Amerika-Gipfel in Panama: "Wir fordern die USA auf, die Zerstörung von vollständigen Zivilisationen zu beenden."

Bernadette_Lauert, Freitag, 17.04.2015, 10:55 vor 3924 Tagen 8176 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Freitag, 17.04.2015, 11:09

Oh wie schön ist Panama!

Auf dem Amerika-Gipfel in Panama schlug den USA die pure Verachtung entgegen.

Hier Originalzitate:

Der bolivianische Präsident Evo Morales:
"Die Vereinigten Staaten betrachten Lateinamerika und die Karibik weiter als ihren Hinterhof, und die Völker dieser Region als ihre Sklaven. Das ist der Grund für die extreme Armut in dieser Region. Ich frage die USA, was haben wir getan, dass wir als Sklaven in unseren eigenen Ländern behandelt werden? Ich sage Ihnen, Präsident Obama, Lateinamerika hat sich für immer verändert. Wir sind nicht mehr unterwürfig. Es ist nicht mehr möglich, in unseren Ländern Putschs durchzuführen. Wir sind entschlossen, unsere eigene Zukunft zu bestimmen. Wir sind nicht mehr länger im Schatten des US Imperialismus. Denn wir sagen, was wir denken. Und wir tun, was wir sagen. Wir fordern Sie auf, unsere Demokratie und unsere Souveränität zu respektieren. Lateinamerika ist von den USA gekidnappt worden. Wir wollen das nicht mehr länger. Wir wollen nicht mehr länger Dekrete der US Präsidenten, in denen wir als eine Bedrohung für Ihr Land bezeichnet werden. Wir wollen nicht mehr ausspioniert werden. Wir wollen in Frieden leben. Wir fordern die USA auf, die Zerstörung von vollständigen Zivilisationen zu beenden. Wir wollen in Frieden leben, denn dies ist weniger schmerzhaft und verschafft uns mehr Zufriedenheit. [...] Wir laden Sie ein, die USA als ein friedvolles und solidarisches Volk zu führen, und nicht mit einer Regierung der Unterdrückung und der Zerstörung. Präsident Obama, hören Sie auf, auf der Welt wie auf einem einzigen großen Schlachtfeld zu kämpfen! Beenden Sie die Einteilung der Welt in Freund und Feind. Ich möchte Präsident Obama sagen: Weltreiche verschwinden, nur die Demokratie hat dauerhaften Bestand. Es sei unzulässig, dass lateinamerikanische Staaten von den USA als Schurkenstaaten bezeichnet würden, während sie nichts anderes täten, als die Interessen ihrer Völker und deren Souveränität zu verfolgen. Die USA müssten Kuba nicht „helfen“, sondern sollten für den Schaden bezahlen, den sie in Kuba angerichtet haben."

Die argentinischen Präsidentin Cristina Fernández Kirchner:
"Es ist sicher, dass mittlerweile subtilere Wege eingeschlagen werden, um unsere Regierungen zu beeinflussen und dort zu intervenieren. Eine Taktik die auch als sogenannter weicher Putsch bekannt ist, bei dem sie massiv über multinationale Medien, falsche Behauptungen […] Konspiration betreiben.
[...] Sie sind subtiler, ausgeklügelter, aber sie sind immer noch Interventionen und sie haben ihren Ursprung in immer neuen Organisationen unter dem Namen “NGO”. Neulich las ich einen sehr interessanten Artikel in einer mexikanischen Tageszeitung. Dort hieß es, dass NGOs sagen, dass sie für Freiheit, Menschenrechte oder für alle anderen bewundernswerten Dinge kämpfen, die wir alle teilen. [Es erklärt], dass niemand weiß, wie genau sie finanziert werden und dass sie jederzeit bereit sind, die exoterischen Vorwürfe zu machen, obwohl sie diese nie beweisen können. Ihr Ziel ist klar, die Regierungen der Region zu destabilisieren und seltsamerweise genau jene Regierungen, die das meiste für Gerechtigkeit, Bildung und soziale Integration getan haben."

(Quellen: [1], [2])

@Lügenpressenversteher: Damit der gemeine Schlafmichel das große Bild im Weltgeschehen erkennt, wäre es nötig, dass uns das auch in den Tagesthemen erzählt wird. Ich schau die nicht mehr direkt an. Aber ich vermute mal, der transatlantisch eingenordete Kleber Clausi verschweigt so etwas genauso wie die Transaltantiker Joffe, Dieckmann und Kornelius et al. aus den Print-Massenmedien, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Gruß, Bernadette

Die USA müssen weg. Daran führt kein Weg vorbei.

Monterone @, Freitag, 17.04.2015, 11:42 vor 3924 Tagen @ Bernadette_Lauert 6673 Views

Wir fordern die USA auf, die Zerstörung
von vollständigen Zivilisationen zu beenden.

Präsident Obama, hören Sie auf,
auf der Welt wie auf einem einzigen großen Schlachtfeld zu kämpfen!

Das wird erst der Fall sein, wenn es die USA nicht mehr gibt. So berechtigt Evo Morales' Appelle sind, genauso gut könnte er versuchen, ein Raubtier zum Vegetarier zu machen.

Nicht nur die

Zarathustra, Freitag, 17.04.2015, 11:53 vor 3924 Tagen @ Monterone 6508 Views

Wir fordern die USA auf, die Zerstörung
von vollständigen Zivilisationen zu beenden.

Präsident Obama, hören Sie auf,
auf der Welt wie auf einem einzigen großen Schlachtfeld zu

kämpfen![/b]

Das wird erst der Fall sein, wenn es die USA nicht mehr gibt. So
berechtigt Evo Morales' Appelle sind, genauso gut könnte er versuchen,
ein Raubtier zum Vegetarier zu machen.


Nützt nichts, wenn glückliche Sklaven, Masochisten und Pseudokritiker zurückbleiben, die dannzumal den bis dato zweit- und drittmächtigsten Despoten und Sadisten auf diesem Planeten zujubeln, statt, wie Josephine Witt, diesen Abraum samt und sonders zu bekämpfen.

Das Imperium muss fallen

Bernadette_Lauert, Freitag, 17.04.2015, 11:59 vor 3924 Tagen @ Monterone 6320 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Freitag, 17.04.2015, 12:07

Weiß nicht, ob das so glücklich formuliert ist "Die USA müssen weg". Wohin denn?

Das US-Volk ist ja letztlich auch ein Opfer des imperialen Systems vom IMK bis hin zur Monopolpresse in privater Hand.

Daher würde ich formulieren: "Das Imperium ist nicht mehr imstande den Vasallen etwas zu bringen, wie es beispielsweise Rom war. Es überlebt durch Destabilisierung und Schwächung anderer Völker und Staaten, sprich der "Zerstörung vollständiger Zivilisationen".

Das geht so nicht. Das Imperium muss fallen.

Und das wird es, wenn die Schlafschafe auf aller Welt erwachen...

[image]

Gruß, B.

Das Volk der USA war jedesmal begeistert mit dabei

Monterone @, Freitag, 17.04.2015, 12:06 vor 3924 Tagen @ Bernadette_Lauert 6127 Views

Weiß nicht, ob das so glücklich formuliert ist "Die USA muss weg".
Das US-Volk ist ja letztlich auch ein Opfer des imperialen Systems vom IMK
bis hin zur Monopolpresse in privater Hand.

Das Volk der USA hat noch jeden Krieg, Raub und Völkermord der USA begeistert mitgemacht, vor allem, wenn es gegen Deutschland geht.

Noch heute geilen sie sich millionenfach daran auf, wenn im Kino Deutsche abgeschlachtet werden.

Tut mir leid, das ist keine Grundlage für rücksichtsvolle Formulierungen.

Mit Deinem Vorschlag darfst Du gerne wiederkommen, wenn das Volk der USA Revolution gemacht und die verantwortlichen wie beim IMT abgeurteilt hat.

Mit Begeisterung?

Rybezahl, Freitag, 17.04.2015, 12:14 vor 3924 Tagen @ Monterone 6083 Views

Das ist grob falsch. Die US-Amerikanische Bevölkerung wollte doch gerade nicht in den Krieg gegen Deutschland ziehen.

Und diese Tatsache wird heutzutage gern genommen, für ein schnelles Eingreifen (Krieg) zu argumentieren. Weil, wenn die Bevölkerung damals doch nur schneller gemerkt hätte, dass man Hitler bekämpfen muss, dann wäre der Krieg gar nicht so schlimm geworden!

Inner-US-amerikanische Revolution als möglicher Ausweg...

Bernadette_Lauert, Freitag, 17.04.2015, 12:14 vor 3924 Tagen @ Monterone 6401 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Freitag, 17.04.2015, 12:41

Tut mir leid, das ist keine Grundlage für rücksichtsvolle
Formulierungen.

Grundsätzlich hast Du recht. Die Dinge müssen beim Namen genannt werden.

Mit Deinem Vorschlag darfst Du gerne wiederkommen, wenn das Volk der USA
Revolution gemacht und die verantwortlichen wie beim IMT abgeurteilt hat.

Vielleicht ist eine inner-US-amerikanische Revolution auch der einzige Weg. Schätze der IMT ist so etwas wie ein Volkstribunal, oder? (Kenne die Abk. nicht...)

Ich mag das Zitat:

[image]

Daher stimme ich Dir trotz Formulierungsbedenken bei "USA müssen weg" einfach mal zu, was diesen Teilaspekt angeht.

Gruß, Bernadette

Rybezahl hat recht.

Bernadette_Lauert, Freitag, 17.04.2015, 12:17 vor 3924 Tagen @ Rybezahl 5829 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Freitag, 17.04.2015, 12:31

Das ist grob falsch. Die US-Amerikanische Bevölkerung wollte doch gerade
nicht in den Krieg gegen Deutschland ziehen.

Und diese Tatsache wird heutzutage gern genommen, für ein
schnelles Eingreifen (Krieg) zu argumentieren. Weil, wenn die Bevölkerung
damals doch nur schneller gemerkt hätte, dass man Hitler bekämpfen muss,
dann wäre der Krieg gar nicht so schlimm geworden!

