Die Suche nach dem Glück oder: was ist Lebensqualität?

sodele, Montag, 06.04.2015, 18:46 vor 3935 Tagen 4981 Views

Vielleicht ist die Zeit für dieses Experiment hier im Forum jetzt reif. Es ist inspiriert von einem aktuellen Beitrag aus der Gelddiskussion, welcher wie ein nachhallendes Echo vieler ähnlich lautender Texte aus den letzten Jahren klingt und in dem folgendes steht:

"Es wird wirklich übel werden ... Im Forum wie auch in der übrigen Gesellschaft zersetzt man sich gegenseitig so gut man nur kann. - Dann auf in den Untergang!"

Dieses "sich gegenseitig zersetzen" spiegelt einerseits die uns umgebende Situation und andererseits die innere Verfasstheit der Schreibenden wider.

Mit dem zweiten Aspekt beschäftigt sich der folgende Text. Er thematisiert einen Gedanken, über den nicht nur hier im Forum sehr Wenige je nachgedacht haben dürften. Und wenn auch nur ein Leser sein Wohbefinden damit ein bissl verbessern kann, war`s den Aufwand ihn zu übersetzen, etwas zu glätten und hier einzustellen schon wert.

Um den Text gewinnbringend lesen zu können, empfehle ich sehr, ihn auszudrucken und in einer stillen Minute auf sich wirken zu lassen.


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Die Suche nach dem Glück

Ganz gleich, welche Ziele du im Leben hast: Wie gut und wie bewusst du Körper und Verstand bei dem was du tust einsetzen kannst, davon ist abhängig, wie effektiv du in dieser Welt sein wirst.

Wenn du deinen Körper und deinen Verstand wirksam einsetzen möchtest: Wird dir das eher gelingen, wenn du in Harmonie mit dir selbst bist - oder wenn du in Disharmonie bist?

Die Antwort kennt jeder, nur achten die Menschen nicht darauf. Ihre ganze Aufmerksamkeit gilt der Außenwelt. Sie glauben, wenn sie die externen Dinge irgendwie regelten, sei alles okay.

Denke kurz nach: In den letzten 24 Stunden, wie viele Momente warst du da richtig glücklich? Wie viele Momente?

Du kannst sie vermutlich an deinen Fingern abzählen, so wie die Mehrzahl der Menschen. Und einige brauchen erst gar nicht damit anzufangen, weil es nichts zu zählen gibt.

Als du fünf Jahre alt warst: Wie viele Momente der Freude hast du da in 24 Stunden erlebt?

Wahrscheinlich zahlreiche, vielleicht warst du sogar die ganze Zeit glücklich. Es musste erst jemand kommen, der dich unglücklich gemacht hat. Deine Eltern, dein Lehrer, jemand musste dich unglücklich machen.

Heute muss dich jemand glücklich machen!

Du hast also die ganze Gleichung des Lebens auf den Kopf gestellt, denn wenn kleine Kinder schon so glücklich sind, dann müssten die Großen doch umso mehr Freude empfinden, sofern sich das Leben in die richtige Richtung entwickeln würde. Ist es nicht so?

Dabei sucht doch jeder von uns sein Glück. Nimm jede einzelne Aktivität eines Menschen auf diesem Planeten: Resultiert diese aus dem Streben nach Glück oder aus dem Streben nach Kummer? – Es ist eindeutig das Streben nach Glück. Doch was ist es, was sie oft ernten? – Ängste und Sorgen!

Kleine Dinge sind es, die wir tun. Denn woraus besteht das Leben im wesentlichen?

Schlafen, essen, Kinder zeugen und irgendwann sterben. Das ist tatsächlich alles was du tust. Du meinst vielleicht, es seien viele Dinge. Letztendlich sind es aber nur diese wenigen, einfachen Lebensprozesse.

Dafür dieses ganze Theater? - Sieh nur welche Menge an Sorgen sich die Menschen täglich machen, sieh nur wie sie sich selbst damit quälen. Einfach deshalb, weil die fundamentalen Faktoren in ihrem Inneren - ihr eigener Körper und ihr eigener Verstand – nicht in Harmonie miteinander sind, sondern in völliger Disharmonie.

Erinnerst du dich an einen bestimmten Tag, an dem du sehr glücklich warst? Was für ein wunderbarer Mensch warst du da!

Wenn du unglücklich bist, was für eine unangenehme Person bist du dann?

Jemand ist unglücklich, weil er in Disharmonie mit sich selbst ist, und er verbreitet diese nach außen, denn sowohl Freude als auch Kummer sind ansteckend. Wenn du deine Mitmenschen mit Freude infizieren möchtest, dann sollte sich diese in Dir wie zu Hause fühlen.

Es gibt nur ein Problem dabei: Solange deine innere Harmonie eine Sklavin dessen ist, was gerade um dich herum passiert, solange dein Grad an innerem Frieden abhängig ist von äußeren Einflüssen, solange bist nicht du es, der darüber entscheidet, ob du glücklich bist oder nicht, sondern es ist der Zufall. - Willst du, dass dein Glück vom Zufall abhängig ist?

