Gedanken zum Jemen

plancom @, Freitag, 27.03.2015, 00:32 vor 3946 Tagen 8320 Views

In a pre-dawn statement as the airstrikes began, Saudi Arabia, Kuwait, Emirates, Qatar and Bahrain said their action aimed to "protect" Yemenis from Houthis who are "a tool in the hands of foreign powers."

Abed Rabbo Mansur Hadi war der einzige Präsidentschaftskandidat und folgte Saleh nach 33 Jahren Amtszeit. Er war General der jemenitischen Armee und deckte Luftangriffe der Amerikaner auf jemenitischen Gebiet. Er wurde mit 99,8 % der Stimmen 2012 gewählt. 2014 sollten erneut Wahlen stattfinden, diesmal mit mehreren Bewerben. Das geschah nicht. Er wurde aus dem Amt gejagt und floh nach Saudi Arabien, das nunmehr den Jemen bombardiert. Mit freundlicher Unterstützung der Amerikaner.

Damit der legitime Präsident wieder in seinen Präsidentenpalast einziehen kann, fordert er ausländische Armeen an, die anschließend sein Land zu Klump bombardieren.
Der saudische Spin (für den Doofen Saudi-Michel) geht so: die Houthis werden vom Iran unterstützt, die von den US-Amerikanern(!) unterstützt werden. Die Amerikaner sind nicht involviert, sie ziehen offenbar nach, um Schlimmeres, wie sie annehmen, zu verhindern.

So begründet sich die Äußerung heute von John McCain "Our closest allies in the region no longer trust us," McCain said. "That is because they believe we are siding with Iran."
Der Artikel trägt übrigens die passende Überschrift: „Senators: Obama 'disconnected from reality' on Mideast policy“
Und wie beschissen die Lage für die Amis tatsächlich aussieht beschreibt Senator Graham wie folgt:
"This is a tipping point. This is a time in history when things have turned for the worse," (Lindsey) Graham said. "God help us all."
James Phillips von der Heritage Foundation meint sogar: "I think it already is out of control, think it's going to get a lot worse."
Quelle: http://www.washingtonexaminer.com/senators-obama-disconnected-from-reality-on-mideast-p...


Und der saudische Plan? Nation-Building? Allein die Begriffsbestimmung der Kampagne "Decisive Storm" zeugt von einem gewissen Zynismus, lehnt er sich doch an die Operation Desert Storm" an, deutet US-amerikanisches mediales Verständnis an, was auf seinen Planer, den saudischen Verteidigungsminister Mohammad bin Salman, seines Zeichens ehemaliger Politik- und Medienberater (smart guy), nunmehr als Befehlshaber einer sehr potenten Armee, der mit einem sehr scharfen Instrument betraut ist, hindeutet.

Ich meine, es wird nicht funktionieren. Und das ist auch nicht die Absicht. Es sieht ein wenig so aus, wenn man den prompten Solidaritätsadressen des Westens Glauben schenken kann, dass man hierzulande bestenfalls bemüht ist, die wüste Kanonenbootpolitik des saudischen Herrscherhauses und seiner Alliierten, unter eine gewisse Kontrolle zu bringen, ohne das sowieso nicht mehr vorhandene Gleichgewicht im Mittleren Osten völlig aus den Angeln zu heben.
Auch das wird nicht funktionieren.

Die Absichten gehen ja noch weiter. Man sperrt die Zugänge zum Roten Meer und man bildet künftig eine einheitliche Armee unter einem gemeinsamen Kommando. Das sind, für sich betrachtet, bereits zwei Ereignisse von historischer Dimension.
Man hat offenbar, heimlich, still und leise die US-Amerikaner im Mittleren Osten ausgebootet.

Es mutet ein wenig nach einem starken innenpolitischen Zeichen, mit außenpolitischer Wirkung an, die je nach Art und Umfang der Kampagne verheerend (im Wortsinn) oder ein genialer Schachzug der arabischen Nationen (unter Ausschluss der Amerikaner, Russen, Europäer und Chinesen) sein kann.

Im Lichte dieser Ereignisse, wirkt der Ausspruch von Frau Merkel vom „Stabilitätsanker“ Saudi-Arabien, anachronistisch. Sie wird vermutlich ein wenig dankbar über den aktuellen Fokus, der sich auf ihre Mütterlichkeit richtet (was sie wirklich gut kann), sein.

Wohin führt das?

