G̶ü̶n̶t̶h̶e̶r̶ Günter Grass ist gestorben - welche Literaten sind für euch unentbehrlich?

Arvid @, Montag, 13.04.2015, 12:29 vor 3927 Tagen 5447 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 14.04.2015, 18:40

Zum Glück für ihn und die Angehörigen, habe ich mich um einige Monate im Zeitpunkt vertan. Wie wohl er für die Deutsche Nachkriegsgeschichte und deren Verarbeitung sehr wichtig war, denke ich, er wird kein Schriftsteller sein, von dem in einigen Dekaden noch gesprochen werden wird.

Dafür ist er zu stark an das Thema, welches spätestens nach 2050 erledigt sein und aus der öffentlichen Diskussion verschwunden sein wird.

Andere Literaten sind erheblich »zeitgebunden« und mehrdeutiger interpretierbar. Ich denke vor allem an die griechische Mythologie, die mich seit meiner Kindheit auf unterschiedlichen Stufen des Verstehens immer wieder begleitet haben.

Dann denke ich auch an James Joyce und George Orwell, Boris Vian und Karl Marx, Joachim Fernau und Margret Atwood, Stanislaw Lem und Joe Haldeman, Cervantes und Eduardo Galeano, Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt.

Es sind ihrer mehr, als ich hier ohne den geneigten Leser zu ermüden, aufzählen könnte. Günther Grass gehört für mich nicht dazu. Möge er den Frieden finden, den er sich gewünscht hat. Seinen Angehörigen und Freunden (es sind typischerweise immer weniger geworden) mein ernsthaft empfundenes Beileid.

--
"Journalism is printing what someone else does not want printed. Everything else is public relations." - George Orwell

Arvid

Unentbehrliche Literaten

Fairlane @, Montag, 13.04.2015, 13:04 vor 3927 Tagen @ Arvid 5287 Views

Ich denke, dass jede Zeit ihre Literaten hervorbringt und es sich lohnt diese zu lesen, denn nur so bekommt man einen Eindruck des vergangenen Zeitgeschehens durch deren Augen.
Gewiss stellt dies nicht immer eine allumfassende Sichtweise der vergangenen Zeiten wieder, aber selbst bei Geschichtsschreibern kann man sich dessen meiner bescheidenen Meinung nach nie sicher sein.

Auch wenn sie schon ein paar Jahre vor Grass gehen mussten, uns aber zum Glück ihre Werke zum Lesen hinterlassen haben, finde ich nachfolgende Autoren unentbehrlich:

Nicolás Gómez Dávila
Ernst Jünger
Julius Evola
Curzio Malaparte
Aldous Huxley
George Orwell
Jacques Ellul

Und jene, die noch (und hoffentlich recht lange) unter den Lebenden verweilen:

Noam Chomsky
Frank Lisson

Natürlich ist dies nur meine persönliche Sichtweise von unentbehrlichen Autoren, in deren Werken sich politische und soziologische Betrachtungen wiederspiegeln, oder die einen Blick in die Zukunft konstruiert haben. Gute, wohl auch unterhaltsame Literatur wurde auch von vielen anderen Autoren verfasst, aber ich denke das würden den Rahmen meines Beitrags sprengen.

Ob man ihre Werke noch in 25 oder gar 50 Jahren lesen wird?
Meiner Meinung nach hängt dies davon ab, ob man an Geschichte, Zeitgeschehen, oder möglichen Lebensentwürfen hat, denn dann wird man auf die Suche nach Literaturempfehlungen und Antworen gehen, ganz gleich ob man diese im persönlichen Gespräch erhält, oder sich im Internet auf die Suche macht.
Bis vor 15 Jahren waren mir Namen wie Jünger oder Ellul kein Begriff, heute steht fast jedes ihrer wichtigen Werke in meiner Bibliothek und bei der Anzahl der von mir ständig gekaufen Werke, befinde ich mich in einem permanenten Konflikt, welches Buch ich als nächstes lese.
Mir ist es, nebenbei bemerkt, ein persönliches Anliegen die Werke, welche mein Interesse geweckt haben, zu sammeln und zu lesen, denn nichts hat mein Verständnis für mein Leben und meine Existenz und das Weltgeschehen mehr erhellt, als der Inhalt meiner Bibliothek.

Gruss, Fairlane

unentbehrliche Literaten

Mephistopheles @, Datschiburg, Montag, 13.04.2015, 13:47 vor 3927 Tagen @ Fairlane 4804 Views

- Homer, Odyssee
- James Joyce, Ulysses
- Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, insbes.: Eine Liebe von Swan
- Franz Kafka. Der Prozeß und Das Schloß
- Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften

Tut mir leid, Ladies, sind alles Männerromane von Männern.
Es gibt keine unentbehrlichen Frauenromane.
Und zwar Männerromane, wie ein Mann sich in den verschiedensten Gesellschaftsstrukturen verhalten kann - und damit zu verhalten hat.

Nicht missen möchte ich außerdem:

Goethe, Faust 1. + 2. Teil (den 2. Teil lese ich gerade mal wieder)
Thomas Mann, Zauberberg
Nietzsche, Also sprach Zarthustra

Das war es schon im Wesentlichen, was unentbehrlich ist.