Mit Hilfe einer leicht zu erlernendem geistigen Technik kannst du deine Fähigkeiten um den folgenden Punkt erweitern:

Was in deinem Kopf vorgeht, das entscheidest nur du allein! Und sonst niemand!

Was in deiner Außenwelt passiert, wird von tausend anderen Leuten bestimmt, du kannst das nie zu hundert Prozent beeinflussen. - Ist es nicht so? Niemand schafft es, seine Umgebung zu hundert Prozent nach seinem Willen zu gestalten. Wir probieren es bis zu einem gewissen Grad, das ist aber auch schon alles.

Wenn dich nun jemand fragen würde, was dir lieber ist: Kummer oder Freude?
Was würdest du antworten?

Jeder Mensch besitzt die Intelligenz, um diese einfache Frage zu verstehen. Das einzige Problem ist, dass nicht du entscheidest, was sich in deinem Kopf abspielen soll, sondern andere Leute bestimmen darüber, was darin vorgeht.

Ab dem Moment, ab dem du gelernt hast, Freude aus dir selbst heraus zu empfinden, ab dem Zeitpunkt kannst du dein Leben völlig entspannt genießen.

Bis dahin ist da ständig diese Sorge: Was könnte mir passieren? - „Was könnte mir passieren“ meint: Möglicherweise wird etwas nicht so laufen, wie ich es mir erhoffe, und das könnte mich unglücklich machen. Darum geht es doch, nicht wahr?

Nun, ab jetzt kann dir nichts mehr geschehen. Du bist so wie du bist. Gehe einfach deinen Weg. Wenn du im nächsten Augenblick sterben musst, dann ist das so.

Jetzt kannst du mühelos mit den Dingen umgehen und brauchst nicht immer nur halbe Schritte zu machen wegen dieser unterschwelligen Angst: Was könnte mir passieren?

Mit diesem gedanklichen Ansatz geht alles sehr leicht.

Jeder Mensch ist fähig so zu leben. Es geschieht nur deshalb nicht, weil seine Gedanken in eine andere Richtung gehen. Er ist zu beschäftigt mit seiner Außenwelt. Dabei ändert das, was du in der Außenwelt tust nichts daran, wie du dein Leben wahrnimmst. Das Arbeiten an äußeren Dinge macht dein Leben nur komfortabler und bequemer. Das ist alles.

Was ist Lebensqualität?

Jetzt, in diesem Augenblick, ist die Qualität deines Lebens nicht davon abhängig, welche Art von Kleidung du trägst, welches Auto du draußen geparkt hast, in welchem Haus du wohnst.
Nein, in diesem Moment, wie viel Freude und wie viel Frieden du jetzt gerade in dir spürst, das ist die Qualität deines Lebens. – Ist es nicht so?

Und nichts wurde dafür getan. Niemand hat sich darum gekümmert. Zu viel wurde in die Kleidung investiert, in das Auto, in das Haus und in dies und in jenes - doch nichts wurde unternommen, um die Innenwelt in Ordnung zu bringen.

Wenn ich vom „Inneren“ rede, meine ich nicht den Körper oder den Verstand, weil beide - Körper und Verstand - zur Außenwelt gehören. Dein Körper ist etwas, was langsam gewachsen ist. Es ist lediglich ein Stück Erde, das sich nach und nach um dich herum angesammelt hat. Also ist dein Körper eine Anhäufung von Materie.

Was du als “Verstand“ bezeichnest, ist die Summe der Eindrücke die du aufgenommen hast. Und wie dein Verstand arbeitet, das hängt davon ab, in welcher Gesellschaft du aufgewachsen bist. - Ist es nicht so? Wie du denkst, fühlst und dein Leben beurteilst, das ist stets eine Folge dessen, was du bisher erlebt hast. Also besteht dein Verstand aus einer großen Menge gesammelter Eindrücke.

Wenn es sich bei Körper und Verstand demnach um zwei Objekte handelt, die dir im Laufe des Lebens angewachsen sind, muss da noch etwas Grundsätzlicheres oder Fundamentaleres in dir sein. Doch diese innere Dimension hast du bisher nicht wahrgenommen.

Sowohl dein Körper als auch dein Verstand sind ständig äußeren Einflüssen ausgesetzt, weil sie zur Außenwelt gehören. Und so wie Gedanken kommen und gehen, so verändert sich auch dauernd dein Körper. Viele Sachen vergisst du und sie sind für immer verschwunden, stimmt`s?

Du kannst also Informationen und Materie aufnehmen und wieder fallen lassen. Wenn du Inhalte aufnehmen und wieder fallen lassen kannst, dann muss es hier drinnen jemanden geben, der das tut. - Ist es nicht so?

Diesen Jemand, dieses Etwas, diese innere Dimension hast du bisher nicht beachtet.
All die Sorgen, all die innere Unruhe haben darin ihre Ursache. Die ganze Disharmonie, die du in dir selbst spürst und die du in der Welt draußen beobachtest, wurzelt in dieser elementaren Fehlfunktion.

