Hallo Kirov,
Deine Charakterisierung von Bloomberg als "News-Monopol" ist unzutreffend.
Früher zumindest waren die Reuters-Nachrichten das edelste und teuerste, was man kaufen konnte. Damals zumindest konnte man das Nachrichtenangebot noch einzeln kaufen.
Bloomberg hat Reuters erfolgreich vom Sockel gekratzt. Im Sinne des Wettbewerbs ist die Existenz von Bloomberg zu begrüßen!
Viel interessanter ist als Deine polemischen Unterstellung ist die Tatsache, dass Bloomberg das Facebook der Finanzszene ist.
Sie wissen einfach alles: Wann Du welche Funktion aufgerufen hast, welche Nachricht Du gelesen hast, mit wem Du Emailverkehr hattest und mit wem du die Chat-Funktion genutzt hast.
Es gibt sogar eine Online-Zensur. Bei Verwendung böser Wörter gibt es Warnhinweise und Ausblendungen.
Bloomberg mit Sitz in den USA muss sich natürlich auch an die dort gültigen Gesetze halten. Beispielsweise habe ich auf Bloomberg keine Informationen zu kubanischen Anleihen gefunden, auf Reuters aber schon.
Ich habe mir erklären lassen, dass die Veröffentlichung dieser Informationen gegen amerikanische Embargobestimmungen verstößt. Da muss man respektieren.
Wieso sollten denn deutsche Medien über den Bloomberg-Ausfall berichten?
Ihr Bloomberg-Terminal war doch ausgefallen, woher sollten sie denn wissen, dass Bloomberg global ausgefallen ist?
Zumindest das von mir abonnierte Handelsblatt verfügt mittlerweile auch über einen Bloomberg-Zugang.
In Merkelland lautet die Antwort: Zuerst abwarten, ob Genehmigung kommt,
die Neuigkeit zu berichten.
Ist es denn in Putinland anders?
Ernsthaft, für die deutsche Öffentlichkeit ist es vollkommen egal, ob Bloomberg ausfällt oder nicht. Wenn aber Börsen ausfallen, dann ist das eine wichtige Nachricht.
DWN schrieb:
Die Journalisten von Bloomberg wurden angewiesen, mit niemandem über den Vorfall zu sprechen, berichtet die FT.
Das ist oberpeinlich und wie bei den meisten Unternehmenspannen unprofessionell. Die hatten bei Bloomberg alle die Hosen voll!
Ein Fax an DPA, AFP und andere mit dem Ausfallhinweis hätte gereicht.
Am besten wäre jedoch gewesen eine Pressemitteilung an Reuters zu schicken.
Die hätten sich gegen eine Veröffentlichung sicherlich nicht gesträubt -
und die Zielgruppe hätte es ganz schnell erreicht.
Gruß
paranoia
P.S.: Reuters und Bloomberg sollten nie zusammengehen dürfen!
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Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.