Ich glaube, mit dieser Lektüre lässt sich das halbe Leben bewältigen.
(Die Odyssee habe ich übrigens in die Hände bekommen vor Karl May) [[freude]]

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Unentbehrliche Literatinnen

Arvid @, Montag, 13.04.2015, 14:51 vor 3927 Tagen @ Mephistopheles 4560 Views

- Homer, Odyssee

Ja

- James Joyce, Ulysses

unebdingt

- Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, insbes.: Eine
Liebe von Swan

Nein, ich habe mich angeödet gefühlt; diese Literatur entspricht nicht meinem Naturell

- Franz Kafka. Der Prozeß und Das Schloß

Ja, wenn auch nicht mit Genuss

- Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften

Ja, nicht im oberen Drittel meiner Top 100, vielleicht nicht mal in der ersten Hälfte, aber unbedingt lesenswert

Tut mir leid, Ladies, sind alles Männerromane von Männern.
Es gibt keine unentbehrlichen Frauenromane.

Ich halte die Schriften von Margret Atwood für herausragend.

Und zwar Männerromane, wie ein Mann sich in den verschiedensten
Gesellschaftsstrukturen verhalten kann - und damit zu verhalten hat.

Hemingway?


Nicht missen möchte ich außerdem:

Goethe, Faust 1. + 2. Teil (den 2. Teil lese ich gerade mal wieder)

Kinder waren auf einer Waldorf-Schule ->> Goethe ist eindeutig überwertet; natürlich sehr gut, aber überbewertet

Thomas Mann, Zauberberg

Sein Bruder hat deutlich politischer geschrieben; darum auch nicht für die Zukunft, aber dennoch mit deutlichem Genuss zu lesen.

Heinrich ist auch nicht schlecht, aber kein Solitär innerhalb der Familie

Nietzsche, Also sprach Zarthustra

Habe ich zu früh gelesen, müsste ich mal wieder aufgreifen.

Das war es schon im Wesentlichen, was unentbehrlich ist.

Du bist sehr bescheiden in Deiner Auswahl ...

Gabriel Garcia Marquez (100 Jahre Einsamkeit ist göttlich)

Ich glaube, mit dieser Lektüre lässt sich das halbe Leben bewältigen.
(Die Odyssee habe ich übrigens in die Hände bekommen vor Karl May)
[[freude]]

Ich liebe auch die vielen »Coverversionen« der Odyssee

--
"Journalism is printing what someone else does not want printed. Everything else is public relations." - George Orwell

Arvid

Natürlich habe ich einen vergessen, der unbedingt dazu gehört

Mephistopheles @, Datschiburg, Montag, 13.04.2015, 15:41 vor 3927 Tagen @ Arvid 4479 Views

Du bist sehr bescheiden in Deiner Auswahl ...

Gabriel Garcia Marquez (100 Jahre Einsamkeit ist göttlich)

Einen habe ich vergessen, der unbedingt dazu gehört zu den Unentbehrlichen:

Miguel de Cervantes, Don Quichote.

Über die Bedeutung von Gabriel Garcia Marquez, 100 Jahre Einsamkeit können wir uns gern noch einmal unterhalten - in 100 Jahren.

Gruß Mephistopheles

--
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Auch hier fehlen die Russen

Kurz_vor_Schluss @, Montag, 13.04.2015, 16:18 vor 3927 Tagen @ Mephistopheles 4375 Views

Und zwar vor allem der, der über den Don Quichotte so schön schrieb:

Wenn Gott dereinst die Menschheit vor sich ruft und sie fragt:
Was habt Ihr denn während Eurer ganzen Existenz an Bleibendem zustande gebracht?
Da werden die Menschen das Haupt senken und einer wird Gott scheu den Don Quichotte de la Mancha überreichen.
Und Gott wird lächeln und sagen: Euch sei vergeben.

Na jedenfalls ist die Rede von Dostojewski:
Verbrechen und Strafe
Brüder Karamasov
Aufzeichnungen aus einem Kellerloch
Der Idiot (Kinski als Fürst Myschkin in Berlin Ende der vierziger Jahre - ach, DAS hätte ich gerne gesehen... https://www.youtube.com/watch?v=YxJ4LGLIXig )

Dann noch Bulgakov:
Meister und Margareta (zum totlachen für mich)

Tolstoj:
Krieg und Frieden

Und Tschechov und Babel und Korolenko und Pelewin usw.

Und natürlich gibts noch Dante, Boccaccio, Plutarch, Sallust, Ovid, Pasolini, Hugo, Stendhal und bei uns Luther und Lessing und Schiller und von Droste-Hülshoff und Lou Salome und Schopenhauer und und und - zuviel für ein Leben, weswegen ich gerne zwei hätte - eins zum lesen, eins zum leben... :-)
Beste Grüße
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Ein Sommernachtstraum...

Hinterbänkler @, Schweiz - tief im Emmental, Montag, 13.04.2015, 16:49 vor 3927 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 9449 Views

Hallo,

ich trolle literarisch ganz unsystematisch und äußerst subjektiv durchs Leben: Ich gehe (m)einen Weg und erblicke mal hier mal da ein Blümchen, was ich pflücke. Manches davon habe ich gepresst zwischen zwei Buchdeckel und betrachte es mehr oder weniger häufig. Interessant: mit jedem neuen Öffnen werden die Gerüche reichhaltiger und aromatischer...