Das Innerste wird nicht wahrgenommen, nur die Oberfläche. Doch die Oberfläche hat keinen eigenen Daseinszweck, sie ist nur das Physische. Das Physische ist vergleichbar mit der Schale einer Frucht. Die Schale erfüllt keinen eigenen Zweck, sie erhält ihre Bedeutung einzig aus ihrer Funktion als schützende Hülle der Frucht. In dem Moment, da die Frucht gegessen wird, wandert die Schale direkt in den Müll.

Heute ist uns unser Körper immens wichtig: wir müssen ihn füttern, wir müssen ihn kleiden, wir müssen ihn hübsch machen, wir verhätscheln ihn in so vieler Hinsicht.

Doch wenn morgen früh die Frucht innen drinnen verschwindet, diese Frucht, von der du nie etwas gekostet hast, wenn sie weg ist, dann will niemand mehr etwas mit dieser Schale zu tun haben, denn nur weil die Frucht da drin ist, ist jene so wertvoll. An dem Tag, an dem die Frucht verschwunden ist, verliert die Schale ihre Bedeutung.

Wenn wir also sagen: Das was du von der Welt wahrnimmst ist beschränkt auf deine Sinneseindrücke, dann folgt daraus: du kannst nur das erkennen was physisch ist, weil Sinnesorgane nur Physisches wahrnehmen können und weil auch dein Verstand physisch ist.

Ähnlich wie die Schale zur Frucht, verhält sich also das Physische zu dir: es ist deine Hülle.
Das Problem ist: Wegen ihrer Verbindung mit der Frucht enthält diese Schale einige süße Stellen. Und was du als „dein Leben“ bezeichnest, ist lediglich der Versuch die wenigen Tropfen aus der Schale heraus zu pressen. Du realisierst dabei nicht, dass dies eigentlich süße Spuren sind, die dich zur Frucht hinführen sollen.

Die Natur vertraute auf deine Intelligenz. Sie tat einige süße Stellen in die Schale und dachte: sobald du die ersten entdecken würdest, seiest du gewillt, direkt zur Frucht vorzudringen. Statt dessen tust du alles, um die Schale weiter auszupressen.

Nicht nur an der Schale zu knabbern, sondern die Frucht zu genießen, das gelingt dir mit Hilfe einer speziellen geistigen Technik. Und ab dem Tag, an dem du erstmals dieses süße Aroma in deinem Mund gespürt hast, wirst du mit allem was um dich herum passiert, egal was es auch sein mag, sehr entspannt umgehen können.

Geistige Techniken können schöne Illusionen kreieren, aber irgendwann fallen die auch wieder in sich zusammen

Nonpopulo @, Montag, 06.04.2015, 20:13 vor 3935 Tagen @ sodele 3505 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 06.04.2015, 20:28

Ok, manche schaffen es tatsächlich, sich das ganze Leben lang mit irgendwelchem spirituellem Klimbim, wie er hier zum Besten gegeben wird, das Leben schön zu phantasieren.

Mit Wahrheit hat das Ganze natürlich nichts zu tun, aber darum gehts ja auch nicht. Es ist ein tolles Marketingkonzept, um diejenigen unzufriedenen Sinnsucher zu erreichen, die möglichst ohne Aufwand (entweder alleine vor sich hinmeditierend oder an einem Eso-Workshop in Verbundenheit mit anderen "erwachten" "Seelenverwandten") zu innerem Frieden und Glückseeligkeit finden wollen. Und das ist ohne Frage inzwischen ein beträchtliches Potential an Kunden. Dieses lässt sich locker unter den zwei- bis dreihundert aktuellen Guru's - die ja letztlich alle den gleichen Kram verkaufen, verpackt in verschiedene spirituelle Techniken und "Weisheiten" - aufteilen, und jeder bekommt noch genug, um sich ein schönes Leben zu machen, wenn er ein kluges Marketing fährt.

Die Guru's und spirituellen Lehrer haben deshalb heute so ein leichtes Spiel, weil wir zu einer oberflächlichen, verpsychologisierten Everything-Is-Possible-Gesellschaft verkommen sind, die Pädophile für therapierbar, Asylanten aus Hinteranatolien für integrierbar und Gewalt durch Vernunft und "Liebe" für abwehrbar hält.

Ich hatte ja das zweifelhafte Vergnügen, auf meiner eigenen Sinnsuche mit vielen Esoterikern und sog. spirituellen Menschen in Kontakt zu kommen. Die waren auch nett und entspannt und wussten viel über die hohe Schule des Lebens zu erzählen. Sobald sie jedoch ernsthaft in Kritik gerieten oder sich gar einem Konflikt stellen mussten, gerieten sie durchs Band weg in allerkürzester Zeit komplett aus dem Gleichgewicht. Entweder wurden sie aggressiv oder überängstlich und reagierten so oder so absolut unangemessen auf die Situation, in die sie gerieten.

Das hat mE damit zu tun, dass es sich bei all den spirituellen Techniken, die angeboten werden darum geht, die Emotionalität mit dem Geist zu steuern. Doch das geht nicht. Eine Maus kann keinen Elefanten unter Kontrolle halten. So bleibt es beim Schein, der das eigentliche Problem des fehlenden inneren Friedens - die Emotionalität - überdeckt und unsichtbar macht und sich dann explosionsartig Gehör verschafft und dem Mäuschen zeigt, wer der Herr im Hause ist.

Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

Empfehlung: Auf YT nach Marc Passio suchen

baisse-man @, Montag, 06.04.2015, 21:42 vor 3935 Tagen @ Nonpopulo 3379 Views

Als Ex-Esoteriker liest er den verträumten Meditanden und den verscheuklappten Deterministen ordentlich die Leviten.
Ich verrate es voweg: Der Trick ist die Balance zwischen beiden Extremen. Daher wird soviel in die Radikalen gedrängt, anstatt beide Extreme zu integrieren.
Alles was uns von der Balance abhält, macht uns kontrollierbar.

Der Typ ist echt anstrengend, aber das ist ein Tagesprogramm, welches sich wirklich lohnt. Die Folien können auf seiner Website runtergeladen werden.
Die allein reichen schon, um einige Erkenntnisgewinne zu erzielen!

http://whatonearthishappening.com/

Viel Spaß

bm

--
Erkenne dich selbst.

Du sprichst von Marketing,

sodele, Dienstag, 07.04.2015, 01:12 vor 3935 Tagen @ Nonpopulo 3059 Views

lieber Nonpopulo.

Kommst du denn selbst aus dieser Ecke, etwa Pharma-Marketing? Du hast weiter unten so tapfer die Psychopillen verteidigt von denen allein in Deutschland bis zu zwei Millionen Menschen süchtig sind.

Der von mir eingestellte Text hat damit jedenfalls nichts zu tun.

Es geht dabei auch nicht um Gurus oder Buddha oder Jesus, sondern um etwas, das der Pharma-Lobby spätestens dann die Schweißperlen auf die Stirn treiben wird, wenn es aus der Eso-Schmuddelecke heraustritt und immer mehr smarte Guys aus dem Spitzensport und aus internationalen Firmen es praktizieren. Und das einfach deshalb, weil sie damit bei dem was sie tun erfolgreicher sind als andere.

Später mehr.
Viele Grüße

Hatte ich erwähnt,

Nonpopulo @, Dienstag, 07.04.2015, 16:50 vor 3934 Tagen @ sodele 2656 Views

> Kommst du denn selbst aus dieser Ecke, etwa Pharma-Marketing? Du hast
[quote]weiter unten so tapfer die Psychopillen verteidigt von denen allein in
Deutschland bis zu zwei Millionen Menschen süchtig sind.
[/quote]

dass ich viele spirituelle Techniker auch als Meister der Fehlinterpretationen und böswilligen Unterstellungen kennengerlernt habe?

> Es geht dabei auch nicht um Gurus oder Buddha oder Jesus, sondern um
[quote]etwas, das der Pharma-Lobby spätestens dann die Schweißperlen auf die
Stirn treiben wird, wenn es aus der Eso-Schmuddelecke heraustritt und immer
mehr smarte Guys aus dem Spitzensport und aus internationalen Firmen es
praktizieren. Und das einfach deshalb, weil sie damit bei dem was sie tun
erfolgreicher sind als andere.
[/quote]

Eine neue Heilslehre! Und diesmal sicher gaaanz anders als alles bisher Dagewesene. [[zwinker]] Oder ist es ganz profanes Mentaltraining, wie es seit Jahrzenten z.B. im Sport praktiziert wird, in neuer Verpackung?

> Später mehr.

Die Spannung steigt.

Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby

Im Zweifelsfalle Mentaltraining - und wenn erforderlich, noch etwas Religion dazu.

Olivia @, Dienstag, 07.04.2015, 19:12 vor 3934 Tagen @ Nonpopulo 2593 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 07.04.2015, 19:19

Ich kann die Ablehnung von Nonpopulo gut verstehen. Zeitgeist, der sich inzwischen Gott sei Dank langsam wieder verflüchtigt. War aber sehr lange Zeitgeist! Die letzten Auswirkungen treffen im Moment gerade die Generation der "Chiller".

Auch in meinem entfernten Bekanntenkreis gibt es "Süchtige" dieser Art. Zum Teil ist es grauenhaft, zu beobachten, auf welche Art und Weise die entsprechenden "Gurus" mit Macht ausgestattet werden von ihren Adepten. Zur Zeit ist das wohl bei den 40-jährigen ganz inn: Ein Guru, der ALLES im Leben bestmmt! Sogar, wann die Ehepaare miteinander schlafen dürfen und wann nicht!
Die Ehen entwickeln sich auch entsprechend! Und bereits die Kinder werden indoktriniert. Und auch in einschlägigen Behörden sollen bereits "Überzeugte" anzutreffen sein. Die mir bekannten Personen sind übrigens ziemlich aufs Geld aus - auf die nicht sehr feine Art und Weise! Das Ganze soll natürlich zum "Guru" rübergeschafft werden. Hebt das "Ansehen"! - Zum Bedauern der "Frommen" sind aber weder die Großmutter noch der Vater bisher ins "Jenseits" verschieden. "Man" kommt nicht "dran". Daher hätte man beide sehr gerne im Altersheim.
Ja, und so können die "frommen" Gesellen für den Normalbürger auch außerordentlich gefährlich werden.

