Spiegel macht weiter wie gehabt. Unsauber und tendenziös...
http://www.spiegel.de/politik/ausland/griechenland-alexis-tsipras-haelt-grundsatzrede-i...
Im Lead erweckt Benjamin Bidder den Anschein eines Kausalzusammenhanges, der sich später im Fließtext nicht wiederfindet.
Ist das vorsichtig formuliert, dichterische Freiheit oder ist das ein journalistischer Schnitzer? Jedenfalls ist es unsauber und handwerklich voll daneben, wenn man informieren will.
Erst zu sagen, er stehe für Europa und Euro und die Studenten dann Beifall klatschen zu lassen, obwohl der Beifall - wie von Benjamin Bidder im Fließtext beschrieben - schon vor der Rede einsetzte, ist ein typisches Beispiel für tendenziöse Meinungsmache. Die russischen Studenten, so der Eindruck, der dem Leser nahegelegt wird, sehen einen möglichen Verbleib Griechenlands in der Eurozone und das Plädoyer für den Euro als positiv.
Frage bleibt, ob das tatsächlich so ist, oder ob man nur bei jeder Gelegenheit den Versuch macht, bei den deutschen Lesern den Eindruck zu erwecken, dass da womöglich eine riesige Kluft zwischen den russischen Studenten (die ja doch ganz normal sind) und Putin (der natürlich böse ist und Griechenland "verführen" und "herausbrechen" will aus der Staatengemeinschaft) besteht und die intellektuelle Elite des russischen Volkes als solche selber gerne zur EU gehören wollten.
Ätzend, wie fast ständig, wenn es um Geopolitik in diesem Medium geht.
Gruß
stocksorcerer
P.S.: ... und natürlich wird diese Art von Kritik vom bearbeitenden SPON-Forum-Gatekeeper gefiltert.