Friedrich Nietzsche
(Zugang zur menschlichen Tiefe / Zugang zum bestem literarischen Deutsch)
Carlos Castaneda (Literarische Sinnsuche mit dem besten Bewusstseinsmodell)
Hermann Hesse (Zugang zur jugendlichen Sinnsuche)
Laurens van der Post (Zugang zum Herzen der Buschmänner/San)

Wegen des amerikanischen Zeitalters:
John Steinbeck (Zugang zum Herzen der Siedler im amerik. Westen)
Ruth Beebe Hill (eine Frau!) - Hanta Yo (Zugang zum Herzen der Lakota-Indinaer - leider völlig unbekannt und wird insofern nicht die Ausgangskriterien nach 'ewiger' Literatur erfüllen)

Um den Blickwinkel aufzuweiten:
Antoine de Saint-Exupéry - Der kleine Prinz (Zugang zum Kind im Erwachsenen)
Richard Bach - Jonathan Livingston Seagull / Illusions (Modellhafte einfache Sprache)

Und da Literatur Poesie einschließt:
Juan Ramón Jiménez - ich bin nicht ich... (Poesie der Nicht-Identifikation)

Und da Literatur Dramen einschliesst:
William Shakespeare

Was ich aber nie auf meinem Weg lag, weil ich als Kind/Jugendlicher einfach nicht gelesen habe:
Astrid Lindgren (wieder eine Frau) (Zugang zur Kinderseele)

Und wer hindert mich systematisch die Literatur zu durchpflügen:
Die Gelben Autoren (Zugang zum subversiven Herzen)

Danke und Gruß
Hinterbänkler

--
...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...

Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'

und das Wunder von Bern :-D

Kurz_vor_Schluss @, Montag, 13.04.2015, 17:49 vor 3927 Tagen @ Hinterbänkler 3916 Views

Salut HB,
danke schön - Jimenez und von der Post waren mir unbekannt, nach denen werd ich mal schauen...
Gruß ins Emmental
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Hundeblumen

Rybezahl, Dienstag, 14.04.2015, 23:44 vor 3925 Tagen @ Hinterbänkler 3091 Views

Wolfgang Borchert - Die Hundeblume

Wahrscheinlich wird es verschwinden, aber der literarische Stil ist unvergleichlich. Ein wunderbares Buch.

Angenehme Träume. [[freude]]

Der Pole fehlt!

Nonpopulo @, Montag, 13.04.2015, 21:50 vor 3926 Tagen @ Kurz_vor_Schluss 3950 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 13.04.2015, 22:09

Ich habe nirgends mehr Witz, Phantasie, Originalität und philosophischen Tiefgang gefunden als in Stanislaw Lems Büchern. Besonders die Geschichten von Weltraumpilot Ijon Tichy (hier: Sterntagebücher, siebte Reise) und vom genialen Konstrukteur Trurl (hier: bei den Vielianern) gehören für mich zu den absoluten Highlights der Weltliteratur.

Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

Frauenromane

Heinz @, Dienstag, 14.04.2015, 11:29 vor 3926 Tagen @ Mephistopheles 3348 Views

- Homer, Odyssee

Mir gefällt die Ilias besser. Und nochmals besser als die Ilias finde ich das Mahabharata.

- James Joyce, Ulysses

Von der schwierigeren Modernen gebe ich eindeutig T.Pynchon, Die Enden der Parabel, den Vorzug.

- Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, insbes.: Eine
Liebe von Swan

Bei den Franzmännern ist mir Moliere der liebste. Wenn ich aber den erwähne, dann dürfen aber Nestroy,F.Raimund und K.Kraus nicht fehlen.

- Franz Kafka. Der Prozeß und Das Schloß
- Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften

Von den "Deutschen" ist es eindeutig Rilke. Auch den allseits unterschätzten A.Stifter mag ich. Von den modernen Österreichern P.Handke.


Tut mir leid, Ladies, sind alles Männerromane von Männern.
Es gibt keine unentbehrlichen Frauenromane.
Und zwar Männerromane, wie ein Mann sich in den verschiedensten
Gesellschaftsstrukturen verhalten kann - und damit zu verhalten hat.

Darf hier im Gelben Ayn Rand "Atlas Shrugged" fehlen? Oder doch lieber Frauenliteratur alla E.L.James[[ironie]]

Und ich bin,war noch immer von F.Herberts Wüstenplant-Zyklus fasziniert.

--
Tyger Tyger, burning bright,
In the forests of the night;
What immortal hand or eye,
Dare frame thy fearful symmetry?

Für Stifter-Liebhaber - eine kleine Kostbarkeit!

Olivia @, Mittwoch, 15.04.2015, 10:42 vor 3925 Tagen @ Heinz 3067 Views

Auch den allseits

unterschätzten A.Stifter mag ich.

.........................

Dann wird dieser, im vergangenen Jahr fertig gestellte Film für Dich möglicherweise ein Vergnügen sein. Wunderbare Aufnahmen, in Bilder gegossene Emotionen und ein sehr guter Hauptdarsteller.

http://www.derschneesturm.de/

Es freut mich, dass dem einen oder anderen doch noch einige Frauen einfallen. Ich habe auch noch einige, die ich sehr schätze. Aber als ich anfing, da kamen immer mehr. Also lasse ich es und hebe es auf für später.