Einen anderen Fall, wo eine 21-jährige davon "überzeugt" wurde, ihr Erbe zu "übereignen" habe ich life miterlebt. Da sie den "Überzeuger" dann auch noch geehelicht hat, war nix zu machen.
Aber wie ich hörte, sollen auch Lehranalytiker ihre "Kunden" ums "ererbte" Häuschen gebracht haben. - Irgendwann ist es schon gleich, wer den Leuten das Geld aus den Händen windet, das sie sich eh nicht selbst erarbeitet haben.... Wie gewonnen, so zerronnen.

Jedenfalls gibt es einen riesigen MARKT dafür, Leuten die Möglichkeit zu geben, ABHÄNGIG zu werden - von was auch immer!

Der RUN aufs GLÜCK!

Na ja, ich sag nichts mehr!

--
For entertainment purposes only.

Lebensqualität

Ashitaka @, Montag, 06.04.2015, 22:30 vor 3935 Tagen @ sodele 4413 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 06.04.2015, 22:39

Hallo sodele,

Vielleicht ist die Zeit für dieses Experiment hier im Forum jetzt reif. Es
ist inspiriert von einem aktuellen Beitrag aus der Gelddiskussion, welcher
wie ein nachhallendes Echo vieler ähnlich lautender Texte aus den letzten
Jahren klingt und in dem folgendes steht:

"Es wird wirklich übel werden ... Im Forum wie auch in der übrigen
Gesellschaft zersetzt man sich gegenseitig so gut man nur kann. - Dann auf
in den Untergang!"

Die Frage, die man sich stellen sollte, lautet, ob denn dieses erwartete Übel auch ein Teil des eigenen Lebens werden wird. Und ich denke dabei nicht an Vorsorge bzw. eine Umgebung, die einen vor gesellschaftlichen (An)spannungen und Zerfällen schützt, sondern vielmehr an die Überlegung, ob sich nicht die Maßstäbe in einem sich immer weiter beschleunigenden und außer Kontrolle geratenden System auch ändern werden. In Gesprächen mit Überlebenden des 2. Weltkriegs erwartet man gewöhnlich Berichte über eine grausame Zeit, in der sich die Lebensqualität in Angst, Elend und Not umgekehrt hat. Doch was mir so berichtet wurde, haben sich vielmehr ganz neue Maßstäbe der Lebensqualität entwickelt, ist die Lebensqualität nicht gestorben, trotz alledem. Auch mit dem Verlust der Sicherheit kann Lebensqualität einhergehen, ein Gedanke, der uns fast abwegig erscheint. Jeder Verlust, und so fordert es auch der Verlust von Mitmenschen, keimt auf einer anderen Ebene als ein neuer Weg auf, den es zu beschreiten gilt. Jacke an, Schaal um und ab in den Sturm.

Dieses "sich gegenseitig zersetzen" spiegelt einerseits die uns umgebende
Situation und andererseits die innere Verfasstheit der Schreibenden wider.

Mit dem zweiten Aspekt beschäftigt sich der folgende Text. Er
thematisiert einen Gedanken, über den nicht nur hier im Forum sehr Wenige
je nachgedacht haben dürften. Und wenn auch nur ein Leser sein Wohbefinden
damit ein bissl verbessern kann, war`s den Aufwand ihn zu übersetzen,
etwas zu glätten und hier einzustellen schon wert.

Um den Text gewinnbringend lesen zu können, empfehle ich sehr, ihn
auszudrucken und in einer stillen Minute auf sich wirken zu lassen.

Vielen Dank für den Text. Ich versuche mal meine Gedanken in ein paar Tagen, nach ausführlichem Lesen, dazu mitzuteilen. Das wird nicht einfach, da mir der Text nicht zusagt, mich aber dennoch inspiriert.

Wodurch sich Lebensqualität meiner Meinung nach auszeichnet:

Sportwagen, soviel kann ich bestätigen, zeichnen nur die Werkstätten aus. Ein guter Verdienst hilft ebensowenig weiter. Die Rechenbeispiele unter Berücksichtigung der gesellschaftlich und staatlich erzwungenen Mehrausgaben muss ich nicht aufführen. Zeit alleine ist es auch nicht. Von dem was ich so verfolgen und bisher selbst erleben durfte, zeichnet sich Lebensqualität dadurch aus, dass man (aus welchem Grund auch immer) sich selbst keine Zeit mehr gibt, über die Lebensqualität nachzudenken, sondern in seiner Welt, ohne die gedankliche Vorstellung einer wie auch immer gearteten Trennung von dieser ("Das will nicht wie ich es will! Das bin alles nicht ich!"), versinkt und sich - so meine ich - als den Beobachter (Geist) erkennt.