Ich finde Rybezahls Argument sticht: Es waren immer elitäre Kreise im Imperium, die über Kriegslügen / False Flags die Bevölkerung dazu gebracht haben, nicht aufzubegehren, wenn der nächste Krieg anstand...
Vorwerfen könnte man der Bevölkerung jeden Schei* der Monopolpresse geglaubt zu haben. Übrigens auch dem Deutschen Volk.

Gruß, B.

Von alleine werden die nicht berichten...

Edda @, Freitag, 17.04.2015, 12:23 vor 3924 Tagen @ Bernadette_Lauert 5584 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 17.04.2015, 13:21

@Lügenpressenversteher: Damit der gemeine Schlafmichel das große Bild im
Weltgeschehen erkennt, wäre es nötig, dass uns das auch in den
Tagesthemen erzählt wird. Ich schau die nicht mehr direkt an. Aber ich
vermute mal, der transatlantisch eingenordete Kleber Clausi verschweigt so
etwas genauso wie die Transaltantiker Joffe, Dieckmann und Kornelius et al.
aus den Print-Massenmedien, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.


Gruß, Bernadette

Ich habe die ARD angeschrieben und gefragt, ob sie bereits über den Gipfel berichtet haben, wenn ja, bat ich um einen Link zur Mediathek, wenn nein, möchte ich bitte wissen, wann die ARD beabsichtigt, uns zu informieren.


Bin auf die Antwort gespannt.

LG

Halbwahrheit

Falkenauge @, Freitag, 17.04.2015, 12:24 vor 3924 Tagen @ Monterone 5560 Views

Das Volk der USA hat noch jeden Krieg, Raub und Völkermord der USA
begeistert mitgemacht, vor allem, wenn es gegen Deutschland geht.

Noch heute geilen sie sich millionenfach daran auf, wenn im Kino Deutsche
abgeschlachtet werden.

Tut mir leid, das ist keine Grundlage für rücksichtsvolle
Formulierungen.

Mit Deinem Vorschlag darfst Du gerne wiederkommen, wenn das Volk der USA
Revolution gemacht und die verantwortlichen wie beim IMT abgeurteilt hat.

Das stimmt schon, aber die Masse ist relativ ungebildet, steht unter Bewusstseinsmanipulation der Medien und seine Kriegszustimmungen sind meist unter der herbeigeführten Schockwirkung eines emotional aufwühlenden Ereignisses erzeugt worden.

Brzezinski selbst schreibt: „Die öffentliche Meinung in den USA bezog zu der Frage, ob diese ihre Macht international geltend machen sollten, viel weniger eindeutig Stellung“ (als in den Imperien früherer Zeiten). Ja, vielfach sei die Zustimmung der Bevölkerung für das internationale Engagement der USA erst aufgrund besonderer Ereignisse erfolgt, wie zum Eintritt Amerikas in den Zweiten Weltkrieg durch die „Schockwirkung, die der japanische Angriff auf Pearl Harbour ausgelöst hatte“, zum Engagement im Kalten Krieg erst mit der Berlin-Blockade und dem folgenden Koreakrieg, und auch nach dem kalten Krieg sei eine große Mehrheit gegen eine Monopolstellung der nunmehr einzigen Weltmacht USA gewesen.
Vgl.:
http://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/04/11/herrschaftsmethoden-des-us-imperialismus/

Die USA sind ja keine Demokratie, sondern die polizeistaatliche Oligarchie einer kleinen kriminellen Elite.

Das Wichtigste nicht vergessen

Monterone @, Freitag, 17.04.2015, 12:40 vor 3924 Tagen @ Bernadette_Lauert 5639 Views

Daher stimme ich Dir trotz Formulierungsbedenken einfach mal zu.

Danke. Bitte das Wichtigste nicht vergessen: die USA schulden uns einen zwei-, wenn nicht dreistelligen Billionenbetrag an Reparationen (1 Billion = 1.000 Milliarden).

Zerstörung mit Gewalt ist der Stil der USA

eddie09 @, Freitag, 17.04.2015, 12:44 vor 3924 Tagen @ Bernadette_Lauert 5673 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 17.04.2015, 13:22

Hi

und am Stil lässt sich nichts ändern, das ist nämlich ein Stil. Wenn, ginge das nur über Generationen.

Nein, die USA sind ein Krebsgeschwür, das operativ entfernt werden muss. Da Merkel mit Deutschland eine Metastase ist, dürfte das auch zur Beseitigung von Deutschland mit seinen unendlichen Waffenlieferungen führen.

Die Welt jedenfalls würde Europa, Japan und die USA nicht vermissen.

Gruß

--
Politik ist so beschaffen, dass faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn darunter ein Korb steht, der sie auffängt.

Buchst Du: "Abschreibungen auf Forderungen" an "Forderungen" :o) (oT)

Bernadette_Lauert, Freitag, 17.04.2015, 12:46 vor 3924 Tagen @ Monterone 5191 Views

- kein Text -

Grübelgrübel...

Bernadette_Lauert, Freitag, 17.04.2015, 12:47 vor 3924 Tagen @ eddie09 5652 Views

Die Welt jedenfalls würde Europa, Japan und die USA nicht vermissen.

Hmmm... Ich schon, weil ich da wohne.

Ja,. das ist das Florianprinzip

eddie09 @, Freitag, 17.04.2015, 12:51 vor 3924 Tagen @ Bernadette_Lauert 5626 Views

Die Welt jedenfalls würde Europa, Japan und die USA nicht

vermissen.

Hmmm... Ich schon, weil ich da wohne.

.....zünde andere an, verschone mein Haus

--
Politik ist so beschaffen, dass faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn darunter ein Korb steht, der sie auffängt.

Noam Chomsky: Wer die US-Propaganda nicht teilt, kann nicht toleriert werden

Ankawor, Freitag, 17.04.2015, 12:56 vor 3924 Tagen @ Bernadette_Lauert 6317 Views

Zu dem Amerika-Gipfel passt hervorragend ein Bericht auf ZH, demnach gestern auf einer Anhörung des US-Kongresses gerade solche Leute wie auf dem Gipfel in Panama gleichgestellt wurden mit ISIS und Boko Haram.

Blogger, Verschwörungstheoretiker und Leute, die der Meinung des Establishments entgegentreten, wurden mit der ISIS verglichen. Das Internet biete eine Plattform für Randgruppen und Extremisten, die dort ihre abwegigen Ansichten verbreiten.

Leute von den Rändern der Gesellschaft haben das Gefühl, etwas bewegen zu können, und das sei ein Problem. Verschwörungstheorien bedrohten die Weltordnung und unterminierten globale Institutionen.

Besonders bedroht fühlen sich die Verbreiter der offiziellen Meinung durch den Erfolg des russischen Senders RT. Dieser Erfolg ist auch darauf zurückzuführen, dass dort die Wahrheit über Geopolitik und die US-Außenpolitik berichtet wird - ein Feld, auf dem Washington nicht konkurrieren kann.

Noam Chomsky: "Die Vorstellung, dass es ein Netzwerk gibt, das die Leute erreicht, aber nicht die US-Propaganda verbreitet, kann vom US-Establishment nicht toleriert werden."

http://www.zerohedge.com/news/2015-04-16/conspiracy-theorists-bloggers-compared-isis-du...

Ich schaue sie mir auch nicht mehr an, die tagesthemen

stocksorcerer @, Freitag, 17.04.2015, 14:12 vor 3924 Tagen @ Bernadette_Lauert 5527 Views

... weil ich da eh nichts Brauchbares mehr vermute und mich jedes Mal, wenn ich es doch getan habe, im Nachhinein geärgert habe.

Ordentliche Informationen brechen sich im Internet Bahn, so lange wir es haben, weil Menschen wie Du und ich einfach Dinge posten, die sie irgendwo entdecken. So und nicht anders funktioniert Sichtung von Material, weil man sich auf Agenturen nicht verlassen kann und darf.

Was habe ich letztens irgendwo geschrieben? Den tagesthemen, heute Journal, BILD und Spiegel glaube ich ohnehin nur noch die Sportresultate - unter Vorbehalt. ^^

Danke für diesen Leitfaden.

Gruß
stocksorcerer

Anscheinend sind wir nun doch demnächst in

nemo, Freitag, 17.04.2015, 14:31 vor 3924 Tagen @ Ankawor 5660 Views

Nordkorea.

Gruß
nemo

Erstaunlich!

mabraton @, Freitag, 17.04.2015, 14:57 vor 3924 Tagen @ Ankawor 5450 Views

Hallo zusammen!

Es erstaunt mich, wie die stolzen US-Repräsentanten ganz offensichtlich weiche Knie bekommen. Die auf ihren Verschwörungen basierenden "Verschwörungstheorien" empfinden sie als extrem gefährlich. Sie greifen ihre Macht, aber auch ihr Selbstverständnis an.
Wie werden sie reagieren?

Ich befürchte, dass wir in absehbarer Zeit erleben müssen, dass die bis an die Zähne hochgerüstete Militärmaschine von der Kette gelassen wird. Wenn die Vasallen nicht mehr wie gewünscht kooperieren und sogar die Erfolge der verdeckten Interventionen ausbleiben, wird sich das Imperium nicht untätig an den Strand von Malibu legen.

Beste Grüße
mabraton

Evo Morales als Vorbild

Monterone @, Freitag, 17.04.2015, 14:58 vor 3924 Tagen @ Bernadette_Lauert 5396 Views

Evo Morales, einer der wenigen Politiker mit Rückgrat und Charakter:

"Es sei unzulässig, dass lateinamerikanische Staaten von den USA als Schurkenstaaten bezeichnet würden, während sie nichts anderes täten, als die Interessen ihrer Völker und deren Souveränität zu verfolgen.

Die USA müssten Kuba nicht „helfen“, sondern sollten für den Schaden bezahlen, den sie in Kuba angerichtet haben."

Selbst wenn Forderungen nicht eingetrieben werden können, muß man sie stellen, um

1. USrael das Maul zu stopfen

2. Vor den Augen der Welt als Raub- und Völkermordimperium anzuprangern

3. Seine Lügenpropaganda abzugrätschen und

4. Als Deutscher endlich wieder den aufrechten Gang zu praktizieren.

Soviel Anti-Amerikanismus sollte skeptisch machen

Nonpopulo @, Freitag, 17.04.2015, 15:51 vor 3924 Tagen @ Bernadette_Lauert 5714 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 17.04.2015, 16:09

Vor allem, wenn er aus den Mündern von Staatsführern kommt, die - wie es in Staatsgebilden so üblich ist - nicht ohne Hilfe von kriminell-mafiösen Strukturen an der Macht sein können.