Doch Petra Morsbach möchte ich noch erwähnen. Mitglied der "Bayerische Akademie für Künste" - Bekannt geworde durch einen Roman, der in Russland spielt.
"Und plötzlich war es Abend"
http://www.amazon.de/Pl%C3%B6tzlich-ist-es-Abend-Roman/dp/3442721148/ref=sr_1_3?ie=UTF8...

Ich las als erstes ihren "Opernroman". Mir gefiel ihr Umgang mit Sprache. Wortwahl und Satzbau des Opernromans drücken Musik aus. Man hat den Eindruck, beständig von Musik umgeben zu sein, während man liest. Dieser Eindruck ist von der Autorin gewünscht. Eine Freude, jemanden zu lesen, der so gut mit Sprache umgehen kann. Vielleicht bin ich auch besonders empfänglich für so etwas. Den Zarathustra habe ich Nachts gelesen und die Sprache hat mich vollkommen berauscht.

Hier noch ein Link zum Opernroman.
http://www.amazon.de/Opernroman-Petra-Morsbach-ebook/dp/B008JD3Q1U/ref=sr_1_6?ie=UTF8&a...

Und die Blechtrommel muß ich noch erwähnen. Ein unglaublicher Film. Schon alleine deshalb wird Grass der Nachwelt erhalten bleiben.

Anderes später.

--
For entertainment purposes only.

Wenn ich nur drei Namen nennen darf

Monterone @, Montag, 13.04.2015, 16:33 vor 3927 Tagen @ Arvid 4983 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 13.04.2015, 16:51

Der Haken liegt in dem unentbehrlich, womit die lange Liste schätzenswerter Autoren auf nur wenige Namen zusammenschrumpft.

Angenommen, mich würde jemand mit vorgehaltener Pistole zwingen, die drei für mich wichtigsten zu nennen, wäre meine Antwort Montaigne, Bismarck, Louis-Ferdinand Céline.

Mais oui!

Kurz_vor_Schluss @, Montag, 13.04.2015, 17:51 vor 3927 Tagen @ Monterone 4363 Views

Jaaa - Du hast natürlich recht, Monterone, die "Reise ans Ende der Nacht" darf nicht fehlen - dieses Buch hat mich tief beeindruckt.
https://www.youtube.com/watch?v=ZR9tsWhRYJo
Eines Tages wird man auch über ihn (und manches andere) offener reden können...
Schönen Gruß
K_v_S

--
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Autsch, das ging mir in die Magengrube

Arvid @, Montag, 13.04.2015, 18:16 vor 3927 Tagen @ Leserzuschrift 4284 Views

das habe ich nicht erwartet. So früh, noch keine 75 Jahre alt. Für jemanden aus Uruguay eher zu früh. Ich werde seine Stimme sehr vermissen.

Danke für die Information.

Murió
el escritor uruguayo Eduardo Galeano

--
"Journalism is printing what someone else does not want printed. Everything else is public relations." - George Orwell

Arvid

Thomas Mann (mkT)

DT @, Montag, 13.04.2015, 22:18 vor 3926 Tagen @ Arvid 4033 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 13.04.2015, 22:21

- Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
so steigt man auf.

- Die Buddenbrooks - Verfall einer Familie
und so geht's wieder hinab.

Seit ich die Buddenbrooks gelesen habe, und seit Mappus in Stuttgart die fleißigen Bürger vor meinen Augen hat niedergeknüppeln lassen, weiß ich, daß es sinnlos ist, für für die Besatzer, für den Staat, für die Gesellschaft, und für die Nachkommen zu schuften und das Hamsterrad am Rotieren zu halten, und das habe ich weiß Gott getan.

Die erste Generation baut's auf, die zweite Generation erhält's oder bauts noch aus, und die dritte studiert Kunstgeschichte.

Carpe diem.

DT

PS: Meine Nr. 3: Oswald Spengler. Der Untergang des Abendlandes.
Was der Mann schon vor hundert Jahren erkannt hat, läßt mich hoffen. Auch die Besatzer werden den Gang der Babylonier, Ägypter, Griechen, Römer, ... gehen. Wartet, nur wartet noch ein Weilchen.

zu deinem Postskriptum: Martin Armstrongs Zeitplan zum Zerfall der USA

reefan @, Mittwoch, 15.04.2015, 16:14 vor 3925 Tagen @ DT 3296 Views

Auch die Besatzer werden den Gang der Babylonier, Ägypter, Griechen,
Römer, ... gehen. Wartet, nur wartet noch ein Weilchen.

Da Martin Armstrong m. E. sehr beachtenswert, offensichtlich für viele im Forum jedoch relativ unbekannt ist, hier seine Prognose mit zeitlichem Ablauf des Niedergangs der USA nach seiner Zyklenanalyse.