Keine Ahnung. Vielleicht hat es ein Gutes, vielleicht auch nicht. Der Einfluss der Amerikaner scheint wirklich begrenzt. Sie bemühen sich zwar, das Ganze unter eine gewisse Kontrolle zu bekommen, allein ich glaube es nicht. Offenbar ist die Türkei der Drehpunkt. Böse Zungen behaupten, es wäre „Bibis“ Spiel, sprich israelische Intelligenz, gepaart mit beduinischer Grausamkeit. Das ist aber blasse und krude Spekulation.

Ein „Superpower“ Saudi-Arabien mag ich mir nicht vorstellen müssen. Alle anderen mit ein wenig Verstand und Weltläufigkeit sicher auch nicht. Aber der Schwung, mit dem die offenbar nur zwischen den genannten Verbündeten, ihren gemeinsamen Feind aufs Korn nehmen, wiederspricht dem bisherigen außenpolitischen Credo der Amerikaner vollkommen.
Es zeigt die neue Realität der Mulitpolarität und ist eben auch ein Machtverlust für die alten und neuen Feinde Russland und die USA.

Eine Konfrontation zwischen den Achsmächten Ägypten. Saudi-Arabien, Pakistan, um nur die Wichtigsten zu nennen und dem Iran, wäre in der Konsequenz schwer zu bewerten, mindestens die Saudis hätten ein Problem, aber Pakistan hat zu erkennen gegeben, dass es den Saudis militärisch beistehen würde. Und wie der Beistand aussieht, ich denke, das steht völlig außer Frage. Somit ist der Iran schachmatt.

Alles im allen im Moment ein Ritt auf der Rasierklinge. Das ist aber nur meine private Meinung, ins Forum gestellt.
Gruß
plancom

Danke für Deine Lagebeurteilung - leider fehlt mir die Zeit, mich mit dem Thema zu befassen.

Griba @, Dunkeldeutschland, Freitag, 27.03.2015, 12:55 vor 3945 Tagen @ plancom 6374 Views

Vielen anderen wird es genauso gehen. Umso wichtiger ist, daß es Foristas gibt, die es tun!
Merci vielmals.[[top]]

--
Beste Grüße

GRIBA

Pech, dass VT unterhaltsamer ist als die Saudis im Jemen

Mercury @, Samstag, 28.03.2015, 23:13 vor 3944 Tagen @ plancom 6425 Views

Danke für deine Erläuterungen.

Hier wäre weiter Recherche geboten. Die Saudis machen in letzter Zeit eine Menge unkonventionelle Sachen.

Es gibt Vermutungen, dass sie hinter IS stehen/standen (zumindest, dass sie eine 50.000 Mann umfassende Geheimarmee aufgebaut haben sollen).

Dann gab´s die Sache mit der eigenen Atombombe.

Aber hier wird diskutiert, warum ein (ein!) Flugzeug vom Himmel fällt. Was selbst als Warnung nicht sonderlich spannend wäre .... Wissen wir doch alle, wie wenig Hemmungen bestehen, Menschen zu erschießen. Oder sich von Leichen beeindrucken zu lassen.

Saudis stimmen auf langen Krieg ein

Dumm gelaufen für die Jemeniten. Und wenn dann nicht mal "Putin" in der Schlagzeile steht - dann gibt es weder Ankläger, noch Verteidiger, nicht einmal Empörung oder schnell gebasteltes Mem-Bildchen.

Selbst dann nicht, wenn eventuell deutsche Waffen eingesetzt werden.

Volltreffer (oT)

Zarathustra, Sonntag, 29.03.2015, 12:22 vor 3943 Tagen @ Mercury 5859 Views

- kein Text -

Generalmajor Qassem Suleiman

plancom @, Sonntag, 29.03.2015, 16:50 vor 3943 Tagen @ Mercury 6165 Views

bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 29.03.2015, 17:08

Qassem Suleimani ist der Putin des Iran.
Wo er auftaucht, wendet sich das Schlachtenglück und seine Feinde überfällt Panik und Verzweiflung.
Die „Iranian Wunderwaffe“.

Es gibt Gerüchte, wonach er den jemenitischen Gegenschlag organisiert. Panik und Aufregung in Saudi Arabien. Al Arabija ist voll von dem Zeug. So wird VT zur staatstragenden Doktrin. Um mal den Bogen aufzugreifen, den du spanntest.

