Getting Russia Wrong All The Way To War
Thesen
-Russland ist ein defensives Imperium, das heißt, die meisten Kriege wurden nicht durch Russen begonnen, sondern durch Feinde, die angriffen oder eine Bedrohung an Russlands Grenzen darstellten.
-Eine Eskalation hervorgerufen durch ausländische Mächte führt zu einer direkten Eskalation durch Russland und nicht etwa zu einer Deeskalation. Das Gleichgewicht der Kräfte funktioniert nicht, wenn Russland iseine Existenz bedroht sieht.
- Die Streitkräfte der NATO wären in 3-4 Monaten völlig aufgerieben.
Dagegen sieht der Westen durch die rosarote Brille das strauchelnde Russland. Sofern man Russland militärisch bekämpfen möchte, braucht man ein Konzept.
Man ballert nun also los, mit einen Plan, der aus dem kalten Krieg stammt. Das ist bekannt,
Immerhin hat Russland Wladimir Lobow aus dem Ruhestand geholt, der seit 2014 wieder im aktiven Dienst ist.
Er war Schöpfer der Militärdoktrin, die die Sowjetunion zum Atlantik führen sollte.
Ich darf ihn zitieren, damit keine Zweifel an seinen Charakter und visionäre Klarheit seiner Gedanken kommen:
Die NATO bzw. der Westen wollten auch die „momentane Schwäche“ Russlands „ausnutzen“, Russland von sich „abhängig machen“ und „zum Rohstofflieferanten degradieren“ sowie die „Integration“ in der GUS hintertreiben. Der Westen habe „Russland im Kalten Krieg besiegt, jetzt will er den Sieg perfekt machen“. Zudem wolle der Westen Russland „aus Europa verdrängen“ bzw. „von Europa isolieren“.
So der ehemalige sowjetische Generalstabschef General Wladimir Lobow; zitiert nach Wostok 4/1997, S.12f.
Entnommen aus: „Russland und die Osterweiterung der NATO. „Neue Trennungslinien“ oder „Export von Stabilität“?“ Wien 1997
Die Schlussfolgerung des Autors ist übrigens bemerkenswert. Ich zitiere:
In Russland dürfte man die vollendete NATO-Erweiterung unabhängig von allen neuen westlichen Krediten, der Aufnahme in internationale Finanzorganisationen, der „Grundakte“ und Änderungen von Rüstungskontrollabkommen zu seinen Gunsten mehrheitlich als Niederlage seiner außen- und sicherheitspolitischen Strategie interpretieren. Dies wird allerdings nicht dazu führen, dass Moskau die Kontakte zum Westen einschränkt; schon gar nicht ist mit einem „zweiten Kalten Krieg“ (Johan Galtung) zu rechnen. Im Gegenteil ist davon auszugehen, dass sich Moskau - nachdem es zur Kenntnis genommen hat, dass es mit fortgesetzter Fundamentalopposition nichts erreicht - nach einer gewissen Zeit sogar kooperativer zeigt. Das würde schließlich die Einbeziehung Rußlands in eine gesamteuropäische Sicherheitsarchitektur wesentlich erleichtern.
Das schrieb Herr Dr. Martin MALEK Projektgruppe für internationale Friedenssicherung (PGIF) der Landesverteidigungsakademie (Wien). 1997