[image]

hier zwei lesenswerte Quellen:
224 Year Collapsing Wave Structure Points to Breakup of USA

The Decline & Fall of the United States on Schedule


Viele herzliche Grüße

Zum Tode des Blechtrommlers Günther Gräßlich -

carlos @, Montag, 13.04.2015, 22:53 vor 3926 Tagen @ Arvid 4718 Views

Was gesagt werden muß -

- anläßlich des Todes von Günther Grass...
Uns allen ist dies unerbittlich aufgesetzt: Wir ausnahmslos alle werden eines Tages vor Unserem Schöpfer stehen und Rechenschaft über unser Leben ablegen müssen: Über alles, was wir gesagt haben und was wir nicht gesagt haben, sowie über alles, was wir getan und nicht getan haben. In diesem Sinne: R.I.P. Günther Grass.
Jene lateinische Sentenz „De mortuis nihil nisi bene“ ist nicht nur äußerst ungut; nein, sie verleitet auch dazu, unangenehme Wahrheiten mal fix unter den Teppich zu kehren. Interessant ist, daß besagte Sentenz im Zusammenhang mit Grass' Ableben, wie gehabt, von der Linken kommt. Ohne, daß ich derlei Absichten hegte: Wie groß wäre wohl das Wutgeheul seitens der Linken, würde ich auch für den Gröfaz die Gültigkeit jener Sentenz einfordern...
Nein, Günther Grass war niemals der Mensch gewesen, der nicht auch post mortem schärfste Kritik verdient hätte. Sein ganzes Leben nach dem Zweiten Weltkrieg war personifizierte Heuchelei, Lüge und Hetze gegen jedermann, der nicht seiner Meinung war, der ihm widersprach oder der ihn kritisierte.
Im Jahre 1995 hatte er sein Buch „Ein weites Feld“ in die Läden gebracht, und Marcel Reich-Ranicki hatte das Ding in seiner Sendung „Das literarische Quartett“, wie auch im „Spiegel“, zerrissen – zurecht! Grass machte auf schwerst beleidigte Leberwurst und beendete seine Freundschaft mit Reich-Ranicki. Wiederum in seinem Buch „Volk und Wahn“ aus dem Jahre 1995 charakterisierte Henryk Broder Grass so ungemein treffend, denn der Blechtrommler hatte ja auch darüber sinniert gehabt, Deutschland für immer zu verlassen, weil anderenorts das, was er schriebe, „Respekt erfahre“. Broder fügte süffisant hinzu: Der „Respekt“ sei die Droge der autoritären Seele.

https://www.youtube.com/watch?v=NNb9F-SY3tY

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9208344.html

Wahrheit ist nun einmal Wahrheit, und Grass hat zeitlebens gegen alle gehetzt, die ihm mißliebig waren. Dazu gehörte auch der vormalige Papst Benedikt XVI., im selben Jahr wie Grass geboren, der eben höchst unfreiwillig zum Militärdienst eingezogen worden war, anders als Grass, der sich freiwillig gemeldet hatte. Einem 16-jährigen will ich derlei nicht vorwerfen, und die Zeiten damals waren nun einmal so. Grass hat später jedoch auf andere eingeprügelt, als wäre er Gott selbst. Unvergessen sind auch seine Attacken gegen den damaligen BRD-Kanzler Kohl und den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan anläßlich derer beider Besuch auf dem Soldatenfriedhof bei Bitburg, wo auch viele Waffen-SS-Soldaten ihre letzte Ruhe gefunden haben. Und exakt jene Waffen-SS hatte Grass selber mit der Ehre seiner eigenen Mitgliedschaft, naja, beehrt gehabt – wie er A.D. 2006 völlig zufällig beim Schälen einer popeligen Zwiebel feststellen mußte. Mit welchem Recht also hat ausgerechnet dieser Grass sich als moralinsaurer Ober-Moralist und Ober-Beleerer aufgespielt?
Halten wir fest: Günther Grass hat die Weltöffentlichkeit und vor allem sein lesendes Publikum zeitlebens schamlos belogen, und es ist höchst zweifelhaft, ob ihm Weltkarriere, Ruhm, Nobel-Preis und vor allem das Einsammeln des damit verbundenen Haufens an Zaster genauso gelungen wären, hätte er von Anfang an seine Karten offen auf den Tisch gelegt gehabt – oder, horribile dictu, irgendein Leck hätte ihn vorher irgendwann einmal enttarnt und der Welt präsentiert gehabt, als das was er war und ist: Ein Lügner, ein Heuchler und ein Hetzer. In diesem Sinne: R.I.P.

Carlos

--
Laudetur Iesus Cristus per ómnia sáecula saeculorum.
為了小孩子我砸鍋賣鐵。。。
La vida es sueño...
Nayax t’ant’ apanta wajchanakaxa manq’añapataki…
Con không gần phải khiếp sợ, bố ở dây, cảnh giác...

Die wollen das so

Mephistopheles @, Datschiburg, Dienstag, 14.04.2015, 00:41 vor 3926 Tagen @ carlos 4202 Views

Was gesagt werden muß -

- anläßlich des Todes von Günther Grass...

(...)

Halten wir fest: Günther Grass hat die Weltöffentlichkeit und vor allem
sein lesendes Publikum zeitlebens schamlos belogen, und es ist höchst
zweifelhaft, ob ihm Weltkarriere, Ruhm, Nobel-Preis und vor allem das
Einsammeln des damit verbundenen Haufens an Zaster genauso gelungen wären,
hätte er von Anfang an seine Karten offen auf den Tisch gelegt gehabt –
oder, horribile dictu, irgendein Leck hätte ihn vorher irgendwann einmal
enttarnt und der Welt präsentiert gehabt, als das was er war und ist: Ein
Lügner, ein Heuchler und ein Hetzer. In diesem Sinne: R.I.P.