Dazu kommt, dass Anti-Amerikanismus in ganz Lateinamerika extrem hype ist. So macht es sich für jeden Staatsführer natürlich gut bzw. ist nichts als logisch, dem Volk nach dem Mund zu reden und sich an seine Seite zu stellen, auch wenn er es in der Realität noch viel mehr ausbeutet als alle Gringos zusammen.

Würde mich sehr wundern, wenn diese südamerikanischen Staaten zum ersten Mal über US-Amerika lästern würden. Das ist doch ein ganz alter Hut!

Auch in Europa ist der Anti-Amerikanismus ja weit verbreitet und auch ich wurde so sozialisiert, dass die Amis böse sind, weil sie friedliche Länder überfallen, weil sie deren Ressourcen brauchen oder dort zumindest Kriege anstiften um danach mittels Demokratie an den gewünschten Stoff zu kommen.

Als längst ein Grossteil meines links-grünen Weltbildes in sich zusammengefallen war, blieb mir doch der Glaube an das böse US-Amerika noch lange erhalten. Erst jetzt fange ich an, an diesem Glaubenssatz zu zweifeln, was natürlich nur unter der nicht beweisbaren Annahme möglich ist, dass der Einfluss Amerikas bisher Schlimmeres, also kommunistische und nationalsozialistische (Welt-)Diktaturen, verhindert hat.

Insgesamt stehe ich dem Für und Wider was US-Amerika betrifft mit Moment mit Schulterzucken gegenüber. Ich weiss nicht mehr, was ich von den Amis und ihrer Politik halten soll. Etwas jedoch fällt mir schon lange auf und passte noch nie in mein negatives Bild über Amerika: Alle freiheitsliebenden Menschen, besonders Unternehmer und Künstler schwärmen von der Freiheit, die dort herrscht. Ich kann das aufgrund meines kurzen Aufenthaltes in New York und Philadelphia vor 15 Jahren nicht beurteilen, aber der Tenor, den ich von persönlich bekannten Leuten und von einigen Dokus zu hören bekomme, ist doch immer derselbe: Freiheit, Freiheit, Freiheit!

Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

Auf der Gewinnerseite zu leben, fühlt sich vermutlich leichter an ...

heller, Freitag, 17.04.2015, 16:12 vor 3924 Tagen @ Nonpopulo 5399 Views

[...] Etwas jedoch fällt mir schon lange auf und
passte noch nie in mein negatives Bild über Amerika: Alle
freiheitsliebenden Menschen, besonders Unternehmer und Künstler schwärmen
von der Freiheit, die dort herrscht.

[...]

Grüsse Nonpopulo

Könnte es daran liegen, dass die USA eben die Freiheit nehmen,
- auch bei "Bedarf" über die Grenzen anderer Staaten zu latschen,

- den Großteil der Welt für sich schuften lassen (habe mal gelesen, dass täglich 1-2 Mrd $ netto nach USA fließen - das ist ja schon mal ne Hausnummer)

- über Wirtschaftsspionage das Knowhow abzapfen und/ oder entsprechende

- Großausschreibungen mit solchermaßen gezinkten Karten eben öfter gewinnen
etc. etc.
Dann braucht man zuhause auch nicht so durchzuregieren wie dies bei den Vasallenstaaten gängig ist.

Auf der anderen Seite wird wohl in den USA vieles hemdsärmliger gelöst - und die über 2000 Jahre in Europa gewachsenen Strukturen sind halt bei "nur" paar hundert Jahren noch nicht so verwurschtelt wie bei uns.

Schließlich mag noch beitragen, das wir in Europa bis vor ein paar Generationen gegenseitig heftig bekriegt haben.

Wenn ich mir vorstelle, Europa hätte die letzten hundert Jahre sich so verhalten, dann könnten hier auch ne ganz andere Stimmung herrschen, und die Amis würden unsere Klamotten nähen und als Nahrungs- und Ersatzteillieferant dienen. Die Konzernleitung drüben wären in deutscher, französischer oder spanischer Hand und McDonalds wäre ein Currywurst-Konzern.

Morales..Dein Vorbild?

SUCRAM @, VLC, España, Freitag, 17.04.2015, 16:25 vor 3924 Tagen @ Monterone 5276 Views

Evo Morales, einer der wenigen Politiker mit Rückgrat und Charakter:

Weil Morales so toll ist, geht es den Venezuelanos auch so blendend! Die kommen nicht mal raus...da es keine Airlines gibt, bei denen Du noch von Venezuela aus buchen kannst...das müssen dann emmigrierte Freunde oder Angehörige von aussen machen. Eine der höchsten Mordraten der Welt, Caracas Entführungshauptstadt, laaaaange Schlangen, um wenigstens an Grundlebensmittel zu kommen. Korruption wohin man schaut...am meisten in der regierenden Kaste!

Na, willst Du nicht auswandern?

"Es sei unzulässig, dass lateinamerikanische Staaten von den USA als
Schurkenstaaten bezeichnet würden, während sie nichts anderes täten, als
die Interessen ihrer Völker und deren Souveränität zu verfolgen.

Die USA müssten Kuba nicht „helfen“, sondern sollten für den
Schaden bezahlen, den sie in Kuba angerichtet haben."

Das sollten die Russen mit samt ehemaligem Ostblock dann aber auch....

Sucram

Lebhafter Beifall aller Freiheitsliebender

BBouvier @, Freitag, 17.04.2015, 17:41 vor 3924 Tagen @ Nonpopulo 5452 Views

<" Alle freiheitsliebenden Menschen ... schwärmen von der Freiheit,
die dort herrscht.
">

Hallo, Nonpopulo!

Ja ... sicherlich.
Auch die Bewohner des antiken Roms schwärmten mit leuchtenden Augen
vom "Römersein", vom billigem Getreide, von ihrer Berufsamee
in den besetzten Ländern, von den spottbilligen Sklaven ...
und überhaupt von der Rundumunterhaltung auf über einhundert
TV-Kanälen im Circus, wo Angehörige der jeweils aktuellen Schurkenstaaten
unter lebhaftem Beifall aller wahrhaft Freiheitsliebender verwurstet wurden ...

Grüße!
BB

Amerika-Bashing in Südamerika natürlich seit Langem IN

Olivia @, Freitag, 17.04.2015, 18:02 vor 3924 Tagen @ Nonpopulo 5149 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 17.04.2015, 18:17

Vor allem, wenn er aus den Mündern von Staatsführern kommt, die - wie es
in Staatsgebilden so üblich ist - nicht ohne Hilfe von kriminell-mafiösen
Strukturen an der Macht sein können.

Dazu kommt, dass Anti-Amerikanismus in ganz Lateinamerika extrem hype ist.

...............

Ja klar, ist das Hype in Südamerika. Kann man doch von der eigenen Korruption und Unfähigkeit ablenken. Die Elite dieser Länder wird aber selbstverständlich in den USA auf den dortigen Schulen ausgebildet und ist zweisprachig.

Das "Bashing" ist fürs Volk. Trotzdem versuchen alle, die kein Geld haben, in die Staaten zu reisen. Legal oder illegal, das ist ganz egal!
Fast so, wie die Völkerwanderungen, die ins "böse" Deutschland stattfinden, das man zwar beständig beschimpft, in das man aber trotzdem einreist und sogar den Tod in Kauf nimmt, um hin zu kommen.

Da kann man nur lachen, wenn man die Politiker so reden hört. Von wegen fehlender "Willkommenskultur". :-))) Man kann die Leute gar nicht davon abhalten, hier ins Land zu kommen. Die werden schon wissen, warum, denn eine solche finanzielle "Willkommenskultur" ist weltweit einzigartig. Nur die Politiker wissen es wohl nicht.

Ebenso wie in den USA. Jeder schimpft und die meisten wollen hin. Ich kann nur sagen: Ich verurteile bestimmte Aspekte der amerikanischen Politik, aber das Land ist immer noch faszinierend und gibt vielen Menschen, die in anderen Kulturen ausgegrenzt würden, Chancen! Es hat der Welt unglaubliche Anregungen gegeben und es hat eine Seite, mit der man sich SEHR kritisch auseinandersetzen muß. - Und Ja, und DAS ist Freiheit!

Für seine RECHTE, für die muss man kämpfen! Und gegen Sanktionen, die man für falsch hält, gegen die muss man auch kämpfen.

--
For entertainment purposes only.

Es gibt dort auch sehr viele, sehr tapfere Menschen!

Olivia @, Freitag, 17.04.2015, 18:10 vor 3924 Tagen @ BBouvier 5144 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 17.04.2015, 18:19

<" Alle freiheitsliebenden Menschen ... schwärmen von der Freiheit,
die dort herrscht.
">

Hallo, Nonpopulo!

Ja ... sicherlich.

.....................

Als ich das erste Mal in den USA war, war ich sehr beeindruckt. Ich habe die Armut gesehen, die es schon damals gab. Aber die Menschen, die haben sich ganz anders verhalten. Die haben trotz und alledem Freude gehabt. Und wenn man sieht, wie viele dort um ihre Existenz kämpfen müssen und dass sie den Kampf aufnehmen, dann würde man sich das auch für Europa wünschen. Die fühlen sich in ganz vielen Bereichen "selbst verantwortlich". Das ist völlig anders als hier! Hier schreit jeder: Der Staat ist verantwortlich! - Oder: mir geht es nur so schlecht weil ........ - na und dann kommt der ganze Sermon und die ganzen Gründe und was auch immer.
DAS gibt es in den USA nicht. Auch die Hilfsbereitschaft ist größer! Und als Schattenseite natürlich auch die Kriminalität.

Aber wenn man sich die Interviews und die You-Tube-Videos von 2008 und 2009 angesehen hat, wo ganze Familien aus ihren Häusern mussten, zunächst in ihren Autos lebten und dann in Zelte umsiedelten und TROTZDEM immer wieder neu sich Mut machten, dann ist das SEHR beeindruckend und man sagt sich: DAS sind tapfere Menschen!!!!!"!!!!!!!