Ist natürlich alles Blödsinn.

Es gibt westliche Einschätzungen, wonach die Iraner nicht auf allen Schlachtfeldern gleichzeitig sein können und der Bogen nun überspannt wäre.
Gut. Das gilt dann aber auch für die Saudis, Ägypter, Amerikaner, Russen etc.

Statistisch und bevölkerungsempirisch betrachtet, sind diese Aussagen haltlos. Überlegene Waffen- oder Nachrichtentechnik spielen kaum eine Rolle, weil die Daten kaum noch interpretiert werden können und außerhalb der Kommandostrukturen keine nennenswerten Ziele vorhanden sind.

Die Amerikaner haben mit Geld gewonnen. Sie schmierten, was das Zeug hält, erhielten somit Zugang zu allen gewünschten Informationen und verarbeiteten diese. Medien und Meinungen sind beliebig reproduzierbar, seit dem 1.GK 1991 sind die Medien geistig ausgeschaltet und beziehen sich nur noch auf sich selbst.

Das sollte den Saudis auch gelingen, sie haben gelernt, wie es funktioniert, sie haben verstanden Dinge umzusetzen und krempeln nun in Allianz mit dem GCC die Region um.

GCCs geschmierte Lobbyisten in Washington und London kreieren derweil die weltumspannende Gefahr der Iraner, die bedeutender sei, als die Gefahr die von der ISIS ausgeht.
Auch hier: “wes Brot ich ess, des Lied ich sing”
Solche irrlichternden Aussagen schwemmen langsam, träge und fett an den öligen, fauligen Strand der öffentlichen Mehrheitsmeinung.

Beinahe hilflos sind einzelne Evaluate, die noch auf eine Deutungshoheit verzichten, was sich ganz schnell ändern wird, sobald die Auseinandersetzungen in den Vordergrund treten. Dann greifen aber bereits die o.g. Erklärungsmuster von der iranischen Gefahr, als Rechtfertigung für Massensterben und Leid im Jemen.

Wer sich die Deutungshoheit sichern kann, hat die meisten Leser und Zuschauer. Wer dabei sein darf, ebenso.

Hier wiederum befinden wir uns wieder im Jahr 1990, am Wendepunkt der Geschichte, wo die Amerikaner entschieden haben, die freie Berichterstattung, sagen wir, auf Themen, die nicht die nationale Sicherheit betreffen, „einzugrenzen.“ (hübsches Wort)

Am Ende des Feldzuges stand aber eine wegweisende politische Entscheidung. Die, nicht in Bagdad einzumarschieren. Das haben wir damals nicht verstanden.

Am 11.09.1990 hielt George Bush eine Rede vor Senat und Abgeordnetenhaus. Er formulierte, und ich habe diese Rede damals genau verfolgt:
Ich zitiere:
„Wir erleben heute einen einzigartigen und außergewöhnlichen Moment. So ernst die Krise am Persischen Golf ist, so bietet sie zugleich die Gelegenheit, zu einer Periode der Zusammenarbeit zu gelangen. Aus diesen schwierigen Zeiten kann unser fünftes Ziel – eine neue Weltordnung – entstehen: eine neue Ära – freier von der Bedrohung durch Terror, stärker im Streben nach Gerechtigkeit und sicherer in der Suche nach Frieden. [….]Eine Welt, in der die Völker die gemeinsame Verantwortung für Freiheit und Gerechtigkeit erkennen. Eine Welt, in der der Starke die Rechte des Schwachen respektiert. Das ist die Vision, die ich mit Präsident Gorbatschow in Helsinki geteilt habe. Er und andere Führer Europas, am Golf und auf der ganzen Welt verstehen, dass die Art und Weise, wie wir heute diese Krise lösen, der Zukunft kommender Generationen ihre Gestalt geben könnte.“

Es –kann- eine neue Weltordnung entstehen, nicht, es –wird-. Er war sich nicht sicher, aber Lincoln war es auch 1858 in seiner „House divided-Speech“ auch nicht. Dennoch erzielte er mit der Stoßrichtung der Einigung des Staatenbundes einen Volltreffer. „Die Art und Weise, wie wir heute diese Krise lösen“ hat in der Tat die Strategie der Konfliktlösung bereits einer Generation verändert.

