Griechischer Verteidigungsminister soll Teilung der Erdölvorräte Griechenlands mit den USA vorgeschlagen haben

Athen @, Montag, 30.03.2015, 13:16 vor 3941 Tagen 3973 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 27.01.2016, 19:48

Die Griechenland-Zeitung (GZ) berichtet heute, dass Panos Kammenos, Verteidigungsminister und Führer der Koalitionspartei der SYRIZA, vorgeschlagen haben soll, den USA Zugang zu den griechischen Ölvorräten zu geben. Es soll dabei ein intergouvernementales Abkommen getroffen werden. In der GZ unklar, wer 70% und wer 30% der Erträge erhalten soll.

Im Gelben bereits mehrfach diskutiert*, sowohl die wohl großen Vorräte in der Ägäis und um Kreta (sowie Zypern), sowie der Wunsch der USA darauf Zugriff zu erhalten. Dirk Müller hatte in "Showdown" versucht, die Staatskrisen in Libyen, Syrien, ggf. Türkei und Griechenland usw. als Folge einer amerikanischen Politik darzustellen versucht, die diese resourcenreiche Region ins politische Chaos stürzen will. Mit dem Ziel des leichteren Zugriffs versteht sich.

Die Euro-Krise und die "merkwürdige" Politik der EU-Führer könnte letztlich dazu führen, dass Griechenland seine Vorräte, die wohl erst bei wieder gestiegenem Ölpreis wirtschaftlich abbaubar sind, nicht oder nicht vollständig in der EU ankommen. Wieso verhält sich die EU in ihren höchsteigenen Interessen so? Könnte die EU doch glatt zur eigenen Einnahmequelle machen...

Beste Grüße Athen

* Hatte ich das falsch in Erinnerung?

Markus Lanz im letzten Jahr über Dirk Müllers Buch

Carausius @, Montag, 30.03.2015, 14:13 vor 3941 Tagen @ Athen 3609 Views

Laut Lanz alles nur eine Ian-Fleming-Fiktion. Da aber auch heute kein direkter Zusammenhang zwischen dem Zustand Griechenlands und dessen Profiteuren zu beweisen ist, bleibt es eben Theorie.

http://www.youtube.com/watch?v=9MHmsb17TH4

Warum ist seit 1974 nichts passiert?

Wellenreiter @, Montag, 30.03.2015, 15:43 vor 3941 Tagen @ pigbonds 2487 Views

Es muss die Frage gestellt werden, warum die USA seit 1974 keinen Versuch unternommen haben, mit der Förderung zu beginnen. Das bedeutet doch, dass für diesen Zeitraum dem griechischen Staat gewaltige Einnahmen entgangen sind.

Spätestens seit 2010 dürften die Rechte der USA ausgelaufen sein. Die diversen GR-Regierungen hätten die Förderung also wieder selbst in die Hand nehmen oder zumindest die Förderrechte verkaufen können. Aber auch das ist nicht passiert. Man hat es vorgezogen, der Bevölkerung die Bedienung der Schulden abzupressen.

Etwas merkwürdig, dass die Schuldenkrise genau in dem Jahr ausbricht, in dem die Förderrechte der USA auslaufen:-)

Im zweiten Artikel, von 1981, steht mehr..

pigbonds @, Montag, 30.03.2015, 16:10 vor 3941 Tagen @ Wellenreiter 2534 Views

Es muss die Frage gestellt werden, warum die USA seit 1974 keinen Versuch
unternommen haben, mit der Förderung zu beginnen. Das bedeutet doch, dass
für diesen Zeitraum dem griechischen Staat gewaltige Einnahmen entgangen
sind.

Spätestens seit 2010 dürften die Rechte der USA ausgelaufen sein. Die
diversen GR-Regierungen hätten die Förderung also wieder selbst in die
Hand nehmen oder zumindest die Förderrechte verkaufen können. Aber auch
das ist nicht passiert. Man hat es vorgezogen, der Bevölkerung die
Bedienung der Schulden abzupressen.