Die meisten Europäer würden ein levantinisches Geplärre beginnen!

--
For entertainment purposes only.

Monarchie oder Diktatur vs. Wilder Westen

Nonpopulo @, Freitag, 17.04.2015, 19:03 vor 3924 Tagen @ BBouvier 5345 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 17.04.2015, 19:09

> Ja ... sicherlich.
[quote]Auch die Bewohner des antiken Roms schwärmten mit leuchtenden Augen
vom "Römersein", vom billigem Getreide, von ihrer Berufsamee
in den besetzten Ländern, von den spottbilligen Sklaven ...
und überhaupt von der Rundumunterhaltung auf über einhundert
TV-Kanälen im Circus, wo Angehörige der jeweils aktuellen
Schurkenstaaten
unter lebhaftem Beifall aller wahrhaft Freiheitsliebender verwurstet
wurden ...
[/quote]

Hallo BBouvier,

ich interpretiere deinen Vergleich als einen Hinweis auf die US-Amerika eigene kulturelle Dekadenz, mit der sie die Welt flutet. Nun, das mag auch ein Ergebnis der Freiheit sein, dass sich eine solche Kultur durchsetzt. Denn siehe, fast alle wollen sie!

Diejenigen aber, die sie nicht wollen, bewegen sich auf dem schmalen Grad zwischen Autoritätsstaat und Diktatur. Denn was sich natürlicherweise und in kultureller Freiheit durchsetzt, hat auch natürlicherweise "recht". Demgegenüber steht die verordnete, unfreie Kultur, wie wir sie von Monarchien und Diktaturen kennen.

Ich sehe insofern drei Stufen der Kultur: Die freiheitliche mit amerikanischer (oder römischer) Dekadenz, die monarchisch bis diktatorische, die die Kultur durch Gesetze und Rituale vorgibt und am Leben hält, und einen Mix von beidem, die auf moralisch-sozialen Werten beruhende Demokratie, wie sie Europa verkörpert, die allerdings nicht von Dauer sein kann, weil sie zu verzettelt, zu vergeistigt und damit zu kraftlos ist.

Deshalb gilt es letztlich, sich zu entscheiden, ob man lieber eine geordnete, autoritäre Gesellschaftsstruktur à la Monarchie oder Diktatur haben möchte oder eine "gesetzlose" Freiheitlichkeit à la Wilder Westen, deren Erbe das heutige US-Amerika ist. Alles andere sind weltfremde, ideologische Träumereien, zumindest innerhalb der Kultur/Zivilisation.

Eins ist dabei klar: Unsere europäischen humanistischen Werte von Menschenwürde, Gleichberechtigung etc. werden so oder so nicht realisierbar sein abseits vom Plateau des demokratischen Wohlstandes, auf dem wir uns in Europa (vorübergehend) befinden.

Verwurstet wird also so oder so, ob im römischen Zirkus, auf dem Schlachtfeld, im königlichen Kerker, am Galgen oder im Arbeitslager.

Beste Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

"End ECB-dictatorship!"

paranoia @, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Freitag, 17.04.2015, 20:43 vor 3924 Tagen @ Zarathustra 5083 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 17.04.2015, 21:04

***** Jetzt noch mit Nachtrag *****

Hallo Zarathustra,

mit dem skandierten Spruch der "Freelance-Aktivistin" möchte ich mich solidarisch erklären!

Weißt Du zufällig, wie hoch die Gage der Femen-Nakedeis für den Auftritt im Kölner Dom war?
Was würde das kosten, wenn die für mich zu hause strippen?

Bemalung gerne auch beliebig.

Frau Witt ist sogar lustig! Sie schreibt etwas von "dick-tator"!
Tja, da hätte der verdutzte EZB-Chef sofort den Knüppel aus dem Sack holen müssen!

Gruß
paranoia

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.

Was ist denn eigentlich Freiheit? (oT)

Kaltmeister ⌂ @, Freitag, 17.04.2015, 20:57 vor 3924 Tagen @ Nonpopulo 4540 Views

- kein Text -

Gut zusammengefasst!

Kurz_vor_Schluss @, Freitag, 17.04.2015, 21:49 vor 3924 Tagen @ Nonpopulo 4899 Views

Salve NP,
gut zusammengefasst - chapeau! [[top]]
Grade die USA sind so ein Bild mit so vielen unterschiedlichen Facetten für mich....
Im globalen Vergleich eine immer noch hohe Freiheit - die allerdings erkauft ist durch die Ausbeutung anderer.
Eine im allgemeinen freundliche und hilfsbereite Bevölkerung - die gleichzeitig hochgradig ignorant und indolent ist.
Immer noch mit vielen Möglichkeiten für das Individuum, sich entfalten zu können - bei immer mehr Randexistenzen und solchen, die aus dem Hamsterrad rausgeschmissen werden und am Wegrand liegen bleiben.
Also auf der einen Seite America the beautiful - und auf der anderen Seite the bully of the world. Auf dem Blut von Millionen Unschuldigen errichtet und doch Traum von noch mehr Millionen Menschen auf der Welt...
Was bei Deiner schönen Ausführung zu den drei Möglichkeiten noch außen vor ist, scheint mir der individuelle, nationale Lösungsansatz zu sein - jedem Volk sollte es ermöglicht werden, seinen persönlichen Ausdruck von Souveränität, von Staatsform zu finden.
Ich weiss - Debitismus sagt, ist sowieso alles nur ein Machtspiel, die Macht hat die Gewalt, das Geld und damit die Manipulation.
Alles richtig - aber dennoch: Es ist eine Frage des Bewusstseins. Vielleicht kommt ja eines Tages die Zeit, wo freiheitsliebende Menschen in genügender Zahl Alternativen schaffen. Zu glauben, dass Menschen IMMER manipuliert werden und IMMER sich die bösen Machtstrukturen durchsetzen müssen, ist auch Quatsch, denn nichts ist für immer - alles verändert sich, das ist doch das Leben, das macht es doch aus.
Insofern hoffe ich, egal ob Gladiatorenkampf am Ende oder eine große Weltenwende oder der rote Knopf, der von irgendeinem gedrückt wird - irgendwie wird es weitergehen. Und es wird immer Menschen geben, die das Feuer in sich tragen und weitergeben. https://www.youtube.com/watch?v=pXlBmQfnWCY

Oder wie Schiller so schön sagte:

Seid umschlungen Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder – überm Sternenzelt

muß ein lieber Vater wohnen.
..........
Freude heißt die starke Feder

in der ewigen Natur.

Freude, Freude treibt die Räder
in der großen Weltenuhr.
...........
Rettung von Tirannenketten,

Großmut auch dem Bösewicht,

Hoffnung auf den Sterbebetten,
Gnade auf dem Hochgericht!
Auch die Toten sollen leben!

Brüder trinkt und stimmet ein,

Allen Sündern soll vergeben,

und die Hölle nicht mehr sein.


Schönen Abend
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Wer Feuer in sich hat, kämpft ohne Rücksicht auf Verluste - Friedfertigkeit kann deshalb niemals ein inneres Feuer sein

Nonpopulo @, Samstag, 18.04.2015, 02:14 vor 3924 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 4732 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 18.04.2015, 02:38

Hallo KvS,

> Salve NP,
[quote]gut zusammengefasst - chapeau! [[top]]
[/quote]

Danke.

> Grade die USA sind so ein Bild mit so vielen unterschiedlichen Facetten
[quote]für mich....
Im globalen Vergleich eine immer noch hohe Freiheit - die allerdings
erkauft ist durch die Ausbeutung anderer.
[/quote]

Ist die Überlegenheit des Stärkeren eine Sünde? Gemessen an unseren humanistisch-sozialen Grundwerten bestimmt, aber die Frage ist, generiert das Faustrecht am Ende wirklich mehr Opfer als eben diese Grundwerte es auf indirektem Wege tun? Dabei möchte ich keine vergleichenden Todesopferzahlen genannt haben, denn der Tod ist eine logische Folge des Lebens, sondern allenfalls Vergleiche über mehr oder weniger artgerechtes Leben.

> Eine im allgemeinen freundliche und hilfsbereite Bevölkerung - die
[quote]gleichzeitig hochgradig ignorant und indolent ist.
Immer noch mit vielen Möglichkeiten für das Individuum, sich entfalten
zu können - bei immer mehr Randexistenzen und solchen, die aus dem
Hamsterrad rausgeschmissen werden und am Wegrand liegen bleiben.
[/quote]

@Olivia hat das doch sehr schön beschrieben. Die Freiheit und Selbstbestimmung hat eine Sonnen- und eine Schattenseite. Die Schattenseite ist der Preis, den lebendige Freiheit fordert. Doch, man staune, selbst dort herrscht in USA nicht Depression und Agonie wie es hierzulande schnell mal der Fall ist, sondern es wird weiter gekämpft für ein besseres Leben.

> Also auf der einen Seite America the beautiful - und auf der anderen Seite
[quote]the bully of the world. Auf dem Blut von Millionen Unschuldigen errichtet
und doch Traum von noch mehr Millionen Menschen auf der Welt...
[/quote]

Was würden diese "Unschuldigen" tun, hätten sie die Macht, es zu tun? Würden sie eine bessere Welt erschaffen oder genauso oder gar noch schlimmer zu "Schuldigen" werden, wie die Amis?

> Was bei Deiner schönen Ausführung zu den drei Möglichkeiten noch außen
[quote]vor ist, scheint mir der individuelle, nationale Lösungsansatz zu sein -
jedem Volk sollte es ermöglicht werden, seinen persönlichen Ausdruck von
Souveränität, von Staatsform zu finden.
[/quote]

Klingt für mich sehr schwammig. Hast du praktische Beispiele? Ich sehe keinen Staat, der nicht seine eigenen Leute verheizt seiner Erhaltung willen.

> Ich weiss - Debitismus sagt, ist sowieso alles nur ein Machtspiel, die
[quote]Macht hat die Gewalt, das Geld und damit die Manipulation.
Alles richtig - aber dennoch: Es ist eine Frage des Bewusstseins.
[/quote]

Ok. Welche Möglichkeiten siehst du und welche praktische Beispiele kennst du, in denen das Bewusstsein die debitistischen Zwänge durchbrochen hat?