Genauso wie Lincoln im Kern etwas anderes im Sinne hatte, so interessierte sich Bush nicht für die Rechte der Schwächeren, kritisch und couragiert wie weiland die Chicago Times, auf die 1863 gehaltene „Gettysburg Adress“ von Lincoln, äußert sich seitdem keine angesehene Zeitung mehr.
„Es wird jedem Amerikaner die Schamesröte ins Gesicht getrieben, wenn er die törichten, banalen und wässrigen Äußerungen des Mannes liest, der klugen Ausländern als Präsident der Vereinigten Staaten präsentiert werden muss.“
2013 entschuldigte sich das Blatt bei seinen Lesern für die 1863 veröffentlichte Meinung. Darüber habe ich neulich einen Bericht gesehen. In diesem Zusammenhang wurde die Great Garrison Flag oder Star Spangled Banner Flag gewürdigt und ihre Bedeutung als Beitrag für die mentale Einstellung der Bürger der Vereinigten Staaten herausgestrichen.
Da musste ich gleich an Putin und die „himmlischen Hundert“ denken.

Eine schlechte Rede führt zu schlechten Taten. Viele schlechte Reden über Jahrhunderte führen zur Markenbildung.
Die Weltordnung ist ein solches Konzept.

Rhetorisch ungeschliffen, schlicht in der Sache, überdreht. So kann ich alle „bedeutenden“ Reden „bedeutender“ Politiker der letzten Jahrzehnte zusammenfassen. Es ist keine einige Rede dabei, der ich inhaltlich etwas abgewinnen kann. Keine ist dabei, die nicht auf die primitivsten Instinkte des Menschen abzielt. Es ist, als wären wir permanent RT Libre des Mille Collines ausgesetzt, ohne es noch zu merken.
Auch die Hörer des Senders bemerkten die weitreichende Manipulation nicht. Es gab nichts anderes, was so spannend war. Und als sie es merkten, war es zu spät.

Was nicht an den Politkern liegt, aber an der Verrohung im internationalen Umgang miteinander. Eine Bande höllischer Assassinen, die teuflisch zu nennen eine untertriebene Behauptung ist, soll besser sein, als ein durchaus berechenbarer Flächenstaat, in dem Mindestregeln des sozialen Miteinanders herrschen. Mit all seinen Einwohnern, seinen Kulturgütern, seiner Geschichte und seinen Errungenschaften.

All das, so einflussreiche amerikanische „Experten“, soll das größere Übel gegenüber einer tribalistischen Bande von kultur- und haltlosen Massenmördern sein.

Zurechtgestutzt auf die Rede des George Bush bedeutet das, dass wir die Rechte des Schwachen (ISIS Saudi-Arabien) gegenüber dem Starken (Iran) respektieren müssen. Somit stehen wir bei der Verteidigung der Freiheit und unseren Werten auf der Seite der Schwachen. Nur so sichern wir die bestehende Weltordnung.
Das ist krank, völlig wahnsinnig und absolut verrückt. Es ist aber politische Realität.

Warum?
Weil das Fundament, auf dem diese Ordnung steht, auf falschen Annahmen gründet und nicht funktioniert. Die ISIS kämpft mitnichten für die Rechte von Frauen und Randgruppen, die Saudis auch nicht.

Saudi Arabien lag bis vor kurzem im Clinch mit dem schwedischen Außenministerium, das unter Margot Wallström eine konsequente Außenpolitik betreibt. Der Ministerpräsident ist nicht so erfreut gewesen.

Saudi Arabien hat eine merkwürdig, aber vertraut klingende Aussage getätigt, wonach Schweden sinngemäß die kulturelle Vielfalt auf der Welt anerkennen soll und von Kritik an den mangelnden Menschenrechten in Saudi Arabien bitte Abstand nehmen soll.
Klar. Kulturelle Vielfalt.

Man erkennt die Marke, immer und immer wieder aufs Neue. Die Weltordnung gehört verteidigt gegen Störer und Unfriedlinge, wer das nicht anerkennt, der wird bekämpft.

Das Konzept dahinter war aber banaler Natur und ein von Lobbyisten gesteuertes Ungetüm, das in rauer See mal hier und mal dorthin hingelenkt wurde und mit immer neuen Mechanismen etikettiert wurde, bis es spätestens dieses Jahr irgendwo stranden wird.

Die Reste dieser „banalen“ Natur tauchen in Handlungen an der aktiven Front an der Bab al-Mandab auf, dessen Kontrolle für die Araber so immens wichtig ist.