Carlos

Ein überzeugter Atheist, der gerade gestorben ist, findet sich selbst auf einmal in einem dunklen Gang wieder. Er entdeckt ein Schild: "Zur Hölle". Er hat keine andere Wahl als den Gang zur Hölle zu folgen. Er trifft nach geraumer Zeit an eine Tür, die nicht verschlossen ist. Der Atheist betritt die Hölle und traut seinen Augen nicht. Heller Sonnenschein, angenehme Temperaturen, Palmen, Meeresstrand, alle 100 Meter eine Strandbar, fröhliche Menschen tummeln sich, kurzum paradiesische Verhältnisse.

Der gerade verstorbene Atheist geht am Strand entlang, bis er plötzlich eine Gestalt mit einem Pferdefuß und einem Schwanz in einem Strandkorb sitzen sieht. Er geht auf die Gestalt zu und fragt diese, ob er denn der Teufel sei. Dieser bejaht dies und begrüßt den Neuankömmling in der Hölle äußerst herzlich. Er schickt den Atheisten nach dem Geplauder an eine der Strandbars, um sich dort einen Drink zu besorgen.

Der Atheist holte sich einen Drink und schlendert am Strand entlang um die Hölle weiter zu erkunden. Zwischen den Dünen entdeckt er ein großes, tiefes Loch. Neugierig blickte er in die Tiefe und erschrickt sich fürchterlich. Er sieht am tiefen Grund von diesem Loch wimmernde, unbekleidete Menschen. Es lodert ein heißes Feuer und wilde Bestien schlagen auf die Körper der Menschen ein.

Sogleich rennt der Atheist verwirrt zum Teufel und fragt aufgelöst, was denn das für ein Loch sei? Der Teufel versteht die Frage nicht und so fragt der Atheist nochmals nach dem tiefen Loch mit dem Feuer, den Bestien und den Menschen dort hinten bei den Dünen. "Ach," meint der Teufel, "Das ist für die Christen, die wollen das so ..."

Ich glaube ja nicht, dass Grass ein guter Christ war.
Also hat er wohl noch Chancen. [[smile]]


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Interessanter Kommentar.

Olivia @, Mittwoch, 15.04.2015, 10:57 vor 3925 Tagen @ carlos 3019 Views

Was gesagt werden muß -

- anläßlich des Todes von Günther Grass...
Uns allen ist dies unerbittlich aufgesetzt: Wir ausnahmslos alle werden
eines Tages vor Unserem Schöpfer stehen und Rechenschaft über unser Leben
ablegen müssen: Über alles, was wir gesagt haben und was wir nicht gesagt
haben, sowie über alles, was wir getan und nicht getan haben. In diesem
Sinne: R.I.P. Günther Grass.

.....................

Ich mochte ihn NIE, reagierte allergisch auf ihn. Er malte auch. Auch die Malerei stieß mich ab.

Die Blechtrommel jedoch habe ich verfilmt gesehen. Sie war unglaublich beeindruckend! Ich denke, schon dafür wird er der Nachwelt erhalten bleiben.

Die Aufzählung all seiner Verfehlungen ist beeindruckend :-))))
Darüber mag man ja auch geteilter Meinung sein, je nach politischer Coleur.
Mir war er nur sehr unangenehm! - Ganz im Gegensatz zu Benedikt, den ich schätze, obwohl ich nicht "dazu" gehöre.

--
For entertainment purposes only.

keiner (oT)

Dieter, Dienstag, 14.04.2015, 01:51 vor 3926 Tagen @ Arvid 3579 Views

- kein Text -

Um diese Uhrzeit ist es auch besser, nichts zu schreiben und

Arvid @, Dienstag, 14.04.2015, 09:33 vor 3926 Tagen @ Dieter 3566 Views

und nur den Beitragszähler hochzujubeln.

Nichts für ungut, aber der Beitrag war für mich weder informativ noch sinnvoll.

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"Journalism is printing what someone else does not want printed. Everything else is public relations." - George Orwell

Arvid

dann ausführlicher

Dieter, Dienstag, 14.04.2015, 10:21 vor 3926 Tagen @ Arvid 3639 Views

und nur den Beitragszähler hochzujubeln.

Nichts für ungut, aber der Beitrag war für mich weder informativ noch
sinnvoll.

Hallo arvid,
nach der Kurzform gibt es jetzt halt zum besseren Verständnis die Langversion der Beantwortung Deiner Ausgangsfrage:

Das nichts, sollte bedeuten, daß es Menschen gibt, die auf alle Literaten verzichten können, weil sie sich in keinster Weise von Literatur welcher Art auch immer inspirieren lassen, weil sie sich weder für Literatur interessieren noch sie konsumieren noch selbst literarisch tätig sind.
- und als solcher habe ich mich in dem Kurzbeitrag geoutet.

Allerdings halte ich sehr viel von "Bildender Kunst", die ich gerne konsumiere aber noch mehr als persönliches Ausdrucksmittel vielschichtig nutze, also eigenhändig praktiziere,
also Malerei, Bildhauerei, Architektur.

Dies war der Tageszeit angemessen die Langform.