Wenn man nicht mehr in der Lage ist, die Welt um einen, die Freude und ihren Bruder namens Grauen als FÜR EINEN SELBST geschaffen anzusehen, dann kämpft man gegen sich selbst an, verliert sich in endlosen Gedankenketten des "ich wäre jetzt gerne ganz woanders!", "bitte warm, aber nicht kalt!". Was mir geholfen hat, war zu erkennen, dass man sich in unwohlen Momenten beiseite nehmen kann (sich als geistigen Beobachter erfahren, nicht das Denken auszuschalten oder zu kontrollieren versuchen), alles was es zu beobachten gibt auch als eine solche gedankliche (beobachtete) Ebene erkennen und sie damit nicht mehr ablehnen.

In Meditation zu versinken ist das schlimmste überhaupt, der auf Scheitern vorprogrammierte Versuch, so zu tun, als könne der Beobachtende Geist dadurch vollkommen werden, dass man das zu Beobachtende (die Gedanken) konzentriert. Es gilt meiner Meinung nach zu erkennen, dass wir und alles was wir beobachten bereits vollkommen ist (Ein grauer veregneter Vormittag ist geil, weil ich es beobachte!). Vor allem ist unser Körper vollkommen, ist niemand ein Krüppel, sind Krankheiten ein Teil der Vollkommenheit und der Tod (oder die Angst davor) das wichtigste im Leben, um uns wieder daran zu erinnern, dass der Beobachter (Geist) ungeachtet seiner Beobachtungen (Gedanken) ein noch zu zündender Gag ist, der am Ende jeden der 7 Milliarden Menschen umhauen wird. Lebensqualität bis zum Sterbebett, oder bereits heute Nacht bzw. morgen früh? Wer weiß!

Wenn ein Ereignis oder eine Ereigniskette bevorsteht, das/die man lieber umgehen würde, sich gedankliche Zustände nicht lösen wollen (ALARM: Lebensqualität in Gefahr!), dann sollte man sich als Beobachter darüber klar werden, dass dieses Ereignis erst durch mich als Beobachter, als ein beobachteter Gedanke, entsteht. Das Leben ist also kein "Wünsch ich mir!", die Lebensqualität kein "will ich, habe ich", sondern ein "das (der Gedanke) bin ich" und "ich bin (der Beobachter)".

Das gleicht einem Deja-Vu, einem ironischen "haut mich jetzt nicht mehr aus den Socken", sondern "taucht auf, will ich angehen" und genau deshalb leben, Erfahrungen als Beobachter sammeln. Sich nichts mehr vormachen, sondern die Scheiße als eine Lebensqualität erkennen. Morgen vor versammelter Mannschaft rufen: "Ich liebe scheiß Situationen!" Warte ab, was sich mit dem Schlüssel alles ändert, aber dennoch nicht verschwindet.

Ich schrieb es schon mal: "Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe, ihr müßt von oben her geboren werden. Der Wind weht wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist es mit jedem, der da aus dem Geiste geboren ist." Johannes 3:7-8

Also, Gedanken nicht so ernst nehmen, Hosen runter, zu den Vögeln oder ab ins kalte Wasser springen. Dich öffnen, verschließen, riskieren, verlieren, gewinnen und wieder verlieren, hassen, vor lachen weinen. Jeden Augenblick als unvollkommen betrachten, weil man weiß, dass die Beobachtung so oder so zu einem gehört.

Das Beobachten lieben lernen, nicht die Beobachtung (das Gedankenhaus).
Das verbiegt jeden Löffel, das würde ich als Lebensqualität definieren!

Herzlichst grüßend,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

Danke

sodele, Dienstag, 07.04.2015, 00:51 vor 3935 Tagen @ Ashitaka 3108 Views

für diesen schönen, ehrlichen und einfühlsamen Text.

Wenn es geht, werde ich am kommenden Wochenende ausführlicher antworten.

Dir alles Gute

Weise, weise :-)

MI @, Dienstag, 07.04.2015, 12:06 vor 3934 Tagen @ Ashitaka 2902 Views

Hallo Ashitaka,

hat mir gefallen, dein Text, insbesondere

Das gleicht einem Deja-Vu, einem ironischen "haut mich jetzt nicht mehr aus den Socken", sondern "taucht auf, will ich angehen" und genau deshalb leben, Erfahrungen als Beobachter sammeln. Sich nichts mehr vormachen, sondern die Scheiße als eine Lebensqualität erkennen. Morgen vor versammelter Mannschaft rufen: "Ich liebe scheiß Situationen!"

Wunderbar, die ganze Mischpoke in der Nussschale. Liebe sie einfach, diese scheiß Situationen. Auch hilfreich: Egal, was ist, erst die interne Bewertung macht Situationen und Erfahrungen "gut" oder "schlecht". Keine Bewertung, kein Gut und Schlecht, stattdessen Wahrnehmung, Beobachtung, Sein. Meine erste und bewährte Notfallmaßnahme bei Lebensqualitätsbedrohungsalarm daher: "Bewerten sofort einstellen!" [[lach]]

Es ist schon so viel geschrieben und gesagt worden, deswegen wird aber kein Rad runder, es ist und bleibt ein Rad. Komplizierte Anleitungen zum Glücklich-sein oder Unglücklich-sein. Zur Befreiung, zur Erkenntnis... So viele Wege... Welcher ist der richtige?