Wir sehen heute das Entstehen eine arabischen Blocks, dessen minimaler Consensus die Abwehr äußerer, nichtarabischer Feinde sein dürfte. Mithin ein gewalttätiger Block, der äußerst expansiv und außenpolitisch aggressiv sein dürfte. Der Motor dürfte die Türkei sein. Die Stereotypen sind vom Westen kopiert, sie bergen das hohe Risiko des Scheiterns, weil auch wir gescheitert sind.

Artikelempfehlung zur neuen saudischen Rolle

plancom @, Donnerstag, 02.04.2015, 13:59 vor 3939 Tagen @ plancom 5771 Views

ein Artikel, der am 1.4.2015 im online-Magazin the interest erschienen ist, beleuchtet klar und deutlich die neue eigenständige Rolle des GCC im Allgemeinen und Saudi-Arabiens Ziele im Besonderen.

Der Autor, Herr Fahad Nazer, ehemaliger Anlayst in der saudischen Botschaft in den USA, ist der Ansicht, dass Saudi-Arabien künftig taktisch eigenständiger handeln wird. Im Jemen würde die Sicherheit des Landes gleich von mehreren Seiten bedroht, einmal durch die Houthis, denen man eine Verbindung zum Iran vorwirft, zum Anderern durch die AQAP, die sowohl den Jemen destabilisiert, als auch das Land zu Angriffen auf saudische Repräsentanten als Ausgangsbasis nutzt.

Weiterhin notiert der Autor die militärischen Handlungen als innenpolitisches Zeichen. Der neue König, Salman ibn Abd al-Aziz, scheint darüber hinaus eine nachgiebigere Politik gegenüber der muslimischen Bruderschaft, als der verstorbene König zu führen. Das macht ihn als Partner, auch für die Türkei, interessanter.

Jemen, humanitäre Lage

plancom @, Mittwoch, 05.08.2015, 02:48 vor 3815 Tagen @ plancom 5488 Views

Es deutet sich an, dass der unter saudischer Führung im März begonnene Feldzug „erfolgreich“ sein dürfte. Die saudische Kriegsführung sah von Anfang an eine völlige Blockade des Landes vor. Eine sehr effiziente Methode, wie die nachstehenden Zahlen des UNOCHA belegen.

Dies hat zur Folge, dass inzwischen 4/5 der jemenitischen Bevölkerung, oder 21 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, von Hunger bedroht sind, oder bereits Hunger leiden müssen.
9,4 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Trinkwasser. 1,1 Millionen Menschen sind geflüchtet. Seuchen breiten sich aus, das Gesundheitssystem ist kollabiert.

arabische Katastrophe

plancom @, Mittwoch, 02.12.2015, 19:23 vor 3695 Tagen @ plancom 5312 Views

Der "Erfolg" hat den MSM erreicht. Das saudische Problem ist benannt, Mohammad bin Salman, wie ich bereits im ersten Beitrag andeutete.

Mittlerweile wird auch auf saudiarabischem (!) Gebieten, in Najran, Asir & Jizan, gekämpft.
Die Houthi sind ca. 50 km vor Aden, Saudis behelfen sich mit Söldnern, der AQAP und dem IS (Islamischer Staat in Wadi Hadhramaut). Die Verluste an Mensch und Material sind immens.

Exitstrategie? Mitnichten. Die Saudis haben Hadi in Aden abgesetzt und diplomatisch verklausuliert angedeutet, dass sie ihn dort auch belassen wollen. Egal ob Sieg oder Niederlage.

Der Ritt auf der Klinge wird von Tag zu Tag schärfer.


Karte

Ergänzende Buchempfehlung

MausS @, Donnerstag, 03.12.2015, 02:38 vor 3695 Tagen @ plancom 5041 Views

Robert Baer: Die Saudi-Connection. Wie Amerika seine Seele verkaufte

Habe ich in den letzten Wochen gründlich und mit großem Erkenntnisgewinn gelesen, vor allem, weil dieses Buch ja bereits schon vor ca. 11 Jahren in einer deutschen Übersetzung erschienen ist, und man anhand des inzwischen vergangenen Zeitraums und der ihn füllenden Ereignisse die Schilderungen, Erkenntnisse und Einschätzungen seines amerikanischen Autors zumindest grob abgleichend hinterfragen und überprüfen kann.

Sehr zu empfehlen!