> Vielleicht kommt ja eines Tages die Zeit, wo freiheitsliebende Menschen in
[quote]genügender Zahl Alternativen schaffen. Zu glauben, dass Menschen IMMER
manipuliert werden und IMMER sich die bösen Machtstrukturen durchsetzen
müssen, ist auch Quatsch, denn nichts ist für immer - alles verändert
sich, das ist doch das Leben, das macht es doch aus.
[/quote]

Leider nein. Alles ist dem debitistischen Zwang unterworfen, gewinnbringend zu wirtschaften. Oder kennst du Systeme, die unabhängig davon existieren konnten, abgesehen von nicht zivilisierten Gemeinschaften?

> Insofern hoffe ich, egal ob Gladiatorenkampf am Ende oder eine große
[quote]Weltenwende oder der rote Knopf, der von irgendeinem gedrückt wird -
irgendwie wird es weitergehen. Und es wird immer Menschen geben, die das
Feuer in sich tragen und weitergeben.
[/quote]

Ich finde, man sollte da sehr vorsichtig sein. Wer glaubt, "das Feuer" "in sich zu tragen" und gleichzeitig Weltfrieden propagiert, ist mE hochgradig faschismusgefährdet, weil sein Kampf auf einer sehr subtilen, indirekten Art stattfindet und sehr manipulativ und deshalb potenziert zerstörerisch ist. Wenn du Feuer in dir hast, dann kämpfst du - wenn es sein muss auch physisch - auf direktem Wege für das, was dein Feuer entfacht. Ohne Rücksicht auf die, die dein Feuer nicht teilen.

Beste Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

Intellektuell betrachtet ein sinnfreies Unwort, emotional empfunden das am meisten motivierende Gefühl neben der Liebe (oT)

Nonpopulo @, Samstag, 18.04.2015, 02:23 vor 3924 Tagen @ Kaltmeister 4504 Views

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

Friedfertigkeit

Rybezahl, Samstag, 18.04.2015, 03:22 vor 3924 Tagen @ Nonpopulo 4606 Views

Ich finde, man sollte da sehr vorsichtig sein. Wer glaubt, "das Feuer" "in
sich zu tragen" und gleichzeitig Weltfrieden propagiert, ist mE hochgradig
faschismusgefährdet, weil sein Kampf auf einer sehr subtilen, indirekten
Art stattfindet und sehr manipulativ und deshalb potenziert zerstörerisch
ist. Wenn du Feuer in dir hast, dann kämpfst du - wenn es sein muss auch
physisch - auf direktem Wege für das, was dein Feuer entfacht. Ohne
Rücksicht auf die, die dein Feuer nicht teilen.

"Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!"

Oder wie der ehrenwerte Buddha Gautama, der meditierend vor einer Dämonenarmee saß.

Wer Ohren hat... [[freude]]

Genau, doppelt so lustig und intelligent wie ihre spiessigen Kritiker

Zarathustra, Samstag, 18.04.2015, 12:01 vor 3923 Tagen @ paranoia 4649 Views

bearbeitet von Zarathustra, Samstag, 18.04.2015, 12:13

***** Jetzt noch mit Nachtrag *****

Hallo Zarathustra,

Hallo paranoia!

mit dem skandierten Spruch der "Freelance-Aktivistin" möchte ich mich
solidarisch erklären!

Bravo!

Weißt Du zufällig, wie hoch die Gage der Femen-Nakedeis für den
Auftritt im Kölner Dom war?

Keine Ahnung. Idealistische Freelancer bieten ihre Mitarbeit mitunter auch konstenlos an.


Was würde das kosten, wenn die für mich zu hause strippen?

Gestrippt wird (unter anderem), um die Dekadenz der patriarchalen Gesellschaft (Zivilismus/Idiotismus) ad absurdum zu führen, in welcher dafür bezahlt werden muss, Menschen so zu sehen, wie sie sind.

Bemalung gerne auch beliebig.

Frau Witt ist sogar lustig! Sie schreibt etwas von "dick-tator"!
Tja, da hätte der verdutzte EZB-Chef sofort den Knüppel aus dem Sack
holen müssen!

Jedenfalls hat sie sich köstlich amüsiert, wie in diesem Interview zu sehen ist:

https://www.youtube.com/watch?v=mzrHEdrU_r4&feature=youtu.be

Grüsse, Zara

Venezuela: Präsident ist Maduro

Waldläufer @, Samstag, 18.04.2015, 15:18 vor 3923 Tagen @ SUCRAM 4559 Views

Evo Morales, einer der wenigen Politiker mit Rückgrat und Charakter:


Weil Morales so toll ist, geht es den Venezuelanos auch so blendend! Die
kommen nicht mal raus...da es keine Airlines gibt, bei denen Du noch von
Venezuela aus buchen kannst...das müssen dann emmigrierte Freunde oder
Angehörige von aussen machen. Eine der höchsten Mordraten der Welt,
Caracas Entführungshauptstadt, laaaaange Schlangen, um wenigstens an
Grundlebensmittel zu kommen. Korruption wohin man schaut...am meisten in
der regierenden Kaste!

Wie viel Ahnung haben Sie von Lateinamerika, wenn Sie nicht mal wissen, dass Morales Staatsoberhaupt von Bolivien ist?
(Und Keinem fällt das auf [[hae]] ????)

--
Ich mag das Wort schützen nicht. Es erinnert mich so an Schützengraben und an Schutzgeld.
(sinngemäß, geklaut von M. Burchardt)

Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß.
-Werner Heisenberg

Staatsform und Freiheit

BBouvier @, Samstag, 18.04.2015, 15:38 vor 3923 Tagen @ Nonpopulo 4750 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 18.04.2015, 15:53

Hallo, Nonpopulo!

Danke fuer Deine Ausfuehrungen hinsichtlich "Freiheit"
im Kontext zu Regierungsformen.

<"Nun, das mag auch ein Ergebnis der (BB: US-)Freiheit sein,
dass sich eine solche Kultur durchsetzt.
Denn siehe, fast alle wollen sie!
">

Gestatte mir bitte einige Gedanken.

Tatsaechlich zeichnen sich die USA dadurch aus, dass sie
voellig kulturlos sind - wie auch anders? -
denn dorthin ist die Unterschicht Europas ausgewandert.

Freiheit besteht in der Moeglichkeit der Wahl,
sich sittlich richtig entscheiden zu koennen.
Und das ist ein Bereich, in den nur wenige
Menschen je vordringen.
Was wir in modernen Zvilisationsstaaten/Republiken haben,
das ist die Abkehr von allen Werten - hin zu
Beliebigkeit (!) - zur Auflösung der Kultur.
Eine Nivellierung, die der Unterschicht allerdings behagt
und ihr schmeichelt.
Gleichzeitig steigt die Verrohung, die Kriminalitaet,
die verordnete Gleichmacherei, die staatliche Ueberwachung,
die Beschneidung wirklicher Freiheit.

<"Demgegenüber steht die verordnete, unfreie Kultur,
wie wir sie von Monarchien und Diktaturen kennen
.">

Kultur laesst sich ueberhaupt nicht "verordnen",
denn sie ist lebendiges Sein eines Volkes,
und "unfreie Kultur" - so etwas gibt es gar nicht.

Welche Monarchie meinst Du wohl?
- Kaiser Barbarossa
- Ludwig XII.
- Maria Theresia
- Friedrich der Grosse
- Kaiser Wilhelm
- Harald Blauzahn

In allen diesen Monarchien hatten die Menschen eine Freiheit,
von denen die Insassen moderner Republiken
nur traeumen koennen - wuessten sie denn davon. *gg*
(Und - ja - ich weiss schon!)
=>
Lang´ lebe der Nachtwaechterstaat!

Diktaturen entstehen stets dann, wenn ein Staatswesen
kollabiert - die Zuegellosigkeit und das Chaos
wird mit starker Hand gebaendigt - oftmals letztlich
unter dem Strich ein Segen für die Menschen.
Denn mit ihrer voellig falsch verstandenen "Freiheit"
kann die Mehrzahl ueberhaupt nichts anfangen - die Beliebigkeit
und der Normenverlust muenden in Mord und Totschlag:
Siehe dazu auch die ueberfuellten Gefaengnisse der USA.

<"Plateau des demokratischen Wohlstandes...">

Der derzeitige Wohlstand hat mit "Demokratie"
rein gar nichts zu tun, sondern es handelt sich dabei
um eine rein zeitliche Korrelation im Zyklus
der Voelker:
Auf die Epoche der Kultur - sie endete in Europa
spaetestens um neunzehnhundert - beginnt die der Zivilisation.

Und Zivilisation - das ist die Herrschaft
des Geldes und der Technik:
Das Finanzwesen usurpiert via "Parteien" die Staaten.
Bar jeglicher Kultur und Sittlichkeit.
Der moderne Staat reguliert, er kontolliert, er spioniert,
er verfolgt "Abweichler", er schikaniert, er manipuliert, er zensiert,
- der Verlust frueherer Freiheiten!

Nicht die "Demokratie" macht wohlhabend, sondern
die Zentrierung des Menschen auf Maschinen, auf das Finanzwesen.
Es ist der Rückfall des Menschen in die Niederungen
und Verlockungen des platten Materialismus,
in den Hedonismus allgemeiner Beliebigkeit,
die Aufloesung sittlicher Normen und damit
tatsaechlich der Verlust (!) wahrer Freiheit.

Falls "Demokratie" nach US-Vorbild tatsaechlich Wohlstand&Freiheit braechte,
- ei - wieso sieht man davon denn rein gar nichts in folgenden Demokratien:
=>
(Hier sich bitte eine lange, lange Liste
dieser "Demokratien" weltweit denken zu wollen.)

Beste Gruesse Dir!
BB

Der Fisch stinkt immer noch vom Kopfe her

Monterone @, Samstag, 18.04.2015, 16:26 vor 3923 Tagen @ BBouvier 4587 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 18.04.2015, 16:42

Lieber BB,

mit allem bin ich sehr einverstanden, aber bei dem hier werden meine aggressiven Instinkte geweckt.