Immer wieder das alte Problem: es scheint Ziele zu geben, die erreicht werden müssen oder sollten, um einen wünschenswerten Zustand herzustellen. Und der bleibt dann so für immer - oder auch nicht.

Könnte ja auch langweilig werden. Könnte sich plötzlich doch wieder was dran ändern, dann fängt man wieder von vorne an. Der ganze schwere Stein der Erkenntnis und des Lebens, der muss den Berg wieder hoch.

Gibt nur eine Lösung: Das hier, das alles, das ist schon das ewige Leben. Allerdings verbunden mit dem Aufruf: Und jetzt komm' damit klar!

Grüße,
MI

Stringent gedacht. Toller Text. Super Gedankenexperiment. Bin dabei!

Bernadette_Lauert, Dienstag, 07.04.2015, 10:38 vor 3934 Tagen @ sodele 3211 Views

bearbeitet von Bernadette_Lauert, Dienstag, 07.04.2015, 11:04

Hallo sodele,

Du hast bei einer schwierigen Thematik (das Innere vs. das Äußere) stringent gedacht.
In Abgrenzung zum #Waldmystizismus schreibst Du:

"Was in deiner Außenwelt passiert, wird von tausend anderen Leuten bestimmt, du kannst das nie zu hundert Prozent beeinflussen. - Ist es nicht so? Niemand schafft es, seine Umgebung zu hundert Prozent nach seinem Willen zu gestalten. Wir probieren es bis zu einem gewissen Grad, das ist aber auch schon alles."

So viel Realismus muss sein, dass es zu keiner Verklärung der Situation führt.

Dein Text dreht sich um´s Glücklichsein durch die richtige Geisteshaltung - wie das als Kind war und wie als konditionierter Systemling.

Ich weiß nicht mehr, ob ich als Kind quasi als Basiseinstellung ab Werk glücklich war und ob dieses Glück lediglich von Phasen des fremdinduzierten Unglücklichseins unterbrochen wurde oder ob ich intensiver glücklich war...

...aber ich war in jedem Fall unbeschwerter und häufiger glücklich.

Meinen Frieden im Inneren mit der verkackten Welt hier im Außen werde ich in absehbarer Zeit nicht machen können. Zu viel Ungerechtigkeit und Lüge prägt diese Welt und muss bekämpft werden, wenn wir nicht daran ersticken wollen.

Ein gewisser Grad an Frieden im Inneren mit dem Holistischen (Innen und Außen) ist bei mir nur durch ständiges gedankliches Aufreiben an der Theodizee-Frage möglich geworden. Erst als ich hier für mich schlüssige Antworten gefunden habe, wurde es besser.

In diesen Themenkomplex spielt auch Deine Aussage rein: "Du bist so wie du bist. Gehe einfach deinen Weg. Wenn du im nächsten Augenblick sterben musst, dann ist das so."

Die Urangst vor der ultimativen Auslöschung des bewussten Seins zu überwinden, ist ein zentraler Punkt.
Meiner Überzeugung nach sind wir (immer wieder) hier, um innerlich zu reifen und "im Außen" dazu beizutragen, die Welt zu verbessern. "In einem gottgefälligen Sinn zu wirken", würde vielleicht ein kath. Pfaffe sagen.

Beweisen lässt sich einiges davon nicht. Aber stringent gedacht ist es zumindest, wenn davon ausgegangen wird, dass es "eine Sinnhaftigkeit von Allem" (Holismus -> Innen und Außen) geben muss.

Gruß, B.

Die geistige Technik

Rybezahl, Dienstag, 07.04.2015, 17:16 vor 3934 Tagen @ sodele 2635 Views

Nicht nur an der Schale zu knabbern, sondern die Frucht zu genießen, das
gelingt dir mit Hilfe einer speziellen geistigen Technik. Und ab dem Tag,
an dem du erstmals dieses süße Aroma in deinem Mund gespürt hast, wirst
du mit allem was um dich herum passiert, egal was es auch sein mag, sehr
entspannt umgehen können.

Die geistige Technik ist meiner Ansicht nach denkbar einfach. Buddha Gautama saß am Ende meditierend vor einer Dämomenarmee. Als er damit durch war, fand er inneren Frieden. [[zwinker]]

PS: Nein, ich bin weder Nihilist, noch suche ich das Verlöschen.

Die Trennung von Innen und Außen gibt es nicht!

Olivia @, Dienstag, 07.04.2015, 18:28 vor 3934 Tagen @ sodele 2689 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 07.04.2015, 18:44

Es gibt keine Trennung von Innen und Außen. Das sind alles Konzepte. Unser Organismus ist Bestandteil des Außen und wirkt auf das Außen ein und das Äußere wirkt auch auf das Innere ein. Selbstverständlich kann man sich sowohl nach Außen als auch nach Innen ABSCHOTTEN. Der eine schottet sich vom inneren Erleben ab und rennt nur äußeren Dingen nach, der andere schottet sich vom äußeren ab und verrennt sich in innere Dinge. Betäuben können sich beide. Man kann Meditation nehmen oder auch Alkohol oder Drogen oder Arbeit, oder Wagnisse oder was auch immer.