Über den Foren-Link auf Amazon ist es derzeit leider nicht zu bekommen,
aber wohl noch hier!

Mit bestem Dank, plancom, für Deine wertvollen Informationen
und ebensolchen Grüßen

MausS

--
"Der Tod der Menschheit ist nicht nur ein denkbares Ereignis, wenn der Sozialismus triumphiert, sondern er stellt das Ziel des Sozialismus dar."
Igor Schafarewitsch, 1980

Saudi Arabien formt "Antiterrorallianz"

plancom @, Dienstag, 15.12.2015, 21:03 vor 3682 Tagen @ plancom 4818 Views

Nun bekommt das Kind einen anderen Namen, gleicher Inhalt:
Eine sunnitische Allianz unter dem Diktat der Wahhabiten. Eine Zwangsgemeinschaft, ein Schutzwall übler Despoten. Eine Rückversicherung. Ein Verteidigungsring.

Alles in allem schlussendlich ein defensives Bündnis, ein Anzeichen des Kontrollverlustes vor allem der Saudis, die sich ihrer wackligen Allianzen wohl bewusst geworden sind.

Das im März Geschriebene hat weiterhin Bestand. Es wird um eine weitere Eskalationsstufe erhöht.


Georgianne Nienaber und Coleen Rowley fragen sich in ihrem Essay zurecht nach der Sinnhaftigkeit des Visa Waiver Programms.

Ergänzender Artikel von Middle East Eye hierzu

plancom @, Mittwoch, 16.12.2015, 18:24 vor 3681 Tagen @ plancom 4709 Views

"Saudi anti-terror alliance is a paper tiger for domestic consumption"

The Saudi-led alliance has little to do with the war against Daesh and more about Mohammed bin Salman's rivalry with Mohammed bin Nayef

weiter hier

Strategische Allianz KSA-TR

plancom @, Sonntag, 03.01.2016, 21:42 vor 3663 Tagen @ plancom 4637 Views

Fahad Nazer lag in seiner Einschätzung zu der Intensivierung der Beziehungen zwischen der Türkei und dem Königreich richtig. Die Flexibilisierung gegenüber den Muslimbrüdern hat zu der "Bildung eines gemeinsamen strategischen Kooperationsrates" mit der Türkei geführt.

Siehe hier (Deutsche Welle)

Plan B, Syrien

plancom @, Donnerstag, 11.02.2016, 06:05 vor 3625 Tagen @ plancom 4608 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 11.02.2016, 06:27

Nun scheint sich auszuformen, was hier viele vermuteten.

Die Drohkulisse, die in Wien aufgebaut wird, ist denkbar simpel.
Die Türkei in Allianz mit KSA und vielen anderen "Willigen" dringen von Süden, Westen und Norden mit einer veritablen Streitmacht in syrisches Territorium vor, errichten "Pufferzonen", in denen sie politisch und militärisch schalten und walten können und zwingen Assad und RU zur Aufgabe.
Die Russen selbst lieferten mit ihrem Eingreifen die Blaupause für diesen Plan B. Auch indem sie einen anderen verhindert haben mochten.

Plan A ist die Vermeidung eines solchen Szenarios. RU versucht mit allen Mitteln, B zu vermeiden, scheint aber "in der Ecke zu stehen".

Die Türkei baut "Einfallstore", an der jordanisch-syrischen Grenze finden "Manöver" statt.
Propagandistisch wird der Einmarsch in D als "humanitäre" Maßnahme, zur Entlastung in der Flüchtlingskrise verkauft.
Ziel Aleppo.

Die Optionen für die Regime in Syrien, Iran und Russland sind begrenzt, da NATO den Angriff deckt.
Insgesamt bringen die "Willigen" sicherlich 4-500.000 Soldaten auf.
Denen stehen 10.000 russische Soldaten+ die Soldateska des Assad gegenüber, die aber gegen den begrenzten Einmarsch keinen Widerstand entgegen bringen dürfte, da die Gebiete in Rebellenhand sind. Einzig um Aleppo herum mutmaßlich schwere Kämpfe, dort sind starke Verbände der SAA, und ihrere Alliierten. Der Knackpunkt werden die syrischen Kurden sein, da auch im türkischen Teil der Invasionszone, aber Erdogan hat da sicherlich eine "Lösung der Kurdenfrage".

Die letzten Monate dienten der Vorbereitung. Ausführung dürfte Anfang März sein, sofern RU nicht dem Status quo zustimmt.
Was sie tun werden. Russland ist ja nicht verrückt.