Gruß Dieter

Danke dafür, geht doch am Tage besser (oT)

Arvid @, Dienstag, 14.04.2015, 10:23 vor 3926 Tagen @ Dieter 3225 Views

- kein Text -

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"Journalism is printing what someone else does not want printed. Everything else is public relations." - George Orwell

Arvid

Wäre schön, wenn für die bildende Kunst hier auch noch ein Eckchen wäre.

Olivia @, Mittwoch, 15.04.2015, 11:02 vor 3925 Tagen @ Arvid 2878 Views

Auch Bücher darüber gehören für mich zur Literatur, die ich niemals missen möchte.

--
For entertainment purposes only.

Als Mittdreißiger Gymnasiast sag ich...

SFA @, Dienstag, 14.04.2015, 14:12 vor 3926 Tagen @ Arvid 3856 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 15.04.2015, 13:27

zeitgeschichtlich:
Borchert, Wolfgang - Das Brot
Büchner, Georg - Woyzeck
D̶ü̶r̶r̶e̶n̶m̶a̶t̶t̶,̶ F̶r̶i̶e̶d̶r̶i̶c̶h̶ Frisch, Max - Homo Faber (das einzige Buch, das ich im Deutschuntericht lesen *musste* und beim ersten Lesen als "richtig" empfunden habe)

klassisch:
Allighieri, Dante - Göttliche Komödie
Goethe, J. W. - Faust II (allein für die Anmerkungen das Lesen wert - Teil 1 ist dagegen Belletristik wie Robin Hood)
Homer - Odysee
Nietzsche, Friedrich - Narziß und Goldmund

modern:
Hofstadter, Douglas - Gödel, Escher, Bach – ein Endloses Geflochtenes Band
Houellebecq, Michel - Ausweitung der Kampfzone
Huxley, Aldous - Brave new world (Non-edited Fassung)
Kaczynski, Theodore - Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft (http://www.equinox-net.de/wp/wp-content/downloads/unabomber.pdf)


Grass fand ich nie lesenswert, auch wenn ich´s versuchte. Möglicherweise wurde ich für seine Themen im falschen Zeitfenster geboren.

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“If there is evil in the world, it lies within the heart of mankind”
Knowledge - Communication - Tolerance

... Zarathustra von Hermann Hesse ist auch nicht schlecht ;-)

Sylvia @, Dienstag, 14.04.2015, 22:23 vor 3925 Tagen @ SFA 3177 Views

Nietzsche, Friedrich - Narziß und Goldmund

Ja ein paar Fehlerli mit den Autoren, Shame on me :) (oT)

SFA @, Donnerstag, 16.04.2015, 13:21 vor 3924 Tagen @ Sylvia 2813 Views

Nietzsche, Fried)rich - Narziß und Goldmund

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“If there is evil in the world, it lies within the heart of mankind”
Knowledge - Communication - Tolerance

Noch nicht genannt: Tschingis Aitmatow

Waldläufer @, Dienstag, 14.04.2015, 16:08 vor 3926 Tagen @ Arvid 3321 Views

Wer die "russische Seele", Aitmatow war Kirgise, verstehen will, einerseits die tiefe Naturverbundenheit, die Warmherzigkeit...andererseits die Unerbittlichkeit und Zähigkeit dieser "östlichen Völker", sollte mal ein paar seiner Erzählungen lesen. (Vielleicht versteht man dann auch Putin besser!)

Ich finde ihn sehr, sehr lesenswert.

Auch nicht genannt war bis jetzt Michael Ende. Man glaubt, es wären Kinderbücher, aber seine Bücher, so finde ich, enthalten sehr viel Weisheit.
(Momo... das Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbringt...)

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Ich mag das Wort schützen nicht. Es erinnert mich so an Schützengraben und an Schutzgeld.
(sinngemäß, geklaut von M. Burchardt)

Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß.
-Werner Heisenberg

Es macht mich betroffen

eastman @, Paltz, Dienstag, 14.04.2015, 18:12 vor 3926 Tagen @ Arvid 3587 Views

Hallo Arvid,

Günter Grass - ohne "h" - weilt nicht mehr physisch unter uns. Mit wachsender Lebenslänge und Lebenserfahrung fühle ich immer mehr schmerzhaft, dass die Guten, Streitbaren, Querköpfigen, Mutigen, Wissenden ... gehen, ohne dass auch irgendwie jemand Ähnliches nachkäme. Wie auch, bei diesem Schulsystem, bei der bedingungslosen Förderung der "Gutmenschen", bei allem Niedertrampeln kritischer Ansätze, - nicht nur einfach schade, sondern es bleibt oft nur Resignation.
Günter Grass - "Was gesagt werden muss" - danke für den Mut und das Rückgrat, und solch einer hat es nicht nötig, sich eines Fleckes in seiner Vergangenheit zu schämen, den irgendwelcher Pöbel ihm anlasten will.

Ein Grosser in Deutschland ist ersatzlos von uns gegangen - und das "ersatzlos" macht mich traurig.

