a) warum sollen die USA in den vergangenen Jahren kein Interesse gehabt
haben, den Ölpreis zu drücken?
[/i]> Weil sie verschiedene Öl exportierende Länder, nicht als solch starke
Feindbilder betrachteten.
Soll das heißen, dass die USA die hohen Ölpreise der letzten Jahre deshalb bezahlt haben, weil verschiedene Länder ein geringeres Feindbild abgaben als andere? Und nur weil sie ein geringeres Feindbild darstellten, bzw. zu den ölfreundlichen Staaten der USA gehörten, wurden sie von den USA über die Bezahlung eines höheren Ölpreises belohnt bzw. unterstützt?
- ..und jetzt wollen die USA die hohen Preise nicht mehr zahlen und reduzieren die Preise, weil sie böse auf Russland und Venezuela sind? Die Staaten, die zu den US “Ölfreunden†bzw. zu einem Ölförderland gehören, das nicht als so starkes Feindbild betrachtet wird , nehmen nun billigend in Kauf, dass diese Staaten aufgrund der niedrigen Ölpreise zunehmend Schwierigkeiten bekommen, ihre Staatshaushalte zu finanzieren?
das glaubst Du doch nicht wirklich.
was sind die Fakten der derzeitigen Versorgungslage:
Die USA waren in vergangenen Jahren aufgrund eigenen Energiedefizite auf hohe Importmengen angewiesen. Erst die Fracking Aktivitäten führten dazu, dass sich die Versorgungsbilanz in den USA zu Gunsten inländischer Verfügbarkeiten vs. Import verbessert hat.> Der Bestandsaufbau setzt die Preise unter Druck. (Bestand U.S cude oil stocks - Midwest - EIA
http://www.eia.gov/dnav/pet/hist/LeafHandler.ashx?n=PET&s=WCESTP21&f=W
Die aus Fracking Aktivitäten produzierten Mengen haben bei gegebener Wirtschaftlichkeit das weltweite Mengenangebot beim Rohöl erhöht. Gleichzeitig reduzierte sich in den vergangenen Monaten die weltweite Nachfrage.
Der Ölmarkt sortiert sich derzeit neu und bis sich der Markt wieder auf die neue Supply Situation eingestellt hat, wird der Preisdruck anhalten.
> b)warum haben Sie bis heute gewartet?.
[/i]> Weil der "Schuft" Putin und die "Schurkenstaaten" Venezuela und Iran
einfach nicht nach Amerikas Pfeife tanzen wollen.
….und jetzt ist den USA der Kragen geplatzt und sie haben den Ölpreis abstürzen lassen?
“krassâ€
Nur durch ein nachhaltiges strukturelles Überangebot im Markt fällt der Ölpreis längerfristig. Zudem fördert ein niedriger Ölpreis die Bereitschaft, die eigene Fördermenge auszuweiten, damit Staatshaushalte, die maßgeblich auf Öleinnahmen beruhen, aufrecht erhalten werden können. Darunter leiden auch der “Schuft†Putin und der “Schurkenstaat†Venezuela“.
Folge ich Deinen Ausführungen von oben, hätten Putin bzw. Chavez/Maduro aber auch jahrelang im hohen Masse von der US Politik profitiert, als diese den Ölpreis weltweit auf Rekordhöhen katapultierten.
Venezuela wird gesellschaftlich an seinem eigenen wirtschaftlichen und strukturellen Unvermögen scheitern. Dafür braucht niemand von außen zu sorgen.
>
[quote]c) wären sie denn in der Lage gewesen, den Ölpreis zu drücken?
Denke schon, aber sie müssen immer abwägen zwischen ihren großen
Ölfirmen und deren Profite, Fracking und geopolitische Machtspielchen.[/quote]
… ????????? so so, die US Explorationsfirmen verzichten freiwillig auf ihre Erlöse und machen sogar Verluste, nur um Putin und Maduro zu schaden?
na ja …klingt für mich verwirrend ..
Die Fracking Aktivitäten begannen vor wenigen Jahren - erst jetzt drücken diese Mengen zeitverzögert verstärkt in den Markt./b]
[quote]
Bei Interesse, mache dich über die Hintergründe der historischen
Ölkrisen schlau.[/quote]
das ist ein anderes Thema - es geht hier doch nicht um Ölkrisen - es geht um neue Supply Strukturen im Ölsektor.
>
Ich will aber nicht verschweigen, dass es darüber auch andere Ansichten
gibt, die nur von Angebot und Nachfrage sprechen.
Das stimmt ja auch irgendwie, weil sie Öl fördern auf Teufel komm raus,
ohne auf den wirklichen Bedarf Rücksicht zu nehmen[/i].
……es geht nicht um Bedarf, sondern um eine wirtschaftliche Bereitstellung von Öl/Gas. Dort in den USA. Gerade weil die Ölfirmen aufgrund ihre getätigten Investitionen Geld verdienen wollen /müssen, werden sie bei gegebener Wirtschaftlichkeit Öl/Gas produzieren und die geförderten Mengen am Markt bereitstellen.
http://www.eia.gov/todayinenergy/detail.cfm?id=20572
Wird der Druck auf den Ölpreis zu groß, werden sich zur Bereinigung eines Überangebots Grenzanbieter vom Markt verabschieden bzw. es werden neue Logistikwege erschlossen, die die Wirtschaftlichkeit im Supply und in der Distribution fördert .
Mittlerweile will man auch in Deutschland Fracking betreiben. Zudem sind die weltweiten Schiefergasvorkommen gewaltig. Sollte sich die Fracking Ölförderung weltweit zunehmend durchsetzen, werden sich die Strukturen auch im Ölmarkt neu formieren. Insbesondere dann, wenn höhere Fördermengen nicht über eine steigende Nachfrage absorbiert werden.
http://www.eia.gov/todayinenergy/detail.cfm?id=14431
Im Ölmarkt bildet sich derzeit eine neue Öl-Lieferantenstruktur heraus. Bei derartigen Umbrüchen im Markt, ändern sich auch die Wettbewerbsstrukturen. Nur weil sich uns die Wirkungsweise der Märkte nicht gleich erschließt, müssen "Schurkenstaaten" (Venezuela ist übrigens eine Demokratie und kein Schurkenstaat) nicht gleich als Begründung für Änderungen im Preisgefüge des Ölmarktes herhalten.
d) was meinst Du mit “noch so kleinsten Lüftchenâ€
[/i]> Natürlich die Atlantische Hurrikan Saison
man hat Angst vor solchen “Lüftchen†- diese haben es aber dann richtig in sich und sind je nach Entwicklungsgrad preisbestimmend für den Ölmarkt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hurrikan_Katrina
[quote]e)in der Telebörse wird auch über Preisbewegungen beim Öl berichtet.
Ursache ist ein Angebotsüberhang beim Öl verglichen mit der weltweiten
Nachfrage.[/quote]
>
Was erwartest du für Begründungen von MSM, die RTL gehören?
Es liegt in der Natur der Sache, dass reißerische Nachrichten und Krisenmeldungen in Verbindung mit Öl eine höhere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erfahren (es geht hier schließlich an den eigenen Geldbeutel) als die Kurzinfo heute vor Ostern…..
"!!es sind keine höheren Benzinpreise vor Ostern zu erwarten!!".
Die Welt des deutschen Autofahrers ist damit in Ordnung. Das Geld bleibt bei ihm.
Die wirtschaftlichen Probleme in den Ölförderstaaten spielen natürlich keine Rolle und interessieren den deutschen Autofahrer eigentlich auch nicht.
……
VG KC