Gesichtswahrend wird ein "Waffenstillstand" als Basis zur Fortsetzung der "Verhandlungen" vorbereitet, die Folgeschritte dürften Plan B ähneln, nur mit zähneknirschender Zustimmung der Russen (um die Gebiete zu befrieden, Schaffung von Schutzzonen)

Am Ende werden wohl Wahlen in den jeweiligen "Mandatsgebieten" den Machtwechsel bringen. Gewinnen wird derjenige, der die meisten Menschen auf seinem Territorium kontrolliert.

Alles sehr schlau und weitsichtig. Davutoglu und Erdogan sind keine Idioten. Im Gegenteil.

Der Konflikt wird eingefroren und das"Problem" bosnisch gelöst, mit jahrelanger Präsenz auf der einen und auf der anderen Seite. Mit abgesteckten "Claims".
Ein Erfolg für die saudisch-türkische Allianz, wie ich finde.
Wenn es den Menschen dort Frieden bringt, ist es mir recht. Hauptsache es bringt Frieden.
Für Kurdistan sehe ich leider schwarz. Meine tiefe Sympathie gilt der YPG.

Ps.: bemerkenswert finde ich die westliche Interpretation der Lage in und um Aleppo herum. Es ist so, dass die SAA große Gebiete Aleppos halten, Aufständische hingegen den Osten und Süden, mit Verbindung ins Hinterland. Die westlichen Karten haben flugs die Lage vor Ort geändert und Aleppo kurzerhand nach Westen verschoben um den Eindruck zu erwecken, dass die Stadt vollständig in Rebellenhand ist.
Das ist Propaganda.

PPS: Der IS? War da was? Der IS fällt in dem Moment zusammen, wenn Plan B erfolgreich ist. Die Horde von nutzlosen Klappspaten wird assimiliert, gejagt oder gen Irak gedrückt. Der IS ist Geschichte. Ein Haufen religiöser Idealisten, die sich vor den Karren weltpolitischer Interessen spannen ließen. Nunmehr: nutz und wertlos.

Stunden später......RU schlägt Waffenruhe Anfang März vor

plancom @, Donnerstag, 11.02.2016, 18:08 vor 3624 Tagen @ plancom 4429 Views

Die letzten Monate dienten der Vorbereitung. Ausführung dürfte Anfang
März sein, sofern RU nicht dem Status quo zustimmt.
Was sie tun werden. Russland ist ja nicht verrückt.

Gesichtswahrend wird ein "Waffenstillstand" als Basis zur Fortsetzung der
"Verhandlungen" vorbereitet, die Folgeschritte dürften Plan B ähneln, nur
mit zähneknirschender Zustimmung der Russen (um die Gebiete zu befrieden,
Schaffung von Schutzzonen)

Kein Zufall...NATO steigt ein, eben über al arabiya: KSA bestätigen Entscheidung zur Invasion, Türkei sowieso.
Der Zug rollt an. Lage für RU katastrophal.

Waffenstillstand in Kraft

plancom @, Freitag, 26.02.2016, 15:02 vor 3609 Tagen @ plancom 4000 Views

an Plan "B" wird "getüftelt".

[[herz]]

Plan "B" kommt

plancom @, Montag, 20.06.2016, 15:26 vor 3494 Tagen @ plancom 2905 Views

Nachdem sich die russische Führung weltweit zum Affen macht, nach dem Eingeständnis des geliebten Führers ob der eigenen Niederlage (Kotau vor USA), kommt die syrische Intervention mit Sicherheit. So gehen die Amis mit Verlierern um. Auf die Knie zwingen, demütigen und am Nasenring durch die Manege spazieren führen. Rein zur Abschreckung.

Sicher nicht heute oder morgen, aber sie wird kommen. Assad und eine russischen Freunde werden mit Sicherheit nicht gewinnen.

@PLANCOM, wo bleibt dein Update zum TURXIT?

Leserzuschrift @, Dienstag, 26.07.2016, 14:51 vor 3458 Tagen @ plancom 2631 Views

Hallo @plancom,

du hast den deiner M.n. in Syrien bevorstehenden Sieg der Amis und der Türkei über V. Putin, den militärischen Führer der Freien Welt, gefeiert. Jetzt gibt es aber Anzeichen, dass es tatsächlich eine Abkehr Erdos vom Westen geben könnte: TURXIT!!! Stattdessen womöglich Kooperation mit RU?

