaftsraum das meint, was den Amis vorschwebt, nämlich am Ende einen weltweiten Handelsraum, in dem Washington und die Schiedsgerichte die Regeln vorgeben, damit der Geldadel weiter abgreifen kann. Putin könnte in dem Zug gestürzt und durch eine korrupte, willfährige Marionette, wie Jelzin eine war, ersetzt werden.

Darauf passt am Ende ihr Ausspruch nämlich auch. Wir wollen Russland nicht außen vor lassen, aber Russland muss sich dann den Gesetzen des "freien Marktes" öffnen (damit dann einige Wenige etwas von den zu erbeutenden Rohstoffen haben und keine breite Masse).

Ich bin sehr skeptisch bei allem, was Merkel angeht.

Gruß
stocksorcerer

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