Tatsaechlich zeichnen sich die USA dadurch aus, dass sie
voellig kulturlos sind - wie auch anders? -
denn dorthin ist die Unterschicht Europas ausgewandert.

(...)

Eine Nivellierung, die der Unterschicht allerdings behagt
und ihr schmeichelt.

Mich stört es, wenn man den Entrechteten, Erniedrigten und Beleidigten was auch immer in die Schuhe schiebt, wie das bei Demokraten übler Brauch von altersher.

Tatsächlich gehen die von Dir völlig richtig beschriebenen Zustände einzig und allein auf das Konto einer durch und durch korrupten Oberschicht, bestehend aus Hochfinanz, Großkapital und Aristokratie.

Die sind es, von denen die Giftbrühe angerührt wurde, und sie sich daran delektieren und gesundstoßen, wenn die Völker immer mehr im Sumpf versinken und vertieren.

Ich muß Dir jetzt bitte nicht vorbeten, wie sehr sich gerade Europas Aristokratie zur H...e der Hochfinanz gemacht hat. Fürst Metternich war, ich werde jetzt deutlich, vielleicht zu sehr, der Stricher Rothschilds. Nicht einmal Bismarck ist von dem Verdacht, sich über Gerson Bleichröder an Rothschild verkauft zu haben, so ohne weiteres frei zu sprechen.

Zum größten Abschaum, den dieses Land je hervorgebracht hat, gehören die Kurfürsten von Württemberg und Hessen-Nassau, das unter Vermittlung Rothschilds Landeskinder als Kanonenfutter nach England und Amerika verkauftr hat.

Über die hochverräterische Kumpanei des Hauses Hannover mit unserem Todfeind England wäre bei Bismarck das eine oder andere nachzulesen.

Ich bitte sehr darum, die Proportionen zu beachten!

Nach wie vor stinkt der Fisch vom Kopfe her, ganz besonders in Deutschland, wo seit eh und je die Oberschicht, abgesehen von wenigen Ausnahmen, aus Hochverrätern und Kollaborateuren besteht.

Bitte um Verständnis, wenn ich etwas deutlich geworden bin, aber dieses Thema rührt bei mir an einen empfindlichen Punkt.

Monterone

Aber nicht nur.

Brauer @, Samstag, 18.04.2015, 17:44 vor 3923 Tagen @ Monterone 4456 Views

Über die hochverräterische Kumpanei des Hauses Hannover mit unserem
Todfeind England wäre bei Bismarck das eine oder andere nachzulesen.

Ist "England" dein Todfeind?
Meiner nicht.

Eine Nivellierung, die der Unterschicht allerdings behagt
und ihr schmeichelt.


Mich stört es, wenn man den Entrechteten, Erniedrigten und Beleidigten
was auch immer in die Schuhe schiebt, wie das bei Demokraten übler Brauch
von altersher.

Aber wenn die Entrechteten, Erniedrigten und Beleidigten aus anderen Erdregionen hierzulande Zuflucht suchen, ist es wieder genau andersherum?
Und das, wo sie doch aufgrund der selben Leute hierher geraten sind?
Das passt nicht.

Faustrechts- oder Geburtsrechtskultur

Nonpopulo @, Samstag, 18.04.2015, 23:20 vor 3923 Tagen @ BBouvier 4498 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 18.04.2015, 23:24

Hallo BBouvier,

danke für deine interessanten Ausführungen!

> Tatsaechlich zeichnen sich die USA dadurch aus, dass sie
[quote]voellig kulturlos sind - wie auch anders? -
denn dorthin ist die Unterschicht Europas ausgewandert.
[/quote]

Ich sehe Kultur viel allgemeiner als alles von Menschen Geschaffene und im spezifischen gebräuchlichen Sinn als menschlicher Ausdruck in Form der Künste.

Ich nehme aufgrund deiner Bewertung an, dass z.B. die moderne Musik, die zu einem grossen Teil in Amerika entstanden ist, von Blues über Rock'n Roll bis hin zu Heavy Metal, für dich kulturlos ist, hingegen wahrscheinlich Bach, Brahms, Beethoven und Konsorten für dich Vertreter echter Kultur sind.

Aber wie kommst du zu dieser Einschätzung über Kultur und Nicht-Kultur (sollte meine Vermutung zutreffen)?

Mit der Unterschicht habe ich auch kein Problem. Wie sich in der Entwicklung US-Amerikas zeigt, ist sie nicht weniger intelligent und ganz sicher nicht dekadenter oder hedonistischer als die Oberschicht.

Ich lese gerade "Das Grosse Spiel" von Claude Cueni über den Erfinder des Papiergeldes (der wohl derjenige sein muss, der den Übergang von der Kultur in die Zivilisation so wie du ihn beschreibst durch seine Idee initiiert hat). In diesen Jahren des frühen 18. Jahrhunderts scheint jedenfalls in vielerlei Hinsicht dekadent und "kulturlos" gelebt worden zu sein, jedenfalls in der Oberschicht. Man hat für Geld alles gemacht, Freunde, ja gar Familienmitglieder hintergangen, um sich letztlich in Sex- und Alkoholorgien auszutoben. Der Hedonismus scheint mir aufgrund des laut Cueni sehr exakt recherchierten Buches in diesen Zeiten noch viel weiter verbreitet gewesen zu sein als heute. In der Oberschicht, versteht sich, die Armen konnten sich Hedonismus ja nicht leisten.

Wo ist also für dich der Unterschied in den Ausschweifungen der Oberschicht zur Zeit des Louis Quatorze und dem modernen, verbreiteten Hedonismus?


> Freiheit besteht in der Moeglichkeit der Wahl,
[quote]sich sittlich richtig entscheiden zu koennen.
[/quote]

Was meinst du damit? Ich meine mich sittlich immer entscheiden zu können, besser als zu Louis Zeiten, wo es nur EINE Sittlichkeit gab, die strikte zu befolgen war.

> Und das ist ein Bereich, in den nur wenige
[quote]Menschen je vordringen.
Was wir in modernen Zvilisationsstaaten/Republiken haben,
das ist die Abkehr von allen Werten - hin zu
Beliebigkeit (!) - zur Auflösung der Kultur.
[/quote]

Ich sehe diese Tendenz auch, aber ehrlich gesagt, das Alte - eben z.B. die Zustände zu Zeiten von Louis Quatorze - waren hart, sehr sehr hart für die Meisten. Warum sollte ich dahin zurück wollen? Natürlich schreckt mich die moderne Oberflächlichkeit, Beliebigkeit und Dummheit auch ab, aber ich bin nicht mal sicher ob das früher viel besser war. Es gab vielleicht einfach diese grosse Masse nicht. Und die kleine Masse von damals war mit Überleben beschäftigt.

> Eine Nivellierung, die der Unterschicht allerdings behagt
[quote]und ihr schmeichelt.
Gleichzeitig steigt die Verrohung, die Kriminalitaet,
die verordnete Gleichmacherei, die staatliche Ueberwachung,
die Beschneidung wirklicher Freiheit.
[/quote]

Ich gebe zu, ich kenne mich nicht besonders aus mit der Geschichte, und natürlich weiss ich, dass du diesbezüglich ein Experte bist. Trotzdem frage ich mich, ob du da nicht ein bisschen die alte Zeit verklärst. Bei Louis Quatorze gab es strikte Kleidervorschriften, Leute, die sich getrauten ihre Meinung zu sagen, wurden ins Verliess geworfen oder auf die Galeere gebracht, das einfache Volk nahm jede Gelegenheit zur Selbstjustiz gerne an und gemordet, geraubt, vergewaltigt und gebrandschatzt wurde noch und nöcher.

> In allen diesen Monarchien hatten die Menschen eine Freiheit,
[quote]von denen die Insassen moderner Republiken
nur traeumen koennen - wuessten sie denn davon. *gg*
[/quote]

Was für eine Freiheit war das, die du meinst? Ich denke doch, du meinst nicht die, die sich der Gutsherr herausnahm, wenn er die Frau seines Knechtes begehrte.

> Falls "Demokratie" nach US-Vorbild tatsaechlich Wohlstand&Freiheit
[quote]braechte,
- ei - wieso sieht man davon denn rein gar nichts in folgenden
Demokratien:
=>
(Hier sich bitte eine lange, lange Liste
dieser "Demokratien" weltweit denken zu wollen.)
[/quote]

Ich glaube, da hast du mich falsch verstanden. Weil ich das moderne Europa mit seinem Humanismus und seiner Demokratie für nicht überlebensfähig halte, stellt sich mir die Frage, welche der beiden in meinen Augen einzigen überlebensfähigen Kulturen mir mehr entspricht: Die des Faustrechtes, also die amerikanische, oder die des Geburtsrechts, also eine an Monarchien/Oligarchien/Clans orientierte Kultur.

Wohl haben beide Kulturen ihre Vorzüge und Nachteile, aber ich bevorzuge klar die des Faustrechts, also die amerikanische. Vielleicht hat es ja damit zu tun, dass ich selbst der Unterschicht entstamme und in einer Geburtsrechts-Kultur ein Leben lang Hochwohlgeborenen dienen müsste, wogegen ich beim Faustrecht zumindest hypothetisch die Chance habe, mich aus solchen Abhängigkeiten zu befreien.

Beste Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

Kultur beginnt erst mit der Selbstbewusstwerdung einer Sprachgemeinschaft.

Rybezahl, Sonntag, 19.04.2015, 04:10 vor 3923 Tagen @ Monterone 4383 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 19.04.2015, 04:21

Alles andere ist gar keine Kultur, sondern nur zielloses Umherwimmeln orientierungsloser Ameisen unter der Knechtschaft eines Diktators oder einer Gesellschaft von Diktatoren. Das kann man auch als Kultur definieren, nur sollte man das dann auch so beschreiben.

Kultur ist die Selbstbearbeitung der eigenen Sprachgemeinschaft*. Ansonsten - nur ein Wieselwort.

* Sprache bezogen auf alle Ausdrucksmöglichkeiten

Es wird die Aussenpolitik kritisiert; nicht an Amerika als Resultat dieser Politik

Fussgänger @, Sonntag, 19.04.2015, 06:49 vor 3923 Tagen @ Olivia 4516 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 19.04.2015, 12:40

Die genannten Südamerikaner kritisieren die Aussenpolitik Amerikas. Diese Aussenpolitik ist wiederum notwendig, um das eigentlich schon längst abgelaufene weltweite Währungssystem durch zu drücken, das auf dem US-Dollar basiert.