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Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Ich habe ihn nie gemocht.

zip @, Dienstag, 14.04.2015, 22:56 vor 3925 Tagen @ Arvid 3720 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 14.04.2015, 23:16

Irgendwann tauchte dieses Buch mit dem entsetzlichen Titelbild im Regal meiner Eltern auf:

[image]

Es wirkte auf mich visuell verstörend und ich habe darin gelesen. Es war furchtbar und ich habe es beiseite gelegt. Später wurde es Pflichtlektüre in der Mittelstufe und es kamen weitere „Künstler“ hinzu: Degenhardt, Biermann und Konsorten. Ich habe keinerlei künstlerische Werte in deren Geschreibsel erkannt und nur widerwillig entsprechende Klassenarbeiten geschrieben.

Inspirierend hingegen Carlos Castaneda und Luis Borges im selben Lebensabschnitt. Und Hesse natürlich. Das „intellektuelle“ Lesen habe ich mittlerweile aufgegeben, es sind wenige Ausnahmen geblieben. Darunter Daniel Suarez, Andreas Eschbach und andere „Visionäre“, die erfolgreich an meine Lieblingsautoren Stanislaw Lem und Ray Bradbury (Fahrenheit 451) anknüpfen konnten.

Meine „intellektuelle Currywurst“ blieb und ist Perry Rhodan (ich mag Gucky, den Mausbiber) und die in der Ich-Form geschriebenen Abenteuer von Jerry Cotton im Bastei-Verlag.

Grass? Ein Irrlicht. Selbstgefällig, eine Rampensau und in keiner Weise erwähnenswert. Arno Otto Schmidt mit Zettel’s Traum hingegen schon. Kein medialer #Aufschrei nach seinem Tod.

Übrigens hier noch ein adäquater Nachruf auf Krass Grass:

https://conservo.wordpress.com/2015/04/14/guenter-grass-ist-tot-nachruf-auf-ein-falsche...

R.I.P. wünscht der

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.zip

Wenn ich mir unsere Nachbarn so ansehe..

Centao @, Mittwoch, 15.04.2015, 00:29 vor 3925 Tagen @ zip 3358 Views

mit lit. Zeitgenossen des Herrn Grass, dann kommt die altbundesdeutsche MSM-Nachkriegsliteratur bei mir nicht besonders gut weg. Ich fand sie einfach immer öde.., es war nicht meine Sprache. Vielleicht lag es an meiner klassischen DDR-Erziehung, wo schon im Kindergarten meine Freundin Annett neben mir auf den Pott musste? <img src=" />

Dies hat sich erst mit frischen Leuten aus den späten 90-ern gewandelt.

Woran lag es? Reich und satt schreibt keine guten Bücher.., so Georg Herrmann.

Nun, welche Empfehlungen hätte ich noch für das weltweit beste deutschsprachige Literaturforum? <img src=" />

Kleine spontane Auswahl für die "Karibik-Insel" nach dem G.O...<img src=" />

- Jaroslav Hasek (Schwejk) und Karel Capek (Der Krieg mit den Molchen)
- F.Dostojewski (Die Brüder Karamasow - nur in der DDR-Übersetzung von Hermann Röhl..), daraus insbes. der Großinquisitor
- Stem Nadolny - die Entdeckung der Langsamkeit
- Graham Greene - Stunde der Komödianten
- Antoine de Saint-Exupery - Der kleine Prinz
- Walter Vogt "Altern" und Helge Timmerberg (alles..)
- Ephraim Kishons Werk und die beste Ehefrau von Allen..
- H.G.Wells (science fiction treasury)
- Thomas Brussig - Helden wie wir
- Paulo Coelho ("Der Alchemist") und Alberto Vázquez-Figueroa (Tuareg)

und natürlich auch mal das Börsenseminar von Altmeister Kostolany..

Beste Grüße,
CenTao

Kurz vor seinem Tod lobte Grass Putin, sorgte sich vor WW3 und sagte, dass seine Blechtrommel-Figur heute ein Hacker wäre

Bernadette_Lauert, Mittwoch, 15.04.2015, 20:22 vor 3925 Tagen @ Arvid 2992 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Mittwoch, 15.04.2015, 20:30

Ich gebe zu, nie ein Buch von Grass gelesen zu haben, was definitiv als Bildungslücke ausgelegt werden kann.

Aber staunend nehme ich zur Kenntnis, dass Grass vor seinem Tod in ähnlichen Bahnen dachte wie ich.
Keine drei Wochen vor seinem Tod warnte der Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass vor dem Dritten Weltkrieg. "Wir laufen Gefahr, dieselben Fehler wie früher zu machen", sagte er zur spanischen Zeitung "El País", die von der Welt zitiert wird (siehe Quelle).
Grass forderte Verständnis für Wladimir Putin und dass wir Deutsche und nicht so sehr von den Interessen der USA leiten lassen. Eine neue Sicherheitsallianz mit Russland wäre vielmehr der richtige Weg gewesen.
Außerdem sagte Grass: "Der Ukraine wird ein Beitritt in die EU und danach in die Nato versprochen, da ist es nur logisch, dass ein Land wie Russland nervös reagiert."

Wer die Blechtrommel gelesen hat:
Seine "Blechtrommel"-Figur Oskar Matzerath wäre dieser Tage "ein anderer Mensch", der gegen "andere Widerstände" würde kämpfen müssen.
"Heute wäre er ein Computer-Freak, ein Hacker oder so etwas Ähnliches.", so Grass.

[[top]] We are Legion.

Schade, dass er das Buch nicht mehr schreiben kann.

Gruß, B.

(Quelle)

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