Man kann auch einfach akzeptieren, dass wir beides sind, ein Innen und ein Außen. Die Bereitschaft, innere oder äußere Prozesse wahrzunehmen und zuzulassen, vor denen man Angst hat, benötigt Zeit, Kraft, Mut und vielleicht auch etwas, was man Demut nennen könnte. Wir sind nur ein Körnchen in einer unendlichen Flut von Energie. Die Zeit, in der wir wahrnehmen und erkennen können, die könnten wir nutzen.

Es gibt nicht wirklich etwas, was "besser" wäre. Es ist lediglich "anders". Und Verzweiflung, Angst, Mut und Freude sind nur die unterschiedlichen Seiten der Medaille.

"Wenn du ißt, dann iß!" sagen die......

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For entertainment purposes only.

Wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind, liegt das eigentliche Glück in einem selbst

Romeo @, Somalia 2.0, Mittwoch, 08.04.2015, 12:52 vor 3933 Tagen @ sodele 2303 Views

Danke für den Text, Sodele, auch wenn ich ihn in seiner suggestiven Art etwas anstrengend zu lesend fand.

Schopenhauer, dem manche unberechtigterweise nachsagen, ein Misanthrop gewesen zu sein, brachte es in seinen Aphorismen zur Lebensweisheit m.E. treffend auf den Punkt:
"Also, was einer an sich selber hat, ist zu seinem Lebensglücke das Wesentlichste.
Bloß weil dieses, in der Regel, so gar wenig ist, fühlen die meisten von denen, welche über den Kampf mit der Not hinaus sind, sich im Grunde ebenso unglücklich, wie die, welche sich noch darin herumschlagen. Die Leere ihres Innern, das Fade ihres Bewußtseins, die Armut ihres Geistes treibt sie zur Gesellschaft, die nun aber aus eben solchen besteht; weil: jeder erfreut sich an seinesgleichen. Da wird dann gemeinschaftlich Jagd gemacht auf Kurzweil und Unterhaltung, die sie zunächst in sinnlichen Genüssen, in Vergnügen jeder Art und endlich in Ausschweifungen suchen."

Glückliche Grüße,
R.

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Klagt nicht, kämpft!

Es geht nicht um das Glück – eine andere Sichtweise

nemo, Mittwoch, 08.04.2015, 14:36 vor 3933 Tagen @ sodele 2360 Views

bearbeitet von nemo, Mittwoch, 08.04.2015, 14:39

Es geht nicht um das Glück...

…sondern um die innere Erkenntnisfähigkeit. Die innere Leere oder
innere Armut hat ihre Ursache darin, dass der Mensch schläft.
Er ist in Mustern gefangen. Solange er das ist, ist er nicht frei
und hat somit keine Möglichkeit aufzuwachen. Er sieht die
Fäden nicht, an denen er hängt und die ihn gefangen halten.

Mit diesen Mustern kann die Wirklichkeit nicht erkannt werden,
da wir die Welt aus der Perspektive unserer unbewussten Muster
betrachten. Die Welt ist damit in erster Linie Vorstellung. Man
bringt die Welt mit den eigenen Ansichten in Einklang
und hält dies fälschlicher Weise für die Wirklichkeit.

Die These des Urknalls und die These der Evolutionstheorie
sind die äußeren Enden solcher Muster. Sie bestimmen
oft unbewusst das Weltbild eines Menschen, obwohl sie
weder bewiesen sind noch funktionieren.

Eine Möglichkeit aufzuwachen besteht darin, die Muster zu
erkennen. Diese Muster beziehen sich auf Gedanken, Gefühle
und den Körper. Wenn eins dieser Zentren falsch arbeitet,
dann arbeiten die anderen auch falsch.

Aufzuwachen bedeutet nicht automatisch glücklich zu sein.
Es bedeutet in erster Linie, die mechanischen Muster aufzulösen
und dadurch zur Erkenntnisfähigkeit zu gelangen.
Wie bekommt man den Menschen dahin, dass er bereit ist
seine eigenen Muster zu erkennen und mit ihnen zu kämpfen?

Natürlich nur, wenn er bereit dafür ist und dies will. Das Ergebnis
seiner Bemühungen wird jedoch nicht das Glück sein, sondern
zunächst die schmerzliche Erfahrung der Selbsterkenntnis.
Ohne die kann es keine Freiheit geben und auch keine innere
Lebendigkeit. Selbsterkenntnis ist das Risiko, das eingegangen
werden muss, um frei zu sein.

Aber genau dieses Risiko wird vermieden. Der Mensch will
glücklich sein und sein Leiden beenden. Dazu muss er jedoch
zuerst die wahre Ursache des Leidens erkennen:
sein eigenes, selbsterschaffenes Gefängnis.

Gruß
nemo

Kommt die "spezielle geistige Technik" noch? (oT)

Kropotkin @, Samstag, 11.04.2015, 12:27 vor 3930 Tagen @ sodele 2093 Views

- kein Text -

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