Wo bleibt dein Update?

Danke + Gruß
hg

Nein

plancom @, Dienstag, 26.07.2016, 16:19 vor 3458 Tagen @ Leserzuschrift 2580 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 26.07.2016, 16:26

Ich feiere überhaupt nicht. Das habe ich vielleicht falsch ausgedrückt, aber Freude liegt mir in diesem Zusammenhang fern.
Im Übrigen: wäre der Putsch gelungen, würden wir heute tatsächlich über Assad in der Vergangenheit reden.


Traust du dir eine weitere Analyse zu? Bitte schön. Ich nicht. Die Karten sind ja nun offen auf den Tisch.

Meine Version

aprilzi @, tiefster Balkan, Dienstag, 26.07.2016, 17:24 vor 3458 Tagen @ plancom 2564 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 26.07.2016, 17:35

Hi,


Traust du dir eine weitere Analyse zu? Bitte schön. Ich nicht. Die Karten
sind ja nun offen auf den Tisch.

Also ich habe keine Angst.[[freude]]

Merkel heisst die Migranten Anfang September willkommen. Putin greift Ende September ein. Vom Zeitplan muesste nun Erdogan mit seiner Armee im Winter in Syrien einfallen. Das haette Sinn gemacht. Die Merkel zieht die Fluechtenden aus der Schusslinie und die dann aufkommenden Fluechtlingen stellen kein Problem fuer die Tuerkei. Geplant wurde also der Ablauf des Krieges gegen Assad. Der ganze Westen sagte ja, Assad muss weg.

Nur damit der Plan laeuft, musste Erdogan in Syrien eingreifen, das tat aber nicht er sondern Putin. Erdogan hatte schiss bekommen.

Da hatte die Nato die tolle Idee die SU-24 abzuschiessen. Damit hofften sie, dass der heisse Krieg Erdogan gegen Putin losgeht.

Wieder nichts. Schliesslich verlor die Nato und die Usa die Geduld mit Erdogan und beschloss, Erdogan mit Guelen zu ersetzen, um den Angriff der Tuerkei auf Syrien zu beginnen. Dann waere Syrien gefallen und sehr gut fuer den Sieg der Demokraten mit Clinton als neuer Praesident.

Erdogan hat aber mit Hife der Russen den Putsch gestoppt. Und nun bleibt trotzdem der schwarze Peter in Deutschland. Und Syrien wird befriedet und die Tuerkei geht ins Lager der Russen.

Die Frage wird sein, ob es Erdogan gelingt viele Mitspieler fuer sich zu gewinnen. Ob er dieses Spiel gegen die westliche Mafia gewinnen kann.
Er muss die Kurden gewinnen, dann sind die USA draussen aus dem Spiel.

Die Russen und Syrer werden Isis erledigen und die USA sind erledigt.
Das muss er nun machen.

Haette der Westen mit seinem Plan Erfolg gehabt. Dann waere Erdogan der Grosse und haette Appetit bekommen, auch nach Norden einzumarschieren. Das aber ist Spekulation.

Gruss

Türkei heute in Syrien eingerückt

plancom @, Mittwoch, 24.08.2016, 10:45 vor 3429 Tagen @ plancom 2360 Views

Die letzten Monate dienten der Vorbereitung. Ausführung dürfte Anfang
März sein, sofern RU nicht dem Status quo zustimmt.
Was sie tun werden. Russland ist ja nicht verrückt.

Gesichtswahrend wird ein "Waffenstillstand" als Basis zur Fortsetzung

der

"Verhandlungen" vorbereitet, die Folgeschritte dürften Plan B ähneln,

nur

mit zähneknirschender Zustimmung der Russen (um die Gebiete zu

befrieden,

Schaffung von Schutzzonen)

...Szenario "B" auf Schienen.

Und nun, Leserzuschrift?

plancom @, Mittwoch, 24.08.2016, 10:46 vor 3429 Tagen @ Leserzuschrift 2285 Views

Wo bleibt dein Update?

"No fly zone" .....

plancom @, Freitag, 30.09.2016, 08:07 vor 3393 Tagen @ plancom 1995 Views

...und die Konsequenzen: in diesem Video scharf erklärt.

Unbezahlbar der Blick des Senators.

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Wandere aus, solange es noch geht.