Kritisches Gutachten zu den Öffentlich-rechtlichen Medien

Orlando ⌂ @, Mittwoch, 08.04.2015, 22:08 vor 3931 Tagen 4805 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 08.04.2015, 22:12

... vom Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium der Finanzen.

Das Gutachten:
http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Broschueren_Bestellservice/2...

Bericht darüber:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/finanzierung-von-ard-zdf-die-nerven-liegen...

Es findet offenbar eine Diskussion über die von vielen als Propagandasteuer empfundenen Beiträge hinaus statt oder könnte vielleicht stattfinden.

Vielen Dank für diesen sehr interessanten Hinweis - wie vor der Wende in der DDR, wenn die Lügen zerplatzen

azur @, Mittwoch, 08.04.2015, 23:30 vor 3931 Tagen @ Orlando 3044 Views

Hallo Orlando,

vielen Dank! Das hätte ich sonst noch nicht mitbekommen.

Es kommt sicher noch auf etlichen Kanälen durch, denn die Wut und das Unverständnis ist nicht umsonst.

Was wird gepredigt? Wasser!

Was wird genommen? Schampus!

Diese überversorgten Knacker lassen über ihre Kanäle Verzicht und Gefolgschaft fordern, und hauen sich dabei einfach nur die Taschen voll.

Teures Leben, zwangsfinanziert.

Die "private Produktionsstrukturen" sind übrigens nur die halbe Wahrheit. Die arbeiten nämlich auch für andere. Dazu gehören dann z. B. Scheunen voll z. B. historischen Fahrzeugen, die für Drehs gebraucht werden. die werden stellenweise fest versorgt (herrlich, für die Geldempfänger), wo die Kleinen sich nicht mal wagen die üblichen und notwendigen 10 % HU aufzurufen.

Viele freundliche Grüße

azur

--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.

Zumal die "Grundversorgung" offenbar nicht klar definiert ist.

Griba @, Dunkeldeutschland, Donnerstag, 09.04.2015, 10:10 vor 3931 Tagen @ Orlando 2506 Views


Es findet offenbar eine Diskussion über die von vielen als
Propagandasteuer empfundenen Beiträge hinaus statt oder könnte vielleicht
stattfinden.

Grundversorgung ist für mich nicht Versorgung mit "Regierungspropaganda" sondern z.B. die Versorgung mit dem Seewetterbericht, was man durch Abschalten der Langwelle gerade aufgegeben hat. Oder wenn ich im Ausland bin, möchte ich Infos aus Dl. in deutscher Sprache (über Kurzwelle) empfangen - geht auch nicht mehr, da der deutsche Dienst der DW praktisch eingestellt wurde.

Nur mal so, auch wenn es wahrscheinlich keinen interessiert.

--
Beste Grüße

GRIBA

Genau das sollte Thema sein

Orlando ⌂ @, Donnerstag, 09.04.2015, 10:25 vor 3931 Tagen @ Griba 2390 Views

... und dafür bräuchte man auch keine 18 Euro/Monat von jedem Haushalt.

Doch, ist klar definiert.

Dismas der Schurke @, Donnerstag, 09.04.2015, 12:01 vor 3931 Tagen @ Griba 2482 Views

Die "Grundversorgung" beruht darauf, andere Menschen ihres Geldes zu berauben. Und ihre Aufgabe besteht darin, den Beraubten zu verklickern, alles sei in bester Ordnung.

Kurz gesagt ist daher die "Grundversorgung" definiert als kriminelle Verarsche.

Schon merkwürdig, so ein Gutachten

aliter @, Donnerstag, 09.04.2015, 13:00 vor 3931 Tagen @ Griba 2726 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 09.04.2015, 13:53

Das System wird sich doch nicht den Ast absägen, auf dem es sitzt. Als nächstes finden wir ein Gutachten der dt. Bischofskonferenz, das die Kirchensteuer als unchristlich anprangert.


Was die mangelnde KW Präsenz betrifft: Skandalös, eines der angeblich reichsten Länder der Erde, angeblich ein Kulturträger hat sich sang und klanglos aus dem Konzert der Kurzwellen Informationsträger verabschiedet, während z.B. Radio china in bester Qualität weltweit 10tausend Km vom Heimatland empfangbar ist. Aber konkret, schon auf den Kanaren kann man im KW-Bereich fast keine deutschen Sender mehr empfangen.

mfg

Meint Ihr, wir wären mit den Privaten besser dran?

