@Meph: Mittelalterliche und antike Überweisungs-Systeme in (Vorder)Asien: Fei Ch´ein, Hawala, Hundi ,…
Hi Namensvetter;- )
Bevor auf ich auf die eigentlichen, spannenden Fragen eingehe, die Du aufgeworfen hast, eine kurze Erklärung für den @Chef: Ich habe nur deswegen einen neuen Thread eröffnet, um Morpheus Debitismus-Thread nicht unnötig noch mehr zu verstopfen. (Er ist leider schon ziemlich unübersichtlich geworden bzw. m.E. teilweise „vermüllt“ mit irrelevantem, juristischen Hick-Hack oder „Geld-ist-ein-Ding“-Behauptungen).
Ashitaka schrieb:
Dass das Geld selbst aus einem Schuldverhältnis begründet wird, kann
erst nach folgender Überlegung klar werden. Man blicke z.B. zu den
Anfängen Karthagos, wo lange Zeit ohne Münzen/Banknoten
gewirtschaftet wurde. Es waren anfänglich lediglich Schuldverhältnisse,
die man untereinander einging, Schulden die man erfüllte und Schuldtitel
die man abtrat.
Ich habe mal was Ähnliches aus China gehört
http://www.initiative.cc/Artikel/2011_07_23_Fei_Lun.htm
Wie jedoch sieht die asiatische Geldgeschichte aus?
Widepedia dazu: [color=darkblue]Informal Value Transfer System (IVTS) is an alternative and unofficial remittance and banking system, that pre-dates current day modern banking systems. The systems were established as a means of settling accounts within villages and between villages. It existed as far back as over 4000 years ago and even more.
Their use as global networks for financial transactions spread as expatriates from the original countries settled abroad. Today, IVTS operations are found in most countries. Depending on the ethnic group, IVTS are called by a variety of names including, for example, hawala (Middle East, Afghanistan, Indian Sub-Continent)(Siehe hier “Hawala†in Wiki auf deutsch; hundi (India) (Siehe hier “Hundi†in Wiki auf Deutsch); fei ch’ien (飞钱 or "flying money"; China); phoe kuan (Thailand)….[/color]
Die o.e. Geburtsstunde des unbaren Giro vor 4000 Jahr stimmt ungefähr für Mesopotamien. Siehe meinen Beitrag „Die erste(?) bargeldlose Überweisung ca. 1791 v. Chr. in der Stadt Ur via Protobanker "Dumuzi-Gamil": http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=316617 .Auch ein juristisches Fachbuch kommt auf daselbe Alter: Siehe meinen Beitrag „Heutige Juristen und bargeldloses Giro vor 3'800 Jahren“: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=317188
Für China kann man es nicht sagen, wann genau unbares Giro begann. Die 8000 - 9000 Jahre, die Dein link ohne Quellenangabe erwähnt, scheinen mir übertrieben bzw. falsch: Es gibt m.W. keinerlei Funde aus dieser Zeit, die Benützen einer Schrift (Zahlen, Piktograme) belegen würden. Die ersten Fundstücke stammen von 1400 v. Chr. Etwa 500 v. Chr hatte sich daraus eine verkehrsfähige Schrift entwickelt. (siehe Wikipedia).
Was Hawala-Banking, Fei ch´ein, Hundi von traditionellen Banken unterscheidet? M.E. vom technische Ablauf her nichts Nennenswertes, vom Geschäftsgebaren allerdings Welten, wie ich mal schrieb http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=260632 :[color=darkblue]
Hi
Zu etwas, das wichtiger ist als unserer Hick-Hack:
Paranoia fragt:
Nach all den negativen Dingen habe ich noch ein Frage an den
Zahlungsverkehrsexperten, die ich selber nicht beantworten kann.
Ahmed, Ibrahim und Aische arbeiten bei Opel in Bochum. Jeden Monat gehen
sie zum Hawaladar ihres Vertrauens und überweisen jeder 200DM an ihre in
Anatolien zurückgebliebenen Angehörigen. Der Hawaldar in Anatolien zahlt
die Überweisungsbeträge weisungskonform aus.
Was passiert mit den wachsenden Salden zwischen Hawaldar 1 und 2?
Es passiert das selbe wie beim transnationalen Interbankhandel von bspw. 27 vernetzten Banken mit Inhaberwertpapieren, die Banken selbst “erfinden†und als “innovativ†vergöttern, bzw. die der Staat, in Form von Staatsoblis mit vollen Händen aus dem Fenster wirft : Die transnationalen Debit-Kredit-Positionen (Beträge der Interbank/Verschuldung/Verguthabung, folgend IVV’) wachsen, werden durch ein gegenläufiges Geschäft gesenkt, wachsen, sinken, sinken, wachsen, sinken, wachsen., wachsen.... Ähnelt dem Random walk(*) mit k=27 , statt k=2 wie in der klassischen Random walk Formel. Achtung: Auch hier verfolgt Dich eine 27x27 Verrechnungsmatrix; -) die noch -falls man will- mit Spalten und Zeilen der Emittent ergänzen werden könnte, welche den Banken Wertpapiere verscherbelten.
Nota bene: Genau dasselbe geschieht mit der IVV, wenn 27 international vernetzte Banken den Publikumszahlungszahlungsverkehr, transnational untereinander verrechnen. Wegen Import/Exportrechnungen, wenn “n†Nichtbanken diese Rechnungen transnational an andere Nichtbanken begleichen; diese Matrix hätte dann n+27 Spalten und Zeilen.
Aktuelle Zahlen von BIS u.a. zum Stand der IVV hier: http://www.bis.org/publ/qtrpdf/r_qa1206.pdf [/color]
Freundlicher Gruß
Liated