Und dementsprechend sieht die Politik aus.
Ich denke, Schröders "Nein" zum Irak-Krieg gab es seinerzeit nur, weil die breite Öffentlichkeit sehr, sehr laut ihre Meinung kundtat zu dem, was sie von George Dabbeljus Beweisen und offiziellen Gründen für einen Irak-Krieg hielt. Auf der Straße und in den Medien. Und die Medien taten teilweise noch ihren Job und recherchierten und berichteten, ohne dass sie pauschal die transatlantische Propaganda ins Volk rührten. Ich denke, dass das einmalige breite Kreuz von Schröder und Fischer bei diesem einen Thema nur durch die Auffassungen der Bürger des Landes zu verstehen ist.
Heute scheint es, ist es in Deutschland zu leise geworden und die Medien sind von Merkel zu sehr instrumentalisiert oder eingebunden worden oder auch umgekehrt! Wer weiß da schon genau, wer wem da was einflüstert. Es gehört aber dann halt Rückgrat dazu, irgendwann auch mal ohne Wenn und Aber Stellung zu beziehen und dann beispielsweise auch vor der UN trotz starken Drucks aus Washington nicht umzukippen.
Wenn es damals darum ging, den Willen des Volkes zu hören, geht es heute darum, das Volk mundtot zu machen oder aber auch es zu verdummen. Und das scheint eine Disziplin zu sein, die es in Europa leider nicht nur in Deutschland gibt.
Für Deutschland scheint mir: die Montagsmahnwachen, die so nötig sind, sind torpediert worden von anderen Demonstrationen, die leider nicht so eindeutig und klar gegen einen Krieg gerichtet sind, sondern sich in vielen anderen Details verlieren und damit zu leicht angegriffen, negiert werden und in Verruf geraten können.
Am Ende könnte es gar sein, dass die ganzen Pedigas, Bogidas, Hogesas und wie sie alle heißen, vielleicht sogar in gutem Glauben von den Offiziellen, tatsächlich aber von Verfassungsschutz und Geheimdiensten auf den Weg gebracht und geteilt und gegenseitig abgeschottet wurden, um eine wirkliche öffentliche und zwar kompakte Zurschaustellung von Widerstand (wie seinerzeit gegen den Vietnamkrieg) als Gefahr für die US-Geopolitik auszublenden.
Gruß
stocksorcerer
P.S.: Wir alle wissen, dass es jetzt, genau jetzt, der Zeitpunkt wäre, Minsk 2 als Teilerfolg zu werten und die Sanktionen nicht zu verlängern und Amerika bei allem Widerstand irgendwie eine Möglichkeit einräumen, hier ohne großen Gesichtsverlust aus der Sauerei mit einer Neuordnung der Ukraine ohne Blockzugehörigkeit herauszukommen, auch wenn das der US-Geopolitik zuwiderläuft.
Dazu müssen Frankreich und Deutschland aber lauter werden und keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass eine solche Ukraine, die hochgradig pleite ist, aber Waffen kauft, als gebe es kein Morgen, in Europa nichts zu suchen hat! Und damit muss man sich halt gegen solche Betonköppe wie Polens Tusk behaupten!