Brendan @, Donnerstag, 09.04.2015, 17:38 vor 3931 Tagen @ Orlando 1996 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 09.04.2015, 17:58

Seit vor etwa fünf Monaten der wissenschaftliche Beirat im Auftrag des Finanzministeriums das Gutachten zu den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten veröffentlicht hat, wird es in den einschlägigen neoliberalen Medien (Huffington Post, Bild, FAZ usw.) immer wieder hochgekocht.

Interessanterweise wurde das Gutachten im Auftrag eines Ministeriums verfasst, das für dieses Thema nicht zuständig ist und von Leuten geschrieben, die eventuell für die wirtschaftliche Abwicklung Griechenlands kompetent sind, aber keinerlei Sinn für den eigentlichen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben.
Der Vorsitzende des Deutsche Journalisten Verbands (DJV) Michael Konken erklärte hierzu: "Dieses Gutachten berücksichtigt die verfassungsrechtlichen Grundlagen und auch europäische Aspekte der Rundfunkfinanzierung nur oberflächlich. In seinen Reformleitlinien verneine das Gutachten die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Demokratie stärkenden Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in seiner jetzigen Form vollständig."

Zugegeben - die Öffentlich-Rechtlichen kommen gegenwärtig ihrer eigentlich Rolle als staatsferne, vierte Gewalt nur noch bedingt nach.
Was wir daher wirklich brauchen, ist mehr Einsatz von uns Zuschauern, so wie bei der missratenen Ukraine-Berichterstattung.
Habt ihr denn nicht gemerkt, wie den Sendern seither die Düse geht?
Und da geht noch mehr, wenn wir es nur wollen.

Doch glaubt ihr allen Ernstes, dass wir allein mit den privaten Programmen besser dran wären?
Auf den öffentlich-rechtlichen gibt es - wenn auch meist zu nachtschlafener Stunde - kritische Berichte zu Wirtschaft und Finanzen.
Derartiges würde auf N24 und n-tv erst ausgestrahlt, wenn die Hölle zufriert.
Tag für Tag wird auf den "Börsen"-Sendern über den DAX, der durch das sogenannte billige Geld angetrieben wird, lauthals gejubelt, obwohl jedem, der Eins und Eins zusammenzählen kann, bereits heute klar ist, dass wir damit unweigerlich gegen die Wand fahren.
Darüberhinaus darf man nicht vergessen, dass die Privaten Großkonzernen wie Bertelsmann und Burda gehören und von diesen selbstverständlich wirksam zur Meinungsbildung eingesetzt werden.

Wenn man das Gutachten liest sollte man sich die eine Frage stellen, die uns Gelben bestens bekannt ist: Wem nützt es?

Ich persönlich sehe es so:
Das Gutachten ist von den Privaten für die Privaten geschrieben worden.

Zum einen möchte man die öffentlich-rechtliche Konkurrenz, die immer noch die höchsten Einschaltquoten hat, aus dem Weg räumen.
Dies entspricht in gewisser Weise auch dem Ansinnen der Wirtschaft, den Staat und seine Institutionen immer weiter einzudampfen, bis nichts mehr übrig ist und man freie Wildbahn hat.

Zum anderen ist mit der immer stärker werdenden Rolle des Internet ein Teil der Werbung in dasselbige verlagert worden, was die privaten Rundfunkanstalten, die hiervon überwiegend ihre Haushalte bestreiten, natürlich schwer getroffen hat.
Wenn andererseits den Öffentlich-Rechtlichen die Werbung entzogen wird, kann man diesen Kuchen unter sich aufteilen.

Hierzu auch noch dieser sehr gute Artikel von Claudia Tieschky aus der S.Z. vom 30.Dezember 2014:
Wie Wolfgang Schäubles Beirat den Rundfunk umbauen will

--
Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.

Abraham Lincoln

Nicht jeder hat Zeit und/oder Lust, den Fernseher einzuschalten.

eesti @, Schwedt und Cranz(Ostpreußen), Freitag, 10.04.2015, 01:44 vor 3930 Tagen @ Brendan 1844 Views

Viele Menschen wollen sich den TV-Konsum nicht mehr antun, oder sie haben keine Zeit zu verschenken.
Warum auch im Internet-Zeitalter?
Genauso gut könnte man eine GEZ auf Zeitungen, öffentliche Toiletten, Geschlechtskrankheiten oder ähnliche Sachen begründen.
Ich fände einen ehrlichen Staatsrundfunk in unserer Zeit besser.
Oder:
Wer die Propaganda möchte, soll sie doch bezahlen, aber nicht verlangen, daß in einer Welt mit hunderten deutschsprachigen Sendern noch so getan wird, als würde die Welt untergehen, wenn es den so genannten ÖRR nicht mehr, oder nur für zahlungswillige Abonnenten gäbe.

--
MfG
LR

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