Etwas merkwürdig, dass die Schuldenkrise genau in dem Jahr ausbricht, in
dem die Förderrechte der USA auslaufen:-)


Hier steht was dazu:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14345132.html

Ami Firma ging Pleite, Kanadier übernahmen, Deutsche waren auch dabei und zuvor
hatten es bereits Österreicher versucht.

Der Artikel endet dann so: [[freude]]
Gewinnt der Linkssozialist Andreas Papandreou diese Wahlen, will er alle Öl-Anlagen
verstaatlichen
. Durch den "Kolonialvertrag" zwischen Staat und Konsortium, befand
Papandreous Partei-Organ "Exormhsh", "wird das griechische Volk ausgeraubt".

Kein Versuch?

Athen @, Montag, 30.03.2015, 18:58 vor 3940 Tagen @ Wellenreiter 2029 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 30.03.2015, 19:05

Es muss die Frage gestellt werden, warum die USA seit 1974 keinen Versuch
unternommen haben, mit der Förderung zu beginnen. Das bedeutet doch, dass
für diesen Zeitraum dem griechischen Staat gewaltige Einnahmen entgangen
sind.

Spätestens seit 2010 dürften die Rechte der USA ausgelaufen sein. Die
diversen GR-Regierungen hätten die Förderung also wieder selbst in die
Hand nehmen oder zumindest die Förderrechte verkaufen können. Aber auch
das ist nicht passiert. Man hat es vorgezogen, der Bevölkerung die
Bedienung der Schulden abzupressen.

Etwas merkwürdig, dass die Schuldenkrise genau in dem Jahr ausbricht, in
dem die Förderrechte der USA auslaufen:-)

Müller in Showdown, S. 48ff. schreibt dazu:
Der Vertrag sei 1968 über 26 Jahre und mit 10-Jahres-Option geschlossen worden, also schon 2004 ausgelaufen (S. 50). Außerdem habe schon die Wehrmacht bei Thassos gebohrt und das wäre auch fortgesetzt worden.*

Der Beginn der Schuldenkrise dürfte etwa 2007 gewesen sein und ein Überschwappen auf GR nur eine Frage der Zeit. Ohne, dass ich zwischen dem Auslaufen des Vertrages und der Krise einen Zusammenhang sehen will. Mir erscheint das Ölgeschäft allenfalls als Nebenprodukt anderer Interessen (EU-Bundesstaat?!; Euro-Schwächung).

Ich vergleiche GR, sowohl Staat als auch eine Vielzahl der gr. Bürger gerne mit den NINA-Krediten**. Wenn eben den Schuldnern mit den schwächsten Schultern auch noch Kredite "angedreht" werden (können). Es ist eine gewisse Perversion, die so im Kapitalismus nur vorkommen kann (theoretisch zumindest), wenn das Risiko ein Dritter trägt. Freiheit ohne Verantwortung sozusagen.

Beste Grüße Athen

*Wikipedia mit nur zwei Quellenangaben, aber etwas mehr Infos zum Öl in der Nördägäis.
**No Income No Assets - hierzu mehr von der Bundeszentrale für politische Bildung. Bei den NINA-Krediten haben Banken Schuldner um Einschätzung ihrer Kreditwürdigkeit gegeben, da diese keine anderen Nachweise (Einkommen, Vermögen) hatten. Die Ratingagenturen sollen dann auf Grundlage der Einschätzung der Banken (also der Schuldner selbst) Ratings vergeben haben. Die Schuldner wurden mit Teaser-Rates, also niedrigen bis gar keinen Zinsen zu Beginn des Kreditverhältnisses gelockt und die Wertentwicklung ihrer mit dem Kredit gekauften Immobilien so hoch gerechnet, dass sie sich den Kredit hätten leisten können... [Korrekturen und Beweise erwünscht]

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