Der Wohlstand Amerikas stammt eben gerade daraus und nicht, weil die USA aus sich heraus (Gesellschaft, produktive Wirtschaft) so potent wären. Amerika kann praktisch gegenleistungsfrei Doller "drucken" und damit beim Rest der Welt Waren und Dienstleistungen kaufen. Natürlich wird
ein Staat auf diese Weise wirtschaftlich zum gelobten Land. Aber das geht logischerweise nur zu Lasten der "restlichen Welt". Dieses System, das eben auch mit Wirtschafts- und richtigen Kriegen durchgedrückt werden muss und auch wird, darf man sehr wohl kritisieren.

Das ist Deine Interpretation

Kurz_vor_Schluss @, Sonntag, 19.04.2015, 09:00 vor 3922 Tagen @ Nonpopulo 4353 Views

Moin NP,
alors - la réponse:


Ist die Überlegenheit des Stärkeren eine Sünde? Gemessen an unseren
humanistisch-sozialen Grundwerten bestimmt, aber die Frage ist, generiert
das Faustrecht am Ende wirklich mehr Opfer als eben diese Grundwerte es auf
indirektem Wege tun? Dabei möchte ich keine vergleichenden
Todesopferzahlen genannt haben, denn der Tod ist eine logische Folge des
Lebens, sondern allenfalls Vergleiche über mehr oder weniger artgerechtes
Leben.

Nicht die Überlegenheit ist eine „Sünde“, sondern der Umgang mit derselben (eine Frage des Bewusstseins). Aus Überlegenheit sich schützen ist was anderes als aus Überlegenheit plündern, morden, vergewaltigen. Mehr dazu sagen Dir BBouvier und Monterone.

@Olivia hat das doch sehr schön beschrieben. Die Freiheit und
Selbstbestimmung hat eine Sonnen- und eine Schattenseite. Die Schattenseite
ist der Preis, den lebendige Freiheit fordert. Doch, man staune, selbst
dort herrscht in USA nicht Depression und Agonie wie es hierzulande schnell
mal der Fall ist, sondern es wird weiter gekämpft für ein besseres
Leben.

Wären wir mehr wir selbst, wäre der Tatendrang auch bei uns größer. Eine Frage des Bewusstseins – sprich, ein WIRKLICHES: Du bist Deutscher – Du kannst es schaffen! würde ähnliche Wunder wirken können wie ein You can make it! in Amiland. Es klingt für uns nur so komisch, weil wir es nicht kennen, weil es nicht benutzen und leben (dürfen).


Was würden diese "Unschuldigen" tun, hätten sie die Macht, es zu tun?
Würden sie eine bessere Welt erschaffen oder genauso oder gar noch
schlimmer zu "Schuldigen" werden, wie die Amis?

Das ist ein guter Punkt. Das Risiko besteht natürlich. Es wird auf den Versuch ankommen.


Klingt für mich sehr schwammig. Hast du praktische Beispiele? Ich sehe
keinen Staat, der nicht seine eigenen Leute verheizt seiner Erhaltung
willen.

S. die Beispiele von BBouvier. Winkler würde wohl das Zweite Deutsche Kaiserreich von 1871 nennen. Die frühe Eigenossenschaft. Vorstaatlich dann halt friesische Freibauern oder germanische Stämme.


Ok. Welche Möglichkeiten siehst du und welche praktische Beispiele kennst
du, in denen das Bewusstsein die debitistischen Zwänge durchbrochen hat?

Gute Frage! Zum einen bräuchten wir mehr Verantwortungsbewusstsein – es ist zu spät dafür, aber es hätte mit kleinen Dingen anfangen können wie damit, Politiker in die Pflicht zu nehmen: Es werden Wahlverträge geschlossen und wenn Politiker gegen diese verstoßen (man verspricht, Steuern nicht zu erhöhen und tut es dann trotzdem), sind direkte Neuwahlen angesetzt. Offenlegung aller Bezüge von Politikern. Verhinderung von Lobbyismus. Volksbefragungen. Umfassende Allgemeinbildung. Vollkommen neue Geschichtsschreibung. Weckung eines nationalen Bewusstseins etc. pp. Alles nur Träume, schon klar. Aber man hätte irgendwo anfangen können.

Was allerdings insofern nichts bringt, da die Macht- oder Beraterstrukturen, wie das gute Wort von Ashitaka war, nicht nur die obigen Schritte verhindert hätten, sondern überdies bisher alle gesellschaftlichen Änderungen überdauert bzw. wohl entweder genutzt oder gar gesteuert haben. Diese Machtstrukturen lassen sich auch nicht durch Aufklärung allein beseitigen – es kommt auf die Bewusstseinsänderung an.

ALLES hängt am Bewusstsein! DAS muss angehoben werden, was nur eine individuelle Aufgabe sein kann, die zur nationalen Aufgabe werden kann. Ich kenne keine Beispiele, wo das Bewusstsein von Nationen den debitistischen Zwang durchbrochen hat (es mag sie indes gegeben haben) – wohl aber das von Menschen. Wir müssen wachsen – innerlich! Um aus dem Schlaf und der Trägheit (alles ist Zwang! Nie geht es anders! Alles ohne Sinn!) aufzuwachen.

Nicht mißverstehen - die Karre fährt gesamtgesellschaftlich vor die Wand! Aber ob wir nun ins 18. oder 16. Jhdt. oder in die Barbarei zurückgeworfen werden – es wird Überlebende geben. Und unter diesen Überlebenden welche mit der Gabe, Dinge neu, anders zu machen.


Leider nein. Alles ist dem debitistischen Zwang unterworfen,
gewinnbringend zu wirtschaften. Oder kennst du Systeme, die unabhängig
davon existieren konnten, abgesehen von nicht zivilisierten
Gemeinschaften?

Wir müssen diese Systeme erst schaffen. Was erst geht, wenn das Bewusstsein ein anderes ist. Ein simples Beispiel wäre die Aufklärung über das bestehende Wirtschaftssystem, welches in der Schule gelehrt werden könnte. Dass Vermögenskonzentration eine logische Folge dieses Systems ist, ebenso wie sein Zusammenbruch durch immer größere Verschuldung. Dass Wirtschaften ein Zwang ist. Der sich allein dadurch ja schon änderte, indem man die Menschen darüber aufklärte!

Du hast doch ein Kind. Erzählst Du dem: Mein Kind, alles ist Zwang, Du wirst Dich prostituieren müssen und Dein Leben lang dem Zwang unterliegen? Quark! Du wirst Dein Kind liebevoll schützen und leiten und wünschen, dass es ein gutes Leben führen kann! Und aus dieser Haltung kann der Widerstand gegen das System wachsen, kann neues Bewusstsein entstehen NP – darum geht’s.


Ich finde, man sollte da sehr vorsichtig sein. Wer glaubt, "das Feuer" "in
sich zu tragen" und gleichzeitig Weltfrieden propagiert, ist mE hochgradig
faschismusgefährdet, weil sein Kampf auf einer sehr subtilen, indirekten
Art stattfindet und sehr manipulativ und deshalb potenziert zerstörerisch
ist. Wenn du Feuer in dir hast, dann kämpfst du - wenn es sein muss auch
physisch - auf direktem Wege für das, was dein Feuer entfacht. Ohne
Rücksicht auf die, die dein Feuer nicht teilen.

Nein, das missverstehst Du vollkommen, NP – auch Liebe ist ein Feuer. Wer liebt, brennt (Du liebst doch auch…. jemand? Etwas? Oder?).. Schiller liebte die Freiheit, brannte dafür OHNE anderen Tod oder Verderben oder ähnliches zu wünschen. Macht korrumpiert – das ist so und wird weiter so sein, ABER es muss deswegen nicht jeder Freiheitskämpfer zum Faschisten werden.

Es ist schon so, dass wir materiell so viel besser dastehen als vorherige Generationen, (freilich auf Kosten der Plünderung weiter Teile der Welt durch ein kannibalistisches System, das sich am Ende selber frisst), dass Millionen Menschen hierherkommen wollen, um ein Stück vom Kuchen zu ergattern (was am Ende zu sehr unschönen Szenen führen wird, aber das nur nebenbei).

Das Perfide daran ist, dass dieser materielle Wohlstand die Menschen nicht bewusster (im Sinne von freier-stärker-kritischer) gemacht hat, sondern vielmehr ängstlicher, hysterischer, schriller und verbohrter. Man mag sich darüber streiten, wer dafür im Einzelnen verantwortlich ist; tatsächlich sinken überall Diskussions- und Verständniskultur. Es wird zunehmend ideologischer und dümmer (was sich auch im Forum zeigt, aber nicht nur in diesem – das ist überall so).

Kurz: Die Karre fährt demnächst vor die Wand (demnächst - alles zw. 6 Monaten und 30 Jahren) [[zwinker]] und dann gilt es wieder aufzubauen. Und für Aufbau und Neues schaffen wollen – dafür braucht es Feuer. Ein inneres Brennen, das sagt: Ich muss! Ich muss!! Nicht das Feuer ist das Schlimme, NP, sondern mit welchem Bewusstsein ich mit ihm umgehe. Ich kann aufgrund meiner Überzeugung die anderen umbringen, die meine Meinung nicht teilen. Oder ich kann mich gegen sie verteidigen. Sie überzeugen, wo möglich. Mein Ding machen. Whatever.

Hab nicht soviel Angst vor dem Feuer, NP – halte es mit Schiller. GEGEN die Tyrannen, aber nicht FÜR den Mord an ihnen. Das ist der Weg.

Beste Grüsse Nonpopulo

Schönen Gruss zurück und schönen Sonntag, von dem ich jetzt noch etwas die Sonne genießen will (und hoffe, Du kannst das auch)
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Weiterführende Texte?

Kropotkin @, Sonntag, 19.04.2015, 09:52 vor 3922 Tagen @ Monterone 4256 Views

Hallo Monterone,

kannst du vielleicht weiterführende Links oder Literatur zum Thema empfehlen?


Danke

Natürlich...war ein Lapsus. Meine Aussage bleibt aber trotzdem...

SUCRAM @, VLC, España, Sonntag, 19.04.2015, 10:58 vor 3922 Tagen @ Waldläufer 4340 Views

Sie haben natürlich recht. War ein Lapsus. (Auch wenn Sie mir gleich verallgemeinernd Nichtwissenheit unterstellen, obwohl Sie mich nicht kennen...)
Ich habe mich auch schon gewundert, dass sich keiner meldet. Im Grunde bleibe ich aber bei meiner Aussage.
Muss gestehen, dass ich die Zwei in der letzten Zeit häufiger verwechsle, vor allen Dingen, wenn ich über sie lese...da die mittlerweile den identischen, gequirlten Mist von sich geben. (Ja ist meine Wertung.)
Übrigens haben beide Länder viele Ähnlichkeiten..und es werden immer mehr.
Beide planwirtschaftlich, sozialistisch und absolutistisch geführt mit starker Gängelung des Volkes. Stark rohstoffpreisabhängig. Steigende Kriminalität, Preise und Ungleichheit (in Venezuela noch extremer...noch).
Ja..und die finden es natürlich überhaupt nicht gut, wenn Cuba aus ihrem Dreierklub jetzt ausschert.

Die Einwanderung aus Bolivien ist bei uns übrigens ungleich höher als aus Venezuela. Und da will keiner zurück..zu Papa und Vorzeige-Indio Morales. Im Gegensatz zu Kolumbien oder Ecuador, wo es tatsächlich liberale Ansätze gibt, die sich auch in einer allgemeinen Wohlstandsanhebung wiederspiegeln. Und vor allem ist der Staat dort weniger despotisch.

Also, im Ergebnis hätte meine Frage genauso gelautet. Trotzdem Danke für den Hinweis.
Sucram

Beendet die Diktatur der Demokratie!

pigbonds @, Sonntag, 19.04.2015, 11:07 vor 3922 Tagen @ Zarathustra 4394 Views

Frau Witt ist sogar lustig! Sie schreibt etwas von "dick-tator"!
Tja, da hätte der verdutzte EZB-Chef sofort den Knüppel aus dem Sack
holen müssen!


Jedenfalls hat sie sich köstlich amüsiert, wie in diesem Interview zu
sehen ist:

Man muss sich fragen, welche Message vermittelt wird.

Beendet die Diktatur, stürzt den Diktator!

Sowas verstehe ich noch.


Was ich aber nicht verstehe:

Beendet die Diktatur der EZB!

Das macht keinen Sinn.

Draghi ist ganz sicher kein Diktator, selbst in der EZB ist seine Macht beschränkt, doch
nicht er soll der Diktator sein, sondern die EZB, die politisch kaum Einfluss nehmen kann.
Dieser Vorwurf ist absurd, da eine Diktatur durch fast unbeschränkte politische Macht
gekennzeichnet ist.

Wir schrammen langsam ganz nahe an der Verblödung vorbei und mich wundert es nicht, wenn
wir bald hören:

Beendet die Diktatur der Demokratie!

"Alle anderen sind doof, nur ich nicht"*

Fussgänger @, Sonntag, 19.04.2015, 11:25 vor 3922 Tagen @ pigbonds 4384 Views

Man muss sich fragen, welche Message vermittelt wird.

Beendet die Diktatur, stürzt den Diktator!

Sowas verstehe ich noch.


Was ich aber nicht verstehe:

Beendet die Diktatur der EZB!

Das macht keinen Sinn.

Draghi ist ganz sicher kein Diktator,

Darum hat sie AFAIK auch nicht seinen Namen, sondern den der europäischen Zentralbank skandiert. Ganz in deinem Sinne.

selbst in der EZB ist seine Macht
beschränkt, doch
nicht er soll der Diktator sein, sondern die EZB, die politisch kaum
Einfluss nehmen kann.

Die EZB kann keinen Einfluss nehmen? Da sehen die meisten Leute anders.

Dieser Vorwurf ist absurd, da eine Diktatur durch fast unbeschränkte
politische Macht gekennzeichnet ist.

Das Finanzsystem hat eine sehr grosse Macht. Die EZB ist ein wichtiger Teil davon. Auch wenn formell und inhaltlich der Vorwurf der Diktatur falsch sein mag, so ist die überhöhte, plakative und damit wahrgenommene Vereinfachung auf den Slogan "Stop the ECB dicatatorship" durchaus sinnvoll. Es wird ein wichtiges Thema - die Macht des Finanzsystems und insbesondere der Zentralbanken - öffentlich bekannt gemacht.

Ob der konkrete Auftritt der Dame an sich so besonders effektiv war, bezweifle ich. Aber inhaltlich liegt sie nicht falsch.

Wir schrammen langsam ganz nahe an der Verblödung

Dann schau mal in den Spiegel. Ich finde deinen Einwand sehr gesucht.

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.

ebbes @, Sonntag, 19.04.2015, 12:57 vor 3922 Tagen @ SUCRAM 4325 Views

Mir ist das auch gleich aufgefallen, aber ich will mich nur zur Sache melden und habe gehofft, dass ein anderer dich darauf aufmerksam macht.

Warum leben die so?

Ganz sicher nicht, weil sie dies so wollen.

Wenn sie eine kommunistische Regierung wählen, dann stürzen zufällig Flugzeuge der Präsidenten ab, gibt es Straßendemonstrationen gegen diese "korrupten Verbrecher", wird in allen westlichen Zeitungen die Korruption angeprangert.

Dann erfolgt der nächste Schritt - Sanktionen.
Natürlich sind die Botschaften und NGOs ein Teil des Spieles.

Die Reichen auf der Welt haben keine Interesse daran, dass ein sozialistisches oder kommunistisches System funktioniert, also wird es an allen Fronten bekämpft.

Dabei ist erwiesen, dass die Menschen glücklicher sind, wenn der Unterschied zwischen arm und reich gering ist.

--
Jedes blinde Huhn, das an der Börse einmal erfolgreich war, denkt gleich, es sei ein Adler.

Konkrete "Außenpolitik" der USA versus Träumereien von westlichen Werten wie Freiheit

Bernadette_Lauert, Sonntag, 19.04.2015, 14:51 vor 3922 Tagen @ Bernadette_Lauert 4373 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Sonntag, 19.04.2015, 20:13

Schöne Debatte hier.
Was mich teilweise etwas befremdelt, sind Träumereien von westlichen Werten wie Freiheit im offenkundigen Gegensatz zur konkreten "Außenpolitik" der USA.
Beispiele finden sich jeden Tag: Jetzt hat der iranische Generalstabschef Hassan Firouzabadi die USA beschuldigt, die Terrormiliz „Islamischer Staat“, die weite Gebiete im Irak und Syrien erobert haben, mit Waffen und Lebensmitteln zu versorgen. (Quelle)

Firouzabadi wörtlich:
„Wir haben Angaben über regelmäßige Landungen und Starts amerikanischer Flugzeuge von den Flughäfen, die vom IS kontrolliert werden“, sagte Firouzabadi am Samstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars. Die USA „beliefern den Islamischen Staat mit Waffen, Geld und Lebensmittel, behaupten dann, dass das aus Versehen getan worden sei.“

Was genau hat das jetzt mit westlichen Werten und Gummibegriffen wie Freiheit zu tun?

Vorsicht: Ideologiefalle. Manchmal tappen da selbst Leute rein, die sagen: Ideologien lehne ich ganz pragmatisch ab.

Gruß, Bernadette

Auch wenn die Menschen glücklicher wären, wollen sie doch nicht arm sein

Mephistopheles @, Datschiburg, Sonntag, 19.04.2015, 14:53 vor 3922 Tagen @ ebbes 4239 Views

Dabei ist erwiesen, dass die Menschen glücklicher sind, wenn der
Unterschied zwischen arm und reich gering ist.

Der Unterschied von arm und reich ist um so geringer, je ärmer die Gesellschaft ist.
Steigt der Wohlstand, so nimmt mit steigendem Wohlstand auch der Unterschied zwischen arm und reich zu.

Am geringstn ist der Unterschied, wenn alle Nichts haben - dann gibt es nämlich keinen mehr.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Mythos der glücklichen Sklaven.

SUCRAM @, VLC, España, Sonntag, 19.04.2015, 15:15 vor 3922 Tagen @ ebbes 4476 Views

Dabei ist erwiesen, dass die Menschen glücklicher sind, wenn der
Unterschied zwischen arm und reich gering ist.

Diesen Nachweis der Kausalität bist Du schuldig.

Es ist m.E. wohl eher so, dass dort, wo Menschen glücklich sind, es kein "arm" oder "reich" als Begriff oder Kontext gibt. Was ich aber eher als eine exklusive Erscheinung bei zwingherrenfreien Gemeinschaften sehe, als eine Ursache fürs Glücklichsein von Bürgern eines Staates. Was den Kommunismus angeht, ich habe noch nicht davon gehört, dass Menschen im Kommunismus wirklich glücklich waren oder sind. Im Gegenteil, wohl eher unglücklicher als in vergleichsweise weniger restriktiven Herrschaftsformen.

Glückliche Menschen sind generell eher sie Ausnahme als die Regel. Findest die vielleicht noch in abgeschiedenen, autarken Gemeinschaften, die noch nicht zivilisiert oder oder anderweitig missioniert wurden. Da gibt es einige Berichte von Forschern, die solche Menschen gesehen haben wollen.

Sucram

Ja, dem Draghi fehlt die Macht, Frau Witt im Straflager verschwinden zu lassen

Zarathustra, Sonntag, 19.04.2015, 16:08 vor 3922 Tagen @ pigbonds 4377 Views

bearbeitet von Zarathustra, Sonntag, 19.04.2015, 16:14

Solche Heldentaten bleiben (noch) jenen Regimen und deren feigen Männchen vorbehalten, die dort immer noch oben sitzen und welchen hier im DGF immer mal wieder Respekt gezollt wird. Da könnte einem schon Angst werden; und speiübel.

Als grosse politische Institution der Macht und damit auch eines Diktats sehe ich die EZB allerdings schon. Von direkter Demokratie ist das jedenfalls weit weg.

Grüsse, Zara

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