Bei der Diagnose "Depression" fällt es mir schwer, mir eine solche
Handlung vorzustellen.
Mir auch.
Hätte er die Diagnose "Paranoide Schizophrenie"
gehabt, dann hätte ich mir vorstellen können, dass er "plötzlich".....
Welche Erfahrungen hast du mit paranoid Schizophrenen?
Ich habe welche und kann es mir eben deswegen nicht vorstellen.
Gewalttaten von Schizophrenen - die selten sind! Seltener als bei der "Normal"-Bevölkerung - richten sich vorzugsweise gegen das familiäre Umfeld und Beziehungspartner, selten gegen absolute individuelle(!) Zufallsopfer, welche im Wahn als Incarnation des Bösen assoziiert werden.
Vermutlich wäre diese Krankheit aber vorher schon seiner Umgebung
aufgefallen.
Wobei eine befreundete Psychoanalytikerin beim Gespräch darüber meinte,
es sei schwierig, weil sich Depressive so gut "verstellen" könnten.
Zum Beispiel so gut, dass der Psychoanalytiker eine Depression unterstellt, wo gar keine ist.
Nun,
was auch immer bei der weiteren Untersuchung "herauskommen" mag, so denke
ich, dass wohl ein regelmäßiger "Psycho-Check" bei "Gefahrenberufen"
angebracht wäre und selbstverständlich auch eine entsprechende Diagnostik
im Vorfeld. Soweit ich informiert bin, sollen solche "Checks" bei
verschiedenen Berufsgruppen in den USA (nach Stressituationen oder
Auffälligkeiten) durchgeführt werden. - Wie überall, kann so etwas
natürlich auch mißbraucht werden.
He, he... und wenn der Psychocheck genau auf die Eigenschaften hin testet, die bei solch einem Beruf unbedingt erforderlich sind, um ihn erfolgreich durchhhalten zu können?
Aber was wäre die Alternative?
Bedauerlich an der ganzen Sache ist, dass so viele Menschen mit der
Diagnose "Depression" nun in Mitleidenschaft gezogen werden. Immerhin ist
diese Diagnose die bei weitem Häufigste in diesem Bereich und in den
Industrienationen sind extrem viele Menschen davon betroffen. Auch die
vielen "Bournouts" könnten hineingezogen werden.
Diese Diagnose bei weitem Häufigste besagt, wir wissen nicht genau, was es ist, helfen können wir auch nicht, aber wir würden dich gerne abzocken und so verpassen wir dir eben das Label "Depression".
Für einen Depressiven gäbe es wirklich unendlich viele, andere
Möglichkeiten, seinem Leben ein Ende zu setzen.
Eben.
Wenn er jedoch die
Fluggesellschaft für seinen psychischen Zustand verantwortlich gemacht
hätte, dann gäbe das eher Sinn.
Nein, weil er dann eher kein Depressiver wäre.
Sinn ergäbe es bei der Diagnose "Destruktiver Narzissmus.
Aber würde dann nicht auch ein
"anklagender" Abschiedsbrief vorliegen?
Eben. Bei einem Depressiven würde wahrscheinlich ein Abschiedsbrief, und zwar ein selbstanklagender vorliegen.
Eine Schulfreundin von mir hat sich umgebracht. Sie war jahrelang in
psychotherapeutischer Behandlung. Einen Tag vorher hatten wir uns als
Gruppe noch für das Mathematikabitur vorbereitet.
Wie viele von euch hat die Schulfreundin mit in den Tod genommen?
Sie war Teilnehmerin und
wir haben nicht das Geringste geahnt. Es war ein Sonntag. Am Montag kamen
wir in die Schule und der Direktor teilte uns mit, dass sich unsere
Freundin umgebracht hatte. Wir waren fassungslos, weil wir nicht gemerkt
hatten, in welchem Zustand sie sich befand. Sie scherzte und war nicht
angespannt. Nichts, was auch nur im Geringsten darauf hingewiesen hätte.
Auch von ihrer Behandlung wußten wir nichts.
Parallelgesellschaft.
Ihr lebtet eben in einer Parallelgesellschaft. Die Parallelgesellschaft kann man erkennen an so typischen Aussagen wie "Wer hätte das ahnen können?" oder "Niemand kann wissen, was in einem andern Menschen vorgeht" usw.
Was wusste die "beste Freundin"?
Sage jetzt nur nicht, sie hatte keine.
DAS allerdings wäre ein absolutes Alarmsignal.
Gruß Mephistopheles
--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc